Volkssolbad Bad Kösen 1945 bis 1989

1945

 

  1. Juni Einmarsch der Roten Armee.

In Naumburg wurde die Militärkommandantur eingerichtet, zuständig für die Zivilverwaltung war der Landrat des Kreises Weißenfels in der SBZ-Provinz Sachsen..  

     3. Juli   Anzeige der DREIKA Werke (St.-A. Nr. 215)

Dem Bürgermeister wurde die Beschlagnahme des Betriebs-PKW Mercedes Benz durch die russische Militärverwaltung gemeldet.

 

  1. Juli Eine Einheit der Roten Armee wird in Schulpforte einquartiert (MZ).

 

  1. Juli Anordnung des Militärkommandanten Oberstleutnant Jeremin (NTB-KÖZ Nr. 20).

Das betraf die Befehle Nr. 2 und 3 der SMAD über die Abgabe aller im Privatbesitz befindlichen Waffen, eine nächtliche Ausgangssperre, die Meldepflicht aller hier wohnenden Personen und die Registrierung aller im Privatbesitz befindlichen Kfz und Motorräder.  

 

  1. Juli Schreiben des Bürgermeisters an den Landrat (BLK-A. Nr. 706).

Der bezog sich auf die Verfügung des Oberpräsidenten der Provinz Halle-Merseburg vom 20. Juni, wonach alle Besatzungskosten die von Privatleuten geltend gemacht werden, aus der Staatskasse erstattet würden. Doch inzwischen hatte die SMAD die vom amerikanischen M.G. Erlassene Anordnung wieder aufgehoben.

Langrock verwies auf sein Schreiben vom 25. Mai, in dem er über die Auflösung des Reserve-Lazaretts der Wehrmacht und die Einrichtung eines Allied Hospital im „Mutigen Ritter“ und „Hämmerlings Konditorei“ berichtet hatte. Von den Amerikanern wurde dabei das deutsche Personal (74 Zivilisten) übernommen, hätte aber seit April keinen Lohn erhalten. Insgesamt waren hier rd. 28.000 RM aufgelaufen. Dazu kämen Mietforderungen des Besitzers Huster (rd. 11.500 RM) und von O. Schoppe (rd. 800 RM), die Kosten für die Bereitstellung von Lebensmitteln für das „Ausländische Lager“ im Hotel Salzmann (1.800 RM), sonstige Nahrungsmittellieferungen (5.500 RM), Kosten der französischen Kommandantur (4.300 RM), Kosten des American Gouvernement (2.400 RM), insgesamt rd. 54.000 RM. Außerdem hätten auch die noch ausländischen Ärzte- und Pfleger (Italiener, Polen, Jugoslawen) Anspruch auf Entlohnung.

Ferner erwähnte er, dass die Rote Armee die Einrichtung eines Lazaretts im „Mutigen Ritter“ plant.

 

  1. Juli Aktualisierung der Besatzungskosten (BLK-A. Nr. 706)

Nachdem auch die Friedhofsverwaltung Kosten geltend machte, stieg die Summe auf 60.000 RM..

 

  1. Juli Wiederaufnahme der regulären Briefzustellung (Born).

 

  1. Juli Erster Bauantrag nach dem Krieg (priv).

Der Architekt E. Vogel beantragte am 25. Juni den Bau einer Baracke für die Friedhofsverwaltung an der westlichen Friedhofsmauer bei der Ortspolizeibehörde. Die genehmigte den Antrag am 29. Juni. Der Bauschein wurde am 17. Okt. vom „Preußischen Staatshochbauamt“ Weißenfels erteilt.    

 

  1. Juli. Schreiben an den Bürgermeister von Saaleck (St.-A. Nr. 215)

Auf Anordnung der SMA mussten die Gräber von Fischer und Kern beseitigt werden. 14 Tage später wurde Vollzug gemeldet. Die Einfassungen und die Inschrift waren entfernt, nur der Abtransport des Steins wurde wegen fehlender Technik aufgeschoben.

 

  1. Juli Liste der Erstattungsansprüche von rund 65.000 RM (BLK-A. Nr. 706).

 

  1. Aug. Anordnung des Landrates (St.-A. Nr. 215).

Für 1944 in Auftrag gegeben Umbauten der Kinderverschickungslager (Katze, Saalhäuser, Himmelreich) hatten die dort beschäftigten Firmen, wie Oberländer, noch immer kein Geld erhalten. Nun sollte die Bezahlung aus dem beschlagnahmten Vermögen der NSDAP erfolgen.

 

  1. Aug. Die Rote Armee bewirtschaftet das Schulgut (Born).

Wie Kreipitzsch diente dies in erster Linie der Versorgung der hier stationierten Besatzungstruppen.

 

  1. Aug. Die Schule Pforta wird von der Provinzialverwaltung übernommen (Born).

Nach dem Abzug der hier einquartierten Einheiten sollte der Schulbetrieb schnellstmöglich wieder aufgenommen werden.

 

  1. Aug. Anordnung des Landrates (St.-A. Nr. 215)

Alle Polizisten, die Mitglied der NSDAP waren, wurden entlassen.

 

  1. Aug. Aufruf des Bürgermeisters zur Meldung von freien Wohnraum (BLK-A. Nr. 706)

„Die Unterbringung der Evakuierten und Ostflüchtlinge ist zu einem ernsten Problem geworden und macht es erforderlich, Unterlagen zu gewinnen, um den vorhandenen Wohnraum gerecht zu verteilen“ heißt es einleitend in einem Fragebogen, den jeder Hauswirt auszufüllen hatte.

 

  1. Aug. Schreiben des Bürgermeisters an den Landrat. (BLK-A. Nr. 706).

Erneut mahnte Langrock die Erstattung der inzwischen auf 73.000 RM gestiegenen alliierten Besatzungskosten an und erwähnte dabei, dass das Allied Hospital aufgelöst und die Rote Armee hier ein Lazarett eingerichtet hätte.

 

  1. Aug. Antrag der Geschwister Bley (St.-A. Nr. 125)

Diese waren in Merseburg ausgebombt und beantragten für eine neue Wäscherei den Kauf der Waschmaschinen aus dem NSV- Heim.

 

  1. Aug. Anfrage des Bürgermeisters beim Militärkommandanten (St.-A.)

Das betraf zehn niederländische Mädchen, die mit ihrer Erzieherin aus dem Sudetengau kamen und hier notdürftig untergekommen waren. Um den sowjetischen Sektor zu verlassen brauchten sie eine entsprechende Genehmigung.

 

  1. Sep. Gesetz über die Bodenreform. (Allg. Geschichte).

Enteignet wurden alle Großbetriebe über 100 Hektar und das Land in Parzellen von 7 bis 9 Hektar aufgeteilt. Die Durchführung der Bodenreform wurde den jeweiligen Verwaltungen übertragen, die zu diesem Zweck Gemeindebodenkommissionen einsetzten. Nach der Auflösung der Gutsbezirke von Schulpforte, Stendorf und Kreipitzsch, die nun zur Stadt gehörten, wurde auch hier eine Kommission unter dem Vorsitz von Paul Hein (KPD) gebildet.  

 

  1. Sep. Das ehemalige NSV-Heim Eckartsbergaer Straße wird mit Umsiedlern belegt (Born).

Im Potsdamer Abkommen wurde die Abtrennung von Ostpreußen, Schlesien und Hinterpommern beschlossen. Alle noch dort lebenden Deutschen, die nicht schon während des Vormarsches der Roten Armee geflohen waren, mussten diese Gebiete verlassen. Dabei wurden die Einwohner ganzer Ortschaften mussten ihr Hab und Gut zurücklassen und wurden per Eisenbahn in die Besatzungszonen gebracht. Den Umsiedler, meist Frauen, Kinder und Alte, denen nur das geblieben war, was sie auf dem Leib trugen, stand die einheimische Bevölkerung meist ablehnend gegenüber, wurde doch die ohnehin eingeschränkte Versorgung mit Lebensmitteln, Brennstoff und Wohnraum noch verstärkt. Zur Betreuung wurden überall Umsiedlerfürsorgestellen eingerichtet.

 

     Sep. Verordnung über die Säuberung des Verwaltungsapparates (St.-A)

Alle Mitglieder der NSDAP und deren Gliederungen, sowie Denunzianten, mussten vor dem Antifa-Ausschuss ihre Unbescholtenheit und bloße Mitläuferschaft durch glaubwürdige Zeugen nachweisen. Hier betraf das 71 Personen, die in der allgemeinen Verwaltung, als Gärtner, in den Kureinrichtungen, zur Soleförderung, als Ortspolizist und als Dolmetscher angestellt waren. 40 Mitarbeiter waren noch vor dem Kriegsende eingestellt und mussten sich einer gesonderten Prüfung unterziehen. Als unbescholten galten ehemalige KPD und SPD Mitglieder, die nach Kriegsende eingestellt wurden, wie Max Born (Stadtinspektor), H. Firchau (Ortspolizist), P. Hein (Abt. Landwirtschaft) und Lotte Vonberg.

 

  1. Sep. Versammlung der Ortsgruppe der SPD.

Ein Befehl der SMA ließ antifaschistisch-demokratische Parteien wieder zu. Ehemalige Mitglieder trafen sich in der „Tanne“ und wählten Paul Müller, Erich Langrock und Franz Born in den Vorstand. Die Geschäftsstelle wurde in der Lindenstraße 16 eingerichtet.

 

  1. Sep. Versammlung der Ortsgruppe der KPD (20. Jahre Ortsgruppe der SED, St.-A).

Im Hotel „Salzmann“ wurden Richard Kanzler, Hermann und Else Firchau, Lotte Vonberg und Paul Hein, Karl Schütz und Karl Kaun von den 60 Mitgliedern zum Vorstand gewählt. Dabei wurde auch der Status als VVN festgestellt. Demnach waren die KPD-Mitglieder H. Firchau und R. Kanzler aus politischen Gründen im KZ gewesen und P. Hein und A. Brehme im Zuchthaus. Der Graveur Max Bach war im KZ Bergen- Belsen umgekommen.

 

  1. Sep.  Die Leitung des Postamtes übernimmt Oberpostinspektor J. Hauke (1888-1977) (Born).

 

  1. Sep. Anweisung des Bürgermeisters an die Portland-Zementfabrik (St.-A. Nr. 269).

Zur Absicherung der Brennstoffversorgung wurde nach Rücksprache mit dem Landrat angeordnet, dass die Zementtransporter auf der Rückfahrt von Leipzig bzw. Zeitz aus der Brikettfabrik Deuben und die von Halle aus dem Geiseltal Brikett mitbringen und diese bei den Kohlehändlern Pabst, Koch und Graf (Lengefeld) abliefern sollten.

 

  1. Okt. Aufnahme des regulären Schulbetriebs an der städtischen Schule (Born)

 

  1. Okt. Anweisung des Landrats an die Schulverwaltung (priv).

Nachdem bereits in den 20er Jahren die Schule und die Reichsbahn Splitterflächen an Kleingärtner verpachtet hatte, wurde die Schulverwaltung angewiesen, den Bereich zwischen Bahndamm, Scheitbach und Saale der Stadt zu überlassen. Insgesamt wurden 172 Kleingärten parzelliert und Interessenten verpachtet.

 

  1. Okt. Erstattung der Kosten der französischen Kommandantur (BLK-A. Nr. 266)

 

  1. Okt. Wiederaufnahme des regulären Unterrichts in Schulpforte (Born).

Der Unterricht in der „Heimoberschule“ begann mit 29 Schülern und 3 als unbelastet eingestuften Lehrkräften. Zum kommissarischen Rektor wurde der bereits pensionierte Dr. Robert Pahncke ernannt.

 

15, Okt. Gründung der Ortsgruppe der LDP (LDZ 1970)

 

  1. Okt. Anordnung des Landrates (St.-A. Nr. 277).

Für die Unterbringung weiterer Umsiedler sollte die Hälfte der Hotels, Pensionen und Gastwirtschaften bereit gestellt werden. Dabei sollten in erster Linie die Häuser beschlagnahmt werden, deren Inhaber ehemalige Mitglieder der NSDAP oder einer ihrer Gliederungen waren.

 

  1. Okt. Anordnung zur Nachtentladung von Bahnwaggons (St.-A. Nr. 269)

Zur effektiveren Ausnutzung des eingeschränkten Transportraumes der Bahn erfolgte diese Anordnung seitens der SMA. Die Zementwerke, die Mühle, die Käthe-Kruse Werkstätten, die DREIKA-Werke, Fa. Koch und W. Pabst beantragten Ausweispapiere für die Ladekolonnen, da immer noch eine nächtliche Ausgangssperre bestand.

 

  1. Okt. Antrag des Bürgermeisters beim Landrat (St.-A. Nr. 269)

Am Bahnhof sollten aus den umliegenden Dörfern und Ökonomien rund 50 bis 60.000 Zentner Zuckerüben von der Fa. Koch verladen werden. Um die Anfuhr und den Einsatz der Verladekolonnen für die von der bahn bereitgestellten Waggons zu koordinieren und weil die Telefonverbindungen fehlten, beantragte der Bürgermeister die Freigabe des Betriebs-PKW bis zum Ende der Kampagne.

 

  1. Okt. Verpflichtung städtischer Beigeordneten (St.-A.).

Ernannt wurden P. Hein, E. Heilmann, H. Firchau und G. Oelze.

 

  1. Okt. Demontage des Kraus`schen Holzwerks (St.-A)

In einem Schreiben des Vorsitzende der Ortsgruppe der SED vom 29. 6. 46 an die SED Kreisleitung wurde dieser Termin genannt

 

  1. Okt. Bericht des Obersteuerinspektors Trotsch (St.-A. Nr. 277).

Dieser hatte den Auftrag, dass Eigentum der NSDAP und der Heeresverwaltung zu erfassen. Dazu gehörten die Gauschule der NSV mit der Verwalterwohnung, das NSV-Mütterhaus und das Kindergärtnerinnenseminar mit dem Kameradschaftshaus. Der Heeresverwaltung gehörten die vier Baracken auf dem Gelände der DREIKA Werke. Außerdem lagerten in der Portland-Zementfabrik Nitrofarben im Wert von 100.000 RM.

 

  1. Nov. Erlass zur Erhebung einer „Wohnungsbauabgabe“ (St.-A).

Für jede abgeschlossene Wohnung musste eine einmalige Abgabe in Höhe der monatlichen Miete bzw. des Nutzungswertes an die Kasse der Provinzialverwaltung abgeführt werden. Ausgenommen waren Kleinrentner, Fürsorgeempfänger und Inhaber eines VVN-Ausweises. Das betraf 417 Haushalte in Privathäusern und 61 Haushalte in städtischen Häusern. Dazu kamen die Haushalte in Schulpforte, Fränkenau und Kukulau sowie 74 Haushalte in Lengefeld. Insgesamt kamen so rund 40.000 RM zusammen.

 

  1. Nov. Gemeinsame Feier der SPD und KPD- Ortsgruppe anlässlich der Oktoberevolution.

Im „Kurgarten“ sprachen sich Redner beider Parteien für einen Zusammenschluss aus.

 

  1. Nov. Vollzugsmeldung des Bürgermeisters zur Anordnung v. 19. 10. (St.-A. Nr. 277).

Statt der Hälfte der 46 Beherbergungsbetriebe wurde für 16 die Schließung angeordnet. Das betraf die Gasthöfe Erholung, Lindenhof, Bismarck, die Fremdenheime von Bauer, Muschalla, Deckert, Lutze und Opel, die Pensionen von Lang, Bärmig, Opolka, Petzold, Rossner, Scheffler, Flugel und Geisler. Ohnehin geschlossen waren Salzmann, Brudehl, die Katze und die Wilhelmsburg. Die Inhaber protestierten gegen die Verfügung und einige versuchten ihren Parteieintritt mit äußeren Zwang zu begründen.  

 

  1. Dez. Meldung über die Beschlagnahme von Privatvermögen (St.-A. Nr. 277, 469).

Die Bankguthaben und sonstigen Vermögensgegenstände der verhafteten Ortsleiter der NSDAP und der SS wurde auf Anordnung der SMA (Befehle 124 u. 126) beschlagnahmt. Das betraf die Ortsgruppenleiter Saalborn und Möhring (Lengefeld), den stv. Ortsgruppenleiters von Lengefeld O. Jauch, die Zellenleiter H. Becker, H. Axthelm, K. Timler und Engelhardt, die SS-Männer W. Dennhardt und H. Burkhardt sowie die Amtsleiter Kurt Zedel (NSV) und Lämmer.

 

  1. Dez. Mitteilung des Bürgermeisters an das Hotel Apel (BLK-A. Nr. 266).

Für den Zeitraum vom 10. Juli bis 11. September machte die Besitzerin einen Einnahmeausfall in Höhe von fast 5.000 RM geltend. Der Bürgermeister verlangte eine Kostenermittlung nach dem Reichsgesetz für das Beherbergungsgewerbe von 1941. Die überarbeitete Zusammenstellung belief sich auf 4.500 RM.  

 

  1. Dez. Kontrolle des Durchgangslagers in der „Katze“ (BLK-A. Nr. 651)

Nach der Ankündigung weiterer Umsiedlertransporte besichtigten Frl. Vonberg von der Umsiedlerfürsorgestelle und Gertrud Mann vom Lagerausschuss das Objekt. Hier standen 50 Bettstellen mit Strohsäcken und Decken (70 Plätze waren im Notfall möglich). Ein Ofen im Schlafsaal war vorhanden, jedoch kein Heizmaterial. Zum Schutz vor Kälte sollte jedes zweite Fenster mit Sperrholzplatten verschlossen, die übrigen Fenster repariert werden. Als Tagesverpflegung war vorgesehen: Frühstück 1 Teller Suppe mit 2 Schnitten Brot, Mittag 1 Teller Eintopf, Abendessen 1 Teller Suppe mit 2 Schnitten (insgesamt 300 Gramm Brot pro Person). Dazu sollte möglichst noch ein heißes Getränk ausgegeben werden. Bei voller Belegung wären eine Hilfskraft für die Reinigung sowie eine Schwester erforderlich. Für die ärztliche Betreuung war Dr. Bucke vorgesehen.                  

 

  1. Dez. Entscheidung des Antifa-Ausschusses zu Dr. Blenkle (St.-A. Nr. 469)

Als sein PKW beschlagnahmt wurde, hatte er sich darüber beschwert. Daraufhin wurde ihm wegen seiner Tätigkeit als Arzt für den SA-Standort und Militärmusterungsarzt die Konzession entzogen.

 

  1. Dez. Anweisung des Landrates an den Leiter des Kulturamtes (St.-A. Nr. 469)

Nach der Ablehnung seitens des Antifa-Ortsausschusses wurde Konrad Bauszus die Konzession für seinen Filmverleih entzogen.  

 

            Gewerbegenehmigung für die Schuhmachermeister Pfeiffer und Krampe (St.-A.).

 

  1. Dez. Erstes offizielles Fußballspiel auf dem Sportplatz am Gradierwerk (Born).

 

  1. Dez. Anweisung an alle örtlichen Lebensmittelbetriebe (St.-A).

Angeordnet wurde eine Stichtagserfassung aller Nahrungsmittelbestände in Betrieben und Einrichtungen, die diese   herstellten, einlagerten, verarbeiteten oder damit handelten.

 

1946                                                         

 

  1. Jan. Bekanntmachung der Umsiedlerfürsorgestelle (BLK-A. Nr. 651)

Für die Evakuierten aus dem Rheinland wurde ein Sonderzug (15 Personen- und 5 Gepäckwagen) bereitgestellt. Verladung ab 12 Uhr, Abfahrt 17.40 Uhr. Die Fahrkarte bis Weißenfels kostete 1,70 RM. Lebensmittelkarten sollten am Vortag Ernährungsamt empfangen werden.  

 

  1. Jan. Das Durchgangslager „Zur Katze“ wird desinfiziert (BLK-A. Nr. 651)

 

  1. Jan. Entschädigungsanspruch der Frau von Ehrenberg (BLK-A. Nr. 706).

Für die Beseitigung der Schäden während der Beschlagnahme von Amerikanern und Russen verlangte sie 578 RM.

 

  1. Jan. Anfrage der Umsiedlerfürsorgestelle beim Bürgermeister (BLK-A. Nr. 651).

Nachgefragt wurde nach Zeit und Kosten für die Wiederherstellung der „Entlausungsanlage“ im „Mutigen Ritter“

 

  1. Jan. Schreiben des Bürgermeisters an Anna Kraus (St.-A. Nr. 277).

Dieser teilte der Mutter des Inhabers der Holzwerkes mit, dass auch das Wohnhaus auf Anordnung der Provinzialverwaltung beschlagnahmt wurde und sie bis zum 17. Januar 12 Uhr ihre Wohnung verlassen muss. Mitnehmen durfte sie nur persönliche Dinge wie Kleidung, Bettwäsche und Betten. Sie sollte den Kreis Weißenfels verlassen und sich im Kreis Delitzsch melden. Dagegen erhob sie Widerspruch beim Landrat.

 

  1. Jan. Freistellungsgenehmigung für Wohnraum durch die Fürsorgestelle (BLK-A. Nr. 651).

Der Eigentümer der Saalstraße 28, Edelmann, erhielt die Genehmigung, ein kleines Zimmer an Kurgäste zu vermieten. In Anbetracht der Wohnungsknappheit mussten schon triftige Gründe vorliegen oder gute Beziehungen zur Verwaltung bestehen. In diesem Fall berief sich der Eigentümer auf wirtschaftliche Not, die durch die Einnahme aus Vermietung gelindert werden sollte.

 

  1. Jan. Antrag auf Überprüfung des Wirts der Bahnhofsgaststätte (St.-A. Nr. 469)

Die Personalvertretung hatte bei der RBD Erfurt die Untersuchung von Karl Nuschke beantragt.

 

  1. Feb. Anschreiben an die Ortsgruppen der zugelassenen Parteien (St.-A.)

Der Bürgermeister bat die Ortsgruppen, Mitglieder für die provisorische Stadtverordneten-versammlung zu benennen. Die SPD meldete am 12. Februar E. Heilmann, A. Bobach, E. Timler und P. Müller. Die LDP meldete am 20. Februar den Spediteur W. Pabst, Stud.-Rat Dr. Rühert, Friseurmeister K. Schauer und den ehemaligen Bürgermeister M. Schuster. Am 8. April meldete die KPD W. Mohring, F. Müller, L. Erler und W. Hofemeister.

 

  1. Feb. Aufforderung der „Westevakuierten“ (BLK-A. Nr. 651).

Um die „letzte Gelegenheit“ zur Ausreise aus der sowjetischen Besatzungszone zu nutzen, sollten sich die Evakuierten bis zum 14. Februar im Sammellager Groß-Örner bei Hettstedt einfinden. Mitnehmen durften sie nur das persönliche Handgepäck. Dabei wurde darauf hingewiesen, dass ab dem 15. Februar die Grenzen der Besatzungszonen geschlossen würden.

 

  1. Feb. Aufhebung der Sperre des „Lindenhofs“ (St.-A. Nr. 277)

Der Antrag von Pauline Wallrodt auf Weiterführung wurde befürwortet und der Kreiskommandant der SMA hob hatte die Verfügung vom 19. 10. 1945 auf.

 

  1. Feb. Verhandlung zur politischen Tätigkeit des Gastwirts Franz Tränkner (St.-A. Nr. 469)

Der erklärte, dass er nur in die NSDAP eingetreten sei, weil ihm in Aussicht gestellt wurde, dass die „Katze“ NS-Parteilokal werden könne. Darüber hinaus habe er am Nürnberger Parteitag teilgenommen, sich aber sonst nicht weiter betätigt.

 

  1. Feb. Antrag der Personalvertretung des Bahnhofs an den Antifa-Ausschuss (St.-A. Nr. 469)

Die 50köpfige Belegschaft beantragte, den Vorsitzenden ihrer Personalvertretung und KPD-Mann Ernst Schubert in den Antifa-Ausschuss aufzunehmen. Darüber hinaus wurde den hier tätigen Bediensteten, darunter auch ehemalige Parteigenossen die politische Unbedenklichkeit bescheinigt.

 

  1. Feb. Bescheinigung des Bürgermeisters für den Fleischermeister Schache (St.-A. Nr. 277)

Ernst Schache hatte im August 1945 seinem Schwiegervater Ernst Timler die Fleischerei in der Schmettaustraße für 7.500 RM abgekauft. Der Bürgermeister hatte keine Bedenken, weil Schache kein NSDAP-Mitglied war und der Vertrag noch vor der Verhaftung Timlers im Oktober 1945 geschlossen wurde. Zudem würde die Übernahme und Weiterführung von der Bevölkerung begrüßt.

 

  1. Feb. Mitteilung über den Abtransport (BLK-A. Nr. 651)

Es hatten sich nur noch 13 Evakuierte gemeldet, für die die Umsiedlerfürsorgestelle die Fahrkosten nach Hettstedt übernahm.

 

  1. Feb. Aufnahme des Paketverkehrs durch die Deutsche Post (Born)

 

  1. Feb. Das Durchgangslager in der „Katze“ wird aufgelöst.

 

  1. Feb. Beschlagnahme von privaten Telefonanschlüssen (ST.-A. Nr. 469)

Betroffen waren ehemalige NSDAP-Mitgliedern (Zweigler, Bauszus, Leideck, Zippließ, Priegnitz, Dr. Berger, Roßner , Bauer) aber auch Parteilose (Seyffarth, Hertel, Salzmann).

 

  1. Feb. Gründung der Ortsgruppe der CDU (St.-A. Nr. 469)

Der Vorsitzende meldete am 11. April den Bäckermeister I. Hürland, den Steuerinspektor Wieczorek, den Betriebsleiter der Mühle E. Zorn und als einzige Partei eine Frau, die Musiklehrerin Frl. Hensler zur Gemeinderatswahl.

 

  1. Feb. Sequestrierung der Wehrmachtsbaracken (BLK-A. Nr. 723)

Auf Befehl Nr. 58 der SMA wurde der Bürgermeister angewiesen, die 4 Baracken auf dem Betriebsgelände der DREIKA Werke zu sichern und wenn möglich an Interessenten zu vermieten.

 

  1. Feb. Genehmigung des Bürgermeisters (St.-A. Nr. 277).  

Inzwischen war absehbar, dass mit einer Wiedereröffnung der Kureinrichtungen zu rechnen war und sich Anfragen nach Unterkünften häuften. Da auch von Seiten der Provinzialverwaltung und der SMA keine Einwände erfolgten, erhielten nicht nur Muschallas die Genehmigung im Haus   „Griseldis“ an Badegäste zu vermieten, sondern auch Opel, Rossner, Bärmig, Lutze und Petzold. Allerdings unter der Maßgabe, dass dadurch die Unterbringung der hier wohnenden Umsiedler und Flüchtlinge nicht eingeschränkt wird.

 

  1. Mär. Beschlagnahme des Grundstücks „An der Brücke“ 4 (BLK-A. Nr. 706).

Bis zum August wurde hier ein „Russenmagazin“ eingerichtet. Der Besitzer Friseurmeister und Zahntechniker Ramdohr machte 300 RM Schadenersatz geltend.

 

  1. Mär. Eröffnung des Kinderkurheimes von Dr. Klemm (St.-A)

Eine Anfrage der Zentralverwaltung für das Gesundheitswesen in der SBZ über die Möglichkeit, Plätze in Kindersanatorien bereitzustellen, wurde von der Stadtverwaltung bejaht und Dr. Klemm erhielt umgehend die Genehmigung, das Kinderheim wieder zu eröffnen Allerdings fehlte es an Heizmaterial, weshalb man auf Selbsthilfe verwies.

 

  1. Mär. Anweisung des Bürgermeisters an die Kämmereikasse (BLK-A. Nr. 706)

Huster erhält von seinem Verwahrkonto nach Abzug der Steuern über 6000 RM ausgezahlt.

 

  1. Mär. Erste gemeinsame Mitgliederversammlung von SPD und KPD (Nbg. KZ. 1976, Born).

 

  1. Mär. Öffentliche Auslegung des Aufteilungsplanes zur Bodenreform (Born).

Die Gemeindebodenkommission hatte die landwirtschaftlichen der Domänen Fränkenau (R. Kitzing), Kukulau (Dr. Wolter), das Rittergut Stendorf (Frh. v. Feilitzsch) sowie das Rittergut Kreipitzsch (W. v. Schönberg) in Einzellose mit der empfohlenen Fläche aufgeteilt.

 

  1. Mär. Annahme des Aufteilungsplanes bei einer Versammlung (Born).

Die Anwesenden stimmten geschlossen für den Plan. Somit wurden in Kukulau 21 Neubauernwirtschaften (8 Landarbeiter, 12 Umsiedler, 1 Landerwerber), in Fränkenau 17 (8 Landarbeiter, 9 Umsiedler), in Stendorf 16 (6 Landarbeiter, 10 Umsiedler) eingerichtet. Die VdgB (Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe) erhielt in Kukulau 26 ha Land. Die landwirtschaftlich nicht nutzbaren Flächen der Burg Saaleck und der Rudelsburg kamen an die Stadt.

 

  1. Mär. Genehmigung des Gemeindekirchenrates (St.-A. Nr. 469)

Auf Antrag des Antifa-Blocks betreffend der Gräber der Märzgefallenen (Quartier 1, Reihe 9 Nr. 12-16) wurde die Erneuerung der Einfassung und die Belegung mit Steinplatten sowie die Verlängerung der Liegezeit genehmigt.

 

  1. Mär. Aufstellung von Straßenvertrauensmännern (St.-A. Nr. 469)

Die Ortsparteigruppen wurden aufgefordert, jeweils 20 bis 25 Mitglieder vorzuschlagen.

 

  1. Mär. Belegungsmeldung des Durchgangslager im NSV-Mütterheim (BLK-A. Nr. 651)

 

  1. Mär. Befehl der SMA zum Abtransport von „Westevakuierten“ (BLK-A. Nr. 651)

Bis zum 01. April sollten sich alle noch in der Provinz Sachsen aufhaltenden Evakuierten in Sammellagern zum Abtransport einfinden. Sammelstellen waren das Lager Coswig – französische Zone, das Lager Rottleberode – englische Zone und das Lager Kölleda – amerikanische Zone. Es wurde darauf hingewiesen, dass sich nur diejenigen dort einzufinden haben, die nachweislich bei Kriegsende ihren Wohnsitz in einer der Westzonen hatten..

 

  1. Mär. Antrag des Bürgermeisters (St.-A. Nr. 277).

Der Bäcker Salzmann, hatte nach der Rückkehr aus der Gefangenschaft die Genehmigung zur Wiedereröffnung seiner Bäckerei in der Borlachstraße beantragt. Der Bürgermeister stimmte im Interesse der Stadt zu und beantragte seinerseits beim Landrat und beim Innungsobermeister die Zuteilung von Zucker und Mehl.

 

  1. Apr. Antrag auf Parteiausschluss von Max Schuster (St.-A. Nr. 469)

Die KPD-Ortsgruppe beschwerte sich beim Landrat über den ehemaligen Bürgermeister wegen undemokratischen Verhaltens. Dieser hatte den Arbeiter Hugo Peters wegen einer Nichtigkeit beim   Schulförster angezeigt. Dabei wurde auch auf die Bemühungen Schusters um Aufnahme in die NSDAP hingewiesen. Die LDP wurde aufgefordert Schuster aus der Partei auszuschließen.

 

  1. Apr. Beschlagnahme des Betriebsgeländes von Karl Kotte (BLK-A. Nr. 706)

 

  1. Apr. Mittagstisch für Kinder bedürftiger Familien (BLK-A. Nr. 651)

Die Umsiedlerfürsorgestelle suchte Familien und Unternehmen, die den Kindern eine regelmäßige warme   Mittagsmahlzeit ermöglichten. In diesem Fall durften sich alle drei Kinder der Familie Hoppe, die in den Baracken hinter der Wurstfabrik hausten, vier Wochen lang Punkt 12.30 Uhr im Hotel Apel, im Kurgarten und beim Fleischer Kathe zum Mittagessen einfinden.

 

  1. Apr. Anschreiben der Umsiedlerfürsorgestelle an den Umsiedlerausschuss (BLK-A. Nr. 651)

Die Genehmigung wieder „freien“ Wohnraum an Kurgäste zu vermieten, hatte dazu geführt, dass einige Vermieter den bei ihnen eingewiesenen Umsiedlern gekündigt hatten. Daher forderte die Fürsorgestelle den Ausschuss auf, für die Bereitstellung anderer Wohnungen zu sorgen.  

 

  1. Apr. Liste der NS Aktivsten (St.-A).

Als NS-Aktivisten galten diejenigen, die vor 1933 in die Partei eingetreten waren. Das betraf 58 Einwohner, die gesondert auf Unbedenklichkeit geprüft wurden.

 

  1. Apr. Wohnungseinweisungsschein der Fürsorgestelle (BLK-A. Nr. 651)

Die im BUBIAG-Heim untergebrachten Umsiedler wurden ausquartiert, weil die Rote Armee das Lazarett aus dem „Mutigen Ritter“ hierher verlegen wollte.

 

  1. Apr. Überprüfung der Wohnungsbelegung (BLK-A. Nr. 651).

Nach einer Meldung über mögliche Unterbelegung von Wohnraum, wurde der stv. Bürgermeister von der Fürsorgestelle angewiesen, die Wohnungen Frankfurther in der Kukulauer Straße und vom Kapitän Schmidt in der Neuen Straße zu kontrollieren.

 

  1. Apr. Befehl zum Arbeitseinsatz im Ammoniakwerk Merseburg (St.-A.).

66 unverheiratete junge Frauen wurden schriftliche angewiesen, sich in Arbeitskleidung am Bahnhof einfinden. Bei Nichterscheinen wurden polizeiliche Zuführung und Bestrafung angedroht.

 

  1. Mai Gemeinsame Maifeier der Ortsgruppen von KPD und SPD .

Auf der ersten gemeinsamen Mitgliederversammlung wurde hier die Vereinigung vollzogen und P. Müller (SPD) zum Vorsitzenden gewählt.

 

  1. Mai Gewerbeantrag des Chinesen Yuen Mai Shen (St.-A. 469)

Die Eröffnung eines Geschäftes in der Parkstraße 1 lehnte der Antifa-Ausschuss ab.

 

  1. Mai Mitteilung des Bürgermeisters an die Ortsvorstände der Parteien (St.-A.)

Weil ein Termin für die Gemeinderatswahlen bislang noch nicht festgelegt wurde, sollten die von den Ortsgruppen benannten Mitglieder zunächst in einem beratenden Ausschuss tätig werden.

 

  1. Mai Nachfrage der Fürsorgestelle bei der Oberförsterei von Pforte (BLK-A. Nr. 651).

Jeder der 450 Umsiedlerhaushalte sollte 1 Festmeter Holz bis zur nächsten Heizperiode erhalten. Bislang waren jedoch nur 90 Festmeter zur Verteilung angeliefert worden. Oberförster Kölling teilte mit, dass mit Auflösung der Stiftung der Einschlag eingestellt wurde und das bereits geschlagene Holz an die Neubauern verteilt wurde.

 

  1. Mai Wiedereröffnung des Hotels „Mutiger Ritter“ (Freiheit, St.-A. Nr. 380).

Nach der Verlegung des Lazaretts in die BUBIAG hatte Huster die gröbsten Schäden beseitigen lassen und begrüßte zahlreiche Gäste anlässlich der ersten Kursaisoneröffnung nach dem Krieg. Doch das Publikum entsprach so gar nicht einem „Bad der Schaffenden“ denn „alles was in Sachsen und Thüringen Rang und Namen hatte, erschien im Smoking und Abendkleid, um bei dezenter Tanzmusik auf weichen Teppichen zu wandeln“, bemerkte der Redakteur.

 

  1. Mai Antrag der Stadt auf Übernahme der NSV- Immobilien (St.-A. Nr. 277)

Die sequestrierten Objekte wurden von der Provinzialverwaltung treuhänderisch verwaltet. Diese hatte der Stadt die Unterbringung von Umsiedlern im ehemaligen NSV Müttergenesungsheim und die Einrichtung einer Volksküche in der ehemaligen Gauschule gestattet. Die Stadt beantragte nun die Übernahme des Kindergärtnerinnenseminars für Umsiedler, um deren bisherige Wohnungen wieder an Badegäste zu vermieten.

 

  1. Mai Paul Bernhard erhält eine Gewerbegenehmigung (St.-A., PeBe-Archiv).

Neben seinem Ingenieurbüro bekam er die Genehmigung zum Handel mit Maschinen, Werkzeugen und feinmechanischen Artikeln und der Produktion von Bedarfsgütern aus Metall und Kunststoff. Dafür mietete er eine der Wehrmachtsbaracken und stellte zunächst 8 Mitarbeiter ein..

 

  1. Mai Vermietungsgenehmigung (priv).

Die Eigentümerin des Grundstückes Fr. Ebert Straße 23 und bei der Stadt angestellt, hatte ebenfalls die Genehmigung zur Vermietung an Badegäste beantragt und dabei angegeben, dass ihre Familie von den Nazis verfolgt wurde. Zwar waren ihre Eltern inhaftiert und zu Zuchthausstrafen verurteilt worden, doch weder aus politischen noch rassistischen Gründen, sondern wegen Wirtschaftsvergehen. Doch diese Angaben genügten, die in ihrem Elternhaus eingewiesenen Umsiedlerfamilien auszuquartieren und ihr die Konzession zu erteilen. Das wurde 5 Jahre später in der Freiheit v. 01. Sept. 1951 scharf kritisiert.  

 

  1. Mai Entnazifizierung von Dr. Blenkle (St.-A. Nr. 469)

Dr. Blenkle (Jg. 1887) war zwar am 01. Mai 1933 in die NSDAP eingetreten aber am 20. Okt. 1934 wieder ausgetreten. Vor dem Bürgermeister und dem Ortspolizisten bezeugten 17 Personen seine politische Unbedenklichkeit. Damit galt er als unbelastet und durfte wieder praktizieren.

 

  1. Mai Anweisung des Kulturbeauftragten der Stadt. (St.-A. Nr. 335).

Die Straßenvertrauensmänner wurden angewiesen alle im Privatbesitz befindlichen Schallplatten mit nationalsozialistischen und militärischen Inhalten einzuziehen und bei der Stadtverwaltung abzuliefern. Insgesamt kamen 41 Stück zusammen.

 

  1. Mai Erste Nachkriegskursaison (Born).

Zunächst überwogen noch die Privatpatienten, doch die Anzahl von Kassenpatienten, die von den Landesversicherungsanstalten Sachsen, Thüringen und Berlin zugewiesen wurden, nahm stetig zu. Trotz der Wohnungsnot durfte wieder an Kurgäste vermietet werden, soweit die Wohnungszuweisungen nicht beeinträchtigt wurden. Problematisch blieb die Verpflegung, denn die zugeteilten Mengen waren zunächst noch für die Kernbevölkerung und die Umsiedler berechnet.

 

  1. Juni Das Gut in Schulpforte wird verstaatlicht (Born).

Rechtsträger nach der Enteignung der Stiftung und war nun die Provinzialverwaltung. Nach der Aufteilung der Domänen verblieben dem Gut rund 365 Hektar Land, davon waren 242 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche in der Saaleaue zwischen Kösen und Altenburg. Dazu kamen alle landwirtschaftlichen Zwecken dienenden Gebäude und Anlagen innerhalb der alten Klostermauern, sowie die Gärtnerei und die Brennerei mit einer Jahresproduktion von 725 Hektolitern Weingeist. Neben Schweinen und Rindern wurden Schafe gehalten, die wieder in der Schäferei neben dem Kurhotel eingestallt wurden.Obwohl nicht mehr ganz so zahlreich, sorgte die Haltung und die davon ausgehenden Belästigungen wieder für Unmut und Ärger. 80 Hektar Hangwald und Ödland zwischen Flemmingen, Kukulau und der Stadt behielt die Rote Armee. Dieses Gelände diente bis 1989 als Übungsplatz für die in Naumburg und Flemmingen stationierte sowjetische Garnison.

 

  1. Juni Anordnung des Nachrichtenoffiziers des SMA (St.-A. Nr. 469)

Im Anschlussbereich Kösen sollen private 60 Telefonanschlüsse gekappt werden. Der Antifa-Ausschuss hat die entsprechende Namensliste vorzulegen.

 

  1. Juni Anlieferung der Grenzsteine und Aufteilung des Großgrundbesitzes (Born).

Trotz allgemeinen Mangel, war die Beschaffung offensichtlich unproblematisch. Die Parzellen wurden abgemarkt und jeder Neubauer erhielt eine Besitzurkunde. Etlichen Neubauern wurden dann noch Bauplätze zugewiesen in Kukulau waren es12, in Fränkenau 9 und in Stendorf 3. Für den Bau der genormten Neubauernhäuser (Typ Torgau 9) durfte das Material der zum Abbruch freigegebenen Rittergüter und Domänenhöfe verwendet werden.

 

  1. Juni Suchanfrage nach Umsiedlern aus Haynau/Schlesien (BLK-A. Nr. 651)

Auf die Anfrage aus dem Lager Bergwitz wurde mitgeteilt, dass hier 24 Personen aus diesem Ort eingetroffen waren, darunter Helene Brendel, Anna Bergelt, Frieda Jüttner und Anna Kürschner.

 

     Juni Berichterstattung des Bürgermeisters (St.-A. Nr. 754)

Der informierte über die ab 1. Juli vom Landkreis angeordnete Eingemeindung von Lengefeld, Kreipitzsch und Schulpforte mit den Domänen Fränkenau und Kukulau. Außerdem erhielt Kösen den Status einer „Bezirksbürgermeisterei“ der die Dörfer Schellsitz, Groß-und Kleinjena, Roßbach, Altenburg, Flemmingen, Hassenhausen, Nieder-und Obermöllern, Pomnitz, Taugwitz, Poppel, Benndorf, Lißdorf, Rehehausen, Gernstedt, Saaleck, Kleinheringen und Rödigen angeschlossen waren. Die Verwaltung war nach der von der SMA angeordneten Entlassung von 9 Beamten und Angestellten wegen NSDAP-Zugehörigkeit nur eingeschränkt arbeitsfähig.

Zur Stabilisierung der Lebensmittelversorgung wurden alle Empfangsberechtigten in 6 Gruppen eingeteilt. Die in diesem Zusammenhang erlassenen Vorschriften seien zwingend, müssen genau beachtet und werden durch die SMA schärfstens kontrolliert. Auf Befehl Marschall Shukows sollten in den Städten frei Märkte eingerichtet werden, wo die Bauern das verkaufen könnten, was ihr Ablieferungssoll und den Eigenbedarf überstieg. Die Textil- und Schuhversorgung lag völlig am Boden. Wegen der Rohstofflage mussten Priorität gesetzt werden. Dabei wurden ehemalige politische Häftlinge bevorzugt, dann entlassene Wehrmachtsangehörige und werdende Müttern, soweit sie „fliegergeschädigt“ oder Flüchtlinge waren, dann kamen fliegergeschädigte Zivilisten, Flüchtlinge und Kinder. Die Kohlenversorgung konnte per Bahn nicht mehr abgesichert werden und mit LKW war es wegen der Treibstoffknappheit auch nicht mehr möglich die Bevorratung rechtzeitig zu gewährleisten. Erschwerend war der Ausfall der Gasversorgung, weil nun auch zur Essenbereitung Kohle und Holz verwendet wurden, die Anlagen des städtischen Wasser- und Elektrizitätswerkes waren marode. Der Umsiedlerfürsorgestelle, die sich im Hotel Salzmann eingerichtet hatte, war es gelungen, allen Westevakuierten die Rückkehr in die Heimat zu ermöglichen. Dafür waren 2.280 Umsiedler aus der Tschechoslowakei hierher gekommen. Hinsichtlich des Badebetriebes bemerkte Langrock, dass man wegen der Sperrung der Westzonen mit einer höheren Nachfrage rechnen muss, der man nachkommen sollte und gleichzeitig darauf zu achten habe, dass man ein „Bad der Schaffenden“ werden sollte. Mit Aufnahme des Schulbetriebes wurde auch die Schulspeisung eingeführt. Die Bodenreform in den Domänen und Rittergütern verlief planmäßig und durch die Eingemeindung wären 2 Landwirte aus Lengefeld zu den ortsansässigen Landwirten (Petzold, Strzoda) gekommen. Auch die Übergabe von 10 Hektar an Kleingärtner erwähnte Langrock..        

 

  1. Juni Resolution der demokratischen Parteien und des Antifa-Blocks (St.-A. Nr. 469)  

„Wir stehen voll und ganz hinter der Enteignungs-Aktion und haben die Absicht, durch entsprechenden Aushang und Propaganda unter der Einwohnerschaft für die Enteignung der Naziverbrecher zu werben“

 

  1. Juni Meldung zum sequestrierten Holzwerk (St.-A. Nr. 469)

Auf Anfrage meldete der Bürgermeister, dass der Betrieb enteignet und demontiert wurde, weil er seit 1937 als Wehrmachtsbetrieb I a galt. Der Eigentümer Kraus hätte ca. 25 Arbeiter denunziert, worauf diese in ein KZ kamen. Auch die ausländischen Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene wären schlecht untergebracht und verpflegt sowie mißhandelt worden, wie Zeugen berichteten.

 

  1. Juli Beschlagnahme des Kurhotels (BLK-A. Nr. 267).

„Stellen Sie das Hotel des Herrn Huster für ein russisches Hospital zur Verfügung und übergeben Sie ihm andere Räume“ lautete kurz und bündig der Befehl den der Bürgermeister vom Militärkommandanten Oberstleutnant Nestujew bekam und noch am gleichen Tag an Huster weiterleitete. Warum das Kurhotel erst freigegeben und kurz darauf wieder beschlagnahmt wurde, ist unklar.

 

  1. Juli Antrag des Bürgermeisters zur Gründung des Kulturbundes (St.-A. Nr. 337).

Der Kulturbund zur demokratischen Erneuerung“ sollte sich der Volksbildung auf geistig-kulturellen und musischen Gebiet im antifaschistisch-demokratischen Sinn widmen. Neben politischer Information wurden auch zahlreiche und gut besuchte Veranstaltungen, Theatervorführungen, Dichterlesungen u.a. veranstaltet.

 

  1. Juli Konzessionierung der Bäckerei Giesecke (St.-A. 469)

Giesecke jun. Wurde die Gewerbegenehmigung entzogen, weil er als aktiver Nazi eingestuft wurde. Der Antifa-Ausschuss empfahl, die Bäckerei einem Antifaschisten zu verpachten oder mit anderen ortsansässigen Bäckern (Bischof, Bobach) über eine Übernahme zu verhandeln. Daraufhin erklärte Giesecke senior, dass er die Bäckerei selbst übernehmen will und die Aufhebung seines Ruhestandes bei der Handwerkskammer beantragt habe.

 

  1. Juli Beschlagnahme von Wohnraum in der Borlachstraße 50 (BLK-A. Nr. 651)

Weil der Eigentümer bei der Wohnraumerfassung falsche Angaben gemacht hatte, wurde ein Zimmer samt Mobiliar beschlagnahmt und eine Frau mit Kind eingewiesen.

 

  1. Juli Einführung der beratenden Stadtausschüsse (St.-A. Nr. 337)

Lt. Verfügung v. 25. Juni sollte zur „weiteren Demokratisierung der Verwaltung“ in jeder Stadt ein Ausschuss aus Vertretern der zugelassenen Parteien und Massenorganisation gebildet werden, der die erforderlichen Maßnahmen beschließen und deren Erfüllung durch die Verwaltung kontrollieren sollte. Bedingungen waren, mindestens 23 Jahre alt (auch bei der FDJ), seit einem halben Jahr hier wohnhaft und kein Mitglied der NSDAP oder deren Gliederungen. Nominiert wurden: Bohning, Bobach, Timler, Erler (SED), Ketterer, Schuster, Schauer, Pabst (LDP), Hürland, Hensler, Heckenberg, Wieczorek (CDU), Fr. Müller, P. Müller, Kaun, Hartmann (FDGB), J. Braune (FDJ), G. Mann (Frauenausschuss), Hertel (VdgB) und Dr. R. Pahnke (Einwohnerschaft). Die VdgB (Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe) sollte für Neu-, Klein und Mittelbauern die Bereitstellung von Saatgut, Hilfe bei Aussaat und Ernte sowie der Einlagerung unterstützen. Darüber hinaus war sie für die Kontrolle des Ablieferungsolls zuständig.

 

  1. Juli Einrichtung einer Apotheke für das Hospital (BLK-A. Nr. 706)

Dazu wurde eine Wohnung in der Kukulauer Straße 1 beschlagnahmt. Die Hauseigentümerin E. Kleinau berechnete für die Zeit vom 1.7. 46 bis 30. 04. 47 450 RM Miete.

 

  1. Juli Überprüfung der politischen Zuverlässigkeit der Lehrer (St.-A. Nr. 469)

Das betraf Conrad, Haubold, Noack, Wenzely und Frl. Thiersch.

 

  1. Juli K. Huster pachtet den „Böttnerhof“ in Saaleck (St.-A).

Nach der Beschlagnahme des „Mutigen Ritters“ verhandelte Huster nach Rücksprache mit dem Landrat mit dem Verein „Stätte zur Pflege berufsständiger Gemeinschaftsarbeit im Gartenbau e.V.“ Berlin-Charlottenburg über die ehemaligen Saalecker Werkstätten, obwohl bekannt war, dass der Verein kurz vor der Auflösung stand. Huster wollte hier ein Gästehaus für den Kulturbund einzurichten und wurde dabei vom Landrat unterstützt.

 

  1. Juli Schreiben Husters an den Bürgermeister (BLK-A. Nr. 267).

Huster hatte für seine Einrichtungsgegenstände aus dem „Mutigen Ritter“, die die Rote Armee nicht beschlagnahmte, Räume im Haus „Griseldis“ und in der „Katze“ gemietet. Die Miete wollte   Huster von der Stadt erstattet haben, weil ihm lt. Befehl „andere Räume zur Verfügung“ gestellt werden sollten. Das lehnte die Stadt ab.

 

  1. Juli Weiterleitung von Ersatzansprüchen aus Besatzungsschaden (BLK-A. Nr. 267).

Huster hatte den finanziellen Ausfall seines Hotels nach der Preisverordnung des Reichsreisegesetzes berechnet und vom Kommandeur des Lazaretts bestätigen lassen. Der Bürgermeister leitete den Antrag dem Landkreis weiter.

 

  1. Juli Verfügung zur Neuordnung des Vereinswesens (St.-A. Nr. 277).

Während der Kleingartenverein bestehen blieb, sollten die Schützengesellschaft 1832 und das Bürgerschützenkorps aufgelöst und deren Vermögen eingezogen werden.

 

  1. Aug. Beschlagnahme der BUBIAG (BLK-A. Nr. 825).

Die Rote Armee hatte entschieden, das Lazarett aus dem „Mutigen Ritter“ hierher zu verlegen.

 

  1. Aug. Erstes Konzert der Kurkapelle (LDZ 1966)

Kapellmeister Kurt Dechandt hatte am 30. Juli mit 10 Musikern erstmals geprobt und am 1. August wurde die Kapelle zugelassen.

 

  1. Sep. Schreiben des Bürgermeisters an den Vorstand der BUBIAG (BLK-A. Nr. 825)

Die Braunkohlen und Brikett AG, Eigentümer des Kinderheims hatte schriftlich angefragt, ob eine Belegung mit Kindern wieder möglich sei. Der Bürgermeister teilte mit, dass die russische Kommandantur das Heim beschlagnahmt habe. Er sei angewiesen worden, einige Handwerker mit den von den Sowjets gewünschten Umbaute zu beauftragen. Dem sei er nachgekommen und inzwischen lagen auch die Rechnungen der Handwerker (Kühnl, Weber, Flint, Tänzer, Fiedler, Lietz, Weinseis, Mende , Thieme) vor. Die Bezahlung müsste allerdings von der BUBIAG als Eigentümerin erfolgen, die es dann als Besatzungskosten wieder zurück fordern könnten.

 

  1. Sep. Veröffentlichung des Wahlprogramms der SED (Freiheit).

Von den 10 Punkten stand an erster Stelle die Ansiedlung geeigneter Industrieunternehmen, gefolgt von der Schaffung von Siedlungsgelände, Hilfeleistung für Umsiedler, Verbesserung der Ver- und Entsorgungsanlagen, Förderung der Neubauern, Verbesserung des kulturellen Angebotes und der Hausbrandversorgung, die Schulreform, die Volksküche, die Schulspeisung und als letztes die Hebung des Kurbetriebes. Dabei sollte ab 1947 die Losung „Bad Kösen muß ein Bad aller Schaffenden werden“ schrittweise umgesetzt und somit die Tradition als Heilbad, wenn auch unter anderen Vorzeichen, bewahrt werden.

 

     Sep. Letzte öffentliche Sitzung der „Beratenden Versammlung“ (Freiheit).

Vor der Wahl gab Bürgermeister Langrock den Rechenschaftsbericht. Im Vordergrund stand die Betreuung für Sozial- und Kleinrentnern, Umsiedlern, Angehörigen und Hinterbliebenen von Kriegsopfern und -gefangenen und in die Vorbeugung von Seuchen. In der abgelaufenen Saison wurden 2.662 Kurgäste und 439 erholungssuchende Kinder registriert, dazu kamen noch 5.231 Passanten. Nach der Statistik (BLK-A. Nr. 820) wurden 9.700 Unipolar-Inhalationen, 18.800 Körting-Inhalationen und 8.567 Anwendungen in den pneumatischen Kammer abgegeben. Um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden, sollte der Kurbetrieb bis November verlängert werden und wenn es die Witterung zulassen würde, im Februar wieder beginnen. Alle Anstrengungen sollten unternommen werden, um weitere Unterkünfte für Badegäste zu gewinnen.  

 

  1. Sep.   Gemeinderatswahl (St.-A.)

Die SED hatte E. Langrock, P. Müller, P. Hein und Ch. Vonberg, die LDP M. Schuster, K. Schauer, G. Oelze, F. Ketterer und die CDU I. Hürland, P. Grabo, P. Wieczorek und Fr. Heckenberg aufgestellt. Die SED erhielt 1.277 Stimmen, die LDP 1.260 und die CDU 1.017. Die ehemaligen Mitglieder der NSDAP durften nicht wählen.

 

  1. Sep. Abrechnung des verkauften Heeresguts (St.-A. Nr. 277)

Verkauft wurden aus den hiesigen Beständen Regale, Planen, Schreibmaterial und Kanister. Dabei wurden insgesamt 51.000 RM eingenommen.

 

  1. Sep. Sitzung des Gemeinderates von Saaleck (St.-A. 332)

Der Gemeinderat hatte gegen die Übernahme des Böttnerhofes durch Huster keine Bedenken, soweit die dort eingewiesenen Umsiedlerfamilien bleiben könnten.

 

  1. Sep. W. Pabst protestiert gegen die Kappung des Telefonanschlusses (St.-A. Nr. 469)

Wegen der bevorstehende Rübenkampagne wurde der Anschluss für den Prokuristen genehmigt.

 

  1. Sep. Schreiben der Bahnhofsverwaltung an den Bürgermeister (St.-A. Nr. 269).

Für den schnelleren Umlauf von Bahnwaggons sollten die örtlichen Betriebe im „Interesse des darnieder liegenden Wirtschaftslebens“ Ladepersonal abstellen. Das betraf die Firmen Koch und Pabst, die DREIKA-Werke, das Holzwerke sowie die Baufirmen von Oberländer und Kühnl. Die Leute wurden dann auch zum Freimachen der Gleise und Weichen eingesetzt.  

 

  1. Sep. Bericht über die Bezieher von staatlichen Versorgungsleistungen (St.-A. Nr. 469)

In einer Festlegung vom 01. 07. 1946 wurden die Voraussetzungen zur Zahlung von Ruhegehalt und Versorgungsbezügen festgelegt. Demnach galten alle als berechtigt, die nicht der SS, SA, SD und Gestapo angehörten und kein aktives Mitglied der NSDAP und deren Gliederungen vom Zellenleiter bzw. Truppführer aufwärts waren. Unbelastete Antragsteller, die vor dem 01. 05. 1933 eingetreten waren, erhielten Versorgungsleistungen bei Arbeitsunfähigkeit ab dem 65 Lebensjahr, für Frauen ab dem 60., ausgenommen wenn sie noch minderjährige Kinder hatten oder pflegebedürftige Angehörige..    

 

  1. Sep. Anfrage des Amtsgerichtsdirektors beim Antifa-Ausschuss (St.-A. Nr. 469)

Wegen ihrer Parteizugehörigkeit wurde der Beschlagnahme des Eigentums von Thekla Popperoth, der Schwiegermutter des Naumburger Oberbürgermeisters Überlhör zugestimmt. Den übrigen angefragten Personen waren nicht in der Partei oder wurden als Mitläufer eingestuft.

 

  1. Sep. Auflistung aller ehemaligen 428 Mitglieder der NSDAP-Ortsgruppe (St.-A.).

 

  1. Sep. Die Portland-Zementfabrik GmbH wird in Landeseigentum überführt (St.-A.).

Der Betriebsleitung wurde vom Präsidenten der Provinz Sachsen mitgeteilt, dass der Betrieb auf der Grundlage der „Verordnung zur Überführung sequestrierter Unternehmen und Betriebe enteignet wurde und die Provinz Sachsen Eigentümerin geworden ist. Neben dem Betriebsgelände und dem Steinbruch betraf das auch die Kerstensche Villa an der Bergstraße und die Werkswohnungen in der Borlachstraße.

 

  1. Okt. Aktennotiz über ein Gespräch mit Huster (St.-A).

Huster, der versuchte den Vertrag mit den inzwischen auf Befehl der SMA enteigneten Böttnerhof-Verein aufrecht zu halten, verwies darauf, dass er infolge des ihm eingeräumten Vorkaufsrecht erhebliche Mittel aufgewandt habe, um das Anwesen herzurichten.

 

  1. Okt. Wohnraumzuweisung in der Bäckerei Großmann (BLK-A. Nr. 651)

Großmann hatte die Bäckerei aufgegeben, im Laden und der Mehlkammer wurde die Umsiedlerfamilie Steffen eingewiesen.

 

  1. Okt. Unterstützung für ehemalige Kriegsgefangene (BLK.-A. Nr. 793)

Auf Anweisung des Landrates erhielten 19 ehemalige Soldaten, die aus den Ostgebieten stammten und hier untergekommen waren 50 Mark aus der Kämmereikasse.

 

  1. Okt. Bericht des Bürgermeisters an den Landrat (St.-A. Nr. 380)

Auf Anfrage wurde mitgeteilt, dass es hier einen Frauenausschuss, eine Nähstube und eine Sozialberatungsstelle sowie zwei Kindergärten gibt. Die 120 Kindern erhielten morgens eine warme Suppe und nachmittags Malzkaffe. 16 elternlose Kinder würden von der Umsiedlerfürsorgestelle betreut.

 

  1. Okt. Treffen von Huster mit dem Präsidialrat des Kulturbundes (St.-A).

Der KB wollte das Vorhaben in Saaleck unterstützen und Huster verpflichtete sich, die Einrichtung am 1. März 1947 als „Gästehaus der Landesleitung Provinz Sachsen des Kulturbundes zur demokratischen Erneuerung Deutschlands“ eröffnen.

 

  1. Okt. Schreiben der Wasserwirtschaftsdirektion an die Stadtverwaltung (St.-A. Nr. 164)

Die wurde aufgefordert die desolate Ufermauer vor den Grundstücken Loreleypromenade 8 und. 9 instand zu setzen. Diese war Teil Rechenanlage und wurde beim Ausbau der Loreleypromenade einbezogen, womit sie nach Auffassung der Behörde zur Stadt gehörte.

 

  1. Nov. Langrock wird die politische Unbedenklichkeit bescheinigt (St.-A).

Das erklärten die Vorsitzenden der Ortsgruppen von SED, LDP und CDU.

 

  1. Nov. Übergabe von persönlichen Habe aus dem KLV-Lager Wilhelmsburg (BLK-A. Nr. 651).

Im April wurde der Bürgermeister von einer Frau aus Hagen/Westfalen um Hilfe bei der Suche nach dem persönlichen Habe ihrer Tochter und deren Freundinnen ersucht. Die waren noch im März 45 in das KLV-Lager Wilhelmsburg verschickt worden. Gleich nach Kriegsende waren die 6 Mädchen auf eigene Faust nach Hause zurückgekehrt. Man habe ihnen zugesagt, dass ihre Sachen bei der Auflösung des Lagers nachgeschickt würden, was aber nicht erfolgte. Der Bürgermeister ließ nachforschen. Der Korb mit den Sachen fand sich dann im Lager „Katze“ und wurde im Rathaus eingelagert. Nach Erledigung der Reiseformalitäten (Interzonenpass, Reise- und Aufenthaltsgenehmigung für die SBZ) reiste die Mutter an holte den Korb mit Decken, Bettwäsche und Bekleidung der sechs Mädchen beim Hauptwachtmeister Firchau ab. Trotz der Wirren und des für die damalige Zeit wertvollen Inhalts war der noch vollständig und die Frau verpflichtete sich, die Sachen den übrigen Mädchen zu übergeben.  

 

  1. Nov. Schreiben der BUBIAG an den Bürgermeister (BLK-A. Nr. 825)

Nach der Anordnung über die Regulierung von Ersatzansprüchen durch die Beschlagnahme von Wohnungen und Gewerbeobjekten durch die Rote Armee, bat die BUBIAG um Übersendung der Handwerkerrechnungen. Die Bezahlung wollte die BUBIAG übernehmen.

 

  1. Nov. Bestätigung von Entschädigungszahlungen für Huster (BLK-A. Nr. 267)

Huster hatte einen Ersatzanspruch von monatlich 4.800 RM für die Beschlagnahme des „Mutigen Ritters“ gefordert. Anerkannt wurden 2.355 RM und für die Monate August bis November angewiesen. Der Juli wurde nicht berücksichtigt, da die Verordnung über finanzielle Entschädigungen erst ab August galt.

 

  1. Nov. Dichterisch-musikalische Feierstunde im Kurgarten (St.-A. Nr. 335)

Anlass war der 84. Geburtstages von Gerhard Hauptmann. Der Eintritt kostete 2 DM, für Mitglieder des Kulturbundes ermäßigt.

 

  1. Nov. Auswertung der 1. Volks- und Berufszählung vom 30. Okt. (BLK-A. Nr. 234, St.-A.) .

Auf Anordnung des Alliierten Kontrollrates sollten Anzahl und Struktur der Bevölkerung der Besatzungszonen möglichst exakt erfasst werden. Dazu wurde das Stadtgebiet und die Ortsteile in 68 Zählbezirke aufgeteilt. Erfasst wurden 6.103 Einwohner. Zur Kernbevölkerung zählten 4.137 Personen darunter 1.808 Männer und 2.329 Frauen. Die Umsiedler waren mit 741 Männer und 1.225 Frauen vertreten. Es gab 1.572 Kinder unter 14 Jahren, was rund 25% ausmachte. Im Stadtgebiet selbst gab es 4.655 Einwohner, davon 1.560 Umsiedler, in Lengefeld 617 (73), in Schulpforte 598 (203), in Kukulau 104 (75), in Fränkenau 99 (55) und in Kreipitzsch 30. Die Umsiedler stellten fast 1/3 der Bevölkerung. Die Berufszählung ergab 316 Industriearbeiter, 252 landwirtschaftliche Arbeiter, 73 selbständige Bauern, 790 Angestellte, 30 Beamte, 45 Freiberufler, 107 selbständige Kaufleute, 145 selbständige Handwerker, 475 angestellte Handwerker und Heimarbeiter, 578 Rentner, 112 Pensionäre, 1389 Hausfrauen und 91 Schüler über 14 Jahre. 5.314 Einwohner waren evangelischer Konfession, 571 katholisch und 206 gehörten keines Konfession an.

 

  1. Nov. Ernennung unbesoldeter Ratsmitglieder (St.-A.)

Das waren der Stadtgärtner W. Kargoll (SED), der Kaufmann G. Oelze (LDP) und der Steuerinspektor Wieczorek (CDU)

 

  1. Nov. Antrag des Bürgermeisters auf Sonderzuteilung von Schuhen (St.-A. Nr. 496).

Der hatte den Bedarf an Schuhen für die Kinder ermittelt. Die Stadtschule meldete 61 Paar, Fränkenau 6, Lengefeld 12 und Schulpforte 12, 88 Umsiedlerkinder zwischen 1 und 13 Jahren in Schulpforte und weitere 62 in der Stadt. Beim Bezirkspräsidium wurden 500 Paar Haus- und Kinderschuhe beantragt. 4 Wochen später erhielt die Stadt 25 Paar Lederschuhe und 100 Paar Hausschuhe, die vom Antifa-Frauenausschuss verteilt wurden.    

 

  1. Dez. Das NSV-Müttergenesungsheim wird Altersheim des Kreises Weißenfels (Born).

Der Antrag der Stadt auf Übernahme der NSV-Liegenschaften wurde abgelehnt. Lediglich die Volksküche durfte in der Gausschule bleiben. Die Umsiedler wurden im Saaleck im Böttnerhof untergebracht und 50 Senioren aus dem ganzen Landkreis einquartiert. Die Heimleitung übernahm das Ehepaar Weinhold.  

 

  1. Dez.   Beschluss zur Zahlung einer Weihnachtsbeihilfe (St.-A. Nr. 496).

An die 216 FU- bzw. RFU Empfänger, 100 Klein-und Sozialrentner sowie den Ortsarmen wurden insgesamt 7.357 RM ausgezahlt. 3.500 RM stellte die Stadtkasse, der Rest der Landeshilfsfond.

 

  1. Dez. Aufruf des Bürgermeisters „Schenkt Weihnachtsfreude“ (St.-A. Nr. 496).

Die Gemeindevorsteher der umliegenden Dörfer wurden gebeten Obst und Lebensmittel zur Kinderbescherung zu spenden, um jedem der 1.000 Kinder zu Weihnachten wenigstens einige Äpfel zu schenken.

 

  1. Dez. Dichterisch-musikalische Feierstunde zum Advent im Kurgarten (St.-A. Nr. 335)

 

  1. Dez. Monatsmeldung der „Lindenhof -Lichtspiele“ (St.-A. Nr. 335).

Gezeigt wurden 7 Filme, die von 4117 Besuchern gesehen wurden.

 

               Demontage der elektrischen Oberleitungsanlage der Reichsbahn.

 

               Umbenennung der Straßen.

Lindenstraße - Karl-Marx Straße,   Burgstraße - Karl-Liebknecht Straße, Neue Straße - Friedrich-Ebert Straße, Schmettaustraße - Max-Bach Straße, Friedrichstraße - Ernst-Thälmann Straße, Kukulauer Straße - Rudolf-Breitscheid Straße, Bismarckstraße - August-Bebel Straße.

Auch eine weitere Umbenennung war erfolgt, die Provinz nannte sich nun Sachsen-Anhalt.

 

1947

 

  1. Jan. Personalmeldung der Betonwerke Bad Kösen GmbH (St.-A. Nr. 469)

Auf Anfrage des Antifa-Ausschusses wurde mitgeteilt, dass 17 Personen, darunter 6 Frauen, die meisten aus Lengefeld beschäftigt waren. Zwei von ihnen gehörten der NSDAP an, sechs waren parteilos und die übrigen gehörten zu den Jahrgängen ab 1920, die amnestiert waren.

 

  1. Jan. Auszahlung einer Beihilfe für heimgekehrte Kriegsgefangene (BLK-A. Nr. 793).

62 ehemalige Wehrmachtsangehörige, die 1947 aus der Gefangenschaft entlassen wurden, erhielten jeweils 25 Mark aus der Stadtkasse

 

  1. Jan. Schreiben Husters an den Präsidialrat des Kulturbundes (St.-A).

Huster begrüßte den Vorschlag des Kulturbundes, im Torhaus der Saalecker Werkstätten eine Jugendherberge einzurichten und verlangte die Ausquartierung der dort untergebrachten Schwarzmeerdeutschen.

 

  1. Jan. Huster macht weitere Schadensersatzforderungen geltend (BLK-A. Nr. 267)

Für den Ausfall vom Juli bis Dezember, sowie die Kosten für die Auslagerung und Anmietung von Unterstellmöglichkeiten wurden rund 44.000 RM verlangt .

 

  1. Jan. Aufruf an die Saalecker Einwohner (St.-A. Nr. 497)

Um die 28 Flüchtlingsfamilien aus Pommern, die der Gemeinde zugewiesen wurden, mit Betten, Mobiliar, Öfen und Geschirr auszustatten, sollten die Einwohner, alles was entbehrlich war, abliefern. Falls dies nicht freiwillig erfolgte, wurde die Beschlagnahme der nicht im Gebrauch befindlichen Sachen in Aussicht angekündigt.

 

  1. Jan. Anmeldung der Beschlagnahmekosten (BLK-A. Nr. 267).

Im 1. Quartal müßte man beim „Mutigen Ritter“ mit rd. 7000 RM „Mutigen Ritter“ und 3.600 RM beim Kinderheim BUBIAG rechnen, wenn diese weiterhin von der Roten Armee als Lazarett benutzt werden. Dazu käme noch die die Miete für die von Huster bei Muschalla und Tränkner angemieteten Lagerräume. Für das Kraussche Holzwerk würden keine Kosten geltend gemacht, da es nach der Enteignung Provinzialeigentum geworden war.

 

  1. Jan. Beschwerde Husters beim Bezirkspräsidenten (St.-A).

Eine Anweisung des Landrates, hatte Husters Pläne mit dem Böttnerhof zunichte gemacht. Landrat Braun hatte das Anwesen beschlagnahmt um die der Gemeinde Saaleck zugewiesenen 28 Umsiedlern aus Pommern unterzubringen.

 

  1. Jan. Schreiben des Bürgermeisters an die BUBIAG (BLK-A. Nr. 825)

Die Meldung der „Täglichen Rundschau“ vom 05. Januar „Bad Kösen soll zum Bad der Schaffenden ausgebaut werden“ hatte die BUBIAG veranlasst, wegen der Wiederbelegung ihres Kinderheims anzufragen. Von diesem Plan sei noch nichts zu spüren, meinte Langrock. Die Stadt erwartete den dritten Umsiedler-Transport und Anzeichen für eine Räumung des Lazaretts gäbe es auch nicht.

 

  1. Jan. Befehl Nr. 28 der SMAD.

Mit dem Befehl Nr. 1 vom 9. Juni 1945 wurden alle privaten Versicherungen verboten und die Einrichtung von Landes- bzw. Provinzialversicherungsanstalten (Sachsen-Anhalt) angeordnet. Nunmehr wurde für alle Kranken- und Rentenversicherungsangelegenheiten eine einheitliche und zentrale Sozialversicherung in der SBZ angeordnet. Dazu wurden in den Ländern und Provinzen Sozialversicherungsanstalten des öffentlichen Rechts eingerichtet.

 

  1. Jan. Monatsmeldung der „Lindenhof-Lichtspiele“ (St.-A. Nr. 335).

8.156 Besucher sahen Filme wie „Wir machen Musik“ und „Hab`mich lieb“. Die sowjetischen Produktionen „Sportfilm 3 u. 5“ waren Pflichtveranstaltungen für Schüler.

 

  1. Feb. Liste der von der Stadt verwalteten sequestrierten Objekte (BLK-A. Nr. 739).

Zu den auf SMA-Befehl Nr. 124/126 sequestrierten Objekten, die der Stadt zur Nutzung übergeben wurden, gehörten die Turnhalle und der Schießplatz in der Ilske, nachdem der Schützenverein und auch der Turnverein aufgelöst waren. In der ehemaligen Gauschule, Eckartsbergaer Straße 1 hatte die Stadt eine Volksküche für Umsiedler eingerichtet. Darüber hinaus wohnten hier sechs Mietparteien (Fromme. Leopold, Schmidt, Vonberg, Pelthen, Eggert). Im früheren Kindergärtnerinnenseminar Friedrich Ebert Str. befand sich seit Mai 1946 ein Jugendzimmer der FDJ und weitere sechs Wohnungen ( Trunz, Nehring, Wrede, Werner, Russak, Poschel).

 

  1. Feb. Erweiterung des Ortsauschusses des Antifa-Blocks (St.-A).

Bisher gehörten ihm jeweils 2 Mitglieder von SED, CDU und LDP an. Nun kamen mit beratender Stimme dazu: Bürgermeister Langrock und jeweils ein Vertreter vom Frauenausschuss, vom Kulturbund, von FDJ, FDGB, VdgB und VVN. Nicht nur bei der Beantragung von Versorgungsleistungen musste der Ausschuss gehört werden, sondern die Palette reichte vom Gewerbeantrag bis zur Mitgliedschaft in einem Volkschor. Innerhalb von vier Wochen wurden 220 Unbedenklichkeitsbescheinigungen ausgestellt.

 

  1. Feb. Unbedenklichkeitsbescheinigung für den Gemeindekirchenrat (St.-A. Nr. 469)

Auch dessen Mitglieder mussten sich einer Überprüfung unterziehen. Versagt wurde sie der Besitzerin des Kinderheims Burkhardt (Am Rechenberg 20), die das Kinderheim der Luftwaffe vermietet hatte.  

 

  1. Feb. Verfügung des Bürgermeisters (BLK-A. Nr. 825)

Die Waschmaschinen aus dem BUBIAG- Heim wurden in der Wäscherei von Wolff in der Gerstenbergkpromenade 7 aufgestellt, der für die Lazarettverwaltung arbeitete . Verantwortlich für den Transport war der Polizeioberwachtmeister Firchau, für den Anschluss der Elektriker Jahn.

 

  1. Feb. Monatsmeldung der „Lindenhof-Lichtspiele“ (St.-A. Nr. 335).

Die Verfilmung der „Fledermaus“ sahen 3.107 Besucher, den DEFA-Film „Die Mörder sind unter uns“ 999 Besucher und den sowjetischen Streifen „Sei gegrüßt Moskau“ 569 Besucher.

 

  1. Mär. Rechenschaftsbericht des Antifa-Ausschusses (St.-A. Nr. 469)

Neben der Ausstellung der 220 Unbedenklichkeitsbescheinigungen wurden sieben Entlassungen wegen NS-Aktivitäten befürwortet. Rehabilitationsverfahren wurden nicht durchgeführt.

 

  1. Mär. Mitteilung der Betreuungsstelle für die Opfer faschistischen Terrors (St.-A. Nr. 469)

„...teile ich Ihnen mit, daß ich im Fall Rudolf Bach den Tatbestand an die VVN Ahlen übersandt habe. Der Sohn des Ermordeten Max Bach kann auf Grund der „Bestimmungen über die Opfer des Faschismus“ v. 09. 09. 1945 sowieso nicht anerkannt werden, da ja nur ein Hinterbliebener diese Anerkennung erhalten kann. Die Frau Bach hat bereits wiederholt um die Anerkennung nachgesucht, ist aber auf Grund ihrer früheren Mitgliedschaft bei der NSDAP als „OdF“ abgelehnt worden“.

 

  1. Mär. Bekanntmachung des Bürgermeisters (St.-A. Nr. 497).

Nach dem Umzug des Kreisgericht nach Weißenfels fand ab April einmal im Monat im „Kurgarten“ ein Gerichtstag für die Einwohner der Stadt und des Gemeindebezirks statt.

 

  1. Mär. Anordnung des Bürgermeisters (St.-A. Nr. 380)

Peter Neugebauer, K.-Liebknecht Str. 10 sollte sich am kommenden Morgen im russischen Lazarett bei Major Pawlowitsch zur Arbeit zu melden.

 

  1. Mär. Bericht der städtischen Vermögensverwaltung (BLK-A. Nr. 723).

Alle vier ehemaligen Wehrmachtsbaracken waren seit Juli 1946 für fünf Jahre vermietet. Eine an die DREIKA-Werke, die ihre Miete direkt an das Finanzamt zahlten. Bei den drei anderen hatte man eine zweijährige Mietaussetzung vereinbart, weil umgesetzt wurden. Eine hatte die Stadt in der Burgstraße 20 als Feuerwehrgerätehaus eingerichtet, die anderen beiden hatten die Firmen Bernhard und die Käthe-Kruse Werkstätten zu Produktionszwecken auf den Firmengrundstücken in der Parkstraße bzw. der Ernst-Thälmanns-Straße wieder aufgebaut.

 

  1. Mär. Verfügung des Landrates in der Angelegenheit Anna Kraus (St.-A. Nr. 469)

Die Beschwerde gegen die Ausweisung aus dem Landkreis hatte insoweit Erfolg, dass diese jeglicher rechtlicher Grundlage entbehrte. Sie musste die Wohnung verlassen und die Unterbringung im Ort wurde angeordnet.

 

  1. Mär. Ortstermin zur Beschwerde Husters (BLK-A. Nr. 267)

Vertreter des Bezirkspräsidiums und des Landkreises sollten vor Ort die von Huster geschilderten Umstände der Beschlagnahme des „Mutigen Ritters“ und des „Böttnerhofes“sowie die Berechtigung der Entschädigungsansprüche prüfen. Laut Protokoll wurde vermerkt, dass die als berechtigt anerkannten Ansprüche bezahlt würden, wenn der Landkreis über die entsprechenden Mittel verfügen würde. Wann , das blieb offen.

 

  1. Apr. Auflösung des Kriegervereins (St.-A. Nr. 227)

Entsprechend der Verordnung zur Neuregulierung des Vereins- und Genossenschaftswesens wurde der Vereinsvorsitzende K. Schauer als Treuhänder bestellt. Das Vereinsvermögen in Höhe von 1.300 RM und drei Trommeln erhielt die Stadt, ebenso wie den bisher treuhänderisch verwalteten Schießstand in der Ilske.

 

  1. Apr. Antrag der Fa. „Betonwerke Kösen GmbH“ (St.-A. Nr. 497).

Die Inhaber des Betonwerks Fischer und Hessel beantragten beim Saalecker Bürgermeister Just die Anpachtung der gemeindeeigenen Kiesgrube in Stendorf.

 

  1. Apr. Beratung zur Nutzung des Gartens der ehemaligen Gauschule (BLK-A. Nr. 739)

Inzwischen gab es drei Nutzer. Die Eckartsbergaer Straße 2 hatte die Provinzialregierung der SED übertragen, die hier eine Parteischule einrichten wollte, in der Eckartsbergaer Straße 1 war die städtische Volksküche und einige Wohnungen und das Altenheim in der Friedrich-Ebert Straße 1 unterstand der Kreisverwaltung. Die Vertreter der drei Nutzer konnten sich nicht über eine gemeinsame Nutzung des dahinter liegenden Gartens einigen.  

 

  1. Apr. Literarischer Abend „Dichtungen von Goethe“ im „Kurgarten“ (St.-A. Nr. 335)

 

  1. Apr. Anweisung der Fürsorgestelle an den „Lagerleiter“ des Altersheims (BLK-A. Nr. 651)

Den Umsiedlern Eggert, Rhode und Reichstein wurde die Mitbenutzung der Waschküche im ehemaligen Kindergärtnerinnenseminar in der Max-Bach Straße 14 gestattet.

 

  1. Apr. Freigabe vom „Mutiger Ritter“ (St.-A. Nr. 267).

Offen ist, ob die Freigabe auf Ersuchen der deutschen Behörden erfolgte oder eine Entscheidung der Kommandantur war. Jedenfalls wurde nach der Räumung bei einem Rundgang das fehlende Inventar (Lampen, Glühbirnen, Lichtschalter etc.) und sonstige Schäden erfasst. Dann übergab der Intendanturoffizier Oberleutnant Filliptschuk im Beisein des stv. Bürgermeisters Heilmann und der Dolmetscherin Frl. Hardt das Objekt wieder an Huster.

 

  1. Mai Ansprüche aus der Beschlagnahme des Hotels (BLK-A. Nr. 267)

Nach der Übernahme, machte Huster 46.500 RM an Schadensersatzforderungen geltend. Dazu kämen noch die Kosten für das fehlende Inventar und die Beseitigung der Schäden.

 

  1. Mai Vereinbarung zur Sicherung des BUBIAG-Kinderheims (BLK-A. Nr. 825)

Am 07. April wurde auch hier das Lazarett geräumt. Die BUBIAG beauftragte die Stadt mit der Bewachung und der Beauftragung notwendiger Reparaturen. Die Stadt teilte eine Nachtwache ein (Czernik, Zwingenberg, Quilitzsch, Menzel), die 4 RM pro Schicht erhielten.

 

  1. Mai Monatsmeldung der „Lindenhof- Lichtspiele (St.-A. Nr. 335)

Gezeigt wurden „Gefährtin eines Sommers“ (1.685 Besucher), „Wir bitten zum Tanz“ (1.168) und „Frauen sind keine Engel“ (1.790).

 

  1. Juni Mitteilung des Bürgermeister an die BUBIAG (BLK-A. Nr. 825).

Nach Auskunft der Kommandantur würden das Kinderheim und das Kurhotel bis auf Weiteres nicht mehr als Lazarett benötigt. Allerdings bedeutete das noch keinen endgültigen Verzicht.

 

  1. Juni Anweisung des Landrates (BLK-A. Nr. 267)

Huster erhielt die Miete für Juli 1946 sowie vom 01.01. bis 15. 04. insgesamt fast 11.000 RM.

 

  1. Juni Geburt von Hans-Jochen Schmidt (Wiki).

Der begann nach dem Studium eine Karriere als Diplomat, u. a. bei der deutschen Botschaft in Ägypten später in Zaire, im Generalkonsulat in St. Petersburg, war Botschafter in der Ukraine und bis 2012 in Armenien.  

 

     Juni Erstes Nachkriegsbrunnenfest (Born).

Das dreitägige Fest fand auf der Wiese vor dem Badehaus statt und begann am Sonnabend mit einem Fackelzug. Höhepunkt am Sonntag war der historische Festzug mit Bildern zur Stadtgeschichte. Am Montagvormittag fand ein Bürgerfrühstück statt, dann gab es ein Kinderfest und der Tag endete mit einer Freiluftveranstaltung vor dem Kurmittelhaus.

 

  1. Juni Mitteilung des Antifa-Ausschusses in der Angelegenheit Anna Kraus (St.-A. Nr. 469)

Nach der Rücknahme der Ausweisungsanordnung hatte sie eine finanzielle Unterstützung beantragt,. Der Antrag wurde dem Kreisausschuss weitergeleitet, mit der Begründung ihr Sohn Günter Inhaber eines Rüstungsbetriebes und Parteimitglied war und nach Angabe des jetzigen Betriebsrates Franz Müller sich Verbrechen gegen die Menschlichkeit schuldig gemacht habe. Daher wurde er inhaftiert, der Betrieb am 15. 1. 46 unter Sequester gestellt und am 1. 10. 46 lt. Mitteilung der Chefdirektion der Industriewerke Halle enteignet.

 

  1. Juli   Bekanntmachung des Bürgermeisters (St.-A. Nr. 443).

Langrock ordnete an, dass das Betreten von Wiesen, Wäldern und Feldern in der Zeit von 19 Uhr bis 6 Uhr und von 11 bis 13 Uhr verboten wird. Bei Zuwiderhandlungen drohten empfindliche Strafen, im Wiederholungsfall bis zu 10 Jahren Zuchthaus.

 

  1. Juli Nachweis der Kosten bei der Räumung des Kinderheims „Cornelia“ (St.-A. Nr. 380)

Das Wohnhaus Rudelsburgpromenade 12 war für Offiziere der russischen Feldeinheit im Holzwerk beschlagnahmt worden. Die Kosten für die anderweitige Unterbringung von vier Umsiedlerfamilien machte die Stadt nun geltend.

 

  1. Juli Verordnung zur Sicherung der Frühjahrsaussaat und der Feldfrüchte (St.-A. Nr. 443,489).

Auf Beschluss der Stadtverordnetenversammlung wurde ein Pflichtflurschutz eingerichtet. Alle tauglichen Männer von 18 bis 60 Jahren wurden nachts im Zweischichtrhythmus zum Schutz der Felder vor Diebstahl und Wildschäden eingeteilt. Bei Nichterscheinen drohte ein Zwangsgeld. Die Männer wurden zu Hilfspolizisten ernannt und waren versichert. Die Maßnahme endete am 31. Oktober.

 

  1. Juli Gründung des Landes Sachsen-Anhalt.

Nach der Auflösung Preußens in der SBZ erhielt die Provinz Sachsen-Anhalt neben Brandenburg den Status eines Landes.

 

  1. Juli Beschlagnahme der Wohnhäuser Rudelsburgpromenade 16/17 (BLK-A. Nr. 328).

Die 16 Mietparteien wurden ausquartiert, kamen in Behelfsunterkünfte oder bei Verwandten unter. Mitnehmen durften sie nur ihr persönliches Habe. Die Wohnungen wurden ebenfalls für die Offiziere der im Holzwerk stationierten Feldeinheit (Feldpost Nr. 36235) beschlagnahmt. Die Hauseigentümer Koch und Kotte erhielten weiterhin die Miete von monatlich 480 RM. Nach Auskunft der Intendantur in Naumburg (Ketsch) wurde das den Offizieren vom Sold abgezogen.

 

  1. Juli Unbedenklichkeitbescheinigung zum Studium für Ilse Bernhardt (St.-A. Nr. 469)

„Sowohl die Bewerberin als auch ihre Eltern haben der früheren NSDAP noch einer ihrer Gliederungen angehört . Der Vater hat schon immer eine einwandfreie und demokratische Gesinnung gehabt und auch eine soziale Einstellung bewiesen. Das trifft auch im vollen Umfange auf die Bewerberin zu. Sie ist Mitglied des Kulturbundes. Hat sich aber sonst einer antifaschistisch-demokratischen Partei oder Organisation noch nicht angeschlossen. Sie kann aber in jeder Hinsicht als politisch tragbar bezeichnet werden.“ Unterzeichnet hatten Bürgermeister Langrock und der Vorsitzende des Antifa-Ausschusses.

 

  1. Juli Monatsmeldung der „Lindenhof-Lichtspiele“ (St.-A. Nr. 335).

Während zu den Filmen „Der Herr in Grau“ und „Razzia“ über 3.000 Zuschauer kamen, wollten den sowjetischen Revolutionsfilm „Wir aus Kronstadt“ lediglich 186 sehen. Die Lichtspiele wurden dann wegen Renovierungsarbeiten geschlossen.

 

  1. Aug. Anweisung des Kommandeurs der russischen Feldeinheit (BLK-A. Nr. 825)

Die Soldaten sollten in den Zwangsarbeiterbaracken auf dem Betriebsgelände des Holzwerkes untergebracht werden. Daraufhin wurden die hier einquartierten Umsiedler im inzwischen geräumten BUBIAG-Heim untergebracht, obwohl die „provinzialeigenen Betriebe der BUBIAG dabei sind, das betr. Grundstück als Erholungsstätte f. Bergleute pp. auszubauen“.  

 

  1. Aug. Kaufantrag für die Wehrmachtsbaracke von Käthe Kruse (BLK-A. Nr. 723)

Erneut wurde der Antrag abgelehnt, weil ein Verkauf von Volkseigentum an Privatfirmen unzulässig sei. Der auf fünf Jahre abgeschlossenen Mietvertrag wurde aber bestätigt.

 

  1. Aug. Antrag des Friedhofgärtners Kranz beim Antifa-Ausschuss (St.-A. Nr. 469)

Das betraf einen Passierschein um in die Westzone zu fahren, um für die Alliiertengräber Pflanzen einzukaufen „weil es in der russischen Zone keine gibt“. Die Genehmigung wurde erteilt.

 

  1. Aug. Mitteilung des Landrates zum Verkauf von Wehrmachtsgut (St.-A. Nr. 277)

Unter Hinweis auf den Prüfungsbericht vom 23. 09. des Vorjahres verlangte er von der Stadtverwaltung die Überweisung des Nettoerlöses in Höhe 47.000 RM.

 

  1. Sep. Entscheidung über Entschädigungsansprüche (BLK-A. Nr. 267/706).

Der korrigierte Antrag vom Hotel Apel wurde anerkannt. Beim „Mutigen Ritter“ wurden die Kosten für Hypothekenzinsen, die Amortisation, Steuern, Versicherung, Mieten und Transportkosten sowie 2% des Einheitswertes für notwendige Reparaturen anerkannt, insgesamt   43.950 RM, von denen bisher 22.380 RM angewiesen wurden. Dazu kamen 8.750 RM Kosten für die Auslagerung, Miete und Rücktransport der Einrichtungen, insgesamt also 30.320 RM. Davon erhielt Huster als Abschlag 8.000 RM.

 

  1. Sep. Bescheinigung des Antifa-Ausschusses (St.-A. Nr. 469)

Auf Anfrage des Kreisausschusses der VdgB wurde der Architekt August Pfisterer, der 1933 der NSDAP beigetreten war, als Mitläufer eingestuft. Der Baumeister Karl Erler (SED-Mitglied) habe vor 1945 eine Haftstrafe verbüßt, allerdings blieb offen, ob seine Verurteilung aus politischen oder sonstigen Gründen erfolgte.

 

  1. Okt. Betriebsausflug der Stadtverwaltung (priv).

Zum wiederholten Male wurde der städtische Omnibus eingesetzt, diesmal nach Freyburg/U.

 

  1. Okt. Bilanz der Kursaison in der „Freiheit“ (St.-A. Nr. 60)

5.500 Erwachsene und 800 Kinder (Kinderheim Klemm, staatl. Kinderheim „Cornelia, Rudelsburgpromenade 13) wurden gezählt, dazu kamen 2.200 Urlauber. Die städtischen Einrichtungene verzeichneten 32.964 Solebäder, 3.200 Schlammpackungen, 11.424 Unipolair- und 23.149 Körting-Inhalationen.

 

  1. Nov. Ersatzanspruch von Huster .000 RM (BLK-A. Nr. 267)

Inzwischen machte Huster weit über 100.000 RM für die Beseitigung der während der Beschlagnahme entstandenen Schäden geltend, die er mit diversen Kostenanschläge belegte.

 

  1. Dez. Beschluss zur Weihnachtsbeihilfe (St.-A. Nr. 496).

Für die 203 FU- bzw. RFU Haushalte, 35 Sozialrentner und 27 Ortsarme stellte die Stadt 5.000 RM und die Volkssolidarität 4.000 RM zur Verfügung. 13 elternlosen Umsiedlerkinder erhielten 20 Mark, darunter P. Maser, der bei Pastor Bertheau lebte.

 

            Einwohnerverzeichnis für Naumburg und Umgebung (St.-A.).

Hier warb „Bad Kösen, der Kurort aller Schaffenden“ mit der Behandlung von Asthma, Katarrh, Rheuma, Nerven und Kinderkrankheiten und als „beliebter Erholungs-, Ausflugs- und Tagungsort“. Nach der letzten Zählung zählze das Stadtgebiet 6.177 Einwohner und 300 in den Ortsteilen Schulpforte, Saaleck, Kukulau, Fränkenau, Kreipitzsch und Lengefeld. Zum Gemeinderat gehörten der Bürgermeister Langrock und drei ehrenamtliche Stadträte (G. Oelze-LDP, W. Kargoll-SED, P. Wieczorek-CDU). SED-Stadträte waren der Vorsteher E. Heilmann sowie P. Müller, Elsa Firchau, Charlotte Bamberg, F. Müller, A. Bobach, H. Strind, von der LDP F. Ketterer, K. Schauer, W. Pabst, M. Meißner, P. Rußland, E. Fielko und von der CDU I. Hürland, J. Hense, F. Heckenberg, P. Schneider, Elsa Schanz. Auch die Massenorganisationen waren inzwischen im Stadtparlament vertreten, der FDGB- E. Knapp, VdgB – Engel, FDJ – J. Braune, DFD – Gertrud Mann, VVN – Paul Hein, Kulturbund - J. Berger. Es gab hier 9 Bäcker, 4 Fleischer, 7 Maurer, 4 Dachdecker, 4 Elektriker, 6 Friseure, 4 Installateure, 5 Maler, 22 Schneider und 7 Schuhmacher, 11 „Kolonialwarenläden“,4 Schuhgeschäfte, 3 Tabakwaren- und 4 Gemüsehandlungen. Die Konsumgenossenschaft besaß 5 Geschäfte. 6 Allgemeinmediziner sowie 5 Zahnärzte und Dentisten sorgten für die medizinische Betreuung. Die privaten Pensionen Griseldis, Bahse, Hertel, Leinhos, Opel und „Thüringer Haus“, das Hotel Apel, Beckers „Kurgarten“, Claus` „Preußischer Hof“, Drehses „Deutsches Haus“, Mays „Loreley“, Hotel Salzmann, Tränkners „Katze“, Westermanns „Wehrdamm“ und der „Mutige Ritter“ hatten inzwischen eine Konzession. Das betraf auch die Gaststätten und Ausflugslokale „Tanne“ (M. Berlitz), „Himmelreich“ (W. Reichenbach), „Fischhaus“ (K. Mende), „Erholung“ (Müller), „Cafe Central“ (F. Renner), „Rudelsburg“ (Scheithauer), Schmohl, „Rektorberg“ (F. Stenull), Schoppe, „Schöne Aussicht“ (Schulze), „Ratskeller“ (Storch), „Lindenhof“ (P. Wallrodt), „Saalhäuser“ (K. Weise), „Gute Einkehr“ (I. Wolf), „Bergschlößchen“ (K. Weidenbecher), „Cafe Gradierwerk“ (Wrede).  

Die Statistik der Stadt (BLK-A. Nr. 820) für die Omnibuslinien verzeichnete 42.394 beförderte Personen im Linienverkehr (1947: 43.407) und 40.354 bei Sonderfahrten (1947: 20465)                          

 

1948

 

  1. Jan. Meldung der aktiven Mitglieder der NS-Ortsgruppen von SS und SA (St.-A).

Auf Befehl Nr. 201 der SMA wurden diese Listen der Entnazifizierungskommission des               Landkreises übergeben.

 

       Jan. Das Portland-Zementwerk wird in Volkseigentum überführt (Born).

Der Betrieb wurde der Fachsparte „Baustoff“ der VVB unterstellt und nannte sich VEB Kalkwerke-Rudelsburg.

 

  1. Feb. Befehl Nr. 276 der SMAD (St.-.A. Nr. 380)

Alle Einrichtungen, Vermögenswerte und Kulturgegenstände, die aus der Sowjetunion und anderen besetzten Ländern nach Deutschland gelangt waren, sollten umgehend gemeldet werden. Bei Nichtbefolgung drohten empfindliche Strafen.

 

  1. Feb. Kommission zur Frühjahrsbestellung und Saatgutbeschaffung (St.-A. Nr. 469)

Damit sollte eine annähernd gleichmäßige Verteilung unter den Klein-, Mittel- und Neubauern erreicht werden. Zur Kommission gehörte je ein Stadtrat von SED, LDP, CDU, FDGB, FDJ, DFD und VdgB

 

  1. Feb. Die Anzahl der Fernsprechanschlüsse steigt von 63 aus 189 (Born).

 

  1. Feb. Bekanntmachung des Kreisverbandes der SED (St.-A. Nr. 380)

Der erste kommunale Wochenlehrgang der SED an der Max-Kunath Schule (ehem. NSV-Gauschule-Eckartsbergaer Str. 2) sollte am 03. April beginnen.  

 

  1. Mär. Kontrollmeldung des Ortsausschusses an den Kreis-Antifa Block (St. A. Nr. 469)

Bei allen Anträgen (Gewerbe-u. Reisegenehmigung, Anstellungen in der Verwaltung usw.) war ein Kontrollbogen auszufüllen, der dem Antifa-Ausschuss vorgelegt wurde. Bestanden Zweifel an der Unbedenklichkeit des Antragstellers wurden diese Bögen mit den entsprechenden Ergänzungen dem Kreisausschuss zur weiteren Entscheidung zugeleitet. In diesem Fall war es ein Sozialhilfeantrag der Witwe Thekla Popperoth, Schwiegermutter des hochrangigen SS- und Parteiführers dem Naumburger Bürgermeister Übelhör, die selbst seit 1929 der NSDAP angehörte. Ein zweiter Vorgang betraf den Friseurmeister Pohland, der seit 1937 der NSDAP angehört hatte und den Antrag auf Übernahme des Geschäfts seines Schwiegervaters K. Schauer stellte.

 

  1. Mär. Rechenschaftsbericht zum Hilfskrankenhaus und dem Altersheim (St.-A. Nr. 380)

Das ehemalige Kaiserin Auguste-Victoria Kinderheim hatte der Landkreis als Hilfskrankenhaus eingerichtet. Die 65 Betten waren nur mit 36 Patienten belegt, die von 10 Angestellten und 4 Ärzten betzreut wurden. Die jährlichen Kosten beliefen sich auf 94.400 RM. Das Kreisaltersheim hatte 50 Plätze, war voll belegt, hatte 6 Mitarbeiter und kostete 40.400 RM.

 

  1. Mär. Beschluss der Entnazifizierungskommission beim Landratsamt (St.-A.).

Huster, der Besitzer des „Mutigen Ritters“ war nicht nur Mitglied in der NSDAP sondern gehörte zum „Opferring“, einer Vereinigung die die SS finanziell unterstützte. Das genügte, um ihm sämtliche unternehmerische Tätigkeit zu untersagen und die Gewerbegenehmigung für den „Mutigen Ritter“ zu entziehen. Bürgermeister Langrock wurde angewiesen, diese Entscheidung sowohl Huster als auch dem Ortsausschuss der Antifa nur mündlich mitzuteilen.

 

  1. Mär. Entschädigungszahlungen für das BUBIAG Heim (BLK-A. Nr. 825).

Für die Beschlagnahme als russisches Lazarett vom Juli 1946 bis April 1947 wurden dem Treuhänder der BUBIAG in Mückeberg bei Liebenwerda vom Landkreis Weißenfels 9.480 Mark. Bewilligt. Den Empfang bestätigte dann im April das Direktorat der Kohlenindustrie Sachsen-Anhalt, Revierdirektion Bad Liebenwerda, die die Betriebe der BUBIAG nach der Enteignung übernommen hatten. Die Eigentümer verließen die SBZ und gingen nach München.

Das Heim wurde dann vom FDGB als Ferienheim für Gewerkschaftsmitglieder genutzt.

 

  1. Mär. Mitteilung der VVB Sperrholz-Furniere Leipzig (BLK-A. Nr. 706).

Nachdem die Feldeinheit wieder abgezogen wurde, hatte der Treuhänder der Joseph Kraus Holzbearbeitungs KG das Betriebsgelände der Stadt angeboten, doch die hatte abgelehnt. Daraufhin wurde der demontierte Betrieb der Fachsparte der VVB übertragen. Die wollte mit zunächst 20 Mitarbeitern Furniere herstellten. Allerdings fehlten noch die Maschinen.

 

  1. Apr. Freigabe der Wohnungen in der Rudelsburgpromenade (BLK-A. Nr. 328)

Den Hauseigentümern und den Mietern wurde die Desinfektion der Wohnungen auf eigene Kosten empfohlen. Einem der Mieter, der auf das Verursacherprinzip und seine finanzielle Situation hinwies wurde geraten, eine finanzielle Unterstützung aus dem Programm „Schafft Wohnraum“ zu beantragen.

 

  1. Apr. Beschlagnahme von Mobiliar in den Wohnungen der NS Führer (St.-A. Nr. 486).

Als Teil der Wiedergutmachung“ wurde in den „politischen Wohnungen“ das gesamte Mobiliar, sowie der größte Teil des Hausrates und der Wäsche beschlagnahmt. Dazu gehörten die Wohnungen des Leiters der NAPEA, Person, des NS-Ortsgruppenleiters von Schulpforte Popp, den Kösener Ortsgruppenleiter Saalborn, den Lehrer Jutzi und drei weitere örtliche NS-Größen. Das beschlagnahmte Gut wurde taxiert und der Ortsgruppe der Volkssolidarität zur Verteilung an Umsiedler und als VVN anerkannte Einwohner übergeben. Diese mussten den Empfang quittieren und sollten später dafür eine „Leihgebühren“ zahlen.

 

  1. Apr. Bericht zur Stadtverordnetensitzung im Kurgarten (Freiheit).

Kontrovers wurde über die Umgestaltung des Gedenksteines für F. v. Schmettau dikutiert. Auf Vorschlag des Kulturbundes sollte bei der bevorstehenden Heimatfestwoche die Gedenktafel als nicht mehr zeitgemäß entfernt und dafür eine Inschrift zum Gedenken an den Bergrat Borlach angebracht werden. Die CDU stimmte dagegen.

 

  1. Apr. Abbruchgenehmigung des Rittergutes Kreipitzsch (BLK-A. Nr. 106)

Das Gut selbst wurde nach der Enteignung der Familie v. Schönberg geteilt. Scheune und Stallung kamen in die Verwaltung des Landes Thüringen, der Garten, die Neubauernhöfe von Dettelmann und Ulrich sowie die Niederlassung der VdgB wurden Bad Kösen zugeordnet, das alte und neue Herrenhaus blieben im Besitz des Landes Sachsen-Anhalt. Nach einer Besichtigung des Anwesens durch den Innenminister von Thüringen und dem Landeskonservator teilte der Vorsitzende der Landesbodenkommission der Bodenreformkommission des Landkreises mit, dass auf Grundlage des Befehls Nr. 209 der SMAD das Herrenhaus abgebrochen werden muss. Vor Beginn sollte der Landeskonservator alle Teile mit Denkmalwert sicherstellen. Die hier noch wohnenden zehn Umsiedlerfamilien sollten nach Thüringen gebracht werden und das anfallende Baumaterial sollte an die Neubauern auf dem thüringischen und sachsen-anhaltinischen Gebiet verteilt werden.

 

  1. Apr. Antrag des Hausbesitzers Karl Graul (BLK-A. Nr. 706)

Der hatte dem Kommandeur der im Holzwerk einquartierten Feldeinheit eine Wohnung in der Rudelsburgpromenade vermietet. Nach dem Auszug verlangte Graul die Miete gegenüber der Stadt geltend. Doch dies würde nicht unter die Kostenerstattung von beschlagnahmten Wohnraum fallen, da es sich hier um einen privaten Vertrag handelte. Graul sollte das mit Hilfe einer Dolmetscherin mit dem Offizier klären, teilte ihm Langrock mit.

 

  1. Apr. Übernahme der Rudelsburg (Born).

Nach Zustimmung des Landtages übertrug die Landregierung die Rudelsburg mit allen Rechten und Pflichten in die Rechtsträgerschaft der Stadt.

 

  1. Mai   Heimatfestwoche (priv).

Der Kulturbund organisierte kulturelle Veranstaltungen wie eine Aufführung von Lortzings „Waffenschmied“ im Kurgarten und einen Volks- und Heimatliederabend im „Mutigen Ritter“. Höhepunkt der Woche war die Eröffnung der Kursaison mit einem Ball.

Zum Gedenken an den 261. Todestag des Bergrates Borlach wurde der vor dem Friedhof 1913 eingeweihte Gedenkstein für Ferdinande von Schmettau "gewendet" und mit einer Inschrift versehen. Die Tafel für F. v. Schmettau konnte in Sicherheit gebracht und später dem Heimatmuseum übergeben werden. Auch  auf dem alten Friedhof in Schulpforte, wo die Borlachs ihre letzte Ruhestätte gefunden hatten  wurde eine alte Sandsteinsäule mit einer Gedenkinschrift versehen.

 

  1. Mai Bericht über die Eröffnung der Kursaison (Freiheit).

Rückblickend wurde festgestellt, dass 1947 4.559 Kurgäste und 783 Kinder sowie 124.623 Übernachtungen gezählt wurden. Der Anteil der Kassenpatienten lag bei 30%, für die ab dieser Saison die Verpflegung nach der Lebensmittelkarte I (Großstadt) angeordnet wurde. Außerdem sollte der Anteil der Kassenpatienten die von der SV zugewiesen werden, auf 90% steigen. Um diese Vorgaben zu erfüllen, musste die Verpflegung in Vertragseinrichtungen organisiert und rechtzeitig Belegungsverträge mit Hotels, Pensionen und Privatvermietern geschlossen werden, weil noch keine SV-eigenen Heime und Sanatorien zur Verfügung standen. Damit wurden die privaten Badekuren deutlich zurück gedrängt.

 

  1. Mai Schreiben des Bürgermeisters an die Sparkassenzweigstelle (St.-A. Nr. 13).

Huster hatte bei der Entnazifizierungskommisssion gegen den Bescheid Widerspruch eingelegt und solange darüber nicht entschieden war, behielt er den Mutigen Ritter“. Noch im März warb er für das „Erste und größte Haus am Platz“ bzw. „Ein Huster-Betrieb, urkundlich nachweisbar seit 1040“ . Als der Widerspruch abgewiesen wurde, verschwand Huster. Die Akte mit seinen Entschädigungsforderungen wurde am 17. Juni (BLK-A. Nr. 267) geschlossen. Auf Anfrage der Sparkasse, teilte Langrock mit, dass der FDGB für die Weiterführung des „Mutigen Ritters“ einen Treuhänder einsetzt habe.  

 

  1. Juni „Saurier im Saaletal“ (Freiheit).

Im Uferbereich der Saale waren Versteinerungen mit Abdrücken von Sauriern gefunden worden, die der Mineraliensammlung des Heimatmuseums übergeben wurden.

 

  1. Juni Stellungnahme des Landeskonservators zu Kreipitzsch (BLK-A. Nr. 106)

Auf seine Anregung hin hatte der Innenminister die Erhaltung des Schlößchens mit seinem sechseckigen Treppenturm aus dem Jahr 1611, der das verheerende Feuer im 19. Jahrhundert überstanden hatte, genehmigt und die Stadt wurde angewiesen den Schloßgarten zu verpachten und das Schlößchen dem Pächter zu vermieten, damit diese Anlage als lohnenswertes Ausflugsziel erhalten werden.

 

  1. Juni Vororttermin an der Schäferei (BLK-A. Nr. 939)

Bürgermeister Langrock hatte Vertreter der Landesregierung eingeladen, um mit ihnen das weitere Vorgehen zu besprechen, nachdem das Schulgut hier wieder eine Schafherde eingestallt hatte. In Anbetracht der Entwicklung zum „Bad der Werktätigen“ und der bevorstehenden Übernahme des „Mutigen Ritters“ seitens der SVA, sollte die Herde in Pforta untergebracht werden, zumal dort genügend Platz war. Außerdem habe man die Absicht, das Wohnhaus des Schäfers als Heimatmuseum zu nutzen.

 

  1. Aug. Die Aufgaben des Zweijahresplanes der örtlichen Industrie (Freiheit).

Während die Holzfabrik wegen fehlender Maschinen mit der Sperrholzfabrikation noch nicht begonnen hatte, arbeiteten die Käthe-Kruse Werkstätte wieder für den Export und produzierten nebenher Igelitschuhe für die Bevölkerung. Der VEB Zementwerk beabsichtigte die Einführung des Zweischichtbetriebes und die Wiederinbetriebnahme der Ziegelei. Die Auer-Mühlenwerke wollten durch eine bessere Ausnutzung der Wasserkraft mehr Strom erzeugen und in das städtische Netz abgeben und das Landesgut versuchte sich bei der Gewinnung von Tomatensamen. P. Bernhard schließlich eröffnet ein Konstruktionsbüro für Schwermaschinenbau (Born)

 

  1. Aug. Die katholische Pfarrvikarie wird eigenständig (MZ 1993).

Das Paderborner Erzbistum übertrug der Vikarie die eigenständige Vermögensverwaltung, eine Reaktion auf die Währungsreform in der SBZ vom 23. Juni.

 

  1. Sep. Aufruf zum Ehrendienst der Hilfsaktion: „Wir bauen auf“ (St.-A. Nr. 456).

Alle erwerbsfähigen Einwohner, Selbständige, Arbeiter und Angestellte mussten 32 Stunden unbezahlte Arbeit leisten. Erfolgte das am Arbeitsort, kam der erarbeitete Lohn auf ein Sonderkonto der Landekasse. Selbstständige wurden zur unentgeltlichen Arbeit, z. B. beim Bau der Neubauernhäuser in Kukulau eingesetzt.

 

  1. Sep. Anweisung der Kreisverwaltung zur Pflichtablieferung (BLK-A. Nr. 632)

Die Stadt wurde angewiesen, der Brennerei Schulpforte 10 Tonnen Kartoffeln, die nicht für die menschliche Ernährung geeignet waren, aus dem Pflichtsoll der Alt- und Neubauern zu liefern. Bis 8 km Transportentfernung sollten Gespanne verwenden werden, darüber hinaus könnte man einen Traktor beim Landkreis beantragen.

 

  1. Okt. Eröffnung der Kulturwoche des Kulturbundes (priv).

Jeder Tag hatte ein anderes Motto, Tag der Volkshochschule, Tag des Buches, Tag der deutschen Dichtung, Tag der Schule, Tag des Theaters, Tag der Musik.

 

  1. Okt. Betriebs- und Personenstandaufnahme (St.-A)

In der Kernstadt wohnten 4.632 Einwohner in 410 Häusern mit 1.670 Haushalten. 269 Gewerbebetriebe wurden gezählt.

 

  1. Okt. Löschung der Grunddienstbarkeit der Schäferei (BLK-A. Nr. 939)

Damit bestanden keine juristischen Hindernisse, die Herde auszuquartieren. Doch dem Provinzialgut wurde die Benutzung des Stalles und der Schäferwohnung noch bis zum 30. 09. 1951 gestattet. Die Scheune ging in den Besitz der Stadt über, die hier ein Lager einrichtete.              

 

             Enteignung der Lindenhof-Lichtspiele (Born).

Dem Besitzer wurde wegen Mitgliedschaft in der NSDAP das Gewerbe entzogen. Die Vorführungen erfolgten dann vom KWU des Landkreises Weißenfels.

 

  1. Okt. Die SVA Sachsen-Anhalt übernimmt den „Mutigen Ritter“ (St.-A).

Nach kurzer Treuhänderschaft übernahm die SVA das enteignete Kurhotel in ihre Rechtsträgerschaft.Im „Kurheim“ wurden zunächst Arbeiter aus den Kohlen- und Erzbergbau mit schweren Atemwegserkrankungen eingewiesen. Die Behandlung fanden in den städtischen Einrichtungen statt. Für die ärztliche Betreuung bestanden mit den niedergelassenen Kassenärzten Verträge. Die Preise für die Kurmittel wurden nun von der SV-Abt. Heilverfahren festgelegt. Während die Kapazität der städtischen Badeeinrichtungen und die Anzahl der praktizierenden Ärzte ausreichte, bereitete die Bereitstellung der Betten Probleme, da das Kurheim nur über eine begrenzte Zahl verfügte. Nach wie vor war man die Belegungsverträge mit den privaten Vermieter angewiesen, die nun eine Ausschließlichkeitsklausel beinhalteten. Gezahlt wurden 1,75 RM pro belegten und 1,00 RM für ein nicht belegtes Bett pro Tag. Das beinhaltete Reinigung, Beleuchtung und Beheizung. Die Bettwäsche stellte das VSB ebenso deren Wäsche und auch das Gepäck wurde gebracht und abgeholt.

Die vom Heimleiter Hack beim Architekten Pfisterer beauftragten Umbauten, sollten die Unterbringung von 80 Patienten ermöglichen. Ab dem 12. November sollten der erste Durchgang begonnen werden. Die Küchenkapazität wurde dahingehend ausgebaut, dass möglichst viele in privaten Unterkünften untergebrachten Kassenpatienten zentral nach der für sie geltenden Lebensmittelkarte versorgt werden konnten.   Damit war das „Ende eines Weges der vom feudalen Herrensitz über das Quartier des höchsten Adels und der Großbourgeoisie zum Mann der Arbeit führte“ erreicht, wie in der Festschrift zum zehnjährigen Bestehen des SV-Kurheimes festgestellt wurde.

Nach der Statistik wurden bislang 32.968 Solevollbäder, 3.452 medizinische Bäder, 8.564 Kabineninhalationen, 17.369 Unipolar-Inhalationen, 14.569 Körting-Rauminhalationen und 7.547 Rauminhalationen abgegeben und 23.345 die pneumatischen Kammern in Anspruch genommen (BLK-A. Nr. 820).

 

  1. Nov. Suchanfrage des italienischen Roten Kreuzes (BLK-A. Nr. 819).

Angefragt wurde nach Gräbern von italienischen Staatsangehörigen. Nach Aussage des Friedhofgärtners wurden Gicoanni Accetta am 28. 6. 45 und Gondo Immocanco am 27. 06. 45 beerdigt. Beide starben im „Ausländerlager“, wo „Nichtalliierte“ wie Fremdarbeiter und möglicherweise auch ehemalige Häftlinge aus dem KZ Buchenwald untergebracht waren.

 

  1. Nov. Suchanfrage des Französischen Militärkommandos (BLK-A. Nr. 819)

Gesucht wurde die Grabstelle des Niederländers Jacobus Kool. Der war am 23. 05. 45 im Allied Hospital verstorben. Die sterblichen Überreste wurden 1948 exhumiert und überführt.

 

  1. Dez. Verkauf der Wehrmachtsbaracke an die DREIKA Werke für 1.545 DM (BLK-A. Nr. 723)

 

  1. Dez. Beschluss zur Weihnachtsbeihilfe (St.-A. Nr. 496)

Wegen der angespannten Kassenlage als Folge der Währungsreform (22. Juni, wobei pro Person 70 RM in Verhältnis 1 : 1 getauscht wurde) standen nur 2.000 Mark für 6 Haushalte von Klein-und Sozialrentnern und 57 Haushalte von Ortsarmen und FU-Rentnern, dazu kamen unter den Umsiedlern 59 Einzelpersonen und 77 Familien. Berechtigte Einzelpersonen bekamen 5 Mark, Ehepaare 10 Mark.

 

  1. Dez. Bekanntmachung zur Weihnachts-Mehlspende (St.-A. Nr. 496)

Unter Vorlage eines Berechtigungsscheines erhielt man beim Kaufmann Oelze eine Sonderration Mehl.

 

1949

 

  1. Jan. Gründung des „Kommunalwirtschaftlichen Unternehmens“ (Born).

Um die Verwaltung zu entlasten, wurden die wirtschaftlichen Bereiche ausgegliedert und in einem städtischen Eigenbetrieb dem KWU zusammengefaßt. Dazu gehörten der Badebetrieb, die Soleanlagen, das städtische Wasserwerk, die Straßenreinigung, die Liegenschaftsverwaltung und der Omnibusverkehr. Direktor des KWU war Heilmann, sein Stellvertreter der Maschinenmeister Böhme.

 

  1. Jan. Gründung einer Maschinenausleihstation in der Domäne Fränkenau (Born).

Eine gleichmäßige und gerechte Ausstattung der Neu-, Klein- und Mittelbauern mit den landwirtschaftlichen Geräten der enteigneten Güter war wegen fehlender Menge fehlgeschlagen. Nun wurde Gerät und Technik wieder eingesammelt und zentral verwaltet. Die MAS verlieh dann die Geräte teilweise auch mit Bedienung gegen Bezahlung. Gleichzeitig erfolgte auch die Reparatur in den MAS. Der Maschinenpark in Fränkenau bestand anfangs aus zwei Lanz-Traktoren, zwei Drillmaschinen und einem Grubber, zum Personal gehörten 4 Mann, die Leitung hatte P. Hein, dem dann G. Kurzhals folgte.

 

  1. Januar Sitzung des Gemeinderates von Saaleck (St.-A. Nr. 332)

Nach der Auflösung der Finanzschule in den Saalecker Werkstätten zum 31. 01. und der Übergabe an die Abt. Wirtschaft und Verkehr des Landes zur Einrichtung einer Schule der Konsumgenossenschaft war von übergeordneter Stelle der Gemeinderat angewiesen worden, die dort wohnenden Familien im Dorf unterzubringen. Das betraf auch die Umsiedler im Stendorfer Herrenhaus, dass nun auch zum Abbruch freigegeben wurde. Insgesamt waren 22 Familien mit 70 Personen betroffen, mit deren Unterbringung die Gemeinde einfach überfordert war und sich Hilfe suchend an den Weißenfelser Landrat wandte. Daraufhin wurden einige Familien in Bad Kösen, Naumburg und Weißenfels untergebracht.

 

  1. Feb. Eröffnung des Kurheims der SVA Sachsen-Anhalt (Born).

Die Umbauarbeiten hatten doch mehr Zeit in Anspruch genommen als geplant. Die Belegungsverträge mit den privaten Vermietern wurden nun von hier aus geschlossen. Dazu gehörten Bahse, Deckert, Muschalla (Griseldis), Leinhos (Kirchner), Opel, Rothe (Thüringer Haus), Gaßmann und Noack-Hertel.

 

  1. Mär. Die SVK eröffnet ein Büro in der Friedrich- Ebert Str. 1 (BLK-A. Nr. 739).

 

  1. Mär. Aufnahme der Paketzustellung mit dem Handwagen (Born).

 

  1. Mär. „Klare Rechnung der Volkssolidarität“ (Freiheit).

Die VS legte Rechenschaft über die Verwendung der Sach- und Geldspenden der Bevölkerung ab.

 

       Mär. Berichterstattung des Bürgermeisters vor den Stadtverordneten (St.- A. Nr. 754)

Dieser informierte über die von der SMAD angeordneten Einführung einer „demokratischen Gemeindeverfassung“. Damit wurde der Magistrat abgeschafft und an dessen Stelle trat ein von der Gemeindevertretung gewählter Gemeinderat.  

 

  1. Mär. Einstufung der Wehrmachtsbaracken (BLK-A. Nr. 723)

Die Baracken fielen nicht unter den Sequestrierungsbefehl 124, sondern unter den Befehl 126 „Umgang mit konfiszierten Vermögen der NSDAP, ihrer Organe sowie der Kriegsverbrecher“.

 

  1. Apr. Die Stadt kauft das Grundstück Parkstraße 12 (priv).

Die Verkäufer der Gastwirt Max Schade und dessen Ehefrau erhielten ein lebenslanges Wohnrecht und eine monatliche Leibrente von 200 DM.

 

  1. Apr. Die Stadt überträgt das Herrenhaus der Domäne Fränkenau der MAS (Born).

Nach der Enteignung des Pächters Kitzing wurden im Herrenhaus Umsiedler untergebracht. Nun wurde hier die Verwaltung untergebracht. In den Ställen und Scheunen war außerdem genügend Platz für die Technik und die Werkstatt.  

  1. Mai   Wiederaufnahme die Motorbootverkehrs.

 

  1. Mai   Eröffnung der ersten Verkaufsstelle der staatlichen Handelsorganisation (Born).

Die HO hatte das Heckenbergsche Geschäft an der Brücke übernommen und bot hier erstmals wieder Lebensmittel ohne Bezugsscheine an, allerdings waren die Preise sehr hoch.

 

  1. Juni Wiedereröffnung der Ritter-Klause in der Loreleypromenade (priv).

 

  1. Juli Bestätigung der Wasserrechte für die Carl Auer KG (priv).

Damit verbunden war die Genehmigung zur Verbreiterung des Einlaufs. Die menge von 7,4 m³/s war Voraussetzung für den Einbau neuer Turbinen. Die deckten nicht allen den Bedarf der Mühle sondern speisten auch in das Ortsnetz ein. Im Vorfeld des Genehmigungsverfahrens wurde auch eine grundhafte Sanierung des Wehrdammes empfohlen, was aber wegen fehlender Mittel zunächst nicht weiter verfolgt wurde.

 

  1. Juli Sitzung des Gemeinderates von Saaleck (St.-A. Nr. 326).

Auf Anordnung des Landkreises sollte die enteignete Müllersche Villa ab dem 01. August als Kinderheim genutzt werden. Die dort eingewiesenen drei Familien wurden nach Weißenfels gebracht. Darüber hinaus wurde informiert, dass die Witwe Stein Besuchern der Burg Saaleck die Geschichte in einer „nicht den heutigen Anschauungen entsprechender Form“ nahe bringt.

 

  1. Aug. Die Stadt lehnt die Übernahme des Hilfskrankenhauses ab (LDZ).

Nach der Auflösung der Löfflerschen Stiftung und des Hilfskrankenhauses stand die ehemalige Kaiserin Auguste Viktoria Kinderheilstätte leer. Die Ablehnung wurde mit dem schlechten baulichen Zustand, fehlender Nutzungskonzeption und nicht vorhandenen Mitteln begründet.

 

  1. Aug. Denkmalpflegerisches Gutachten zur Schäferei (BLK-A. Nr. 939)

Der Landeskonservator hatte einen renommierten Experten für hochmittelalterliche Bauten, den Architekten Hermann Wäscher mit der Begutachtung betraut. Wäscher erkannte in den Bauresten des Schafstalles die kulturhistorische Bedeutung eines der wenigen aus der Romanik herrührenden Profanbaues und empfahl die Wiederherstellung und museale Nutzung. Das Wohnhaus und die Scheune waren wesentlich jünger. Sie entstanden erst in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts.

 

  1. Aug. Wasserfest auf der Saale (St.-A. Nr. 440)

Zwischen dem Bootskorso, dem Feuerwerk und der Siegerehrung wurde der Wasserfall an der Loreleypromenade illuminiert. Ab 22 Uhr spielten im Kurgarten zwei Kapellen. Das Fest kostete 2.430 DM, eingenommen wurden 2.534 DM. Die Genehmigung für das Feuerwerk wurde bei der Kommandantur in Weißenfels beantragt.

 

  1. Sep. Parkfest (St.-A. Nr. 440).

Im illuminierten Park spielte die Kurkapelle und das Ballett des Stadttheaters Zeitz trat auf .

 

  1. Sep. Übergabe der von der Stadt angemieteten Wehrmachtsbaracke (BLK-A. Nr. 723)

Die von der Feuerwehr genutzte Baracke übergab das Land Sachsen-Anhalt, vertreten durch das Steueramt Weißenfels dem Ministerium für Inneres, Abt. Landesbrandschutz, vertreten durch den Kreisbrandschutzamt Weißenfels, dem jetzt die FFW unterstand.

 

     Sep. Pflasterung der Ernst-Thälmann-Straße (Born).

Den Auftrag erhielt die Fa. Flugel, eine der ersten Firmengründungen nach dem Krieg, die dann bis in die 80iger Jahre maßgeblich beim örtlichen Straßenbau beteiligt war. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 35.800 Mark.

 

  1. Okt. Betriebsausflug der Stadtverwaltung und des KWU nach Oberhof (priv)

Dazu wurde eine kleine Festschrift allen Teilnehmern übergeben.

 

  1. Okt. Personenstandsaufnahme (St-A).

In der Kernstadt wurden 1.847 Männer und 2.714 Frauen gezählt. Die Zahl der Haushalte betrug 1712.

 

  1. Okt. Treffen mit Vertretern des Volksbildungsministeriums (BLK-A. Nr. 939).

Wäscher und der Bürgermeister informierten über die Pläne zum Umbau des Schafstalles zum Heimatmuseum, weil es sich hier um die Überreste des ältesten romanischen Profanbaus in Sachsen-Anhalt handelt, deren Bedeutung für das Land nicht hoch genug einzuschätzen sei. Die Kosten wurden mit 255.000 Mark angegeben. Fehlende Mittel und das bis Ende 1951 eingeräumte Nutzungsrecht für das Provinzialgut verhinderten die Umsetzung.

 

  1. Okt. Bergamtliche Revision des „Solequellenbergwerkes“ (priv).

Die Kontrolle der Bezirksbergbauinspektion beschränkte sich auf den zugänglichen Teil des oberen Schachts, wobei nur geringe Mängel festgestellt wurden. Von der historischen Fördertechnik des „Solquellenbergwerks“ waren noch fünf Pumpen in Betrieb, die 3,6 m³ in der Stunde förderten..

Hinsichtlich des Gradierwerks wurde das KWU angewiesen, die im Standsicherheitsgutachten von 1946 bereits kritisierten Mängel zu beheben. Außerdem wurde darauf hingewiesen, dass der Stadt 1912 das Bergwerkseigentum des „Victoria-Sprudels“ verliehen wurde und dass auch die Aufbereitungsanstalten für Sole der Kontrolle der Bergbehörde unterliegen.  

 

  1. Nov. Antrag der FDJ-Ortsgruppe von Saaleck (St.-A. Nr. 3269

Die Gruppenleiterin Hanna Seipelt beantragte die Einrichtung eines FDJ-Jugendtreffs im Turm der Burg Saaleck. Die Burg war nach der Enteignung des Dichters Stein an die Gemeinde gekommen und diese hatte die Wohnung der Witwe Stein vermietet. Der Antrag der FDJ wurde befürwortet und die Wohnung gekündigt.

 

  1. Dez. Beschluss zur Übertragung der Turnhalle an die FDJ (BLK-A. Nr. 739)

Die Stadtverordneten hatten im Juni 1947 beschlossen, die Übertragung der Turnhalle in das Eigentum der Stadt zu beantragen. Gleichzeitig hatte der Landesverband der FDJ mit Hinweis auf den Befehl Nr. 82 ebenfalls die Rechtsträgerschaft beantragt. Die Stadt zog ihren Antrag zurück, überließ das Gebäude der FDJ, behielt aber den Grund und Boden.

 

             Der Speisesaal des Hotels „Deutsches Haus“ wird Kinosaal (Born).

Nachdem die Lindenhof-Lichtspiele wegen technischer Mängel geschlossen wurden, pachtete der KWU des Landkreises den Saal und installierte hier die beschlagnahmte Technik vom Lindenhof.

 

            Die DREIKA-Werkstätten verlegen ihren Betrieb (Born).

Nachdem W. und G. v. Kornatzki mit der Anmietung der Wehrmachtsbaracke die Produktion in die Rudelsburgpromenade verlegt hatte, kauften sie nach Abzug der Roten Armee das Toepfersche Grundstück samt Werkstatt und Wohnhaus und verlagerten ihre 1919 gegründete Firma aus der Wurstfabrik hierher.

 

             Entwurf für ein Kindersanatorium und ein Freibad (St.-A. Nr. 462)

Die Pläne des Architekten E. Werner aus Leipzig zeigen einen großzügigen wohl 200 Plätze fassenden Neubau an der Kukulauer Straße. Ebenso attraktiv der Entwurf (Ansicht) der Funktionsbereiche eines Freibades in der Weniger Aue.

 

1950

 

  1. Jan. Personalstatistik des KWU (BLK-A. Nr. 820).

Insgesamt waren 65 Arbeitnehmer (39 Männer, 26 Frauen) beschäftigt, darunter 32 im Kurbetrieb, 8 im Liegenschaftsbereich und 11 in der Hauptverwaltung

 

  1. Apr Dietrich Seeber übernimmt die Germania-Drogerie in der Lindenstraße 8 (NTB 1994).

Seebers Großvater hatte 1891 eine Drogerie in der Naumburger Herrenstraße gegründete.

 

               Pflasterung der Borlachstraße (19 TDM) und der Grünen Gasse (11 TDM) (Born).

 

  1. Mai Die Saalebrücke erhält den Namen „Brücke der Einheit“.

 

  1. Mai Sitzung der Gemeindevertretung von Saaleck (St.- A. Nr. 326)

Frau Stein hatte sich wegen der Kündigung ihrer Wohnung bei der Kreisverwaltung beschwert. Bis zu deren Entscheidung blieb sie auf der Burg und verkaufte hier Andenken.

 

  1. 13. Juni Beschluss zur Einstellung des Flurschutzes (St.-A.).

 

  1. Juni Sitzung des Saalecker Gemeinderates (St.-A. Nr. 326)

„Die Gemeindevertretung der Gemeinde Saaleck erteilt in Durchführung des Gesetzes des Landtages vom 27. 04. 1950 über die Änderung der Kreis- und Gemeindegrenzen ihre Zustimmung zur Zusammenlegung mit der Gemeinde Bad Kösen“ gez: Just, Reichenbach, Tröbitz, Krieg, Schneider, Ehrhardt, Frau Kreßler.

 

  1. Juni Gutachten zur Beschaffenheit des Gradierwerks (priv).

Erler, Baumeister und Architekt (Kukulauer Str. 4) erklärte, dass das Bauwerk dem Schnee- und Winddruck standhalten würde, dagegen die Begehbarkeit wegen der zahlreichen Schäden nur noch eingeschränkt möglich sei und Reparaturen dringend erforderlich wären.

 

  1. Juli Ernst Lux (SED) wird neuer Bürgermeister (St.-A.).

Sein Vorgänger Langrock wurde stellvertretender Landrat, behielt aber seine Wohnung in der August-Bebel-Straße 15.

 

  1. Aug. Volkszählung (Born).

Die Bevölkerung zählte 6.349 Personen, davon 2.687 Männer und 3.662 Frauen. Es gab 79 Geburten, 84 Todesfälle und 73 Hochzeiten.

 

  1. Sep. Die Volksschule wird Zentralschule (Born).

Ab der 7. Klasse wurden nun auch Schüler aus Punschrau, Saaleck und Lengefeld unterrichtet.

 

     Sep Sommernachtsball zum 50jährigen Bestehen der Parkanlagen am Gradierwerk (LDZ).

Bisher wurden 9.343 Erwachsene und 1.540 Kinder registriert. Die 4 pneumatischen Kammern mit einem Fassungsvermögen von 33 Patienten wurden rund 50.000 Mal in Anspruch genommen. Dazu kamen 107.000 Inhalationen, 27.000 Voll- und 15.000 Solebäder. Der Kulturbund hatte 25 Veranstaltungen organisiert und die zwölfköpfige Kurkapelle 130 Konzerte gegeben.

 

  1. Sep. Vorstellung der Kandidaten der Nationalen Front zur Kommunalwahl (LDZ).

Die Nationale Front, hervorgegangen aus den Antifa-Ausschüssen, vereinigte nun alle Parteien und Massenorganisationen der DDR. Für die Wahlen auf allen Ebenen wurden nur noch die Kandidaten auf der Einheitsliste der NF zugelassen. Damit konnten weder einzelne Parteien noch Einzelbewerber gewählt werden. Damit gab es faktisch keine Wahlmöglichkeit. Dabei sorgten Wahlhelfer dafür, dass möglichste alle Wahlberechtigten im Wahllokal erschienen und diese Einheitsliste in die Urne steckten. Entzog man sich der „Wahlpflicht“ musste man mit im Wahllokal Ein Fernbleiben zog teils unangenehme Konsequenzen nach sich. Daher erreichte die Wahlbeteiligung fast 100 % ebenso die Zustimmung zur Einheitsliste. Für diese Liste hatte die SED E. Schubert, R. Nisseleit, E. Firchau, J. Braune, P. Müller, E. Kreßler, A. Reiche, Dr. R. Michalik, die LDP Schauer, Hörig, Gericke und P. Toepfer und die CDU K. Schmidt, J. Haucke, W. Grunitz und M. Speck.

 

  1. Sep. Schreiben des Ortsvorstandes des Kulturbundes an den Kreisausschuss (St.-A.).

Der Kassierer hatte sich aus der Vereinskasse bedient und unter Umgehung der polizeilichen Meldepflicht das Territorium der DDR verlassen. Der finanzielle Schaden sollte durch den Verkauf der von ihm zurückgelassenen Möbel ausgeglichen werden.

 

  1. Okt. Kostenvoranschlag zur Entfernung der Ritterfiguren (St.-A.)

Weil die nicht mehr zu einem Kurheim der Werktätigen passten, beauftragte die Heimleitung die Fa. Kühnl mit der Entfernung.

 

  1. Okt. Einsetzung eines Treuhänders für die Käthe-Kruse-Werkstätten (LDZ).

Käthe Kruse hatte sich im Sommer in die Westzone abgesetzt und den Geschäftsmann Kurt Lubrich (Fabrikation & Großhandel) als Treuhänder eingesetzt. Der wurde inzwischen verhaftet und ein staatlicher Treuhänder eingesetzt. Die Firma wurde KG und stellte Künstlerpuppen her.

In Bad Pyrmont hatte die Familie Kruse wieder mit der Puppenproduktion begonnen, die dann nach Donauwörth verlagert wurde. Die Firma klagte wegen der Urheberrechte gegen den volkseigenen Betrieb, der 1964 die Produktion von Puppen vollständig einstellte. Käthe Kruse wurde mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt und starb 1968 in Murnau am Staffelsee.

 

  1. Okt. Gemeinderatswahlen (Freiheit).

4.895 der 4.898 registrierten Wähler stimmten für die Einheitsliste der Nationalen Front. Am Wahltag wurden in Kukulau fünf Neubauernhäuser übergeben, für deren Grundmauern die Steine vom Rittergut Kreipitzsch verwendet wurden, weil das Kukulauer Herrenhaus nicht zum Abbruch freigegeben wurde.

 

     Okt. Eröffnung des Kinderheims „Komsomol“ (Born).

Nach der Verzichtserklärung der Stadt kam die frühere Kaiserin Auguste Viktoria Kinderheilstätte in die Rechtsträgerschaft des Landkreises Weißenfels. Untergebracht wurden 58 Waisenkinder, aber auch Kinder aus „fragwürdiger Umgebung“. Zum Personal gehörten der Heimleiter und 6 Erzieher.

 

  1. Okt. Werbung für eine „Friedenspostkarte“ (LDZ).

Stadtverwaltung und KWU gaben diese Karte heraus, die in die Westzonen geschickt werden sollte.

 

  1. Nov. Stadtverordnetensitzung (St.-A. Nr. 327).

P. Müller (SED) wurde zum Stadtverordnetenvorsteher gewählt. Stellvertretern waren K. Schauer (LDP) und L. Hofemeister (DFD), Schriftführer H. Stahnke (FDJ) und J. Gericke (LDP-KB) und Protokollführer R. Kirschner.

 

  1. Nov. Feierliche Namensverleihung für den Kurheim der SV Sachsen-Anhalt (Freiheit).

Das verstaatlichte Kurheim erhielt den Namen „Ernst-Thälmann“, ehemaliger Reichstagsabgeordneter und Vorsitzender der KPD, der im KZ Buchenwald ermordet wurde. Die Festreden hielten Bürgermeister Lux, der Heimleiter und der Heimarzt Dr. Michalik.

 

  1. Dez. Das Bischöfliche Kommissariat Magdeburg kauft die Ehrenbergsche Villa (NTB 2007)

1947 hatte Frau v. Ehrenberg ihr Haus dem Bistum vermietet, dass es als Erholungsheim für Priester, Kirchenbedienstete und Theologiestudenten nutzte. Nach dem Kauf wurde das Anwesen nach dem Paderborner Bischof Konrad Martin benannt und von zwei Ordensschwestern geleitet. Frau Ehrenberg wohnte hier bis zu ihrem Tod 1975.

 

  1. Dez. Schreiben der Bergbauinspektion an die Landesregierung (priv).

Der staatliche Holzhandel verweigerte die Freigabe der Hölzer für die von der Bergbehörde beauflagte Reparatur des Gradierwerks. Der KWU informierte das Bergamt, welches sich an das zuständige Landesbehörde wandte.

 

  1. Dez. Stadtverordnetenversammlung (St.-A. Nr. 327).

Anlässlich des 71. Geburtstages von Stalin wurde beschlossen, den Bahnhofsvorplatz in „Platz der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft“ umzubenennen.

 

  1. Dez. Stadtverordnetenversammlung (St.-A. Nr. 327/LDZ).

Bestätigt wurde Lux (SED) als Bürgermeister und Heinich, Schauer und Wimmer zu ehrenamtlichen Stadräten ernannt. Neben dem Verwaltungsrat des K.W.U. wurden 8 ständige Kommissionen mit jeweils 9 Mitglieder berufen: Bildung u. Kultur (A. Pröls), Handel u. Versorgung (L. Hofemeister), Haushalt u. Finanzen (K. Kaun), Jugend (H. Stahnke), Landwirtschaft (Fr. Glathe), Sozialwesen (R. Nisseleit), Wirtschaft-Verkehr-Planung-Bau (A. Schubert)und ein Wohnungsausschuss (E. Firchau).

Zugestimmt wurde der Eingemeindung von Saaleck-Stendorf und die Übertragung der gemeindeeigenen Immobilien und Grundstücke auf die KWU.  

 

             Aufgabe des Mühlenbrunnens wegen baulichen Verfall (Giessler).

 

             Verzicht auf die kostenlose Arbeit einer Diakonissin (Lazarus Freundesbrief 1991)

 

             Volkszählung

In der Stadt samt Ortsteilen waren 6.349 Personen gemeldet, davon 2.687 Männer und 3.662 Frauen. Das städtische Wasserwerk verzeichnete im Jahr 1949 einen Verbrauch von 134.709 m³.  

 

1951

 

  1. Jan. Bericht zur Stadtverordnetensitzung (Freiheit).

Mit der Eingemeindung von Saaleck waren das „Himmelreich“ und die Burg Saaleck städtischer Besitz. Die Stadtverordneten bestätigten den Pachtvertrag für das Himmelreich mit Reichenbach. Die Burg Saaleck wollte man der Landesregierung übertragen, denn diese könnte „den werktätigen Besuchern die Geschichte der Burg im fortschrittlichen Sinne nahe bringen, als es die Saalecker Einwohner oder ganz und gar die Frau Stein es bisher taten“ .

 

  1. Jan. Schreiben des Ing. Büros Freitag zum Umbau des Wehrdammes (priv).

Das Büro drängte auf eine Sanierung des Wehrdammes, wobei die ins Feld geführten Gründe mehr als fadenscheinig waren und es offenbar nur um einen lukrativen Auftrag ging.

 

  1. Feb. Öffentliche Sitzung des Wohnungsausschusses (LDZ).

Es wurden 35 Anträge behandelt. Danach durften die Zuhörer „in disziplinierter Weise von dem Recht der Kritik Gebrauch machen.“ Damit wollte man die auch öffentlich kritisierten „Schwächen überwinden“, zweierlei Maß bei der Belegung privater Wohnhäuser.

 

  1. Feb. Stadtverordnetensitzung in Saaleck (St.-A. Nr. 327/LDZ).

Zunächst wurde festgestellt, dass die Erfüllung des Volkswirtschaftsplanes 1951 und die Frühjahrsbestellung den Frieden sichern. Dann wurde die Übernahme des „Dorfwirtschaftsplans“ in den städtischen Volkswirtschaftsplan beschlossen und die Instandsetzung des Stendorfer Wasserwerkes versprochen.

Auch der von der Regierung der DDR ausgelösten Propagandakampagne unter der Losung „Deutsche an einen Tisch“ wollte man hier nachkommen und beschloss, Kontakt zur Gemeinde Bad Reichenhall aufzunehmen.

 

  1. Feb. Eingemeindung des Göttersitzes nach Niedermöllern (Kaufmann 2015)

 

  1. Mär. Ankauf der urgeschichtlichen Sammlung Röblitz (BLK.-A Nr. 919)

Für Steinbeile, Urnen und einige Mammutknochen zahlte das städtische Museum 200 Mark.

 

  1. Mär. Bericht über die Messebeteiligung der Käthe-Kruse-Werkstätten (Freiheit).

Von Seiten des staatlichen Treuhänders wurde versichert, dass auch nach dem Weggang der Unternehmensgründerin durch die gute Auftragslage die Weiterbeschäftigung aller Mitarbeiter gesichert ist.

 

  1. Mär. Stadtverordnetensitzung im Kulturhaus der MAS Fränkenau (St.-A. Nr. 327/LDZ).

Informiert wurde über die Auflösung des KWU und die Rückführung in die städtische Verwaltung. Über die Gründe wurde offiziell nichts verlautet. Nur M. Born merkte dazu an, man „mußte über die Verschwendung die getrieben wurde nur staunen (.) Die ganze Gründung war ein tot geborenes Kind und hat Millionen verschlungen. Die stv. Direktorin Kolitzus ging nach dem Westen und zwar legal. Der techn. Leiter Böhme ließ sich hier von seiner Frau scheiden und ging illegal nach dem Westen. Er hat die Kolitzus dort geheiratet“

Dann wurde dem Beitritt zum Wasserversorgungszweckverband zugestimmt, zu Gunsten der bevorstehenden Weltfestspiele auf die Sitzungsgelder verzichtet und beschlossen, mit Bad Kreuznach ins Gespräch zu kommen, weil Bad Reichenhall nicht reagiert hatte.

 

  1. Apr. Eröffnung der Kursaison (LDZ).

Höhepunkt war die Einweihung der Apsis mit dem Solebrunnen auf der Ostseite des Kurmittelhauses in Anwesenheit des Hauptreferenten des Gesundheitsministeriums und des Referenten der Abteilung Kur- und Bäderwesen bei der Landesregierung. Der Chefarzt Dr. Kosch erläuterte dabei die Therapieangebote. Dazu gehörten die „Inhabad“-Abteilung. Dazu gehörten 12 Apparate zur Mund- und Naseninhalation mit „medikamentösen“ Zusatzstoffen, eine Sauerstoff-Abteilung, wo schwere Asthmaerkrankungen mit „Asthmatol“ behandelt wurden sowie der große Inhalationssaal und 9 Einzelkabinen zur medikamentösen Soleinhalation bei Bronchialkatarrh. Das „Elektro-Unipolair“ Inhalatorium war die einzige Anlage in der DDR, wo die Solezerstäubung über eine Kugel mit einer Gleichspannung von 38.000 Volt erfolgte. Im Südflügel befanden sich vier pneumatische Kammern, in denen mittels Unter- und Überdruck die Lungenfunktion angeregt wurde. Die Medizinischen Badeanstalt verfügte über 24 Einzelwannen für Sole-, Sauerstoff- und Kohlensäurebäder. Dazu weitere 8 Wannen für die Pelosebehandlung. Der Heilschlamm kam aus der Nähe von Rathenow. Eine Abteilung für Elektrotherapie und drei Massageplätze vervollständigten das Angebot. „Hier erholen sich Bergarbeiter statt Korpsbrüder“ resümierte die „Freiheit“.

Außerdem wurde gefragt „Wird Kösen ein Landesbad?“, denn mit der Übernahme der Trägerschaft der Sozialversicherung seitens des FDGB (Gesetz v. 26. April) wurde auch eine Übernahme der städtischen Badeeinrichtungen seitens des Landes wahrscheinlich.

 

  1. Mai Kündigung der Nutzungsvereinbarung über den Schafstall (BLK-A. Nr. 939)

Zwar endete das Nutzungsrecht vereinbarungsgemäß im September. Doch da die Landes-Gutsverwaltung bislang keinen neuen Schafstall hatte, wurde befürchtet, dass sich die Ausstallung erneut verzögert. Daher wurde die förmliche   Kündigung ausgesprochen.

 

  1. Mai Bauerntagung mit Hindernissen (LDZ).

Die MAS hatte die Bauern ihres Bezirks zu einer Informationsveranstaltung im Ernst-Thälmann Heim eingeladen. Doch hier wusste man nichts von einer Tagung und verwies auf den „Kurgarten“, wo man auch nicht informiert war.

 

  1. Juni Eröffnung der ersten HO-Gaststätte „Cafè Central“ (LDZ).

Nachdem die Familie Renner im Westen gegangen war, wurde die Gaststätte verstaatlicht.

 

  1. Juni Stadtverordnetenversammlung (St.-A. Nr. 327)

Auf der Tagesordnung standen die Würdigung zum Tag des Lehrers, die Haushaltssatzung und die Wahl der Schiedsmänner.

 

  1. Juni Bericht zur Tagung der Reichsbahn-Generaldirektion im „Kurgarten“ (LDZ).

Im seinem Grußwort bat der Bürgermeister Lux, dass der Halt von D- oder Schnellzügen geprüft werden sollte.

 

  1. Juli   Dr. Michalik (SED) wird Ärztlicher Direktor des Kurheims (Freiheit).

Der bisherige Chefarzt Dr. Kosch übernahm einen anderen Wirkungskreis. Mit der Einführung eines Ärztlichen Direktors begann die Entwicklung des Volkssolbades zum zweitgrößten Bad in der DDR, führend bei der Behandlung von Atemwegserkrankungen und Kinderkrankheiten.

 

  1. Juli Eingabe beim Gesundheitsamt des Landkreises wegen der Schäferei (BLK-A. Nr. 939).

Die Landesverwaltung der volkseigenen Güter nach der förmlichen Kündigung die Ausstallung der Herde angeordnet, doch der Schäfer Schlotte war dem nicht nachgekommen. Daraufhin beschwerte sich die SV-Heimleitung bei der Stadt, dass man die unhaltbaren Zustände bei der Herde und dem Haus des Schäfers nicht mehr dulden würde. Daraufhin wandte sich die Stadt an die Landesregierung mit der Bemerkung, dass die Querelen eines Einzelnen nicht über den Interessen der Mehrheit stehen dürften.

 

  1. Juli Stadtverordnetenversammlung (St.-A. Nr. 327)

Nach dem Rechenschaftsbericht zum Stand der Jugendförderung verabschiedeten die Stadtverordneten eine Entschließung unter der Losung „Vorwärts zu den den III. Weltfestspielen der Jugend und Studenten für den Frieden in Berlin“

 

  1. Juli Bericht über das Brunnenfest vom 7. bis 9. Juli (LDZ).

Da der bisherige Festplatz an der Medizinischen Badeanstalt inzwischen zur Parkanlage umgestaltet wurde, fand das fest jetzt auf der Wiese neben der Fähre an der „Katze“ statt.

 

     Juli Örtliches Fernsprechverzeichnis (priv).

Demnach waren fast alle Gaststätten und Hotels noch in Privathand: Bahnhofgaststätte (K. Nuschke), „Zur Tanne“ (M. Berlitz), Cafe Gradierwerk (A. Wrede), „Borlachquelle (G. Erck), „Erholung (J. Müller), „Bergschlößchen (K. Weidenbecher), „Göttersitz (Stempner), „Gute Einkehr“, „Himmelreich (W. Reichenbach), Gasthaus Lengefeld (Arnold), „Zur Post“ (H. Storch), „Rektorberg“ (M. Stenull), „Saalhäuser“ (C. Weise), „Schloß Saaleck“ (Mönch), „Schöne Aussicht“ (A. Schulze), Rudelsburg (Scheithauer), Hämmerlings Konditorei (O. Schoppe), Hotel Apel, Hotel Claus, Deutsches Haus (Drese), Zur Katze (Tränkner), Kurgarten (H. Becker), Loreley (May), Hotel Salzmann und der Wehrdamm (Westermann). Auch die meisten Handwerksbetriebe waren privat, so die Bäcker Becker, Bischof, Fielko, Giesecke, und Sonnekalb, die Fleischereien (Arnold, Kathe, Schache, Scherzberg, Reichenbach, Pfaff- Lengefeld, Roßschlächter Kluge) sowie der Einzelhandel (Böhme, Brozat, Burkhardt, Hansen, Hechler, Hoffmann, Jürgens, Keßler, Ölze, Stehr, Timler, Zweigler).

Der staatliche Handel (HO) besaß inzwischen 2 Bäckereien (Burgstr. 20, E.-Thälmann Str. 14) zwei Einzelhandelsläden (Grüne Gasse 3, An der Brücke 3) und die HOG Café Central. Die Konsumgenossenschaft „Solidarität“ besaß in der Stadt vier Geschäfte (K.-Liebknecht Str. 31, M.-Bach Str. 3, E.-Thälmann-Str. 16, K.-Marx-Str. 1).

Beim Kurwesen überwogen auch nach der Übernahme des Kurheims durch die SVA die privat geführten Fremdenheime und Pensionen wie Bahse, Deckert, Muschalla, Kirchner, Opel, Rothe, Gaßmann, Noack-Hertel, Petzold) die allerdings durch Belegungsverträge gebunden waren. Das betraf auch den Kinderbereich wo es neben den privaten Kinderkurheimen (Burkhardt, Klemm, Ohm) das Kindererholungsheim „Klara Zetkin“ (Saaleck), das Kindergenesungsheim der SV Sachsen-Anhalt (M.-Bach Str. 13) und das Landes-Kinderkurheim (M.-Bach Str. 14,15) gab.

 

  1. Aug. Anerkennung der Atemtherapie als Heilmittel durch die SVK (St.-A).

Damit war die Einrichtung die erste in der DDR, die diese Therapie als Kassenleistung abrechnete. Wesentlichen Anteil an der Beantragung verbunden und dem Nachweis der Effektivität und Nachhaltigkeit der Behandlung hatte Dr. Michalik.

 

  1. Aug. Zeitungsbericht über das „Wasserfest“ (LDZ).

Der Wasserfall und die Ufer waren zum Bootskorso illuminiert. Danach gab es ein Feuerwerk und Tanz im „Kurgarten“.

 

  1. Aug. Kaufangebot für die Wehrmachtsbaracke (BLK-A. Nr. 723)

Der Fa. Bernhardt wurde die gemietete Baracke in der Parkstraße für 4.500 DM angeboten. Weil das dem Betrieb zu viel war, einigte man sich auf einen einjährigen Mietvertrag mit einer Kaufoption.

 

  1. Aug. Bericht über das Kindergenesungsheim der SV Sachsen-Anhalt (LDZ)

Das ehemals der AOK Apolda gehörende Haus (Max-Bach-Str. 13) hatte 40 Plätze. Die Aufenthaltsdauer betrug sechs Woche, für die Betreuung gab es vier Pflegerinnen und eine Kindergärtnerin. Die fachärztliche Betreuung übernahmen die ortsansässigen Ärzte, die Anwendungen in den städtischen Kureinrichtungen.

 

  1. Aug. Stadtverordnetenversammlung (St.-A. Nr. 327)

Zur Neuorganisation der „Kartoffelkäfersuchaktion“ musste jeder Haushalt einen Teilnehmer stellen, ausgenommen waren Invaliden- und Altersrentner. Die wurden straßenweise auf die Kartoffelfelder in den Ortsteilen gebracht. Straßenverantwortliche kontrollierten die Anwesenheit, bei unentschuldigten Fehlen drohte ein Strafgeld. Danach beschloss die Versammlung eine Protestresolution wegen der „Vorgänge in den Westsektoren von Berlin während der Weltfestspielen“.

 

    20.  Aug. Bericht über das Kindererholungsheim „Clara Zetkin“ (LDZ).

Nach der Enteignung der Besitzer kam das Landhaus, gebaut nach Plänen von Prof. Schulze-Naumburg, in die Rechtsträgerschaft des Landkreises Weißenfels. Es hatte 35 Plätze für Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren, die hier 4 Wochen betreut wurden.

 

  1. Sep. Neuerungen zum Schuljahresbeginn (Born).

Der Einzugsbereich ab der 7. Klasse umfasste nun auch Niedermöllern, Pomnitz und Obermöllern. Das wiederum erforderte die Organisation des Schülerverkehr. Um für die Schüler Platz zu schaffen wurden im Dachgeschoss weitere Klassenzimmer eingerichtet. Die Bestände des hier eingerichtete Heimatmuseum wurden im Kurmitttelhaus eingelagert. Für die Kinder berufstätiger Eltern wurde im Kindergarten Burgstraße ein Schulhort eingerichtet.

 

  1. Sep. Bericht zum Sommernachtsball am Gradierwerk (LDZ).

Traditionell veranstaltete die Kurverwaltung diesen zum Saisonabschluss.

 

  1. Sep. Stadtverordnetenversammlung (St.-A. Nr. 327).

Eingangs berichteten die Delegierten der Stadt von den Weltfestspielen, dann folgte der Bericht zum Stand der Ernte, der Schälfurche und der Rapsaussaat.

 

  1. Sep. Stadtverordnetenversammlung (St.-A. Nr. 327/Freiheit)

Zu Beginn stimmte die Versammlung der Regierungserklärung der Volkskammer vom 15. 09. zu, was das Bezirksorgan der SED würdigte. Dann wurde über den Stand der Herbstbestellung berichtet.

 

  1. Sep. Bericht über die Brennerei des VEG Schulpforte (LDZ).

Im Landkreis Weißenfels war sie die einzige, in der Kartoffeln verarbeitet wurden. Die 4 Gärkessel fassten 14.000 Liter.

 

  1. Okt. Stadtverordnetenversammlung (St.-A).

Beschlossen wurde, dass Angehörige der Roten Armee 50 Pfg. Badegeld zahlen sollten. Eine Benutzung der Medizinischen Badeanstalt dürfte aber nur Offizieren möglich gewesen sein.

 

  1. Okt. Stadtverordnetenversammlung (St.-A. Nr. 327).

Diesmal stimmte man der Regierungserklärung von Grotewohl vom 10. 10 und dem Interview mit Stalin einvernehmlich zu.

 

     Nov. Eröffnung einer HO-Verkaufsstelle in Fränkenau (Born).

Damit verbesserte sich die Versorgung der Neubauernfamilien und der Beschäftigten der MAS.

 

  1. Nov. Namensgebung für die Pionierorganisation (LDZ).

Diese erhielt den Namen „Martin Andersen Nexö“ wozu eine Grußschreiben des Schriftstellers verlesen wurde. Gleichzeitig wurde in der Rudelsburgpromenade 12 ein Jugendtreff eröffnet.

 

  1. Nov. Antrag der Landesverwaltung der VEG (BLK-A. Nr. 939)

Nach der Intervention der Heimleitung und der Beschwerde der Stadt wurde mitgeteilt, dass erst jetzt die Mittel für den Neubau eines Schafstalls beantragt werden und die Nutzung der Schäferei bis März des kommenden Jahres verlängert werden muss.

 

  1. Nov. Stadtverordnetenversammlung (St.-A. 327).

Die Tagesordnung beinhaltete den Bericht zur allgemeinen politischen Lage und zum Fünfjahrplan, sowie ein Beschluss zur Unterbringung von Kurgästen bei privaten Vermietern.

 

  1. Dez. Schreiben der Landesverwaltung der VEG (BLK-A. Nr. 939).

Nun wurde mitgeteilt, dass die Investitionsbank die Mittel für einen neuen Schafstalls abgelehnt habe, wegen fehlender Bilanzen mit einem Neubau frühestens 1953 zu rechnen sei und daher die Herde weiterhin eingestallt bleibt.

 

               Anordnung zur Entfernung der Denkmale an der Rudelsburg (St.-A).

Beschwerden über diese „reaktionären Denkmale“ veranlassten die Landesregierung dazu, die Stadt anzuweisen diese zu entfernen. Dagegen erhob sich Widerspruch unter der Bevölkerung. Die Stadt sah daher von einer vollständigen Schleifung ab. Zumindest die Sockel ohne Inschriften und das unverfänglicherer Löwendenkmal blieben erhalten.

 

             Verbesserung der Soleförderung (A. Giessler 1954)

Inzwischen hatte man wegen des desolaten Gestänges elektrische Bakelitpumpen installiert. Die größere hatte eine Leistung, die eine direkte Versorgung des Kurmittelhauses ermöglichte, die kleinere bespeiste das Gradierwerk.

 

1952

 

  1. Jan. Gewerbeerlaubnis für die Druckerei Both (St.-A)

Otto Both, der vor dem Krieg die Heyner´sche Druckerei übernommen hatte, erhielt nach seiner Rückkehr aus der Gefangenschaft die Gewerbeerlaubnis. Er starb 1961 und sein Sohn Heinz führte den kleinen Betrieb bis in die 1990er Jahre.

 

  1. Jan. Das Postamt wird Nebenstelle des Hauptpostamtes Naumburg (Born).

 

  1. Jan. Verstaatlichung der Käthe- Kruse- Werkstätten (Born).

Auf „Wunsch der Belegschaft“ wurde die KG in Volkseigentum überführt. Der VEB (K) Puppenwerkstätten - Bad Kösen produzierte weiterhin die Modelle nach den Entwürfen von Käthe Kruse.

 

  1. Jan. Stadtverordnetenversammlung in Saaleck (St.-A. Nr. 327/LDZ).

Einleitend wurde auf die Bedeutung der Erfassung von Buntmetall für das „Nationale Aufbauwerk Berlin“ hingewiesen und das Wahlgesetz vorgestellt. Einstimmig wurde der „Dorfwirtschaftsplan“ sowie die Entfernung der Bäume in der Max-Bach- und Karl-Marx Straße. All dies schien die Saalecker nicht sonderlich zu interessieren, denn die mangelnde Teilnahme wurde kritisiert.

 

  1. Feb. Gründung des VEG Weinbau (LDZ 1982).

Zum Betrieb gehörten die ehemaligen Staatlichen Weinbauverwaltung mit Sitz in den Saalhäusern, 25 Hektar Steillagen und die Rebschule in Naumburg.

 

  1. Feb. Stadtverordnetenversammlung im Kurgarten (St.-A. Nr. 327/LDZ).

Ausgewertet wurde die Stellungnahme der DDR-Regierung zur Remilitarisierung Westdeutschlands. Dann standen Maßnahmen zur Steigerung der Hektarerträge und die Saatgutbeschaffung auf der Tagesordnung. Im Rechenschaftsbericht wurde die Verwirklichung des Jugendförderungsgesetzes, die Verbesserung der Straßenbeleuchtung und dem Abschluss der Gestaltung der Gerstenbergkpromenade hervorgehoben. Kritisiert wurde die Landesregierung wegen Untätigkeit, um die Burg Saaleck der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Anschließend wurde die Bildung eines Wohnungsausschusses beschlossen, in den auch die örtlichen Betriebe vertreten sein sollten.  

 

  1. Feb. Räumung der Wehrmachtsbaracke im VEB Kösener Spielzeug (BLK-A. Nr. 723)

Auf Anweisung des Ministeriums für Bauwirtschaft wurden diese am 1. Juli vom VEB Bauunion Bitterfeld demontiert.

Auch die Fa. Bernhard sollte ihre angemietete Baracke abgeben. Unter Hinweis auf die mit dem staatlichen Vertragskontor Halle und dem DHZ Feinmechanik Berlin bestehenden Verträge zur Anfertigung von chirurgischen Instrumenten, Richt- und Tuschierplatten, sowie von Tintenschreibern und Drehstiften für den Bevölkerungsbedarf, die bei Entzug der Baracke nicht mehr erfüllt werden konnten, wurde davon Abstand genommen.

 

  1. Mär. Anfrage von Dr. Arthur Schulze-Naumburg beim Standesamt Saaleck (BLK-A. Nr. 819)

Der Sohn von Prof. Paul Schultze-Naumburg, wurde am 28. Juli 1909 in Saaleck geboren, wohnte inzwischen in Fallingbostel, Düshorner Straße 52, wollte seine genaue Geburtsstunde wissen.

 

  1. Apr. Bericht über Einwohnerversammlungen (LDZ).

Auf der Tagesordnung stand die Wahl der Straßen- bzw. Hausvertrauensleute. Unter der Losung „Bevölkerung hilft Verwaltung“ sollten sie für Ordnung und Sicherheit sorgen und möglichst alle Vorkommnisse den entsprechenden Stellen melden.

 

  1. Apr. Analyse der Borlachquelle (Giessler 1954).

Nach Dr. Wagenbreth wurde eine Gesamtmineralisation von 4,8 %, davon 4,1 % Natriumchlorid. Festgestellt. Damit hatte sich der Chemismus der Sole seit deren Erschließung nicht verändert.

 

  1. Apr. Eröffnung der Kursaison im Kurgarten (LDZ).

Dabei wurde der neu gestaltete Wintergarten im „Ernst-Thälmann-Heim“ hervorgehoben und über die Pläne zur Erweiterung der Medizinischen Badeanstalt berichtet. Vorbei sei die Zeit, wo „adlige Müßiggänger ihren morbiden Leib präparierten (.) dünkelhafte und protzige Vertreter des Studententums und frivole Lebemänner das Zepter führen“. Nun schöpften Bergarbeiter und Dreherinnen neue Kraft. Dagegen wurde in der Zeitungsspalte „Mit kritischen Augen…“ die Entfernung der Gedenktafel an Dr. Rosenberger vom Rathaus, wegen des nicht mehr zeitgemäßen Wortes „Königlich“ kritisiert.

 

  1. Apr. Die HO übernimmt das Cafe „Am Gradierwerk“ (LDZ).

 

  1. Apr. Stadtverordnetenversammlung (St.-A. Nr. 327/LDZ).

Nach dem Bericht über die allgemeine politische Lage wurde die Wahl der Hausvertrauensleute ausgewertet und ein Wettbewerb zur Verschönerung der Stadt beschlossen. Dann folgte die   Aussprache zur diesjährigen „Kartoffelkäfer-Suchaktion“. Kritisiert wurde das mangelnde Interesse der Bevölkerung an dieser wichtigen Sitzung.

 

  1. Mai Sitzung des Brunnenfestausschusses (St.-A. Nr. 543)

Der Festplatz war trotz Kritik aus der Bevölkerung wieder an der „Katze“. Zum Fest sollten alle Kinder eine Brezel bekommen. 500 Stück wurden bei den Bäckern Gisecke, Fielko und Bischof bestellt. Milch und Zucker stellte die Stadt, das Geld sollte bei einer Sammlung bei den 1.724 Haushalten aufgebracht werden.

 

  1. Mai Bericht über eine Einwohnerversammlung im Kurgarten (LDZ).

Die 400 Anwesenden wurden aufgefordert, bei den geplanten Kanal- und Straßenbauarbeiten Hand anzulegen. Die dabei eingesparten Mittel sollten dann zur Verbesserung der Infrastruktur verwendet werden. Als beispielhaft wurden die Meldungen zum „Nationalen Aufbauwerk“, der MAS Fränkenau, der Schüler und Lehrer der Landesschule, der Belegschaften der Auer-Mühle, der Dreika-Werke und der Fa. Bernhard, des VEG Pforte und der Stadtverwaltung erwähnt. Damit sei Bad Kösen nicht nur der zweitgrößte Heilkurort der DDR, sondern auch eine „Oase des Friedens“, bemerkte Bürgermeister Lux.

 

     Juni Erste gemeinsame Tagung des KSCV und des VAC (Handbuch KSCV).

Auf der Wachenburg der Stammburg des Weinheimer SC trafen sich erstmals nach dem Krieg die rekonstituierten SC und AH zu einem gemeinsamen Kongress. Für die künftigen Tagungen wählte man Würzburg, solange Kösen als Tagungsort nicht verfügbar war.

 

  1. Juni Aufnahme der salinentechnischen Anlagen in die zentrale Denkmalliste der DDR.

 

  1. Juli   222. Brunnenfest (LDZ/ St.-A. Nr. 719).

Das Fest stand unter dem Motto „Bereit zur Arbeit und Verteidigung der Heimat - Wir bauen für den Frieden“. Der Umzug zeigte Bilder zur Ortsgeschichte von den Sorben bis zu den Flößern.   Die LDZ veröffentlichte wie üblich eine Beitrag vonm J. Gericke über den Sinn des Festes und die „Freiheit“ druckte ein Gedicht der Kurverwaltungsangestellten Frl. Charlotte Kolitzus:

„Bad aller Schaffenden, das ist Bad Kösen,

in dem Kranke aus ganz Deutschland genesen.

Geheilt durch unsere Sole aus Bergrat Borlachs Schacht,

läßt jeden wieder freudig ziehen auf Friedenswacht!“

In diesem Jahr fand ein Treffen „Alter Kösener Stadtschüler“ statt, das Rudolf Walter aus Weißensee bei Berlin organisierte.

 

  1. Juli Einrichtung des ersten Kinderferienlagers des VEB Holzindustrie (Born).

Das Ferienlager in Ilsenburg bot Platz für 35 Kinder.

 

     Juli Großbrand einer Scheune in Schulpforte (Festschrift FFW).

 

     Juli Bau einer öffentlichen Bedürfnisanstalt an der Brücke (Born).

 

  1. Juli Stadtverordnetenversammlung (St.-A. Nr. 327)

Beschlossen wurde der Haushaltsplan 1952 mit Einnahmen/Ausgaben von 886.950 DM. Die Grundsteuerhebesätze betrugen 200 bzw. 300 %, der Vergnügungssteuersatz 20% und die Hundesteuer 20, 60, 90 DM im Stadtgebiet und 15 bzw. 60 DM in den Ortsteilen.

 

  1. Juli „Verordnung zum Schutz des Volkseigentums und Sicherung der Vermögenswerte“

Diese Verordnung (GBl. Nr. 100 S. 615) regelte u. a. den Umgang mit Immobilien deren Besitzer das Staatsgebiet ohne polizeiliche Abmeldung verlassen hatten. Demnach hatten die städtischen Behörden die vorläufige Verwaltung der betreffenden Immobilien und Grundstücke rückwirkend ab 1. Nov. 1951 zu übernehmen. Nach der Bestätigung der VPKA-Meldestelle wurden die Wohnungen (Häuser) samt dem zurückgelassenen Inventar beschlagnahmt, geräumt und einer sofortigen Wiederbelegung zugeführt. Dann ordnete der Landkreis die Übertragung in die Rechtsträgerschaft der Kommune an, soweit keine anderen staatlichen Organe interessiert waren.

 

  1. Juli Mitteilung über die Einrichtung der Landesschule der „Nationalen Front“ (LDZ).              

Die SED-Kreisparteischule Eckartsbergaer Str. 2 übernahm die Nationale Front, die ihr den Namen „Phillip Müller“ verlieh.

 

  1. Juli Gesetz über die weitere Demokratisierung ….der Verwaltung in der DDR.

Die Länder wurden angewiesen, auf ihrem Territorium Bezirke zu bilden, ihnen die Verwaltung zu übertragen und gleichzeitig innerhalb der Bezirke die Kreis neu zu ordnen. Nur 2 Tage später beschlossen die Landtage die entsprechenden Gesetze. Aus Sachsen-Anhalt entstanden die Bezirke Halle und Magdeburg. Während der Norden überwiegend landwirtschaftlich geprägt war konzentrierte sich im Bezirk Halle die chemische Industrie und der Braunkohlenbergbau. Der Kreis Weißenfels wurde aufgelöst. Aus dem Stadtkreis Naumburg, Bad Kösen, Schönburg, Hassenhausen, Poppel-Taugwitz, Rehehausen, Gernstedt, Lißdorf (bisher Kreis Weißenfels), Klosterhäseler, Burgheßler, Eckartsberga, Herrengosserstedt) (bisher Kreis Kölleda), den Dörfern im Wethautal (bisher Kreis Zeitz) und den Dörfern zwischen Prießnitz und Schieben (bisher Kreis Jena) wurde der Kreis Naumburg gebildet.

 

  1. Juli Wasserfest (LDZ).

Mit einer großzügigen Illumination des Saaleufers vom Wehr bis zur Johannisquelle, dem wieder in Betrieb gesetzten Wasserfall, einem Bootskorso und einem Feuerwerk, alles musikalisch umrahmt, wurden zahlreiche Besucher angezogen.

 

  1. Juli Stadtverordnetenversammlung in Schulpforta (St.-A. Nr. 327)

Das übliche Referat zur politischen Lage hielt diesmal Dr. Michalik. Es folgte die Erläuterung der Verordnung zum Schutz der Landarbeiter. Bürgermeister Lux begründete dann die Notwendigkeit der Baumfällung in der Fr. Ebert Straße wegen der geplanten Pflasterung. Dann befasste man sich mit dem Abbruch der Baracke auf dem Sportplatz und der Errichtung eines Bretterzauns, um Zahlungsunwilligen die Sicht bei Fußballspielen zu nehmen. Die Arbeiten wurden dem Sportverein übertragen, die Stadt stellte das Material einschl. einer Hecke , die die Bretterwand verdecken sollte. Auf Ratlosigkeit stieß der Antrag des Volksgutes, in der Stadt Unterkünfte für 45 Lehrlinge bereit zu stellen.  

 

  1. Aug. Gründung der LPG „Rosa Luxemburg“ Saaleck (Born).

Auf der 2. Parteikonferenz der SED vom 9. bis 12. Juli wurde die Gründung genossenschaftlicher Strukturen in der Landwirtschaft nach sowjetischen Vorbild beschlossen. Dabei wurden drei Typen zugelassen. Im Typ I wurde nur der Boden zur gemeinsamen Bewirtschaftung eingebracht, im Typ II kamen die Landmaschinen dazu und im Typ III das Vieh. Zunächst erfolgte der Zusammenschluss zur Genossenschaft noch auf freiwilliger Basis. In Saaleck-Stendorf waren dies die Neubauern Krieg, Kreßler, Wenkel, Förster und Just die sich für den Typ 1 entschieden.

 

  1. Aug. Bericht über den Einsturz des Schalenturms der Rudelsburg (LDZ).

Für den Wiederaufbau erwartete man eine Mittelzusage seitens des Landeskonservators.

 

  1. Aug. Mitteilung des Wohnungsamtes (priv)

Darin wurde auf die Anordnung der Landesregierung hingewiesen, dass die Mieter der Grundstücke Am Rechenberg 1 (Übergabe an die SVA als Kinderheim) und Pfaffenstieg 3 (Übergabe an das Vikariat) kurzfristig anderswo unterzubringen sind.

 

  1. Aug. Schreiben des technischen Leiters der Salinenanlagen (Akte Kunstgestänge).

Böhme verwies darauf, dass es zwar erstmals wieder gelungen sei, das gesamte Gradierwerk mit Sole zu berieseln, der südliche Teil aber so baufällig wäre, dass er eigentlich gesperrt werden müsste.

 

  1. Aug. Bericht von der öffentlichen Stadtverordnetensitzung in Schulpforte (LDZ).

Zu Beginn gab es wieder „Rotlicht“, wobei die II. Parteikonferenz der SED und die Rede Ulbrichts ausgewertet wurden. Beschlossen wurden der Abbruch der Notbaracken hinter der Wurstfabrik, die Wiederbepflanzung der Friedrich-Ebert-Straße mit Rotdorn und wirkungsvolle Maßnahmen zur verlustlosen Einbringung der Ernte.

 

  1. Aug. Bericht über die erste große Modeschau am Gradierwerk (LDZ).

Vor 1.200 Besuchern führte die HO ihre Sommermode vor, was in Anbetracht des bevorstehenden Herbstes nur Kopfschütteln hervorrief.

 

  1. Sep. Eröffnung einer kleinen Stadtbibliothek im Rathaus (LDZ).

 

  1. Sep. Gründung der LPG „Helmut Just“ in Kukulau und einer LPG in Fränkenau (Born).

In beiden Ortsteilen entschieden sich die Neubauern für den Typ III.

 

  1. Sep. Zeitungsnotiz über das erste Vereinsfest der Kleingartensparte „Saaleaue“ (LDZ).

 

  1. Sep. Stadtverordnetenversammlung im Kurgarten (St.-A. Nr. 327/LDZ)

Zu Beginn referierte Dr. Posseldt über eine Note der SU und einen Aufruf der Volkskammer. Dann informierte der Bürgermeister, dass auf Ministerebene die Übertragung der städtischen Kurbetriebe an die Sozialversicherung zum 01. 01. 53. vorgesehen sei, über die umgehend ein Beschluss herbeizuführen ist. Das ging den Vertretern der CDU und der LPD doch zu weit. Mit Hinweis auf die nicht eingehaltene Frist erreichten sie die Vertagung. Dann wurde die neue Kurtaxordnung, der Vorsitz der Nationalen Front und die Aufgaben der Instrukteure der Haus- und Straßenvertrauensleute festgelegt.

 

  1. Sep. Schreiben der technischen Bezirks-Bergbauinspektion (priv).

Die hatte bei der letzten Überprüfung festgestellt, dass die Mängel trotz Auflage nicht beseitigt waren. Über das „Ministerium für Gesundheitswesen im Bezirk Halle“ wurde der Stadt die Sperrung des Gradierwerks angedroht, wenn dies nicht umgehend nachgeholt würde.

 

  1. Sep. Eröffnung der Hilfsschule (Born).

Die erste Klasse mit 22 lernschwachen Kindern wurde zunächst provisorisch in der Zentralschule eingerichtet. Später wurde die Hilfsschule in der Eckartsbergaer Str. 1 untergebracht.

 

  1. Nov. Stadtverordnetenversammlung (St.-A. Nr. 327/LDZ).

Eingangs referierte der stv. Bürgermeister Wimmer zur politischen Lage. Dann berichtete Kaun über die Arbeit der Haus-und Straßenvertrauensleute sowie den Stand der Schrotterfassung. Beschlossen wurde die Vereinheitlichung der Vergnügungs- und Kinosteuer. Zum Schluß brachte die SED einen Dringlichkeitsantrag zur Übertragung der kommunalen Kureinrichtungen (Kurmittelhaus, Badehaus, Solequellen, Gradierwerk) ein. Erneut äußerten die Mitglieder von CDU und LDP ihre Bedenken. Das sei „Verschleppungstaktik“ meinte die SED und Lux stellte fest: „man solle deren Mitglieder überprüfen, damit solche Kräfte, die sich gegen den Aufbau des Sozialismus stellen, aus dieser Partei ausgeschlossen werden“. Unter der Bedingung, dass auch die Bevölkerung weiter Kurmittel erhält und die Kulturveranstaltungen öffentlich bleiben, wurde die Übertragung einstimmig beschlossen.

 

  1. Nov. Stadtverordnetenversammlung (St.-A. Nr. 327)

Die Grundstücke „Eschstruth“ (Berbigstr. 3) und Bauszus (R. Breitscheid Str. 5) die nach GBl. 100 in der Rechtsträgerschaft der Stadt standen, wurden der SVA übertragen.

 

  1. Dez. Übergabe der Verwaltung der Gerstenbergkpromenade 3 (priv).

Die EG Förster hatte 1949 P. Toepfer mit der Verwaltung betraut. Von ihm übernahm die Stadt die Hausunterlagen (Mietverträge, Versicherungspolicen, Tilgungspläne der Sparkasse Weißenfels) sowie das laufende Hauskonto. Im Haus befanden sich 8 Mietparteien, 3 Untermieter und die Kühn`sche Schuhhandlung. Die Übertragung erfolgte in Anbetracht einer drohenden Überschuldung, da die Mieteinnahmen zur Deckung der laufenden Kosten sowie der sich häufenden Reparaturen nicht mehr ausreichten. Da einige Mitgliedern der Erbengemeinschaft nicht unter den „Republikfluchtparagrafen“ fielen, weil sie vor 1949 in den Westzonen wohnten, wurde das Haus nicht in Volkseigentum überführt, sondern von der Stadt treuhänderisch verwaltet.  

 

  1. Dez. Meldung zur Einführung von Hausbüchern (LDZ).

Auf einer Informationsveranstaltung im „Kurgarten“ wurde den privaten Hauswirten die Notwendigkeit der Hausbücher erläutert. Dabei störte nur der Lärm der nebenan liegenden Kegelbahn.

 

  1. Dez. Stadtverordnetenversammlung (St.-A. Nr. 327)

Nach dem politischen Referat wurden die Stadtverordneten zum Stand der Übertragung der Badeeinrichtungen informiert. Beim Bericht zur Zuckerrübenernte, stellte sich heraus, dass in Lengefeld wegen fehlender Kapazität noch 4 Morgen nicht abgeerntet waren. Daraufhin wurde festgelegt, dass die Saalecker Einzelbauern den Lengefelder Bauern helfen sollen.

 

     Dez. Abschluss der Pflasterung weiterer Straßen (Born).

Das waren Max-Bach Str. (12,2 TDM), Friedrich Ebert Str. (61,8 TDM) und Uferstraße.

 

  1. Dez. Weihnachtswerbung (LDZ).

„Besucht die Spielzeugschau im Hotel ‚Zur Post´ in der Lindenstraße 14“, warb die Konsum- Genossenschaft Naumburg.

 

  1. Dez. Erster Auftritt der Kapelle der Freiwilligen Feuerwehr (LDZ).

 

1953

 

  1. Jan. Strukturänderungen in der Verwaltung und den Einrichtungen.

Die SVK war nun Rechtsträger sämtlicher Kureinrichtungen (Kurmittelhaus, Medizinische Badeanstalt), der Soleförderungs- und Aufbereitungsanlagen. Übernommen wurde nun auch das bisher bei der Stadt angestellte Personal. Zusammen mit dem Ernst-Thälmann Kurheim und dem Haus Rheingold unterstand der Erwachsenen-Kurbetrieb einer einheitlichen staatlichen Leitung.

Das Kinderheim „Ludwig Renn“ und das Kindererholungsheim Saaleck kamen in die Rechtsträgerschaft des Kreises Naumburg.

 

  1. Jan. Aus der MAS Fränkenau wird die VE MTS „7. Oktober“ (Born).

Die „Maschinen-Traktoren-Station“ war für die 64 Dörfer des Kreises Naumburg zuständig. Dazu wurden 6 Brigadestützpunkte eingerichtet. Der Maschinenpark bestand aus 79 Traktoren, darunter zahlreiche Lanz-Maschinen, 40 Dampfpflügen, 9 Drillmaschinen, 2 Mähbindern, 6 Dreschmaschinen und den ersten beiden Mähdreschern sowjetischer Produktion.

 

  1. Jan. Übernahme der Rechtsträgerschaft des Wohnhauses Eckartsbergaer Straße 13 (priv)

Die VP-Meldestelle Halle hatte bestätigt, dass die Eigentümerin Anni Schäfer das „Gebiet der DDR ohne Beachtung der Meldevorschriften“ Anfang 1952 verlassen habe. Der Rat des Kreises bestätigte dann den Rechtsträgerwechsel und ordnete die Eintragung im Grundbuch an. Gelöscht wurden dabei neben Baubeschränkungen, Grunddienstbarkeit und Nießbrauchsrechten auch die bestehenden Darlehen und Hypotheken.

 

  1. Jan. Besichtigung der Pension Bauszus, ehemals Ohm   (BLK-A. Nr. 433).

Nachdem Bauszus jun. in den Westen gegangen war, wurde die Pension entsprechend der VO vom 17. 07. 52 beschlagnahmt. Der Antrag von Bauszus sen. ihm die Konzession zu überlassen, wurde abgelehnt. Eine Kommission mit dem ärztlichen Leiter Dr. Michalik, dem Stadtinspektor Born, J. Gericke und der VP versiegelte die Wohnräume und übergab die Schlüssel für die der SVA vermieteten vier Zimmer einer Mitarbeiterin des „Ernst-Thälmann-Heims“. Am 26. Januar wurde das Inventar der Wohnung verkauft. Nach Abzug der Unkosten wurden 553 DM dem Finanzministerium überwiesen.  

 

  1. Jan. Mitteilung der Ortsgruppe der VVN an den Bürgermeister (BLK-A. Nr. 433)

Der VVN -Vorsitzende Jander verlangte die rechtzeitige Benachrichtigung, wenn das Mobiliar der beschlagnahmten Wohnungen verkauft würde, um VVN-Kameraden zu berücksichtigen.

Zu den Flüchtlingen deren Hinterlassenschaft in den ersten vier Monaten verkauft wurden, gehörten Raukopf (Borlachstr. 34), Tremitz (Lindenstr. 9), Grahnert (Borlachstr. 12), Dachroth (Borlachstr. 45), Grossert (Salinenstr. 7), Wöstmann (Saalberge 20a), Scheffler (Naumburger Str. 11), Rhode (Eckartsbergaer Str. 1), Rosczyk (R. Breitscheid Str. 11), Wegener (Loreleyprom. 5).

 

  1. Jan. Bericht zur Stadtverordnetenversammlung (LDZ).

Erst jetzt wurde offiziell über die vom Stadtrat im November beschlossene und inzwischen vollzogene Übertragung der kommunalen Badeeinrichtungen informiert, wobei es wegen der Verfahrensweise auch kritische Bemerkungen gab. Kritisiert wurde die fehlende Unterstützung seitens des SV-Heimes und des VEB Sperrholz, wodurch sich die Fertigstellung der öffentlichen Bedürfnisanstalt verzögerte. Dagegen hatte man mit einer Million vernichteter Kartoffelkäfer im Gemeindebezirk den Plan überboten.

 

  1. Jan. Stadtverordnetenversammlung (St.-A. Nr. 327)

Bekannt gegeben wurde die Übertragung der beschlagnahmter Häuser (Eschstruth, Bauszus, Waldfrieden) an die SV. Ein Dringlichkeitsantrag der CDU betraf die unzureichende Kohleversorgung.

 

  1. Jan. Mitteilung der Liegenschaftsverwaltung (BLK-A. Nr. 433)

Das betraf das Vorgehen bei der Beschlagnahme und Beräumung von Wohnungen von „illegal Verzogenen“. Die zurückgelassenen beweglichen Vermögenswerte mussten beim Rat des Kreises, Referat staatliches Eigentum, gemeldet werden, der Reinerlös aus dem Verkauf der vorher zu taxierenden Güter kam auf ein Sonderkonto beim Finanzministerium mit dem Vermerk „VO v. 17.07.52“.

 

  1. Jan. Schreiben des SV-Kurheimes an die Bergbauinspektion (Akte-Kunstgestänge).

Der neue Rechtsträger hatte für Instandsetzungsarbeiten am Gradierwerk 40 TDM beantragt, um den Auflagen nachzukommen.

 

  1. Jan. Gründung der LPG „Helmut Just“ Kukulau (LDZ).

Im Zuge der Bodenreform sollte jeder Neubauer neben dem Land einen Pflug, eine Kuh und zwei Schweine erhalten. Das gab aber die Domäne Kukulau nicht her. Insbesondere fehlten Zugmittel für die Bodenbestellung. Daher wurde in Kukulau eine LPG Typ III gegründet, in die Boden, Maschinen und Vieh eingebracht wurden, um die wenigen Geräte möglichst effektiv auszunutzen.

 

  1. Feb. Stadtverordnetenversammlung (St.-A. Nr. 327)

Das politische Referat hielt der LDP-Stadtverordnete Toepfer, der die amerikanische Kriegspolitik brandmarkte und resümierte „Der Erfolg unseres Aufbaues aus eigener Kraft macht Schule und wird dazu beitragen, die Einheit zu erringen und den Frieden in der Welt zu sichern“. Dann befasste man sich mit der Sicherung der Frühjahrsbestellung. Bezüglich der fehlenden Kohle wurde festgestellt, dass der Mangel durch Nichterfüllung der Kohleförderung und der vorrangigen Belieferung der Industrie herrührt. Dann wurden die Mitglieder der ständigen Kommissionen bestätigt: Bildung/Kultur (Pröls, Ltr. Stadtbibliothek), Handel/Versorgung (Hofemeister, Hausfrau), Haushalt/Finanzen (Kaun, städt. Angest.), Jugend (Stahnke, städt. Angest.), Landwirtschaft (Glathe, Neubauer), Sozialwesen (Heinrich, städt. Angest.), Wirtschaft/Verkehr/Bau (Schubert, Arbeiter), Arbeitsschutz (Böhm, Maschinenmeister), Brandschutz (Kleinschmidt) und Wohnungswesen (Rotter, Heimleiter).  

 

  1. Feb. Mitteilung der Zentralverwaltung der VEG`s (BLK-A. Nr. 939).

Die Schafherde sollte noch im 1. Quartal im VEG Birkigt untergebracht werden. Danach könnte die Stadt den Stall und das Wohnhaus übernehmen.

 

  1. Feb. Zeitungsbericht zum Kostümfest der Kösener Sportler (LDZ).

Im Kurgarten feierten 600 Mitglieder der neu gegründeten BSG „Traktor“. Kritisch stellte der Redakteur fest, dass man gerne auf den Anblick der „Boogie-Woogie Vertreter – erkenntlich an Hochwasserhosen, Kreppschuhen, Pullover und Löwenmähne“ verzichten könne.

 

  1. Feb. Bericht über die Stadtverordnetensitzung (LDZ/Freiheit).

„Es geht um die Ausgestaltung der Stadt“ war der Artikel überschrieben und angemerkt wurde, dass die Bevölkerung auch bei dieser öffentlichen Stadtverordnetensitzung fehlte.

 

  1. Feb. Stadtverordnetenversammlung (St.-A. Nr. 327)

Die SED beantragte die Aufnahme zweier LPG-Bauer als beratende Stadtverordnete. Weil die   Zentralschule weitere Klassenräume benötigte und die Stadt inzwischen Rechtsträger der Karl-Marx-Str. 14 war, sollte dem Pächter des Gasthofs „Zur Post“ gekündigt und der Saal für die Schule genutzt werden. Außerdem wurde beschlossen, einen würdigen Gedenkstein für die Grabstätte der Märzgefallenen zu beauftragen.

 

  1. Mär. Beginn der Ausbauarbeiten der Karl-Marx-Straße (LDZ).

Um die Straße zu verbreitern, wurden die Linden gefällt. Der Aufruf an die Anwohner durch Mitarbeit im NAW, die Kosten zu senken, stieß auf wenig Gegenliebe und auch die Einwohnerversammlung bei der das Vorhaben vorgestellt wurde, war nur mäßig besucht. Die Gesamtkosten betrugen 190.000 DM.

 

  1. Mär. Bericht zur Wiedereröffnung des großen Saales im Ernst-Thälmann-Heim (LDZ).

Der Saal war nun mit einer modernen Vorführtechnik ausgestattet. Zur Eröffnung zeigte die HO eine Modeschau, die aber wegen des fehlenden Laufstegs nicht so recht das Publikum erreichte.    

 

  1. Mär. Bericht zur Stadtverordnetenversammlung vom 27. Februar (LDZ).

Eingangs hatte der Stadtverordnete Dr. Posseldt den Unterschied zwischen der westdeutschen Söldnertruppe und den Nationalen Streitkräften der DDR erläutert. Dann befasste man sich mit der Einhaltung des Ablieferungssolls von Hühnereiern, dass bisher nur zu 20% erfüllt war. Schuld waren die Mitarbeiter der VEAB, die mit dem Einsammeln nicht nach kamen. Ob der Aufruf „Sperrt die Hühner ein!“ der kurz danach in der Zeitung veröffentlicht wurde, damit zu tun hatten, bleibt offen.

 

  1. Apr. Zeitungsmeldungen zur Verbesserung des Stadtbildes (LDZ).

Berichtet wurde über die erfolgte Verlegung der Schafherde und der vom VEB Wasserwirtschaft angekündigten Entschlammung der kleinen Saale.

 

  1. Apr. Stadtverordnetenversammlung (St.-A. Nr. 327).

Weil einige Hausbesitzer in der Max-Bach- und der Friedrich- Ebert-Straße (Bachmann, Jürgens, Ramdohr) der Aufforderung nicht gefolgt waren, die desolaten Lauben in ihren Vorgärten zu entfernen, sollte die Stadt in Vorleistung gehen und den Eigentümern die Kosten in Rechnung stellen. Außerdem sollte die gesamte Straßenbeschilderung entfernt und durch neue einheitliche Hinweisschilder ersetzt werden. Außerdem verzichtete die Stadt auf die Erhebung von Kurtaxe der SV-Patienten im Volkssolbad und die Stadtverordneten auf ihr Sitzungsgeld.

 

  1. Apr. Sitzung des Brunnenfestausschusses (St.-A. Nr. 116)

Bürgermeister Lux, J. Gericke, Direktor Weierstall, Hielscher von der FFW und die Gastronomen Westermann und Erck legten fest, dass das Fest wieder am 1. Wochenende im Juni an der „Katze“ stattfinden soll. Die Kosten der Kostüme für den Festumzug sollten durch den Verkauf einer Festplakette aufgebracht werden. Fr. Westermann schlug als Motto „Das Volkssolbad im Zuge des Sozialismus“ vor. Kritisiert wurde das Fehlen des Sportvereins am vorjährigen Umzug.  

 

  1. Apr. Stadtverordnetenversammlung (St.-A. Nr. 327).

Da die Saatkartoffeln nicht reichten, sollten alle Vorräte in den Betriebs- und Heimküchen auf „Überplanbestände“ geprüft werden. Falls vorhanden,sollten diese als Futterkartoffeln gegen verwendbare Saatkartoffeln getauscht werden.

 

  1. Apr. Mietpreisfestsetzung für eine Altbauwohnung (priv)

Für eine Dachgeschosswohnung in der Lindenstraße 21 (Eigentümerin E. Hoffheinz z. Zt. im Westen) wurden für eine Wohnfläche von 45 m² 15,75 DM (0,35 Pfennig/m²) von der Abteilung Mieten und Pachten beim Rat des Kreises ermittelt. Enthalten waren alle gesetzlichen Abgaben wie Wassergeld, Müll- und Fäkalienabfuhr. Diese Mieten blieben bis 1990 unverändert.

 

  1. Mai „Machtvolles Bekenntnis zum 1. Mai“ (LDZ).

Den „kilometerlangen“ Festzug führte eine Abteilung der kasernierten Volkspolizei an.

 

  1. Mai   Schreiben des Institut für Denkmalpflege an das Kurheim (Akte Kunstgestänge).

Gefordert wurde die Erhaltung des Kunstgestänges, wofür nach dem Denkmalschutzgesetz vom 26.6.1952 der Rechtsträger verpflichtet ist.

 

  1. Mai Stadtverordnetenversammlung (St.-A. Nr. 327).

Ein „Erntetaktiv“ bestehend aus dem Bürgermeister Lux, den Bauern Jauch, Steffen, Kressler, Schumann und Stevin, dem ABV und je einem Vertreter aus der Arbeiterschaft, von der VdgB, der Feuerwehr und der MTS sollte die Einhaltung des Ablieferungssolls überwachen und die Bekämpfung der Kartoffelkäfer organisieren. Dann wurde der Haushaltsplan 1953 mit Einnahmen und Ausgaben von 528.590 DM beschlossen.

 

  1. Juni Aufstand.

Am 11. Juni hatte der Ministerrat einige Nachbesserungen der im Frühjahr angeordneten Maßnahmen zurückgenommen, um die aufgebrachten Gemüter zu beruhigen, darunter die Beschränkungen bei den Lebensmittelkarten, Preiserhöhungen in den HO-Verkaufsstellen und beim Nahverkehr. Kleine Handwerksbetriebe die verstaatlicht waren, sollten ihren Besitzer zurückgegeben werden und rückkehrwilligen Republikflüchtlingen wurde die Rückgabe das beschlagnahmten Vermögens versprochen.

Die Unruhen in Halle, den LEUNA und BUNA Werken, wo zahlreiche Einwohner arbeiteten, wirkten sich hier nicht aus. Nur in der Landwirtschaft gab es in diesem Zusammenhang einige Veränderungen. 4 Mitglieder verließen die LPG Saaleck/Stendorf. Die LPGen in Kukulau und Fränkenau lösten sich ganz auf.

 

  1. Juli Einführung des Reiseschecks für Erholungskuren (Tribüne)

Neben den ärztlich empfohlenen und von der SVK anerkannten Heilkuren, wurde ein Kontingent für Erholungs- bzw. prophylaktische Kuren an volkseigene Betriebe, staatliche Organe und Behörden verteilt. SV-Beiräte entschieden, nachdem eine Ärztekommission die medizinische Notwendigkeit bescheinigt hatte, ob der Betriebsangehörige als moralisch gefestigter Werktätiger galt und damit dieser Auszeichnung würdig war.

Damit gab es keine private Badekuren mehr. Zum Kurbetrieb, dem Volkssolbad gehörten nun die Sanatorien und Therapieeinrichtungen sowie eine ganze Reihe von Unterkünften. Darüber hinaus bestanden Belegungsverträge mit Privatvermietern. Die erlassenen Hausordnungen galten für alle Quartier. Wer dagegen verstieß, musste sofort abreisen und sich am anderen Tag auf der Arbeitsstelle. Außerdem wurde der Betrieb darüber informiert. So erging es drei Kurgästen, die nach 22 Uhr über eine Leiter das Heim verließen, und sich in einer nahe gelegenen Gaststätte „verlustierten“ wo sie von der Nachtschwester erwischt wurden.

 

  1. Juli Brunnenfest (LDZ).

Wegen des Juni-Aufstands war der Termin verschoben worden. Die Veranstaltungen fanden diesmal am Gradierwerk bzw. am Kurmittelhaus statt. Als Unkostenbeitrag wurde eine Festplakette für 50 Pfennig ausgegeben. Offensichtlich der Grund für die „verhaltene Beteiligung der Bevölkerung an einem insgesamt gelungenen Fest“, wie die Zeitung im Nachgang schrieb. Abgedruckt wurde wieder Gerickes Beitrag zur Geschichte des Brunnenfestes vom Vorjahr und ein Gedicht von G. Thiele, Chefredakteur des Lokalteils der LDZ . Mit dem Titel „ Borlachs Werk“.

               „Sein Werk sei, trotz aller Gewalten, ein Werk in dem der Frieden ruht.

Sein Werk sei, Frieden zu erhalten – Wer so schafft, der schützt Volkes Gut.“

Die Veröffentlichung bedurfte der Genehmigung des Rat des Kreises, ebenso für das Gedicht „Zum Segen des Saale Landes“, dessen Verfasser H. v. Scheid sich in den Westen abgesetzt hatte.

 

  1. Aug. Stadtverordnetenversammlung (St.-A. Nr. 327).

Wegen der Kritik an der Wohnraumvergabe sollte das Wohnungsamt zu jeder Sitzung einen Rechenschaftsbericht abgegeben.

 

  1. Sep. Die Landesschule Pforte wird Heimoberschule (LDZ).

Die Klassen 5 bis 8 wurden aufgelöst, die Einschulung erfolgte ab Klasse 9. Das Rektorat wurde in Direktorat umbenannt.

 

  1. Okt. Stadtverordnetenversammlung (LDZ).

Im Mittelpunkt stand die Bergung der Hackfrüchte und die Winteraussaat. Kritisiert wurde die Arbeit der politischen Abteilung der MTS Fränkenau, beschlossen der Einsatz von Schülern der 8. Klasse zur Ernte auf den Feldern des „westflüchtigen“ Bauern Petzold. Ohne Gründe zu nennen wurde den Stadträten mitgeteilt, dass Bürgermeister Lux am Vortag von seiner Tätigkeit als Bürgermeister entbunden wurde und bis zur Wahl des neuen Bürgermeisters sein Stellvertreter Wimmer die Amtsgeschäfte führt.

 

     Nov. Verstaatlichung der Auer Mühlen KG (Born).

Die Mühle wurde „auf Wunsch der Belegschaft“ in Volkseigentum überführt.                

 

  1. Nov. 50.000 Gäste besuchten die Burg Saaleck (LDZ)

 

  1. Nov. Stadtverordnetenversammlung (St.-A. Nr. 327).

Der vom Rat des Kreises und der SED-Kreisleitung nominierte neue Bürgermeister A. Zinner wurde einstimmig gewählt. Dann wurde der Stand der Ablieferung der bäuerlichen Betriebe ausgewertet. Während die 44 LPG-Mitglieder der LPG 100 % meldeten, gab es bei den Einzelbauern Hertel, Hölzer und Jauch erhebliche Rückstände. Um auf diese besser einzuwirken, wurde eine „Kommission der demokratischen Öffentlichkeit“ eingesetzt. Dann wurde der Plan für das NAW 1954 beschlossen. Dazu gehörten die Pflasterung und Kanalisation der Karl-Marx-Straße, der Aufbau eines Heimatmuseums und die Anlage eines Feuerlöschteichs in Kukulau. Weil die Schule immer noch äußerst beengt war, wollte man die freiwerdende Schule der Nationalen Front an der Eckartsbergaer Chaussee nicht dem Konsumverband als Funktionärsschule überlassen, sondern sie für eigene Schulzwecke beantragen.

 

  1. Nov. Stadtverordnetenversammlung (St.-A. Nr. 327)

Die Kommission hatte bei den mit ihrem Ablieferungssoll rückständigen Bauern in Lengefeld und Saaleck nichts bewirken können, nun wurde eine Betriebsprüfung angeordnet.

 

  1. Dez. Gründung der LPG „Florian Geyer“ in Lengefeld (Born).

Gründungsmitglieder der LPG vom Typ I waren die Landwirte Graf, Eichhorn, Schumann, O. Milsch, R. Milsch und Gieske.

 

  1. Dez. Bericht zur Stadtverordnetenversammlung (LDZ).

Nach seiner Wahl hatte sich Zinner auf der Rentnerweihnachtsfeier der Volkssolidarität erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.

 

               Veröffentlichung zur Hydrogeologie

In der Wissenschaftlichen Zeitschrift der MLU Halle veröffentlichte der Abt- Ltr. Hydrogeologie, der Staatlichen Geologischen Kommission Alfred Gießler (1903 bis 1985) den Beitrag „Kritische Untersuchung der geohydrologischen Grundlagen der Kösener Sole-, Mineral- und Heilquellen“. Gießler promovierte 1955 in Halle und wurde später Chefhydrologe für das Bäderwesen im Ministerium f. Gesundheitswesen der DDR.

 

                 Gründung der örtlichen Kampfgruppe

Kommandeur des Kampfgruppenzuges war der ärztliche Leiter des Ernst-Thälmann-Heimes Dr. Michalik. Die ersten militärischen Übungen fanden auf der Kreipitzscher Wiese noch in Zivilkleidung statt. (K. Kaun, NKZ 1965).

 

                   Einwohnerverzeichnis 1953

Es gab 178 Gewerbetreibende, Selbständige und Handwerker, darunter 7 Bäcker, 5 Buchhändler, 8 Friseure, 5 Maler und 15 Schneider.

 

  1. Dez. Öffentliche Stadtverordnetensitzung (St.-A. Nr. 327).

Die Stadtverordneten beschlossen den Jahresplan 1954. Diese Verpflichtungen wurden im „Aufbauwerk der Stadt Bad Kösen im Jahr der großen Initiative 1954“(priv) veröffentlicht. Unter Berücksichtigung der Besonderheit einer Kurstadt in der zahlreiche Industriebetriebe und um Umfeld intensive Landwirtschaft vorhanden war, waren die Aufgaben 1. Kultur: Durchführung regelmäßiger Vorträge über Politik, Heimatkunde und populärwissenschaftliche Dinge. 2. Stadtwirtschaft: Anschaffung oder Eigenbau eines Sprengwagens, Aufstellung von 10 Parkbänken und Agitation unter den Hausbesitzer zur Verschönerung der Fassaden. Herrichtung der Promenade zwischen dem Cafè „Central“ und dem Hotel „Apel“, Fertigstellung der Anlagen am Gradierwerk gemeinsam mit dem VSB, Abschluss der Pflasterung der Karl-Marx-Straße, der Karl-Liebknecht-Straße und Ausbesserung der Rudolf-Breitscheid Straße. In Saaleck sollten Wasch-und Toilettenanlagen im Kindergarten eingebaut und der ehemalige Gutshof vom Schutt beräumt werden, in Kukulau die Grube für den Feuerlöschteich ausgeschachtet und in Fränkenau die Ortsstraße ausgebessert werden. Da der Sportplatz am Gradierwerk im Perspektivplan des VSB für ein Sanatorium vorgesehen war und nicht mehr ausgebaut werden konnte, sollten die Verantwortlichen der BSG „Traktor“ bis Ende Januar einen geeigneten Standort für ein neues Stadion finden, bis März die Kosten feststellen, damit am 15. 4 mit den Bauarbeiten begonnen werden könne. Die VEB Kalkwerke wollten 150.000 Ziegel über den Plan produzieren und die Herstellung von Kanalisationsrohren aufnehmen. Der VEB Holzindustrie wollte 16% Holz einsparen, der VEB Puppen-Werkstätten 650 Puppen im Wert von über 20.000 DM über den Plan produzieren und 650 NAW-Stunden beim Bau des Stadions leisten und der VEB Kösener Mühlenwerke wollte 50.000 kWh Strom ins öffentliche Netz speisen. Die LPGen sollten durch regelmäßigen Erfahrungsaustausch, Kollektivgeist und Wettbewerb zum Motor in der Landwirtschaft werden.

 

  1. Dez. Bericht über die VEB Puppen-Werkstätten (LDZ n. einer ADN Meldung).

Leistungskraft und Qualität überzeugten, wie der Export nach Holland und Dänemark bewies.

 

1954

 

  1. Jan. Eröffnung der zentralen Schule des Verbandes der Konsumgenossenschaften (LDZ).

Der Antrag der Stadt auf Übernahme für den eigenen Schulbetrieb war abgelehnt worden.

 

  1. Jan. Schreiben des Volkssolbades an den Landeskonservator (Akte Kunstgestänge).

Beantragt wurde die Zustimmung zum Abbruch des Kunstgestänges, weil es nicht mehr als Antrieb der Solepumpen benötigt wurde. Die Mittel für eine Sanierung und die laufende Unterhaltung wurden seitens der SV nicht genehmigen, da diese Anlage nicht für den Kurbetrieb gebraucht würde. Außerdem gäbe es Beschwerden der Anwohner wegen der Geräuschbelästigung. Die Stadtverwaltung, die Abt. Kultur beim Rat des Kreises und die Denkmalschutzbehörde wandten sich gegen derartige Pläne.

 

     Feb. Das Kreiskinderheim erhält den Namen „Ludwig Renn“ (Born).

Dabei war der bekannte Schriftsteller (Krieg und Nachkrieg, Trini) persönlich anwesend.

 

  1. Mär. Bericht über die Stadtverordnetenversammlung (LDZ).

Nach der Information über die Friedensinitiative des sowjetischen Außenministers, wurde festgestellt, dass Saat- und Pflanzgut für die Frühjahrsbestellung gesichert waren. Bürgermeister Zinner rief Einwohner und Betriebe auf, die Stadt als „Schaufenster der Republik“ zu gestalten, wozu die neue Konzertmuschel und der Rosengarten neben den Tennisplätzen beitrugen.

 

  1. Mär. Einweihung des „Ehrenmals für die Märzgefallenen“ auf dem Friedhof (Born).

Die Inschrift auf dem Betonblock lautete: „Ruhm und Ehre den Kämpfern der Arbeiterklasse die in den Märztagen 1920 im Kampf gegen Reaktion und Imperialismus ihr Leben ließen. Unsterbliche Opfer ihr sankt dahin“.

 

     Apr. J. Dieckmann, Präsident der Volkskammer, spricht im Ernst-Thälmann-Heim (LDZ).

Dabei war die Teilnahme alle Betriebsbelegschaften sowie der Schulen Pflicht.

 

  1. Apr. Das VEG Schulpforte beginnt den Hopfenanbau (LDZ).

Die Anlage war die erste in der DDR mit zunächst 5, später 8 Hektar, zwischen der kleinen Saale und der F 87.

 

  1. Mai Bericht über die Anschaffung eines Sprengwagens (LDZ).

 

  1. Mai Glückwünsche zum 75. Geburtstag von Dr. Richard Kurth (LDZ).

Der Oberstudienrat der maßgeblich am Aufbau der Naumburger Stadtbibliothek und der Vorbereitung der 1000-Jahrfeier 1928 beteiligt war, wohnte seit 1937 im sogenannten „Tuskulum“ am Rechenberg.

 

  1. Mai   Schreiben der SV-Heimleitung an den Rat d. Kreises (Akte Kunstgestänge)

Nach heftigen Protesten wurde der Abbruchantrag zwar zurück genommen aber die Unterhaltung mit der Begründung abgelehnt, dass man für die Wiederherstellung der Gesundheit von Menschen zuständig sei, nicht aber zum Erhalt von Kulturdenkmalen.

 

  1. Mai Eröffnung eines Ausstellungsraumes auf der Burg Saaleck (LDZ).

Nach umfassenden Sicherungsarbeiten, wurde eine kleine Ausstellung zur Geschichte der Burg gezeigt. Dazu gehörte auch eine Rekonstruktion der Anlage, nach dem Entwurf des Leiters des graphischen Kabinetts der Moritzburg Halle, Wäscher. Im Westturm sollten nach der Sanierung zwei Räume zum Andenken an den Landschaftsmaler W. Bröker und dem Heimatforscher und Landrat C. P. Lepsius eingerichtet werden.

 

  1. Juni Bericht zur Stadtverordnetensitzung (LDZ).

Nach einem Referat über die Notwendigkeit, den Kontakt zu westdeutschen Städten zu suchen, beschloss die Versammlung, die Einladung zu einem Besuch des niedersächsischen Kurortes Bad Salzdetfurth anzunehmen.

 

  1. Juni Beschluss zur Übertragung der Saalecker Gasthofs an den Konsum (priv)

Der Konsum hatte die Bewirtschaftung des „Kulturhauses Saaleck“ übernommen. Um die notwendigen Baumaßnahmen zu finanzieren, musste die Stadt dem Konsum die Rechtsträgerschaft übertragen. Das Grundstück wurde geteilt und die Gaststätte am 1. August übergeben.

 

  1. Juni Bericht über den VEB „Puppen-Werkstätten“ (LDZ).

Der Betrieb meldete steigende Produktionszahlen und eine Ausstellung in Moskau.

 

  1. Juli Veröffentlichung des Heimatbuches (LDZ).

Die Beiträge kamen von Dr. R. Pahncke, ehem. Rektor und Archivar von Schulpforte, J. Gericke, G. Kormann, Abteilungsleiter des Kulturamtes beim Landkreis, Dr. Michalik, ärztlicher Direktor des SVA Sanatoriums „Ernst-Thälmann“, Meteorologe Dr. Koch aus Jena, Dr. Kunze, Biologische Versuchsanstalt, K. Knippel, Direktor des Landesweinbauamtes und Alfred Gießlers „Die Kösener Heilquellen und ihre hydrogeologischen Grundlagen“. Das Bildmaterial lieferte der namhafte Naumburger Fotograf Fritz Hege. Das Buch kam nicht in den Handel sondern musste bei der Stadtverwaltung bestellt werden. Die Auflage war begrenzt und die Nachfrage überstieg das Angebot. Das Buch kostete 7 DM.

 

  1. Juli   Brunnenfest (LDZ, St.-A. Nr. 543).

Der Festplatz kam wieder an die „Katze“, die Bewirtschaftung übernahm der KONSUM. Die Eintrittsplakette kostete 50 Pfennig, das Festprogramm 20 Pfennig, dafür gab es einen Gutschein für die Tombola. Die Zeitung wiederholte den obligatorischen Beitrag von J. Gericke zum Ursprung des Festes und ein Gedicht des Chefredakteurs der Lokalnachrichten „Im Soleturm“. Der historische Teil des Festumzugs zeigte 24 Bilder, dann kamen die Wagen und Delegationen der VEB´s, der MTS, der LPGen, des VEG und der Sportvereine. Zinner sagte in seiner Festrede: „Heimatfeste der DDR sind Symbole einer neuen Zeit. Sie zeigen, daß unsere Werktätigen das nationale Kulturerbe unserer Vorfahren zu hegen und zu pflegen wissen (.) Das werktätige Volk in unserer Republik beweist täglich auf`s Neue, daß es durchaus in der Lage ist, das vorhandene Kulturerbe zu bewahren und im Sinne aller werktätigen Menschen zu entfalten...“.    

 

  1. Juli Stadtverordnetensitzung (St.-A. Nr. 327).

Paul Müller berichtete über die Gespräche mit den Gemeindevertretern von Bad Salzdetfurth.

 

  1. Aug. Rechnung für eine Kulturabgabe (priv)

150 DM zahlte die SV der Ortsgruppe des Kulturbundes für ein Klavierkonzert im Thälmann-Heim.

 

  1. Aug. Bericht über die VEB Puppen-Werkstätten (LDZ).

Erneute wurden die erfolgreichen Außenhandelsbeziehungen gewürdigt. Damit sollte auch den Gerüchten über eine mögliche Schließung entgegen gewirkt werden. Die waren nicht unbegründet, nachdem bekannt wurde, dass Familie Kruse rechtliche Schritte zur Durchsetzung des Patentschutzes unternahm.

 

  1. Sep. Aufnahme des Schulunterrichts in der ehemaligen Wurstfabrik (LDZ).

Die einst für 320 Schüler konzipierte Volksschule am Kirchplatz wurde inzwischen von doppelt soviel Schüler besucht, so dass der Unterricht im Schichten lief. Nachdem die Übernahme der ehemaligen Gauschule nicht glückte, wurden im Südflügel der der Stadt gehörenden, ehemaligen Wurstfabrik 5 Klassenräume, ein Lehrerzimmer und sanitäre Anlagen eingerichtet.

 

  1. Sep. Übergabe der Kerstenschen Villa an der Bergstraße (LDZ).

Die zusammen mit dem Zementwerk in Volkseigentum überführte Anwesen wurde in die Rechtsträgerschaft der Stadt übertragen. Nach diversen Umbauarbeiten wurde hier die Jugendherberge „Erich Weinert“ mit 60 Schlafplätzen eingerichtet. Die Übernachtung kostete für Schüler und Studenten 25 Pfg. 10 Pfg. kostete die Küchenbenutzung und 5 Pfg. der Kaffee.

 

  1. Sep. Schreiben des Rates des Kreises an das VSB (Akte Kunstgestänge).

Das VSB wurde darauf hingewiesen, dass es als Eigentümer des Kunstgestänges verpflichtet sei, für den Erhalt die erforderlichen Mittel bereitzustellen.

 

  1. Sep. Zeitungsbericht über den Gegenbesuch aus Bad Salzdetfurths (LDZ).

Die Gäste besichtigten das Ernst-Thälmann-Heim, das Kurmittelhaus und die Badeanstalt. Anschließend fand ein gemeinsames Essen auf der Rudelsburg und am Abend eine Festsitzung der Stadtverordneten statt, bei der gemeinsame Wille für ein einiges Vaterland zum Ausdruck gebracht wurde.

 

  1. Okt. Sterbetag von Prof. Dr. Friedrich (Frederick) Klaeber (Wikipedia).

Klaeber, geb. 1863 in Beetzendorf, promovierte 1892 an der Berliner Universität zu Berlin und war von 1896 bis 1932 Professor für Englische Sprache und Vergleichende Sprachwissenschaft an der Universität zu Minnesota (USA). 1932 bis zu seiner Pensionierung hatte er einen Lehrstuhl an der Berliner Universität. Bekannt wurde er durch seine Forschung zur altenglischen Literatur (Beowulf-Saga). Kösen war der Heimatort seiner Ehefrau, eine Tochter des Badearztes Dr. Wahn . Das Ehepaar wurde auf dem hiesigen Friedhof beigesetzt.            

 

  1. Okt. Öffentliche Stadtverordnetenversammlung (LDZ).

Die Versammlung begann mit dem Rechenschaftsbericht des Bürgermeisters. Zinner informierte dabei über den Ausbau der Karl-Marx Straße, die Asphaltierung der Karl-Liebknecht-Straße und den Beginn der Arbeiten am Stadion auf der Kreipitzscher Wiese.

Angekündigt wurde der Neubau eines Sanatoriums der SV im nächsten Fünfjahrplan. Damit sollten sich die medizinische Betreuung und die Unterbringung der Patienten wesentlich verbessern und sich durch die frei werdenden Privatquartiere die Wohnungssituation entspannen.

 

  1. Nov. Gründung vom Karnevalverein Bad Kösen (www. k-kv).

Mit dem Kampfruf „Helau“ stellte sich der erste Vorstand vor: H. Arnold, H. Giesecke, H. Naumann, K.-H. Weinseis, F. Westermann, J. Diek , Annemarie Gosewitz, Else Firchau, Gertrud Mann, K. Kaun und H. Krumbein.

 

  1. Dez. Protestresolution der Betriebe und Einwohner (LDZ).

Nach einer Rede des stellvertretenden Volkskammerpräsidenten und Vorsitzenden der DDR-CDU Gerald Götting auf einer öffentlichen Versammlung im Kurgarten, verabschiedeten die 600 Teilnehmer eine Protestresolution gegen die Pariser „Kriegs-Verträge“.

 

               Eröffnung des Vereinslokals „Saaleaue“.

 

       Dez. Glockenweihe an der katholischen Kirche.

 

1955

 

  1. Jan. Bildung von Stützpunkten der MAS Fränkenau (Born).

Für den südwestlichen Teil des Landkreises wurde eine Außenstelle in Rathewitz eingerichtet, später dann auch in Herrengosserstedt. Der Stammsitz Fränkenau gehörten 122 Mitarbeiter, 46 Traktoren, 18 Dreschmaschinen und 2 Mähdrescher. Betreut wurden 10.300 Hektar Ackerfläche, davon 1.540 Hektar der im Vorjahr gegründeten LPGen.

 

  1. Jan. Die HO übernimmt die Bewirtschaftung der Rudelsburg (Born).

Eine Pacht (Scheithauer zahlte bisher 10.000 DM) lehnte die HO ab und sagte dafür die komplette Erneuerung der Einrichtung zu.

 

  1. Jan. Gründung der Sportgemeinschaft „Medizin“ (Born).

Die Umbenennung der BSG „Traktor“ erfolgte, um das Volkssolbad als Träger neben dem VEB Kalkwerk und dem VEB Holzveredelungswerk als Trägerbetrieb zu gewinnen.

 

  1. Jan. Baubeginn privater Wohnhäuser nach dem Krieg (LDZ).

In der August-Bebel-Straße entstanden zwei Einfamilienhäuser, Vorläufer des EW 58.

 

  1. Jan. Bau eines Buswartehäuschens an der Brücke (LDZ).

 

  1. Jan. Schreiben des Ministeriums für Kultur an die SVA (Akte Kunstgestänge)

Beschwerden und ein Beitrag im Heft 4 der Zeitschrift „Natur und Heimat“ waren Anlass, dass der Hauptabteilungsleiter „Bildende Kunst“ die Zentrale der SVA anwies, dem Volkssolbad 45.000 DM für eine Restaurierung zu bewilligen. Die Bezirksverwaltung erteilte am 18. Februar dem Zimmermeister Kotte den Reparaturauftrag, mit der Auflage, die Arbeiten bis Ende des Jahres zu beenden. Für das Holzkontingents (50 m³) beantragte das Kreisbauamt die Freigabe seitens des Ministeriums.

 

  1. Jan. Auslagerung der Hilfsschule in die KONSUM-Schule (Born).

 

  1. Mai Bericht zur Stadtverordnetensitzung in Saaleck (LDZ).

Das politische Referat befasste sich mit den Aggressionsabsichten der westdeutschen Imperialisten und der Friedenspolitik der Sowjetunion. Derart eingestimmt beschloss man die Kampftermine des Stadtplanes und der NAW-Vorhaben, wie die Fertigstellung des Kinderspielplatzes in der Gerstenbergkpromenade und des Stadions an der „Katze“ sowie die Einrichtung einer Krabbelstube. Die von der VP geforderte Nummerierung der Häuser in Kukulau und Fränkenau wurde einstimmig befürwortet.

 

  1. Feb. Beitrag zur Inanspruchnahme kultureller Angebote (LDZ).

Kritisiert wurde das mangelnde Interesse der Bevölkerung an den Vorstellungen des Theaters Zeitz im Kurgarten. Daraufhin meldeten sich einige Leser, die sich über die dortige Gastronomie beschwerten..

 

  1. Mär. Der Konsum- übernimmt das Modewarengeschäft Burkhardt (LDZ).

Mit dem Ruhestand von Paul Burkhardt, wurde die Fa. J. G. Lehmann Nachf. Vom KONSUM übernommen und Heinz Burkhardt als VST-Leiter angestellt.

 

  1. Mär. Stadtverordnetenversammlung (St.-A. Nr. 327)

Förmlich beschlossen wurde die am 01. 01. 1955 vollzogenen Überlassung der Schäferwohnung, der Scheune und des Museumsvorhofes an die SV.

 

  1. Mär. „So ein Volkssolbad könnten wir auch haben“ (Volksstimme“ Stuttgart).

Das VSB hatte eine Delegation westdeutscher Arbeiter besucht. Ein Teilnehmer würdigte die Vorzüge und bezeichnete die Einrichtung als nachahmenswert. „Ein Arzt, der uns geführt hatte, ist ein alter Herr von 73 Jahren. Ihn, der Umsiedler ist, würde, wie aus vielen Beispielen bekannt, bei uns bald nur der Strick geblieben sein. Er ist, weil er nicht voll arbeitsfähig, als Hilfsarzt mit monatlich 900 DM Gehalt eingestellt und hat mit seiner Rente monatlich ungefähr 1.500 DM. Es würde manchen seiner Kollegen hier sehr nachdenklich machen, zu hören, mit welchem Stolz er von „seiner Regierung“ der Regierung der DDR spricht.“

 

  1. Apr. Beitrag zum VEB „Puppenwerkstätten“. (LDZ).

Auch ohne das Markenzeichen „Käthe-Kruse“ wurden die Modelle Elisabeth, Eveline, Theresli und Christel vorzugsweise für den Export produziert. Dazu kam die Reparatur von Puppen, allein im vergangenen Jahr waren es 2.000 Stück aus aller Welt. Für das Inland begann die Produktion von Märchenfiguren (Rattenfänger, Max & Moritz).

 

  1. Apr. Sitzung des Brunnenfestausschusses (St.-A. Nr. 543)

Zum 225. Jubiläum der Erbohrung war ein großer Festumzug und 1.000 DM geplant.

 

  1. Mai Erfassung der Einzelhandels- Berherbergungs- und Gastronomiebetriebe (St.-A).

Noch gab es 86 private Händler, Gaststätten, Hotels, Kinderheime u. Pensionen. Inzwischen aber auch 7 Konsum- und 5 HO-VST sowie 5 HO-Gaststätten.

 

  1. Mai Sitzung vom Brunnenfestausschuss (St.-A. Nr. 543)

Für die Bilder des Festumzugs (Sorben, Weinbau, Fischer, Fronbauern, Flößerei, Rudelsburg, Saline, Gradierwerk, Kurheim, Mühle) wurde festgelegt, wer welche Fahrzeuge und Gespanne zu stellen hatte. Der den Zug beschließende „Gegenwartswagen“ sollte unter dem Motto „Wir wollen sein ein einig Volk von Brüdern“ stehen und die Trachten verschiedener deutscher Regionen zeigen. Alle Kinder ab drei Jahren sollten ein Würstchen mit Brötchen bekommen. Dazu brauchte man eine zusätzliche Menge Fleisch und mehr von den LPGen und Einzelbauern.

 

  1. Juni Meldung einer illegalen Ausreise (priv)

Die Eigentümerin des Grundstücks Saalstraße 28 hatte der Stadt mitgeteilt, dass sie für ihre zeitlich befristete Abwesenheit einen Mieter als Treuhänder ihres Grundstückes eingesetzt habe. Nach Prüfung wurde festgestellt, dass sie aber schon das Inventar ihrer Wohnung verkauft hatte. Die Stadt fragte beim Rat des Kreises an, wie weiter zu verfahren sei.

 

  1. Juli   Eröffnung des Heimatmuseums Romanisches Haus (Born).

Die Sammlung, die der Stadtinspektor P. Röblitz seit 1912 zusammengetragen hatte und die zunächst im Kurmittelhaus und später in der Stadtschule gezeigt wurde, war wegen fehlender Räumlichkeiten wieder im Boden des Kurmittelhauses eingelagert worden. J. Gericke hatte dann den Vorschlag des Landeskonservators aufgegriffen den inzwischen geräumten Schafstall als Heimatmuseum herzurichten. Das Erdgeschoss wurde nach den Plänen des Saalecker Architekten A. Pfisterer ausgebaut und hier die frühe Geschichte (Klostervorwerk, Rudelsburg, Flößerei) gezeigt, was bis zur Eingemeindung 2009 nahezu unverändert blieb. J. Gericke wurde zum Direktor des Heimatmuseum berufen, zu dem nun auch die Ausstellungsräume auf Burg Saaleck gehörten. Anläßlich der Eröffnung wurde die Bevölkerung gebeten, geschichtlich bedeutsame Dinge nicht mehr wegzuwerfen, sondern dem Museum zur Verfügung zu stellen.

 

  1. Juli 225. Brunnenfest (LDZ).

Der Konsum bewirtschaftete das Festzelt auf dem Festplatz und die HO, die inzwischen die „Katze“ übernommen hatte, veranstaltete im Saale einen Wunschtanz und ein Schlager-Preissingen. Höhepunkte der insgesamt 22 Veranstaltungen waren ein Varietèabend, der Auftritt des Zentralen Volkskunstensembles der KMU Leipzig am Gradierwerk und der historische Festumzug am Sonntag. Rechtzeitig wurden die Straßenbauarbeiten am Kirchberg (26 TDM) und in R.-Breitscheid-Straße (68 TDM) abgeschlossen. Die LDZ verzichtete auf den obligatorische Beitrag von Gericke und veröffentlichte dafür ein Gedicht von G. Thiele „Heimatland für jeden“. Werbeanzeigen schalteten das Hotel Salzmann, Hämmerlings Konditorei, das Hotel Claus, Gasthaus zur Erholung, Hotel Kurgarten, sowie das Baugeschäft Kühnl, Bäcker Sonnekalb, Schuhhändler Kühn, Sattler Budde, Glaser Faust, Fleischer Schache, Optiker Giesecke, Zimmerer Kotte, Tischler Naumann, Heizungs-Weber, Roßschlächter Kluge, Fleischer Kathe, Gärtner Möller sowie die DREIKA-Werke und der VEB (K) Mühlenwerke..

 

  1. Aug. „Sternfahrt“ der Getreidefuhrwerke (LDZ).

LPG-Gespanne brachten das erste Getreide zur Erfassungsstelle der VEAB. Hier spielt die Kurkapelle.

 

  1. Aug. Arbeitsordnung für die Mitarbeiter der städtischen Museen (BLK-A. Nr. 919)

 

  1. Aug. Bericht über die Stadtverordnetensitzung (LDZ).

Nach dem politischen Einführungsreferat des ärztlichen Direktors Dr. Michalik über die weltweite Entspannung und zur Genfer Konferenz, wurde die Errichtung eines Wildgeheges beschlossen, falls ein passender Platz vorhanden sei. Außerdem beschloss man die Übernahme des Trink- und Abwassersystem in die städtische Regie, um die Kanalisation zu verbessern.

 

  1. Aug. „Kurbericht“ an den SV-Beirat des VEB Preß-und Schmiedewerk (priv)

Dabei schilderte eine Patienten die großzügige Betreuung im Volkssolbad. Diese Kurberichte, die in den Betriebszeitungen abgedruckt wurden sowie Danksagungen in der Tagespresse sollten nachweisen, dass die Verstaatlichung des Kurwesens gesellschaftliche Notwendigkeit war.

 

  1. Sep. Statistik zum Schuljahresbeginn (Born).

Unterrichtet wurden 739 Schüler in 22 Klassenräumen und 8 Klassenstufen von 24 Lehrern, davon 12 Frauen. 18 Klassenräume waren vorhanden, davon mehrere für die Klassen 1 bis 4 in der umgebauten Wurstfabrik. Daher wurde der Unterricht teilweise noch im Schichtbetrieb abgehalten. Für die Fahrschüler gab es 3 Omnibuslinien. Für die inzwischen 398 Pioniere gab es eine Pionierleiterin. Beim Eröffnungsappell wurde bekannt gegeben, dass Direktor Weierstall das Amt ab 01. Oktober an Papmeier übergibt.

 

     Sep. Schließung der Flußbadeanstalt in der Rudelsburgpromenade 18 (Born).

Es war dem Besitzer Kleinschmidt auch mit Hilfe der Stadt nicht gelungen, Material für dringende Reparaturen zu beschaffen.

 

  1. Sep. Wasserfest (LDZ).

Nach zweijähriger Pause ein neuer Anlauf, der wegen „Ideenmangel“ heftig kritisiert wurde.

 

  1. Sep. „Das Kunstgestänge wird gerettet“ (LDZ).

Die Zeitung verwies dabei auf die vielfachen Bemühungen engagierter Bürger und Institutionen, allen voran J. Gericke, das öffentliche Interesse auf dieses Anlage zu lenken. Dem Artikel in der Zeitschrift „Natur und Heimat“ sei es zu verdanken, dass sich der FDGB-Vorsitzende H. Warnke der Sache annahm und die SV anwies, ihrer Pflicht als Rechtsträger nachzukommen.

 

  1. Sep. Inbetriebnahme des Gleisbildstellwerks der DR-Bahn (Born).

 

  1. Okt. Schreiben des Institut für Denkmalpflege an das VSB (Akte Kunstgestänge).

Die Einrichtung begrüßte es, dass nun die Mittel eingeplant waren und damit eine zügige Restaurierung erfolgen könne, wofür man sich für die fachliche Unterstützung anbot. Allerdings war mit der Bilanzierung noch lange nicht sicher gestellt, dass auch die Realisierung erfolgt.

 

  1. Dez. Stadtverordnetenversammlung (St.-A. Nr. 327)

Nach Vorgabe der übergeordneten Organe wurde der „Ausgemeindung“ von Kreipitzsch, wegen der schlechten Verkehrsanbindung zugestimmt. Kreipitzsch kam zu Crölpa-Löbschütz.

 

  1. Dez. Wohnungsmietvertrag des Volkssolbades (priv)

Das Volkssolbad trat in eine Mietvertrag eine Familie ein, die 1945 in das Wohnhaus Rudolf-Breitscheid-Str. 11 eingewiesen wurde. Das Wohnhaus von Käthe Kruse war verstaatlicht und nun in die Rechtsträgerschaft der SV überführt worden.

 

             Zusammenfassung der Betriebskampfgruppen (Born).

Damit wurden die einzelnen Gruppen dem Kommando des Betriebsleiters der VEB-Mühlenwerke Pfeiffer unterstellt und erreichten 1958 die Stärke einer Hundertschaft.

 

1956

 

  1. Jan. Erste öffentliche Sitzung des Kösener Karneval Vereins (LDZ).

Unter den Klängen des Kurorchesters übernahmen im Ernst-Thälmann-Heim Prinz Friedrich I. (Fritz Westermann) und Prinzessin Ulla I. die Regentschaft.

 

  1. Jan „Jugendfreundin Ködderitz ergriff in Bad Kösen die Initiative (priv)

Sie hatte eine Jugendstunde organisiert, um die „völlig am Boden“ liegende Jugendarbeit im VSB zu entfalten. Gekommen waren zumeist ältere BPO-, BGL- und Leitungsmitglieder. Einleitend wurde das Lied „Freie Jugend-neues Leben“ gesungen, dann die politischen, kulturellen und sportlichen Ereignisse ausgewertet. Im gemütlichen Teil, durfte dann auch gelacht werden. Mit dem Lied „Du hast ja ein Ziel vor den Augen“ endete die Jugendstunde in der Hoffnung, dass sich beim nächsten Mal auch die Jugend des VSB einfinden würde.

 

  1. Feb. Anstellung einer Stadtbibliothekarin (Born).

Die Bestände der städtischen Kurverwaltung (ca. 2.000 Bücher) wurden zunächst in der Eckartsbergaer Str. 1 untergebracht.

 

  1. Feb. Wiedereröffnung des „Kurgarten“ (LDZ)

Nach der Verstaatlichung der Hennenbrauerei AG übernahm die HO die Rechtsträgerschaft. Der neue Gaststättenleiter Siegmeyer lud zu einer Karnevalsveranstaltung in die renovierte Gaststätte ein.

 

  1. Feb. Schreiben an den Wirtschaftsleiter des VSB (priv)

Bei der Ausstellung eines Kurschecks erhielt die zugewiesene Kureinrichtung die dem Patienten an seinem Wohnort zustehenden Lebensmittelbezugsscheine für die Dauer seines Aufenthaltes. Dien Kureinrichtung bestätigte dann dem zuständigen Lebensmittelamt die Inanspruchnahme. Versuche, diese Anordnung zu umgehen wurden streng geahndet.  

 

  1. 22. Die Saale ist zwischen dem Wehr bis Großheringen 50 cm stark vereist (LDZ).

Wegen der grimmigen Kälte wurde eine Woche „Kälteferien“ angeordnet.

 

  1. Mär. Beschluss des Stadtarbeitsplanes im NAW für 1956 (LDZ).

 

  1. Mär. Stadtverordnetenversammlung (St.-A. Nr. 327).

Beschlossen wurde die Anschaffung einer Straßenkehrmaschine und eines Fahrzeugs zur Ascheabfuhr, vorbehaltlich der Bilanzierung seitens der Kreisplankommission. Dann wurde informiert, dass die Transportpolizei in Erfurt die Gaststätte Schloss Saaleck der Stadt nach den Sommerferien übergeben will. Da die Stadt dafür keine Verwendung hatte, wurde beschlossen, die Immobilie dem Volkssolbad oder dem Kreis anzubieten.

 

  1. Mär. Bauvertrag zur Sanierung des Gestänges (Akte Kunstgestänge).

Wegen fehlender Materialien hatte die Fa. Kotte die Arbeiten im Vorjahr nicht begonnen und soweit absehbar würden diese, auch wenn bestimmte Materialien zur Verfügung stünden, nicht beendet werden.

 

  1. Apr. Erste Jugendweihefeier für 38 Schüler (Born).

 

  1. Apr. Danksagung eines Kurpatienten (priv)

„Möge es allen Kolleginnen und Kollegen zum Bewußtsein werden, daß wir in unsern demokratischen Staat durch die fleißige Mitarbeit aller nur zu solchen Bädern und Kurorten kamen. Anläßlich des 1. Mai wünsche ich allen ehrlich und gerecht denkenden Menschen welche sich noch zur Kur in Bad Kösen befinden, einen Erfolg wie ich ihn kann mit in meine Heimat nehmen. Es lebe die Deutsche Demokratische Republik und unser ehrwürdiger Präsident Gen. W. Pieck. Es lebe der 1. Mai und alle friedliebenden Menschen.“

 

     Mai Bau des Hirschgeheges im Roßnerschen Garten (Born)

Nach der Verstaatlichung der Auer KG war die Stadt Rechtsträger der Roßnerschen Villa samt dem Garten an der Saale geworden. Auch die Villa des Bankier Krügers, der auf Anordnung der SMA enteignet wurde, befand sich nun in der Rechtsträgerschaft der Stadt, die die Räumlichkeiten im EG der Kreissparkasse Naumburg vermietete.

 

  1. Juni Brunnenfest (LDZ).

In der Zeitung inserierten wieder einige Handwerker (Weber, Schache, Möller, Budde, Kühnl, Kathe), die DREIKA-Werke und der VEB Mühlenwerke sowie Erck (Borlachquelle), Westermann (Wehrdamm), das Hotel Salzmann, die HOG „Kurgarten“ und die „HO-Agentur Lindenhof“. Im Zuge der Verstaatlichung der größeren Hotels und Gaststätten erhielten kleinere, familiär zu führende Einrichtungen die in privater Hand blieben einen Kommissionsvertrag. Der berechtigte zum Bezug von Lebensmitteln und Getränken vom staatlichen Großhandel, womit der Einkauf markenfreier Waren im Einzelhandel unterbunden wurde.

 

  1. Juli Erster 3D-Raumbildvortrag in der DDR (LDZ).

Der Kulturbund hatte den Delitzscher Lichtbildner H. Otto eingeladen. Er zeigte die „Romantische Straße“ von Nördlingen nach Rothenburg o. d. T.

 

       Juli Eröffnung der ersten Krabbelstube in der Rudelsburgpromenade 12 (Born).

In den Räumen, die bisher von der FDJ genutzt wurden, kamen die ersten 12 Kleinkinder unter.

 

  1. Juli Schreiben der Bezirksredaktion Gera des ND an den Bürgermeister (St.-A. Nr. 614)

Die Inschrift „In des Vaterlandes tiefster Not bedenke beim Anblick der jenseitigen Höh`n, sieben Jahre nach Jena-Auerstedt war Leipzig“ hatte einen Besucher der Rudelsburg zu einem Leserbrief veranlaßt. Er kritisierte, dass hier ein „Überbleibsel der Dolchstoßlegende und der Ideologie der Revanchepolitiker ein glänzendes Dasein genieße“ und drückte die Hoffnung aus, dass er hoffe, dass bei seinem nächsten Besuch derartige „Reste des Chauvinismus“ verschwunden sind. Gericke, erklärte daraufhin, dass er gegen die Entfernung der Inschrift nichts einzuwenden habe.

 

  1. Juli 80. Geburtstag der Kunstmalerin Susanne Schlieben (LDZ).

Die Tochter des Dompfarrers Schlieben, seit 40 Jahre in Saaleck ansässig, wohnte seit1953 im Lazarus-Heim. Sie malte Landschaften, Porträts und Stilleben, zumeist Auftragsarbeiten.

 

  1. Aug. Einweihung der Konzertmuschel am Gradierwerk (LDZ).

Anlässlich des 10jährigen Bestehens des Kurorchesters konnte der von der Fa. Kühnl erbaute Pavillon eingeweiht werden. Der bisherige Pavillon blieb als Garderobe.

 

     Aug. Das Volkssolbad wird dem FDGB direkt angegliedert (VSB 1959)

Die Sozialversicherung der DDR gehörte seit 1951 zum FDGB, demzufolge auch indirekt das Volkssolbad. Bei der Umgliederung änderte sich die offizielle Bezeichnung „Sozialversicherung-Anstalt des öffentlichen Rechts, Volkssolbad Bad Kösen, Sanatorium Ernst Thälmann“ in „Freier Deutscher Gewerkschaftsbund-Bezirksvorstand Erfurt, Verwaltung der Sozialversicherung, Volkssolbad Bad Kösen“. Als ein Jahr später die Angliederung an den zentralen Feriendienst des FDGB erfolgte, entfiel der „Bezirksvorstand Erfurt“. Problematisch war die fehlende Differenzierung von Urlaubsorten und Volkssolbädern. Daher forderten die leitenden Ärzte die Berücksichtigung der besonderen Aufgaben bei der Wiederherstellung der Gesundheit- und der Arbeitskraft ihrer Patienten. Dies betraf neben der finanziellen und personellen Ausstattung der Einrichtungen auch die Infrastruktur des jeweiligen Standortes.

 

  1. Sep. Einführung der 9. Klasse, die Zentralschule wird zur Mittelschule (LDZ).

 

  1. Sep. Erster Fahrschulkurs des VEB Kraftverkehrs in der „Tanne“ (LDZ)

 

  1. Sep. Einweihung der „Kampfbahn an der Rudelsburg“ (Born).

Die Baukosten wurden mit 150.000 DM beziffert, davon waren 65 TDM Lottomittel und 85 TDM wurden als NAW-Einsatz abgerechnet. Neben dem Fußballplatz gab es eine Schulsportanlage, ein Sanitärgebäude und eine Wohnung für den Platzwart. Problematisch für den Schulsport war der weite Weg.

 

  1. Okt. Ankündigung der Schließung der HOG „Kurgarten“ (LDZ)

Nach der Saison hatte die HO-Kreisverwaltung festgestellt, das sich „eine Aufrechterhaltung des Betriebes“ im Winterhalbjahr nicht lohne, was allseitige Verwunderung hervor rief.

 

  1. Okt. „Die Schwäne sind da“ (LDZ).

Die Stadt hatte 2 Jungschwäne aus Bad Segeberg im Tausch gegen zwei Höckergänse erhalten. Auch ein Rehbock hielt Einzug im Wildgehege.

 

  1. Okt. Bericht über die öffentliche Stadtverordnetensitzung in der Heimoberschule (LDZ).

Bürgermeister Zinner resümierte die Arbeit der Nationalen Front und des NAW (Stadion, Hirschgehege). Da das gut angekommen war, sollte im kommenden Jahr auf dem Krügerschen Grundstück ein Bärengehege als Grundstein für einen Heimattierpark entstehen.

 

  1. Nov. Bericht über die Stadtverordnetenversammlung in Lengefeld (LDZ).

Im Rahmen der „Zentralisation der Volksvertretungen“ wurde Anton Zinner zum Vorsitzenden des Rates der Stadt gewählt. Der Stadtverordnetenvorsteher entfiel, dafür wurde eine Tagungsleitung bestehend aus drei Stadträten berufen, die in jeder Sitzung wechselten. Zu den hauptamtlichen Verwaltungsfunktionären gehörten neben dem Vorsitzenden des Rates, der Sekretär und 2 bis 3 Stadträte, die über die Einheitsliste der Nationalen Front in diese Funktion kamen. Entsprechend den jeweiligen Notwendigkeiten übernahmen sie die Bereiche Handel und Versorgung, Finanzen und Bauwesen. Darüber hinaus wurden weitere ehrenamtliche Stadträte berufen und ihnen bestimmte Zuständigkeitsbereiche übertragen, wie Ordnung und Sicherheit, Sozialwesen oder Naherholung. Nach dem Bericht über den Haushaltsplan und der Arbeit der ständigen Kommissionen kündigte Zinner die bevorstehende Schließung der KONSUM-Schulen in Saaleck und der an der Eckartsbergaer Straße an.

 

     Dez. Veröffentlichung der „Geschichte des Klosters Pforte“ von Dr. R. Pahncke.

 

  1. Dez. Kaufvertrag zwischen dem FDGB-VSB und der Erbengemeinschaft Bahse (Born).

Das Fremdenheim am Gradierwerk wurde für 42 TDM erworben.

 

1957

 

  1. Jan. Stadtverordnetenversammlung (St.-A. Nr. 334)

Zugestimmt wurde der Verlegung des Altersheim nach Saaleck und dem Wechsel des bisherigen Heims in der Fr. -Ebert-Straße in die Rechtsträgerschaft des Volkssolbades. Außerdem wurde über das Ortsstatut und dem Anschluss von Saaleck an das städtische Trinkwassernetz abgestimmt.

 

  1. Mär. Rundfunkübertragung eines Konzerts aus dem E.-Thälmannheim (LDZ).

 

  1. Mär. Stadtverordnetenversammlung (St.-A. Nr. 327)

Beschlossen wurden die Ortssatzung zur Pflege und Verschönerung des Stadtbildes und die Gebührenordnung der städtischen Wasserversorgung.

 

  1. Mär. Einbau von 15 Glasfenstern im Foyer des Ernst-Thälmann-Heims (LDZ).

Die dekorativen Motive zur Ortsgeschichte hatten Studenten der Fachschule für angewandte Kunst in Heiligendamm entworfen.  

 

  1. Mär. Bericht zur Stadtverordnetensitzung (LDZ).

Erneut wurde die Bevölkerung aufgerufen, sich aktiv an der Verschönerung des Stadtbildes im Rahmen des NAW zu beteiligen. Kritisiert wurde das „wilden Plakatierens“ obwohl es 9 Anschlagsäulen gab. Zum Schluss wurde der Bau städtischer Wohnungen in der August-Bebel-Straße angekündigt. Das Grundstück gehörte Käthe Kruse und war verstaatlicht worden..

 

  1. Mär. Einweihung der Gedenktafel für die Märzgefallenen an der „Tanne“ (Born).

 

  1. Apr. Einführung der 45-Stunden Woche in den VEB (K) Mühlenwerken (Born).

Dabei wurde erwähnt, dass die beiden Kaplanturbinen für den Strombedarf der Mühle ausreichten und die Tagesproduktion 45 t Brotgetreide betrug.

 

  1. Apr. Eröffnung des Saalecker Altenheims (Born)

Insgesamt standen hier 70 Plätze zur Verfügung. Die idyllische Lage und die Parkanalge entschädigten für den weiten Weg in die Stadt. Allerdings gab es im Ort einen Konsum und regelmäßige Busverbindungen. Das Altenheim bestand fast 40 Jahre.

 

  1. Apr. Einrichtung des Pfennig`schen Tierheims (LDZ)

 

  1. Apr. Bericht zur Rechenschaftslegung der örtlichen Volksvertretung (LDZ).

In Vorbereitung der Kommunalwahlen am 23. Juni referierte der Bürgermeister über die Erfolge beim Aufbau des Sozialismus in der Stadt. Dr. Michalik sprach zur Entwicklung des Volkssolbades, Paul Toepfer zu den Finanzen und J. Gericke zur Kultur. Zusammenfassend bemerkte der Redakteur „Noch interessanter wäre der Verlauf (.) gewesen, wenn die Einwohner an die Abgeordneten Fragen gerichtet hätten“.

 

  1. Mai   Einführung der 45 Stundenwoche im VEB Kalkwerk (Born).

 

  1. Mai Wählerkonferenz im „Kurgarten“ (LDZ).

Vorgestellt wurden die Kandidaten der Nationalen Front für den Kreistag Else Firchau, Fritz Rößler, Egon Wiefel, Dietrich Hauß und Klaus Sperrhacke.

 

  1. Mai Ausstellung zur Gründung des 1. Deutschen Geschichtsvereins (Born).

Festredner war der Naumburger Stadtarchivar Prof. Wirth. Die Ausstellung im Ostturm ergänzte die Ausstellung zur Baugeschichte im Westturm, die bisher 42.500 Besucher anzog. Die Sparte Schmalfilm im Kulturbund Naumburg sollte das Ereignis im Film festzuhalten in Verbindung mit einem vom Volkssolbad in Auftrag gegebenen Werbefilm.

 

  1. Mai Stadtverordnetenversammlung (St.-A. Nr. 327)

Einziger Tagesordnungspunkt war die Bestätigung der Einheitslisten der Nationalen Front in Vorbereitung der Kreis- und Kommunalwahl.

 

  1. Mai Gesundheitswoche „Wie wird man 100 Jahre alt“ (LDZ).

Im Saal der Gaststätte „Zur Post“ (Lindenstraße 14) wurde eine Wanderausstellung des Deutschen Hygienemuseums Dresden gezeigt.

 

  1. Mai Filmfesttage im Ernst-Thälmann-Heim (LDZ).

Nach dem Einbau einer fest montierten Klappsitzbestuhlung wurde der Saal für Filmvorführungen durch den VEB Kreislichtspiele, Kulturprogramme und Großveranstaltungen z. B. Jugendweihefeiern genutzt. Tanz- und Unterhaltungsprogramme veranstaltete nun die HOG „Kurgarten“. Hier gastierte am gleichen Tag das Tanzorchester der NVA

 

  1. Juni Kommunal- und Kreistagswahlen (Born).

„Mit überwältigender Mehrheit“ wurden die Kandidaten der Einheitsliste der Nationalen Front bestätigt.

 

  1. Juni Brunnenfest (Born)

Weil der städtischen Haushalt keine Mittel zuschießen durfte, wurde ein Unkostenbeitrag von 1 DM für den Festplatz an der „Katze“ 1 DM festgelegt. Aus diesem Grund und auch weil der Umzug entfiel, blieben die Besucher weg. Bei der Auswertung wurde festgelegt, dass das Brunnenfest nur noch alle 2 bis 3 Jahre stattfinden und die örtlichen Betriebe zur Finanzierung beitragen sollten.  

 

  1. Juli Konstituierende Sitzung der Stadtverordnetenversammlung (St.-A. Nr. 327/LDZ).

Im Kurgarten wurden von den 34 Kandidaten der Einheitsliste die Mitglieder des Rates der Stadt gewählt: Hauptamtliche Ratsmitglieder - A. Zinner (SED) Vorsitzender des Rates, zuständig für staatliche Organe und Finanzen, P. Hildebrandt, Stellvertreter und Ratsmitglied für Landwirtschaft und Jugend, K. Kaun (SED) Sekretär und Ratsmitglied für Organisation. Ehrenamtliche Ratsmitglieder - M. Speck (CDU) Sozialwesen, W. Fesser (SED) Handel, P. Müller (SED) Volksbildung, K. Schauer (LDP) Wirtschaft, Bau Verkehr. Dann wurde die Mitglieder der ständigen Kommissionen (Landwirtschaft, Finanzen, Kultur und Volksbildung, Jugend und Sport, Bau-Wirtschaft-Verkehr, Handel und Versorgung, Gesundheit und Sozialfürsorge, Ordnung und Sicherheit) sowie die Mitglieder der Baukommission, der Brandschutzkommission und die Kreistagsabgeordneten berufen. Zinner nannte die Schwerpunkte der zukünftigen Arbeit, an erster Stelle den Wohnungsbau, die Anlage eines Freibades und die Entfaltung der Kurstadt als Fremdenverkehrsstadt. Noch vor der Veröffentlichung in der Tageszeitung wurden Hildebrand durch Horst Penkert (NDPD) und Schauer durch den Betriebsdirektor der Mühle Pfeiffer ersetzt.

 

  1. Juli Schreiben des Museumsdirektors an den Chefarzt des VSB (Akte Kunstgestänge).

Wegen fehlender Baukapazität und unzureichender Materialbereitstellung war die Instandsetzung des Kunstgestänges nicht weiter gekommen. Nach einem Hinweis von J. Gericke versuchte das VSB den Mühlenbaumeister Kossock aus Naumburg-Kroppental zubeauftragen. Doch der lehnte ebenfalls ab.

 

  1. Aug. „Die ledigen Müller haben ihre eigene Küche“ (LDZ).

    10.  Aug. Gründungsversammlung der Arbeiter-Wohnungsbaugenossenschaft (LDZ).

Auf der Grundlage des GBl. vom 28. März wurde auf einer Einwohnerversammlung die AWG gegründet. Ihr gehörten zunächst 34 Mitglieder an, vorwiegend Beschäftigte des VEB Kalkwerke. 1958 begann der Bau des ersten Mehrfamilienhauses am Pfaffenstieg.

 

  1. Aug. Parkfest (LDZ).

Höhepunkt war die Einweihung der Wasserfontäne am Gradierwerk.

 

  1. Sep. Einweihung des Thälmann-Porträts am Giebel des Sanatoriums (LDZ).

Das Scraffito war eine „beachtliche künstlerische Leistung“ der Produktionsgenossenschaft für dekorative Malerei Rostock.

 

  1. Okt. Einweihung des Bärenzwingers (Born)

Für zwei jungen Braunbären, ein Geschenk des Cottbusser Tierpark, hatte man auf der Wiese neben der Fähre einen Zwinger errichtet. Anka und Troll waren der Besuchermagnet des Heimattierparks. Der Eintritt kostete 5 bzw. 10 Pfennige.

 

  1. Okt. Öffentliche Aufführung des Kultur-und Heimatfilmes über das Kurbad (LDZ).

Der Klub der Naumburger Schmalfilmfreunde (Albrecht, Reichert und Pfeffer) präsentierte einen   einstündigen Film unter dem Titel „Besuch im Volkssolbad Bad Kösen“. Leider ist der Film verloren gegangen, nur das Skript „Ein Sonntag im Monat Mai 1957“ blieb erhalten (priv)

 

       Okt. Auf dem Dach der Mühle prangt eine Neonschrift (Freiheit)

Dem VSB wurde empfohlen, auf dem Gradierwerk wieder eine Leuchtschrift anzubringen.

 

  1. Nov. Stadtverordnetenversammlung (St.-A. Nr. 327)

Beschlossen wurden die Hunde- und Vergnügungssteuern.

 

  1. Nov. Die VP bittet um Mithilfe (LDZ).

Unbekannte hatten die Tür zum Bärenzwinger und das Hirschgehege geöffnet.

 

  1. Dez. Stadtverordnetenversammlung (St.-A. Nr. 334)

Auf der Tagesordnung standen der Abschlussbericht zur Planerfüllung 1957 und der Arbeitsplanentwurf 1958.

 

  1. Dez. Jahresstatistik (Born).

Die Stadt mit Ortsteilen hatte 6.166 Einwohner, davon 2.638 Männer und 3.528 Frauen. Geburten gab es nur 8, dagegen 76 Todesfälle und 53 Hochzeiten.

Ein weitere Statistik betraf die Anzahl der Kuren seit 1950 (priv). In den acht Jahren seit Bestehen des VSB wurden rund 60.000 Kurgäste registriert, darunter 58% Arbeiter und 23 % Angestellte.

 

  1. Dez. Jahresrechenschaftsberichte der LPGen (Born).

Die LPG Kukulau (11 Mitglieder) bewirtschaftete 68 % der dortigen Nutzfläche, in Lengefeld waren es 58 %. In Saaleck dagegen nur 3,25%, weil der Anteil privater Bauern recht hoch war.                  

 

1958

 

  1. Jan. Zeitungsbericht über den VEB (K) Mühlenwerke (LDZ).

Die mechanischen Elevatoren wurden durch eine pneumatische Anlage ersetzt.

 

  1. Jan. Bioklimatisches Gutachten des Meteorologischen Dienstes der DDR (priv).

Im Zusammenhang mit der geplanten Erweiterung der Produktionsanlagen hatte das Kalkwerk ein Gutachten über die Auswirkungen auf das örtliche Mikroklima in Auftrag gegeben. Das Forschungsinstitut für Bioklimatologie stellte fest: „Vom bioklimatisch-lufthygienischen Standpunkt aus gesehen, müsste jeder Erweiterung des Kalkwerkes im Talgrund entgegengetreten werden (.) Auch ergäbe sich im Talgrund keine günstigere Situation, da die Abgase sowie der Kalkstaub bei der überwiegenden Mehrzahl der Wetterlagen in das Tal hinein gedrückt werden bzw. in Kösen sogar sedimentieren (.) Würde man bei Beibehaltung des jetzigen Standortes des Kalkwerkes im Zuge der Erweiterung Schornsteinerhöhung plus Filterung als lufthygienische Maßnahme wählen, so wird nach derzeitigen Kenntnissen ebenfalls nicht viel gewonnen. Die Lage des Kalkwerkes westsüdwestlich des Solbades bleibt ungünstig (.) Wir schlagen vor, die Erweiterung auf der Höhe bei der Straße nach Eckartsberga zu betreiben (.) 500 m Luftlinie Richtung Nordwesten vom jetzigen Werk.“  

 

  1. Feb. Das Museum öffnet nach der Winterpause (LDZ).

Im Obergeschoss gab es nun themenbezogene Exponate von der Geologie des Saaletals bis zum Badebetrieb im 19. Jahrhundert. Prunkstück war der Nachbau einer alten Drehbank, „die Borlach vermutlich konstruiert haben soll.“

 

  1. Feb. Bericht über die Stadtverordnetenversammlung im „Ernst-Thälmann-Heim“ (LDZ).

Der ärztliche Direktor Dr. Michalik teilte mit, dass die Regierung eine Vorordnung über das Kur-und Bäderwesen erlassen habe, womit eine deutliche Abgrenzung zwischen Kur- und Erholungsorten angestrebt wird. Ein Kurort müsste daher vorzugsweise einen ungestörten Heilungsprozess ermöglichen. Dazu gehörten lärmberuhigte Kurzonen ohne Durchgangsverkehr und lärmintensive Gaststätten. Wobei das Volkssolbad und die Stadt beispielgebend für die übrigen ostdeutschen Kurorte sein sollten. In der Diskussion kam der Kreisbeauftragte für Naturschutz zu Wort, der sich für den Schutz von Orchideen und den Erhalt des Baumbestandes einsetzte.

 

  1. Feb. Stadtinspektor Franz Born (1890 – 1962) beginnt eine Ortschronik (priv).

Die Grundlage dafür bildete die „Anordnung zur Führung von Ortschroniken“ im GBl. II Nr. 17 von 1955 zur „Errichtung der antifaschistisch-demokratischen Ordnung“. Damit war die Chronik eine parteipolitische Sicht der DDR und alle Ereignisse, die nicht in das Geschichtsbild passten, wurden einfach übergangen. Andererseits enthält die Chronik zahlreiche Zahlen und Details, die ein gutes Bild über die Stadt in den 50er Jahren vermitteln.

So wurde die Belegschaft der größeren Betriebe aufgelistet: VEG Schulpforta 132, MTS Fränkenau 115, VEB Kalkwerke Rudelsburg 150, VEB Holzindustrie 146, VEB Kösener Mühlenwerke 38, VEB Puppenwerkstätten 100, davon 25 Heimarbeiterinnen, P. Bernhardt Kunststofffabrik 42, DREIKA Werkstätten für Polsterwaren 35. Größter Arbeitgeber war das inzwischen das Volkssolbad mit über 200 Mitarbeitern.

Die in der ehemaligen Pension Engelhardt, Lindenstraße 25 eingerichtete Krabbelstube konnte 30 Kinder aufnehmen. Im städtischen Kindergarten waren neben der Leiterin, vier Erzieherinnen für 80 Kinder zuständig, dazu noch Küchen- und Hilfspersonal. Den Kindergarten in Schulpforte besuchten 24, den in Lengefeld 23 und den in Saaleck 18 Kinder. Im Städtischen Schulhort kümmerten sich 4 Erzieher um 55 Kinder und 25 Fahrschüler.

Beklagt wurden die ungenügenden hygienischen Verhältnisse. Zahlreiche Häuser in der Innenstadt hatten noch Außen-und Trockenklosett mit Sammelgruben. Unbefriedigend war die medizinische Versorgung der Bevölkerung. Es gab noch drei Allgemeinmediziner (Dr. Peters-Törste, Dr. Rutz, Dr. Klemm) für 6.350 Einwohner. Dagegen praktizierten drei Zahnärzte (Dr. Vogt, Dr. Schnelle, Dr. Dondorf). Unverzichtbar war auch das segensreiche Wirken von Schwester Elly und Schwester Martha vom Lazarus-Heim.

Abschließend verwies Born auf die Notwendigkeit ein neues Sanatorium, zu errichten, wofür seit 10 Jahren ein Projekt vorliegt. Dann wäre es möglich, einen Teil der privaten Vertragsbetten zu kündigen und diese Räume wieder zu vermieten, um den Mangel und damit die berechtigte Kritik der Bevölkerung an den staatlichen Organen zu begegnen.

Diese Ortschronik endete mit Borns Ausscheiden aus der Verwaltung im Jahr 1960 und wurde nicht fortgeführt.

 

  1. Mär. Bericht zur Stadtverordnetenversammlung (LDZ).

Der Stadthaushalt wies Einnahmen von 1.134 TDM und Ausgaben von 1.087 TDM aus.

 

  1. Apr. Der VEB Puppenwerkstätten wird dem Rat des Kreises unterstellt (Born).

Bisher unterstand der Betrieb dem Ministerium für Leichtindustrie HV Spielwaren.

 

  1. Mai Wiedereröffnung der Medizinischen Badeanstalt (Born).

Mit der 1955 begonnenen Erweiterung standen nun weitere Behandlungsräume zur Verfügung. Äußeres Kennzeichen war die Änderung des Treppenaufgangs. Außerdem wurden Teile der Technik (Sole- und Warmwasserbehälter, Schornstein etc.) auf die Rückseite verlegt. Kohlenlager und Materialschuppen vervollständigten den Außenbereich an einer vom Publikum viel frequentierten Stelle.

 

  1. Juni „Großschiebereien profitgieriger Fleischermeister“ (Freiheit).

Am 28. Mai hatte die Volkskammer der DDR die Abschaffung der Lebensmittelmarken und die Einführung von Festpreisen beschlossen. Vor der Inkraftsetzung sollten einige noch von privaten Unternehmen dominierten Handels-, Handwerks- und Dienstleistungsbereiche, die in das Markensystem eingebunden waren „bereinigt“ werden.  

Das betraf zunächst die Fleischereien. Kathe, Schache und Reichenbach wurde vorgeworfen, Wurst und Fleisch sog. Hausschlachtungen im eigenen Schlachthaus, nicht wie regulär dem Schweinehalter zum Eigenverbrauch überlassen zu haben, sondern die Erzeugnisse im eigenen Laden zu verkaufen. Damit würden sie sich einen ihnen nicht zustehenden Zusatzverdienst sichern. Solche Delikte wurden zumeist durch Denunzianten zur Anzeige gebracht und lieferten der Staatsmacht einen willkommenen Anlass gegen das private Gewerbe vorzugehen. Zur Abschreckung wurden empfindliche Haft- und Geldstrafen ausgesprochen, verbunden mit der Enteignung. Die Betriebe wurden dann vom staatlichen Handel weitergeführt. Der Fleischer Schache wurde außerdem wegen Verstoß gegen die Verordnung zum Schutze des innerdeutschen Zahlungsverkehrs (Devisenvergehen) zu 16 Monaten Gefängnis und 500 DM Geldstrafe, seine Frau zu 6.000 DM Geldstrafe verurteilt.

Ähnlich erging es auch der Familie Salzmann, den Eigentümern des gleichnamigen Hotels. Ein Flugblatt vom Kreisausschuss der Nationalen Front trug die Überschrift: „Das Leben lehrt: Wachsamkeit…“ und klärte auf, dass bei den Salzmanns bei einer Hausdurchsuchung 162 Flaschen Schnaps, 500 kg Zucker, die nicht im Bestand erfasst waren sowie diverse verdorbene Lebensmittel sichergestellt wurden. Das Ehepaar in einem Zeitungsbeitrag (Für Spekulanten ist bei uns kein Platz) als Faschisten, Staatsfeinde und Verbrecher bezeichnet (St.-A. Nr. 759). Das Urteil vor dem Amtsgericht Naumburg lautete: Zwei Jahre Zuchthaus, Vermögensentzug und Schadensersatz.

 

     Apr. Zwangsräumung des letzten Pfarrers von Schulpforte.

Auf Betreiben des Direktors Hanuschek musste der pensionierte Pfarrer G. Steinacker seine Wohnung im Schulgelände aufgeben.

 

  1. Juni Bericht der Konsumgenossenschaft und der HO (Born).

   Der KG Naumburg gehörten die Verkaufsstelle für Lebensmittel Karl-Liebknecht Straße 31 (seit 1908), und Max-Bach-Str. 2 (1946, Jürgens), Schuhwaren Karl-Marx-Str. 6 (1951), der Kiosk Rudelsburgpromenade (1952, Drese), Industriewaren Gerstenbergkpromenade 3 (1952), Lebensmittel Naumburger Str. 10 (1953 Hechler), Textilien Karl-Marx-Str. 5 (1955 Oelze), die Drogerie Uferstr. 5 (1952), Gemüse R. Breitscheidstraße (1955 Hofmann). Der HO gehörten die Industriewaren-VST Karl-Marx-Str. 19a (1951), Textilwaren-VST Am Bahnhof (1952), Schuhwaren-VST Karl-Marx-Str. 12 (1953), Lebensmittel-VST Karl-Marx-Str. 7 (1953), An der Brücke 3 (1949), Grüne Gasse 2 (1950), Ernst-Thälmann Str. 14 (1951), Gemüse-VST An der Brücke 4 (1953, dazu die Gaststätten „Central“ (1951, Renner), Cafe am Gradierwerk“ (1952), „Am Kurpark“ (1953, Apel), „Zur Katze“ (1954), Rudelsburg (1954), Kurgarten (1956) und die Eisdiele gegenüber dem Bahnhof.

 

Juli   Bericht zur Eröffnung einer Volksbuchhandlung in der Lindenstraße 1 (LDZ).

In der Donath`schen Buchhandlung wurde nach umfangreicher Sanierung eine Nebenstelle der volkseigenen Naumburger Gutenberg-Buchhandlung eingerichtet.

 

  1. Juli   Gründung der Außenstelle der PGH „ Palette“ Naumburg (Born).

Gründungsmitglieder waren die Malermeister M. Leideck, K. Flint und H. Fritzsche. Zusammen mit den Mitarbeitern waren es 12 Mitglieder.  

 

  1. Juli   Eröffnung der ersten Kunstausstellung im „Romanischen Haus (Born).

Gezeigt wurden Reproduktionen von Bildern Rembrandts anlässlich dessen 350. Geburtstages, die das Kunstgeschichtliche Institut der MLU Halle zur Verfügung stellte. Nachfolgend entwickelte sich hier eine für diese Region ansprechende Ausstellungsserie zeitgenössischer Maler, Grafiker und Bildhauer.

 

  1. Aug. Kritik am Zustand der Ausflugsgaststätten (LDZ).

Der Pächter der Gaststätte „Saalhäuser“ hatte aufgegeben, HO und Konsum lehnten eine Übernahme ab und das VEG Weinbau nutzte nun die Räume für die Verwaltung. „Göttersitz“ und „Schöne Aussicht“ bewirteten nur noch eingeschränkt, der „Rektorberg“ wurde als Kinderferienlager genutzt. Damit blieben westlich der Saale nur noch das inzwischen von der HO übernommene „Bergschlößchen“ und das „Himmelreich“ von „Petrus“ Reichenbächer.

 

  1. Aug. Neueröffnung der HOG „Vorwärts“ (LDZ).

Nur wenige Wochen nach dem „Vermögensentzug“ der Familie Salzmann war die Überführung in Volkseigentum abgeschlossen. Der Gast war „geblendet von dem Lichterglanz der geschmackvollen Beleuchtung und der vorbildlichen Sauberkeit“ im Gegensatz zu den von Salzmann hinterlassenen „alten, völlig vernachlässigten Räumen“.

 

  1. Aug. Parkfest (LDZ).

    01.  Sep. Einführung des Polytechnischen Unterrichts an der Mittelschule (LDZ).

Die Schüler wurden an einem „Tag in der Produktion“ in der MTS Fränkenau oder im VEB Kalkwerke mit praktischen Arbeiten beschäftigt.

 

     Sep. Der VEB Puppenwerkstätten stellt zur Leipziger Messe das erste Plüschtier vor (LDZ).

Das von Elfriede Foerster gestaltete Exemplar war eine Gans. Qualität und ein natürliches Design konnten überzeugen und die Plüschtiere wurden ein Exportschlager.

 

  1. Sep. Aufstellung einer modernen Straßenbeleuchtung (LDZ).

Die Naumburger und Eckartsbergaer Straße erhielt 13 Quecksilber-Dampflampen.

 

  1. Okt. Gründung der PGH „Bau“ Bad Kösen (Born).

Dazu gehörten die Maurermeister K. Kühnl und E. Oberländer, die Dachdeckermeister W. Fritzsche und K. Franke sowie der Zimmerermeister H. Kotte, mit rund 50 Mitarbeitern. Der Ofensetzermeister Grunitz schloss sich der PGH „Ofenbau“ in Naumburg an.

 

  1. Okt. Beitrag zur Entwicklung des Volkssolbades (Freiheit).

Mit der Übernahme der Rechtsträgerschaft des Hotels „Apel“ mit 20 Betten und des Altenheims Friedrich-Ebert Straße (40 Betten) verdoppelten sich die eigenen Betten. Allerdings brauchte man man immer noch die Vertragsbetten, für die rund 800 Patienten/Durchgang. Denen wurde ein abwechslungsreiches Kulturprogramm geboten. Insgesamt 84 populärwissenschaftliche und heimatkundliche Vorträge, 154 Filmvorführungen, 54 geführte Wanderungen, 151 Veranstaltungen mit Laien- und Berufskünstlern, 11 politische Feierstunden und 15 Buchlesungen, bedeuteten durchschnittlich 8 Veranstaltungen in der Woche ohne die regelmäßigen Kurkonzerte.

 

  1. Nov. Wahlen zur Volkskammer (Born).

In den 6 Wahlbezirke wurden 4.274 Wahlberechtigte erfasst. Die Beteiligung lag bei 99,5%, davon stimmten 99,9% für die Einheitsliste der Nationalen Front.

 

  1. Nov. Angebot des Mühlenbaumeisters Kosock (Akte Kunstgest.)

Nach vielen Bemühungen hatte sich Kossock bereit erklärt, die Arbeiten für einen Stundensatz von 2,50 DM zu übernehmen. Außerdem war es ihm gelungen, einen passenden Eichenstamm für die Wasserradwelle bei einem Bauern in Cauerwitz und das Holz für die Schaufeln aufzutreiben. Die Fa. Kleindienst hatte sich bereit erklärt, den Kunstgrabens abzudämmen. Die Arbeiten sollten im 2. Quartal des kommenden Jahres beginnen.

 

  1. Dez. Bericht über die Stadtverordnetensitzung (LDZ).

Einstimmig wurde die würdige Gestaltung des Umfeldes der Rudelsburg beschlossen.

 

  1. Dez. Dr. Michalik wird „Verdienter Arzt des Volkes“ (LDZ)

Auf der Feierstunde erklärte der gerade von einer Studienreise in die UdSSR zurückgekehrte Chefarzt, alle Anstrengungen zu unternehmen, das Kur-und Bäderwesen „auf den Stand zu bringen, wie er es in der Sowjetunion gesehen hatte.“

 

     Dez. Die PEBE Steckbausteine kommen in den Handel (PeBe-Archiv).

1957 kaufte die Fa. Paul Bernhard das Steinbeck`sche Anwesen Eckartsbergaer Straße 12 und richtete hier die Produktion von Haushalts- und Gebrauchsgütern ein. Hier begann mit 2 handbetriebenen Spritzgußautomaten der Nachbau der 1955 von LEGO auf den Markt gebrachten Steckbausteine. Die erwiesen sich als Renner auf dem Inlandsmark und wurden ab 1960 auch exportiert. Wegen einer daraufhin angestrengten Unterlassungsklage wurde das bislang mit LEGO kompatible System modifiziert und die Produktpalette erweitert.

 

1959

 

  1. Jan. Gründung der PGH „Gas und Wasser“ (Born).

Daran beteiligten sich die Firmen von Georg Ertle, Kurt Stengler und Peter Grezny, später dann auch die Heizungsfirma Weber mit insgesamt 14 Mitarbeitern.

 

  1. Jan. Bestallungsurkunde für den Rat der Stadt (priv)

Der Rat des Kreises übertrug das Haus- und Feldgrundstück Friedrich Hertels aus Lengefeld der Stadt in treuhänderische Verwaltung. Hertel hatte sich gegen den Beitritt zur LPG gewehrt, war aber als der Druck der staatlichen Stellen zunahm in den Westen gegangen und fiel damit unter den Republikfluchtparagrafen.

 

  1. Jan. Bericht über die Stadtverordnetensitzung (LDZ).

Im Bericht des Vorsitzenden des Rates wurden die Erfolge des Vorjahres gewürdigt, u. a. die Eröffnung der HOG „Vorwärts“ und die Neueröffnung eines Fischladens der HO (ehem. Hansen).

Dann folgten die Rechenschaftsberichte der ortsansässigen volkseigenen Betriebsleiter. Sachtlebe (VEB Kalkwerke) versprach zusätzliche Materialkontingente für den Wohnungsbau, Hufe (VEB Holzindustrie) berichtete über die eine Planübererfüllung von 111% und Winkler (VEB Puppenwerkstätten) von 108 %, die durch Anwendung der sowjetischen „Mamai-Methode“ möglich war. Außerdem wolle man sich auf die Herstellung von Schaufensterpuppen konzentrieren, weil der Absatz von Puppen im Ausland wegen des Urheberrechtsverfahrens rückläufig war.

Dann wurde über den Zusammenschluss der LPG Saaleck und Lengefeld informiert, den Bau eines Rinderoffenstall in Kukulau und den Eintritt von 5 Neubauern aus Fränkenau in die LPG Hassenhausen.

 

  1. Jan. Zeitungsbeitrag zum Saisonbeginn des Volkssolbades (LDZ).

Die Kurpause zum Jahreswechsel wurde auf vier Wochen begrenzt und für notwendige Reparaturen genutzt. Die Verpflegung der Kurgäste aus Außenquartieren erfolgte nun in drei Einrichtungen, im Ernst-Thälmann-Heim selbst, im Diätsanatorium „Philipp Müller“ und im ehemaligen Hotel Apel, wobei die Esseneinnahme wegen der Platzkapazitäten in zwei Durchgängen erfolgte. Die Kinderheime verfügten alle über eine eigene Küche.  

 

  1. Feb. Prunksitzung des Kösener Karneval Vereins im Kurgarten (LDZ).

 

  1. Feb. „Volkssolbad Bad Kösen hilft Algerien“ (Freiheit)

Spontan wurden 10 Kurplätze und Geldspenden für verwundete algerische Kämpfer gegen die französischen Kolonialherren bereitgestellt.

 

  1. Mär. Stadtverordnetenversammlung (St.-A. Nr. 334).

Beschlossen wurde der Bau eines Freibades nachdem eine Wiederinbetriebnahme der Kleinschmidtschen Flussbadeanstalt nicht nur wegen Materialproblemen sondern auch wegen einer zunehmenden Verschmutzung der Saale ausgeschlossen war. Dafür wurden 250.000 DM veranschlagt. 75 TDM sollten aus der Haushaltsrücklage, 20 TDM aus Mitteln von Lotto-Toto, 10 TDM aus Spenden und die restlichen 150 TDM durch NAW-Einsätze der Bevölkerung und der örtlichen Betriebe aufgebracht werden.

 

  1. Mär. Spatenstich für das Freibad in der „Weniger Aue“ (VSB Kösen 1949-1959).

Zinner ging hier ein hohes Risiko ein, da die wirtschaftsleitenden Organe weder Bilanzen zugeteilt noch eine förmliche Zustimmung zu dem Vorhaben gegeben hatten, das Vorhaben aber stillschweigend duldeten. Die örtlichen Betriebe hatten Unterstützung signalisiert, weil unter der Bevölkerung der Wunsch nach einem Freibad immer stärker wurde und man hier auf die freiwillige Hilfe im Rahmen des NAW vertraute.    

 

  1. Apr. Stadtverordnetenversammlung (St.-A. Nr. 334)

Zuerst wurden die Volksvertreter über die Plenartagung des Staatsapparates aufgeklärt, es folgte der Bericht zur Planerfüllung in der Landwirtschaft und danach die Verabschiedung des Stadtarbeitsplanes.

 

  1. Mai Übergabe das Wohnhauses Lindenstraße 12 (priv).

Das Staatl. Notariat hatte den Besitzer Gerhard Hädicke für tot erklärt und den Staat zum Erben eingesetzt. Der Nachlaßpfleger übergab der Stadt die 7 Wohn- und 3 Gewerbeeinheiten, und Hypotheken in Höhe von 20.000 DM. Die monatliche Mieteinnahme betrug 256 DM, 1.000 DM die aufgelaufenen Mietschulden. Dazu kam eine marode Bausubstanz eines der ältesten Häuser der Karl-Marx-Straße.

 

  1. Juni Bericht zur Stadtverordnetensitzung (LDZ).

Zinner berichtete über die planmässig verlaufenden Erdarbeiten für das Schwimmbecken und kündigte den Erwerb einer eigenen Dampfwalze für den Straßenbau an.

 

  1. Juni Ausrichtung eines DDR- offenen Reit-, Spring- und Fahrturnier.

 

  1. Juli das VEG Schulpforte erhält eine automatische Hopfenpflückmaschine (LDZ).

4 Monteure der englischen Firma Bruff Manufacturing Ltd. aus Worcestershire installierten die Anlage.

 

  1. Juli Konzert des Standortmusikkorps des MdI Halle (LDZ).

Das Konzert am Gradierwerk wurde von Radio DDR direkt übertragen.

 

  1. Juli Bericht über die Stadtverordnetenversammlung (LDZ).

Zu Beginn forderte man die Freilassung eines griechischen Freiheitskämpfers. Danach wurden die Schlüssel für 12 Wohnungen im ersten nach dem Krieg gebauten städtischen Wohnhaus in der Ernst-Thälmann-Straße 19/20 übergeben. Anschließend wurde Stadtrat Schauer verabschiedet, der seit 1946 dem Rat angehörte. Kritisiert wurde die mangelhafte Versorgung mit Frühkartoffeln und der volkseigene Schrotthandel, der das von den Pionieren gesammelte Metall nicht abgeholt hatte.

 

  1. Juli   Veranstaltung des Kulturbundes mit dem Afrikaforscher Hans Schomburgk (LDZ).

Den Reinerlös der gut besuchten Veranstaltung stellte der aus Freyburg/U. stammende Schomburgk der Stadt zur weiteren Ausgestaltung des Wildgeheges zur Verfügung.

 

  1. Aug. Eröffnung des ersten HO-Selbstbedienungsladens Karl-Marx Straße 7 (LDZ).

 

  1. Aug. Bericht über die Sanierungsarbeiten im Borlachschacht (LDZ).

Spezialtaucher der Feuerwehr Magdeburg bereiteten den Einbau neuer Tiefkolbenpumpen mit einer Leistung von 12 m³/Std. in 70 Metern Tiefe vor. Der Schacht erhielt eine 30 cm starke Stahlbetondecke. Zur Bewetterung des Schachts kam eine Belüftungsanlage zum Einsatz. Dabei wurden die alten Saugpumpen, die Kunstkreuze und die Vertikalgestänge ausgebaut. Eine Aufbewahrung der historisch einmaligen Technik hielten die Verantwortlichen für unnötig. Das Metall wurde der Altstoffverwertung zugeführt, das Holz wanderte in die Öfen.

 

  1. Aug. Parkfest am Gradierwerk (LDZ).

Diesmal richteten die Stadt und VSB das Fest gemeinsam aus.

 

  1. Sep. Inbetriebnahme der beleuchteten Wasserfontäne im Tiergehege (Born).

Gemeldet wurde erster Nachwuchs bei den Hirschen und Rehen. Neu waren die Volieren für Fasane, Wellensittiche und der erste Affenkäfig sowie ein kleiner Ententeich. Die Jahreseinnahmen betrugen 11.000 DM, für den Lohn des Leiters Hofemeister und das Futter wurden 7.000 DM ausgegeben.

 

  1. Sep. „Eine Schule im Wandel der Zeiten“ (LDZ).

Untertitel „Die Heimoberschule Pforte auf dem Wege zur sozialistischen Lehranstalt“.

 

  1. Sep. Bericht zum Beitritt von Einzelbauern in die LPG (St.-A Nr. 334).

Die Kommission stellte fest, dass der Lengefelder Bauern Hölzer „ein Egoist (.) unsachlich und impulsiv, ein typischer Nur-Landwirt mit einem politisch sehr engen Horizont“ sei. Dagegen war der Neubauer und frühere Landarbeiter der Domäne Fränkenau Jung nicht abgeneigt, wenn die Bezahlung mindestens 160 DM beträgt.    

 

  1. Okt. Festwoche „10 Jahr DDR“ (LDZ, St.-A. Nr. 719).

Jeder Tag hatte ein bestimmtes Motto, der Tag des Volkssports, des Kindes, des volkseigenen Betriebes sowie der Frau. Zum Auftakt wurden am Gradierwerk die Angehörigen der Kampfgruppe vereidigt. Weitere 45 Veranstaltungen fanden statt, darunter eine Ausstellung „Revolutionäre Traditionen der NVA“. Dabei zeigte das Heimatmuseum zum ersten und letzten Mal die umfangreiche Sammlung von Waffen und Ausrüstungsgegenständen der Kösener Bürgerwehr aus dem Jahr 1849.

 

  1. Okt. 10. Jahrestag der DDR Gründung (LDZ).

Am Vorabend wurden hohe staatliche Auszeichnungen verliehen. Der Arbeiterveteran H. Firchau erhielt den Vaterländischen Verdienstorden in Bronze, Anton Zinner die Verdienstmedaille der DDR, G. Toepfer und W. Hendrika die Goldene Aufbaunadel des NAW. 2.500 Teilnehmer nahmen dann an einem Demonstrationszug teil, der mit einer Großkundgebung und anschließender Kranzniederlegung endete.

     Okt. Veröffentlichung der Broschüre „Volkssolbad Kösen 1949-1959“ (priv).

Anhand von Fakten wurde die positive Entwicklung der Stadt, der Betriebe und Einrichtungen, der LPGen, des Schulwesens und der Kultur dargestellt. Neben der Bornschen Chronologie ist dies eine bedeutende Quelle zur Entwicklung und den Verhältnissen in den 50er Jahren.  

 

  1. Okt. Stadtverordnetenversammlung in Fränkenau (LDZ).

Im Rahmen der Umgestaltung der Landwirtschaft wurde vorgeschlagen, die LPGen Kukulau und Crölpa-Löbschütz mit Hassenhausen, die LPG Lengefeld-Saaleck-Stendorf mit Kleinheringen zusammenzulegen. Kritisiert wurde, dass sich immer noch 11 Einzelbauern weigerten, der LPG beizutreten. Abschließend informierte Zinner, dass das Schwimmbecken bereits mit Wasser gefüllt sei und im kommenden Jahr eröffnen wird.

 

  1. Nov. Aktennotiz des technischen Leiters des VSB Röttig (Akte Kunstgestänge).

Wegen einer längeren Erkrankung des Mühlenbaumeisters Kossock wurde der Einbau der neuen Radwelle auf das kommende Frühjahr verschoben.

 

  1. Nov. Aufruf zur Erfassung von Küchenabfällen (priv).

„Die Verwirklichung des Siebenjahrplanes erfordert die Ausschöpfung aller Reserven“. Das betraf auch die fehlenden Futtermittel. Die LPG Saaleck stellte im Stadtgebiet Kübel für Küchenabfälle und Essensreste auf, die zweimal wöchentlich geleert werden sollten.

 

  1. Nov. Vorweihnachtliche Spielwaren-Verkaufsschau in der HOG „Central“ (LDZ.

 

  1. Nov. Bericht über Bauarbeiten der Reichsbahn (LDZ).

Im Zuge der Erneuerung der Gleise war auch eine neue Bahnbrücke vorgesehen. Dazu war die Unterführung seit Monaten gesperrt, der gesamte Verkehr benutzte den Schienenübergang. Für den Einbau der 29 Tonnen schwere Stahlkonstruktion wurde die Bahnstrecke für 9 Stunden voll gesperrt. Früh um 5.05 Uhr rollte der erste Schichtarbeiter-Zug darüber.  

 

  1. Nov. Presskampagne „Ein Kurbad ist kein Schaubad ?“ (Neues Deutschland).      

Unter Überschrift „Ist ein Kurbad ein Schaubad?“ wurden die Gegebenheiten in den Kurorten kritisiert, weil sie im krassen Gegensatz zu der 1957 erlassenen „Verordnung über Kurorte, Erholungsorte und Sanatorien der DDR“ standen. Dabei wurden auch die zuständigen Behörden insbesondere das Gesundheitsministerium heftig kritisiert, denn dass „ein Kurbad kein Schaubad wäre hätten einige Staatsfunktionäre noch nicht begriffen“.

In einer weiteren Ausgabe vom 05. Januar wurde mitgeteilt, dass die Ministerien für Gesundheitswesen, Inneres, Verkehr, Handel- und Versorgung mit dem Bundesvorstand des FDGB und dem Reisebüro festgelegt hätten, dass zunächst die Orte mit entsprechenden medizinisch-therapeutischen Voraussetzungen als Kurort zu klassifizieren sind und dass allein die Bezeichnung „Bad“ im Ortsnamen dazu nicht ausreicht. Zur Beschränkung des Massentourismus wurde das staatliche Reisebüro angewiesen, die als Kurort eingestuften Bäder aus dem Busprogramm zu nehmen und auch keinen Individualurlaub anzubieten und die volkseigenen Gaststätten wurden angewiesen, ihr Speise- und Getränkeangebot unter gesundheitlichen Gesichtspunkten zu differenzieren. Des weiteren sollte die Vermietung von Privatzimmern in Kurorten neu geregelt und da wo es verkehrstechnisch möglich ist, sollten ganze Straßenzüge von der VP gesperrt und als verkehrsberuhigte Zonen ausgewiesen werden. Dr. Michalik der sich zu Wort meldete, meinte, dass diese Missverhältnisse nur von den Behörden der Kreise und der Städte gelöst werden können. Er forderte die Räte der Städte Bad Berka, Bad Elster, Bad Kösen, Bad Liebenstein und Schönebeck-Bad Salzelmen zur Stellungnahme auf.

Einer der ersten Wortmeldungen kam von A. Zinner. Der teilte mit, dass man plant, für Reisebusse und den individuellen Wochenendsverkehr außerhalb des Ortes in Richtung Rudelsburg Parkplätze und eine HO-Großgaststätte einzurichten. Ferner sei bereits mit dem Deutschen Reisebüro vereinbart worden, die Wochenendfahrten auszusetzen und erste Aktivitäten bestehen, störende Einrichtungen, insbesondere Gaststätten aus dem Kurbereich auszulagern.

 

1960

 

  1. Jan. Eröffnung des „Haus des Buches“ (LDZ).

Nach einer umfassenden Renovierung wurden die Bestände der Stadt und die Kurbibliothek in der ehemaligen Wohnung des Schäfers (R.-Breitscheid Straße 4) untergebracht. Rund 5000 Bücher standen zur kostenlosen Benutzung für Einwohner und Kurgäste zur Verfügung.

 

  1. Jan. Stadtverordnetenversammlung (St.-A. Nr. 334)

Auf der Tagesordnung standen der Bericht des Rates, die Beschlussfassung zum Volkswirtschaftsplan 1960, der Bericht zum Schulgesetz und der Bericht zum Stand der Kollektivierung in der Landwirtschaft. Abschließend war die Diskussion mit der Bevölkerung vorgesehen, die in Anbetracht der geringen Teilnahme und der vorgerückten Stunde in überschaubaren Grenzen hielt.

 

  1. Jan. Bericht über Arbeiten an der Beyschlagquelle (LDZ).

Das VSB hatte den VEB Schachtbau Nordhausen beauftragt, die verstopfte Bohrung wieder aufzubohren und die Sole für den Kurbetrieb nutzbar zu machen.  

 

  1. Jan. Bericht über die Stadtverordnetenversammlung in der HOG „Vorwärts“ (LDZ).

Zunächst erfolgte eine Protestresolution gegen die „Torpedierungsversuche der Adenauer-Regierung“. Dann wurde die Planübererfüllung der örtlichen Produktionsgenossenschaften des Handwerks gewürdigt, der zu geringe Bestand an Rindern in der LPG Kukulau kritisiert und die Bezugsfertigkeit der städtischen Mehrfamilienhäuser A.- Bebel Straße 3 und 5 bekannt gegeben.

 

  1. Mär. Umzug der Kinderkrippe (LDZ).

Die Stadt hatte die Rechtsträgerschaft des Grundstückes Fr. Ebert-Str. 17 übernommen und im   Erdgeschoss die Krabbelstube untergebracht. Deren bisherige Räume in der Rudelsburgpromenade übernahm wieder die FDJ als Jugendtreff .

 

  1. Mär. Schreiben des Volkssolbades an die PGH „Bau“ (priv).

Darin wurde auf die sofortige Fertigstellung der betriebseigenen Wäscherei gedrungen, da der FDGB festgelegt hatte, dass Kurgäste keine eigene Wäsche mehr stellen müssen.

 

  1. Mär. Festakt für die Gefallenen der Märzkämpfe 1920 (LDZ).

Die Gedenkstunde fand auf dem Friedhof am Ehrenmal statt. Anschließend erhielt die Straße an den AWG-Blöcke, wo inzwischen auch Einfamilienhäusern EW 58 entstanden Richard-Kanzler Straße eines ortsansässigen Kommunisten.

 

  1. Mär. Besprechung zur Verbesserung des Kurortmilieus (MER FDGB BV Halle 6390).

Die öffentliche und für DDR-Verhältnisse sehr kritische Berichterstattung über Mängel bei der Durchsetzung der VO über Kur- und Erholungsorte im ND war Anlass für diese Sitzung an der 32 Vertreter vom Gesundheitsministerium über die Fachabteilungen des Rates des Bezirks und des FDGB-Bezirksvorstandes bis zu den Fachabteilungen für Forsten, Naturschutz und Straßenbau sowie dem VPKA teilnahmen. Einleitend nannte A. Zinner Zahlen zur Entwicklung des Bades. Demnach war die Frequenz von 2.000 Kurgästen vor 1945 auf derzeit 12.000 gestiegen, für die aber die vorhandene Infrastruktur wegen fehlender Investitionen nicht ausreicht. Dr. Gießler (Staatl. Hygieneinspektion) forderte die sofortige Wiederherstellung der Trinkwasserschutzzone in der Weniger Aue und den Bau einer Kläranlage für die teilweise vorhandene aber völlig veraltete Kanalisation, an der das gesamte Stadtgebiet angeschlossen werden muss. Um die Lufthygiene nachhaltig zu verbessern, forderte er die Einstellung des Kalkwerkes, die rasche Elektrifizierung der Bahn, eine Umgehungsstraße und die Auslagerung der Bahnverladung aus dem Stadtgebiet. Der ärztliche Direktor des VSB forderte die Verbesserung der Infrastruktur und einen nachhaltigen Quellenschutz. Außerdem sollten Nichtraucher- und alkoholfreie Tagesgaststätten eingerichtet, ein Haltungsverbot für Hunde, Katzen und Geflügel erlassen, das Verbrennen von Abfall untersagt und alle noch nicht vertraglich gebundenen Gästebetten dem Volkssolbad zur Verfügung gestellt werden. Letztendlich wurde ein Perspektivplan beschlossen, ein Leitfaden für die übergeordnete Organe mit dem Ziel, staatliche Anerkennung nach der KVO. 1. Berücksichtigung der Spezifik des VSB bei der Gebietsplanung des Bezirks Halle 2. Erweiterung der Wasserversorgungsanlagen 3. Neubau des Kanalnetzes und Verbot der landwirtschaftlichen Abwasserverwertung 4. Beseitigung aller Müllgruben im Stadtgebiet 5. Festsetzung der Quellenschutzzonen und Kontrolle der Einhaltung der für diese Zonen geltenden Bestimmungen der Kurorteverordnung 6. Einstellung des Kalkwerks. Weitere Maßnahmen sollten in Eigenleistung oder mit Hilfe der Bevölkerung realsiert werden. Dafür wurde eine örtliches Kurortaktiv gebildet, dem der Bürgermeister, die Stadträte Mundt (Gesundheits/Sozialwesen), Gericke (Kultur), Fesser (Handel/Versorgung), und Brahmke (Bauwesen), der Naturschutzbeauftragte Lehrer Weierstall, der ABV Beyrich, der Stadtgärtner Rosspander, Krumbein (Verwaltungsleiter VSB) sowie der ärtzliche Direktor Dr. Michalik angehörten..

 

  1. Apr. Bericht zur Sitzung der Stadtverordneten (LDZ).

Alls eine der ersten Maßnahmen zur Vermeidung von Staub war die Asphaltierung aller noch unbefestigten Straßen und die Anpflanzung von Hecken. Außerdem sollte die Straßenbeleuchtung verbessert werden..

 

  1. Apr. Maßnahmen zur Durchführung der VO für Kurorte (MER FDGB-BV Halle, Nr. 6390)

Dazu wurde ein „innerer Kurortbereich“ festgelegt. Dazu gehörte der Teil rechts der Saale, der untere Kurpark, die Friedrich-Ebert- und die Max Bach Straße. Alle übrigen Stadt- und Ortsteile zählen zum äußeren Bereich. Die ersten Maßnahmen waren unverfänglich, wie die Reparatur von Straßen, Fuß- und Wanderwegen, das Aufstellen von Ruhebänken, Papier- und Abfallkörben, die Straßenreinigung und Besprengung, Einschränkung der Hundehaltung, Ordnung und Sauberkeit in den Vorgärten und den zur Straße gelegenen Betriebsgelände, einheitliche Beschilderung und Vermeidung wilder Plakatierung, Beseitigung aller Ablagerungen im öffentlichen Bereich, Neuanlage und Schutz bestehender Grünanalgen vor spielenden Kindern und Hühnern, Schutz der Wasservögel auf dem Schwanenteich durch „Einsatz von Abschußkommandos von Krähen., Elstern und Ratten“, Verbot des Kahlschlags der Hangwälder, Wiederaufforstung und weitere Maßnahmen zum Naturschutz. Zur Verkehrsberuhigung sollten Hinweisschilder an den Ortseingängen aufgestellt, Hupverbot und Parkverbot von Reisebussen im Stadtgebiet erlassen werden. Die VP sollte schärfer kontrollieren und die Medien über die Notwendigkeit des Verbots von Betriebs- und Brigadeausflüge im Stadtgebiet informieren. Zur Verminderung von Rauch, Staub und Lärm sollten zunächst hochwertigere Brennstoffe verwendet und keine Abfälle verbrannt werden. Die Bahn sollte bei Durchfahrten das Dampfablassen unterlassen und nachts die Klingeln beim Herunterlassen der Schranken abstellen und die Gaststätten spätestens 22 Uhr geschlossen werden.      

 

  1. Apr. Schreiben des Mühlenbauers an das VSB (Akte Kunstgestänge).

Kosock kündigte den Vertrag mit dem VSB. Der nachfolgenden Versuch, Fachfirmen aus Gernrode bzw. Mulda zu gewinnen, war vergeblich. Damit war die vom VSB zugesagte Fertigstellung des Wasserrades zum diesjährigen Brunnenfest nicht mehr zu halten.

 

  1. Mai Festwoche zum 15. Jahrestag der Befreiung (St.-A. Nr. 719)

Nach dem Fackelzug am Vorabend, wurde am morgens Punkt 6 Uhr die Bevölkerung von der Feuerwehrkapelle geweckt. Um 10 Uhr begann die Maidemonstration mit anschließender Kundgebung. Im laufe der Woche fanden Filmvorführungen und Kulturabende statt und am 8. Mai der Festakt im Ernst-Thälmann-Heim. Am Abend gab es ein Wunschkonzert zugunsten des FDGB-Urlauberschiffs.

 

  1. Mai Antrag von Wilhelm Haubold an die PGH „Bau“ (priv).

Seit 6 Jahren bemühte sich Haubold, die bröckelnde Straßenfront seines Häuschens (A. Bebelstraße 8) von einer Firma verputzen zu lassen. Während einerseits die Einwohner angehalten wurden, ihre Häuser in Ordnung zu bringen, fehlten andererseits Baukapazitäten für den privaten Bedarf.

 

  1. Mai Filmaufführung der „Kösener Filmmonatsschau“ (LDZ).

Das Schmalfilmaktiv unter Leitung des Lehrers E. Klinger zeigte im kleinen Saal des Ernst-Thälmann-Heims ihren ersten Heimatfilm, der aber auch verloren ging.

 

  1. Mai Arbeitstagung der ärztlichen Direktoren der Bäder und Kurorte der DDR (LDZ).

Unter der Losung „Gesundheit, Leistungsfähigkeit, Lebensfreude“ berieten diese mit den Vertretern des Gesundheitsministeriums und des FDGB-Bundesvorstand, den Räten der Bezirke und den Bürgermeistern im Volkssolbad, welche Maßnahmen zur Umsetzung der 1957 erlassenen VO für Kur- und Erholungsorte der DDR erforderlich wären. Zentraler Punkt war die Schaffung eines vom medizinischen Standpunkt vertretbares Kurortmilieus, die Trennung von Kurorten und Orten für Urlauber bzw. Ausflüglern, die Verbesserung des Quellenschutzes, der örtlichen Hygiene und der Lebensmittelversorgung.

 

  1. Juni Auftritt des Hemmann-Quintetts (LDZ).

Einer davon, Jürgen Peter war lange Zeit Mitglied der Kurkapelle gewesen.

 

  1. Juni Brunnenfest (LDZ, St.-A. Nr. 719).

Nach zweijähriger Unterbrechung wurde das Fest zum 230. Jahrestag des Auftreffens auf die Solequelle veranstaltet. Dazu hatte man wieder Gäste aus Westdeutschland eingeladen und mit einem anspruchsvollen Programm wollte man die Akzeptanz der Bevölkerung gewinnen. Zum Auftakt am Sonnabend spielte die Kurkapelle, es folgte eine Kindermodeschau und am Abend trat das Kulturensemble der Leuna-Werke am Gradierwerk auf. Am Sonntagvormittag spielte das Rundfunkblasorchester Leipzig, was von Radio DDR direkt übertragen wurde. Höhepunkt war der Festumzug „Vom Salzwerk zum Volkssolbad“ mit 280 kostümierten Darstellern und Abordnungen der Dürrenberger und Hallischen Salzknappen. Am Abend gab es die Schau „Tanz im Wandel der Zeiten“ mit dem Staatlichen Orchester Weißenfels. Festumzug und Tanzschau wurden vom DFF gefilmt, der Beitrag in der Spätausgabe der „Aktuellen Kamera“ gesendet, ging verloren (rbb-media). Die Festplakette kostete 1 DM und berechtigte zum Besuch des Festplatzes an der HOG „Katze“ und der Veranstaltungen. Die Tanzrevue kostete extra.

 

  1. Juni Festlegung des Perspektivplans bis 1980 (priv).

Der Bundesvorstand des FDGB, der Bezirksvorstand des FDGB, der Rat des Bezirks Halle, der Rat des Kreises Naumburg und die Vertreter der Stadt und des VSB legten fest: Steigerung der Gesamtkapazität auf 1.000 Patienten/Durchgang, um die Einstellung des Solbades Dürrenberg teilweise abzufangen. Bei Kinderkuren wurde die Aufnahme von 300 Patienten angestrebt. Dazu sollte die Stadt den Antrag auf staatliche Anerkennung entsprechend der Kurorteverordnung der DDR vorbereiten. Innerhalb der kommenden fünf Jahre sollten entstehen: Ein Kinderkurviertels im Bereich Friedrich-Ebert-/Max-Bach Straße mit den Kindersanatorien I und II, den Sanatorien „Phillipp Müller“ und Friedrich-Ebert-Straße 1 einschl. des Gartens und von der Naumburger Straße bis zum Gradierwerk eine „Kurstraße“. Das Ernst-Thälmann-Heim sollte eine moderne Heizung erhalten und das Grundstück Breitscheid-Str. 6 erworben werden. Gegenüber sollten das Kinderheim Ohm, die Verwaltung, das Diätsanatorium, der Betriebskindergarten und das „Thüringer Haus“ zu Bettenhäusern und das Ludwig-Renn-Heim zur Kurpoliklinik umfunktioniert werden. Das Haus „Griseldis“ blieb Bettenhaus erweitert mit einer Atemgymnastik, ebenso das   Jugendsanatorium am Rechenberg. Die Betten der HOG Vorwärts“ und alle übrigen Wohnungen an der „Kurstraße“ sollten als Bettenhäuser umfunktioniert, das Haus Bahse wegen der schlechten Substanz abgebrochen und das Grundstück als Eingang zum oberen Park hergerichtet werden. Kurmittelhaus und Badeanstalt sollte rekonstruiert und künftig für die Kinderkuren und für die Patienten aus dem Komplex der R.-Breitscheid Straße genutzt werden.

Für die Erweiterung war der Bereich Rechenberg-Hasenwinkel vorgesehen. Hier sollte ab 1965 in mehreren Bauabschnitten bis 1980 ein zentrales Sanatorium mit 500 Betten, Therapie- und Diagnoseeinrichtungen, Liegehalle, Bewegungstherapie und Kurpoliklinik entstehen.. Dazu sollte der Bundesvorstand des FDGB mit dem Verteidigungsministerium über eine Freigabe und die Verlagerung des sowjetischen Truppenübungsplatzes verhandeln. Die übrigen Punkte betrafen die vom Kurortaktiv vorgeschlagenen kurzfristigen Maßnahmen.

Abschließend wurde festgestellt: „Entsprechend der Kurorte-VO ist die Verlegung des Fremden- und Wochenendverkehrs aus dem Kurviertel an den westlichen Ortsrand (.) in Richtung Saaleck und Rudelsburg vorzunehmen. Diese Maßnahme ist verbunden mit der Anerkennung (.) als Kurort.“

 

  1. Juli Bericht zur Sitzung des Stadtverordneten (LDZ).

Diskutiert wurde über die schlechte Milchleistung der Kühe der LPG Saaleck und der technische Leiter des VSB Krumbein referierte über die Bedeutung des Luftschutzes.

 

  1. Juli Besichtigung der Radinsel (Akte Kunstgestänge).

Vor Jahren hatte der   Kleingartenverein das Generatorenhäuschen zur Materialgewinnung abgerissen, doch alle noch bestehenden baulichen und wasserbaulichen Anlagen waren marode. Der Vertreter des FDGB Bezirksvorstandes erklärte, dass es zwar im Interesse des Volkssolbades sei, die Anlage in einen ordentlichen Zustand zu versetzen, aber hier sei die Stadt als Eigentümer zuständig.

 

  1. Aug. Beschluss des Perspektivplans (MER.FDGB BV Halle, 6390)

Die in den vorausgegangenen Sitzungen festgelegten Maßnahmen wurden hier verallgemeinert 1. Schaffung einer ausreichenden Hygiene 2. Schutz der natürlichen Heilquellen, 3. Erhaltung und Verbesserung des Landschaftscharakters,4. Durchsetzung eines ausreichenden Kurortmilieus und 5. Kultur. Abschließend hieß es „Der Antrag auf staatliche Anerkennung als Kurort ist nach öffentlicher Diskussion durch den Rat der Gemeinde nach Stellungnahme des Rates des Kreises dem Rat des Bezirks zuzuleiten. Der würde den Antrage mit der erforderlichen Stellungnahme an das Ministerium für Gesundheitswesen weiterleiten (.) Dem Antrag ist ein Entwurf des Kur-und Erholungsstatuts beizufügen. Nach Abstimmung im Ministerium für Gesundheitswesen bzw. beim Rat des Bezirks wird bei der staatlichen Anerkennung das Statut durch die Stadtverordnetenversammlung der Kurort- bzw. Erholungsgemeinde endgültig bestätigt.“

 

  1. Aug. Bericht zur Stadtverordnetensitzung (LDZ).

Kritisiert wurde die fehlende Unterstützung der FDJ-Arbeit seitens der Eltern. Außerdem wurde die Abt. Handel und Versorgung bei Rat des Kreises zur Stellungnahme aufgefordert, weil es in der vergangenen Woche an zwei Tagen nirgendwo Butter gab.

 

  1. Sep. Bericht zur Stadtverordnetenversammlung (LDZ).

Der Abt.- Leiter Handel und Versorgung beim Rat des Kreises versuchte den Buttermangel mit dem vergleichsweise hohen Butterbedarf zu begründen. Schuld daran seien Kurgäste und Urlauber, die sich unberechtigt aus dem für die Bevölkerung bestimmten Kontingent versorgten. Das VSB wurde aufgefordert, entweder die Verpflegung der Patienten zu verbessern oder nötigenfalls selbst einen Lebensmittelverkauf einzurichten.

Mit Befremden nahmen die Anwesenden die Ankündigung der HO zur Kenntnis, das „Cafe am Gradierwerk“ wegen baulicher und hygienischer Mängel endgültig zu schließen.

 

  1. Okt. Ärzteforum des FDGB im Ernst-Thälmann-Heim.

Erneut forderte die Versammlung die Durchsetzung der VO für Kur-und Erholungsorte und die deutliche Abgrenzung zu den Urlauber- und Erholungsorten.

 

  1. Nov. Gratulation zum 80. Geburtstag des Architekten August Pfisterer (LDZ).

Pfisterer, 1880 in Basel geboren, kam 1905 als Chefarchitekt an die Saalecker Architektur- und Kunstwerkstätten von Prof. Schultze-Naumburg. Nach der Schließung blieb er in Saaleck als freischaffender Architekt. Neben Aufträgen im In- und Ausland, plante er den Umbau des Schafstalls zum Heimatmuseum, den Neubau der Stadtsparkasse in Weißenfels und das Observatorium der Heimoberschule Pforte. In Saaleck war er Kirchenältester. Pfisterer starb am 3. Dezember 1962 in Saarbrücken.

 

  1. Nov. Bericht von der Stadtverordnetenversammlung (LDZ).

Erleichtert reagierten die Abgeordneten auf die Mitteilung, dass bis zum Jahresende das Ablieferungssoll von 400.000 Eiern deutlich überboten wird. Danach wurden weitere Maßnahmen zur Verbesserung des Kurortmilieus beschlossen, darunter der Antrag auf eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 Stundenkilometer in der gesamten Ortslage, auf Bereitstellung von Stadtgaskontingenten für Umstellung aller Zentralheizungsanlagen und für die Unterschutzstellung der Hangwälder.

 

  1. Dez. Stadtverordnetenversammlung (St.-A. Nr. 334).

Verlesen wurden die Berichte zur Erfüllung der Volkswirtschaftspläne der örtlichen Industrie und Landwirtschaft. Die Abgeordneten verabschiedeten dann den Versorgungsplan der Stadt für 1961. Dazu lag ein 34 Seiten umfassender Bericht des Rates vor, mit zahlreichen Angaben zur Infrastruktur der Stadt. Demzufolge umfasste das Territorium der Stadt 20,35 km². Die Einwohnerzahl betrug 6.234 Personen (358 Einwohner/km²), 2.716 Männer und 3.518 Frauen. 451 Kinder waren im Vorschulalter, 1.204 im Schulalter, 3.423 im Erwerbsalter und 1.156 im Rentenalter, von denen 806 noch berufstätig waren. Das monatliche Durchschnittseinkommen betrug 456 DM, die monatliche Lohnsumme der 3.203 Vollbeschäftigten 1.461 TDM, der 806 Teilzeitbeschäftigten 161,2 TDM, der 220 Lehrlinge 19,8 TDM, der 976 Rentner 121 TDM und der 250 Waisenrentner 11,2 TDM. Von den 2.378 Haushalten waren 1.337 Ein- und Zweipersonen-, 829 Dreipersonen- und 212 größere Haushalte. Das Stadtgebiet war in vier Versorgungsbereiche aufgeteilt: VB I – Neustadt/Kukulau mit 1.520 Einwohnern und 450 Kurgästen, VB II – Altstadt/Fränkenau mit 3.100 Einwohnern und 310 Kurgästen, VB III – Lengefeld/Saaleck/Stendorf mit 1.170 Einwohnern und VB IV – Schulpforte mit 444 Einwohnern und 350 Schülern. Zum volkseigenen Sektor gehörten der VEB Kalkwerke (129 Beschäftigte, 1,4 Mio. DM Jahresumsatz), VEB Holzveredelungswerk (150, 6,8 Mio. DM), VEB Mühlenwerke (44, 3,6 Mio. DM), VEB (K) Puppenwerkstätten (93, 880 TDM). Privat waren die DREIKA- Werke (36, 900 TDM) und die Fa. Bernhard (48, 800 TDM), die Genossenschaften PGH Bau (73, 900 TDM), PGH GA-WA (51, 1300 TDM) und die PGH Palette (13, 210 TDM). Unter den selbständigen Handwerkern gab es 3 Tischler (13 Beschäftigte), 6 Schuster (8), 7 Friseure (20), 6 Bäcker (7), 1 Fleischer (2), 3 Elektriker (11), 2 Schlosser (5), 1 Schmied (3), 1 Stellmacher (1), 3 Sattler und Polsterer (3), 1 Buchdrucker (2),1 Glaser (4), 1 Korbmacher (1), 2 Uhrmacher (2), 1 Optiker (1), 1 Malermeister (1), 6 Schneider (9), 1 Schornsteinfeger (1). Das Wasserwerk mit 10 Beschäftigten (450.000 m³ , 130 TDM) war städtisch. Zum Kleingewerbe gehörten eine Wäscherei (4 Beschäftigte), 1 Heißmangel (1), 1 Flick- u. Nähstube, 4 Fuhrunternehmen (6), 2 Kohlehandlungen (14) und 2 Autovermietungen (4). Das Volkssolbad hatte 374 Beschäftigte, darunter 6 Ärzte. Es gab 2 niedergelassene Allgemeinmediziner und eine staatliche Arztpraxis, 1 Kinderarzt, 2 Zahnärzte, 1 Apotheke, 1 Fußpfleger und 1 Tierarzt. Die landwirtschaftliche Nutzfläche betrug 889 ha, davon bewirtschaftete das VEG Schulpforte 238 ha (117 Beschäftigte), die LPG Helmut Just 180 ha (28) und die LPG Rosa Luxemburg 456 ha (91). Die HO besaß inzwischen 14 Lebensmittel-, 1 Industriewaren-, 3 Textilwaren- und einer Schuh-Verkaufsstelle, die Konsum-Genossenschaft 11 Lebensmittel-, 1 Industriewaren-, 1 Schuh- und 1 Elektrowaren-Verkaufsstelle. 2 Lebensmittel- und 1 Textilwarengeschäft (Zweigler) sowie ein Schuhgroßhandel waren noch privat. Nicht erwähnt wurden die Volksbuchhandlung, die Drogerien von Seeber, Gewies und Schleicher sowie die Geschäfte von Tobias und Zigarren-Müller. Der überwiegende Teil der Läden wäre völlig überaltert, bezogen auf die Bevölkerung (ohne Kurgäste) fehlten 300 m² Verkaufsfläche. Die Versorgung der Bevölkerung mit den Grundnahrungsmitteln aus dem Territorium war ebenfalls ungenügend. Bei Fleisch-und Wurstwaren aus dem örtlichen Aufkommen betrug die Fehlmenge jährlich 2.674 Doppelzentner (1 Dz=100 kg), bei Milch 370 Dz, bei Kartoffeln 5.000 Dz, bei Brot 5.620 Dz, bei Backwaren 42.000 kg und bei Obst/Gemüse 198 t. Nur beim Eieraufkommen gab es einen Überschuss von 12.000 Stück, was wohl auf die zahlreichen privaten Halter zurückzuführen war. Für die Berechnung der Verbrauchsmengen wurde die Zahl der ständigen Einwohner zugrunde gelegt.   Kurgäste blieben dabei unberücksichtigt, da sie im Sanatorium voll verpflegt wurden. Doch viele bedienten sich aus den begrenzten Lebensmittelkontingenten, ebenso wie die   Urlauber und die auswärtigen Kleingartenpächter. Zusatzkontingente wurden zwar beantragt, teilweise bewilligt aber selten im erforderlichen Umfang bereitgestellt. So kam es gerade in den Sommermonaten zu ständigen Versorgungsengpässen. Genauso unbefriedigend war die Gaststättensituation. Bergschlößchen Central, Gradierwerk, Katze, Rudelsburg, Kurgarten, Himmelreich, Vorwärts und Wehrdamm gehörten der HO bzw. dem Konsum. Privat oder bereits in Kommission waren der Lindenhof, Hotel Claus, Schöne Aussicht, Fischhaus und Schoppe. Dazu kam die MITROPA-Gasstätte. Der Jahresumsatz betrug 2.925 TDM. Doch in der Saison reichte die Kapazitäten nicht mehr aus. Außerdem fehlte es an Personal. Ein Lösungsvorschlag war die generelle Umstellung auf Selbstbedienung in den staatlichen Betrieben.

 

  1. Dez. Die Stadt überträgt das Haus „Griseldis“ dem Feriendienst des FDGB (priv)

Nachdem die Besitzerin 1959 in den Westen gegangen war, hatte die Stadt das Anwesen entspr. §1 AO Nr. 2, vom 20.08.58 in treuhänderische Verwaltung übernommen.

 

               Niederlassung der Elektrofirma Thalmann (NKZ 1979).

Der 1949 in Rehehausen gegründete Betrieb, wurde in der Richard-Kanzler Straße eingerichtet.

 

1961

  1. Jan. Die Stadt wird Rechtsträger vom „Fischhaus“.

Im Zuge der Maßnahmen zur Verbesserung des Kurortmilieus übernahm die Stadt vom VEG das reichlich heruntergekommene Anwesen samt Fähre, ebenso den Pachtvertrag mit Mende.            

 

  1. Jan. Stadtverordnetenversammlung (St.-A. Nr. 334).

Auf der Tagesordnung standen der Bericht zur Planerfüllung 1960 und die Bestätigung des Arbeitsplanes 1961. Heftig diskutiert wurde über die Beschlussvorlage zum Verzicht auf das Vorkaufsrecht beim „Bergschlößchen“. Dass hatte die Stadt 1959 mit der Eigentümerin Minna Schubert vereinbart. Nun wollte die Besitzerin das Anwesen dem VEB „Kyffhäuserhütte“ Artern verkaufen, der ein Kinderferienlager einrichten wollte. Auf Anweisung von oben verzichtete die Stadt unter der Maßgabe, dass die Gaststätte in der Saison geöffnet wird.

 

  1. Feb. Stadtverordnetenversammlung (St.-A. Nr. 334)

Behandelt wurden der Jugendförderungsplan, die Verbesserung der schulischen Arbeit und ein Maßnahmeplan zur Werbung für die NVA. Erneut waren nur wenige Einwohner anwesend.

 

  1. Feb. Bericht über den VEB „Puppenwerkstätten“ (LDZ).

Zur Leipziger Frühjahrsmesse, an der der Betrieb als einziger der Region teilnahm, wurden neben den „künstlerischen Puppen“ 25 Plüschtiermodelle gezeigt.

 

  1. Feb. Bericht über die Stadtverordnetensitzung in der HOG „Vorwärts“ (LDZ).

Zur Realisierung des „Jugendförderungsplans“ wollte die Stadt eine „Jugenduniversität im Jugendklubhaus“ einrichten und die FDJ-Ortsleitung versprach, das Schwimmbad als „Jugendobjekt“ fristgemäß fertigzustellen.

 

  1. Feb. Anwerbung eines IM für das Volkssolbad (GMS VIII 1527/66 BSTU)

Oblt. Beyer, Leiter der KD Naumburg des MfS beantragte bei der BD Halle bestimmte Auskünfte über den beim Volkssolbad seit 1957 beschäftigten Arzthelfer W. Drohsin, weil er für die KD von operativen Interesse sei. Ein Mitarbeiter der KD beobachtete seit einiger Zeit den Tagesablauf und das persönliche Umfeld des Mitarbeiters.

 

  1. Feb. Arbeitsbesuch des stellv. Ministerpräsidenten M. Sefrin im VSB (LDZ).

 

  1. Mär. Einweihung eines zweiten Bärenzwingers (Freiheit).

Hier wurden zwei Kragenbären untergebracht, die ein Einwohner aus Vietnam mitbrachte.

 

  1. Mär. Zeitungsinserat des Zahnarztes Dr. Heinz Vogt (1910-1978) (LDZ).

„Um weitere Nachfragen zu vermeiden, gebe ich hiermit bekannt, daß ich weder mein Haus noch meinen Wagen verkaufen werde.“ Damit wollte er den Gerüchten über einen möglichen Weggang in den Westen begegnen.

 

  1. Mär. Meldung vom Abbruch der Turnhalle in der Gerstenbergkpromenade (LDZ).

Die ehemalige Inhalationshalle, die 1912 vom Kurpark hierher kam, hatte nach fast 50 Jahren als Turnhalle ausgedient. Zwar würde ihr „kein Einwohner nachtrauern“ aber es fehlte nun eine Turnhalle.

 

  1. Mär. Bericht über eine Einwohnerversammlung im „Kurgarten“ (LDZ).

Eingeladen hatten der HO- und der KONSUM-Kreisvorstand. Grund war die Umsetzung eines   Ministerratsbeschlusses vom 5. Januar zur Verbesserung von Handel und Versorgung. Die Bevölkerung kritisierte die mangelhafte Hygiene und den fehlenden Service in Gaststätten und Verkaufsstellen des volkseigenen Handels, sowie die permanente Unterversorgung, da sich aus einer halben Million Besucher ergab, die im Verteilungsschlüssel nicht berücksichtigt waren, denen aber der Einkauf nicht verboten werden konnte.

 

  1. Apr. Schreiben des FDGB- Bezirksvorstandes an den Bundesvorstand (priv).

Weil der Bau des Sanatoriums mit ausreichend Betten am Gradierwerk erst nach 1965 geplant war, schlug der Bezirksvorstand eine Zwischenlösung vor, um den derzeitigen Bedarf zu decken. Dazu sollte das Grundstück Rudolf-Breitscheid Str. 6 erworben, das dortige Wohnhaus und der vordere Teil der Schäfereischeune abgerissen und für 2 Mio. DM ein dreigeschossiges Bettenhaus mit ca. 100 Betten, einigen Klubräumen, einer kleine Badeabteilung und einer moderne Heizungsanlage, errichtet werden. Die wechselseitige Anordnung von Ein-und Zweibettzimmer wäre insofern sinnvoll, um nach der Fertigstellung des Zentralsanatoriums hier ein Ledigenwohnheim für Mitarbeiter und Auszubildende des VSB einzurichten.

 

  1. Apr. Dreharbeiten für den DEFA Spielfilm „Königskinder“ an der Windlücke (LDZ).

Unter der Regie von Frank Beyer spielten Annekatrin Bürger und Armin Müller-Stahl die Hauptrollen.

 

  1. Mai Wecken durch den neu formierten FDJ-Fanfarenzug (LDZ).

 

  1. Mai Bericht von der Stadtverordnetensitzung (LDZ).

Beschlossen wurde im Rahmen des Jahresarbeitsplanes die Asphaltierung verschiedener Straßen, die Anlage einer Rollschuhbahn in der Gerstenbergkpromenade und die Planung für eine Tankstelle am Ortseingang.

 

  1. Juni Dr. Ehrentraut folgt Dr. Romuald Michalik als ärztlichen Direktor des VSB ab (Freiheit).

Dr. med. Ehrentraut war bisher im Volkssolbad Bad Sulza tätig. Dr.Michalik wechselte zum Bundesvorstand des FDGB in Berlin und bereitete hier Neuorganisation bzw. die Übertragung der Kur-und Badeorte in den Zuständigkeitsbereich der Räte der Bezirke vor.

 

  1. Juni Vororttermin am Kunstgestänge (Akte Kunstgestänge).

Zwei Vertreter der Abt. Denkmalschutz beim Rat des Bezirks und Dr. Wagenbreth vom Institut für Geologie und Technische Gesteinskunde der Hochschule für Architektur Weimar, Inhaber eines Lehrstuhls an der Bergakademie Freiberg, besichtigten die desolaten Anlagen. Das Volkssolbad wurde danach angewiesen, anstelle der „durch mangelnde Aufmerksamkeit“ verloren gegangenen Kunstkreuze, außerhalb des Schachtgebäudes eine einfache Ersatzlösung zu installieren, um die Funktion des Kunstgestänges zu veranschaulichen.

 

  1. Juni Schreiben des Rektors der Bergakademie an das Kulturministerium (Akte Kunstgestänge).

Prof. Oelsner, der das über 200 Jahre alte Doppelfeldgestänge als „überhaupt den letzten betriebsfähigen Zeugen bergmännischer Entwässerungsanlagen der letzten 400 Jahre“ bezeichnete, bemühte sich beim Ministerium und dem Generalforstmeister der DDR um die „außerbilanzmäßige“ Freigabe von 15 m³ Nadelschnittholz, um die Tragekonstruktion des Gradierwerkturms zu erneuern. Oelsner verlangte vom VSB das Kunstkreuz, das Vertikalgestänge und mindestens 2 originale Solepumpen mit den dazugehörenden Bütten, die aus dem oberen Schacht entfernt wurden, für einen späteren Wiedereinbau zu sichern.

 

  1. Juni Briefmarken-Sonderausgabe „Landschaften und historische Bauten“.

Die 5 Pfennig Marke zeigte die Rudelsburg (Mi.-Nr. 835)

 

  1. Juni Notiz über Sicherungsarbeiten an der Rudelsburg (LDZ).

 

  1. Juli Einweihung des „Schwimmbades der Jugend“ (LDZ).

„In landschaftliche reizvoller Lage zählt das Kösener Schwimmbad zu den schönsten des ganzen Bezirks“. Mit diesen Worten schloss der Beitrag ab. Das Freibad hatte ein Becken, das Wettkampfbedingungen entsprach, einen 5-Meter-Sprungturm, ein großes Nichtschwimmerbecken und ein Kleinkinderbecken und wurde zum Anziehungspunkt für die Einwohner und zahllose Besucher aus der Umgebung.   Insgesamt wurden 40.000 NAW-Stunde von Einwohnern, Schülern und den örtlichen Betrieben wie der PGH Palette und PGH Gas-Wasser abgerechnet. Allein H. Vogt kam auf 780 Stunden aber auch A. Zinner hatte 361 Stunden geleistet. Beide erhielten die Ehrennadel des NAW.

Zwei Wochen später fand das erste „Sommernachts-Schwimmfest“ statt, dass die BSG Medizin Erfurt, Sektion Schwimmen organisierte und durch zahlreiche Darbietungen bereicherte.

 

  1. Juli Festkonzert zum 10jährigen Bestehen des „Gemischten Chores“ (LDZ

Den Chor leitete Fritz Löbnitz.

 

  1. Juli Anweisung 21/1961 zur Kurortversorgung (priv).

Der FDGB- Bundesvorstand, das Ministerium f. Handel und Versorgung und das Gesundheitsministerium wiesen an, dass in den inneren Kurbereichen die Gaststätten Schon- und Diätkost anbieten müssen und Alkoholausschank und Rauchen verboten wird. Organisierte Wochenendfahrten in die Kurzone wurden untersagt. Weiterhin sollte die Versorgung mit Obst und Gemüse verbessert, die Verteilung von Südfrüchten zwischen der Bevölkerung und den Kurgästen reguliert und die Verkaufsstellen ein Sortiment an kurspezifischen Lebensmitteln anbieten sollten. Das galt im Bezirk Halle für Bad Kösen, Bad Frankenhausen, Bad Schmiedeberg, Bad Suderode und Friedrichsbrunn.

 

  1. Juli Bericht zur letzten Stadtverordnetensitzung (LDZ).

Erneut stand die schlechte „Versorgungslage“ auf der Tagesordnung. Dazu versprach der Vertreter des GHG, die Lebensmittelläden zukünftig bis 9 Uhr mit Gemüse zu beliefern. Kritisiert wurde das Fischkontor Naumburg wegen der Anlieferung völlig verdorbener Rollmöpse und Lachsheringe.

 

  1. Aug. Bericht zur Rechenschaftslegung der Kreistagsabgeordneten (LDZ).

Im „Lindenhof“ stellte sich der Vertreter der Kreistagskommission für Handel und Versorgung den Kritiken der Einwohner des Wohnbezirks.  

 

  1. Aug. „Auch im Kreis Naumburg Menschenhändler am Werk“ (LDZ).

Auch hier gäbe es Fälle „wo Bürger (.) zum Verlassen der Republik aufgefordert werden.“ Beliebte Methoden dabei wären Drohbriefe, Erpressung und Kindesentführung. Die Forderung der Bevölkerung, dem endlich ein Riegel vorzuschieben, sei die logische Konsequenz.

 

  1. Aug. Beschluss der Regierung der DDR zur Schließung der Grenze zur Westzone.

Damit wurde der Strom der Flüchtlinge gestoppt. Genaue Zahlen, wie viele Einwohner die Stadt seit 1949 verlassen hatten bzw. unter den Republikfluchtparagrafen fielen, sind nicht bekannt.

 

  1. Aug. Bericht zur Wählervertreterversammlung des Wahlkreises II im „Kurgarten“ (LDZ).

Dabei wurden die Kandidaten der Nationalen Front für die bevorstehenden Kreistags- und Stadtverordnetenwahlen vorgestellt. Mit den Worten: „Die Aktion vom 13. August schaffte in Berlin endlich klare Verhältnisse“ und „Wer die Kriegsfackel schwingt, den trifft ein Wasserstrahl aus dem Friedenslager“ wurden die Anwesenden vom Spitzenkandidaten für den Kreistag, G. Kormann, eingestimmt.

 

  1. Sep. B. Hanuschek löst Papmeier als Direktor der Polytechnischen Oberschule ab (LDZ).

 

  1. Sep. Chefärztetagung (MER, FDGB-BV Halle Nr. 6402).

Auf der vom Ministerium für Gesundheitswesen und dem FDGB-Vorstand auf Drängen der Chefärzte einberufenen Tagung wurde die Überleitung des Kur- und Bäderwesens in den Verantwortungsbereich der Gesundheitsbehörden der Bezirke und die bevorstehende Beschlussfassung des Ministerrates angekündigt.

 

  1. Sep. Kommunalwahl (St-A.).

35 Stadtverordnete und 11 Nachfolgekandidaten standen auf der Einheitsliste der Nationalen Front, 27 SED-Mitglieder, 4 NDPD, 4 LDPD, 3 CDU und 8 Kandidaten von FDGB, Konsum und DFD.

 

  1. Sep. Das Kurorchester feiert sein 15-jähriges Bestehen (LDZ).

Unter der Leitung von K. Dechandt hatte das aus 14 Mitgliedern bestehende Ensemble bisher rund 8.000 Konzerte gegeben, bei denen rund 2 Millionen Besucher gezählt wurden.

 

  1. Okt. Bericht über die konstituierende Stadtverordnetensitzung (LDZ).

Ratsvorsitzender blieb A. Zinner, haupt- und ehrenamtliche Stadträte waren H. Krumbein, R. Kleinstäber, G. Kirmse, H. Witzleben, H. Penkert, B. Hanuschek, Maritta Knoblauch und O. Portius, Vorsitzender der PGH „Gas-Wasser-Heizung“.

 

  1. Okt. Ratssitzung zu Problemen von Handel und Versorgung (Freiheit)

Vertreter der HO erklärten, dass man „alle Mühe habe“ die Auflagen der Kreishygiene zur Wiederinbetriebnahme der Gaststätte am Gradierwerk zu erfüllen. Statt dessen wollte man im Garten der HOG „Vorwärts“ ein Selbstbedienungslokal einrichten. Außerdem liefen Kaufverhandlungen mit dem Besitzer der Karl-Marx Straße 1 (Haußner), um hier ein Kaufhaus einzurichten. Auf Wunsch der Jugend sollten Mittwochs im „Kurgarten“ und im Sommer an der „Katze“ Tanzveranstaltungen stattfinden. Abschließend erklärte der Direktor der HO, dass am „Himmelreich“ ein neues Hotel geplant sei.

 

  1. Okt. Maßnahmeplan zur Überführung des Kur- und Bäderwesen (MER, FDGB BV Halle 6402).

Zunächst wurden Belegschaftsversammlungen mit den Schwerpunkte: Kampf um den Abschluss eines Friedensvertrages, Erfüllung des Volkswirtschaftsplanes, Maßnahmen zur Unterstützung des Produktionsaufgebots, Verbesserung der Qualität der Kuren, Klärung der Verhältnisse zwischen Staat und Gewerkschaft und die Verantwortung des Staates für die Gesundheitspolitik durchgeführt. Dann wurde die Überleitung der Planstellen vom FDGB Feriendienst an das Referat Kur-und Bäderwesen beim Bezirk, die Übergabe der Dienstmaterialien und der Unterlagen über laufende und geplante Bauvorhaben festgelegt.  

 

  1. Nov. „Saalecker Bauernhochzeit“ (Freiheit).

Die LPG „Rudelsburg“ (Lengefeld) und „Karl Marx“ (Kleinheringen) schlossen sich der LPG „Rosa Luxemburg“, Saaleck an. Erster Vorsitzender war Gelhaar, 1962 folgte G. Seitz, der bis zur Wende blieb.

 

  1. Nov. Bericht über die Stadtverordnetenversammlung (LDZ).

Gelobt wurde die Verbesserung der Jugendarbeit, nachdem ein Klubrat gegründet und Tanzveranstaltungen organisiert wurden. Erörtert wurden außerdem der Abbruch des Cafès am Gradierwerk und der Neubau eines Restaurants mit Wandelhalle neben dem Tennisplatz.

 

  1. Dez. Festakt zur Übergabe der Kureinrichtungen (MER FDGB-BV Halle, Nr. 6402)

Der Vorsitzende des Bezirksvorstand des FDGB, der Bezirksarzt und der stellv. Vorsitzende des Rates des Bezirks übergaben symbolisch die Schlüssel den Vertretern des Referats Kur- und Bäderwesen beim Bezirk, den Chefärzten und Heimleitern der betreffenden Einrichtungen im Ernst-Thälmann-Heim.

 

  1. Dez. Neueröffnung der HO-Vst. für Molkereiprodukte in der R.-Breitscheid-Str. 1 (LDZ).

 

  1. Dez. Beschluss Nr. 121-31/61 des Rates des Bezirks Halle (MER, RdB Halle, Nr. 883).

Nach dem Beschluss des Ministerrates vom 16. November, erfolgte die förmliche Beschlussfassung auf Bezirksebene. Neben dem Volkssolbad kamen auch die Kinderkurheime „Klara Zetkin“ in Saaleck und Marienthal zum Bezirk. In das Referat „Kur- und Bäderwesen“ wechselten 11 Mitarbeiter vom FDGB Bezirksvorstand. Festgelegt wurde außerdem, dass die leitenden Ärzte und Verwaltungsleiter der Nomenklatur, die Kader- und Kulturleiter der Kontrollnomenklatur des Bezirks entsprechen müssen.

 

1962

 

  1. Jan. Der Rat des Bezirkes, Abt. Gesundheitswesen übernimmt das Volkssolbad.

Der Bezirk Halle hatte damit eine Vorreiterrolle, der alle anderen Bezirke folgten. Dr. Michalik wechselte als Abteilungsleiter für das Bäderwesen in das Ministerium für Gesundheitswesen.  

 

  1. Jan. Rechtsträgerschaft für die Gerstenbergkpromenade 14 (priv)

Der Eigentümer K.-H. Weinseis wurde entsprechend GBl. 2 enteignet.

 

  1. Jan. Anweisung des VSB an die privaten Vermieter (priv)

Für Kurgäste, die im gleichen Quartier untergebracht waren, sollten im gleichen Durchgang verpflegt werden, um die ärztlich festgelegte Mittagsruhe einzuhalten.

 

  1. Jan. Nachwuchs bei den Bären Anka und Troll.

 

  1. Feb. Bericht zur Stadtverordnetenversammlung (LDZ).

Im Mittelpunkt stand der Bericht der Ortsgruppe der Freiwilligen Feuerwehr. Die 91 Kameraden waren erst unlängst bei einem Großbrand in Punschrau im Einsatz und kritisierten die mangelhafte Löschwasserbereitstellung und den allgemeinen Brandschutz in den Ortsteilen und Dörfern. Dann verpflichteten sie sich, das ausgediente E-Werk auf der Radinsel im Frühjahr abzureissen. Außerdem wurde beschlossen, das Stadtgebiet in vier Versorgungsbereiche aufzuteilen, um der Anweisung zur Verbesserung der Versorgung in den Kurorten nachzukommen.

 

  1. Feb. Sturmböen richten erheblichen Schaden an (LDZ).

Das Dach eines Wohnhauses am Schrankenübergang zur Saalstraße landete in der Saale. Die Kreiskatastrophenkommission war vor Ort und versprach schnelle Hilfe.

 

  1. Mär. Bericht von der Stadtverordnetensitzung (LDZ).

Im Stadtarbeitsplan wurde die Fortsetzung der Asphaltierung und die Planung zur Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes aufgenommen.

 

  1. Apr. Beitrag zur Messebeteiligung des VEB „Puppenwerkstätten“ (LDZ).

Der Betrieb präsentierte seine kunstgewerbliche Kollektion im Grassi-Museum, die Spielwarenkollektion im Petershof.

 

  1. Apr. Schreiben des Instituts für Denkmalpflege an den Bürgermeister (Akte Kunstgestänge).

Unter Bezugnahme auf den geplanten Abbruch des E-Werkes auf der Radinsel, sollte das das Zuppinger-Wasserrad als technisches Denkmal ohne Funktion bleiben. Wiederverwendbare alte Hölzer sollten zur Reparatur des Einfeldgestänges am oberen Schacht gesichert werden.

 

  1. Mai Beschluss der Stadtverordnetenversammlung (priv).

Zur Finanzierung des Mehrfamilienhauses August-Bebel Straße 5 wurde der VEB Kommunale Wohnungsverwaltung Naumburg ermächtigt, Obligationen von rd. 65 TDM bei der Kreissparkasse   aufzulegen und auszugeben. Das Gesetz über die Finanzierung des volkseigenen Wohnungsbaues ermöglichte diese Hilfskonstruktion, wenn der städtische Haushalt eine direkte Finanzierung nicht zuließ.

 

  1. Mai Bericht zur Wiedereröffnung der Lichtspiele in der Rudelsburgpromenade (LDZ).

Durch die Erweiterung der Bühne und der Installation einer neuen Lautsprecheranlage konnten nun auch Breitwand- und 4 Kanal-Magnetton-Filme gezeigt werden. Als erster Film lief der DEFA Streifen „Der Traum des Hauptmann Loy“.

 

  1. Juli Stadtverordnetenversammlung (St.-A. Nr. 334)

Zinner verlas den Bericht zur Landwirtschaft, Penkert stellte den Arbeitsplan der Volksvertretung vor und abschließend folgte eine Aussprache zur Wohnraumsituation.

 

  1. Okt. Wiedereröffnung der MITROPA-“die derzeit modernste Gaststätte“ (LDZ).

 

  1. Okt. IV. Bezirksbriefmarkenausstellung im der HOG „Kurgarten“ (LDZ).

1.700 Besucher kamen und sahen 150 Schau-Objekte.

 

  1. Okt. Dr. Blenkle wird zum 75. Geburtstages der Titel „Sanitätsrat“ verliehen (LDZ).

 

     Okt. In der „Freiheit“ erscheint die Stadtbeilage mit den Stadtreportern Anka und Troll.

 

  1. Nov. Die HO-VSt. K.-Marx-Straße erhält eine Leuchtschrift (LDZ).

 

  1. Nov. Schlüsselübergabe am Block 5 der AWG (LDZ).

Innerhalb kurzer Zeit wurden von der AWG 5 Blöcke mit insgesamt 60 Wohnungen errichtete. Ausführende Firmen waren die ortsansässigen PGH „Bau“ „GAWA“ und „Palette“ unterstützt von den Genossenschaftsmitglieder.

Die PGH „Bau“, noch auf mehreren Betriebsstätten (ehem. Fa. Kotte, Oberländer, Fritzsche) verteilt, legte den Grundstein für eine Lagerhalle am Scheitbach.

 

  1. Dez. Würdigung des verstorbenen Architekten A. Pfisterer (LDZ).

Pfisterer, Jg. 1880, gehörte in den zwanziger Jahren zu den Saalecker Werkstätten von Prof. P. Schultze-Naumburg. Er entwarf u. a. die Sparkassengebäude in Weißenfels und Bad Kösen, zahlreiche Wohnhäuser in der August- Bebel- und der Berbig Straße, die Umbaupläne für den „Kurgarten“, das Heimatmuseum und die Bauhülle für das Observatoriums der Landesschule.

 

  1. Dez. Schreiben des Mühlenbaumeisters Max Lorenz aus Hoyerwerda (Akte Kunstgestänge).

Trotz intensiver Bemühungen war es dem VSB nicht gelungen, eine Firma für die Sanierung des Wasserrades und des Kunstgestänges zu gewinnen. Inzwischen hatte Dr. Wagenbreth den Mühlenbaumeister kontaktiert und der erklärte sich nach einer Besichtigung der Anlage bereit, die fachliche Anlleitung ab dem kommenden Jahr zu übernehmen, wenn das VSB die Gelder, das Material, die Technik und Hilfskräfte bereitstellt.

 

  1. Dez. Die Saale ist oberhalb des Wehres fest zugefroren (LDZ).

 

             25jähriges Dienstjubiläum der Diakonissen Elly Kutscher und Martha Schimke.

 

1963                

 

  1. Jan. Rechtsträgerwechsel von Wohnhäusern in Schulpforte (priv).

Die Stadt übernahm von der Heimoberschule das außerhalb der Mauern liegende Dreifamilienhaus, das Forsthaus, das Hilfsjägerhaus und das Aufwärterhaus.

 

  1. Jan. Bericht über die Ortskonferenz der Nationalen Front (LDZ).

Vorgestellt wurde das „Kösener Programm“, eine Verpflichtungserklärung von Betrieben, Einrichtungen und Vereinen. Die PGH „Bau“ 20% wollte mehr Reparaturen für die Bevölkerung erbringen, die Kleingärtner verpflichteten sich 1000 kg Erdbeeren, 500 kg Zwiebeln, 500 kg Rosenkohl und 150 kg Spinat und statt 450 800 Kaninchen bei den staatlichen Aufkaufstellen abzuliefern. Die Jungen Pioniere wollten 5 t Altpapier und 20 t Schrott sammeln. Neuer Ortsvorsitzender der Nationalen Front wurde der Lehrer K.-H. Keil.

 

  1. Jan. Festlegungen zur Instandsetzung des Gestänges (Akte Kunstgestänge).

Dr. Wagenbreth, J. Gericke und K. Röttig beauftragten Lorenz zunächst mit dem Wechsel der Radwelle, der Erneuerung der Auflager und der Schaufeln. Anschließend sollte die Schützanlage, das Bucklerrad und die Flußpfeiler der Radstube folgen, bevor die Erneuerung des Kunstgestänges in Angriff genommen wird. Lorenz erklärte „unwiderruflich“ die Arbeiten zu übernehmen, fehlende Materialien, insbesondere Bauholz, aus eigenen Beständen bereitzustellen, noch fehlende Materialien zu besorgen und ohne Unterbrechung die Wasserradwelle noch 1963 fertigzustellen. Damit gaben sich alle Beteiligten zufrieden, da alle meinten, dass Lorenz der Fachmann ist, der das Vorhaben im Alleingang lösen würde.

 

  1. Jan. Eröffnungssitzung und Prinzenkürung der 8. Karnevalssaison (priv)

Dazu erschien der „Kösener Narrenspiegel“ Organ der Karnevalsgesellschaft im Klub der Werktätigen. Dem Elferrat gehörten an: G. Brenner (Vorsitzender), W. Becker (Vize), F. Westermann (Altpräsident), F. Rauschenbach (Schatzmeister), E. Patzschke (Innenminister),E. Berger (Verkehr), M. Heintze (Kultur), H. Adam (Viehzucht), W. Herrmann (Insignienbewahrer), K. Heinicke, G. Zippließ, K. Penndorf (Alkohol), K.-H. Frixel (Kassenwart),  

 

  1. Jan. Bericht über die Stadtverordnetensitzung (LDZ).

Ratsvorsitzender Zinner würdigte die Erfolge des vergangenen Jahres und erklärte als Zielstellung die staatliche Anerkennung. Voraussetzung wäre allerdings die Einstellung des Kalkwerks. Dann wurde über die Neugestaltung des Bahnhofvorplatzes diskutiert

 

  1. Feb. Das Eis auf der Saale oberhalb der Krümme ist 28 cm stark (LDZ).

 

  1. Feb. Neueröffnung eines Friseursalons im Bahnhofsgebäude (LDZ).

 

  1. Feb. Bericht über die Messevorbereitungen des VEB Puppenwerkstätten (LDZ).

Neu im Programm waren Trachtenpuppen. Außerdem wollte man, durch den Umbau der Gebäude im Hof die Produktion zu erweitern.

 

  1. Mär. Eröffnung des umgebauten Postamts (LDZ).

Nun gab es drei Schalter, einen Paketschalter und 2 Fernsprecher.

 

  1. Mär. Bericht über den VEB Holzindustrie (LDZ).

Für die Furniere wurde vorzugsweise afrikanisches Holz, zumeist aus Gabun, verarbeitet.

 

  1. Apr. Schreiben des Institut f. Denkmalpflege (Akte Kunstgestänge).

Lorenz hatte für die Arbeiten im laufenden Jahr mit 17.000 DM kalkuliert, das VSB aber nur 10.000 DM eingeplant. Die restlichen 7 TDM sollte das Institut als Beihilfe zuschießen. Das wurde abgelehnt, da das Vorhaben nicht zum Bezirksschwerpunktplan 1963 gehörte.

 

  1. Mai Beschluss der Stadtverordnetenversammlung (priv).

Zur Finanzierung der August-Bebel Str. 5 sollte der VEB Kommunale Wohnungsverwaltung Naumburg eine weitere Obligationen von 34,3 TDM auflegen. In dem Vertrag wurde festgelegt, dass die Stadt als Investträger, nach Fertigstellung das Gebäude in die Rechtsträgerschaft des VEB Kommunale Wohnungsverwaltung übertragen wird und die Stadt als Nutzniesser die Amortisation übernimmt.

 

  1. Mai Schreiben des VSB an den Kommandeur der NVA in Weißenfels (Akte Kunstgestänge).

Bevor Lorenz überhaupt beginnen konnte, musste die kleine Saale abgedämmt werden, was man aber bisher überhaupt nicht berücksichtigt hatte. Das VSB wandte sich an die in Weißenfels stationierten Pioniere mit der Bitte, im Rahmen einer Übung hier zu helfen. Nachdem der Kommandeur Hauptmann Thies ablehnte „da wir selbst wichtige Arbeiten zu erledigen haben“ wurde der Chef der Kreisfeuerwehr um Hilfe gebeten.

 

  1. Mai Schreiben Dr. Wagenbreths an das Institut f. Denkmalpflege (Akte Kunstgestänge).

Der technische Leiter hatte versichert, dass die ausgebauten Gradierpumpen, die ungesichert vor dem Gradierwerk lagerten, nach der Instandsetzung der tragenden Konstruktion entsprechend den Auflagen der Denkmalpflege wieder eingebaut würden. Doch die Kunstkreuze und Bütten waren bereits zerschlagen, einige Teile gestohlen. Nur eine Pumpe mit Zylinder von ehemals 4 Stück konnte gerettet und dem Museum übergeben werden. Darüber beschwerte sich Dr. Wagenbreth bei der Denkmalpflege, die wiederum die Einrichtung aufforderte, den Verantwortlichen für die Zerstörung der historischen Teile zu benennen, was naturgemäß nicht erfolgte.

 

  1. Mai Schreiben des VPKA an das Volkssolbad (Akte Kunstgestänge).

Die Hilfe der Feuerwehr bei der Abdämmung der kleinen Saale wurde zugesagt, wenn   Spundbohlen, Füllmaterial und ein Rammbär bereits gestellt würden, denn die Grundpfähle könne man ja nicht mit dem Hammer einschlagen. Außerdem sollte das Flußbett vorher entschlammt werden. Daraufhin wandte sich das VSB an die Wasserwirtschaftsdirektion Halle, die wiederum an den Landkreis als zuständige Behörde verwies.

 

  1. Juni Schreiben des Amtes für Meteorologie der DDR (Akte Kunstgestänge).

Wegen der Sperrung des Oberdecks musste der Sonnenscheinautograph versetzt werden.

 

  1. Juni Kritik am hohen Trinkwasserverbrauch (LDZ).

Infolge lang anhaltender Trockenheit war der Grundwasserspiegel soweit abgesunken, dass der städtische TW-Brunnen die tägliche Verbrauchsmenge von 1100 m³ nicht mehr hergab.

 

  1. Juni Meldung über den Tierpark (LDZ)

Im ersten Halbjahr wurden fast 70.000 Besucher gezählt. Während 3 Rhesusaffen dazu gekommen waren, hatten sich die Schwäne ein anderes Brutrevier gesucht.

 

  1. Juni Arbeitsbericht des Mühlenbaumeisters Lorenz (Akte Kunstgestänge)

Lorenz kritisierte die Qualität des Eichenstammes für die Radwelle und verwies darauf, dass man mit der NVA-Pionierschule Dessau wegen der Abdämmung Kontakt aufnehmen sollte.

 

  1. Juli Dienstantritt von Pfarrer Martin Kiehne (Ev. Kirchengem.)

Er folgte dem im Januar 1962 pensionierten Pfarrer Bertheau.

 

  1. Juli Erweiterung des Standesamtsbezirkes.

Pomnitz, Ober- und Niedermöllern, Punschrau und Hassenhausen kamen dazu.

 

  1. Juli „Frischer Wind im alten Bau“ (LDZ).

Im Heimatmuseum wurden bisher 10.000 Besucher gezählt und die Erweiterung der Ausstellungsfläche angekündigt.

 

  1. Aug. Schreiben des VSB an den Rat des Bezirks, Kur-u. Bäderwesen (Akte Kunstgestänge).

Unter Hinweis auf die Bedeutung des Kunstgestänges als Kulturdenkmal bat man um eine Aufstockung der Mittel, weil die im Haushalt eingestellten 10 TDM aufgebraucht waren und man die Arbeiten sofort einstellen müsse. Das wurde abgelehnt und empfohlen, sich an den Rat der Stadt oder des Kreises zu wenden.

 

  1. Aug. Hitzerekord von 35,4 °C meldet die Wetterstation am Gradierwerk (LDZ).

 

  1. Aug. Asphaltierung der Straße zur Rudelsburg (LDZ).

Die AG Junge Naturfreunde (Lehrer Weierstall) beginnt mit der Markierung der Wanderwege.

 

  1. Aug. Bericht über das Quellenlabor des VSB (LDZ).

Das betriebseigene Labor leitete Fr. Marten sen. Die Sole aus dem Borlachschacht wies keinerlei Beeinträchtigungen auf, Konzentration und Chemismus waren konstant, die Verwendung für medizinische Zwecke weiterhin uneingeschränkt möglich. Dagegen musste die Johannisquelle geschlossen werden. Nach Jungwirth (1986) verunreinigte mit Fäkalien belastetes Grundwasser den nur 6 Meter tiefe Brunnen. Eine Sanierung wurde anhand der Lage in der Aue der inzwischen stark belasteten Saale ausgeschlossen, der Brunnen geschlossen und verwahrt.  

 

  1. Aug. Arbeitsbericht des Mühlenbaumeisters (Akte Kunstgestänge)

Nachdem auch die Pionierschule abgesagt hatte, verlangte Lorenz, dass eine „neue Dienststelle ausfindig gemacht wird“, die die Abdämmung übernimmt. „Der Rechtsträger selbst, in Vertretung, Koll. Verwaltungsleiter Krumbein, zeigte tiefstes Verständnis und gab und gibt sich die größte Mühe, das Gelingen an diesem Werk weiterzuführen und zu fördern“ schrieb Lorenz, allerdings stieß auch er an die grenzen des Möglichen.

 

  1. Aug. Schreiben des VSB an das Ministerium f. Nationale Verteidigung (Akte Kunstgestänge).

Weil bisher alle in Frage kommenden Dienststellen abgelehnt, ersuchten BL und BPO des VSB das Ministerium um Hilfe. Das leitete den Antrag der Wasserwirtschaftsdirektion Berlin zu, die wiederum die Oberflußmeisterei Halle anwies, die benötigten Spundhölzer freizugeben und mit der Wasserbaufirma Jaeschke aus Weißenfels über die Bereitstellung eines Rammbär zu verhandeln.

 

  1. Sep. Gutachten des Elektromeisters Fritz Mende (priv).

Zur Verbesserung der Stromversorgung hatte die technische Leitung vom VSB vorgeschlagen, das untere Wasserrad wieder zur Stromerzeugung zu nutzen. Die Anfrage bei Mende, der früher für das städtische E-Werk zuständig war, ergab, dass der 1910 eingebaute Drehstromgenerator zwischen 25 und 30 KW brachte, die tagsüber für den Antrieb der Pumpen des Wasserwerkes und in der Nacht für die Straßenbeleuchtung gebraucht wurden. Die Pläne zum Einbau einer Turbine anstatt des Wasserades seien wegen zu hoher Kosten aufgegeben worden. Mende schätzte den Bedarf des VSB auf 100 KW und kam zu dem Schluss, dass die Kosten der Unterhaltung einer neuen WKA die Kosten für bezogenen Strom übersteigen würden.

 

  1. Sep. Sanierung des Schalenturmes der Rudelsburg (LDZ).

 

  1. Okt. Sperrung der Bahnunterführung für Fußgänger (LDZ).

Nach der Erneuerung der Gleis- und Schrankenanlagen wurde auch die Bahnunterführung verändert. Um eine besserer Verkehrsführung an dieser unübersichtlichen Stelle wurden die Gehwege entfernt und die Fahrbahn verbreitert und entlang der Gärtnerei Möller ein neuer Fußweg angelegt.  

 

  1. Okt. Arbeitsbericht des Mühlenbaumeisters (Akte Kunstgestänge)

„Das Ministerium hat meine Angelegenheit (.) zur befriedigenden Lösung angewiesen“ teilte Lorenz dem Institut für Denkmalpflege mit und weiter „Wenn auch die Arbeiten auf Grund der örtlichen Lage keine leichten sein werden, so werde ich, wie stets bemüht sein, die Angelegenheit zum Erfolg zu führen“. Dazu verlangte er mehr Hilfe von der Feuerwehr, weitere Arbeitskräfte vom VSB und die Finanzierungszusage für die weitere Zusatzleistungen.  

 

  1. Okt. Volkskammerwahlen (LDZ).

Das Ergebnis überraschte nicht, 99,54% Wahlbeteiligung, 99,94% gültige Stimmen und 99,92% Wählerstimmen für die Kandidaten der Nationalen Front im örtlichen Wahlkreis.

 

  1. Okt. Beratung der Leitung des VSB und der Denkmalbehörde (Akte Kunstgestänge).

Das Ergebnis war ernüchternd, denn mit den derzeit zur Verfügung gestellten Mitteln würde es fünf Jahre dauern, um die Anlage betriebsfertig herzustellen. Nach Ansicht der Bergakademie Freiberg würde die Bedeutung der Anlage den Aufwand rechtfertigten.

 

  1. Dez. Anton Zinner „Eine Vision“ (priv).

Zinner, der sich nebenher als Volkskorrespondent betätigte, erklärte an einem „trüben Nachmittag im „Kurgarten“ seinem „jungen Freund Heinz“ (Skrubel?), wie es im Jahr 2000 hier aussehen würde. „Dazu braucht man nicht viel Phantasie, wenn man sich die immer schneller werdende Entwicklung im Zeitalter der Technik und des Sozialismus berücksichtigt, zumal bis 1980 schon klare Vorstellungen für den Aufbau Bad Kösens (.) bestehen“. Es herrschte absolute Ruhe ion der Stadt, dank einer Ortsumgebung, die zu Versorgung notwendigen Autos fahren geräuschlos auf neuartigen, staubfreien Straßen. Die Bahn fährt vollelektrisch und rauchlos. Es gibt keine Rauchfahnen aus den Schornsteinen der Wohnungen, denn alle sind am Ferngasnetz angeschlossen. Die Zuckerrübenverladung erfolgt außerhalb des Ortes. Ein großes Sanatorium aus Glas und Beton mit allen Nebeneinrichtungen in Richtung Kukulau wird zum „beherrschenden Faktor“. Neue Wohnblöcke, eine moderne Schule, Kindergärten und Grünanlagen lassen den ort zur Gartenstadt werden. „auch die alten Häuser, soweit sie nicht dem Zahn der Zeit zum Opfer fallen, werden sich (.) renoviert und farbenfreudig darbieten. Die Menschen werden mehr Zeit haben, die Annehmlichkeiten des Lebens zu genießen, denn die Arbeitszeit wird bis dahin entscheidend verkürzt. Der größte Teil der Vorstellung ist bereits geplant, der andere durch schnelle Entwicklung der gesamten Gesellschaft höchstwahrscheinlich, denn bis dorthin wird die Welt im Kommunismus leben.“

 

  1. Dez. Bericht zur Stadtverordnetenversammlung (LDZ).

Im Mittelpunkt standen die Kampfziele des Stadtarbeitsplanes 1964, darunter die Instandsetzung von mindestens 50 Wohngrundstücken, wobei die Eigentümer durch Feierabendbrigaden unterstützt werden sollten, die Asphaltierung weiterer Gehwege und die Ausgestaltung der HOG „Kurgarten“ zum gastronomischen Vorzeigeobjekt. Beim Ausbau von Unterrichtsräume im ehemals Petzoldschen Stadtguts sollten die Eltern im NAW helfen.

Die Realität sah anders aus. Für die Instandsetzung des Weges zum „Himmelreich“ sahen sich weder der HO-Kreisbetrieb als Betreiber, noch der Ziegelrodaer Forstbetrieb oder die LPG Saaleck als Grundstückseigentümer in der Pflicht.

 

1964

 

  1. Jan. Der VEB Kalkwerke wird Betriebsteil des VEB Kalkwerke Schraplau (LDZ).

Damit blieb der betrieb bestehen und die Einstellung, eine Hauptvoraussetzung für die Beantragung der staatlichen Anerkennung war hinfällig. Mit der Übernahme erfolgte eine grundlegende Umstellung des Produktionsprofils. Statt hydraulischen Baukalk wurde Kalkmergel für die Düngerindustrie hergestellt, womit eine noch höhere Staubbelastung verbunden war.

Zwar wurde die Ziegelfabrikation eingestellt aber in die Räume zog die volkseigene Wäscherei aus Naumburg, deren Betriebsstätte von den Hygienebehörden gesperrt worden war. Die trug dann nicht nur zur Rauchbelästigung bei sondern ließ die Abwässer ungeklärt in die Saale, was immer wieder zu einem dicken Schaumteppich führte.

 

  1. Jan Bericht des Mühlenbaumeisters Lorenz (Akte Kunstgestänge, St.-A. Nr. 381).

Mit Hilfe der Freiwilligen Feuerwehr war es im Dezember doch noch gelungen, das Gerinne der Wasserkunst abzudämmen. Allerdings traten nun auch die bisher nicht sichtbaren Schäden am Gerinne zu Tage. Außerdem mußte die Sicherung des Gestänges über der kleinen Saale vorgezogen werden. Damit beliefen sich die Kosten auf 25.000 DM, wovon erst 10 TDM im Haushaltsplan des VSB eingestellt waren. Lorenz forderte vom Institut für Denkmalpflege und der Leitung des VSB, die fehlenden Mittel bereit zu stellen, denn„Mit dieser Kollektivhilfe muß das Werk gelingen!“.

 

  1. Jan. Öffentliche Kritik vom Bezirksfachausschuß Leichtathletik (Freiheit).

Kritisiert wurde, dass die Kampfbahn an der Rudelsburg wegen des weiten Weges für den Schulsport nicht genutzt werden könne. Außerdem zeigten sich die ersten Baumängel. Die Stadtverwaltung wurde aufgefordert, hier für Abhilfe zu sorgen und Alternativen für die Schüler zu suchen.  

 

  1. Feb. Einführung von Mülltonnen und Müllmarken (LDZ).

Zunächst erhielten die mit Einzelofenheizung ausgestatteten städtischen- und AWG-Blöcke die Blechtonnen. Der Altbestand behielt noch geraume Zeit die Aschengrube. Die Abfuhr zur deponie an der Eckartsbergaer Chaussee (heute Weinlage „Himmelreich“) wurde mit dem Handwagen selbst oder die Fuhrunternehmer Strzoda und Jockschaß mit ihre Pferdewagen bestellt.

 

  1. Feb. Bericht zur Stadtverordnetenversammlung (LDZ).

Im Mittelpunkt standen die Referate von O. Müller, K. Kaun und H. Krumbein zur Entwicklung der „Kulturstadt“. Als Erfolg wurde die Weiterführung der Abonnementsvorstellungen des Stadttheaters Zeitz in den renovierten Räumen des „Kurgarten“ gewürdigt, trotz merklich nachlassenden Interesses und ein Auftritt der örtlichen Volkskunstgruppen im Klub der Werktätigen. Informiert wurde über die Gründung eines Tanzzirkels und einer Jugend-Tanzkapelle durch den Lehrer Franke.

 

  1. Feb. Erweiterung der Dauerausstellung im „Romanischen Haus“ (LDZ).

In drei weiteren Abteilungen wurden Exponate zur bäuerliche Volkskunst, Dokumente zum   Kösener Gefecht von 1813 und Erinnerungsstücke an die ersten Badegäste gezeigt.

 

  1. Feb. Brand im Hinterhof der Eckartsbergaer Straße 6 (LDZ).

Nur mit Mühe konnte ein Übergreifen auf die daneben stehenden Wohnhäuser verhindert werden. Die Brandursache blieb ungeklärt.

 

  1. Mär. Die PGH „Haarpflege“ eröffnet den Damensalon Karl-Marx-Str. 14 (LDZ).

 

  1. Apr. VII. Kreiskonferenz der Freiwilligen Feuerwehren im „Kurgarten“ (LDZ).

      3.  Apr. Schreiben von Dr. Wagenbreth an das Ministerium für Kultur (Akte Kunstgestänge).

Wagenbreth versuchte beim Ministerium die Bilanzierung der noch fehlenden Mittel für 1964 zu bewegen, nachdem das Institut für Denkmalpflege die Mitfinanzierung abgelehnt hatte.

 

  1. Apr. DEFA-Filmball im „Kurgarten“ (LDZ).

 

  1. Apr. Beitrag über die Spielzeugfabrik von P. Bernhard (LDZ).

Neben den Puppenwerkstätten beteiligte sich auch PEBE an der Leipziger Messe, denn immerhin gingen 50 % der Plastebaukästen in den NSW-Export.

 

     Mai Erste Tourist-Trophy „Saaletal“ (LDZ).

Teilnehmen konnten alle Besitzer von serienmäßigen Motorrädern oder Mopeds, die ein Startgeld zahlten. Die Start und Ziel war die Jugendherberge, die Strecke war 15 km lang und verlief vorzugsweise im Gelände. Es gab Zwischenstationen, wo Keulenzielwurf und Schießübungen mit dem KK-Gewehr bewertet wurden .

 

  1. Mai Schreiben des VSB an den Generalkonservator der DDR (Akte Kunstgestänge).

Das VSB hatte nach mehreren Verschiebungen den Fertigstellungstermin der Radkunst zum 235. Jahrestag der Erschließung der Solequelle als verbindlich veröffentlicht. In Anbetracht der fehlenden Mittel im laufenden Jahr war absehbar, dass auch dieser Termin nicht gehalten werden kann. Da man aber zu diesem Anlasss Vertreter der Polnische Akademie der Wissenschaften erwartete wollte man sich hier keine Blöße geben.

 

  1. Mai Schweres Unwetter auf der Fränkenauer Höhe.

Die Wassermassen bahnten sich über die Erosionsrinnen, insbesondere die Hohle und die Mausa ihren Weg zur Saale. Am Kirchberg, in der Friedrich- Ebert- und Max- Bach Straße sowie in der Grüne Gasse hinterließen sie eine Spur der Verwüstung. Schwere geschädigte wurden die HOG „Kurgarten“ und die Gärtnerei Möller, die sich in einen Schlammsee verwandelte. Viele Einwohner halfen freiwillig bei den Aufräumarbeiten, unterstützt von Soldaten der Naumburger Garnison und von den örtlichen Betrieben. Menschenleben waren nicht zu beklagen. Eine Busreisegruppe Blinder, die im „Kurgarten“ weilte, konnte rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden und der Dachdecker O. Arnold konnte an der Bahnunterführung in Lengefeld ein Kind aus der Flut reißen. Am 30. Mai sorgte ein zweiter Wolkenbruch für weitere Schäden.

 

  1. Juni Eröffnung des Betriebskindergartens des VSB im Haus „Claudius“ (LDZ).

Damit wurden die städtischen Kindergärten entlastet und Bürgermeister Zinner konnte sich damit zumindest teilweise vom Vorwurf, kein Herz für Kinder sondern nur für Affen zu haben, entlasten.

 

  1. Juni Strandfest unter dem Motto „Bikinis, Tanz und Attraktionen“ (LDZ).

Der Erlös der vom Klub der Werktätigen und dem Karnevalsverein gestalteten und mit 2.000 Gästen gut besuchten Veranstaltung mit Bademodenschau kam den Unwettergeschädigten zu Gute.

 

  1. Juni Brand in der Karl-Marx-Straße 16 (LDZ).

Der Besitzer Richard Zweigler kam wegen Brandstiftung vor das Bezirksgericht und wurde verurteilt. Erst zwei Jahre später stellte es sich im Zusammenhang mit einer anderen Straftat heraus, dass der Uhrmachermeister U. Kirschner, der im gleichen Haus ein Ladengeschäft hatte, den Brand gelegt hatte.

 

  1. Juni Woche der sozialistischen Kultur (LDZ).

Zum Auftakt gastierte das Sinfonieorchester Thüringen.

 

  1. Juli Schreiben des VSB an Dr. Wagenbreth (Akte Kunstgestänge).

Das VSB kündigte die Einstellung der Arbeiten an, da sich alle Bemühungen die fehlenden Mittel zu bekommen erfolglos blieben.

 

  1. Juli Bericht über den Campingplatz (LDZ).

Auf der Wiese zwischen der Fähre an der „Katze“ und der Kampfbahn Rudelsburg hatte der Stadionwart mit der Genehmigung der Stadtverwaltung inzwischen einen Zeltplatzes eingerichtet. Bislang wurden bereits rund 800 Gäste registriert. Wegen der guten Lage kamen zunehmend auch Dauercamper aus den industriellen Ballungsgebieten um Halle und Leipzig. Zunächst waren es Provisorien, die stillschweigend geduldet wurden, obwohl der Platz im Überflutungsgebiet lag. Dennoch wurden provisorische Waschstellen und Toiletten errichtet und nach Aufgabe der Kampfbahn konnten die dortigen Sanitäranlagen benutzt werden. Die große Anzahl an Campern verschärfte die ohnehin angespannte Versorgungssituation, da diese ebenso wie die Kurgäste bei der Zuteilung von Lebensmitteln für die Bevölkerung nicht berücksichtigt wurden.  

 

  1. Juli Bericht über den Stand der Schadensbeseitigung nach dem Unwetter (LDZ).

Die PGH „Bau“ hatte in der Fränkenauer Hohle oberhalb des Kurgartens den Flutgraben erneuert und einen neuen Durchlass gebaut. Die Fa. Flugel pflasterte den Kirchberg. Den Ausbau des Flutkanals der Mausa unter der Eckartsbergaer Straße bis zur Karl-Liebknecht Straße sollte der Staatliche Forstwirtschaftsbetrieb übernehmen.

 

  1. Juli Bau der Turnhalle in der Gerstenbergkpromenade (LDZ).

Im Rahmen des NAW errichtete die Stadt mit einer Feierabendbrigade, der Hilfe örtlicher Betriebe und nicht bilanzierter Materialien eine Turnhalle in Skelettbauweise und eine kleine Außenanlage und erreichte somit, dass eine Einrichtung in annehmbarer Entfernung für den schulsport genutz werden konnte.

 

  1. Juli Bestallungsurkunde für die Stadt (priv).

Klaus-Wilhelm Pabst hatte das Grundstück Gerstenbergkpromenade 10 entsprechend dem Testament der am 19. Mai 1964 verstorbenen Emmi Pabst, geb. Mietz geerbt. Er fiel unter die Enteignung nach GBl. 2 und somit wurde die Stadt als Treuhänder eingesetzt.

 

  1. Juli Einwohnerversammlung des WB II im „Lindenhof“ (LDZ).

Obwohl eine Hausratversicherung nicht für Schäden eintrat, die durch höhere Gewalt entstanden waren, wurde allen Geschädigten, die eine solche Versicherung hatten, die Hälfte des erlittenen Wertverlustes von der Staatlichen Versicherung zugesagt. Allen anderen versprach die Stadt Hilfe.

 

  1. Juli Anordnung des VSB (Akte Kunstgestänge).

Lorenz wurde angewiesen, die Arbeiten abzubrechen, da die Mittel aufgebraucht waren. Der wollte das aber nicht einsehen und wies auf die daraus resultierenden Gefahren hin. Das Schreiben endete: „Stets für sozialistischen Aufbau wie bisher bereit!“.  

 

  1. Juli „Die Kurpatienten fühlen sich hier wohl“ LDZ).

In der Zeit vom 10. Januar bis 20. Dezember waren 8.200 Kuraufenthalte für Erwachsene und 2.500 für Kinder geplant.

 

  1. Juli Bericht über Dreharbeiten der DEFA (LDZ).

In Schulpforte entstanden Szenen des Films „Die besten Jahre meines Lebens“.

 

  1. Aug. Auftrag für die Reparatur des Kunstgestänges (Akte Kunstgestänge).

Die Bemühungen Dr. Wagenbreths, der Bergakademie Freiberg und der Denkmalbehörden hatten die Behörden zu einer ungewöhnliche Vorgehensweise veranlasst. Weil die Mittel für Maßnahmen des Denkmalsschutzes nicht im Budget des Gesundheitswesens enthalten waren, ordnete der Rat des Bezirkes nach Rücksprache mit dem Rat des Kreises an, dass für die Fortsetzung der Arbeiten nicht mehr das VSB sondern die Stadt Bad Kösen zuständig sein und die fehlenden 20 TDM aus dem Reservefond des Bezirkes. Die Lösung war im Interesse der Sache, sorgte aber in der Leitung des VSB für Mißstimmung, da man ihnen indirekt ein Versagen unterstellte.

 

  1. Sep. Einweihung von UTP-Räume im ehemaligen Stadtgut (LDZ).

Ein Jahr vor der allgemeinen Einführung der 10-klassige polytechnischen Oberschulen, erprobte man hier diesen praxisbezogenen Unterricht, der dann ab Klasse 7 obligatorisch wurde. Während die Fachkabinette für Mathematik, Physik, Chemie, Erdkunde und Russisch noch den Charakter von Klassenräumen hatten, standen hier Werkbänke mit Schraubstöcken. Im „Unterricht in der Produktion“ (UTP) wurden praktische Fertigkeiten bei der „Einführung din die sozialistische Produktion (ESP) theoretische Kenntnisse vermittelt. Im zweiwöchentlichen Wechsel fand ein Tag der „Praktischen Arbeit“ im KfL Fränkenau oder im Kalkwerk statt. Während die Klassen 1 bis 4 in der alten „Wurstfabrik“ blieben, musste ab der Klasse 5 je nach Unterrichtsfach zwischen den beiden Standorten gewechselt werden. Laufzeiten ergaben sich auch beim Sportunterricht, beim praktischen Unterricht, bei der Schulspeisung, beim Schulhort und bei den an den Nachmittagen stattfindenden Veranstaltungen der Arbeitsgemeinschaften, der Pionier- und FDJ-Grundorganisationen.

  1. Sep. Zeitungsbericht zu Filmarbeiten (LDZ).

Die sowjetische Filmgesellschaft „Mosfilm“ drehte einen Spielfilm über Karl Marx unter der Regie von Prof. Grigori Roschal. Die Brücke wurde zur „Rheinbrücke“ in der Zeit der bürgerlichen Revolution von 1848/49 und mit einer Barrikade versehen. Störend war nur der Zugverkehr. Neben dem Lärm, verhüllte der Rauch der Dampfloks den Drehort, wodurch sich die Dreharbeiten längere Zeit hinzogen. Für den Durchgangsverkehr blieben die Drehpausen.

 

  1. Okt. Probelauf der Wäscherei im Kalkwerk (LDZ).

Nach etlichen Umbauten und dem Einbau eines Dampferzeugers begann hier das VEB (K) Dienstleistungskombinat Naumburg im 2-Schicht-Betrieb.

 

  1. Okt. Übergabe des städtischen Wohnblocks Richard-Kanzler Str. 16-18 (priv).

Am Vortag des „Republikgeburtstages“ erhielten 18 Familien die Schlüssel. Die Wohnungen hatten Balkon, Bad und WC, Einzelöfen und Gasdurchlauferhitzer. Der Mietpreis wurde auf 0,67 M/m² festgesetzt und beinhaltete auch die Nebenkosten wie Wasser, Abwasser und Müllabfuhr.

 

  1. Okt. Ausstellung „15 Jahre DDR“ im Romanischen Haus (LDZ).

Im Vorfeld wurde die Bevölkerung aufgerufen, persönliche Bilddokumente zur Entwicklung der Stadt zur Verfügung zu stellen.

 

  1. Okt. Tanzturnier in der HOG „Kurgarten“ (LDZ).

Nach dem Wolkenbruch im Mai wurden erhebliche Mittel bereitgestellt um die Gaststätte und den Saal wieder herzustellen. Nun präsentierte sich die HOG „Kurgarten“ in einem attraktiven und zeitgemäßen Zustand. Das verleitete den Bürgermeister zu der Bemerkung, dass man sich weitere Unwetter wünschen sollte, um die zahlreichen anderen in der Gastronomie abzustellen.

 

  1. Nov. Patenschaftsvertrag mit dem Zoo Halle (LDZ).

Der regelte auch die Übernahme von Tieren aus Nachzuchten, die wegen internationaler Haltungs- und Züchtungsvorschriften, dort nicht gehalten werden konnten.

 

  1. Nov. Bericht über den Klub der Werktätigen (LDZ).

Klubleiter Lehrer Franke kündigte 10 Großveranstaltungen im „Kurgarten“ an. Dazu gehörten ein „Weltstadtprogramm“ am 2. Weihnachtsfeiertag mit der Schlagersängerin B. Wachholz und die Faschingsveranstaltungen des „Karnevalvereins im Klub der Werktätigen“.

 

  1. Nov. Bericht über den VEB Puppenwerkstätten (LDZ).

Zur Plüschtierkollektion gehörten inzwischen 45 Modelle. Obwohl die 135 Mitarbeiter täglich 850 und die 50 Heimarbeiter 450 Tiere fertigten, wurde die Nachfrage nicht befriedigt. Unerwähnt blieb, dass die Herstellung von Künstler- und Trachtenpuppen nun endgültig eingestellt wurde.

 

  1. Dez. Zugunglück im Bahnhofsbereich (LDZ).

Kurz vor der Einfahrt in den Bahnhof entgleiste ein Kesselwagen eines aus Erfurt kommenden Güterzuges, wurde 300 m durch den Bahnhof geschleift und brachte das Schrankenwärterhaus an der Gerstenbergkpromenade zum Einsturz. Der Schrankenwärter kam mit leichten Verletzungen davon. Glücklicherweise enthielt der Wagen keine brennbaren Flüssigkeiten und am Bahnsteig und der Unterführung befanden sich keine Personen.

 

  1. Dez. Jahresbericht des Mühlenbaumeisters Lorenz (Akte Kunstgestänge) .

Empfänger waren das Institut für Denkmalpflege, das VSB, die Räte des Bezirkes, des Kreises und der Stadt, Dr. Wagenbreth, das Institut für Geologie in Weimar und J. Gehricke. Lorenz stellte fest, dass das Erreichte ausschließlich seinen vielfältigen Aktivität zu verdanken sei. Schuld daran, dass er dennoch nicht den zugesagten Termin einhalten konnte, wäre die „Verantwortungslosigkeit der vor mir eingesetzten Handwerker, (die) nicht ihresgleichen finden wird“. Außerdem hätte das Volkssolbad die Einstellung der Arbeiten verfügt, zu einem Zeitpunkt „wo der Bau von verschiedenen Katastrophen äußerst bedroht war. Ich erkannte diese Situation und arbeitete im NAW weiter, um das Furchtbarste abzuhalten (.)“

Abschließend stellte Lorenz fest: „Die Restaurierung geht im Kollektivgeist vonstatten. Arbeiter Freiwillige Feuerwehr, PGH-Arbeiter, Wissenschaftler, Stadt- und Staatsvertreter, Denkmalpfleger, Restaurator bilden ein Kollektiv aktiven Leistens, welches einem Wachsen und Streben dem gestalterischen Werden entgegen drängt“. Einige Verantwortliche mutmaßten nun, dass dem Mühlenbaumeister der Realitätssinn abhanden gekommen war.    

30. Dez. Volks- und Berufszählung (Statistik der DDR)

Demnach wohnten in der Stadt und den Ortsteilen einschl. der Schüler in Pforta 6.510 Einwohner, davon 2.876 Männer (830 u. 15 J. 1.742 v. 15-60, 304 ü. 60) sowie 3.634 Frauen (778 u. 15. J. 2.033 v. 15-60, 823 ü. 60)  

             Bau einer Sprungschanze in der „Hölle“ (ski-archiv)

Die einfache Holzkonstruktion wurde von der Arbeitsgemeinschaft Wintersport unter Anleitung des Sportlehrers Hermann Gosewitz errichtet. Der Turm war 3,8 Meter hoch, der Anlauf 14,2 Meter lang. 1980 wurde die Reste der Anlage beseitigt. Nach Angaben im NTB 2009) wurde sie nur drei Jahre benutzt.  

 

1965

 

     Jan. Entwicklungsplan für das sozialistische Kulturleben im Kreis Naumburg (priv).

Bis 1970 sollten die städtischen Museen (Romanisches Haus, Burg Saaleck) weiter ausgebaut, ein regelmäßiges Kreissängertreffen organisiert und finanzielle Mittel, darunter 200.000 Mark für die Instandsetzung der Klosterkirche bereitgestellt werden. Die Erweiterung des Tierparks erforderte eine Aufstockung von Personal und Lohnfond.

 

     Jan. Die Saalemühle wird dem VEB Mühlenwerke Bernburg angeschlossen (Freiheit).

 

  1. Jan. „Alte Bäume oder Neuanpflanzungen“ (LDZ).

Bei der geplanten Umgestaltung der „Friedensinsel“ vor der Konditorei „Schoppe“ sprachen sich die meisten Leser für den Erhalt der Linden aus.

 

  1. Jan. Schlussrechnung für den VE-Wohnungsbau Richard-Kanzler Str. 16-20 (priv)

Die tatsächlichen Kosten betrugen 400.000 MDN, davon 369.000 MDN Wohnungsbauobligationen der Sparkasse, 25.000 MDM Lottomittel und 6.000 MDN NAW-Leistung. Damit blieben die Kosten einschließlich der Projektierung von 5.400 MDN im Rahmen der anerkannten Baukosten.

 

  1. Feb. Erna Claus verkauft den „Preußischen Hof“.

Die Kommissionsgaststätte von Werner Schäfer war eine gefragte Lokalität.

 

  1. Apr. Erneute Einstellung der Arbeiten am Kunstgestänge (Akte Kunstgestänge).

Nach drei Monaten waren die vom VSB bereit gestellten Mittel aufgebraucht. Daraufhin beschwerte sich Lorenz bei Dr. Wagenbreth, der sich wiederum an das VSB wandte und der Leitung Gleichgültigkeit und Desinteresse vorwarf. Das verschärfte nun den Ton zwischen den Beteiligten.

 

  1. Mär. Glückwünsche zum 80. Geburtstag von Dr. R. Pahncke (LDZ).

Pahncke, einst selber Schüler in Pforte, begann als erster Direktor mit der Umgestaltung der ehemaligen NAPEA zu einer humanistische Bildungsanstalt.

 

  1. Apr. Bericht über den Bau einer Werkshalle im VEB Holveredelungswerk (LDZ).

Die Furniere wurden bisher in andere Betriebe zur Weiterverarbeitung gebracht. In der neuen Halle wurden nun die Furniere verleimt, gepreßt und daraus Stuhlteile gefertigt. Dabei kamen hochgiftige Leime und Lösungsmittel zum Einsatz, die mit dem Abwasser in die Saale kamen. Die Furnierabfälle wurden in einem alten Steinbruch an der „Helle“ deponiert und von Zeit zu Zeit abgebrannt. Der Betrieb trug damit neben dem Kalkwerk und der Wäscherei maßgeblich zur   Umweltverschmutzung des Kurortes bei.

 

  1. Juni Pressebericht über ein Unwetter (Freiheit)

Ein Unwetter auf der Fränkenauer Höhe brachte Schlamm und Geröll in das Tal. Mehrere am Hang liegende Gebäude wurden in Mitleidenschaft gezogen, die Bahnunterführung stand bis zu den Gleisen unter Wasser.

 

  1. Juni Brunnenfest zur 235. Jahrestag (LDZ).

Nach fünfjähriger Pause fand das Fest wieder statt. Den historischen Festzug gestalteten 200 Darsteller in historischen Kostümen, was sich die Stadt 5.000 MDM kosten ließ. Weitere Höhepunkte waren das Feuerwerk, ein Operettenabend am Gradierwerk, ein Tanzabend und ein musikalischer Frühschoppen im „Kurgarten“. Was fehlte war eine Festplatz.

Zeitungsanzeigen schalteten die Autovermietung Karl Sommer, der Motorbootverkehr Friedrich, die Konditorei Fritz Schoppe, der Gartenbaubetrieb Karl Möller, die PGH Gas-Wasser-Heizung, die PGH Bau, der Optiker Fritz Giesecke, die Gaststätten „Lindenhof“ und „Wehrdamm“. Die VdgB-BHG, die inzwischen mit der Bauernbank kooperierte, warb um die Spareinlagen und der VEG Weinbau mit dem Slogan „Trinkt unsere vorzüglichen einheimischen Saale-Unstrut-Weine“.

 

  1. Juli Unwetter über Lengefeld und Saaleck (LDZ).

Wegen der Wassermassen musste die Straße zur Rudelsburg gesperrt und für die Gäste provisorische Stege zu den Bussen gebaut werden. Betroffen war auch das Saalecker Altersheim.

 

  1. Juli Ausstrahlung der DFF- Sendung „Schlager einer kleinen Stadt“ (LDZ).

Bad Kösen war der dritte Ort, wo diese Sendung gedreht wurde. Neben Unterhaltungsbeiträgen mit Frank Schöbel und Annekathrin Bürger stellte der Moderator Heinz-Florian Oertel den Ort, seine Geschichte und die Sehenswürdigkeiten vor. Die Interviews mit Bürgermeister Zinner, Museumsdirektor Gericke, Tierparkleiter Hofemeister und dem Mühlenbaumeister Lorenz sind wertvolle Zeitzeugnisse.

 

  1. Juli Veröffentlichung des „Führers durch die Heimoberschule und den Ort“ (LDZ).

Federführend war R. Konetzny im Auftrag der Abt. Kultur beim Rat des Kreises.

 

  1. Aug. Festwoche zum 80jährigen Bestehen der FFW (LDZ).

Dabei wurden Löschübungen in den Betriebsgelände der Mühlenwerke und der Fa. Bernhard, sowie einer Wehrüberfahrt durchgeführt. Zum Abschluss fanden zwei öffentlichen Tanzveranstaltungen im „Kurgarten statt.

 

  1. Okt. Ende des Manövers „Oktobersturm“ (Gesch. d. NVA).

Auf dem Rückmarsch aus dem Manövergebiet im Erfurter Raum passierten motorisierte und gepanzerte Einheiten der NVA und der Roten Armee aus den Garnisonen Naumburg und Weißenfels die Brücke. Zur Begrüßung waren Schüler und Betriebsbelegschaften an die Durchmarschstraßen beordert worden.

 

  1. Sep. Erstaufführung des Spielfilms „Die Ballade vom roten Mohn“ (LDZ).

Die Außenaufnahmen dieser Koproduktion von DFF und der Londoner Contemporary-Films Ltd. die im spanischen Bürgerkrieg spielte, wurden in Saaleck gedreht. Regisseur Kurt Jung-Ahlsen ließ an der Saaleschleife ein spanisches Kastell aus Gips vor der malerischen Kulisse der Muschelkalkhänge errichten. Eine der Hauptrolle spielte Günter Simon in einem aus Engländern und Spaniern bestehenden Team. Als Komparsen wirkten auch einheimische Kinder und Jugendliche mit.

 

  1. Nov. Das Volkssolbad wird Leitkureinrichtung des Bezirkes Halle.

Angeschlossen waren die Kureinrichtungen der Kreise Artern, Aschersleben, Bernburg, Merseburg, Naumburg, Quedlinburg, Roßlau Sangerhausen und Wittenberg.                        

 

     Nov. Rundfunkübertragung „Alte Liebe rostet nicht“ aus der HOG „Kurgarten“ (dra)

 

  1. Dez. Abschluss der Bauarbeiten an der Bahnbrücke über die Saale (LDZ).

Im Rahmen der Elektrifizierung der Strecke wurde der Überbau verbreitert und die Kalksteinverkleidung erneuert. Den Pfeilern aus dem Jahr 1846 wurde eine ausreichende Standsicherheit bescheinigt.

 

  1. Dez. Hauptverhandlung gegen den Uhrmachermeister U. Kirschner (LDZ).

Kirschner war bei einem Einbruch geschnappt worden, die folgende Hausdurchsuchung und mehrere Anzeigen brachten zahlreiche weitere Vergehen an den Tag. Er wurde wegen Einbruchs, Diebstahl, mehrfachen Betrugs in Tateinheit mit Urkundenfälschung vom Kreisgericht zu drei Jahren Gefängnis verurteilt.

 

             Die Konsum-VSt. K.-Liebknecht-Str. öffnet als Spätverkaufsstelle bis 20 Uhr.

 

1966

 

  1. Jan. Aktualisierung der Bettenbelegungsverträge des VSB (priv)

Private Vermieter erhielten nun zwischen 1,50 und 2 MDN pro Belegtag, sowie ein Leerbettengeld von 1 MDM.

 

  1. Jan. Kommissionshändlervertrag zwischen der Drogerie Seeber und der HO (LDZ).

 

  1. Jan. Jahresbericht 1965 des Mühlenbaumeisters (Akte Kunstgestänge).

Lorenz erklärte, dass er seine persönlichen Planziele in den Jahren 1963 und 1964 nicht nur erfüllt, sondern übererfüllt und dabei noch Kosten gespart habe. 1965 sei dies nicht gelungen, weil die Mittel fehlten, die Holzpreise gestiegen waren, die Entschlammung der kleinen Saale nicht erfolgte, er unfallbedingt pausieren musste und die Dreharbeiten des DFF behinderten. Dennoch war „der Kollektivgeist weiter eng mit dem Erhaltungsobjekt (.) verbunden“ und Lorenz versprach, wenn auch mit weniger Arbeitskraft, dem Vorhaben die Treue zu halten. 1966 rechnete er mit einem Gesamtaufwand von 21.300 MDN und ohne dass es dafür eine Bewilligung gab, setzte er die Arbeiten fort.

 

  1. Feb. Proklamation des Prinzenpaares zur 11. Session (LDZ).

 

  1. Mär. Bericht zur Stadtverordnetenversammlung (LDZ).

Geplant wurden die Fertigstellung der Turnhalle und die Einrichtung einer Steinproduktion (Gehwegplatten, Hohlblöcke) auf dem Pabstschen Anwesen in der Gerstenbergkpromenade. Angesprochen wurden die Auswirkungen bei der Einführung der 5-Tage-Arbeitswoche. Man rechnete, dass durch die arbeitsfreien Sonnabende die jährliche Besucherzahl auf eine Million steigt, dem die örtliche Infrastruktur nicht mehr gewachsen wäre.  

 

  1. Mär. Markwerth übernimmt die „Loreley“ als Kommissionsgaststätte (Freiheit).

 

  1. Mär. „Der Bockwurstdieb von Bad Kösen“ (LDZ).

Bei Einbrüchen in diverse Gaststätten ließ K.-D. Gesch vorzugsweise Bockwürste mitgehen.

 

  1. Apr. Einrichtung des öffentlichen Parkplatzes neben der HOG „Vorwärts“ (LDZ).

 

  1. Mai Bericht über den Stand der Arbeiten an der Bahnunterführung (LDZ).

Nach dreijähriger Vollsperrung war eine Ende der Arbeiten in Sicht. Im Zuge der Verbreiterung der Durchfahrt wurden die Läden von Laubmann und Kühn abgebrochen und die Fußwege beseitigt. Damit sollte die Verkehrsführung verbessert und sicherer gemacht werden. Doch dieser Verkehrsknoten blieb problematisch, schon wegen der Steigerung des Individual- und des Güterverkehrs von und zum Bahnhof und des Durchgangsverkehrs, der wegen der geschlossenen Schranken die Unterführung nutzte.  

 

  1. Mai „Vom Kampf um Kösens Sole“ (NKZ)

Der Nachdruck der „Geschichte der Kösener Mineralquellen“ von Jochen Gericke erschien wöchentlich bis Ende des Jahres. Dabei bezog sich Gericke nicht wie bisher auf die traditionellen Überlieferungen sondern stützte auf Quellen aus dem Dresdener Archiv.

 

  1. Mai Schreiben des VSB an den Mühlenbaumeister (Akte Kunstgestänge)

Lorenz hatte dem VSB eine Abrechnung vorgelegt und wurde darauf hin aufgefordert, die von ihm aufgeführten Arbeitsstunden vom Verwaltungsleiter oder einem Beauftragten des VSB bestätigen zu lassen. Darüber hinaus wurde ihm mitgeteilt, dass ihm eine Auslösung von 7 MDM nicht zustünde, da er im VSB freie Kost und Logis hätte. Außerdem habe man sich mit dem Rat des Kreises Abt. Preise in Verbindung gesetzt, um die gesetzliche Grundlage seines in diesem Jahr in Ansatz gebrachten Stundensatzes von 5 MDM gegenüber bisher 3,50 MDM zu prüfen. Darin sah Lorenz eine Schikane des Verwaltungsleiters.

 

  1. Mai   Eine Windhose entwurzelt im unteren Kurpark 12 Großbäume (LDZ).

 

  1. Mai   Vororttermin mit dem Rat des Bezirks (Akte Kunstgestänge).

Lorenz sah sich bei seinem Einsatz für die „Kulturtechnik der Frühzeit (.) die einen großen Idealismus und aufopfernde Liebe zu der Tätigkeit und den unerschütterlichen Glauben und das Bewußtsein der Befähigung, das Ziel zu erreichen.“ behindert und hatte sich bei der Denkmalbehörde beschwert. Krumbein beharrte auf die Stundennachweise und die Korrektur der Rechnungen,, nachdem auch die Preisbehörde die Stundensätze abgelehnt hatte. Die Bemühungen der Behörden einen Kompromiss zu finden scheiterten.  

 

  1. Juni Sitzung der ständigen Kommission Kultur (Akte Kunstgestänge).

Dazu hatte man Krumbein und Lorenz eingeladen. Der erklärte, er wollte mit der Erneuerung des Teils über der kleinen Saale einschließlich des Flußpfeilers und des Rechens beginnen, doch wegen der wegen der Nichtbezahlung seiner Rechnung habe er die Arbeiten einstellen müssen. Krumbein stellte klar, dass er nach Rücksprache mit der Preisbehörde, dem Lorenz nicht den gewünschten Stundensatz zahlen kann. Das stieß nun auf das Unverständnis der Kommissionsmitglieder, denn inzwischen verlangt schon jeder Handwerker für die Feierabendarbeit 5 MDN, und demzufolge kann die Arbeitsstunde eines Meisters nicht geringer vergütet werden.

 

  1. Juli   Schwelbrand im Kindersanatorium II in der Max-Bach Straße (LDZ)

Durch den hohen Anteil an Abrieb hatte sich rund 50 Tonnen Kohle und Koks selbst entzündet.

 

  1. Aug. Das Kurorchester begeht das zwanzigjährige Bestehen (LDZ).

Unter der Leitung von Kurt Dechandt und Paul Reichelt hatten es der aus 14 Mitglieder bestehende Klangkörper inzwischen auf 12.000 Konzerte und 3 Millionen Besucher gebracht.

 

  1. Aug. Bericht über die Messevorbereitung des VEB Spielzeugwerkstätten (LDZ).

Ausgestellte wurden 60 Plüschtiere und 28 Handspielpuppen, die zu 71% in den Export gingen.

 

  1. Aug. Abschluss der Elektrifizierung der Bahnstrecke (LDZ).

 

     Sep. Baubeginn der Tankstelle an der F 87.

 

  1. Sep. Kostenplan des Mühlenbaumeisters (Akte Kunstgestänge).

Nachdem ihm das VSB mitgeteilt hatte, dass die Mittel im laufenden Jahr aufgebraucht sind und die Arbeiten eingestellt werden müssen, beantragte Lorenz 23.000 MDN, um im kommenden Jahr den Pumpenturm am Gradierwerk zu sanieren, zwei historische Pumpen und das Kunstkreuz wieder einzubauen und das Einfeldgestänge zu erneuern.

 

  1. Nov. Podiumsdiskussion mit Manfred von Brauchitsch (LDZ).

Der ehemalige Rennfahrer und Vizepräsident des NOK der DDR stellte sich den Fragen der zahlreichen Besucher. Vorangegangen war ein vom ADMV organisierter Autokorso.

  1. Nov. Öffentliche Gerichtsverhandlung in der HOG „Kurgarten“ (LDZ).

Uhrmacher Kirschner hatte in der Haft die Brandstiftung im Zweiglerschen Grundstück und weitere Betrugsdelikte eingestanden. Da das Interesse der Öffentlichkeit sehr groß war, sollte die Verhandlung hier stattfinden. Anschließend war ein Forum mit dem Kreisstaatsanwalt und dem Kreisgerichtsdirektor zur Rechtspflege der DDR geplant. Das Bezirksgericht untersagte dann kurzfristig die Abhaltung.

 

  1. Nov. Festkonzert zum 15jährigen Bestehens des Gemischten Chores (LDZ)

 

  1. Nov. Fertigstellung der Brücke über die Bahn in Saaleck (LDZ).

 

  1. Dez. Bericht von der Ortsdelegiertenkonferenz der SED (LDZ).

Ein Ergebnis war die Aufforderung an die HO-Kreisverwaltung, in der kommenden Saison keine Gaststätte für die Öffentlichkeit zu schließen, wenn hier angemeldete Busreisegruppen versorgt wurden.

 

  1. Dez. Festveranstaltung zum „Tag des Gesundheitswesens“ (LDZ).

Dabei wurde darauf hingewiesen, dass man neben Atemwegserkrankungen nun auch Herz-Kreislauferkrankungen behandelt. Die Zahl der Mitarbeiter war inzwischen auf 350 gestigen.

 

     Dez. Meldung über den Fund von Feuersteingeräten (LDZ).

Unterhalb vom „Himmelreich“ wurden Artefakte entdeckt, die einem Rastplatz von Wildpferdjägern aus der jüngeren Altsteinzeit (Magdalenien) zugeordnet wurden.

 

1967

 

  1. Jan. Verurteilung des Uhrmachers Kirschner (LDZ).

In der Verhandlung vor dem Kreisgericht erhielt er eine Gesamtstrafe von fünf Jahren.

 

  1. Feb. „Frühlingssonne, Bohrgeräte und viele Pläne“ (LDZ).

Die Stützen für den Turnhallenbau in der Gerstenbergpromenade standen, ebenso der Rohbau der Tankstelle, das BMK Chemie montierte den Wohnblock A.-Bebel Str. 16-20 und das LBK begann mit Probebohrungen für den Wehrneubau. Im Borlachschacht wurden die für die Soleförderung völlig ungeeigneten Eisenrohre durch Kupferleitungen ersetzt.

 

  1. Feb. Beratung mit dem Bezirksarzt (Akte Kunstgestänge).

Lorenz der nun das Feldgestänge zu Ehren des VII. Parteitages der SED „zum Laufen bringen“ wolle, hatte sich beim Vorsitzenden des Rates des Bezirks über die mangelnde Unterstützung des VSB beschwert. Der Verwaltungsdirektor Krumbein der zur Stellungnahme nach Halle beordert wurde, notierte noch vor der Beratung, dass er dem Mühlenbaumeister nicht mehr über den Weg traue und die angekündigte Fertigstellung als illusorisch ansah, schon weil die Sanierung des Flußpfeilers eine Spezialfirma erforderte. Dieser Auffassung schlossen sich nicht nur der Bezirksarzt sondern auch die Denkmalschutzbehörde an. Lorenz wurde aufgefordert, kurzfristig für die von ihm selbst zu leistenden Arbeiten die Kosten zu ermitteln. Außerdem wurde die Prüfung der letzten Rechnungen angeordnet, zumal Lorenz Leistungen in Rechnung gestellt hatte, die noch gar nicht begonnen wurden. Auch der Rat der Stadt, der von Krumbein über das Ergebnis der Sitzung in Halle informiert wurde, erklärte zwar, dass man mit Lorenz nicht weiterkommen würde, schlug aber eine nochmalige Beratung mit Lorenz vor.

 

  1. Feb. Beratung zum Fortgang der Sanierung (Akte Kunstgestänge).

Lorenz versprach erneut, die Arbeiten an der Radkunst und dem Gestänge bis Ende August abzuschließen, wenn er von der Freiwilligen Feuerwehr, der PGH Bau und dem Schmiedemeister Kathe unterstützt würde. Wegen des Flusspfeilers wollte sich das VSB mit der Firma in Verbindung setzen, die den Wehrdamm umbaute.

 

  1. Feb. Bericht über die Messevorbereitung des VEB Puppenwerkstätten (LDZ).

Der Betrieb kooperierte inzwischen mit der Hochschule für industrielle Formgestaltung der Burg Giebichenstein in Halle angegliedert.. Die Kunststudenten sollten praktische und theoretische Erfahrungen bei der Spielzeugherstellung erwerben.

 

  1. Mär. Paul Bernhard (Jg. 1882) verstirbt (PeBe Archiv).

Die Paul Bernhard Kunststofftechnik und das Konstruktionsbüro f. Schwermaschinenbau übernahm seine Tochter Ilse. Unter ihrer Leitung wurde in der Firma der Werkzeugbau eingerichtet und die Produktpalette und die Verpackungen zeitgemäß gestaltet.

 

  1. Mär. „Die Zukunft liegt in unserer Hand“ – Aus dem Perspektivplan der Stadt (Freiheit).

In der einmal monatlich im Bezirksorgan der SED erscheinenden Ortsbeilage fabulierte der Volkskorrespondent –dt-, darüber, wie die Stadt im Jahr 2000 aussehen würde. Demnach wären die Altbauten in der Borlach-und Karl-Liebknecht Straße verschwunden und statt dessen würden hier moderne zweigeschossige Wohnhäuser stehen. Anstelle des Hopfenfeldes an der F 87 würde sich ein neuer Stadtteil mit Wohnblöcken, Schule, Rollschuhbahn und Hallenschwimmbad befinden. Am Gradierwerk gäbe es eine Großgaststätte und daneben das Zentralsanatorium., an der Richard-Kanzler Straße Kinderspielplätze und Ladenstraßen. Die Durchfahrtstraße zwischen Saaleck und Schulpforte würde zur Schnellstraße ausgebaut, wozu in Lengefeld die Häuser weichen müssen. Doch bitte keine Panik – erst nach 1980. Die Beitrag schließt mit den Worten: „Das alles und noch viel mehr sind Merkmale des Jahres 2000, und in den Jahren 1966/67/68 wird durch eure Initiative dazu der Grundstein gelegt. Viel Erfolg – ihr werdet es schaffen.“

 

  1. Apr. Schreiben Dr. Wagenbreths an den Bezirksarzt (Akte Kunstgestänge).

Lorenz hatte inzwischen eine Staatsratseingabe gemacht und Wagenbreth wurde vom Bezirksarzt MR Dr. Plischke gebeten, sich zu den von Lorenz beklagten Zuständen zu äußern. Wagenbreth führte die Diskrepanzen zwischen dem VSB und Lorenz auf die mangelnde Unterstützung der Leitung des VSB zurück. Auch der Umstand, dass Lorenz inzwischen in Schönbeck-Salzelmen tätig war, lasse nicht den Rückschluss zu, dass dieser die Arbeiten verzögern würde. Daraufhin wurde Krumbein erneut zu einer Stellungnahme aufgefordert.

 

  1. Mai Die HOG „Zur Katze“ wird Selbstbedienungsgaststätte (LDZ)..

 

  1. Mai Änderung von Sicherheitsbestimmungen an Schrankenübergängen (LDZ).

Nach der Fertigstellung der Elektrifizierung der Strecke Halle/Leipzig bis Neudietendorf bzw. Camburg verkehrten die schnelleren E-Loks. Dazu wurden die Schließzeiten der Schranken verlängert, was die Behinderungen beim Durchgangs- und innerörtlichen Verkehr verstärkte.

 

  1. Juni   Bauvertrag zwischen Lorenz und dem VSB (Akte Kunstgestänge).

Auf Drängen der Behörden wurde vereinbart, dass Lorenz das funktionierende Gestänge zum 31. Oktober übergibt und das Volkssolbad alle dafür notwendigen Voraussetzungen erbringt.

 

  1. Juni Großveranstaltung am Gradierwerk (LDZ).

Margot Ebert moderierte ein Konzert des Orchesters für russische Volksmusik des Staatlichen sowjetischen Fernseh- und Rundfunks. 1.300 Zuschauern wurden gezählt, DFF und DDR Rundfunk zeichneten die Veranstaltung auf, das Material ging allerdings verloren.

 

  1. Juni Konzert des Stabsmusikkorps der Grenztruppen aus Erfurt (LDZ).

 

  1. Juni Wettstreit der FDJ- und Pionierchöre (LDZ).

23 der besten Chöre trafen sich zum Wettstreit in Vorbereitung der Volkswahlen.

 

  1. Juli Ausstellung historischer Hieb- und Stichwaffen auf Burg Saaleck (LDZ).

 

  1. Juli „Hans Guckindieluft“ eine poetische Kostbarkeit von Fritz Heckenberg (LDZ).

 

  1. Juli Dreharbeiten für den DEFA Film „Hauptmann Florian von der Mühle“ (LDZ).

Zwischen der Neuenburg und der Rudelsburg wurden die Außenaufnahmen mit Manfred Krug und Eberhard Cohrs gedreht.

 

  1. Juli 2. Strandfest im Schwimmbad (LDZ).

Veranstalter war der Karnevalsverein im Klub der Werktätigen, für den musikalischen Rahmen „bis zum frühen Morgen“ sorgten die „Tanos“.

 

  1. Juli Bericht über die Eröffnung des „Kaffeegarten“ der HOG „Vorwärts“ (LDZ).

Der wurde im Volksmund „Negerkral“ genannt, wegen der strohgedeckten runden Überdachung.

 

  1. Juli Sprengung des 78 m hohen Schornsteins der Ziegelei im Kalkwerk (LDZ).

 

  1. Aug. Bericht zur Stadtverordnetenversammlung (LDZ).

Auf der Tagesordnung standen der Festakt anlässlich des Jahrestages der Oktoberrevolution und die 100-Jahrfeier der Verleihung des Stadtrechtes. Dazu sollten die Bürger mit guten Taten beitragen. Dann ging es um die Verbesserung der gastronomischen Angebote, um dem „starken Bedürfnis der Menschen nach Naherholung“ gerecht zu werden. Dazu sollte neben den ortsansässigen Betrieben auch Gespräche mit den übergeordneten Organen geführt werden, um zumindest dem weiteren Abbau von Gaststättenkapazität aufzuhalten.

 

  1. Aug. Der Mühlenbaumeister erleidet einen Schwächeanfall (Akte Kunstgestänge).

Obwohl Dr. Masius und Dr. Peters-Törste schnell zur Stelle waren, fiel Lorenz für den Rest des Jahres aus. Einige Arbeiten erledigte die Feuerwehr an den Wochenenden, doch der Kampftermin war erneut hinfällig.

 

  1. Aug. Aufführung von Friedrich Dürrenmatts „Doppelgänger“ in der Lutherkirche (LDZ).

Ein Novum, das der junge Pfarrer Kiehne mit der Evangelischen Studentenspielschar aus Leipzig wagte.

 

  1. Aug. Einführung der 5- Tage Arbeitswoche (LDZ).

Wegen der vom Ministerrat und dem Bundesvorstand des FDGB beschlossenen Einführung der 5- Tage-Arbeits- und Schulwoche wurden alle Öffnungszeiten von Verkaufsstellen, Gaststätten, Tankstellen, von Post und Sparkassen neu geregelt.

 

  1. Sep. Bericht über die Fähre an der „Katze“ (LDZ).

Nach Angabe des Pächters wurden an Spitzentagen 2800 bis 3000 Leute übergesetzt.

 

  1. Sep. Fertigstellung von Hotelzimmern in der HOG „Kurgarten“ (LDZ).

Die HO hatte das Objekt bis auf die Wohnung des Gaststättenleiters „freigelenkt“. Das Haus hatte nun 18 Betten, die Zimmer fließend Kalt- und Warmwasser, Spannteppich und Radio, sowie ein Etagenbad. In diesem Zusammenhang wurden die Besitzer und Pächter der „Schönen Aussicht“, vom „Fischhaus“ und „Göttersitz“ wegen des desolaten Zustandes ihrer Anwesen kritisiert.

 

  1. Okt. Umwidmung des Kirchberges (LDZ).

Wegen der verlängerten Schließzeiten der Schranken sollte der von Eckartsberga kommende Durchgangsverkehr unter der Bahnbrücke geleitet werden. Dazu wurde der Kirchberg von der Eckartsbergaer Straße bis zur Bahnunterführung zur Vorfahrstraße, die Karl-Marx-Straße an der Apotheke Nebenstraße, ebenso wie die vom Bahnhof kommende Landstraße. Fahrzeuge , die aus Naumburg kamen, konnten den Schrankenübergang nutzten, soweit er gerade offen war. Problematisch blieb der Fußgängerüberweg am HO „Cafè Central“, wegen der eingeschränkten Sicht und eines nur kurzen Bremsweges.

 

  1. Okt. Ein alter Kösener erzählt – „Das Gefecht und die Trommel des Württembergers“ (LDZ).

Fritz Heckenberg schilderte die Ereignisse von 1813.

 

  1. Nov. Baustelleneinrichtung für den Wehrneubau (LDZ).

Die Fa. Jaeschke aus Weißenfels plante den Umbau in vier Bauabschnitte innerhalb von vier Jahren. Der damit verbundene Lärm durch den Einsatz eines eines dampfbetriebenen Rammbärs für die Spundung sollte so gering wie möglich gehalten werden. Kritiken kamen vom Denkmalsschutz, weil die historische Ausbildung eines gewölbten Dammes aus Hausteinen durch eine Betonkonstruktion ersetzt werden sollte. Zunächst wurde der „Flößerstein“ auf der großen Radinsel entfernt und ging durch Unachsamkeit verloren.

 

  1. Nov. Dr. Karl Selle wird Oberarzt im VSB (priv)

Ab 1969 ist Selle Chefarzt und damit stv. ärztlicher Direktor. Er schied 1980 aus. Sein Jahresgehalt betrug durchschnittlich 25.000 Mark.  

 

  1. Nov. Ein alter Kösener berichtet „ Als die Fluten kamen“ (LDZ).

Heckenberg schilderte die Ereignisse von 1890.

 

1968

 

     Jan. Stadt-Arbeitsprogramm 1968 (priv)

Der Volkswirtschaftsplan war mit 1.389,5 TM ausgeglichen. Neben der Verbesserung der Leitungstätigkeit und der Kooperation mit der örtlicher Industrie waren geplant: die Einrichtung eines städtischen Dienstleistungskombinates mit der Maurerbrigade, der Steinproduktion und dem Bereich Straßenbau, die Neueinstellung weiterer Handwerker, der weitere Bauleistungsverträge mit Feierabendbrigaden, die Bezugsfertigstellung des 21-WE Initiativbaues bis September, die Vorbereitung eines weiteren 24-WE Blocks, die Bereitstellung von Flächen für den Bau von 20 Garagen, der Bau einer kleinen Verkaufshalle am Pfaffenstieg, die Übergabe der Turnhalle zum Schuljahresbeginn, der Bau eines Löschwasserteiches an der Rudelsburg sowie der Ausbau von Wohnraum, die Verbesserung der Straßenbeleuchtung und des Straßenbelags.

Angefügt waren Angaben zur Belegschaft und dem Jahresumsatz der örtlichen Betriebe: VEB Holzveredlungswerke (356 Mitarbeiter, 9 Mio. Mark) VEB Saalemühlen (32 VBE, 1,8 Mio. M.), VEB Puppenwerkstätten (106 VBE, 1,9 Mio M, dav. 1 Mio. Export), VEB Kalkwerk (87 VBE, 1,6 Mio M), Dreika-Werkstätten (31 VBE, 1,5 Mio M), Fa. Bernhardt (74 VBE, 1,3 Mio. M, davon 0,6 Mio. Export). Das Volkssolbad hatte 355 VBE. Zur die 7.150 Erwachsenen- und 1.919 Kinderkuren wurden 4,510 Mio M. Aus den Staatshaushalt aufgewandt.        

 

  1. Jan. Die Konsumgenossenschaft übernimmt den Gasthof Saaleck (priv).

 

  1. Jan. Lorenz Bertheau, Pfarrer i. R. (Jg. 1886) verstirbt.

 

  1. Jan. Besprechung wegen der Erneuerung des Strompfeilers (Akte Kunstgestänge).

Die Fa. Jaeschke teilte mit, dass im Rahmen des Wehrumbaus die Abdämmung der kleinen Saale erfolgen würde. Dann wäre auch eine problemlose Sanierung des Holzpfeilers für das Kunstgestänge möglich.

 

  1. Jan. Heimatgeschichte (LDZ).

Im Hinblick auf das bevorstehenden Stadtjubiläums veröffentlichte die Zeitung zwei Beiträge von J. Gericke zur Ortsgeschichte.

 

  1. Jan. Schreiben von Lorenz an den technischen Leiter des VSB (Akte Kunstgestänge).

Lorenz, dessen Gesundheitszustand sich soweit gebessert hatte, dass er an der Besprechung mit der Fa. Jaeschke teilnehmen konnte, beschwerte sich danach, dass die im vergangenen Jahr begonnenen Vorarbeiten für den Wehrdamm die Arbeiten am Gestänge behindert und Mehrkosten verursacht hätten. Dafür verlangte er einen finanziellen Ausgleich.

 

  1. Feb. Schreiben von Lorenz an das VSB (Akte Kunstgestänge).

Die Antwort des VSB ist zwar nicht erhalten, allerdings hatte der neue technische Leiter H. Pohle damit den verdienstvollen Mühlenbaumeisters aus der Fassung gebracht. Lorenz erklärt, dass ohne sein jahrelanges selbstloses Engagement und unbezahlte Leistungen, die ihm sieben goldene NAW-Nadeln eingebracht hatten, die Instandsetzung der Anlage gar nicht möglich gewesen wäre. Lorenz warf dem VSB Untätigkeit und Ignoranz vor und bediente sich dabei einer recht drastischen Formulierung. Daraufhin lehnte Pohle jegliche weitere Zusammenarbeit ab.

 

  1. Mär. Schreiben des Verwaltungsdirektors an Dr. Wagenbreth (Akte Kunstgestänge).

Krumbein bat Wagenbreth, Lorenz noch zur Fertigstellung des Gestänges zu bewegen, notfalls würde man „die staatlichen Organe einschalten“ um Lorenz dazu zu zwingen, denn „das Spiel was Herr Lorenz mit uns treibt, ist als absolut verwerflich zu bezeichnen“. Der erklärte daraufhin, dass er die Arbeiten erst wieder fortsetzen kann, wenn die Fa. Jaeschke das gesamte Baufeld geräumt hätte, was natürlich illusorisch war.

 

  1. Mär. Besprechung zur 100 Jahrfeier der Verleihung des Stadtrechtes (St.-A. Nr. 513)

Mit der Ausgestaltung eines ansprechenden Fest- und Kulturprogramms wurde der Keramiker Rolf-Rüdiger Weise beauftragt. Die Stadt rechnete mit Kosten von 20.000 Mark, die durch Eintritt und Zuwendungen örtlicher Betriebe aufgebracht werden sollten

 

  1. Mär. Besprechung zum Bautenstand (Akte Kunstgestänge).

Dr. Wagenbreth, J. Gericke, M. Lorenz sowie die Vertreter vom VSB (Krumbein, Windisch, Pohle, Röttig) vereinbarten als neuen Kampftermin für die Fertigstellung den Festtag zur Verleihung des Stadtrechtes. Für die weiterführenden Arbeiten am Gradierwerk sollte zunächst ein unabhängiger Gutachter den baulichen Zustand prüfen.

 

  1. Apr. Ernst Koch (Jg. 1889) Hof- und Kunstmaler verstirbt (LDZ).

Von ihm stammen einige Tuschzeichnungen von markanter Gebäude in der Stadt.

 

  1. Apr. Bericht zu den Arbeiten am Wehrdamm (LDZ).

Nach der Abdämmung der kleinen Saale wurde der alte Flößerstein am rechten Ufer abgebrochen. Der wurde früher beim Übergehen der Langholzflößen bei schwierigen Wasserverhältnissen benutzt. Da es für die Besatzung lebensgefährlich war, wurden die unbemannten Flöße mittels langer Seile, die man über die an beiden Seiten befindlichen Steine gespannt hatte, über den Damm geleitet. Im Unterwasser zog man sie an das Ufer und die Flößer übernahmen die Weiterdrift. Der Stein vom linken Ufer wurde später im Flußbett aufgefunden, ging aber auch verloren.

Westermans Sommerwirtschaft auf der Radinsel wurde vom Kleingartenverein übernommen und neben dem Vereinslokal in der Saale-Aue wieder aufgebaut.

 

  1. Apr. Arbeitsbesprechung zum Zustand der kleinen Saale (Akte Kunstgestänge).

Nach der Abdämmung der kleinen Saale wurde festgestellt, dass die in der wasserrechtlichen Zustimmung vorgeschriebene Mindestdurchlaufmenge nicht gewährleistete wurde und nur noch Regenwasser und die Abwässer in den Vorfluter liefen. Es stank zum Himmel und die 425 Jahr-Feier der Schule stand bevor. Es wurde festgelegt, dass die Sanierung der Gestängestütze umgehend erfolgen und gleichzeitig der Mühlenteich in der Schule entschlammt werden muss. Als Termin wurde der 15. Mai festgesetzt.

 

  1. Apr. Auftragserteilung an die Fa. Jaeschke zur Reparatur des Pfeilers (Akte Kunstgestänge).

In Anbetracht der zur Verfügung stehenden Zeit, wurde auf eine komplette Auswechslung des geschwächten Eichenpfeilers verzichtet, der untere Teil entfernt und dafür im Flussbett eine Betonunterkonstruktion gesetzt. Das kostete 28.000 Mark, womit die im Anschlag des Mühlenbauers genannten Kosten um das 10fache überstiegen. Trotzdem dafür keinerlei Mittel zur Verfügung standen, wollte und konnte man sich nicht wieder eine Terminverschiebung leisten und beauftragte die Firma.  

 

  1. Apr. Sitzung des Festkommitees zur 100 Jahrfeier (St.-A. Nr. 513)

Nach Vorlage der Kostenübersicht wurde der geplante Festumzug gestrichen.

 

  1. Mai Leserbrief im Zentralorgan „Neues Deutschland“ (Akte Kunstgestänge).

Max Lorenz kritisierte die Untätigkeit der Wasserwirtschaftsdirektion, die zur Verzögerung bei der Instandsetzung des Kunstgestänges geführt hätte.

 

  1. Mai Saale-Tourist-Trophy (LDZ).

Die 1964 mit 15 Teilnehmern begonnene Motorradrundfahrt hatte sich zu einer beliebten Veranstaltung für Amateure entwickelt.

 

  1. Mai Festveranstaltung zum 425. Gründungstag der Schule zu Pforte (LDZ).

 

  1. Mai Erste Fahrt des Motorbootes „Pinguin“ (LDZ).

Der Unternehmer Kleinschmidt hatte für das 25 Personen fassendes Motorboot eine Konzession für den Pendelverkehr zur Rudelsburg bekommen.

 

  1. Mai Protokoll zum Kunstgestänge (Akte Kunstgestänge).

Die mit der Entschlammung der kleinen Saale und des Mühlteiches beauftragte Firma, erklärte, die Arbeiten bis zum 8. Juni abzuschließen. Danach könnte die Abdämmung der kleinen Saale gezogen und die Radkunst in Betrieb genommen werden.

 

  1. Juni „Ein spielendes Kind verunglückt tödlich“ (LDZ).

An der Eckartsbergaer Straße war ein morscher Telegrafenmast umgestürzt und hatte einen Jungen unter sich begraben.

 

  1. Juni 100- Jahrfeier der Verleihung des Stadtrechtes (LDZ).

Am Sonnabend gestaltete das Theater Zeitz einen Operettencocktail am Gradierwerk, am Abend folgte ein Programm der KGD. Der Sonntag begann mit einem musikalischen Frühschoppen, um 10 Uhr fand der offizielle Festakt im Kurmittelhaus statt. Der Nachmittag stand unter dem Motto „Im Wirbel durch ein Jahrhundert“ gestaltet von Solisten und dem Ballett des Nationaltheaters Weimar, wo rund 2.000 Besucher gezählt wurden. An beiden Abenden gab es Tanz im „Kurgarten“ und am Montag einen Frühschoppen. Das Museum eröffnete die 50. Kunstausstellung und im Tierpark, der im vergangenen Jahr fast 300.000 Besucher zählte, wurde ein hier geborener Leopard auf den Namen „Anton“ getauft.

Rechtzeitig zur Inbetriebnahme des Kunstgestänges erschien eine Broschüre, herausgegeben von den Museen der Stadt. Doch nach dem ersten Probelauf wurde die Anlage wieder eingestellt, weil im Verlauf des Feldgestänges weitere Schäden auftraten, deren Beseitigung dringend erforderlich war.  

 

  1. Juni Sachverständigengutachten zum Gradierwerk (Archiv Mager).

In Begleitung von Dr. Wagenbreth, dem technischen Leiter Pohle und dem Gradiermeister Althans begutachtete ein Sachverständiger die Anlage, wobei dies auf die oberflächlich sichtbaren Schäden beschränkte.

 

  1. Juli „Johann Gottfried Borlach- der Salinenvater“ J. Gericke (LDZ)

 

  1. Juli Bericht über den Campingplatz (LDZ).

Im „Urlaubsparadies“ hatten inzwischen 250 Arbeiter, Ingenieure und Ärzte aus Weimar, Erfurt, Merseburg und Weißenfels Dauerunterkünfte von der Bretterbude bis zum Bungalow eingerichtet, ohne Pachtvertrag und Baugenehmigung, man zahlte einfach Platzmiete. Den Zelturlaubern blieben einige der wenigen freien Stellen.

 

  1. Juli Bericht über die Umbauarbeiten am Wehrdamm (LDZ).

Nach Abschluss der Baustelleneinrichtung und der Verspundung der Uferbereiche der Radinsel sollte mit dem Abbruch des ersten Abschnitts der letztmals 1827 umfassend erneuerten Haussteinkonstruktion begonnen werden. Denkmalschützer protestierten, weil mit Millionenaufwand ein seit dem Hochmittelalter bestehendes technisches Denkmal unwiderbringlich verloren geht.

 

  1. Juli Bericht über die Kurkapelle (LDZ).

Das Resümee nach 22 Jahren: 13.550 Konzerte und rund 2,5 Mio. Zuhörer.

 

  1. Aug. Bericht zur Stadtverordnetenversammlung (LDZ).

Diskutiert wurde der Entwurf des Volkswirtschaftsplans 1969. Zum 20. Geburtstag der Republik sollten die touristischen Angebote verbessert werden. Das „Fischhaus“ und die „Schöne Aussicht“ sollten als Ausflugslokale aufgewertet und im Holzveredelungswerk ein Hallenbad gebaut werden.

Kritisiert wurde die Stadtverwaltung weil der Gasversorgungsbetrieb mitten in der Saison die Ferngasleitung im Kurpark und über die Brücke erneuerte. Allerdings hatte bei solchen Vorhaben die Stadt nur ein eingeschränktes Mitspracherecht.

 

  1. Aug. „Neues Haus für VEB Puppenwerkstätten“ (LDZ).

Angekündigt wurde der Neubau eines Betriebsgebäudes in der Rudelsburgpromenade für 4,2 Mio. M, um neben der Erweiterung des Exportgeschäfts auch die Herstellung von Konsumgütern für den Bevölkerungsbedarf zu gewährleisten.

 

  1. Aug. Ein Eilzug passiert den geöffneten Schrankenübergang (LDZ).

Die Insassen eines PKW und zwei Fußgänger kamen mit dem Schrecken davon. Die Untersuchung ergab, dass der Schrankenwärter Anton C. H auf der Toilette saß und die Meldung verpasste. Da ihm das bereits schon einmal passiert war, wurde er vom Kreisgericht wegen fahrlässiger Gefährdung des Schienenverkehrs zu drei Monaten auf Bewährung verurteilt.

 

  1. Sep. „Kalkmehl aus Bad Kösen für den Autobahnbau“ (LDZ).

Nach der Angliederung an die VVB Zement wurde das Produktionsprofil geändert. Für den Neubau der Autobahn Leipzig-Dresden sollten in kommenden Jahr 34.000 t Kalkmehl als Straßenunterbau bzw. zur Bitumenherstellung geliefert werden. Darüber hinaus wurde die Einrichtung einer Anhydritsteinproduktion mit zunächst 9 Millionen Steinen vorbereitet. Damit waren die Pläne zur Stilllegung, wie vom Bezirkshygieneinstitut gefordert, endgültig vom Tisch.

 

  1. Sep. Schreiben des VSB an das Institut f. Denkmalpflege (Akte Kunstgestänge).

Der Mühlenbaumeister hatte dem VSB mitgeteilt, dass er wegen seines Gesundheitszustandes ausfällt. Auf die Nachfrage des Instituts für Denkmalpflege, wie es denn weitergehen sollte, schilderte der Verwaltungsdirektor in einem vertraulichen Schreiben die mit Lorenz bestehenden Differenzen. Ihn würde nun nichts mehr überraschen, weil er in der Angelegenheit „Lorenz“ eigentlich alles gewöhnt sei. „Lorenz hat Angst vor dem Finale. Er hat es verstanden unserer Einrichtung und Ihrem Institut insgesamt 100.000 Mark aus dem `Kreuz zu leiern`, aber er weiß anscheinend nicht den rechten Weg, um diese Arbeiten erfolgreich zu beenden.“

Wenn auch ein äußerst schwieriger Charakter, hatte gerade dieser Starrsinn dazu beigetragen, dass die Sanierung der Gestängeanlage erfolgte und der völlige Verfall verhindert wurde.

 

  1. Okt. Einweihung einer Raubvogelvoliere im Tierpark (LDZ).

 

     Okt. Beitrag in der Illustrierten „ Das Magazin“(priv).

Im Zusammenhang mit dem 100. Jahrestag der Verleihung des Stadtrechtes erschien ein Beitrag von J. Gericke zur Geschichte des Bades „eine Einrichtung, wo der Adel und das Militär kurten und erst die Arbeiter- und Bauernmacht es ermöglichte, dass hier alle Werktätigen Heilung finden können“.

 

  1. Nov. Auskunftsbericht der KD des MfS Naumburg über den IM „Reh“ (GMS 1527/66,BSTU)

Oblt. Kühling teilte mit, dass im November ein IM zur Weitergabe von Informationen aus dem VSB von Obtl. Richter angeworben wurde. Die Treffen fanden im der KW (Konspirativen Wohnung) „Rose“ später im Arbeitszimmer des IM statt. Der IM war Parteisekretär des Sanatoriums. „Sein Gesamtverhalten in der Öffentlichkeit sowie seine charakterlichen Verhaltensweisen lassen jedoch nicht zu, den IM „Reh“ direkt zur Bearbeitung von Feindtätigkeiten bzw. Arbeit an feindlich verdächtigen Personen einzusetzen.

 

  1. Nov. Vorschlag zum Einsatz eines GMS im Volkssolbad (GMS VIII 1527/66,BSTU).

Das MfS hatte den Einsatz von „Gesellschaftlichen Mitarbeitern der Staatssicherheit“ zur rechtzeitigen Aufdeckung antisozialistischer Aktivitäten in allen Betrieben und Einrichtungen angeordnet. Die Auswahl und Bestätigung oblag den KD des MfS. Bevorzugt wurden Angestellte, die sich relativ frei innerhalb der Betriebe bewegten und mit sämtlichen Beschäftigten Kontakt pflegten, ohne Misstrauen zu erregen. Für das VSB sollte der als IM „Reh“ geführte W. Drohsin diese Aufgabe ebenfalls übernehmen da er „nicht in der Lage (war), in die direkte Arbeit am Feind einbezogen zu werden.“ Der Vorschlag von Oblt. Kühling bestätigte der Leider der Kreisdienststelle Naumburg Hptm. Eberley. Zum „geheimen Treff“ wurde die Bushaltestelle in der Thüringer Straße in Naumburg jeweils zwischen 7 und 7.30 Uhr festgelegt, ansonsten bestand die telefonische Verbindung bzw. das Arbeitszimmer des GMS im Ernst-Thälmann-Heim. Zu den speziellen Aufgaben des GMS gehörten die Erkennung politisch-ideologischer Diversionen unter der medizinischen Intelligenz und der übrigen Beschäftigten sowie der Patienten, die rechtzeitige Information der KD über die avisierten Kurpatienten aus WD und WB und mögliche Feindtätigkeit im gesamten Umgangskreis. Die Einschätzung operativ interessanter Personen sollte nach spezieller Anleitung erfolgen. Drohsin erhielt als GMS den Decknamen „Rehberg“ wurde aber zeitweise auch noch als IM „Reh“ von der KD Naumburg geführt.

 

  1. Dez. „Bad Kösen zum Jahreswechsel“ (LDZ).

Fertig waren die Tankstelle an der F 87, der Wohnblock A.-Bebelstraße 16-20 und die Buswartehalle hatte eine Elektroheizung bekommen. Den Übergabetermin der Turnhalle konnte die Feierabendbrigade Menge nicht halten.

Zwischen Weihnachten und Neujahr arbeitete eine Abordnung der Stadt, an der Spitze A. Zinner, in einem Steinbruch bei Wurzen. Der wollte im kommenden Jahr außerhalb der Bilanz Splitt und Teersplitt für den Straßenbau geliefert werden.

 

1969

 

     Jan. Abbruch des Wohnhauses Eckartsbergaer Str. 8 (priv)

Es war eines der Häuser, die nach der Umverlegung der Chaussee im Jahr 1827 hier gebaut wurden. Vor dem Krieg gehörte es dem Glasermeister Lang. Danach übernahm die Stadt die Rechtsträgerschaft. Die Gebäudesubstanz war aber inzwischen so heruntergekommen, dass das Haus einzustürzen drohte.

 

     Jan. Walter Steinbeck (Jg. 1884) verstirbt (LDZ).

Steinbecks Familie hatte auf dem Grundstück an der Eckartsbergaer Straße einst eine Ökonomie betrieben. Bis in die 50er Jahre befand sich auf dem Anwesen die Gaststätte „Zur Erholung“, eine Verkaufsstelle für Landbedarf und eine Käsefabrik). Nun erwarb die Fa. Bernhardt das mit vier Einzelgebäude bebaute Anwesen und richtete hier den Betriebssitz ein.

 

  1. Jan. Bericht über die Stadtverordnetensitzung (LDZ).

Unter der Losung „Dem 20. Jahrestag entgegen – Neue Taten folgen“ wurden die Kampfziele 1969 formuliert. Dazu gehörten die Turnhalle und die Asphaltierung der Straße zu den Saalhäusern. Neu im Plan war der Ausbau des Sportplatzes am Gradierwerk zum Stadion mit Gaststätte, Sozialräumen und Kegelbahn. Damit war hier der Bau des Zentralsanatoriums hinfällig.

 

  1. Jan. Mietpreisprüfung für den 18-WE-Block Richard-Kanzler Straße 26/28/30 (priv)

Weil die laufenden Bewirtschaftungskosten die Mieten überstiegen, hatte die Verwaltung eine Neufestsetzung des Mietpreises beantragt. Das Referat Preise erklärte, der beim Erstbezug im Oktober 1964 festgesetzte Mietpreis von 0,72 M/m², sei „volkswirtschaftlich gerechtfertigt und daher nicht zu bestanden“.

 

     Feb. Geohydrologisches Gutachten zur Schutzgebietserklärung der Solequellen (Balneol.).

Entsprechend den Verfügungen des Ministerrates (Kurorteverordnung vom 08. 03. 67 GBl. II, S 653, Schutzgebietsverordnung v. 06. 03. 68 GBl II S. 123, 1. einschl. der DVO v. 26. 03. 68 GBl II Nr. 27) hatte das VSB den Chefhydrologen des Bäderwesens im Bezirk Halle, Doz. Dr. habil A. Giessler mit der Schutzgebietsentwurf für den Borlachschacht, die Johannisquelle, die Beyschlagbohrung mit dem Viktoria- und dem Hufelandsprudel und den Mühlbrunnen beauftragt. Giesler empfahl als Schutzzone III das gesamte bebaute Stadtgebiet, als Schutzzone II den Kernbereich mit dem oberen und unteren Kurpark und als Schutzzone I die eigentlichen Quellen bzw. Schächte oder Brunnen.  

 

  1. Feb. Bericht zur Stadtverordnetensitzung (LDZ).

Der Perspektivplan 1970/71 sah vor: Neubau einer Kaufhalle im Bereich der Richard-Kanzler Straße, die Instandsetzung von 54 Fassaden und den Ausbau von vier Wohnungen durch Feierabendbrigaden. Neben einer grundlegenden Sanierung der HOG „Vorwärts“ und dem Fischhaus, sollten ein neues Cafè am Gradierwerk, eine Versorgungseinrichtung am Schwimmbad und ein Großparkplatz an der HOG „Katze“ gebaut werden. Geprüft sollte die Errichtung einer Fußgängerbrücke anstelle der Fähre. Das VSB kündigte die Erneuerung des Kesselhauses der Medizinischen Badeanstalt an, um die Rauchbelastung zu vermindern.

 

  1. Mär. Ein alter Kösener erzählt „Als im Frühjahr die Lachse zogen“ (LDZ).

Heckenberg erinnerte sich an den letzten Lachs, den der Pächter des Fischhauses, Mende, 1903 am Wehrdamm gefangen hatte. Danach wurden nur noch vereinzelte Tiere gesichtet.

 

  1. Mär. „Bad Kösens kleine Bausteine“ (LDZ).

Die Erzeugnisse der Fa. Bernhard wurden inzwischen in 20 Länder exportiert. Geplant waren Modellbaukästen mit denen Industrieanlagen entworfen werden konnten. Dafür wurde aus Steckbausteinen ein Messemodell des Rostocker Überseehafens angefertigt.

 

  1. Mär. Die Stadt kauft die Villa „Steuer“ von Kurt Hoferecht (priv).

Die Bestätigung der Rechtsträgerschaft seitens des Rates des Kreises erfolgte im Januar 1970 rückwirkend zum 1. März 69.

 

  1. Mär. Konzeption zur Entwicklung des Erholungsgebietes Saale-Unstrut-Wethautal (priv).

Im Auftrag des Rates des Bezirkes Halle untersuchte das Büro für Territorialplanung der Bezirksplankommission die Entwicklungstendenzen der Region bis zum Jahr 1980. Dabei fand der     Ort mit dem zweitgrößten Volkssolbad der DDR (9.000 Kuren, davon 2% Ausländer) und beliebtes Ausflugsziel im Bezirk (an Spitzentagen 12.000 Besucher) besondere Berücksichtigung.

Erneut wurde die räumliche Trennung der Bereiche für Kur und Tourismus und die Verbesserung der Umweltbedingungen gefordert, darunter die Schaffung eines Ausflugszentrums im Bereich Himmelreich-Saaleck-Rudelsburg, Abbau der von der örtlichen Industrie verursachten Emissionen entspr. den staatl. Richtlinien bis 1980, eine zentrale vollbiologische Kläranlage, eine geordnete Deponie für kommunale, industrielle und landwirtschaftliche Feststoffe außerhalb der Ortslage und   Lärmeindämmung durch Sperrung der Kurzone für den Durchgangsverkehr. Die Kapazität der Sanatorien sollte auf 800 Erwachsene und 300 Kinderbetten erhöht werden. Für ein Kliniksanatorium und ein Rehabilitationszentrum für Kinder sollten die erforderlichen Flächen zwischen der Johannisquelle und dem Galgenberg ausgewiesen und den derzeitigen Nutzern (Sowjetarmee) Alternativen angeboten werden. Zur Verbesserung der Soleversorgung sollte eine Reservebohrung auf Normalsole und eine neue Bohrung auf Thermalsole niedergebracht werden. Der Ausbau der Wanderwege, die Verlagerung des Campingplatzes nach Saaleck und der Bau einer Ortsumgehung sollten geprüft werden.

Für das Jahr 1980 wurden an Spitzentage bis zu 14.000 Tagesausflügler prognostiziert. Derzeit waren es 12.000 für die 1100 Gaststättenplätze zur Verfügung standen. Damit war der Platz mit 11 Gästen überbelastet. Daher sollte am „Himmelreich“ ein Gaststättenneubau mit 1.100 Plätzen entstehen, 250 ganzjährig genutzte mit Selbstbedienung, 150 ganzjährig mit Bedienung und 700 Terrassenplätze mit Selbstbedienung. Die Küchenkapazität wurde mit 4.000 warmen Portionen angesetzt. Die Kapazität der Rudelsburg sollte auf 500 Plätze und 1.000 Essenportionen und der „Burgblick“ in Saaleck auf 350 Plätze und 600 Portionen erweitert werden. Dazu sollten 100 Betten als ganzjährig nutzbare Übernachtungskapazitäten, ein Zeltplatz mit 500 Plätzen sowie ausreichend Stellflächen für Busse und PKW hinzukommen.

 

  1. Apr. „Im neuen Gewand“, die Kommissionsgaststätte W. Schäfer (LDZ).

 

  1. Apr. San.-Rat Dr. Blenkle (Jg. 1887) verstirbt (LDZ).

Dr. Blenkle war der Schwiegersohn des Badearztes Dr. C. Schütze (Borlachbad). In den letzten Kriegsmonaten leitete er das Reservelazarett im „Mutigen Ritter“ und praktizierte dann als niedergelassener Allgemeinmediziner in seinem Haus Karl-Marx-Str. 17.

 

  1. Apr. Eröffnung der Kunsthalle (LDZ).

Der Direktor der Kösener Museen J. Gericke hatte es geschafft, den hinteren Teil der ehemaligen Scheune als Ausstellungsfläche einzurichten. Die erste Ausstellung mit Werken von 18 namhaften Künstlern aus dem Bezirk Halle besuchten am Eröffnungstag 224 Gäste.

 

  1. Mai „70 Jahre Motorbootverkehr auf der Saale“ (LDZ).

Im Vorjahr wurden 159.100 Gäste von und zur Rudelsburg befördert. Ilse Friedrich hatte im Hinblick auf ihr Alter die Umwandlung in eine Firma mit staatlicher Beteiligung beantragt.

 

  1. Juni „Woche des Sports“ (LDZ).

Reges Interesse fand das Fußballspiel einer Altherren-Mannschaft der örtlichen Betriebe gegen eine Stadtmannschaft mit A. Zinner, Dr. Ehrentraut, B. Hanuschek und K. Kaun.

 

  1. Juli „Zu Plüsch kommt Plaste“ (LDZ).

Der Rohbau der neuen „Puppe“ war fertig und die Produktionsaufnahme sollte am 1. Juli 1970 erfolgen. Neben den Plüschtieren waren Kinderspielzeug und Haushaltsartikel aus Plaste für den Bevölkerungsbedarf geplant, um „Bedarfslücken“ zu decken. In diesem Zusammenhang erfolgte auch die Umbenennung in VEB (K) Kösener Spielzeugwerke.

 

  1. Aug. „Keramik aus Bad Kösen“ (LDZ).

Der Keramikerehepaar Weise, die 1967 hierher gezogen waren, stellten erstmals im Maxim-Gorki-Haus in Naumburg aus.

 

  1. Okt. „Kämpfer und Sieger im Jahre Zwanzig“ (Freiheit).

Anton Zinner sollte in Berlin der „Vaterländische Verdienstorden“ verliehen werden, Grund für einen Bericht über den gelernten Müller und SED Mitglied, der seit 1954 Bürgermeister war und dessen Erfolge. Die waren für eine Kleinstadt mit 6.510 Einwohnern für DDR Verhältnisse respektabel, wie das Schwimmbad, der Tierpark, Stadion, Jugendherberge mit 80 Plätzen, Bibliothek, Campingplatz und Turnhalle. Die 4 Kindergärten hatten 300 Plätze, die Kinderkrippe 80 und das Feierabendheim 86. Hervorgehoben wurde das Engagement der Einwohner, als Abgeordnete (35), berufene Bürger (330) und in weiteren Wahlfunktionen (1000). Die VEB hatten eine Gesamtbelegschaft von 650 Beschäftigten, die beiden PGH 150 Mitglieder und die beiden LPGen 110 Mitglieder.

Der Architekturstudent K. Mann hatte einen Stadtplan der Zukunft entworfen -“Wohnbereiche, Schulen, und Kindereinrichtungen, Garagen, Kaufhallen, zwei Hochhäuser-klare Gliederung des Stadtbildes, schöne, zweckmäßige Straßenführung“ Doch darüber sei das letzte Wort noch nicht gesprochen..  

 

             Baubeginn am Wohnblock Richard-Kanzlerstraße 23-29.

Hier sollten Wohnungen für sowjetische Offiziersfamilien der Naumburger Garnison entstehen, woher dann auch die Bezeichnung „Russenblock“ herührt.

 

  1. Okt. Inbetriebnahme der Porenanhydritstein-Produktion im Kalkwerk (LDZ).

Bereits im folgenden Jahr stieg die Produktion auf 1,33 Mio. Steine, was einer Menge von 10 Mio. Normalformatziegeln entsprach. Beschäftigt waren 27 Mann.

 

  1. Okt. „Bad Kösen geht ins dritte DDR-Jahrzehnt“ (LDZ).

Bürgermeister Zinner und sein Stellvertreter H. Penkert informierten über die mittelfristigen Pläne der Stadt. Vordringlich war der Bau des neuen Stadions am Gradierwerk, dann die Sanierung der Altbausubstanz, die bis 1980 abgeschlossen sein sollte. Zwischen dem Ortsausgang und der Tankstelle sollte ein Fußweg und eine Parkanlage angelegt werden. Weitere Schwerpunkte waren die Fertigstellung des städtischen Wohnblocks August-Bebel-Str. 16-20, die Verbesserung der Straßenbeleuchtung, die Erweiterung der Kapazität in Kindergärten und Krippen und die Anlage eines Kinderspielplatzes im Tierparks. Dafür standen zwar keine staatlichen Bilanzkennziffern zur Verfügung, aber im NAW, mit den städtischen Bauhof und den örtlichen Betrieben sollte alles geschafft werden.

 

  1. Okt. „Die „Schöne Aussicht“ wird schöner“ (LDZ).

Informiert wurde über den Kauf des heruntergekommenen Anwesens durch die Bezirks-Handwerkskammer Halle. Die plante hier ein Erholungsheim, deren Gastronomie nach umfangreichen Modernisierungsmaßnahmen ab 1971 auch wieder öffentlich sein sollte. Auch der VEB Kyffhäuserhütte Artern versprach, dass nach der angekündigte Schließung der Gaststätte für die Öffentlichkeit, die Einrichtung eines Imbisses erwogen wird.

 

  1. Okt. „MITROPA-Gaststätte – jetzt mit Q“ (LDZ).

Das Kollektiv von Leiter Kreisel kämpfte um den Titel „Gaststätte der guten Qualität“.

 

  1. Nov. Programm über die Weiterführung des Wettbewerbs….. (St.-A.).

Die Stadt verpflichtete sich, die Fränkenauer Hohle von und zur „Schönen Aussicht“ zu asphaltieren.

 

  1. Dez. Fr. Heckenberg: „Ein alter Kösener erzählt Mundart“ (LDZ).

 

  1. Dez. Beratung am „Fischhaus“ (priv).

Es trafen sich die Vertreter der Kreisplan- und Kreishygienekommission, von Kreisbauamt, HO und Stadt. Grund war die angekündigte Sperrung wegen völlig unzureichender hygienischer Verhältnisse. Die HO erklärte sich bereit, das „Fischhaus“ in Kommission zu übernehmen, einen Sanitärtrakt mit Küche errichten und den kompletten Innenausbau zu übernehmen, wenn die Stadt die Zufahrtsstraße herrichtet, die Fragen der Ver- und Entsorgung klärt und einen Parkplatz anlegt. Dem Pächter Kurt Mende (1901-1981) sollte der Vertrag mit Wirkung zum 30. 9. gekündigt werden.

Um Mende den Auszug aus dem „Fischhaus“ schmackhaft zu machen, erklärte sich die Stadt bereit, das Grundstück zu teilen und auf eigene Kosten eines der Stallgebäude zum Wohnhaus auszubauen und ihm ein lebenslanges kostenfreies Wohnrecht einzuräumen. Daraufhin stimmte Mende der Aufhebung seiner Pacht und dem Auszug zu. Die Stadt erklärte, den Umbau bis zum 30. 09. 1970 abzuschließen, damit die HO noch vor dem Winter mit dem Ausbau der Gaststätte und einer Wohnung für den zukünftigen Pächter beginnen könnte.

 

  1. Dez. „1970 – 15 mal HELAU“ (LDZ).

Vizepräsident W. Becker kündigte für die 15. Saison neben zwei zusätzlichen Veranstaltungen für das Reisebüro noch mehr „Raketen und Granaten der Fröhlichkeit“ an.

 

               Otto Bonhoff „Zwei retten eine Stadt“

Das im Deutschen Militärverlag erschienene Taschenbuch erzählt die Verhinderung der Brückensprengung im Jahr 1945.

 

1970

 

  1. Jan. Stellungnahme der Kreishygieneinspektion zum Fischhaus (priv).

Der Umbau des Stallgebäudes zum Wohnhaus und der Gaststätte wurde unter der Maßgabe der Gewährleistung einer TGL-gerechten Trinkwasserversorgung und Abwasserbehandlung erteilt.

 

  1. Feb. Bericht von der Stadtverordnetenversammlung (LDZ).

Verabschiedet wurde der Volkswirtschaftsplan 1970. An erster Stelle stand erneut die Verbesserung der Gastronomie, was in Anbetracht der Schließung von „Bergschlößchen“, „Schöner Aussicht“ und „Fischhaus“ und dem bedenklichen hygienischen Zuständen der restlichen Ausflugslokale erhebliche Investitionen erfordern würde. Geplant waren außerdem die Asphaltierung der Eckartsbergaer Straße vom Schrankenübergang bis zum Ortsausgang und die Einrichtung eines Stadtwirtschaftsbetriebs.

 

  1. Mär. Seltene Wintergäste auf der Saale – 15 Bleßhühner (LDZ).

 

  1. Mär. Beschluss des Rat des Kreises zur Mietpreisfestlegung (priv).

Für den Wohnblock A.-Bebel Str. 16 – 20 wurden 1,10 M/m² einschl. Nebenkosten festgesetzt.

 

  1. Mär. J. Gericke erhält an seinem 50. Geburtstag die Ehrennadel der LDPD (LDZ).

 

  1. Mär. Internationales Tanzturnier der Sonderklasse in der HOG „Kurgarten“ (LDZ).

Paare aus Ungarn, Schweden, Dänemark, der CSSR und der DDR zeigten ihr Können im lateinamerikanischen Tanz. Eingeladen hatte der Tanzkreis „Rhythmus der Freude“ aus Naumburg. Der Eintritt kostete 15,10 Mark, der Saal war ausgebucht.

 

  1. Apr. Bericht von der konstituierenden Sitzung der Stadtverordneten (LDZ).

Unter der Devise „Schöpferisch arbeiten, ans Ganze denken ist unser aller Pflicht“ wählten die Stadtverordneten einstimmig A. Zinner zum Ratsvorsitzenden, zum Stellvertreter H. Penkert, zum Sekretär K. Kaun und als ehrenamtliche Ratsmitglieder W. Burmeister (Betriebsteilleiter HVW), B. Hanuschek (Direktor 1. POS), A. Kriege (BL Betriebsferienheim Bergschlößchen), Dr. Ehrentraut (VSB), Ch. Hörig, M. Arnold und O. Rudolph, dazu die Vorsitzenden der Ständigen Kommissionen: Landwirtschaft (G. Seitz), Bau (H. Naumann), ÖVW (E. Berger), Ordnung u. Sicherheit (E. Beckert), Kultur (J. Gericke), Handel u. Versorgung (O. Müller), Volksbildung (L. Heyer), Soziales (R. Kern), Finanzen (H. Krumbein) und Jugend u. Sport (D. Knoblauch).

 

  1. Apr. „Hochwasser stoppt Bauarbeiten am Wehrdamm“ (LDZ).

Die Mühlenwiese wurde dabei völlig überflutet und durch die starke Strömung wurden große Teile des linken Ufers fortgespült, so dass der Siloturm durch Spundwände gesichert werden musste.

 

  1. Mai „40 Jahre Miet- und Taxibetrieb K. Sommer“ (LDZ).

 

  1. Mai Einrichtung eines Waffenkabinetts im Ostturm der Burg Saaleck (LDZ).

 

  1. Juni Bericht über Verbesserungen in der Gastronomie (LDZ).

In der HOG „Vorwärts“ konnte der Gaststättenleiter Ruckhaber auf die neue Kücheneinrichtung verweisen, die für rund 450 Mittagessen reichte. Dazu kamen eine neu gestaltete Rezeption im „Interhotel Stil“ und ein Klubraum, das Jägerzimmer. Luchmann, Leiter der HOG „Zur Katze“ berichtete über den Selbstbedienungskiosk und der Leiter der HOG „Himmelreich“ über die renovierten Gasträume.

 

  1. Juni Brunnenfest (LDZ).

Diesmal organisierte der Karnevalsklub ein kleines Brunnenfest. Am Sonnabend spielten die „Tanos“ im Kurgarten, am Sonntag gab es am Gradierwerk eine Großveranstaltung ebenfalls mit den „Tanos“ und am Montag ein Bürgerfrühstück mit Blasmusik im „Kurgarten“. Die Resonanz blieb verhalten, da am gleichen Wochenende das Kirschfest begann.

 

  1. Juni Kündigung der Fischhauspacht zum 31. 12. 1970 (priv)

 

  1. Juli „ Landes-Kultur rings um einen Kurort“ (NKZ)

In Anbetracht der zahlreichen Müll- und Schutthalden zwischen Bahnhof, Himmelreich und Rudelsburg mahnte der Verfasser die Einhaltung des Landeskulturgesetzes der DDR durch Betriebe, Institutionen und Bürger an. Daraufhin veröffentlichte die LDZ einen Beitrag der Stadtverwaltung: „Bad Kösen sei ein sauberes Städtchen, es gäbe aber dennoch einzelne Bürger!“

 

     Juli Wilhelm von Kornatzki (Jg. 1883) verstirbt (LDZ).

Er war 1920 Mitbegründer der DREIKA Werke in der ehemaligen Wurstfabrik. In den 50er Jahren erwarb die Familie das Grundstück des Zimmermeisters Toepfer in der Rudelsburgpromenade und verlegte den Familienbetrieb hierher.

 

  1. Juli Einrichtung eines Selbstbedienungspostschalters (LDZ).

 

  1. Juli „Neues aus Bad Kösen“ (LDZ).

Auf dem Campingplatz wurden 300 Camper gezählt, am Schwimmbad ein bewachter Parkplatz eingerichtet und im Stadtgebiet die Einhaltung von Ordnung und Sauberkeit schärfer kontrolliert.

 

  1. Aug. Erneuerung der Heizungsanlage im Kurmittelhaus (LDZ).

Die Kohlekessel wurden gegen Gasspezialkessel mit einer Leistung von 500.000 kcal ausgetauscht. Die Kesselanlage im Badehaus entfiel. Dafür wurde vom Kurmittelhaus eine oberirdische Heiztrasse verlegt. Der sie kreuzende Weg vom Bahnhof zur Fähre wurde mit einem malerischen Bogen überspannt.

 

  1. Aug. „Bad Kösen – Geburtsort der Ansichtskarte?“ (LDZ).

Dabei wurde die hier herrschende Ansicht widerlegt, die Postkarte mit der xylographierten Ansicht der Rudelsburg und dem Poststempel vom August 1884 wäre die älteste Ansichtskarte der Welt.    

 

  1. Sep. Volks- und Parkfest (LDZ).

Als Festplatz wurde der Parkplatz an der HOG „Vorwärts“ genutzt. Am Gradierwerk veranstaltete die HO eine Modeschau, anschließend spielte ein Orchester der Grenztruppen.

 

  1. Sep. Bericht zur Stadtverordnetenversammlung (LDZ).

Bürgermeister Zinner erklärte, dass ein Kaufhallenbau als außerplanmäßiges Vorhaben mit den territorialen Ressourcen nicht möglich sei und die bestehenden Läden wegen den örtlichen Gegebenheiten und der schlechten Bausubstanz nicht erweiterungsfähig wären. Eine Lösung zur   Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen wäre die Einrichtung von Betriebsverkaufsstellen. Einige Stadträte verlangten, dass die frei werdende Puppenwerkstätte der HO zum Umbau als Kaufhalle überlassen werden sollte. Das wiederum lehnte Zinner ab und verwies darauf, dass man 1968 beschlossen habe, dass Objekt dem VSB als Bettenhaus zu übertragen.  

 

  1. Okt. Zeitungsartikel „Versorgung und der Kleinkrieg“ (NKZ).

Darin wurden die zahlreichen Ausfallzeiten der Verkaufsstellen, insbesondere die Schließung bei Warenanlieferungen und mehrtägige Inventuren kritisiert. HO und Stadtverwaltung versprachen Abhilfe, verwiesen aber auf objektive Probleme, wie fehlende Arbeitskräfte und Schwierigkeiten bei der Belieferung.

 

  1. Nov. „Vielbesuchte Museen Bad Kösens“ (LDZ).

Bisher kamen 52.000 Besucher zu den 5 Sonderausstellungen in der Kunsthalle.

 

  1. Nov. „Die Bad Kösener Kulturehe“ (LDZ).

Burmeister, Bereichsleiter des BT. IV des VEB Vereinigte Holzwerke Leipzig und der Direktor der städtischen Museen vereinbarten eine Kulturpartnerschaft.

 

  1. Nov. „Wehrbauer beginnen Endphase“ (LDZ).

Nach dem Abschluss des 3. Bauabschnitts, rechnete man für 1971 mit der Gesamtfertigstellung.

 

  1. Dez. „Kösener Tauchgeschichten“ (LDZ)

Die wurden eingesetzt, um die unter Wasser liegenden Spundbohlen mit Spezialschneidbrennern abzutrennen.

 

  1. Dez. Volkszählung (LDZ).

131 geschulte Zähler befragten die 2.200 Haushalte.

 

  1. Dez. „Bad Kösener Vorhaben 1971“ (LDZ).

Der städtische VE Dienstleistungsbetrieb nahm nun konkretere Formen an. Neben der Steinproduktion, der Straßenbau- und Maurerbrigade, der Fäkalienabfuhr, der Deponie sollten dazu auch die Sportanlagen kommen. Außerdem wollte man mit den Landgemeinden einen Zweckverband Straßenbau bilden.

 

1971

 

  1. Jan. Bericht über die pneumatischen Kammern im Kurmittelhaus (LDZ).

Nur noch zwei bis dreimal wöchentlich waren die Kammern geöffnet, weil bei der Behandlung mehrerer Patienten mit schweren Atemwegserkrankungen in geschlossenen Räumen wegen der Keimbelastung der Raumluft das Ansteckungsrisiko vergrößerte.

 

  1. Jan. Aufruf zum ersten Fotowettbewerb (LDZ).

Unter dem Motto „Arbeit und Erholung in unserer Republik“ sollten Fotos für eine Ausstellung im Museum zum 22. Jahrestag eingereicht werden.

 

  1. Feb. Meldung über die Wiederaufnahme der Arbeiten am Kunstgestänge (LDZ).

Mit der Fortführung der Arbeiten wurde die PGH „Bau“ im Rahmen der Baukennziffer beauftragt.

 

  1. Feb. „Stadtarbeitsplan in der Diskussion“ (LDZ).

Vorgesehen waren die Erweiterung der 1. POS, die Rohbaufertigstellung der „Kampfbahn am Gradierwerk“ und eine Grünanlage zwischen der Salinen- und der Naumburger Straße.

 

  1. Mär. „Wenn der Blick übers Werktor geht“ (LDZ).

Das im Holzveredelungswerk geplante Betriebsambulatorium sollte allen örtlichen Betriebe offen stehen. Als Leiter war MR Dr. G. Marwitz, seit 1968 Oberarzt im VSB vorgesehen.

 

  1. Mär. „Zum Wohl der Stadt“ - Rat und Handwerker in gutem Einvernehmen (LDZ).

 

  1. Mär. „Erste Wehrbaubrücke verschwand“ (LDZ).

Nach der Fertigstellung des Wehrkörpers, wurden die Hilfskonstruktionen abgebaut. Es blieben die Spundbohlen am Einfall der kleinen Saale und an der Mühle, sowie die Bauarbeiterunterkunft auf der großen Radinsel. Für immer verloren waren die Lachstreppe, die Flößersteine und eine historische Wehranlage.

 

  1. Apr. „Fahrlehrer spielte Verkehrssünder“ (LDZ).

Gedreht wurde die 19. Folge der Sendung „Fahrpause“ des DFF. Die Ausstrahlung erfolgte am 10. April im 2. Programm und am 17. April im 1. Programm.

 

  1. Mai „Spielzeugproduzenten zogen ins neue Haus“ (LDZ).

Der Umzug in das neue Betriebsgebäude in der Rudelsburgpromenade war abgeschlossen und am 2. Mai begann der VEB (K) Kösener Spielwaren in einer eigens eingerichteten Abteilung die Produktion von Spielzeug und Gebrauchsartikeln aus Plaste.

 

  1. Juni Die Stadt kauft das Bootsunternehmen Friedrich (Staatl. Not. UR 20-266-71).

Der Kaufpreis für das Grundstück betrug 12.635 Mark und wurde aus dem laufenden Haushalt finanziert. Für die Betriebs- und Geschäftsausstattung von 70.000 Mark nahm die Stadt einen Grundmittelkredit auf (Beschluss v. 10. Juni). Der Eigentumsübergang erfolgte zum 01. Juli. Die 9 Mitarbeiter wechselten zur Stadt.

 

  1. Aug. Parkfest (LDZ).

Das Fest vom Donnerstag bis Sonntag stand im Zeichen des 25jährigen Bestehens des Kurorchesters. Die Parkanlage am Gradierwerk war festlich illuminiert, die Kleingärtner präsentierten eine Blumenschau und auf der Saale gab es einen Bootskorso. Der Festplatz war im Garten der HOG „Vorwärts“ eingerichtet. In der Zeitung warben neben den städtischen Einrichtungen (Museum, Tierpark, Schwimmbad, Motorbootverkehr) die Unternehmer K. Sommer, F. Schoppe, W. Schäfer, H. Altenfelder und P. Möller.

 

  1. Aug. Kritik wegen der Ausbringung von Fäkalien (LDZ).

Der VEB Stadtwirtschaft hatte die Fäkalien auf die Erbsenfelder des VEG Schulpforte an der F 87 gekippt, weil die Stadt keine geeignete Deponie ausgewiesen hatte.

 

  1. Aug. „Schieferkleid für den Borlachturm“ (LDZ).

 

  1. Aug. Sendung des Feuilletons „Das verlorene Tagebuch“ (DRA)

 

  1. Sep. Friedhofsverwalter Wilhelm Skado (Jg. 1903) verstirbt (LDZ):

 

  1. Sep. Eröffnung der Woche der Landeskultur (LDZ).

Die Umsetzung des vom Ministerrat am 14. Mai beschlossenen Landeskulturgesetzes wurde beraten. K. Heyer vom Verein der Natur- und Heimatfreunde kritisierte die unzumutbaren Zustände im Ort, u.a. die vom Unkraut überwucherten Schotterberge der Reichsbahn, die Luftverunreinigung durch die Schlote des Kalkwerks, das Verbrennen der Produktionsabfälle im Holzveredlungswerk,   der Transport von Kalk und Dünger in offenen Eisenbahnwaggons, die Verunreinigung der kleinen Saale, die unzulängliche Abfuhr von Müll und Fäkalien sowie die 20 wilden Müllkippen.

 

  1. Sep. „Unsere Solidarität für ihren Sieg“ (LDZ).

Zum 26. Jahrestag der DR Vietnam fand im VSB ein Festakt zu Ehren der hier zur Kur weilenden Delegation von Gewerkschaftsfunktionäre aus dem befreundeten Nordvietnam statt. Der Dolmetscher Do Chau, ein Deutschlehrer, erklärte „Überall schüttelte man uns die Hände, selbst auf der Straße, wenn wir durch Bad Kösen gehen“. Nach ihrer Heimkehr bedankten sich die Vietnamesen beim VSB für die herzliche Aufnahme (priv).

 

  1. Sep. „Raffinierte Manipulation in VST“ (LDZ).

Der Leiter der HO-VST für Herren- und Damenkonfektion in der Karl-Marx-Straße 2 der sechzigjährige B. wurde wegen Unterschlagung von 33.500 Mark und Manipulation der Bestände zu vier Jahren Gefängnis verurteilt

 

  1. Sep. Bericht über die erweiterte Ratssitzung (LDZ).

Die fand diesmal im Kulturraum des VEB Kösener Spielwaren statt. Diskutiert wurde über regelmäßigen Jugendtanzveranstaltungen, wie vom VIII. Parteitag zur Verbesserung der Jugendarbeit gefordert. Man beschloss beim VSB die Überlassung der ungenutzten Ritterklause zur Einrichtung eines Jugendtreffs zu beantragen, doch das lehnte der ärztlichen Direktor mit Hinweis auf die hier geltenden Bestimmungen der VO für Kur-und Erholungsorte entschieden ab.

 

  1. Sep. Bericht über die Stadtverordnetenversammlung (LDZ).

Einleitend wurden die Erfolge betrieblicher und persönlicher Wettbewerbsinitiativen gewürdigt und mit imposanten Zahlen untersetzt. Sorgen bereitete indessen die Verzögerungen beim Initiativbau „Stadion am Gradierwerk“, wegen mangelnder Unterstützung seitens der Sportfreunde, die unverändert hohe Zahl an Wohnungssuchenden (376) trotz staatlichen und genossenschaftlichen Neubaus und die Unfähigkeit von Handel und Versorgung, eine dem bedarf entsprechende Belieferung zu gewährleisten.

 

  1. Okt. Schlußrechnung für den 32-Wohnblock Richard-Kanzler Str. (priv)

Der Block Typ IW 64 0,8 Mp kostete 1.440 TM. Davon wurden 964 TM über Kredit, 455,5 TM aus Haushaltsmitteln und für die Einbauküchen 20.5 TM über eine Sonderkredit finanziert.

 

  1. Nov. Eröffnung der Kinderkrippe in der Friedrich Ebert Straße (NKZ)

Eine weitere Kinderkrippe war in der Rudelsburgpromenade geplant, in den Räumen des FDJ Jugendtreffs.

 

  1. Nov. „Minister Mielke in Bad Kösen“ (LDZ).

Im Rahmen der Volkskammerwahlen besuchte Mielke seinen Wahlkreis, darunter auch den VEB Holzveredlungswerk.

 

  1. Nov. Eine Windhose reißt eine Lücke in den Mittelteil des Gradierwerks (NKZ).

An einen kurzfristigen Wiederaufbau war nicht zu denken, da weder Stadt, VSB oder Landkreis kurzfristig Mittel und Kapazitäten bereit stellen konnten. Auch dem VEB Denkmalpflege, dem einzigen Spezialbetrieb für derartige Arbeiten in der DDR fehlten die Kapazitäten.

 

  1. Dez. Mietpreisfestsetzung für den „Russenblock“ (priv).

Die Berechnung des Mietpreises erfolgte auf Basis des Ministerratsbeschlusses 68/5-1966 und beinhaltete 1,8 % Amortisation, 0,5% Instandhaltungsrücklage, 30 M/WE für die Verwaltung und insgesamt 28.000 M jährlich für Strom, Wasser, Müll, Abwasser, Versicherung. Der kalkulierte MP lag bei 2,27 M/m², der ortsübliche MP bei 1,10 M/m². Dieser wurde zugrunde gelegt und ein Zuschlag von 0,53 M/m² für die Kosten der Zentralheizungsanlage und für das Erdgeschoss und die 3. Etage ein Abschlag sowie für die 1. und 2. Etage ein Zuschlag von 3% lt. Beschluß 163-57/71 bestätigt.

 

1972      

 

  1. Jan. Besucherrekord der städtischen Museen (LDZ).

Im Vorjahr wurden 56.000 Gäste im Museum, der Kunsthalle und der Burg Saaleck registriert.

 

  1. Jan. Brand am Kirchberg (LDZ).

Dabei ging das Öl- und Farblager der Drogerie Seeber in Flammen auf.

 

  1. Jan. Freitod des Ehepaares Marwitz.

 

  1. Feb. Bericht über das Kunstgestänge (LDZ).

Gegenüber dem ND hatte das VSB erklärt, dass man im Sommer das Kunstgestänge, die einzige noch erhaltene Kraftübertragungsanlage in Europa, wieder in Gang setzen wird.

 

  1. Feb. „Ein Narrenvater und sein Volk“ (LDZ).

Bericht über den 76jährigen Ehrenpräsidenten des KKV F. Westermann.

 

  1. Feb. Apotheker Pharmazierat Fritz Hecker (Jg. 1886) verstirbt (LDZ).

 

  1. Feb. „Stahlaufreißer am Kösener Wehr“ (LDZ).

Das 109 Meter lange Senkwehr war fertig. Im Unterwasser wurden Stahlteile eingebaut, die der Sauerstoffanreicherung dienten.

 

  1. Feb. Bericht von der Stadtverordnetenversammlung (LDZ).

Der Tierpark meldete 205.000, das Schwimmbad 100.000, die Motorboote 130.000 und der Campingplatz 4.000 Besucher. Im laufenden Jahr sollten das Sportlerheim, die „Ritter-Klause“ als Jugendklub sowie Anlagen an der Salinenstraße fertiggestellt und die Erweiterung der Schule am Kirchplatz begonnen werden. Für 25jährige Tätigkeit als Stadtverordnete wurden O. Müller und K. Kaun geehrt.

 

  1. Mär. „Gefrierkost in der Rudelsburg“ (LDZ).

Die HO hatte die gröbsten Mängel im Küchenbereich abgestellt und durch den Einbau von Kühlanlagen die Lagerhaltung verbessert.

 

  1. Mai Beitrag zum Eigenheimbau (NKZ).

Nach dem VIII. Parteitag hatte der Ministerrat die Forcierung des Eigenheimbaues beschlossen. Bauwillige erhielten Parzellen von ca. 500 m², ein Nutzungsrecht und ein Materialkontingent das von den Kreisbauämtern zugeteilt wurde. Die Errichtung erfolgte in Eigenleistung und in Feierabendarbeit, da die regulären Baubetriebe für derartige Vorhaben nicht bilanziert wurden. Sondermaterial, wie Fliesen, Sanitärzubehör und Zentralheizungsanlagen wurden unter der Hand beschafft. Die Kommunen waren zur Bereitstellung des Baulandes und der Erschließung verpflichtet. Hier wurden die ersten 8 Typenhäuser an der Kukulauer Straße errichtet, da sich hier die Erschließungsarbeiten auf die Verlängerung der bereits vorhandenen Leitungssystem beschränkte.

 

  1. Juni Der Tierpark erhält zwei junge Löwen (LDZ).

Zwar wurde damit die Attraktivität des Tierparks verbessert, doch die Haltungsbedingungen waren unzureichend und die Unterhaltungskosten der immer zahlreicheren Großtiere überstiegen nun die Einnahmen aus dem Eintritt, der seit Eröffnung unverändert geblieben war.

 

  1. Juni „Geschichte und Kunst in Bad Kösen“ (LDZ).

Das Engagement von Parteifreund Jochen Gericke wurde besonders gewürdigt.

 

  1. Juni „Parkfest ein Treffer“ (LDZ).

Als Festwiese wurde erstmals das Gelände des Kleingartenvereins genutzt, die Versorgung organisierten die HO und der Pächter der „Gurke“. Es spielte das Jugendblasorchester „Juvenka“ aus der CSSR. Das „Gartenfest“ wurde zur festen Größe im jährlichen Veranstaltungskalender.

 

  1. Juli Die Firma Bernhardt und die PGH „Gas-Wasser-Heizung“ werden verstaatlicht.

Vorausgegangen war die politisch-ideologische Agitation, bei denen die Vertreter von Partei und Staat die jeweiligen Betriebsleiter von der Notwendigkeit der Verstaatlichung überzeugten. Die Belegschaft durfte dann zu einer Versammlungen dem Vorschlag ihrer Firmenleitung zustimmen. Die Eigentümerin Ilse Bernhard blieb Betriebsleiterin des VEB „Plastica“, unterstützt von BGL und BPO. Die Anteile der PGH-Mitglieder wurden eingefroren, Betriebsgrundstücke soweit sie Firmeneigentum waren, kamen in die Rechtsträgerschaft des VEB.

 

  1. Juli Wiederaufrebung des Käppelberges (LDZ).

Der erste Weinberg der Zisterzienser wo sich noch die Reste des „Einsamen Hauses“ und ein altes Kellergewölbe befanden, wurde Ende des 19. Jahrhunderts aufgelassen und da er landwirtschaftlich nicht nutzbar war der Natur überlassen. Die Beschlüsse des VIII. Parteitages, alle Reserven zur Verbesserung der Versorgung zu aktivieren, gaben den Ausschlag hier wieder Reben anzubauen, wobei eine Regelung zwischen dem Rechtsträger VEG Pforte und dem VEG Weingut erfolgte. Letztendlich pachtete H. Gaudig, der im VEG Weinbau beschäftigt war einen Teil der Lage.

 

  1. Juli Besuch der Ständigen Kommission für Erholungswesen des Bezirkstages (LDZ).

Der Rat der Stadt hatte sich an den Rat des Bezirks gewandt und auf die zahlreichen Probleme des am meisten frequentierten Ausflugsortes des Bezirkes hingewiesen. Nach der Begrüßung wies der Bürgermeister nach, dass sich in den letzten 40 Jahren die Einwohnerzahl verdoppelt, die der Kurgäste verdreifacht und die Zahl der Tagesausflügler die Millionengrenze erreichen wird. Demgegenüber habe sich die Anzahl der Gaststätten von 38 auf 14 verringert. Trotz aller Bemühungen und zahlreicher Verbesserungen würden die dortigen Kapazitäten nicht ausreichen, zumal hier keine Sonderzuweisungen erteilt wurden, wie sie Bad Frankenhausen und Freyburg bekamen. Die Kommission besichtigte an den beiden Tagen alle Einrichtungen und empfahl bei der Abreise der Stadt, eine Konzeption mit Sofortmaßnahmen (Zeitraum 1975/1976) und mittelfristigen Maßnahmen (bis 1980) zu erarbeiten sowie dem Bezirkstag geeignete Lösungen vorzuschlagen.

 

  1. Sep. „Bad Kösen ist kein Stiefkind mehr“ (LDZ).

Die Zeitung bewertete den Besuch natürlich als äußerst positiv auch wenn keinerlei konkrete Aussagen damit verbunden waren. Dabei waren die größeren Probleme nur auf höherer Ebene und mit erheblichen Investitionen zu lösen, wie die Verkehrsbelastung des Knotens Brücke- Schrankenübergang-Unterführung, der Ersatz für die 50 Jahre alten Motorboote und die Verbesserung des Ausstattungs- und Versorgungsniveaus der Gaststätten.

 

  1. Okt. Die Entwicklung der Stadt Bad Kösen von 1973-1980 (priv)

Entsprechend der Empfehlung der Kommission des Bezirkstages legte die Stadtverwaltung ihren Perspektivplan zur Umsetzung der Direktiven des VIII Parteitages zur Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen vor.

Die letzte Volkszählung ergab 6.510 Einwohner, davon 5.100 im Stadtgebiet die übrigen wohnten in den Ortsteilen Schulpforte, Lengefeld, Saaleck, Kukulau und Fränkenau. 4.000 Personen waren berufstätig, davon 1.000 Auspendler, dagegen gab es 420 Einpendler, vorzugsweise aus den südwestlichen Dörfern. Die Anzahl der Kurgäste wurde mit 9.000 angegeben. Es gab 750 Wohngebäude, die statistische Wohnfläche pro Einwohner betrug 14,4 m². Die Hälfte der Bausubstanz war 100 Jahre, weitere 20 % über 150 Jahre alt. Für 12 % der Altbauten drohte die baupolizeiliche Sperrung, wenn sie nicht umgehend saniert würden.

360 Wohnungssuchende waren registriert. Weil der für den Wohnungsbau vorgesehene Standort am Galgenberg weiterhin als Truppenübungsplatz gebraucht wurde, sollten 10 Hektar für einen Standort mit 400 Wohnungen am Jochenberg erschlossen werden. Um die Staub und Lärmemission einzudämmen sollte das Kalkwerk auf staubfreie Produktion umgestellt, eine Umgehungsstraße für den Schwerverkehr geschaffen, die Hangwälder durch Aufforstung vergrößert und Parkplätze für ca. 800 PKW und Busse außerhalb der Stadt eingerichtet werden.

Da es keine Planstellen für die Pflege und Unterhaltung der historischen Denkmale gab, war deren Bestand gefährdet.

„Die Gastronomie des Ortes entspricht weder hinsichtlich der Kapazität noch im Hinblick auf das Milieu des Bäderwesens und der Naherholung den Festlegungen des VIII. Parteitages der SED“ heißt es weiter. Vom staatlichen Handel wurden erhebliche Investitionen in den HOG „Rudelsburg“, „Zur Katze“, „Himmelreich“, „Kurgarten“, „Central“ und „Vorwärts“erwartet. Dazu kamen die Einrichtung einer Sommergaststätte am Gradierwerk und die Sanierung des „Fischhauses“. In der ehemaligen Gaststätte „Schöne Aussicht“ sollte der VEB Landtechnik als zukünftiger Rechtsträger eine Kleingaststätte einrichten, ebenso die Kyffhäuserhütte Artern im „Bergschlößchen“ und das VE Weingut in den Saalhäusern.

Zur Verbesserung der Versorgung mit den Waren des täglichen Bedarfs sollten alle Geschäfte außer Textilien und Schuhen auf Selbstbedienung umgestellt und eine Kaufhalle mit 200 m² gebaut werden.

Zur Verbesserung der touristischen Attraktivität wären die Instandsetzung der Wanderwege, die Anlage von Ruhe- und Aussichtspunkten, von Hinweistafeln und Wanderkarten erforderlich. Wenn das Stadion am Gradierwerk fertiggestellt sei, könnte die Kampfbahn an der Rudelsburg dem Campingplatz zugeschlagen. Ebenso wäre die Erhöhung der Bettenkapazität für Touristen möglich, wenn das VSB, wie geplant ein Bettenhaus errichtet.

Zur Verbesserung der Verkehrsbedingungen sollten eine Umgehungsstraße (Almrich-Fränkenau) gebaut und eine Geschwindigkeitsbegrenzungen im Stadtgebiet erlassen werden. Die Ersatzbeschaffung für die beiden Motorboote war vordringlich, weil deren Außerbetriebnahme wegen Überalterung absehbar war.

Im Bereich Kultur und Denkmalsschutz wurde vorgeschlagen, das Löwendenkmal zu restaurieren und mit einer den „Klassenstandpunkt“ erläuternden Tafel zu versehen. Die Reste der übrigen Denkmäler sollten entfernt und hier Informationstafeln zur Geschichte der Burg aufgestellt werden. Die Erosion der Saalecker Türme war soweit fortgeschritten, dass ohne umgehende Sicherung Einsturzgefahr bestand. Außerdem sollte die kleine Radinsel zum Jugendfreizeittreff umgestaltet, der Hof zwischen Bibliothek und Museum vom Schutt beräumt und das Gesamtbild der Stadt insgesamt aufgewertet werden. Dazu bedurfte es einerseits mehr staatlicher Mittel und andererseits nahm man sich vor „durch eine verstärkte ideologische Beeinflussung unserer Einwohner darauf einzuwirken, daß Eigentum verpflichtet und sie angehalten werden, dasselbe so zu nutzen und zu pflegen, daß es den Anforderungen und Bedürfnissen unserer Menschen, vor allem unserer Besucher, weitgehendst entspricht“.  

Gleichzeitig legte auch das VSB einen mit dem Bezirk abgestimmten Perspektivplan vor (MER RdB Halle 4 Abl. Nr. 7343) vor. Demnach sollte, die Anzahl der Betten (249 in den Sanatorien, 191 Vertragsbetten in Hotels und Pensionen und 124 Einzelvertragsbetten) auf 690 erhöht werden, wobei die Einzelvertragsbetten entfallen und die eigene Kapazität auf 575 steigen sollte. Um das zu erreichen, waren in der R.-Breitscheidstraße ein Bettenhaus mit 280 Betten, Küche und Heizzentrale sowie eine separate Schwimmhalle in der Berbigstraße in den Jahren 1978 bis 1980 für 14 Mio. Mark geplant. Auch die Erneuerung der Soleleitung durch die Saale sollte folgen.

Das VSB war inzwischen der größte Arbeitgeber geworden. Auf den Lohnlisten vom August (priv) standen über 650 Personen, darunter 23 Ärzte und Diplommediziner, 151 mittleres medizinisches Hilfspersonal, 13 Mitglieder der Kurkapelle und 41 Lehrlinge. Das Kinderkurheim Saaleck hatte 29 Beschäftigte.

 

  1. Okt. Inbetriebnahme des Kunstgestänges (Freiheit/LDZ).

Über ein Jahrzehnt hatte die Instandsetzung von der Wasserkunst bis zum Schacht gedauert. Da aber dem VSB der Betreuungsaufwand zu hoch war, wurde das Gestänge nur selten betrieben, die offizielle Begründung, es sei eine Gefahrenquelle für Kinder.

 

  1. Okt. 1. Münzausstellung im Kurmittelhaus (LDZ).

 

  1. Okt. „Naherholungsprobleme müssen gelöst werden“ (LDZ).

In seinem Bericht an die Kommission des Bezirkstages regte Zinner die Freigabe von Flächen innerhalb des Naturschutzgebietes zur beschränkten Besiedlung mit Bungalows an, wie in der Ilske oberhalb der Saalstraße, am Hang unterhalb von Kreipitzsch, das Vorgelände der HOG „Himmelreich“ und die Hochfläche neben dem Göttersitz. Obwohl die städtische Kommission dagegen keine prinzipiellen Einwände erhob, wurde dann doch für eine Baugenehmigung im Landschaftsschutzgebiet die Naturschutzbehörde zur Stellungnahme aufgefordert.

 

  1. Okt. Sperrung der Fußgängerbrücke am Bahnhof (LDZ).

Einst als Ersatz für den Schrankenübergang in der verlängerten Borlachstraße errichtet, war die Eisenkonstruktion inzwischen nicht mehr sicher. Zur Beruhigung der Gemüter versprach die DR den Bau einer neuen Brücke zu prüfen.

 

  1. Nov. Faschingszug des KKV zur Saisoneröffnung (LDZ).

Vor 1.000 Zuschauern erhielt Präsident Gerwin (Brenner) I. um 11.11 Uhr vor dem Rathaus aus der Hand des stellv. Bürgermeisters Penkert den Rathausschlüssel.

 

  1. Nov. Irma Gosewitz übernimmt das Direktorat der POS von B. Hanuschek (NKZ).

 

  1. Nov. Kritik an der Vielzahl geschlossener Ausflugsgaststätten (LDZ).

Dazu gehörten der „Krug zum grünen Kranz“,der „Göttersitz“, die „Schöne Aussicht“, die „Saalhäuser“, der „Rektorberg“, das „Bergschlößchen“ der „Burgscheitelturm“ und das „Fischhaus“ .

 

  1. Dez. Richtfest beim Sportlerheim (LDZ).

 

  1. Dez. Der VEB DLK Naumburg öffnet eine Annahmestelle in der Grünen Gasse (NKZ).

 

  1. Dez. Bericht zur Bilanz 1972 und dem Plan 1973 (LDZ).

Geplant waren die Fertigstellung des Anbaus an der Schule und der Einbau einer Zentralheizung im Altersheim Saaleck. Zum Eigenheimbau lagen 41 Anträgen vor, von denen 26 bewilligt wurden.

 

               Abberufung der Lazarusschwestern (Lazarus Freundesbrief 1991)

Das betraf die Leiterinnen des Damenstifts Schwester Gertrud Kiekel und Else Ortel und die Diakonissen Schwester Elly Kutscher und Martha Schimke. Das Ende der Diakonissenstation wurde von allen Seiten bedauert, gab es doch dazu keine Alternative. Die Leitung des Damenheimes übernahm nun einen Hauswirtschafterin.

 

1973

 

  1. Jan. Bericht zur bevorstehende Saison (Freiheit).

Geplant waren 6.480 Heilkuren für Erwachsen und 1.573 für Kinder sowie 2.000 prophylaktische Kuren. Zum Erwachsenenbereich gehörten das „Ernst-Thälmann-Heim“, das Haus „Solidarität“, das Diätsanatorium „Phillip-Müller“, das Sanatorium Fr.-Ebert-Straße und das Haus am Kurpark. Dazu kamen die Kindersanatorien I bis V und Saaleck. Der Verpflegungssatz wurde von 3,25 Mark auf 4,00 Mark angehoben.

 

  1. Jan. Dr. med. Hermann Rutz (Jg. 1907) verstirbt (LDZ).

Rutz hatte in den 30er Jahren in der Karl-Marx-Straße 3 seine Praxis eröffnet, die er bis auf die Zeit des Wehrdienstes und der Gefangenschaft bis zu seinem Tod führte.

 

  1. Jan. Dachstuhlbrand in der Karl-Marx-Straße 22 (LDZ).

 

  1. Jan. Bericht zur Stadtverordnetenversammlung (LDZ).

Im Mittelpunkt stand die Weiterführung des Eigenheimbaus wofür geeignete Standort gesucht und die Kapazitäten für die Erschließung zu bilanzieren waren. Für den Neubau des Cafés am Gradierwerk hatte man die Feierabendbrigade Menge von der ZBE gewonnen. Das Sportlerheim sollte nun definitiv übergeben und an der Turnhalle eine Kegelbahn angebaut werden. Das VSB wurde aufgefordert, Labor und Röntgenabteilung auch für die Bevölkerung zu öffnen.

 

  1. Feb. Richtlinie zur Aufnahme ausländischer Kurpatienten (priv).

Ein gegenseitiger Austausch wurde beim Besuch einer Delegation aus dem polnischen Chiechoniek unter der Leitung des 1. Parteisekretärs vereinbart. Chiechoniek, ein Kurort an der Weichsel, südlich von Torun, verdankt seine Entwicklung der Sole und ist bekannt für eines der größten Gradierwerke. Ab 1974 kamen 20 bis 25 Kurpatienten pro Durchgang, die dann zusammen in einem Sanatorium untergebracht wurden. Kontakte mit der Bevölkerung waren unerwünscht.  

 

  1. Mär. Brand einer Feldscheune am Jochenberg (100 Jahre Feuerwehr).

 

  1. Mär. Übergabe des Betriebsambulatoriums des VEB Holzveredelungswerk (LDZ).

 

  1. Mär. Martin Albrecht schenkt der Stadt das Wohnhaus Burgstraße 8 (priv)

Da das bereits betagte Ehepaar keine Erben hatte, wollten sie das Haus gegen eine Entschädigung, notfalls durch Schenkung der Stadt übertragen. Die Stadt stimmte zu, unter der Maßgabe, dass der Eigentümer noch einen Kredit von 4.000 Mark aufnimmt, in den die Stadt dann als Schuldner eintritt. Damit waren zunächst die Mittel für einige dringende Reparaturen vorhanden, die die Stadt ohne diese Vereinbarung nicht zur Verfügung gehabt hätte.

 

  1. Mär. Stadtverordnetenversammlung zum Thema Ordnung und Sicherheit (LDZ).

 

  1. Juni Festwoche zum Park- u. Gartenfest (LDZ).

 

  1. Aug. Treffenauswertung mit IM GMS „Reh“ (GMS VIII 1527/66, BSTU)

Die DR betrieb immer noch das Netz der S-Bahn in Westberlin. Das Bahnpersonal gehörte zur DR, wohnte im Westteil und wurde in DM bezahlt. Versichert waren sie bei der SV der DDR und hatten daher auch Anspruch auf Kuren. So waren auch vereinzelt Kurgäste aus Westberlin hier, die der IM beobachtete und Kontakte zum Personal zu melden hatte.

 

  1. Sep. Die Gaststätte „Jugendklause“ übernimmt Chr. Hermann (Freiheit 11/79).

Auf Druck der Kreis- und Bezirksleitung hatte das VSB 1972 der Stadt die „Ritterklause“ zur Einrichtung eines Jugendtreff überlassen. Nach diversen Umbauarbeiten organisierte ein Klubrat Jugendstunden und regelmäßige Diskoveranstaltungen. Dabei häuften sich die Klagen wegen der unzureichenden Versorgung.

 

  1. Sep. „Bad Kösen erhält ein Stadtambulatorium“ (LDZ).

In der Karl-Marx Straße 5, ehemals Oelze, sollten nach dem Willen der Stadt Praxisräume für 4 Allgemeinmediziner, 1 Gynäkologen, 1 HNO-Arzt und die Gemeindeschwester eingerichtet werden. Für eine Kinderarztpraxis sollten in die Rudolf-Breitscheid Straße 8 in der ehemaligen Erck`schen Kneipe Räume eingerichtet werden.

 

  1. Okt. Bericht zur Stadtverordnetenversammlung zum Thema Landwirtschaft (LDZ).

Der Ratsvorsitzende kritisierte die LPG Saaleck, die anstatt der geplanten 130 Milchkühe nur 120 hielt.

 

  1. Nov. Karnevalsumzug 19. Session (NKZ).

6 öffentliche Veranstaltungen und der Kinderfasching sollten im Saal der renovierten HOG „Kurgarten“ stattfinden.

 

  1. Nov. Eine Sturmböe zerstört einen weiteren Teil des Gradierwerkes (LDZ).

 

  1. Nov. „Die Rudelsburg zur Kur gebracht“ (LDZ).

Da ein neues Motorboot nicht angeschafft werden konnte, erfolgte in der Akener Werft die Generalüberholung, die bis zur kommende Saison abgeschlossen sein sollte.

 

  1. Dez. „Bad Kösen wäscht – Naumburg reinigt“ (LDZ):

Der VEB (K) Textilreinigung und er VEB (K) Chemische Reinigung wurden zusammengelegt.

 

  1. Dez. Bericht über die Stadtverordnetenversammlung (LDZ).

Offiziell wurde bekannt gegeben, dass die Handwerkskammer Halle die „Schönen Aussicht“ dem VEB Landtechnik verkauft hat. Der plante hier ein Schulungsheim und versprach, ab kommender Saison hier eine Tagesgaststätte einzurichten.

 

1974

 

  1. Jan. Beginn umfangreicher Bauarbeiten der Reichsbahn (LDZ).

Geplant war der Abbau des Schrankenübergangs am Bahnhof. Statt dessen sollte wieder eine befahrbare Anbindung der Gerstenbergkpromenade an die Karl-Marx-Straße erfolgen, um den Verkehr von und zur Bahnverladung der VdgB/BHG zu erleichtern.

 

  1. Feb. Bericht über die Stadtverordnetenversammlung (LDZ).

Im Volkswirtschaftsplan 1974 waren vorgesehen: der Bau eines Wohnblocks mit 40 Kleinstwohnungen, die Rohbaufertigstellung des Cafès am Gradierwerk, die Übergabe des Stadions am 1. Mai, der Anbau einer Kegelbahn an die Turnhalle, die Inbetriebnahme des Stadtambulatoriums, die Sanierung des „Fischhauses“ und die Eröffnung einer Kleingaststätte in der „Schönen Aussicht“.

 

  1. Feb. Der langjährige Stadtverordnete Friseurmeister K. Schauer (Jg. 1884) verstirbt (LDZ).

 

  1. Feb. Verleihung des „Kösener Prominentenordens“ (LDZ).

In diesem Jahr ging er an den DFF-Moderator H.-J. Wolfram (Außenseiter-Spitzenreiter). In den Vorjahren hatten ihn Dr. K.-H. Gerstner (Prisma), Willy Schwabe (Rumpelkammer) und Kammersänger Reiner Süß (Da liegt Musike drin) erhalten.  

 

  1. Feb. „Zuwachs bei der Plüschtierfamilie (LDZ).

Erstmals zeigte der VEB Kösener Spielwaren auf der Leipziger Messe Plüschtiere im Großformat.

 

     Mär. VEB Plastica ünernimmt die Zimmerei K. Kotte (LDZ).

Nachdem die PGH Bau, nunmehr VEB Bau, den Betriebssitz auf ein Grundstück zwischen Scheitbach und Bahndamm verlegt hatte , wurden die Betriebsstätten der PGH-Gründer (Oberländer, Fritzsche, Kotte) aufgelöst. Kotte verkaufte sein Anwesen dem VEB Plastica. Dessen zusammen gewürfelter Betrieb in der Eckartsbergaer Straße 12 reichte trotz ständiger Um- und Anbauten nicht mehr aus. Da ein Neubau nicht möglich war, wurden Teile der Verwaltung und der Konfektionierung in die Eckartsbergaer Straße 3 verlagert. Problematisch war der umständlichen innerbetriebliche Transport auf der Fernverkehrsstraße.

 

  1. Mär. Vorschlag für eine Gedenkstätte der Opfer des Faschismus (priv).

In seiner Begründung erklärte der Ortsparteisekretär Ludwig Heyer, dass es hier zwar einige Denkmale gäbe, aber hinsichtlich der revolutionären Traditionen der deutschen und internationalen Arbeiterklasse im Widerstandskampf gegen den Faschismus bestünde ein bedeutender Nachholbedarf.

 

  1. Apr. „An sonnigen Hängen wächst neuer Wein (LDZ).

Berichtet wurde über die Aufrebung weiterer 7 Hektar am N-NO-Hang des Käppelberges.

 

  1. Mai Auftrag für den Guß des Eulenspiegelbrunnens.

Die Figur wurde bei der Firma Kunstguß Lauchhammer bestellt und war für die neue Parkanlage an der Salinenstraße bestimmt. Doch die Anlage des Bassins und der Wasserleitung verzögerten sich, die Figur traf ein und wurde eingelagert. Dort blieb sie bis ein Artikel in der Satirezeitschrift „Eulenspiegel“ im Jahr 1985 auf die „Eulenspiegelei“ aufmerksam machte. Daraufhin sollte sie an der Jugendherberge aufgestellt werden.

 

  1. Mai   Übergabe des Stadions am Gradierwerk.

Im Eröffnungsspiel schlug der 1. FC Carl Zeiss Jena, der aktuelle FDGB-Pokalsieger die Heimmannschaft 8:1. Den Gesamtwert der Anlage wurde mit 340. 000 Mark beziffert.

 

  1. Mai Verfügung der Bergbehörde zur Nutzung des Borlachschachts (Tagebuch Nr. 1412/74)

Das VSB wurde angewiesen, die Einstiegsklappe in der Decke des oberen Schachts zu verschließen, die Schlüsselaufbewahrung und Ausgabe zu regeln, Befahrungen an- und abzumelden und besondere Vorkommnisse bei der Bergbehörde anzuzeigen.

 

  1. Mai Das „Kalenderblatt“ der LDZ widmet sich dem Architekten Prof. Schultze-Naumburg.

Erstaunlicherweise wurde mit keinem Wort auf sein Wirken während des 3. Reichs eingegangen.

 

  1. Juni Park- und Gartenfest auf der Festwiese des Kleingartenvereins (LDZ).

Am Mittwoch und Donnerstag legte bis 21 Uhr ein Diskjockey auf. Am Sonnabendnachmittag spielte „Juvenka“ und am Abend die „Tanos“. Der Sonntag begann mit einem Frühschoppen mit „Juvenka“, dem der Umzug folgte und danach spielten wieder die „Tanos“. Den Abschluss bildete ein Feuerwerk. An beiden Tagen fanden auch Veranstaltungen am Gradierwerk statt.

 

  1. Juni Konstituierende Sitzung der Stadtverordnetenversammlung (St.-A.)

Dem neuen Rat gehörten an: H. Skrubel (Vors.), H. Penkert (stv. Vors.) L. Lingner, Dr. Ehrentraut, H. Siebke, O. Rudolph, G. Eberlein, Ch. Hörig, B. Hanuschek, D. Hanisch und H. Schulze. Vorsitzende der Ständigen Kommissionen waren R. Kern (Sozial- u. Gesundheitswesen), H. Krumbein (Finanzen), W. Bunk (Jugend u. Sport), H. Meyer (Ordnung u. Sicherheit), W. Burmeister (ÖVW), M. Dreßler (Volksbildung), W. Pohland (Kultur und Naherholung), O. Müller (Handel u. Versorgung), H. Scherz (Bauwesen), W. Rauch (Landwirtschaft). A. Zinner wurde nach zwanzigjähriger Tätigkeit in den Ruhestand verabschiedet.

 

  1. Juni Bericht über die Stadtverordnetenversammlung (LDZ).

In seiner Antrittsrede erklärte Heinz Skrubel die Verbesserung der Wohnverhältnisse zur wichtigsten Aufgabe. Dazu gehörte auch die Einschränkung des Zuzugs. Außerdem kündigte er die Stilllegung der Deponien an der Eckartsbergaer Straße und der Windlücke sowie die Beseitigung der zahlreichen wilden Kippen an.  

 

  1. Juni Sanierung des unteren Radhauses (ND).

Nach der Neueindeckung wurden die noch vorhandenen Teile des ehemaligen E-Werkes demontiert um Baufreiheit für die geplante Erneuerung des Gerinnes und der Radkunst zu haben.

 

  1. Aug. Interview mit H. Skrubel (LDZ).

Kampfziele zum „Republikgeburtstag“ waren die Rohbaufertigstellung des Cafes am Gradierwerk und die Eröffnung der Kleingaststätte „Schöne Aussicht“.

 

  1. Aug. 25-jähriges Schiffsführerjubiläum von Gottfried Hecklau (Freiheit)

Die „Kösener Miniflotte“ beförderte jährlich bis zu 150.000 Fahrgäste. Die Fähre kostete 5 Pfg.

 

  1. Sep. Einrichtung der II. POS (LDZ).

Die gestiegene Zahl von Schülern und der Regelbesuch bis zur 10. Klasse machten eine Trennung sinnvoll. Die eigenständige II. POS blieb in den Schulräume der ehemaligen Wurstfabrik in der Karl-Liebknecht-Straße. Allerdings fehlte es für die rund 500 Schüler nicht nur an Klassenräumen sondern auch Räume für den Hort, die Schülerspeisung und den Sportunterricht. Außerdem waren hier noch die Feuerwehr und der städtische Fuhrpark untergebracht.

 

  1. Sep. „Mühlenräder, Waldhütten – Die Radinsel nimmt Gestalt an“ (LDZ).

Das Jugendobjekt der FDJ sollte zum „Republikgeburtstag“ eingeweiht werden. Einer der „Vier Trümpfe zum Festtag“ neben dem Cafe am Gradierwerk, der „Schönen Aussicht“ und der Eröffnung eines Kosmetiksalons im ehemaligen Müllerschen Tabakladen, Karl-Marx-Str. 19.

 

  1. Sep. Auftrag zur Anfertigung des OdF Denkmals.

Dazu hatte man den Berliner Bildhauer Eickworth gewonnen und als Honorar 30.000 Mark vereinbart. Als Modell wurde Klaus Menzel nach Berlin delegiert.

 

  1. Sep. Hertha von Ehrenberg stirbt im Alter von 93 Jahren (LDZ).

 

       Sep. Entwicklungskonzeption des VSB (priv).

Die weitreichenden Ziele der 1972 mit dem Bezirk abgestimmten Konzeption wurden bisher nur recht unzureichend umgesetzt, weshalb nun eine modifizierte Fassung vorgelegt wurde. Nachdem sich der Neubau eines zentralen Sanatoriums mit Bettenhaus erledigt hatte, waren die Vorgaben zur Steigerung der Kuren in Anbetracht rückläufiger Vertragsbetten nicht mehr zu erfüllen. Daher sollte mit dem Umbau der ehemaligen „Puppe“ zum Bettenhaus, durch Freizug der Dienstwohnungen und deren Belegung mit Patienten, dem Ausbau des Dachgeschosses in der Friedrich-Ebert-Straße 1 und mit der Übernahme des Kinderheims „Ludwig Renn“ der betten bedarf gelöst werden. Zur Stabilisierung der Außenbetten sollte eine Fremdvermietung in den gewerblichen Hotels und Pensionen außer in den HOG „Kurgarten“ und „Vorwärts generell untersagt und unter privaten Hauseigentümern verstärkt geworben werden. Letzteres funktionierte, denn fast jeder Eigenheimbauer richtete ein Zimmer zur Vermietung ein, möglichst mit separaten Eingang, fließend Kalt- und Warmwasser im Zimmer und Innen-WC, womit man bei der Vergütung in die lukrativere Gruppe 3 eingestuft wurde.

Die geplante Zusammenfassung aller Objekte zu einem geschlossenen Kurviertel wurde nun aufgegeben. Es blieb die Schaffung einer verkehrsberuhigten Zone in der Rudolf-Breitscheid-Straße, Parkverbot in der Nähe der Sanatorien, Verbesserung der Straßenreinigung und der Grünanlagen, Vermeidung von Störungen nach 22 Uhr und Einhaltung der Quellenschutzzonen. Ansonsten wurden die bereits von der Stadt im Perspektivplan aufgeführten Vorhaben unterstützt.

Der Investitionsplan des Leitkureinrichtung für die Jahre 1975 bis 1985 sah folgende Maßnahmen vor: Umbau der ehemaligen Puppenwerkstätten, Sanierung vom Bettenhaus I, Kindersanatorium I, die Sanierung von Bade- und Kurmittelhaus sowie die Umstellung der Heizungsanlagen auf Stadtgas.

 

  1. Okt. Wohnungsmietvertrag im Kurmittelhaus (priv)

 

  1. Okt. Einweihung der Bezirksakademie „Schöne Aussicht“ des KfL. (Freiheit).

 

  1. Okt. „Republikgeburtstag“ (LDZ).

Anlässlich des Jahrestages wurde auf dem Gradierwerk eine Leuchttafel mit der Aufschrift: „25 Jahre DDR“ installiert. Zu den „Geburtstagsgeschenken“ gehörte die neue 2 Bahnen-Kegelbahn mit automatischer Aufstelltechnik. Höhepunkt war dann das Fußballspiel zwischen der Stadtverwaltung und ortsansässigen Handwerkern.

 

  1. Okt. „Bad Kösener Müller mahlen gut und schnell“ (LDZ).

Betriebsleiter Schenk gab als Tagesleistung 30 t Roggen- und 45 t Weizenmehl an.

 

  1. Nov. „Stadtverordneten beraten 75er Aufgaben“ (LDZ).

Im Sinne der Beschlüsse des VIII. Parteitages zur Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen sollte die Stadt und die Ortsteile verschönert, Straßen und Wege repariert, Sport- und Erholungsstätten erweitert, das geistig-kulturellen Lebens verbessert und eine vorbildliche Ordnung und Sicherheit erreicht werden.

 

  1. Nov. „Gradierwerk wird wieder aufgebaut“ (LDZ).

Im Sommer hatte der VEB Bau die Fundamente erneuert, Voraussetzung für den Wiederaufbau der 1972 zerstörten Teile. Damit sollte nun der VEB Denkmalpflege Halle beauftragt werden.

 

  1. Dez. Vorbereitungen auf das Jubiläum „20 Jahre Heimatmuseum Romanisches Haus“ (LDZ).

Geplant waren 4 Ausstellungen im Romanischen Haus: Grafiker R. Herold-Leipzig; Graphische Zyklen und Einzelblätter bekannter Künstler anläßlich des 450. Jahrestages des Bauernkrieges, Medaillen-Kunst der Gegenwart und eine Fotoschau über die Hohe Tatra. In der Kunsthalle waren vorgesehen: Malerei von Wilma Pietzke zusammen mit dem Malerehepaar Löffler sowie eine Ausstellung mit dem Gesamtwerk von D. Rex dem Vorsitzenden des Verbandes bildender Künstler.

 

1975

 

  1. Jan. 1. Lehrgang im Bezirkstechnikzentrum für Landtechnik (NKZ).

In der ehemaligen Gaststätte „Schöne Aussicht“ wurden Mitarbeiter der mittleren und höheren Leitungsebenen aus den Kreisbetrieben für Landtechnik, den KAP und den ACZ des Bezirks Halle qualifiziert.

 

  1. Jan. Stadtverordnetenversammlung zum Volkswirtschaftsplan 1975 (LDZ).

Neben dem Bau des 40-WE Blocks, sollten im „Mach-Mit-Wettbewerb“ durch Um- und Ausbau 14 Wohnungen geschaffen, das „Cafe am Gradierwerk“ fertiggestellt, das Cafe „Central“ als Nichtrauchergaststätte eingerichtet und mit dem Ausbau des „Fischhauses“ begonnen werden. Durch den Umbau der ehemaligen „Puppe“ zum Bettenhaus des VSB erwartete man eine gewisse Entspannung bei der Wohnungssituation. Anstatt des seit Jahren geplanten Stadtwirtschaftsbetriebs wurde nun die Gründung eines städtischen Naherholungsbetriebes erwogen.

 

  1. Feb. „Die Stadt im Tal ist auf der Höhe“ (Junge Welt).

In dem Artikel wurde u. a. auch die Arbeit des Jugendklubs gewürdigt. Die 13 Mitglieder des Klubrates organisierten nicht nur an fünf Abenden in der Woche die Veranstaltungen in der Jugendklause, sondern waren auch die treibende Kraft beim Bau des Jugendobjektes „Radinsel“ und beteiligten sich an den Wochenenden an der Gestaltung der Anlage für das ODF Denkmal.

 

  1. Mär. Mietvertrag mir der PGH „Haarpflege“ Naumburg (priv)

Im ehemaligen Müllerschen Tabakladen, Karl-Marx-Straße 19 eröffnete ein Kosmetiksalon. Der monatliche Mietpreis betrug 66 Mark.

 

  1. Mär. Auftrag für das OdF -Denkmal (St.-A. Nr. 457).

Für den Kunststeinguß der vom Eickworth`schen Entwurf abgenommenen Hohlform wurde eine Firma aus Lauchhammer für 40.000 Mark beauftragt.

 

  1. Mär. Bericht der Leitung des VSB vor den Stadtverordneten (priv).

Dr. Ehrentraut und W. Krumbein gaben zunächst die Angliederung der Kinderkurheime Marienthal (160 Betten) und Breitenbach bekannt. Derzeit hätte man das Soll von 10.800 Kuren um 196 überboten und damit den im Bezirk Halle gefährdeten Jahresplan gestützt. Ein Überprüfung des FDGB-Bezirksvorstandes hätte ergeben, dass die Unterbringung von Produktions- und Schichtarbeitern sowie von Müttern mit mehreren Kindern entsprechend den Beschlüssen in guten und sehr guten Quartieren mit modernen Mobiliar und fließend kalten und warmen Wasser im Wesentlichen gewährleistet war. Dennoch sei die Zimmerausstattung insgesamt unzureichend. 11% der Betten im eigenen Bestand hatten nur kaltes Wasser, in den Pensionen waren es 60% und in den Einzelunterkünften immerhin noch 43 %. Insgesamt fehlten Betten, trotz Ausbau der „Puppe“, weshalb man mit höheren Bettenpreisen bei den privaten Vermietern mit der „Werbetrommel“ rühren müsse, ungeachtet der problematischen Wohnungssituation. Problematisch wäre die Ersatzbeschaffung von Inhalationsgeräten, da diese aus dem NSW importiert werden müssten. Für die Bevölkerung hätte man die Laborleistungen innerhalb von 4 Jahren um 500% gesteigert. Dazu würden 10.000 Inhalationen und 1.300 Bäder ambulant abgegeben. Außerdem erwarte man in diesem Jahr zwei vietnamesische und 7 polnische Delegationen.

Die Hauptgebinde für das Gradierwerk sollten bis Ende des Jahres stehen. Für die Dorneneinlage rechnete man weitere zwei Jahre.

 

  1. Apr. Beschluss des aktualisierten Ortsstatuts (LDZ).

 

  1. Apr. „32 vietnamesische Gäste im VSB“ (LDZ, priv).

 

  1. Mai Vertrag zum Umbau des Fischhauses (priv).

Die Hochbauprojektierung und die Ausführung übernahm der VEB „Bau“, die Kosten wurden mit 240.000 Mark veranschlagt, Mit der Fertigstellung rechnete man zum 31. 12. 1976. Einschränkend wurde vermerkt, dass der Baubetrieb nicht für Schäden durch Hochwasser und bei Setzungen durch den schlechten Baugrund haftet.

 

  1. Mai „Stadtambulatorium nimmt Gestalt an“ (LDZ).

Entgegen dem ursprünglichen Plan, das Ambulatorium in der Karl-Marx-Str. 5 einzurichten, wurde nun die wesentlich geräumigere ehemalige Roßnersche Villa umgebaut. Die gehörte zur Mühle und war nach deren Verstaatlichung in die Rechtsträgerschaft der Stadt gekommen. Der hier wohnenden ärztliche Direktor des VSB Dr. Ehrentraut zog in das Grundstück Parkstraße 7. Die Meldestelle und das Büro des ABV kamen in das Rathaus, für die Gemeindeschwesternstation waren Räume im Ärztehaus vorgesehen.

 

  1. Mai Einweihung des OdF-Denkmals (LDZ).

Fast wäre der Termin geplatzt, da die Hohlform für den Kunststeinguss erst 10 Tage vorher fertig gestellt war. Die musste auch noch entfernt werden, bevor der Kunstguss ausgehärtet war, denn die Partei wollte den 40. Jahrestag Tag der Befreiung unbedingt halten, zumal Delegationen vom Kreis und Bezirk, der Roten Armee und aus Vietnam und Polen eingeladen waren. Bei strömenden Regen hielt der Ortsparteisekretär die Ansprache, anschließend gab der Vorsitzende des Rates der Stadt die Umbenennung des Parks und der Parkstraße in „Park der DSF bekannt. Die Vorbereitungen des Standortes und den Festakt verbunden mit einem Streifzug durch die Stadt wurde vom Naumburger Filmspiegel aufgenommen, ein einzigartiges Bild- und Tondokument der 70iger Jahre.

Am gleichen Tag wurde die HOG „Cafe Central“ als Nichtrauchergaststätte wieder eröffnet.

 

  1. Mai Treffenauswertung IM-GMS „Reh“ (GMS VIII 1527/66, BSTU)

Der hatte den Auftrag, eine DDR-Kurdelegation nach Aleko in Bulgarien abzusichern. Dabei sollte er alle Kontakte, alle Fahrzeuge und Personen aus der BRD, die sich zur gleichen Zeit dort aufhielten, erfassen. Dass fasste er in einem ausführlichen Bericht zusammen und fügte hinzu, dass es durchaus möglich sei, Bulgarien per Schiff oder Flugzeug in Richtung Türkei, Griechenland oder Jugoslawien zu verlassen. Sein Führungsoffizier legte dann fest, dass er eine Einwohnerin aus Naumburg beobachten sollte, die mit einem bulgarischen Musiker verlobt war.

 

  1. Mai Baubetreuungsvertrag mit Walter Böhmer (priv)

Böhmer, Ingenieur in Leuna und SED-Mitglied, hatte sich um die Pacht der Kommissionsgaststätte beworben. Zunächst war er nebenberuflich als Baubeauftragter der Stadt mit einem Stundensatz nach GBl. 17 von 5 Mark tätig. Dabei sollte er die Gewerke koordinieren, Wochenendeinsätzen planen, Probleme und Engpässe melden sowie die rechnerische und sachlichen Richtigkeit der Rechnungen bestätigen.

 

  1. Mai „…und früh gibt’s frische Brötchen „ (LDZ).

Nach der Fertigstellung des Stadions am Gradierwerk begann auf der Kampfbahn „Rudelsburg“ das BMK Halle mit dem Bau von 7 Ferienbungalows für die eigene Belegschaft bzw. zum Austausch mit anderen Kombinaten.

 

  1. Mai „Das Fischhaus gestern - heute - morgen (LDZ).

Berichtet wurde über die Neuverlegung der Trinkwasserleitung für die der Bahndamm durch eine Spezialfirma durchörtert wurde. Vorgesehen war die Wiederinbetriebnahme der Fähre und ein massiver Anbau anstelle der desolaten Holzveranda.

 

  1. Juni Bericht über die Stadtverordnetenversammlung (LDZ).

Informiert wurde über die Eröffnung der Sportlergaststätte und des Selbstbedienungskioskes im Garten der „Katze“ sowie die Rohbaufertigstellung eines Büro- und Sozialgebäudes für die Mitarbeiter des Tierpark, der Fähre und der Motorboote.

 

  1. Juni Gärtnermeister R. Roßpander (Jg. 1911) verstirbt (LDZ).

 

  1. Juni Dreharbeiten des DDR Bildungsfernsehens (LDZ).

Die Burgen bildeten den Hintergrund für einen Kulturfilm über die Literatur und die Dichtkunst im 12. Jahrhundert.

 

  1. Juni Brunnenfest mit Festumzug (LDZ).

Anstelle des Gartenfestes sollte nun aller 5 Jahre das Brunnenfest mit einem Festumzug auf dem Festplatz des Kleingartenvereins stattfinden.

 

  1. Juni „Besuch beim VEB Bau Bad Kösen“ (LDZ).

Der Betrieb war an allen größeren Bauvorhaben in der Stadt maßgeblich beteiligt, wie das Feuerwehrdepot, das Heizhaus der II. POS, das Betriebsgebäude des VEB Gebäudetechnik in der Rudelsburgpromenade und das Bettenhaus des VSB in der Ernst-Thälmann-Straße.

 

  1. Juli Grundsatzentscheidung des Bezirksarztes zum Umbau der „Puppe“.

Die im Vorjahr begonnenen Umbauarbeiten wurden unterbrochen. Kurzfristig hatte der Bezirk den Plan geändert. Das Haus sollte nun aufgestockt werden, um statt 35 nun 50 Betten und eine Hausmeisterwohnung unterzubringen. Der Fertigstellungstermin wurde auf den 15.08.76. die Investitionssumme auf 756.000 Mark festgelegt.            

 

  1. Aug. Übergabe des Stadtambulatoriums im Park der DSF (LDZ).

Hier gab es drei Hausarztpraxen (Dr. Peters-Törste, Dr. Schmutzler, Dr. Unger) mit gemeinsamer Rezeption. Dazu kamen Sprechzeiten für einen Gynäkologen und einen HNO-Arzt, ein Labor, eine Massageabteilung sowie die Gemeindeschwesternstation. Das Personal zählte 38 Personen, Chef des Ambulatoriums war Dr. Unger.

   Aug. Ludwig Heyer erhält den Vaterländischen Verdienstorden in Gold (LDZ).

Der Sekretär der Ortsparteileitung der SED war seit 1924 Mitglied der KPD .

 

  1. Sep. Bericht über das neue Produktionsprofil des Kalkwerkes (LDZ).

Die Futter- und Düngekalkproduktion sollte eingestellt, dafür die Steinproduktion erweitert werden. Dies sei wesentlich umweltschonender hieß es in der Meldung.

 

  1. Nov. Meldung über Besucherrekorde (LDZ).

Die Museen zählten im Jubiläumsjahr 169.000 Besucher, die Motorboote 136.000 Fahrgäste.

 

  1. Dez. Ausgliederungsvertrag zwischen dem VEB KfL und dem VEB BAK (priv).

Das Direktorat des VEB Kombinat für Landtechnische Instandhaltung Halle hatte am 10. 12. die Gründung des VEB Betriebsakademie des Kombinates für Landtechnische Instandhaltung (BAK )mit Sitz in Bad Kösen, An der Ilske 1, ehem. Schöne Aussicht- aus dem Bezirkstechnikzentrum (BTZ) beschlossen. Die BAK übernahm alle bisher vom BTZ genutzten Einrichtungen einschließlich Grund und Boden in ihre Rechtsträgerschaft sowie das hier beschäftigte Personal. Betriebsdirektor Lampert unterschrieb für die BAK, für das KfL H. Neugebauer und sein Stellvertreter T. Böttcher.

 

  1. Dez. Schließung der Wäscherei Bley (LDZ).

Altershalber gab M. Eckert die seit 1946 bestehende Privatwäscherei in der Salinenstraße auf.

 

1976

 

  1. Jan. Die Innere Mission Magdeburg wird Treuhänder des Damenheims (Lazarus 1991)

 

  1. Jan. Beschlussfassung zu den Vorhaben im Jahr des IX. Parteitages (LDZ).

Schwerpunkte waren die Fortführung des 40-WE Blocks, die Fertigstellung des Cafés am Gradierwerk und des Fischhauses, sowie der Ausbau des Campingplatzes.

 

  1. Feb. Bericht über Dreharbeiten für einen Fernsehfilm in Schulpforte (LDZ).

Der Film hatte den Titel „Die Liebe und die Königin“ frei nach dem Roman „Maria Tudor“ von Victor Hugo. Unter der Regie von NP Martin Eckermann spielten Inge Keller, Otto Mellies, Gojko Mitic und Renate Blume.

 

  1. Feb. Brand in der Tischlerei Schmidt (LDZ, 100 Jahre Feuerwehr).

In den letzten Monaten kam es es immer wieder zu kleineren und größeren Bränden, darunter das ehemalige Freitag`schen Haus auf dem Aschedamm. Dass es sich um Brandstiftung handelte, war offenbar. Hier verrieten sich die Brandstifter selbst, denn die vier jungen Männer zwischen 17 und 22 Jahren waren Angehörige der FFW und fielen auf, weil sie immer zu den ersten gehörten, die an der Brandstelle waren. Unter der Überschrift „Von Feuerwehrleuten, die Brände legten“ berichtete die LDZ im Juli über die Verurteilung zu Haftstrafen zwischen einem und zweieinhalb Jahren.

 

  1. Feb. Sprengung der Bahnbrücken zwischen Saaleck und Großheringen (LDZ).

Am Abzweig der Thüringer Bahn von der Saalebahn wurden die Brücken vollständig erneuert.

 

  1. Mär. Hermann Firchau verstirbt (MZ).

Der Arbeiterveteran, Jg. 1894, stammte aus Lengefeld, trat 1919 in die KPD ein und kam für die Partei während der Weimarer Republik im Kreistag. Von den Nazis verhaftet, war er zeitweise im KZ Buchenwald. Nach dem Krieg war er maßgeblich am antifaschistisch-demokratischen Wiederaufbau der Verwaltung beteiligt. Firchau war trotz hoher staatlicher Auszeichnungen ein bescheidener Mann, der bei Jugendstunden über seinen Widerstand gegen Kapitalismus und Faschismus erzählen durfte.

 

  1. Mär. Eröffnung einer Annahmestelle des VEB DLK in der Rudolf-Breitscheid Str. 2 (LDZ).

 

     Juni Kampfprogramm der SED-GO des VSB (MER SED-GO VSB, IV/C-7454/01)

Die Auswertung der Dokumente des IX. Parteitags erfolgte in allen Arbeitskollektiven durch die Genossen der GO. Verantwortlich für die politische Schulung waren Gen. Preußer (Haus I, Ernst-Thälmann Heim), Gen. Windisch (Haus II, Labor, Technik), Gen. MR Dr. Ehrentraut (Haus Soli I), Gen. Berger (Kultur, Wirtschaft, Küche), Genn. Schlotte (Kurmittelhaus), Genn. Grund (Badehaus), Gen. Krumbein (Verwaltung), Gen. Drohsin (Fr.-Ebert-Str. 1), Gen. Burmeister (Philipp Müller), Gen. Beyrich (Park d. DSF, Rudelsburgprom. 8), Genn Fiebig (KS I/II), Genn. Joseph (KS II/V), Genn. Wind (KS IV), Genn. Überschaer (KS Saaleck), Genn. Kälcke (KS Marienthal). Ihr Klassenstandpunkt war wichtig, um die wesentlich bescheideneren Ziele zu vertreten. Dazu gehörten die Fertigstellung des Bettenhauses in der „alten Puppe“ und die Einrichtung einer Abteilung für Hydrotherapie im Haus „Solidarität“. Erweitert werden sollte die Hydrotherapie im Badehaus und die Inhalation im Kurmittelhaus. Vordringlich war die personelle Absicherung der 6-Tage Behandlungswoche für die Kurgäste sowie ein im gewissen Umfang, ambulante und diagnostischen Leistungen für die Bevölkerung. Alle Sanatorien sollten auf Gasfeuerung umgestellt und zur Verbesserung der Urlaubsangebote ein eigener Ferienbungalow auf dem Campingplatz als Austauschobjekt errichtet werden, wozu alle gesellschaftlichen Kräfte wie BGL, DSF, FDJ, DFD und KB mobilisiert wurden.

 

  1. Mai Garten-und Parkfest (LDZ).

 

  1. Mai „Kunstgestänge in der Kur“ (LDZ)

Berichtet wurde über die laufenden Sanierung des Doppelfeldgestänges.

 

  1. Juni IM-Bericht „Einschätzung des Oberarztes XY u. Frau“ (GMS VIII 1527/66, BSTU)

Der hatte von 1962 bis 1969 an der MLU-Halle studiert und war seit 1970 im VSB tätig. Dort begann er mit der Facharztausbildung, die er 1976 als Facharzt für Physiotherapie abschloss. Auf Grund seines gesellschaftlichen Engagements wurde er als Auslandskader für die Betreuung von DDR-Bürgern in Bulgarien eingesetzt, war als Nachwuchskader für das Kur- und Bäderwesen vorgesehen und sollte zu einem zweijährigen Kaderlehrgang delegiert werden.  

 

  1. Juni Bericht zur Übergabe eines Bettenhauses des VSB (LDZ).

Die alte „Puppe“, nun Sanatorium „Solidarität“ Haus II verfügte über zwei- und Dreibettzimmer mit Etagendusche und WC. In diesem Zusammenhang wurde der Erwerb des ehemaligen Hotels „Deutsches Haus“, Rudelsburgpromenade 8 von Familie Keßler bekannt gegeben, wo nach Umbau weitere 35 Patienten unterkamen.

 

  1. Juli „Das 800jährige Fischhaus“ – Bericht zur Wiedereröffnung der Gaststätte (LDZ).

Nach zweijähriger Bauzeit öffnete die Kommissionsgaststätte. Neu waren der Küchen- und Sanitärbereich und eine Weinstube. Im Außenbereich gab es 50 Plätze. Die Jahrespacht betrug 2.460 Mark, ohne Wasser, Fäkalien- und Müllabfuhr, Strom und Kohlen. Das Ehepaar Böhmer bezog die ausgebaute Wohnung im Dachgeschoß.

 

  1. Aug. Festkonzert 30 Jahre Kurorchester (LDZ).

 

               Bau des Bettenhauses der BAK unterhalb der „Schönen Aussicht“ (St.-A).

 

1977

  1. Jan. Bildung des „VEB Kreisbaubetrieb“ Naumburg (priv).

Zur Bündelung der Kapazitäten wurden der VEB „Bau“ Bad Kösen mit Baureparaturbetrieben aus Naumburg und Eckartsberga zusammen gelegt. Der Betriebssitz kam nach Naumburg, Kösen blieb Oberbauleitungsbereich mit den Meisterbereichen Hoch- und Tiefbau (Peger, Zeise, Schmidt, Budde, Kegler), Dachdecker (Fritzsche), Zimmerei (Wiegand), Schlosserei (List). Oberbauleiter war K. Baumgart.  

 

     Jan. Probelauf für die Herstellung von Kalksteinsplitt (LDZ).

Die Tagesproduktion betrug zunächst 40 bis 50 t.

 

  1. Feb. Bericht zum Volkswirtschaftsplan 1977 (NKZ).

Schwerpunkte waren der Wohnungsbau und die Verbesserung der Umwelt. Neben der Fertigstellung des 40-WE Blocks in der August-Bebel-Straße und des Feuerwehrdepots sollte nun endlich das Cafè am Gradierwerk seiner Bestimmung übergeben werden.

 

     Apr. Volksbildungsministerin Margot Honecker besucht die BAK „Schöne Aussicht“.

 

  1. Apr. Meldung über die Bauarbeiten am Gradierwerk (LDZ).

Das Institut für Denkmalpflege hatte wegen anderweitiger Vorhaben die Arbeiten eingestellt. Das VSB versuchte nun mit Betriebshandwerkern und dem VEB Bau, die 6 Hauptgebinde zu richteten. Doch auch der Schwarzdorns bereitete Probleme. Benötigt wurden rund 20.000 Bund, die an den Steilhängen an Saale und Unstrut eingeschlagen werden sollten. Doch es fehlte nicht nur an Personal, auch die Bestimmungen des Landschaftsschutzes standen dagegen.

 

  1. Apr. Ratsbeschluss zum Antrag des Pächters des „Fischhauses“ (priv).

Genehmigt wurde der Antrag, am Sonnabend von 14 bis 24 Uhr zu öffnen. Abgelehnt wurde der Antrag auf eine geschlossenen Veranstaltung und auf eine 14tägige Schließung während der Sommerferien, weil lt. Kreistagsbeschluss vom November 1972 keine Naherholungsgaststätte während der Saison schliessen darf.

 

  1. Mai Inbetriebnahme des neuen Betriebsteils des VEG Weinbau (LDZ).

Auf der ehemaligen Obstplantage stand eine neue Halle in Skelettbauweise mit 60 Stahltanks mit einem Fassungsvermögen von jeweils 25.000 Litern. Hier wurden Importweine bzw. Wein aus Importtrauben eingelagert, der preiswert auch aus dem NSW (z. B. Österreich) kam. Der wurde gekelter und geschmacklich mit Zucker aufgewertet und zu moderaten Preisen mit südlich klingenden Namen (Valencia u.ä.) in den Handel gebracht. Die alte Kellerei mit rund 300.000 Litern blieb dem lagenreinen Wein vorbehalten. Der Anteil lag bei 20% der Gesamtkapazität.

 

  1. Juni Bericht über den Einsatz eines Hubschraubers in den Weinbergen (LDZ)

In sozialistischer Hilfe kam eine Crew der Aeroflot bei der Schädlingsbekämpfung zum Einsatz.

 

  1. Juni Parkfest (LDZ).

An zwei Wochenenden gab es Tanz auf der Festwiese der Kleingärtner mit den „Tanos“, Disko auf der Radinsel, Blasmusik mit der tschechischen Kapelle „Mladi“ und einen Festumzug.

 

  1. Juni Antrag des Fischhauspächters auf Jahresurlaub (priv)

„Die Zufriedenheit der Gäste (.) wird nicht zuletzt durch die aktive Mithilfe meiner Kinder abgesichert (.) Zwei Jahre hintereinander mit den Kindern keinen Urlaub zu verbringen, ist unter den heutigen Verhältnissen unzumutbar“ argumentierte der Pächter, da die Eröffnung der Gaststätte und der Umzug keinen gemeinsamen Urlaub zugelassen hätten. Der Antrag, wenigstens 5 Tage zu schliessen, wurde abgelehnt.  

 

  1. Juli Das OdF- Denkmal zeigt erste Zerfallserscheinungen (St-A.).

Durch Risse im Kunststein war Wasser eingedrungen, was nun zu größeren Frostabplatzungen führte. Die Stadt verlangte vom Bildhauer Nachbesserung, doch der lehnte ab und verwies auf die Firma die den Guss hergestellt hatte.

 

  1. Juli „Gurken, Kohl und grüne Gurken“ im VEG Schulpforte (LDZ).

 

  1. Juli   „Erstürmung und Zerstörung der Rudelsburg“ (LDZ).

Der Verfasser setzt sich hier kritisch mit den Umständen die zur Erstürmung der Rudelsburg im Jahr 1348 führten, auseinander.

 

  1. Aug. „Samiel der erste Wirt“ - 150 Jahre Burggaststätte Rudelsburg (LDZ).

 

  1. Aug. „Kösener Plüschtiere in neun Länder (LDZ).

Bericht über die Messevorbereitungen des VEB Kösener Spielwaren“

 

  1. Aug. Schweres Unwetter (LDZ).

Das Wasserfluten brachten Schlamm, Geröll und Unrat von der Deponie am Jochenberg in die Grüne Gasse und die Gerstenbergkpromenade.

 

  1. Sep. Verwaltungsvollmacht für das Wohnhaus Rudelsburgpromenade 15 (priv).

Die in Ulm wohnenden Besitzerin S. Amthor ermächtigte den Rat der Stadt mit der Hausverwaltung. Bei der Besichtigung wurden erhebliche Mängel festgestellt, dazu kam eine Auflage der Bauaufsicht. Der Stadtrat beschloss dann die Aufnahme eines langfristigen Werterhaltungskredits in Höhe von 40.000 Mark, die grundbuchliche Eintragung und den Verbleib des Grundstücks im Besitz der Stadt für die Dauer des Kreditverhältnisses.

 

  1. Okt. Übergabe des Feuerwehrdepots (100 Jahre Feuerwehr).

Die Feuerwehr hatte nun ein eigenes Domizil mit Garagen, Mannschaftsräumen und einer Schlauchwaschanlage, die auch von den übrigen Feuerwehren des Kreises genutzt werden konnte. Die bisherigen Räume in der Wurstfabrik wurden geräumt.

 

  1. Okt. Ortsentwicklungskonzeption des Bürgermeisters (priv).

Detailliert beschrieb H. Skrubel den Istzustand und wagte eine Prognose bis 1990.

Die aktuelle Einwohnerzahl wurde mit 6.020 angegeben, darunter 530 Kinder unter 6 Jahren, 965 Schüler, 1.759 erwerbsfähige Männer und 2.064 Frauen, sowie 1.233 Rentner in insgesamt 2.000 Haushalten.

2.290 Arbeitsplätze gab es im Ort selbst: Holzveredlungswerk Leipzig BT IV, 310, VEB Harzer Kalk- und Zementwerke BT IV, 110, VEB Kösener Spielwarenfabrik 170, VEB Plastica 135, VEB Mühlenwerke Bernburg BT Bad Kösen 35, VEB Matratzenwerkstätten 30, VEB Kreisbetrieb f. Landtechnik Fränkenau 125, VEB Kreisbaubetrieb Naumburg BL Kösen, 135, VEB Gebäudetechnik Bad Kösen 97, VEB Textilreinigung 69, VEG Schulpforte 104, VEG Weingut Naumburg, BT Saalhäuser 101, LPG Saaleck 35. Das Volkssolbad hatte rund 400 Beschäftigte. Die Zahl der Aus- und Einpendler war ausgeglichen und betrug rund 1.000 Werktätige.

Die beiden polytechnischen Oberschulen und die Hilfsschule besuchten 1.035 Schüler. Es gab 13 HO-Verkaufsstellen, 16 Konsumverkaufsstellen, 22 private Handwerksbetriebe und 5 Produktionsgenossenschaften des Handwerks, außerdem 11 HO-, 2 Konsum- und 9 Kommissions-Gaststätten, die Mitropa und eine private Konditorei.

Auch auf die enorme Umweltbelastungen wurde eingegangen, wie die Einleitung der teilweise ungeklärten Abwässer aus Industrie, Landwirtschaft und den Haushalten in die Saale, die Belastungen durch unkontrolliertes Verbrennen von Abfällen des Holzwerkes und den Zugverkehr, der insbesondere an den Wochenenden durch ständig geschlossene Schranken den Ausflugsverkehr behinderte. Auch der Truppenübungsplatz trug zur Lärm- und Staubemissionen bei.  

Bis 1990 wurden 7.740 Einwohner prognostiziert, durch Zuzug und der Zunahme von Geburten infolge der Sozialpolitik nach dem VIII. Parteitag. Um den Bedarf abzudecken wären 900 Wohnungen (300 Ersatz, 450 Neubau, 150 Eigenheime), die Verdoppelung der Kapazitäten der Vorschulbetreuung, die Erweiterung der Schulen und der Bau von 3 Kaufhallen erforderlich.

Die Konzeption ist das umfassendste Dokument zur Situation der Stadt in den 70iger und 80iger Jahren.

 

  1. Nov. „Bald auch Zahnarzt im Betrieb“ (LDZ).

Ein Bericht über das Betriebsambulatorium des VEB Holzveredlung.

 

  1. Nov. Schlüsselübergabe für das „Haus der Veteranen“ (LDZ).

Die Ein- und Wohnungen im 40-WE Block hatten Innen-WC, Dusche und eine Miniküche. Eine Wohnung mit 23 m² WF kostete monatlich 35,90 Mark, einschließlich der Betriebskosten und der   Kosten der zentralen Heizung und Warmwasserbereitung.

 

  1. Dez. Bauerlaubnis für das erste Eigenheim in der Bergrat Backs Straße (Heintze).

Zwischen dem Stadion und Kukulaer Straße wurde ein weiteres Baugebiet erschlossen. Neben den Typenreihe EW 58 wurden hier auch Doppelhäuser errichtet.

 

  1. Dez. MR Dr. Ehrentraut wird „Verdienter Arzt des Volkes“ (LDZ).

Anlässlich seines 60. Geburtstages wurde ihm der Titel in Berlin verliehen.

 

  1. Dez. Ratsbeschluss zur Übernahme des Grundstück Saalstraße 16 (priv).

Nachdem sich die Mieter mit einer Staatsratseingabe über die unzumutbaren Wohnverhältnisse beschwert hatten, erklärte der Besitzer Brüger den Eigentumsverzicht nach GBl. II Nr. 35 weil er als Rentner mit Wohnsitz in Leipzig, die ordnungsgemäße Verwaltung nicht mehr leisten könne. Allerdings überstieg die Belastung den Einheitswert, des „total verwahrlosten“ Hauses. Dazu wären rund 60.000 Mark für die dringensten Reparaturen erforderlich.

 

  1. Dez. „Fahrzeuge, Minigolf, Diabolo und viel mehr“ (LDZ).

Bericht über das erweiterte Produktionsprofil des VEB Plastica.

 

1978

 

  1. Jan. Eröffnung der Bauschlosserei Scheibe (NTB 1998).

Zur Verbesserung der Versorgung der Bevölkerung mit Reparaturleistungen wurden nun verstärkt Genehmigungen für Einzelbetriebe des Handwerks und Gewerbes erteilt. Man baute auf die private Initiative, der es gelang, trotz Mangelwirtschaft, Dienstleistungen anzubieten, wozu die volkseigenen Betrieb nicht in der Lage waren.

 

  1. Jan. Eigentümerwechsel beim Konrad Martin Haus (NTB 2007).

Der Caritasverband richtet hier ein Erholungsheim des Bischöflichen Amtes in Magdeburg ein.

 

  1. Jan. Bericht über die Stadtverordnetenversammlung (LDZ).

Geplant waren 16 Eigenheime in der Neuen Siedlung, der Abbruch des Freitagschen Hauses auf dem Aschedamm, die Gewerbegenehmigung für 5 private Handwerksbetriebe, die Verlegung der Bushaltestelle von der Brücke an die Naumburger Straße und die Anlage eines Parkplatzes in der Uferstraße.

 

  1. Feb. Dissertation: „Denkmale der Maschinen- und Gradiertechnik im kursächsischen Raum.“

Die an der philosophischen Fakultät der MLU Halle-Wittenberg von J. Mager aus Leipzig vorgelegte Dissertation befasste sich mit den kursächsischen Staatssalinen Artern-Kösen-Dürrenberg. Einleitend wurden die zuständigen Stellen gemahnt, zur Erhaltung technischer Denkmale mehr finanzielle Mittel bereitzustellen. Zur hiesigen Anlage heißt es: „Das gesamte Gradierwerk befindet sich (.) in einem schlechten Bauzustand und hat (.) kaum als Freiluftinhalatorium Bedeutung.“ Dagegen sei das Kunstrad nach einer mehrjährigen Restaurierung wieder betriebsfähig. Der Wasserzufluss für das unterschlächtige Staberrad wurde durch ein Staubrett reguliert, das durch einen mit einem Trilling verbundenen „ Bunkler“ gezogen werden konnte. Die in der Dissertation geäußerte Auffassung, dass die untere Wasserkunst mit dem „Zuppinger Rad“ erst 1889 erbaut und „nie der alten Saline gedient habe“, zeigt, dass das Wissen um den alten, den unteren Solschacht verloren gegangen war.

 

  1. Feb. „Urgemütlich ist`s bei Schäfers“ (LDZ).

Bericht über die seit 1965 von Familie Schäfer geführte Kommissionsgaststätte.

 

  1. Apr. Die Tischlerei Naumann begeht das 100jährige Bestehen (LDZ).

 

  1. Apr. Großbrand in der Tischlerei Lietz (100 Jahre Feuerwehr).

 

  1. Apr. Bericht über Dreharbeiten des DDR Fernsehens (LDZ).

Die Arbeitsgruppe Schnitzler drehte zwei Beiträge unter den Arbeitstiteln „An der Saale hellem Strande“ (Erstsendung 09.01.79) und „Kennen Sie Borlach?“(Erstsendung 11.11.1981) .

 

  1. Mai Eröffnung des Cafes am Gradierwerk (LDZ).

Drei Jahre hatte es gedauert, das Café in Feierabendtätigkeit zu errichten. Nun standen hier 60 Innen- und 250 Außenplätze zur Verfügung. Am gleichen Tag wurde auch die Bauernstube in der HOG „Kurgarten“ übergeben.

 

  1. Mai „Aber bitte mit Sahne“ (LDZ).

Die Konditorei Schoppe, die seit 1974 vom Ehepaar Elm geführt wurde, erfreute sich besonders an den Wochenenden eines kaum zu bewältigenden Besucheransturms.

 

  1. Mai Stadtmesse der „Meister von Morgen“ – MMM (LDZ).

 

  1. Juni Park- und Gartenfest (LDZ).

      4.  Juli Dienstantritt des designierten neuen ärztlichen Direktors Dipl. med. W. Bilstein (priv)

Das Jahresgehalt betrug 1979 27.648,25 Mark, dazu kam eine jährliche Vergütung für „Z- Tätigkeit“ von 11.700 Mark.

 

  1. Juli „Ferienparadies Bergschlößchen“ (LDZ).

Das Betriebsferienlager des VEB Kyffhäuserhütte Artern wurde während der Schulferien mit drei Durchgängen und jeweils 100 Kindern im Alter von 10 bis 14 Jahren belegt. Die einst versprochene Einrichtung einer öffentlichen Gaststube spielte keine Rolle mehr.

 

  1. Juli Anordnung zur Außerbetriebnahme der Fähre am Fischhaus (priv)

Das VPKA Abt. Wasserschutz veranlasste die Stilllegung wegen des schlechten technischen Zustandes und der verwahrlosten Stege der historischen Strömungsfähre.

 

  1. Sep. Einstellungsverbot des Rates des Kreises (priv)

Um den Arbeitskräftebedarf der Kombinate Leuna, Buna, Bitterfeld und Wolfen zu sichern, durften die kreisgeleiteten und örtlichen Betriebe bis auf Weiteres keine Facharbeiter, Lehrlinge und sonstige Arbeitskräfte einstellen.

 

  1. Sep. Ausgabe der Broschüre „Das Heimatmuseum Romanisches Haus“ (LDZ)

 

  1. Sep. Großeinsatz des VEB Elektroenergiekombinats (LDZ).

70 Arbeiter aus allen Netzbereichen schachteten mit Hacke und Schaufel in den Saalbergen auf einer Länge von 800 Meter den Graben für ein 20 KV Erdkabel. Die Aktion dauerte vier Tage.

 

  1. Sep. Vereinbarung zur Übertragung Grundstücks Ilskeweg 2 (priv).

Die BAK hatte im April bei der Stadt die Übertragung der Rechtsträgerschaft beantragt. Das mit der Villa „Steuer“ bebaute Anwesen hatte 17.000 m², der Einheitswert wurde mit 230.000 Mark angegeben. Im Haus wohnten noch vier Familien. Um sie zu räumen, verpflichtete sich die BAK, ein Wohnhaus für 6 Familien auf einem von der Stadt zur Verfügung gestellten Grundstück zu errichten. Vier Wohnungen wären für die BAK reserviert, über die beiden anderen könnte die Stadt frei verfügen. Der Rechtsträgerwechsel erfolgte zum 01. 01. 1979

 

  1. Okt. Eröffnung der Fahrradreparaturwerkstatt- G. Buls, Karl-Marx-Straße 11 (LDZ).

 

  1. Okt. „Samiel hilf – klang`s vor der Burg“ (LDZ).

Erinnert wurde an den 100. Todestag des legendären Burgwirtes.

 

  1. Okt. Besuch des Jugendzentrums aus Essen im VSB (GMS VIII 1527/66, BSTU).

Wie aus dem Bericht des GMS „Reh“ hervorgeht, handelte es sich um 20 junge Christen, angehende Pfarrer und Sozialarbeiter, die über das Internationale Informations- und Bildungszentrum in Halle hierher kamen. Die Besucher wirkten „äußerlich sehr schmutzig und erscheinen überwiegend in Gammlerkleidung“. Nach der Begrüßung durch den ärztlichen Direktor und die Erklärung zu Zweck der Einrichtung und die sozialpolitischen Errungenschaften konnten die Gäste Fragern stellen, die sich auf das medizinische Versorgungssystem bezogen. Besichtigt wurden die Kureinrichtungen und das Kinderheim in Marienthal wobei es keine Kontakte mit Patienten und weiteren Beschäftigten gab.              

 

  1. Okt. Treffbericht mit GMS „Reh“ beim IMK „Hugo“ (GMS VIII 1527/66, BSTU)

Die Berichterstattung bezog sich u. a. auf die BRD-Verbindungen von Dr. XY und den Stand der Reservekadergewinnung. Beauftragt wurde die „Einschätzung und Beobachtung der indirekten Verbindungen des Gen. Dr. XY zur katholischen Kirche.

 

            Nov. Kommunalhygienisches Gutachten zur Flächennutzungskonzeption (priv).

Das Gutachten war für die Einreichung des Antrags zur staatlichen Anerkennung als Kurort (GBl. Teil II Nr. 27 v. 26. 03.1968) erforderlich und wurde unter der Federführung des Direktors der Bezirks-Hygieneinspektion OMR Prof Dr. Grahneis erstellt. Der bezog sich i. W. auf die Flächennutzungskonzeption vom Oktober des Vorjahres.

Zum Wohnungsbau wurde festgestellt, dass 53 % der Wohngebäude vor 1900 errichtet wurden und die baulichen und hygienischen Verhältnisse unzureichend seien. 15% der Gebäude zählten zur schlechtesten Bauzustandsstufe, 29 % der Wohnungen hätten noch Trockenaborte. Konsequent sollte man alle Wohngebäude vor 1870 abbrechen und dafür eine zweigeschossige Reihenhausbebauung planen, allerdings auf Einzelofenfeuerung zu verzichten. Abgelehnt wurde eine vier- und mehrgeschossige Bebauung aus ästhetischen Gründen. Die von der Stadt vorgeschlagene Standort für den komplexen Wohnungsbau (200 WE) wäre wegen der Nähe zum Truppenübungsplatz bedenklich.

Zu den Vorschuleinrichtungen gehörten 2 Kinderkrippen mit 93 Plätzen, der städtische Kindergarten (90), der Betriebskindergarten des VSB (35) und der   Kiga Lengefeld (30). Unter Berücksichtigung der gesetzlichen Vorgaben dürften in den Kinderkrippen höchstens 2/3 der Kinder betreut werden, ebenso im Kindergarten. Bei der prognostizierten Zunahme bis 1990 müssten Einrichtungen geschaffen werden, die hinsichtlich ihrer Kapazität, der Zweckmäßigkeit und der Hygiene den gesetzlichen Vorgaben entsprächen. Alle anderen Maßnahmen wären nur Provisorien.

Nicht viel besser sah es bei den drei Schulen aus. Der Schulhort der 1. POS befand sich im Kindergarten, die viel zu kleine Schulküche der 1. POS lieferte das Essen an die 2. POS, deren Speiseraum hatte 60 Plätze für 330 Essenteilnehmer. Hier sollte eine zentrale Vorbereitungsküche eingerichtet werden, die auch „der gesellschaftliche Speisung des Gesamtterritoriums“ dienen könne.

Der Zustand der Lebensmittelverkaufsstellen, die sich ausnahmslos in der Altbausubstanz befanden, wurde als völlig unzureichend und hygienisch bedenklich eingestuft, eine oder möglichst zwei Kaufhallen als dringend erforderlich angesehen. Dagegen wären die Gastronomiebetriebe quantitativ ausreichend, aus hygienischer Sicht müssten in den HOG „Kurgarten“, „Vorwärts“ und „Himmelreich“ die Küchen verbessert werden.

Die Kureinrichtungen entsprachen nicht mehr den hygienischen Anforderungen, hier wären „auf lange Sicht Veränderungen grundsätzlicher Art erforderlich“. Falls ein neues Bettenhaus gebaut wird, sollte es möglichst weit weg von Bahn und Truppenübungsplatz entstehen. Unabhängig davon müssten die Häuser „DSF“ und Rudelsburgpromenade, die unmittelbar an der bahn lagen geschlossen werden. Anstelle der 6 Küchen, müsste das VSB eine Zentralküche einrichten ggf. in Kombination mit einer Vorbereitungsküche für die Vorschul-, Schüler- und Seniorenversorgung.

Das Trinkwasser aus den 4 Flachbrunnen in der Weniger Aue war TGL-gerecht. Die Tagesmenge betrug 1345 m³, dazu kamen 900 m³ Fremdeinspeisung. Die Chlorierung erfolgte im Pumpwerk eine weitere Aufbereitung war nicht erforderlich. Das Leitungsnetz müsste jedoch erneuert werden.

Angemahnt wurde der bislang noch ausstehende Beschluss zur Festlegung der Heilwasserschutz-zonen, obwohl die geohydrologische Stellungnahme seit Februar 1969 vorliegt.

Das Abwassernetz war unzureichend, es gab zwar eine Regenwasserableitung, an die auch die Dreikammergruben, soweit vorhanden, angeschlossen waren. Diese endeten in der Saale bzw. der kleinen Saale, wo Rattenbefall festzustellen war. Dringend erforderlich wäre ein zentrale Kläranlage, ohne die eine staatliche Anerkennung überhaupt nicht erteilt würde. Dazu fehlten öffentliche Toilettenanlagen, die in Anbetracht der zahlreichen Ausflügler dringend erforderlich wären..

Der Hausmüll wurde inzwischen auf die Zentraldeponie Freiroda gebracht, ab 1982 sollte die Kreisdeponie Zeuchfeld öffnen.

Durch die Tallage wurden durch die Emissionen vom Kalkwerk, vom Holzveredelungswerk und der Wäscherei, der Einzelfeuerstätten, Bahn- und Straßenverkehr die gesetzlichen Grenzwerte bei Schwefeldioxid- und Sedimentstaub dauerhaft überschritten. Der Ort war „überbelastet“. Als Sofortmaßnahmen wurde gefordert: der Einbau von Entstaubungsanlagen entsprechend der Genehmigung für die Splittproduktion im Kalkwerk vom August 1977, die Rekonstruktion des Heizhauses des VEB Textilreinigung, Umstellung möglichst vieler Zentralheizungsanlagen auf Stadtgas und die Sicherstellung einer Fernwärmeversorgung für den mehrgeschossigen Wohnungsbau.

Zur Lärmsituation wurden Tagesmessungen an 10 ausgewählten Punkten durchgeführt. Dabei wurden an der F 87 und der L 203 sowie an der Bahn Werte von 80 bis 90 dB gemessen. Weil eine grundlegende Verminderung der Lärmbelastung erst nach Realisierung einer Ortsumgehung zu erreichen sei, sollten Kindereinrichtungen und Bettenhäuser aus dem unmittelbaren Straßen- und Bahnbereich ausgelagert, für den Kurbereich rechts der Saale eine innerörtliche Umgehung eingerichtet und die Verlagerung des ruhenden Verkehrs außerhalb der Ortslage durchgesetzt werden.

Abschließend meinte der Leiter des Bereiches Kommunalhygiene „In den gemachten Ausführungen wurden anstehende Probleme angesprochen und teilweise Hinweise bezüglich einer Veränderung gegeben. Eine Vollständigkeit kann jedoch nicht garantiert werden. Wir halten in der Phase der weiteren Vorbereitung konkrete Aussagen im Detail für erforderlich.“

 

  1. Nov. Eröffnung der Karnevalssession mit einem Umzug (LDZ).

 

  1. Nov. Arbeitsprogramm der SED-GO im VSB (MER SED-GO, VSB IV/D-7/454/01).

Ausgehend von den Beschlüssen des IX. Parteitages und in Vorbereitung des 30. Jahrestages der DDR konzentrierten sich die Genossen des VSB auf den Friedenskampf, die Festigung der Liebe und Treue der Menschen zur DDR, die allseitige Stärkung der DDR und des Bruderbundes mit der Sowjetunion und auf die Entspannungspolitik. Dazu dienten die Erhöhung der Wirksamkeit des innerparteilichen Lebens, die Durchführung der Parteilehrjahre, sicheres Auftreten der leitenden Mitarbeiter, die Schulen der sozialistischen Arbeit und die Gewinnung von 2 Kandidaten für die Partei. Darüber hinaus sollte ein Freundschaftsvertrag mit dem sowjetischen Armeehospital abgeschlossen, drei Kollektive für den Kampf um den Titel „Kollektiv der DSF“ und 30 Mitglieder für die DSF gewonnen werden. Betriebliche Belange und Unzulänglichkeiten spielten so gut wie keine Rolle, ein Zeichen für die Dominanz der politisch-ideologischen Ausrichtung unter der neuen Leitung.

 

  1. Nov. Altbürgermeister A. Zinner (Jg. 1909) verstirbt (LDZ).

Das Ehepaar Zinner wohnte im ehemaligen Brunnenhäuschen in den Saalbergen. Seine Witwe siedelte Ende der 80er Jahre in die BRD über. Das Haus erwarb der Betriebsleiter des KfL Fränkenau.

 

  1. Nov. Bericht zur Historie des „Himmelreiches“ (LDZ).

Der Autor berichtete, dass das Gasthaus auf einem bereits 1571 im Amtserbbuch der Landesschule erwähnten Weinberg namens „Himmelreich“ auf Anregung des Badearztes Dr. Rosenberger 1868 entstanden sei. Das war falsch, denn weder das Kloster noch die Fürstenschule besaß hier einen Weinberg. Die Lage gehörte zum Rittergut Kreipitzsch, später dann zu Stendorf. In der Naumburger Kreiszeitung wurde im Jahr 1861 die Verpachtung seitens des Rittergutsbesitzers ausgeschrieben, auf den die Einrichtung der Schankwirtschaft zurückzuführen ist.

 

     Dez. Städtebauliche-denkmalpflegerische Analyse und Zielstellung (priv).

Die Stellungnahme des Instituts für Denkmalpflege gehörte zum Antrag für die staatliche Anerkennung. Dabei wurden vorgeschlagen: Erhaltung der Weinbergshäuser in der Ilske und in den Saalbergen, das verbot von Wochenendhäusern an diesen Hängen, Beibehaltung der beiden Zentren Rudolf-Breitscheid- und Karl-Marx Straße, sowie der geschlossenen Straßenzugbebauung links der Saale. In der Denkmalliste des Rates des Kreises wurden aufgenommen: 1. Denkmale zur politischen Geschichte (Gedenkstätte „Zur Tanne“, Gedenkstein der Arbeiterbewegung auf dem Friedhof, OdF-Denkmal), 2. Denkmale der Kulturgeschichte (Kurmittelhaus, Medizinische Badeanstalt, Trinkhalle, Sanatorium „Ernst-Thälmann“), 3. Denkmale der Produktionsgeschichte (Kleine Saale mit Übergängen, Wehrdamm, Radinsel, Wasserkünste, Gestänge, Solschacht und Gradierwerk, Saalebrücke), 4. Denkmale zu Städtebau und Architektur (Romanisches Haus, Stadtbibliothek, Kloster Pforte, Rudelsburg, Burg Saaleck, Dorfkirche Saaleck), die Saalecker Werkstätten, das „Bergschlößchen“ und die Stadtkirche waren mit Fragezeichen versehen.

 

  1. Dez. Ortsdelegiertenkonferenz der SED (LDZ).

Rückblickend wurden die erreichten Zeile der letzten drei Jahren gewürdigt, denn sei „Für jeden sichtbar: Das ist die Politik im Dienst am Volk!“ Begrüßt wurde die am 28. September vom ZK erlassenen Anordnung über die Erhöhung der Urlaubstage. Dabei müsse man ab dem kommenden Jahr mit einer weiteren Erhöhung der Gästefrequenz rechnen.

 

  1. Dez. Wiederentdeckung des Überlaufstollens des Borlachschachts (LDZ).

Bei Bauarbeiten im Wohnhaus Loreleypromenade 5 wurde die Überlaufrösche des oberen Solschachtes entdeckt. Nach einer Begehung wurde sie wieder vermauert.

 

  1. Dez. Inbetriebnahme der Kalksteinsplittanlage (LDZ).

Der im Tagebau durch Sprengung abgebaute Kalkstein wurde in Brecheranlagen zerkleinert, in verschiedenen Fraktionen getrennt und für den Straßenbau verwendet. Wegen fehlender Entstaubungsanlagen sorgte der feine Kalksteinstaub vorzugsweise in der Hauptwindrichtung für eine ständige Belastung

 

  1. Dez. Flächennutzungskonzeption des VSB (priv).

In Beantwortung einer Anfrage des Büros für Städtebau und Architektur informierte der ärztliche Direktor den Rat des Bezirkes Abt. Gesundheitswesen über die inzwischen geänderten Vorhaben. Für das 200-Bettenhaus war nunmehr der Garten vom Haus „Solidarität“ in der Berbigstraße vorgesehen. Ein neues Kindersanatorium mit 100 Betten sollte hinter dem Kindersanatorium III in der Salinenstraße entstehen, das Ernst-Thälmann Heim durch einen Bettentrakt erweitert und das Sanatorium „Philipp Müller“ mit dem Ludwig-Renn-Heim getauscht werden. Im Kurpark war die Niederbringung einer neuen Solequelle geplant, Voraussetzung für ein Solebad.

Der Verschleißgrad der 8 Erwachsenensanatorien mit 226 Betten und der 5 Kinderheime mit 223 Betten sowie der therapeutischen Einrichtungen wurde mit 60 bis 90% angegeben, und das obwohl in den letzten Jahren einige Verbesserungen und Instandsetzungen erfolgten. Insgesamt verfügte das VSB über die Hälfte der Betten, die übrigen waren Vertragsbetten in Privatunterkünften.

Unter Hinweis auf die Kurorteverordnung von 1967/68 wurde erneut gefordert: Zentralisierung der Quartiere und Therapieeinrichtungen rechts der Saale einschl. der Minimierung des Durchgangsverkehrs in diesem Bereich, ordnungsgemäßer Quellenschutz, Schaffung zentraler Klär- und Wärmeversorgungsanlagen, Sanierung der Wasserläufe insbesondere von kleiner Saale und Scheitbach, Bau einer Fußgängerbrücke über die Saale an der Fähre und Einrichtung von Parkplätze außerhalb der Stadt.

 

1979

 

  1. Jan. Ein Wintereinbruch bringt das öffentliche Leben fast zum Erliegen.

Die Ausläufer des in Norddeutschland wütenden Schneesturms waren auch hier zu spüren. In der Silversternacht fielen die Temperaturen auf minus 25°. Bahn- und Straßenverkehr brachen zusammen. Die Kohleversorgung der Kraftwerke stockte, Stromabschaltungen waren die Folge. Die DDR drohte zu kollabieren. Die Kosten für die Beseitigung der entstandenen Schäden waren so hoch, dass man alle geplanten Investitionen auf den Prüfstand stellte.

 

  1. Jan. Bau einer Regiewerkstatt im VEB Kreisbaubetrieb Naumburg (LDZ).

In dem zweigeschossigen Neubau kamen die Bauschlosserei, die Kfz-Werkstatt, die Kantine und die Materialwirtschaft unter.

 

  1. Jan. „Bad Kösen beschloß 1979er Ziele“ (LDZ).

Dazu gehörten u.a. die Erschließung von Bauplätzen für 40 Eigenheime in Fränkenau und an der Bergstraße.

Außerdem sollte die Traditionsgastsstätte „Zur Tanne“ umfassend saniert werden. Doch die Untersuchungen der Bausubstanz ergaben, dass hier nur noch ein Totalabbruch in Frage kam.

 

  1. Feb. Beratung zur Flächennutzungskonzeption (priv).

Vertreter vom VSB und vom Büro f. Städtebau und Architektur des Bezirkes Halle verständigten sich nun doch darauf, am Standort „Sportplatz“ für das 200er Bettenhaus festzuhalten. Der Standort der Schwimmhalle im Kurpark wurde bestätigt. Für beide Vorhaben sollte eine Fernwärmeleitung vom Heizhaus des VEB Holzveredelungswerk verlegt werden, womit sich ein neues Heizhaus rechts der Saale erübrigt. Abschließend stelle man fest: „Zur Verbesserung der Kurortbedingungen soll eine Fußgängerbrücke in Höhe der Fähre „Loreley“ und eine Autofähre in Höhe der HOG „Katze“ errichtet werden. Der zentrale Parkplatz soll am Ortsausgang Richtung Naumburg, rechtsseitig entstehen.“

 

  1. Feb. Verabschiedung des ärztlichen Direktors OMR Dr. Ehrentraut (LDZ).

 

  1. Mär. Planungsauftrag zur Rekonstruktion des Ernst-Thälmann-Heims (priv).

Da die Wahrscheinlichkeit einer Sperrung wegen hygienischer und technischer Unzulänglichkeiten drohte, sollten innerhalb kürzester Zeit die Heizungsanlage modernisiert, die Küche und der Speisesaal umgebaut und eine Generalsanierung der haustechnischen Anlagen in den Patientenzimmern und im Kultursaal erfolgen.

 

  1. Mär. Die 2. POS erhält den Namen „Karl Liebknecht“ (LDZ).

In diesem Zusammenhang wurde der Abbruch der alten Feuerwehrgaragen angekündigt. Hier sollte ein zweigeschossiger Verbindungsbau mit Küche, Speisesaal und Klassenräumen entstehen.

 

  1. Mär. „Bergschadenkundliche Analyse“ (priv).

Die Bergbehörde Halle hatte den Verbau des Borlachschachtes geprüft und festgelegt, dass die Unterhaltung, die Regulierung bei Bergschäden und die Verwahrung bei der Einstellung der Soleförderung in der Zuständigkeit des VSB fällt. Dazu gehörten auch die regelmäßige Überwachung der Überlaufrösche im Wohnhaus Loreleypromenade 5 und des unteren Schachts. Hier wurde festgelegt, dass der Bereich vermauert und der Schachthals mit einer Stahlbetonplatte zu verschließen sei. Ansonsten galt die Verfügung aus dem Jahr 1974 (Tgb.-Nr. 1412/74).

 

  1. Mär. „Auch Omas Nähmaschinen werden in Bad Kösen repariert“ (LDZ).

Ein Bericht über den Feinmechaniker Blaufuß im Hinterhaus der Gerstenbergkprom. 12.

 

  1. Apr. Beratung zum Vorhaben „Porenmittelherstellung“ im VEB HKZW, BT 6 (priv).

Das Kombinat plante die jährliche Produktion von 450 t Porenmittel. Dazu wurde Natriumkarbonat, Kaliumkarbonat und Aluminiumsulfat in Säcken angeliefert und mit fein gemahlenen Kalkstein gemischt. Das Verfahren verursachte „bei der Auffüllung von Silobehältern durch Ausschütten von Säcken und am Ende des Mischvorganges beim losen Ausstoß des trockenen Endproduktes“ erheblichen Feinstaub. Unter der Maßgabe hierfür eine entsprechende Absaug- und Filtertechnik einzubauen, stimmten die Kreishygieneinspektion und der Rat der Stadt zu. Die Arbeitshygieneinspektion verlangte die Einsichtnahme in das technische Projekt der Entstaubungsanlage. Das VSB stimmte ebenfalls zu, unter der Maßgabe, dass das Kalkwerk in den ersten 6 Monaten des Probebetriebes im Werksbereich lufthygienische Kontrollen im 4-wöchentlichen Abstand vornimmt, die Ergebnisse mitteilt und sich verpflichtet, die Grenzwerte auf keinen Fall zu überschreiten.

 

  1. Apr. Jubiläumsausstellung zum 10jährigen Bestehen der Kunsthalle (NKZ)

 

  1. Mai   Der VEB Kreisbaubetrieb wird nach Berlin delegiert (priv).

1976 hatte des ZK der SED den vordringlichen Aufbau der Hauptstadt beschlossen und auf der Berliner Bezirksdelegiertenkonferenz öffentlich verkündet. Da sich der Zustrom von Freiwilligen bei der „Berlin-Initiative“ der FDJ in Grenzen hielt, musste neben den Kombinaten nun auch das kreisgeleitete Bauwesen Kapazitäten stellen. 15 Maurer, Zimmerleute und Dachdecker aus dem OBL Bad Kösen wurden in Altglienicke beim Bau eines Heizhauses für eine neue Kaufhalle abgestellt. Neben den Fachkräften wurden auch die Materialkontingente aus der Provinz abgezogen, womit sich hier die ohnehin geringen Baukapazitäten weiter verringerten.

 

  1. Mai 14. Tourist-Trophy Saaletal (NKZ)

 

  1. Mai Wiederinbetriebnahme der Fähre am Fischhaus (LDZ).

Die Stadt wollte die Fähre aus dem Park umsetzen. Letztlich scheiterte das an den Kosten für die Anpassung des Fährkahns an die Seilanlage und die Anleger.

 

  1. Mai Aufnahme der Salinenanlagen in die zentrale Denkmalliste der DDR (priv).

Die Anlage galt „als kultureller Besitz der sozialistischen Gesellschaft unter staatlichen Schutz“. Die Verantwortung für den Eigentümer/Rechtsträger ergaben sich aus den Rechtsvorschriften des Denkmalpflegegesetzes aus dem Jahr 1975.

 

  1. Juni „Kösener Kurknirpse“ (LDZ)

Jährlich wurden über 1.600 Kinder im Vorschulalter zwischen 4 und 8 Wochen aufgenommen.

 

  1. Juni Park- und Gartenfest (LDZ).

Am ersten Wochenende fanden Tanzveranstaltungen auf der Festwiese und der Radinsel statt, unter der Woche mehrere öffentliche Kulturveranstaltungen im VSB und am zweiten Wochenende spielten Juvenka und die Tanos.

 

  1. Juni „Assam – neu in Bad Kösen“ (LDZ).

Der schwarze Panther war eine Leihgabe des Bergzoos Halle. Troll das Braunbärenmännchen wog 400 kg und war der schwerste lebende Bär in einem Tierpark der DDR.

 

  1. Juni Sitzung des Kreistages in der HOG „Kurgarten“ (LDZ).

Nach der Kreistagswahl vom 20. Mai erfolgte die Konstituierung. Der Kreistag wählte J. Frenzel zum Vorsitzenden und berief die leitenden Richter und Staatsanwälte am Kreisgericht.

 

  1. Juli „Rohrvortrieb unter der F 87“ (LDZ)

Für den Sammler der Dreikammergruben in der Neuen Siedlung zur kleine Saale wurde am Ortseingang die Straße durchörtert.

 

  1. Juli Gutachten über die hygienischen Verhältnisse des Borlachschachts (priv).

Im Auftrag des VSB hatte das Forschungsinstitut für Hygiene und Mikrobiologie Bad Elster im April mehrere Proben geprüft. Dabei waren die direkt am Schacht entnommenen Proben hygienisch unbedenklich. Dagegen entsprachen die Proben die im Kurmittel- und Badehaus entnommen wurden, nicht mehr den gesetzlichen Anforderungen für ein Heilwasser. Grund waren Undichtheiten der Röhrenfahrt vom Gradierwerk durch die Saale in den Kurpark und die Zwischenlagerung in offenen Behältern. Um ein Infektionsrisiko zu vermeiden wurde die Verwendung von Sole für die Inhalation untersagt, die Verwendung für Bäder mit sorgfältiger Überwachung erlaubt. Als Alternative wurde die Verlegung einer neuen Transportleitung direkt vom Borlachschacht über die Brücke zum Kurmittelhaus vorgeschlagen und die Verbesserung des Quellenschutzes gefordert.

 

  1. Aug. „Parkplatz statt Aschenhalde“ (NKZ).

Die Hausmülldeponie an der Eckartsbergaer Straße war mit Abraum aus dem Kalkwerk abgedeckt worden. Die Hänge sollten rekultiviert werden. Der oberer, ebene Teil wurde als Besucherparkplatz hergerichtet. Allerdings hielt sich die Inanspruchnahme in engen Grenzen

 

  1. Aug. „Steirische Hochzeit in Kösen“ (LDZ).

Ein Ehepaar aus Leoben ließ sich in ihrer Landestracht in der Lutherkirche trauen.

 

  1. Sep. 30jähriges Betriebsjubiläum der Elektrofirma Thalmann (NKZ/LDZ).

Johannes Thalmann hatte die Firma 1949 in Rehehausen gegründet. 1960 mietete sich in der „Mühle“ ein. 1978 übernahm der Sohn den Betrieb. Man spezialisierte sich auf die Installation von Straßenbeleuchtung und war Vertragswerkstatt für Waschmaschinen und Trockenschleudern der Fa. Schwarzenberg.

 

  1. Sept. Teilnahme am Wettstreit der Städte und Gemeinden (LDZ)

     20.  Okt. Produktionsaufnahme von Kalkstein für die Zuckerindustrie (Freiheit).

Die Tagesleistung betrug 100 t. Gleichzeitig wurde die umfassende Modernisierung und Erweiterung der Splittproduktion vom Betriebsleiter Gen. Dr. P. Loeck angekündigt.

 

  1. Okt. Würdigung von H. Krumbein (NKZ).

Der ökonomische Direktor des VSB war der dienstälteste Funktionär des Kur- und Bäderwesens der DDR. Ihm unterstanden acht Erwachsenen- und fünf Kindersanatorien, zwei Kinderkurheime und die Therapieeinrichtungen mit insgesamt 402 Mitarbeitern.

 

  1. Okt. Inbetriebnahme einer neuen Abfüllanlage im VEG Weinbau (Freiheit/LDZ).

Betriebsdirektor Lützkendorf erklärte, dass man nun 21.000 Flaschen/Schicht abfüllen kann, darunter auch den Naumburger Ratssiegel“.

 

  1. Okt. Bericht über den VEB „Plastica“ (Freiheit).

Der Betrieb hatte 123 Mitarbeiter und produzierte neben Steckbaukästen und Kinderspielzeug auch Teile für die Möbelindustrie und für die Kinderwagenproduktion.

 

  1. Nov. Auftakt zur 25. Karnevalsaison (NKZ).

Unter dem Motto „25mal Helau und 25.000 Pfennige“ gab es diesmal einen Festumzug. Am Vorabend erhielt der KKV den Titel „Hervorragendes Volkskunstkollektiv“. Prinzenpaar der Jubiläumssaison waren Horst und Marion Seifert.

 

  1. Nov. Die 1. POS erhält den Namen „Hermann Firchau“ (Freiheit/LDZ).

Die 446 Schüler traten dazu am OdF-Denkmal zum Appell an. Die Urkunde überreichten der 1. Sekretärs der SED Kreisleitung und der Kreisschulrat dem Lehrerkollektiv mit Genn. I. Gosewitz und ihrem Stellvertreter Gen. H. Henning.

 

  1. Nov. „Bad Kösener Mehl für Torten und Brot“ (LDZ).

Die VEB Mühlenwerke hatten 33 Mitarbeiter und produzierten täglich 75 t Mehl.

 

  1. Nov. Verwaltungsvertrag über das Grundstück Friedrich-Ebert-Straße 19 (priv)

Der vom Staatlichen Notariat eingesetzte Abwesenheitspfleger für die in der BRD wohnende Eigentümerin M. Hofmann, geb. Törpsch übertrug die Verwaltung dem Rat der Stadt. Das Grundstück wurde nicht verstaatlicht sondern treuhänderisch verwaltet und das Hauskonto blieb bei der Staatsbank der DDR. Dem Notariat musste jährlich eine Abrechnung vorgelegt werden, dafür bekam die Stadt eine Verwaltungspauschale von 160 M.

 

  1. Dez. Der Tierpark bekommt zwei junge Braunbären (Freiheit/LDZ).

Die beiden Altbären waren nach 26 Jahren kurz hintereinander gestorben, Troll an Übergewicht Anka aus Gram. Neben den Bären zeigte der Tierpark einen Panther und einen Tiger sowie Luchse aus eigener Nachzucht. In diesem Jahr wurden 170.000 Besucher gezählt.

 

  1. Dez. Komplexanalyse für den Verteidigungszustand (KD Nmb, Geh. VS 459/79, BSTU).

Im „Auskunftspiegel über geplante politisch-operative Absicherungsmaßnahmen“ war das Volkssolbad als Reservelazarett vorgesehen. Die dafür zuständige operative Diensteinheit der KD leitete Hauptmann Fäller. Von den 396 Beschäftigten im VSB galten 2 als „feindliche und negative Kräfte“. Auch im Verteidigungszustand wurde GMS „Rehberg“ vom Oberfeldwebel Kügler geführt. Die Analyse des Beauftragten der KD bestätigte der Leiter der KD Oberstleutnant Eberley. Die Analyse wurde 1981 und 1982 präzisiert.  

 

  1. Dez. 59. 000 Besucher ein Jahresrekord der Museen (Freiheit/LDZ).

Zum zehnjährigen Bestehen der Kunsthalle gab es zwei Jubiläumsausstellungen (Malerei und Glas,) eine große Keramikausstellung und vier Ausstellungen im Romanischen Haus. Für das 25jährige Jubiläum 1980 waren Ausstellungen namhafter Künstler sowie eine Ausstellung seltener Kösener Lithos und Stiche zum 250. Jubiläum der Erschließung der Solequelle vorgesehen.

 

  1. Dez. „Das Heim ist ihre Heimat“ (Freiheit).

Im Ludwig- Renn Heim wurden 60 Kinder von 24 Mitarbeitern betreut.

 

1980

 

  1. Jan. „Stein für Stein gute Arbeit“ (LDZ).

Bericht über die Fa. Flugel und deren Beteiligung am Straßenbau.

 

  1. Jan. Kampfprogramm der SED-GO des VSB (MER SED-GO VSB IV/D-7/454/01).

Schwerpunkte der politisch-ideologischen Arbeit waren u. a. die Festigung des Bruderbundes mit der UdSSR, die militärische Stärkung der Republik und die Unterstützung der um ihre nationale Befreiung kämpfenden Völker. „Dabei ist das Jahr 1980 zum Jahr der großen Initiative und des politischen Massenkampfes für einen hohen Leistungsanstieg zu gestalten.“ Um das zu erreichen wurde festgelegt: Alle Arbeitskollektive haben ihr Wettbewerbsprogramm samt persönlichen Verpflichtungen zu erarbeiten, 10 Kollektive kämpfen um den Titel „Kollektiv der sozialistischen Arbeit“, 12 Arbeitskollektive führen die „Schule der sozialistischen Arbeit“ durch, 2 Arbeitskollektive kämpfen um den Titel „Bereich der vorbildlichen Ordnung und Sicherheit“, die BPO kontrolliert die Fertigstellung von laufenden Investitionsvorhaben, ein Genosse wird zur Bezirks-, zwei Genossen zur Kreisparteischule delegiert und die verantwortlichen Genossen für die Vorbereitung und Durchführung der Gedenk- und Staatsfeiertage festgelegt.   [nbsp]

  1. Jan. „Bad Kösener Mach Mit Bilanz“ (LDZ)

Dazu gehörten: die neue Bushaltestelle an der Naumburger Straße, der Parkplatz an der HOG Vorwärts“, die Erweiterung der Betriebsambulanz im VEB „Holzveredelungswerk“, ein Veteranenclub und ein Appellplatz für die Hermann-Firchau-OS.

 

  1. Feb. „Kennen Sie Ruhländer“ (LDZ).

Das VEG Weinbau experimentierte mit Sorten, die hier weitgehend unbekannt war. Geplant war die Steigerung auf 5 Mio. Flaschen pro Jahr, wobei der Anteil an einheimischen Wein 15 % betrug.

 

  1. Feb. Beschluss zum Volkswirtschaftsplans 1980 (LDZ).

Höhepunkt des politisch-kulturellen Lebens sollte das 250. Quellenjubiläum werden. Außerdem war die Fertigstellung von 13 Eigenheimen sowie der Abschluss der Umbauarbeiten in der Karl-Liebknecht- OS geplant. Die HO beabsichtigte die umfassende Renovierung der HOG „Vorwärts“.

 

  1. Feb. Auszeichnung der Stadt im „Mach-Mit-Wettbewerb“ (LDZ).

Damit gehörte man zu den 100 vom Ministerrat ausgezeichneten Städten und Gemeinden.

 

  1. Feb. Übernahmeersuchen für das Grundstück Max-Bach- Straße 6 (priv).

Die Besitzerin Elise Paul (genannt Tante Lieschen, Wirtin der „Bombe“) war im Vorjahr verstorben. Der Rat des Kreises stellte einen erbenlosen Nachlass fest und beauftragte die Stadt mit der Verwaltung.

 

  1. Feb „Ein Paßbild aus der Drogerie“ (LDZ).

Das Ladengeschäft in der Karl-Marx-Straße 8 mit seinen 40 m² Verkaufsfläche war bis unter die Decke mit Waren vollgestopft. Auf engsten Raum handelten Seeber und sieben Mitarbeiterinnen mit Drogerieartikeln, Maler- und Gartenbedarf, wurden Filme entwickelt und Paßbilder aufgenommen.

 

  1. Feb. „Müllkippe wird Freizeitzentrum“ (LDZ).

Die Lengefelder Kippe an der Bergstraße wurde geschlossen und sollte für die Freizeitgestaltung der Jugendherberge hergerichtet werden.

 

  1. Mär. „Mit dem gestiefelten Kater zur Frühjahrsmesse“ (LDZ).

Der VEB Kösener Spielzeug stellte 12 Neuentwicklungen vor, die in Zusammenarbeit mit der Hochschule f. industrielle Formgestaltung, Burg Giebichenstein entstanden waren.

 

  1. Apr. Vertrag zur Erkundung einer neuen Solequelle (Hydrogeologisches Grundprojekt).

 

  1. Apr. Eröffnung der Tischlerei vom Axel Lietz in Lengefeld (LDZ).

 

  1. Apr. Bericht zur bevorstehenden Campingsaison (LDZ).

Auf dem Gelände des ehemaligen Stadions standen inzwischen 15 Einzel- und 7 Doppelbungalows, die als Tauschobjekte für den Urlaub von Betriebsbelegschaften gedacht waren

 

  1. Apr. „Sole Salz und Bergrat Borlach“ -Ein Beitrag zum 260 Quellenjubiläum (NKZ)

 

  1. Apr. Richtfest am Erweiterungsbau der Karl-Liebknecht Oberschule (Freiheit).

 

  1. Mai Eröffnung einer HO-VST am Schwimmbad (Freiheit).

Damit sollten nicht nur die Besucher des Schwimmbades sondern auch die Camper versorgt werden.

 

  1. Mai Umstellung der Tankstelle auf Selbstbedienung (NKZ).

 

  1. Mai Vor dem Bahnhof wird eine Wanderkarte aufgestellt (LDZ).

 

  1. Juni Sonderausstellung zur Gründung des Geschichtsvereins auf Burg Saaleck (LDZ)

 

  1. Juni Festwoche zum 250. Quellenjubiläum (LDZ).

Das Motto „Vom Fischerdorf zum Kurort“ stand ganz im Zeichen des bevorstehenden X. Parteitags der SED. Höhepunkte waren das Schwimmbadfest und der Festumzug mit 190 Kostümen, 100 historischen Waffen sowie 50 Pferden.

 

  1. Juni Der Arbeiterveteran Ludwig Heyer wird 75 (Freiheit).

Den Träger des Vaterländischen Verdienstordens in Gold und weiterer hoher staatlicher und gesellschaftlicher Auszeichnungen würdigte das Mitglied des Politbüros des ZK der SED und 1. Sekretär der Bezirksleitung Halle Werner Felfe.

 

  1. 30. Juli Auftrag des VSB zur Neuerkundung einer Solequelle (Kubi).

Wegen der strengen Auflagen bei der Verwendung der Sole aus dem Borlachschacht und einem drohenden Totalausfall sollte durch die Niederbringung einer neuen Solebohrung im unteren Park das Problem gelöst werden. Dabei stützte man sich auf die Erkenntnisse bei dem 1911 erschlossenen Hufelandsprudel. Das Kombinat Hydrogeologie mutete in einer Tiefe von 200 bis 250 Metern eine 6%ige Sole mit einer Schüttung von 12 bis 15 m³.

 

  1. Aug. „Am Kösener Saalestrand ist Ferienland“ (LDZ).

Berichtet wurde über Frequenz von Jugendherberge, Campingplatz und Schwimmbad.

 

  1. Sep. Inspektion der Ständigen Kommissionen des Bezirkstages (priv).

Die Kommission Erholungswesen und die Kommission Gesundheits-und Sozialwesen informierten sich vor Ort über die Probleme. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden des Rates des Kreises berichtete der Bürgermeister über die Erfüllung der Beschlüsse des VIII. und IX. Parteitags auf dem Gebiet des Tourismus und Erholungswesen. Dann zählte kam er zu den Schwierigkeiten bei der Versorgung wegen der unzureichenden Berücksichtigung der zahlreichen Kurpatienten, Urlauber und Tagesausflügler, den unzureichenden Sanitäranlagen in den HO-Ausflugsgaststätten „Rudelsburg“ und „Himmelreich“, den technischer Verschleiß der Motorboote und dem zum Himmel stinkenden Zustand der kleinen Saale.

Der ärztliche Direktor wies in seinem Bericht darauf hin, dass der Charakter des Kurortes in Anbetracht des ständig zunehmenden Urlauber- und Erholungsbetriebes leidet. Immerhin betreuten 465 Mitarbeitern, vornehmlich Frauen, monatlich 700 Erwachsene und 300 Kinder, insgesamt 12.000 Kuren im Jahr. Dabei wurden 100.000 Bäder, 17.000 Massagen und 200.000 Inhalationen abgegeben.

Sorgen bereitete ihm der hohe Verschleißgrad (74%) der 24 verstreut liegenden Objekte. Die Hälfte der erwachsenen Kurgäste war in den 8 Sanatorien untergebracht, die anderen in Vertragsbetten. Durch die Zersplitterung der Einrichtung benötigte man mehr Personal, zumal wegen der sozialpolitischen Maßnahmen und durch Krankheit zahlreiche Mitarbeiter ausfielen.

Der ärztliche Direktor forderte die staatliche Anerkennung, die vorrangige Profilierung als Kur- und nicht als Erholungsort und die verbindliche Festsetzung des Quellenschutzgebietes.

In Auswertung des Besuchs stellten die Kommissionsvorsitzenden fest. „Der ständig steigende Besucherstrom sowie der steigende Nah- und Fernverkehr drohen bei gleich bleibender Tendenz die Qualität Bad Kösens als Kur- und Erholungsort zu beeinträchtigen. Auf Grund der hohen Besucherzahl sind die örtlichen Versorgungseinrichtungen qualitativ und quantitativ unzureichend Das Stadtbild sowie einzelne Objekte des Kur- und Erholungswesens entsprechen nicht voll den Anforderungen. Ein Ursache hierfür ist, daß die in den Territorien vorhandenen Mittel und Kapazitäten nicht einheitlich genutzt und geleitet werden“. In Erbgebnis der Inspektion empfahl et die Kommission dem Rat des Kreises, die Erarbeitung einer Konzeption zur Entwicklung der Stadt als Kur- und Erholungsort als Grundlage für den Antrag auf staatliche Anerkennung. Allerdings dürfte der Kommission bekannt gewesen sein, dass die vorgeschlagenen Aktivitäten bereits seit längerer Zeit vorlagen bzw. die dazugehörenden Anlagen in Auftrag gegeben waren.    

 

  1. Sep. „Nicht nur die Sole“ ein Beitrag v. Monika Hofacker DNW/DU

Mit Abgeordneten unterwegs: Bad Kösen Kurort und Naherholungsparadies.

 

  1. Sep. IM-Bericht über eine Mitarbeiterin des VSB (GMS VIII 1527/66, BSTU)

Die polnische Staatsbürgerin war hier verheiratet und seit 1976 im VSB als Erzieherin beschäftigt und inzwischen zur Betreuung der polnischen Kurpatienten eingesetzt. „Reh“ bemerkte, dass ihre Einstellung zum Sozialismus und der UdSSR wankt und sie die Ansicht vertritt, dass nur die Kirche in Polen für Ordnung sorgt.    

 

  1. Sep. Bericht des GMS „Reh“ über Gespräche mit polnischen Kurgästen (dto)

Diese hätten geäußert, dass hier die Versorgung besser und der Lebensstandard höher ist. Zu den Ereignissen in ihrer Heimat (Solidarnosz) wollten sie sich aber nicht äußern.

 

  1. Sep. Schreiben der Bezirks-Hygieneinspektion an den VEB HKZW (priv)..

In einer zweiten Ausbaustufe sollte die Produktion auf 200 kt Splitt, 1,45 Mio Porenanhydritsteinen und 80 kT Kalkstein für die Zucker- und die Düngemittelindustrie bis 1981 gesteigert werden. Nach Einsicht in die vorgelegten Unterlagen über die Planungen erteilte die Bezirkshygieneinspektion im Einvernehmen mit der Kreishygieneinspektion die Zustimmung unter der Maßgabe, ausreichend Entstaubungsanlagen zu installieren. An allen „Staubanfallstellen“ muss die staubbeladene Abluft auf unter 0,15 g/m³ gefiltert und mindestens 4 Meter über Dachfirst senkrecht nach oben abgeleitet werden. Alle Abluftkanäle sollten mit Messvorrichtungen versehen werden. Beauflagt wurde, dass die Entstaubungsanlage gleichzeitig mit erweiterten Produktion betriebsbereit sein soll.  

 

  1. Okt. Eröffnung der „Flößerstube“ in der HOG „Vorwärts“ (Freiheit).

 

  1. Okt. „Bad Kösen-Erholungsstätte und Kurort zugleich“ (LDZ)

Der Beitrag bezog sich auf den Besuch der Abgeordneten des Bezirkstages. Auf die Frage ob der Kurerfolg durch den Tourismus gefährdet sei, meinte die stv. Kommissionsvorsitzende, dass das Kurwesen nicht vom Erholungswesen getrennt werden kann. Alle Anstrengungen müssen unternommen und alle territorialen Reserven genutzt werden, um Kurpatienten als auch Erholungssuchenden gerecht zu werden.

 

  1. Okt. Treffbericht mit dem GMS „Reh“ beim IMK „Hugo“ (GMS VIII 1527/66, BSTU).

Entsprechend der Aufgabenstellung beim letzten Treffen hatte der GMS gemeldet, dass die beiden polnischen Serviererinnen mangels Sprachkenntnissen keine Kontakte zur Bevölkerung hätten. Die im Austausch in Zakopane eingesetzte Serviererin würde bei der Rückkehr vom GMS „abgeschöpft“.

Dem Treffbericht wurde eine Information von „Reh“ angefügt, wo er auf die 1974 bestehenden dienstlichen Verbindungen zum Staatsbad Ciechocinek einging. Dazu gehörte der ständige Austausch von Arbeitsdelegationen und Feriengästen, wobei sich auch sehr persönliche Beziehungen entwickelten. So habe ein Arzt aus dem VSB mit seiner ganzen Familie den Chefarzt von Ciechocinek einen privaten Besuch abgestattet. Der Pole könne perfekt deutsch und würde in Hamburg mit einem Partner eine Klinik betreiben. Darüber und über seine frühere Tätigkeit als Wehrmachtsarzt würde er offen sprechen. Weitere persönliche Verbindungen zu polnischen Mitarbeitern bestünden beim Gen. XY Sicherheitsinspektor, Gen. XY Kaderleiter, Gen. XY Kulturleiter, Koll. XY technischer Direktor, Frau Oberarzt Dr. XY, Frau Oberarzt Dipl. med. XY sowie Mitarbeitern, die im Laufe der Jahre am Touristenaustausch und der Betreuung der polnischen Kurpatienten beteiligt waren.

 

  1. Okt. Schreiben des Ärztlichen Direktors an den Chef des Bezirks-Hygieneinstituts (priv).

Nach dem Arbeitsbesuch der ständigen Kommissionen wurde Prof. Grahneis um Unterstützung bei der „Erkennung, Begrenzung und Minderung von gesundheitsrelevanten Umwelteinflüssen im Kurort“ gebeten. „Mit den geplanten und teilweise realisierten extensiven und intensiven Investitionen der örtlichen Industrie, VEB Vereinigte Holzveredlungswerke, VEB Harzer Kalk- und Zementwerke und VEB Plastica ergeben sich erneut zusätzliche Gefährdungen.“ Außerdem wurde Unterstützung bei den Verhandlungen mit dem VEB WAB wegen der Verrohrung des Flutgrabens am Kirchberg gebeten.

 

  1. Okt. Schreiben des VEB HKZW an das Volkssolbad (priv).

Der Betriebsleiter Dr. Loeck teilte dem ärztlichen Direktor mit, dass die Staatliche Plankommission für das Vorhaben „Rekonstruktion Splitt“ die Standortzustimmung erteilt habe. Die Investition in Höhe von 4.8 Mio. M soll Ende 1981 abgeschlossen sein. Der Abtransport der geplanten 270 kt/Jahr würde zu 80% per Bahn erfolgen, wozu ein neuer Gleisanschluss gebaut wird. Da für die erweiterte Splittproduktion Entstaubungsanlagen von 500.000 M geplant sind, wäre die Genehmigung des Bezirkshygieneinstituts sicher. Während die Erweiterung der Produktionsanlage für Porenanhydritsteine von 1,45 Mio auf 2,1 Mio Steinen geplant war, hatte man den Plan zur Herstellung von Porenmitteln, die mit einem weit höheren Staubanfall verbunden wäre, zurückgestellt.

 

  1. Okt. Ökonomisch-kultureller Leistungsvergleich (LDZ).

An dieser Veranstaltung im Ernst-Thälmann-Heim beteiligten sich der VEB Plastica, der VEB Kösener Spielzeug, der VEB Holzveredelung und das VSB.

 

  1. Nov. Übernahme des Wohnhauses Eckartsbergaer Str. 5 (priv).

Die Umschreibung in Eigentum des Volkes hatte der Rat des Kreises mit einem Inanspruchnahmebescheid entschieden. Dazu hatte die Stadt bei der Kreissparkasse einen Kredit in Höhe von 9.400 M. für dringende Reparaturen zur Sicherung der Bewohnbarkeit beantragt.

 

  1. Nov. „Eine Lobrede auf den Wein“ (LDZ/NKZ)

Bericht zur Eröffnung einer Probierstube im VEG Weingut.

 

  1. Nov. Auftakt zur 26. Karnevalssaison (LDZ).

Der Verein plante insgesamt 17 Veranstaltungen.

 

1981

 

  1. Jan. VEB Plastica wird dem Kombinat Chemie- u. Plasteverarbeitung angegliedert (PeBe-Ar.)

Damit legte das Kombinat als wirtschaftsleitendes Organ Produktionsprofil und Planzahlen fest, sorgte aber auch für die Material- und Maschinenbereitstellung, soweit dies möglich war. Allerdings war der zusammengewürfelte Firmensitz höchst unproduktiv. Einige der neuen Produktlinien wurden daher an andere Kombinatsbetrieb abgegeben.

 

  1. Jan. Umstrukturierung der Wäscherei im Kalkwerk (NKZ).

Der VEB Textilreinigung Bad Kösen wurde dem VEB Chemische Reinigung Naumburg angegliedert, der Betriebsdirektor Gen. Harnisch vom Kreistag zum stv. Betriebsdirektor berufen.

 

  1. Jan. Wechsel im Direktorat der Hilfsschule (Freiheit).

Die Genn. M. Ries wurde abberufen, die Genn. I. Kehl vom Kreistag berufen.

             Baugenehmigung für die Bungalows in den „Vorderbergen“. (St.-A).

Im Landschaftschutzgebiet an der Ilske wurden für die neu gegründete Sparte des VKSK mehrere Parzellen zur Errichtung von Bungalows ausgewiesen. Dies rief Unmut unter der Bevölkerung hervor, zumal einige hochrangige SED-Mitglieder, darunter der 1. Sekretär der SED-Kreisleitung der LEUNA-Werke R. Veckenstedt die Sparte gegründet hatten und nun hier ihre Bungalows bauen konnten.

 

  1. Jan. Schreiben der Kreishygieneinspektion an die Bezirkshygieneinspektion (priv).

Das Bezirksbüro für Städtebau und Architektur hatte im Rahmen der Bebauungskonzeption östlich des Gradierwerks bei der Kreishygieneinspektion die Pläne für den Neubau von 192 Wohnungen vorgestellt. Diese sollten in 4-geschossiger Montagebauweise mit Satteldach und entsprechend den Vorgaben für Einzelstandorte im ländlichen Gebiet mit Einzelofenheizung ausgestattet werden. Die Hygienekommission bewertete die Lage des Bebauungsgebietes als vorteilhaft, weil der Rauch wegen der Hauptwindrichtung das Kur- und Stadtgebiet nur wenig belasten würde. Dagegen gab es Probleme mit der Trinkwasserversorgung weil der Mehrbedarf nicht mehr über die vorhandenen Brunnen abgedeckt werden konnte. Für die Abwässer sollten Kleinkläranlage reichen, und die vorgeklärten Abwässer direkt in die Saale geleitet werden.  

 

  1. Jan. 1. Teil einer Artikelserie „Auf den Spuren Borlachs“ von Gericke (LDZ)

 

  1. Jan. Treffbericht mit dem GMS „Rehberg“ (GMS VIII 1161/80, BSTU).

Der GMS bekam einen neuen Decknamen und die KD legte eine neue Akte an. Es blieb der Führungsoffizier Kühling und der Treff beim IMK „Hugo“. Der GMS berichtete, dass es im Hinblick auf die Situation in der VR Polen keine nennenswerten Diskussion gab und wegen der „Unterwanderung“ der staatlichen polnischen Kurvermittlung durch die konterrevolutionäre „Solidarnoscz“ war der Gästeaustausch ausgesetzt. Der GMS erhielt den Auftrag, die Diskussionen über die VR Polen zu beobachten und Tendenzen zu Vergleichen oder der „Beispielnahme“ gründlich zu analysieren und sofort die KD zu informieren.  

 

  1. Jan. Schreiben des Büros für Städtebau an die ZBE Bauorganisation (priv).

Nach den zwischen der Stadt und der BAK getroffenen Vereinbarung bei der Übertragung der Villa Steuer wurde noch ein Zusatz vereinbart, der den Bau eines dreigeschossigen Blocks 0,8 MP, Typ Brandenburg mit Steildach und 12 Wohnungen vorsah. Aus städtebaulicher Sicht bestanden keine Einwände, wohl aber wegen des Standortes zwischen der August-Bebel-Straße und der Neuen Siedlung. Laut Flächennutzungsplan aus dem Jahr 1979 sollte hierher die Kaufhalle kommen, deren Planung abgeschlossen und bereits die Bilanzierung der baulichen Hülle beim MLK Plauen erfolgt war. Der vorgeschlagene Alternativstandort, der Spielplatz vor dem „Russenblock“ erwies sich als zu klein und die Verkehrsanbindung problematisch. Daher erklärte das Büro „Aus den genannten Gründen bitten wir Sie, zur Kenntnis zu nehmen, daß unsere Zustimmung zum Wohnungsbau Neue Siedlung nur mit dem Hinweis gegeben wird, daß wir nicht in der Lage sind, einen anderen Standort für die Kaufhalle ausweisen zu können.“

 

  1. Jan. Schreiben der Deutschen Post zum Fernsehempfang (W. Becker)

Bei einer Tagung leitender Mitarbeiter der Deutschen Post in der HOG „Kurgarten“ stellten diese fest, dass hier der Empfang der beiden Programme des DDR-Fernsehens völlig unzureichend war. Schriftlich wurde dem Gaststättenleiter anschließend empfohlen, eine „abgesetzte Antenne an einem empfangsbereiten Punkt“ zu installieren. Im März pachtete W. Becker, dem sich inzwischen 15 weitere Interessenten angeschlossen hatten, eine Parzelle von Fritz Bischof an der Ilske, und baute die erste Anlage. Die Verkabelung erfolgte oberirdisch. Zwar hatte die Anlage etliche Kinderkrankheiten, dennoch konnte nicht nur der DDR-Fernsehfunk empfangen werden, sondern auch ARD und ZDF.

 

  1. Jan. „Ziel - Staatlich anerkannter Kurort“ (LDZ).

Zu den Schwerpunkte gehörten die Verbesserung der Wohnbedingungen, der Versorgungslage und des Kurortmilieus. Hierzu meinte Bürgermeister Skrubel: „Wir lassen es nicht mehr zu, daß unsere schöne Umgebung durch Zersiedlung, Abholzung und Verschmutzung verunstaltet wird“. Schon das war in Anbetracht der Bungalows in der Ilske und der Erweiterung der örtlichen Industrie reichlich blauäugig. Dazu kam, dass in Folge des Katastrophenwinters 1978/79 und der 2. Ölkrise 1980 bei der Brennstoffbereitstellung einschneidende Änderungen angeordnet wurden. Erdöl fiel als Brennstoff völlig aus, Stadtgas wurde nur begrenzt für Heizzwecke freigegeben. Alle Betriebe und Einrichtungen, die ihre Zentralheizungen mit Steinkohle, Koks oder Brikett betrieben, mussten nun auf Rohbraunkohle umstellen. Dies und die angeordnete Bevorratung mit diesem meist Torf ähnelnden Brennstoff erhöhten die ohnehin schon grenzwertige Umweltbelastung, womit die Chancen auf eine staatliche Anerkennung noch weiter sanken.  

 

  1. Feb. Jahresbilanz 1980 des VSB (Freiheit).

Registriert wurden 3.529 Kinder und 8.464 Erwachsene, 56.890 Solebäder, 288.644 Gemeinschafts- und 61.215 Einzelinhalationen wurden abgegeben. Die Anzahl der Mitarbeiter wurde mit 460 angegeben.

 

  1. Feb. Standortbestätigung für die 12 WE Neue Siedlung (priv)

Die vom Büro für Städtebau vorgebrachten Bedenken wegen des Standorts wurden wegen des vordringlichen Interesses des Bezirks an der Erweiterung der BAK nicht berücksichtigt und Bürgermeister Skrubel erteilte die Standortgenehmigung gem. dem Standortfestlegungsprotokoll des IAG vom 06. 11. 1980.    

 

  1. Feb. Entwurf der Quellenschutzgebietserklärung (Balneologie KUBI).

Vom Forschungsinstitut für Balneologie und Kurortwissenschaft Bad Elster wurden die Schutzzonen am Borlachschacht festgelegt. Abweichend von dem von Prof. Gießler 1969 erarbeiteten Entwurf einer Schutzgebietserklärung entfielen dies Zonen bei der Beyschlagquelle, dem Mühlbrunnen und der Johannisquelle.

 

  1. Mär. „Wer einmal hier `reinschaut“ – Beitrag zur Hübners Gaststätte in Lengefeld (LDZ)

 

  1. Mär. Treffbericht mit dem GMS „Rehberg“ (GMS VIII 1161/80, BSTU).

„Rehberg“ meldete, dass in den letzten Monaten die offiziellen Kontakte mit der VR Polen aufgehört und auch keine Kurgäste mehr erwartet werden. Die freien Betten habe man dem FDGB überlassen.

 

  1. Apr. „Erholungsstätte und Vitaminquelle zugleich“ (LDZ).

Die ersten Gärten entstanden vor dem Krieg auf Splitterflächen der Reichsbahn zwischen dem Bahndamm und dem Aschendamm. 1946 kamen ca. 160 Parzellen zwischen Bahndamm, Scheitbach und Saale dazu. 1949 trat die Sparte der im November des Vorjahres gegründeten „Kleingartenhilfe des FDGB“ bei, der 1952 zum VKSK wurde. Inzwischen waren weitere Gärten auf dem Fischfeld angelegt worden, insgesamt 375 Parzellen. Die Pächter waren entsprechend dem Kleingartengesetz verpflichtet, ein vorher vom Vorstand und vom Vorsitzenden W. Eigenfeld festgelegtes Ablieferungssoll an Gemüse, Obst, Eiern und Kleintieren zu bringen. Wegen der hohen Aufkaufpreise kam man dem auch gerne nach.

 

  1. Apr. Schreiben der Bezirkshygieneinspektion an den Rat des Kreises (priv).

Prof. Dr. Grahneis, Chef der Bezirkshygieneinspektion und Lehrstuhlinhaber für Allgemeine und Kommunale Hygiene an der Uni Halle hatte sich bereit erklärt, das Antragsverfahren zur staatlichen Anerkennung zu unterstützen. Dem Vorsitzenden des Rates des Kreises teilte er mit, dass er inzwischen auch den Leiter der Inspektion Lärmschutz, den Direktor des Hygieneinstituts Dessau eingeschaltet habe, um eine Lärmkarte zu erarbeiten. Allerdings sei die Zuarbeit der Stadt trotz mehrfacher Anfrage bislang nicht erfolgt: „Im Interesse unseres gemeinsamen Bemühens, aus dem Kurort Bad Kösen ein Staatsbad zu entwickeln“, bat er darum, den Rat der Stadt zu veranlassen, die erforderlichen Unterlagen zu übergeben.

 

  1. Apr. „Ein dreifaches Jubiläum und eine Elektrofirma“ (NKZ).

Friedrich Zippließ beging den 75. Geburtstag, das 50jährige Meisterjubiläum und das 45jährige Betriebsjubiläum.

 

  1. Apr. Spatenstich für die HO-Kaufhalle (Freiheit/LDZ).

Nachdem der Standort „Neue Siedlung“ zugunsten des Wohnungsbaus aufgegeben wurde, hatten die SED Kreisleitung und der Rat des Kreises entschieden, dass die Kaufhalle an der Naumburger Straße im Garten der HOG „Vorwärts“ gebaut wird. Die Kaufhalle vom Typ VM 270 (270 m² Verkaufsfläche)sollte bereits im kommenden Jahr geliefert werden. Alle übrigen Leistungen wie die Beräumung, Erschließung, Gründung, Montage und die Außenanlagen sollten in Eigeninitiative mit dem Stadtbauhof, der Bevölkerung und aller örtlichen Betriebe realisiert werden. Die HO finanzierte die Bauhülle und die Einrichtung, die Stadt die Beräumung, Erschließung und die Außenanlagen.

 

  1. Mai Eröffnung des Baureparaturbetriebes von L. Karwath (NKZ).

 

  1. Mai „Gute Bilanz des bisher Erreichten“ in Vorbereitung der Volkswahlen (LDZ).

In Vorbereitung der Volkswahlen kündigte Bgm. Skrubel auf der Tagung des Stadtausschusses der Nationalen Front den Baubeginn für die 12 WE am Galgenberg und die Freilenkung der Villa „Dreyling“ an, um durch Umbau einen Kindergarten mit 36 Plätzen zu schaffen.

 

  1. Mai Das Stadion am Gradierwerk erhält den Namen „Anton Zinner“ (LDZ).

Eine verdiente Anerkennung eines emsigen Parteisoldaten, der in seiner Amtszeit viel für die Stadt getan hatte.

 

  1. Juni Schwimmbadfest zum 20jährigen Bestehen (LDZ).

 

  1. Juli Stadtverordnetenversammlung (LDZ)

Berichtet wurde über den Stand beim Umbau der Villa „Dreyling“. Bei der Finanzierung der 12-WE Wohnblocks ging der Rat des Bezirks Abt. Landwirtschaft in Vorleistung. Mit Bezugsfertigkeit würde die Rechtsträgerschaft auf die Stadt übergehen und der Kredit von der Staatsbank übernommen.

 

     Juli Forellenzuchtanlage im Kalkwerk (NKZ).

Für 1.500 Jungfische wurden Betonbecken aufgestellt, die mit Grundwasser aus dem Tagebau gespeist wurden. Geplant war 1 Tonne Fisch für den Bevölkerungsbedarf.

 

  1. Aug. Strafprozess gegen den Elektromeister E. S. vor dem Bezirksgericht Halle (LDZ).

Wegen Steuerhinterziehung und Betrug wurde S. zu 3 Jahren und 6 Monaten Gefängnis, einer Geldstrafe von 50.000 Mark, zur Rückzahlung von nicht weiter berechneten Großhandelsabgabe-preisen bei öffentlichen Aufträgen wie der Verlegung von Erdkabeln in Naumburg in Höhe von 13.000 Mark verurteilt Außerdem wurde ihm für fünf Jahre die Gewerbeerlaubnis entzogen. E. Hatte an der Kukulauer Straße ein Eigenheim gebaut und die Fassade dem Relief des Berliner Bären verziert.

 

  1. Sep. Vorortbesprechung zur „Jugendklause (Freiheit).

Wegen sich häufender Beschwerden von Kurpatienten verlangte das VSB von der Stadt, die Auslagerung des Jugendklubs aus der Kurzone.

 

  1. Sep. Beratung beim Bürgermeister zur Kurortgestaltung (priv).

Teilnehmer waren Vertreter des Büros für Architektur und Städtebau, des VSB und die Betriebsleiter von Kalkwerk und der Holzindustrie. Dr. Loeck vom HKZW teilte mit, dass mit der Inbetriebnahme der neuen Anlagen die Produktion von Kalksplitt von derzeit 30.000 t bis 1985 auf 500.000 t/J und bei Kalksteindünger von 70.000 t bis 250.000 t/J bis gesteigert werden soll. Für den Bahntransport rechnete man mit 40 Waggons täglich. Die vom Bezirkshygieneinstitut geforderten Entstaubungsanlagen waren bilanziert, die Lieferung würde sich aber weitere 2 Jahre verzögern. Bis dahin müsse man mit den Gegebenheiten leben. Während die eigene Heizungsanlage nicht erweitert werden muss, sei das bei der Wäscherei vorgesehen. Der VEB HVW inzwischen der größte Sperrholzproduzent der DDR, plante die Verdreifachung der Produktion auf 9000 m³ Furnierholz. Für die Erweiterung und Rekonstruktion sollte eine neue Halle zwischen dem Heizhaus und der „Katze“ errichtet werden. Zugegeben wurde, dass die Behandlung von Abfällen nicht den Erfordernissen entsprach. Es fehlte an Absauganlagen für Staub- und Späne, Hydrophenol und Formaldehyd kamen unbehandelt in das Abwasser, ebenso Schleifsand der mit Fäkalien gebunden wurde. Die Borke wurde verbrannt, Furnierabfälle und Preßteile gehäckselt und auf Halde gebracht. Nur die Formaldehydbelastung in der Presserei sollte vierteljährlich gemessen werden.                          

 

  1. Sep. Bericht des ökonomischen Direktors des VSB vor den Stadtverordneten (LDZ).

Die Leitkureinrichtung im Bezirk Halle, drittgrößte in der DDR hatte im laufenden Jahr 7.640 Erwachsene- und 1.291 Kinderkuren abgegeben. Dazu kamen prophylaktische Heilkuren für Kinder in Saaleck und Marienthal und Genesungskuren für Erwachsene in Breitenbach bei Zeitz. Größere Investitionen waren trotz der maroden Bau- und Ausrüstungssubstanz nicht vorgesehen. Immer noch gab es 322 Außenbetten, teilweise im unzureichenden Zustand. Für die laufenden Reparaturen sollte die eigene Bauabteilung ausgebaut werden, da hierfür keine Bau- und Ausrüstungsfirmen bilanziert wurden, außer für den Abbruch des Seitenflügels im KS IV und die Generalsanierung des KS III in der Salinenstraße. Außerdem wurde die Bauabteilung auch für die Unterhaltung der Außenanlagen eingesetzt, weil es hier an Arbeitskräften und Technik fehlte. Abschließend wurde über die Vorbereitung zur Abteufung einer neuen Solequelle informiert.

 

  1. Sep. „Quantität mäßig – Qualität gut“, die diesjährige Weinernte lag im Plan (LDZ).

 

  1. Okt. Mitteilung der BD Halle an die KD des MfS (GMS VIII 1161/80, BSTU)

Zur Absicherung einer Studiendelegation aus der BRD beim VSB sollten die Maßnahmen entspr. DA 2/78 VVS 33/78 eingeleitet werden.

 

  1. Okt. Besuch der Studiendelegation (s.o.)

19 Ärzte und Lehrer türkischer Abstammung wurden vom Ärztlichen Direktor über die Verwirklichung der Beschlüsse des X. Parteitages und die Fortsetzung der zum VIII. Parteitag eingeleiteten sozialpolitischen Maßnahmen informiert. An dem treffen nahmen außerdem Teil, der stv. Verwaltungsleiter, 3 bis 4 Ärzte, der BPO-Sekretär und der BGL-Vorsitzende. GMS „Rehberg“ berichtete dann, dass es zu keinen negativen Vorkommnissen und Kontaktaufnahmen gekommen war. Zurückgelassene Broschüren hätte er eingezogen.

 

  1. Okt. Bericht des GMS „Rehberg“ (GMS VIII 1161/80, BSTU).

- Ergänzend zur Information Schulz, handelt es sich um den Ort in der BRD um Heilbronn.

- Der Auftrag eine Aussprache mit Dr. XY unter Leitung des ärztlichen Direktors Gen. Dr. Bilstein zu führen, wurde am 27.10. 81 erfüllt. XY nahm eine positive Haltung zu allen gestellten Fragen ein. Er wurde beauftragt eine ausführliche Stellungnahme anzufertigen, wo er auch persönliche Probleme anklingen lassen soll.

-Mit Dr. (X) war ich nun öfters dienstlich zusammen. Es führt aber kein Weg herein mit XY in privaten Kontakt zu kommen. Bei der Einladung in seine Wohnung, Frau XY die wohl mein Bemühen erkannt hat, äußerte, dass die XY auch andere Personen aus dem GW vor seiner Wohnung bzw. vor seinem Haus in XY abfertigte.

-Dr. XY und seine Frau erscheinen mir in ihrem Verhalten und Auftreten recht positiv. Er gehört der SED an und verhält sich auch bei Diskussionen als Gen. Seine positive Meinung äußert er auch gegenüber anderen Ärzten, insbesondere gegenüber seinem Chef welcher der LDPD angehört. Beide Partner sind proletarische Intelligenzler. Frau Dr. XY ist durch ihre einfache Art bei den Patienten beliebt. Beide sind in der Stadtambulanz Bad Kösen beschäftigt. Sie leben in bescheidenen Verhältnissen in einer städtischen Mietwohnung. Verbindungen zur Kirche, Sekten oder anderweitig neg. Personen bestehen nicht.

 

  1. Nov. Das DFF zeigt die Dokumentation „Kennen Sie Borlach?“ (LDZ).

 

  1. Nov. „Der Friedhof von Bad Kösen“ ein Beitrag von J. Gericke (LDZ).

 

  1. Dez. „Von Hunden, Katzen und dem Badewannenfisch“ 330 Modelle im VEB Spielzeug (LDZ)

 

  1. Dez. „Notizen aus dem Romanischen Haus“ ein Jahresrückblick von J. Gericke (LDZ).

 

1982

           Jan. Einrichtung einer "Clubgaststätte"  im Sanatorium "DSF" (priv).

       7. Jan. „Hochwasser der Saale erreicht den Ort“ (LDZ).

Kurzzeitig musste die Produktion in der Mühle und im VEG Weinbau wegen Überflutung des Betriebsgeländes eingestellt werden.

 

  1. Jan. Unterbringung des städtischen Kindergartens im Kindersanatorium III (LDZ).

Da sich die Fertigstellung des Kindergartens in der „Villa Dreyling“ verzögerte, überließ das VSB der Stadt, Räume zur Betreuung von 20 Kindern. Somit konnten deren Mütter wieder ihrer Arbeit nachgehen..

 

  1. Jan. Stadtverordnetenbeschluss zum Plan 82 (LDZ).

An erster Stelle standen die Bezugsfertigstellung der 12 WE Neue Siedlung und die Inbetriebnahme des Kindergartens Friedrich-Ebert-Straße, die Rohbaufertigstellung der Kaufhalle und der Antrag auf staatliche Anerkennung, mit der man im kommenden Jahr rechnete.

 

  1. Jan. Der Zoo Karl-Marx-Stadt überläßt dem Tierpark zwei junge Tiger (LDZ)

 

  1. Feb. Festveranstaltung zum 30jährigen Bestehen des VEG Weinbau (LDZ).

Begonnen hatte man 1952 mit 25 Hektar Rebfläche und 45 Mitarbeitern. Die Kapazität des Lagers betrug 75.000 Liter. Jetzt waren es 148 Beschäftigte und rund 100 Hektar Anbaufläche. Die Lagerkapazität betrug 5,1 Mio. Liter, abgefüllt wurden durchschnittlich 25.000 Flaschen pro Schicht, wobei der einheimische, lagenreine Wein einen Anteil von 25% hatte.

 

  1. Feb. Baugenehmigung für die Gemeinschaftsantenne in Fränkenau (W. Becker)

Der bisherige Standort an der Ilske war nicht optimal, da die Antenne nicht über den Bergrücken reichte. Da seitens der staatlichen Organe dem Bau einer Antenne an einer „empfangsbereiten Stelle“ keine Hindernisse in den Weg gelegt wurden, fanden sich immer mehr Interessenten, natürlich an einem störungsfreien Empfang des DDR-Fernsehens.

Becker pachtete von der LPG Hassenhausen eine Parzelle unterhalb vom KfL Fränkenau für einen neuen höheren Antennenmast. Bei der Erteilung der Baugenehmigungen gab es keine Problem. Die Mittel wurden durch Vorschüsse der Anschlusswilligen aufgebracht. Bei der Beschaffung des Materials insbesondere Kabel und Verstärker mussten gute Beziehungen zu den jeweiligen Herstellern bestehen, denn es gab dafür keine staatlichen Freigaben. Die Verkabelung erfolgte oberirdisch, straßenzugweise von Haus zu Haus. Bei größeren Lücken und Querungen von Straßen und Plätzen wurden Masten errichtet. An die Fränkenauer Antenne wurden angeschlossen: Fränkenau, der Stadtteil hinter dem Chausseedamm bis zu den Saalhäusern, die Parkstraße und die Naumburger Straße, wofür noch eine besondere Genehmigung der Wasserbaubehörde wegen der Anbringung des Kabels an der Brücke eingeholt werden mussten. Später wurde dann auch ein Erdkabel über Niedermöllern nach Pomnitz verlegt.

Vorbei war die Zeit der Russentöpfe und entsprechend   einer Auflage bei der Erteilung der Baugenehmigung verschwanden alle Fernsehantennen von den Dächern.  

 

  1. Feb. „Gerät kontrolliert Förderbandumlauf“ Bericht zu Initiativen des Kalkwerks (LDZ).

 

  1. Feb. Schreiben des ärztlichen Direktors an den Bezirksarzt (priv).

Dr. Bilstein berichtete über den Stand der Antragsstellung zur staatlichen Anerkennung. Demnach erfolgte auf der Ratssitzung am 11. 2. eine exakte Bestandsaufnahme der bisher erarbeiteten Unterlagen. Dazu gehörten der „Plan der perspektivischen Entwicklung des Kurortes“ und der Entwurf der Schutzgebietserklärung, der noch vor der Fachabteilung des Rates des Kreises verteidigt werden muss. Mit dem BHI war die Überarbeitung des kommunalhygienischen Gutachtens vereinbart. Problematisch war die zeitliche Einplanung der Gutachten, mit denen das Forschungsinstitut für Balneologie und Kurortwissenschaft, das Forschungsinstitut für Mikrobiologie in Bad Elster sowie das Forschungsinstitut für Bioklimatologie Berlin-Buch beauftragt waren. Die Stadt habe zugesagt, alle Anstrengungen zu unternehmen, das Stadtbild im Sinne eines Kur-und Erholungsortes zu beeinflussen. Abschließend stellte der Ärztliche Direktor fest „Es ist übereinstimmend die Meinung (.) daß wir diese hohe Zielstellung - Staatliche Anerkennung als Kur- und Erholungsort- im laufenden Fünfjahrplan erreichen werden.  

 

  1. Mär. Schreiben des Forschungsinstituts Bad Elster an den Bürgermeister (priv).

Der Direktor OMR Prof. Jordan bestätigte, dass in Abstimmung mit dem Gesundheitsministerium das Verfahren eingeleitet werden kann, soweit keine „größeren Unzulänglichkeiten im Stadtgebiet vorhanden sind“, das Gutachten jedoch frühestens im kommenden Jahresplan aufgenommen wird. Bis dahin sollten alle übrigen Unterlagen entspr. der 1. DB zur Kurortverordnung beim Rat des Kreises eingereicht werden. Der Verwaltung wurde nahe gelegt, das Ortsmilieu und die hygienischen Zustände zu überprüfen und die erforderlichen Sanierungsmaßnahmen einzuleiten.

 

  1. Apr. Antragstellung „Staatlich anerkannter Kurort“ (Freiheit).

Das war wohl ein Aprilscherz, denn allen Verantwortlichen war klar, dass die wichtigsten Gutachten fehlten und auch nicht vor Ende des kommenden Jahres vorliegen würden.

 

  1. Apr. Treffbericht mit dem GMS „Rehberg“ (GMS VIII 1161/80, BSTU).

„Rehberg“ berichtete über eine auf Einladung des FDGB-Bezirksvorstand hier avisierte BRD Delegation und wurde mit der Absicherung beauftragt. Dann teilte er mit, dass es drei Austritte aus der DSF gegeben habe, die von XY, Träger der PID und ehemals im WKK beschäftigt, angestiftet worden war. Dem Bericht beigefügt war eine Notiz: „Am 13. 4. 82 erschien bei mir Gen. XY Abt.-Ltr. Agit-Prop, SED Kreisleitung und veranlaßte, daß ich prüfe, ob die Ärztin XY Mitglied des FDGB sei. Überprüfungen ergaben, daß sie kein Mitglied ist, auch nicht der DSF angehört. Im Rahmen ihrer Tätigkeit zeichnet sie verantwortlich für die Betreuung alter Bürger. Am 14. 4. findet nun die Rechenschaftslegung und Neuwahl des Vorstandes der Volkssolidarität statt. Durch die SED Kreisleitung war vorgesehen, daß die XY als stellv. Vorsitzende gewählt werden sollte. Die SED Kreisleitung beauftragte den Kreisarzt die XY auf ihre Funktion vorzubereiten. Das geschah durch XY mit Wahrscheinlichkeit nicht, da er die SED Kreisleitung am 13. 4. informierte, daß die XY nicht bereit wäre eine Funktion zu übernehmen. Durch die SED Kreisleitung mußte die XY von der Kandidatenliste gestrichen werden.“

 

  1. Apr. Besuch einer Delegation aus der BRD im VSB.

Über den Besuch erstattet der BGL-Vorsitzende Drohsin (GMS Rehberg) Bericht. Die Pädagogen besichtigten zuerst die Kureinrichtungen. Anschließend gab es eine Aussprache zu versicherungsrechtlichen und sozialpolitischen Fragen. Außer dem Ärztlichen Direktor und dem Berichterstatter nahmen teil, der Gen. Oberarzt Dr. XY, Kollegin XY, Oberin und Genn. XY Päd. Leiterin KKH Marienthal. Die Aussprache verlief in sachlicher Form, provokatorische Fragen wurden nicht gestellt.

 

  1. Apr. Schwere Unwetter über dem Kreisgebiet (LDZ).

Dabei wurde der Campingplatz durch Schlamm und Geröll, das mit den Wassermassen von der Freirodaer Höhe kam, in Mitleidenschaft gezogen.

 

  1. Apr. Informationen über Stimmungen zum 10. FDGB Kongress (GMS VIII 1161/80, BSTU)

Der Bericht, der an den Kreisvorstand der Gewerkschaft Gesundheitswesen gerichtet war, wurde vom GMS der KD zugeleitet und kam so in die GMS Akte. Kritik der Belegschaft gab es wegen ungerechtfertigter Schließzeiten der Verkaufsstellen, Verkauf unter dem Ladentisch, Wartezeiten und Qualitätsprobleme beim VEB DLK und VEB Textilreinigung.

 

  1. Apr. Treffbericht mit dem GMS „Rehberg“ (GMS VIII 1161/80, BSTU).

Rehberg informiert u.a. über einen ehemaligen Naumburger der in der BRD wohnt und über eine Familie aus Naumburg, die sich in der CSSR mit Personen aus der BRD trifft. Dazu sollte er weitere operativ bedeutsame Informationen sammeln. Außerdem wurde er angewiesen, die Absicherung der Maidemonstration zu organisieren und festgelegte Personen zur vorbeugenden Verhinderung negativ-feindlicher Handlungen im Bereich Kureinrichtungen zu beobachten.

 

  1. Mai Einrichtung einer Elektrotherapie-Abteilung im VSB (LDZ).

 

     Mai Kaufmann Carl Schleicher verstirbt (LDZ).

Sein Vorfahr Christian Schleicher war von 1844 bis 1867 Ortsrichter. Schleichers Drogerie befand sich in der Borlachstraße 23. Schleicher hatte nach der Geschäftsaufgabe das Haus wegen drohender Überschuldung und fehlenden Eigenmitteln der Stadt übertragen. In das Ladengeschäft zog die Außenstelle des VEB Kohlehandels.

 

  1. Mai Abrechnung der Hausverwaltung für die Friedrich Ebert Straße 19 (priv)

Entsprechend dem Verwaltungsvertrag aus dem Jahr 1979 legte die Stadtverwaltung dem Staatlichen Notariat die Abrechnung vor. Die Mieteinnahmen von den 7 Parteien betrugen 1981 3.135 M, die Bewirtschaftung und notwendige Reparaturen beliefen sich auf 2.607 Mark.

 

  1. Juni Schreiben der Bezirkshygieneinspektion an den Rat des Kreises (priv).

Prof. Grahneis hatte das zur Antragstellung erforderliche Lärmgutachten erarbeitet und bat wegen der sich daraus ergebenden Schlussfolgerungen um eine gemeinsame Beratung.

 

  1. Juli Erich Grundmann, Ehrenobermeister der Schornsteinfegerinnung verstirbt (LDZ).

 

  1. Juli „Erneuerung am Gradierwerk“ (LDZ).

Eine Brigade des VEB Denkmalpflege Halle sollte die 1977 bei einem Sturm entstandene Lücke wieder schließen. Man rechnete wegen eingeschränkter Bilanzierung von Stammholz mit einer Bauzeit von 10 Jahren. Der Schwarzdorn sollte an der Finne eingeschlagen werden.

 

  1. Juli   „Die Kleingärtner sind fleißige Leute“, sie überboten das Ablieferungssoll (LDZ).

 

  1. Aug. Eröffnung eines Eiscafès auf der großen Radinsel (LDZ).

Die einstige Bauarbeiterunterkunft am Wehrdamm kaufte der Naumburger Hüneburg und richtete hier ein Cafè mit 28 Innenplätzen und Terrasse ein.

 

  1. Aug. Schreiben des Vorsitzenden des Rates des Kreises an den Bürgermeister (St.-A.)

Die Stadt wurde aufgefordert, nach dem Verbleib der Ortschronik zu forschen, weil sie für die Einrichtung eines Traditionskabinetts gebraucht wurde.

 

  1. Sep. „Neuer Angebotskatalog in Arbeit“ (LDZ).

Eine Liste mit Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeits- und Lebensverhältnisse wurde veröffentlicht, zu denen sich Betriebe und Einwohner verpflichten sollten, wie das VSB, dass den Schwanenteich entschlammen wollte.

 

  1. Okt. Ortstermin am Gradierwerk (priv).

Die Projektierungs-Abteilung des VEB Denkmalpflege hatte an Hand alter Risse einen Wiederaufbau entsprechend dem ursprünglichen Senff`schen Konstruktionsprinzip und den Rückbau aller späteren Ergänzungen und Veränderungen vorgeschlagen. Dafür hatte man beim Staatlichen Forstamt 70 Festmeter Stammholz und bei der Abt. Gesundheitswesen beim Bezirk 120.000 Mark beantragt.

 

  1. Nov. „Frühjahrsbepflanzung schon im Herbst“ - die Initiativen der Gärtner des VSB (LDZ).

Als Beitrag zur Materialökonomie wurden Abbruchholz und Altreisig vom Gradierwerk nicht mehr auf die Kippe gebracht, sondern unter die Rohbraunkohle gemischt.

 

  1. Nov. Mietpreisfestsetzung für den 12-WE Block Neue Siedlung (priv)

Auf Anfrage teilte die Abteilung Preise mit, dass bei Neubau mit Einzelofenheizung der Mietpreis 0,80 M/m² und bei Zentralheizung 1,30 M/m² beträgt.

 

  1. Nov. Kaufvertrag zwischen der BAK und der Koch`schen Erben (priv).

Der Kaufvertrag wurde vor dem staatlichen Notariat zwischen dem Bevollmächtigten der EG und dem Kombinatsdirektor Stürzbecher abgeschlossen. Für das Grundstück (11.000 m²) mit der Villa „Eden“ wurden 39.000 Mark auf Basis eines Wertermittlungsgutachten und der Bestätigung seitens der Preisbehörde vereinbart. Die Zahlung erfolgte in Jahresraten von jeweils 3.000 Mark, erstmals vier Wochen nach Eigentumsumschreibung und dann jeweils am 01. Februar bei einer Verzinsung von 4 %. Der Zahlungsverkehr wurde über das Devisenausländerkonto bei der Staatsbank, Filiale Naumburg, im Umtausch 1 : 1 abgewickelt. Die Kosten des Vertrages übernahm der VEB BAK, der Rechtsträgerwechsel erfolgte zum 31.12. Die Bestätigung des Rechtsträgerwechsels am 03. 01. 1983.

 

  1. Dez. Statut der Antenneninteressengemeinschaft „Fränkenau“ (W. Becker)

Das Statut regelte die Rechte und Pflichten der Anschließer. Festgelegt wurde für den Erstanschluss ein Einmalbetrag von 550 und ein Jahresbeitrag von 10 Mark. Neben dem Vorstand und der Revisionskommission wurden Straßenbeauftragte benannt. Zur Gemeinschaft Fränkenau gehörten nach Abschluss der Verkabelung 480 Mitglieder.

Da eine Erweiterung technisch nicht möglich war, bildeten sich weitere Interessengemeinschaften,   die GAA „Bergschlößchen“ und die GAA Kukulau, für den Bereich rechts der Saale und weitere GAA in den Ortsteilen

  1. Dez. Treffbericht mit GMS „Rehberg“ (GMS VIII 1161/80, BSTU).

Alter Auftrag

-Festigung des Kontaktes zu XY zur Ausarbeitung der Gründe und Ursachen einer möglichen ÜE des XY sowie Ausübung einer positiven Einflußnahme durch den GMS (beachten Verb. und Kontakte des XY zur OPK XY.

-Zur Absicherung polnischer Staatsbürger im VB, Erarbeitung von Ifo zur Person XY.

-Erarbeitung von Ifo über Stimmungen/Meinungen zur Versorgungslage sowie über Mängel und Schwierigkeiten innerhalb des Arbeitsbereiches des GMS.

Neue Auftragserteilung und Instruierung

-Erarbeitung einer Persönlichkeitseinschätzung der Person XY Krankenschwester im Volkssolbad.

-Die Aufträge zu XY und XY bleiben bestehen und werden im Ergebnis des Treffs ausgebaut und konkretisiert.

-Erarbeitung von Ifo über Stimmungen /Meinungen, Mängel/Mißstände innerhalb des VSB.

 

1983

 

  1. Jan. Treffbericht mit GMS „Rehberg“ (GMS VIII 1161/80, BSTU).

Ofw. Kügler hatte den konspirativen Treff „IMK/KW E. Menzel“ gewählt, wo er dem GMS mit weiteren Beobachtungen beauftragte, darunter die „Erarbeitung einer Persönlichkeitseinschätzung zur Person XY, Volkssolbad, zur Suche und Auswahl eines IMS-Kandidaten Stadtbilderklärer, sowie die Erarbeitung einer Übersicht über das med. Personal des VSB. Diese Übersicht wurde dem Treffbericht beigefügt.

 

  1. Jan. Bericht über die Stadtverordnetenversammlung zum Volkswirtschaftsplan (LDZ).

Da im Vorjahr weder die Kaufhalle noch der Kindergarten fertig geworden waren, gehörten beide Vorhaben zu den Eckpunkten des Planes, ebenso wie „die Verbesserung der Wohnbedingungen, die Stabilisierung im Handelsnetz und die Ordnung und Sauberkeit“ als Voraussetzungen für die staatliche Anerkennung. Dazu kam nun auch die Planung für den komplexen Wohnungsbau (200 WE) am Rechenberg.

 

  1. Feb. „In Keller und Halle reift ein guter Tropfen“ Bericht aus dem VEG Weinbau (LDZ).

 

  1. Feb. Bauberatung am Gradierwerk (priv).

Die Vertreter des VEB Denkmalpflege und des VSB sowie der Kunsthistoriker Dr. Mager wollten die Anlage möglichst bis zum 300. Geburtstag Borlachs in seiner ganzen Ausdehnung als Denkmal und Inhalatorium in erhaltungswürdigen Zustand versetzen.

 

  1. Mär. Schreiben des Betriebsdirektors der BAK an die Stadt (priv).

Die Gesamtkosten für den 12 WE Block Neue Siedlung beliefen sich auf 564 TM, die von der Landwirtschaftsbank vorfinanziert wurden. Den vom wirtschaftsleitenden Organ festgelegten Rechtsträgerwechsel hatte die Kreisplankommission genehmigt, ebenso die Übertragung des Kredits von der BLN auf die Staatsbank.

 

  1. Mär. 100. Kunstausstellung im Romanischen Haus (LDZ).

Die gestaltete der Hallenser Grafiker Uwe Pfeiffer.

 

  1. Apr. „Mehr Schwingfenster aus Bad Kösen (LDZ).

Im Oberbauleitungsbereich II wurde die Produktion von Dachschwingfenstern aufgenommen. Da die Nachfrage das Angebot um ein Vielfaches übertraf, waren die Fenster ein wichtiger Tauschartikel des Betriebes z. B. für Kfz-Ersatzteile.

 

  1. Apr. „Was wird wo gehandelt“ (LDZ).

Die HO veröffentlichte das Handelskonzept ab dem Zeitpunkt der Eröffnung der Kaufhalle. Die Lebensmittel-VST An der Brücke sollte Delikat-Menü-VST werden, die Lebensmittel-VST Karl-Marx-Straße 7- zur Haushalt- und Elektro-VST kommen, die VST Naumburger Straße -zur Spezial-VST Farben- u. Lacke. Die Industriewaren-VST, Grüne Gasse, die Fleisch-VSTen Max-Bach-Straße 13 und Karl-Liebknecht-Straße 2 sowie der Getränkestützpunkt Ernst-Thälmann-Straße 14 wurden geschlossen. Die KONSUM-VST Rudolf-Breitscheid-Str. 6, Karl-Liebknecht-Str. 30, Max-Bach-Str. sowie in den OT Lengefeld, Saaleck, Schulpforte, Fränkenau blieben bestehen.

 

  1. Apr. Offizielle Übergabe der HO-Kaufhalle (LDZ).

Am 02. Mai erfolgte die Eröffnung. Die 25 Mitarbeiter kamen aus den geschlossenen VSTen.

 

  1. Mai Stadtverordnetenversammlung zum Stand der Saisonvorbereitung (LDZ).

Die Kollektive der HOG „Rudelsburg“, „Zur Katze“ und „Himmelreich“ verpflichteten sich, mittels einer „Schnellgastronomie“ dem Gästeansturm besser gerecht werden. Das Schwimmbad konnte nach Sanierung des großen Beckens planmäßig öffnen und die Motorboote hatten den Probelauf absolviert. Der Tierpark bereitete sich auf das 25jährige und der Campingplatz auf das 30jährige Jubiläum vor.

 

  1. Juni Schulfestspiele zum 440. Bestehen der EOS Pforte (LDZ).

 

  1. Juni „Die große Familie der Renns“ (LDZ).

60 Kinder von 6 bis 16 Jahren waren hier untergebracht.

 

  1. Juni Abschluss der Kennzeichnung der Denkmalsobjekte (LDZ).

Die Plaketten wurden am Borlachschacht, am Gradierwerk, im Kloster Pforta, an der Brücke, an der Rudelsburg und der Burg Saaleck sowie der dortigen Kirche angebracht.

 

  1. Juli „Besseres Wohnen und neues Grün“ (LDZ).

Die Halbjahresbilanz zum Volkswirtschaftsplan sah durchweg positiv aus, schon wegen der neuen Kaufhalle. Da die Schließung der beiden Fleisch-VST links der Saale kritisiert wurde, suchte die Stadt einen privaten Fleischermeister für eine der beiden VST.

 

  1. Juli „Von der Ilmmündung zur Hassenhausener Höhe“ Serie von H.-D. Speck (LDZ).

Berichtet wurde u.a. über Kleinheringen, Punschrau, Hassenhausen und Fränkenau.

 

  1. Juli Treffbericht mit dem GMS „Rehberg“ (GMS VIII 1161/80 BSTU).

Hptm. Fäller traf sich mit dem GMS am Treffort „D. Schröter“ und beauftragte ihn mit der Einschätzung der XY, die als NSW Reisekader vorgesehen war, Persönlichkeit, Umgang, Verbindung, Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit, Eignung als RK. Dann verlangte er eine Aufstellung der im VSB weilenden Westberliner Kurgäste und über alle leitenden Mitarbeiter des Gesundheitswesens in Bad Kösen, die kirchlich gebunden sind.

 

  1. Aug. „Frische Früchte-frisch verkauft“ der Obstaufkauf von W. Winter (LDZ).

 

  1. Okt. „Vier Mann klettern an der Westturmwand“ Hobbyalpinisten auf Burg Saaleck (LDZ).

 

  1. Nov. „Mit Helau - Start in eine lange Faschingssaison“ (LDZ)

 

  1. Nov. „Neue Einsichten in „Schöner Aussicht“ (LDZ).

Betr.-Direktor Lambert berichtete, dass in den letzten fünf Jahren über 8.000 Qualifizierungen für Landtechniker aus den 20 angeschlossenen Betrieben des Bezirks Halle stattfanden.

 

  1. Nov. Besprechung zum Stand der Bauarbeiten am Gradierwerk (priv).

Dabei informierte der techn. Leiter H. Pohle, dass von den bilanzierten 70 Festmetern Holz bisher nur 17 Festmeter geliefert wurden und die 10 Joche nicht abgebunden werden konnte. Wegen des desolaten Zustandes des Einfeldgestänges schlug der Mitarbeiter des VEB Denkmalpflege den Abriss und Einlagerung einiger Gabelschwingen für einen späteren Aufbau vor.

 

  1. Nov. Präzisierung der Komplexanalyse für den Verteidigungszustand (KD Nmb GVS 459).

Die alljährliche Aktualisierung des „Auskunftspiegels über geplante politisch-operative Absicherungsmaßnahmen“ für das Reservelazarett Volkssolbad mit seinen 396 Mitarbeitern verweist in der Spalte 8 „Übersicht über feindliche und negative Kräfte“ auf 2 ÜE, und unter 9 „Übersicht über einsetzbare IM/GMS im Verteidigungszustand“ auf den GMS „Rehberg“ und dessen Verbindungsmann zur KD Ofw. Kügler.

 

  1. Dez. „Ein schönes Haus für Bad Kösener Knirpse“ (LDZ)

Der fertiggestellte Kindergarten Fr.-Ebert Straße 15 hatte 72 Plätze. Allerdings reichten die immer noch nicht aus.

 

1984

 

  1. Jan. Eröffnung der SERO Annahmestelle in der Gerstenbergkpromenade (LDZ).

 

  1. Jan. Bericht über die Stadtverordnetenversammlung (Freiheit).

Diesmal standen die Erschließung von Splitterflächen für die Gewinnung von Futtermitteln und die Erfassung von Sekundärrohstoffen als Grundlage für die Verbesserung der Versorgung der Bevölkerung im Mittelpunkt. Weiterhin sollte die Dokumentation für die staatliche Anerkennung abgeschlossen, die Stadtordnung überarbeitet und der Quellenschutz verbessert werden. Beschlossen wurde die Bildung des kommunalen Zweckverbandes „Saaletourist“, der die   Naherholungseinrichtungen der Stadt bündeln und vermarkten sollte. Als Verwaltungssitz wurden zwischen dem Tierpark und dem Motorbootanleger zwei Fertigteilbungalows errichtet.

 

  1. Feb. 30. Jahrestag der Namensgebung für das Ludwig Renn Heim (LDZ).

 

  1. Mär. Bescheid zur Inanspruchnahme des Grundstücks Rudelsburgpromenade 12 (priv).

Auf der Grundlage des Aufbaugesetzes von 1950 und des Entschädigungsgesetzes von 1960 wurde das den in den USA und der BRD wohnenden Carstanjen`schen Erben der Stadt übertragen. Dr. Carstanjen war einst enger Mitarbeiter von Prof. Schultze-Naumburg und Chef der Baugesellschaft, die als Bauträger vor dem 1. WK. mit dem Erwerb, der Erschließung und dem Bau der ersten Häuser in der Gartenstadt am Rechenberg begann.  

 

  1. Mär. Erste Sperrmüllaktion im Wettbewerb „Schöner unsere Städte und Gemeinden“ (LDZ)

 

  1. Mär. Verkehrschaos auf der Brücke.

Bei der Truppenübung „Jug 84“ passierten die Kampf- und Nachschubeinheiten der Naumburger Garnison die Kösener Brücke und die Unterführung. Da die Kolonnen sowohl aus Schulpforta als auch aus Kukulau kamen und die schweren Kampfpanzer nur einzeln über die Brücke fahren durften, brach der gesamte zivile Fahrverkehr völlig zusammen.

 

  1. Mär. Namensgebung für den Bärennachwuchs (Freiheit/LDZ).

Der Nachwuchs von Anka und Troll II erhielten die Namen der Olsenbande Egon, Benny und Kjeld.

 

  1. Apr. Geschäftsübernahme der Drogerie Seeber durch das Ehepaar Stiller (NTB 1994)

 

  1. Apr. „Zwischen Tierpark und Rudelsburg“ Wählergespräch in Sachen Naherholung (LDZ)

720 Kleingärten und 500 Bungalows würden für sich sprechen. Zur Verbesserung der Sicherheit des Campingplatzes vor Sturzfluten baute die Fa. Flugel einen Flutgraben.

 

  1. Apr. „Der Hase ist immer dabei“ Bericht aus dem VEB Spielzeug (LDZ).

 

  1. Apr. Übergabe von 2 Bungalows an der Jugendherberge „Erich Weinert“ (Freiheit).

 

  1. Mai Kommunalwahlen

Auf der Liste der NF kandidierten für den Kreistag im WB 6 u.a. H. Meyer (VEB Spielzeug-SED), M. Michaelis (Ev. Altersheim-CDU), A. Janovecz (selbst. Schornsteinfegermeister-NDPD), R. Juraske (Kreisbaubetrieb-FDGB), W. Knapp ( VSB-FDGB)

 

  1. Mai „…und wieder tönen Martinshörner“ 25 Jahre Ausbildungslager der FFW (LDZ).

 

  1. Mai Grundsteinlegung für das Heizhaus in Schulpforta (LDZ)

Hier entstand eine Anlage basierend auf Rohbraunkohle, die die Schule und das VEG, später dann auch die Wohnhäuser mit Fernwärme versorgen sollte. Installiert wurden Dampferzeuger mit oberer Beschickung, Treppenrosten und Naßentaschung. Der Brennstoff und die Tallage machten den Einbau von Gebläse und einem hohen Schornstein erforderlich. Es fehlten Filtereinrichtungen und ein Konzept zur ordnungsgemäßen Entsorgung der in großer Menge anfallenden Asche. Der Probebetrieb war zur Heizperiode 1988 geplant.

  1. Juni Konstituierung der Stadtverordnetenversammlung (NKZ).

Die Einheitsliste der NF hatte 35 Abgeordnete und 12 Nachfolgekandidaten. H. Skrubel wurde einstimmig als Vorsitzender des Rates bestätigt. Hauptamtliche Stadträte waren R. Leich (NDPD) Stellvertreter und zuständig für Handel und Versorgung, H. Meyer (SED) Sekretär des Rates und R. Harlaux (SED- Stadtrat für Bauwesen). Ehrenamtliche Stadträte waren H. Fritz (SED) - Ordnung u. Sicherheit, U. Heinemann (SED) - Handel u. Versorgung, G. Ertle (LDPD) - örtliche Versorgungswirtschaft, R. Kern (DFD) - Gesundheit- u. Sozialwesen, Dr. W. Bilstein (SED) - Naherholung, M. Dressler (SED) - Volksbildung, H. Krumbein (SED) - Kultur.

Feierlich wurde H. Penkert nach 27 Dienstjahren in den Ruhestand verabschiedet.

 

  1. Juni Tragisches Unglück am Wehrdamm (LDZ/100 Jahre Feuerwehr).

Zwei Familien aus Naumburg nutzten das schöne Pfingstwetter zu einer Schlauchboottour auf der Saale, die zu diesem Zeitpunkt infolge vorhergegangener Regenfälle stark angestiegen war. Fraglich blieb ob die Familien das Boot absichtlich über das Wehr lenkten oder ob die Strömung zu stark war. Jedenfalls kam das mit sieben Personen besetzte Schlauchboot nicht aus dem Strudel des Unterwassers in die freie Saale. Die Männer verließen das einer Rettungsinsel ähnelnde Schlauchboot , erreichten das nur 50 Meter entfernte Ufer und alarmierten die Feuerwehr. Die beiden Frauen und die Kinder blieben im Boot in der Erwartung baldiger Hilfe. Aber weder die Feuerwehr noch die Wasserwacht waren für derartige Rettungseinsätze ausgerüstet. Bei dem Versuch, von dem bis an das Wehr heran gefahrene Motorboot das Schlauchboot frei zu bekommen, wurden zwei Feuerwehrleute verletzt. Am späten Nachmittag trafen dann Pioniere, Kampfschwimmer und ein Hubschrauber der Sowjets ein. Zu diesem Zeitpunkt waren die vier Insassen bereits tot. Die Tragödie zog sich den ganzen Pfingstmontag vor mehreren hundert Zuschauern hin. Wegen dem Versagen der staatlichen Rettungskräfte kam es zu lautstarken Protesten, die bis in die späten Abendstunden anhielten. Mit einer knappen Zeitungsmeldung wurde dann die Öffentlichkeit informiert.

 

  1. Aug. Stadtverordnetenversammlung (NKZ).

Auf der Tagesordnung standen die Planung für einen Eigenheimstandort mit 30 Parzellen am Jochenberg, der Neubau eines Betriebsgebäudes für den VEB Plastica am gleichen Ort und die Wärmeversorgung für komplexen Wohnungsbau am Rechenberg. Doch überall gab es erheblich Probleme. Beim Standort Jochenberg war es die Erschließung. Das Ver- und Entsorgungsnetz der Altstadt war überaltert und nicht erweiterungsfähig. Es hätte komplett erneuert werden müssen. Gegen die Ausrüstung der geplanten 200 WE am Rechenberg mit Einzelofenheizung intervenierte nun auch die Leitung des VSB. Daraufhin erließ die Bezirkshygienekommission die Auflage, dass hier eine zentrale Heizungsanlage erforderlich ist. Dafür standen aber keine Bilanzkennziffern zur verfügung, womit das gesamte Vorhaben auf der Kippe stand. Die Stadt musste eine Alternative finden, wollte man nicht völlig unglaubwürdig werden.

 

  1. Nov. Plan der Saline von 1839 (richtig 1833) von J. Gericke (LDZ)

 

  1. Nov. Eröffnung der 30. Karnevalssaison (LDZ).

Nach dem Festumzug mit 22 Festwagen wurde rund um die Kaufhalle Straßenfasching gefeiert.

 

  1. Nov. „Dem Vorbild würdig erweisen“ Schulfest zum 90. Geburtstag von H. Firchau (LDZ).

 

  1. Nov. Eine Windhose beschädigt den Mittelteil des Gradierwerks (LDZ).

Davon war auch der für die laufende Erneuerung errichtete Montageturm betroffen.

 

  1. Nov. Stadtverordnetenversammlung (Freiheit).

Auf der Tagesordnung standen die überarbeiteten Entwürfe der Stadtordnung und des Kurortstatuts. Zum Komplexen Wohnungsbau wurde mitgeteilt, dass sich die Stadt mit dem VSB im Rahmen der „territorialen Rationalisierung“ auf den gemeinsamen Bau einer Heizzentrale geeinigt hatten. Da als Brennstoff nur noch Rohbraunkohle zur Verfügung stand, musste der Standort so gewählt werden, dass die Abgase nicht das Kurgebiet beeinträchtigten. Während das VSB den Standort zwischen Scheitbach und kleiner Saale favorisierte, schlug die Stadt die Erweiterung des Heizhauses am Russenblock vor. In beiden Fällen war die Anfuhr von Kohle problematisch, denn die wurde per Bahn angeliefert und musste dann durch das ganze Stadtgebiet gefahren werden.

 

     Dez. Das VSB informiert über den Freizug des Borlachschachts (priv).

Früher hatte hier der Kunstmeister seine Wohnstube. Nach Einstellung der Saline blieb die Wohnung bei der Stadt und kam dann an das VSB. Die letzte Mieterin war Ingrid Schöbel.

 

1985

 

     Jan. Haushaltplan der Leitkureinrichtung des Bezirks Halle (priv)

Das VSB verfügte über 872 Betten (635 Erwachsene, 237 Kinder). Daraus ergaben sich 9.486 Heilkuren für Erwachsene und 7.620 für Kinder sowie 384 prophylaktische Kinderkuren. Die Kurdauer betrug 30 Tage, daraus resultierten 283.083 Verpflegungstage. Die Kosten ohne Investitionen und Werterhaltung beliefen sich auf 923,45 Mark je Kur, 10.045,76 Mark je Bett. Dazu kamen Verpflegungskosten von 146,20 M je Kur.

Die Einnahmen wurden mit 525 TM geplant, darunter 123,3 TM aus der Selbstbeteiligung beim Werkküchenessen und der Verpflegung Betriebsfremder und 62,2 TM aus Verkauf von SERO. Die Ausgaben wurden mit 9.311,1 TM beziffert, darunter 539 TM für Werterhaltung an Bau und Ausrüstung, auf 3.492 TM belief sich der Lohnfond, dazu kamen weitere 341 TM für Honorare, Jahresendprämien, Stipendien und Zuschüsse zur kulturellen Betreuung. Die Kosten für Energie, Brenn- und Kraftstoffe sowie Wasser beliefen sich auf 865 TM, die Ausgaben für Verbrauchsmaterial auf 295,4 TM, für Ausstattungsmaterial auf 165 TM, weitere 28,6 TM für Büromaterial, 261 TM für Dienstleistungen Dritter, die Kosten für Verpflegung betrugen 1.528, 7 TM dazu kamen die Kosten für Vertragsbetten, Mieten u. a. Der Fehlbetrag von 8.785 TM wurde durch die Sozialversicherung ausgeglichen.      

 

  1. Jan. Das DFF zeigt die Sendung „Reiseziel Bad Kösen“ (DRA RBB).

 

  1. Feb. „Gemeinsam für ein schönes Bad Kösen“ (LDZ).

Die Stadtverordneten formulierten ihre Ziele zu Ehren des XI. Parteitags der SED.

 

  1. Mär. Die Geschichte des Sanatoriums „Solidarität I“ (LDZ).

1894 hatte Carl Corpus ein Kaufmann aus St. Petersburg die Villa gebaut (daher „Russenvilla“). Die erbte sein Sohn Carlowitsch Nikolaus Corpus und verkaufte sie der Kösener Baugesellschaft (Dr. Carstenjen), die hier die Tagungsstätte für die Kösener Corps einrichten wollte. 1914 kaufte sie der ehemalige Pächter der Saalhäuser, Schumann, der es als „Parkhotel“ führte. Nach dem 1. WK kam es in den Besitz von Häring, dem Besitzer der Pension „Eschstruth“ , der sie 1929 an den Geraer W. Uhlmann veräußerte. Schließlich erwarb es der Direktor der Ortssparkasse Muschalla, der die Villa nach seiner Tochter „Griseldis“ nannte. Nach 1949 wurde die Pension als Vertragshaus mit Kurpatienten vom VSB belegt, die es dann in eigene Rechtsträgerschaft übernahm und neben Patienten hier die Diensträume des ärztlichen Direktors und einen Anbau für die   Atemtherapie errichtete.

 

  1. Mär. Stadtverordnetenversammlung (Freiheit).

Die Abgeordneten beglückwünschten zunächst den Genossen Gorbatschow zu seiner Wahl zum 1. Sekretär der KPdSU, um sich anschließend der Verbesserung der SERO-Erfassung und der Stabilisierung der Obst- und Gemüseversorgung zu widmen.

 

  1. Mär. „100 Jahre FFW“ die Geschichte der Wehr (Freiheit).

    19.  Apr. Dreifacher Bärennachwuchs (LDZ).

 

  1. Apr. „Die Bad Kösener Brücke“- ein Beitrag zum 40. Jahrestag der Befreiung (LDZ).

 

  1. Mai Stadtverordnetenversammlung (Freiheit).

Der ärztliche Direktor erklärte, dass trotz zahlreicher ungelöster Probleme „noch gute Umweltbedingungen“ herrschten und eine baldige staatliche Anerkennung zu erwarten sei. Als eigener Beitrag zur Umweltverbesserung und zur Benzineinsparung habe man drei Haflingern für den Gepäcktransport von und zum Bahnhof erworben. Die Kosten für die Unterhaltung betrugen 7.600 Mark lt. Haushaltsplan 1986. Auch der Leiter des Zweckverbandes Naherholung war optimistisch, denn rechtzeitig zum Saisonbeginn traf das neue Motorboot ein.

 

  1. Mai Öffentliches Forum mit dem Fliegerkosmonauten Sigmund Jähn (priv)

 

  1. Mai Besuch einer BRD-Delegation im VSB (priv).

 

  1. Mai Treffbericht GMS „Rehberg“ (GMS VIII 1161/80, BSTU)

Nach Einschätzung des BGL-Vorsitzenden hatte es beim Besuch der Delegation weder negative Erscheinungen noch herausfordernde Frage gegeben.

 

  1. Mai Volksfest rund um die Kaufhalle zum 100. Jahrestag der FFW (LDZ).

 

  1. Mai Beschluss des Rates des Bezirkes zum Quellenschutzgebiet (Balneologie KUBI).

Dem Beschluss lag der Entwurf der Schutzgebietserklärung von 1981 zugrunde. Die besonders schützenswerte Umgebung um den unteren und oberen Schacht wurden nach Maßgabe der 3. DVO zur Kurortverordnung veröffentlicht.

 

  1. Juni Auftakt zum Brunnenfest. (LDZ).

Der Brunnenfestumzug mit vielen historischen Kostümen wurde von einem Team des DFF- Studios Halle festgehalten, ist aber verloren gegangen.

 

  1. Juni Auskunft über den GMS „Rehberg“ (GMS VIII 1161/80, BSTU).

Der GMS Rehberg“ war in der Einsatzrichtung „ wer ist wer-Aufklärung MA Gesundheitswesen Naumburg“ eingesetzt, erklärten Oberstleutnant Eberley, Leiter der Diensteinheit und sein Mitarbeiter Hptm. Fäller.

 

               Bau von Reihengaragen in der Eckartsbergaer Straße.

Das ehemals Sträubersche Grundstück wurde wegen Baufälligkeit abgerissen und das Gelände einer Garagengemeinschaft verpachtet.

 

  1. Juni Beginn der Bohrarbeiten im Park der DSF (KUBI, LDZ/Freiheit).

Nach dem von Dr. Hecht erarbeiteten geohydrologischen Projekt mutete man eine verwendbare Sole in einer Tiefe 300 bis 400 Metern. Für die Bohrarbeiten war ein halbes Jahr veranschlagt.

 

  1. Juni Der VEG Weinbau erweitert sein Lagerkapazität (LDZ).

Dazu gehörten 20 Tanks mit einem Fassungsvermögen von jeweils 50 m³ in der Importwein gelagert wurde. Gleichzeitig wurde das ehemalige Hopfenfeld an der F 87 aufgerebt.

 

  1. Juli 30 Jahre Heimatmuseum „Romanisches Haus“ (Freiheit/LDZ).

Jochen Gericke übergab die Leitung an Lutz Toepfer. Die Exponate zur frühen Ortsgeschichte im Erdgeschoss und die im Obergeschoss nach einzelnen Themenkreisen geordneten Abteilungen entsprachen dem Zeitgeist, waren anschaulich und informativ.

Die Bestände selbst hatten eine wechselvolle Geschichte. 1912 hatte der Stadtinspektor Röblitz seine private Sammlung der Stadt als Grundstock überlassen. Zunächst wurde die Sammlung im Rathaus gezeigt, 1918 dann im Kurmittelhaus und 1935 auf Initiative des Rektors Haubold in der Stadtschule. 1950 der durch Schenkungen angewachsene Bestand in der Wurstfabrik eingelagert, bis das Heimatmuseum fertiggestellt war. Dabei ging einiges verloren, zumal über seitens der Stadtverwaltungen nur wenig Wert auf eine ordnungsgemäße Archivierung relevanter Unterlagen gelegt wurde. Das betraf auch die Zeit nach 1960, obwohl es dazu entsprechende gesetzliche Grundlagen gab.

 

  1. Juli „Bad Kösen wirbt“ ein Beitrag zum 40. Jahrestag der Befreiung (LDZ).

Unter Berufung auf eine Mitteilung des Naumburger Tageblatt vom 21. Juli 1945 wurde der Kurbetrieb auf Anweisung der SMA bereits kurz nach dem nach dem Einmarsch der Roten Armee wieder aufgenommen . Doch der begann im Mai 1946 (s. a. M. Born, Chronik).    

 

  1. Juli Die Kirchturmspitze bricht ab (LDZ).

Bei den Sicherungsarbeiten wurde im Turmknopf eine Büchse mit den Dokumenten aus dem Jahr der Grundsteinlegung, einer Badeliste und einige Münzen gefunden.

 

  1. Aug. Vollsperrung der Bahnunterführung wegen einer Gasleitungshavarie (LDZ).

 

  1. Aug. Die Solebohrung wird fündig (Kubi)

Wie im Projekt vorgesehen, wurde in 333 Metern Teufe der soleführende Horizont erreicht. Es folgte die Testphase, um im Dauerpumpversuch die Stabilität der Konzentration und der Schüttung zu ermitteln.

 

  1. Okt „Hoch vom Turm“ Bauarbeiten an der Kirche (LDZ).

Dafür hatte die Kirchengemeinde von der Partnergemeinde Bochum ein modernes Stahlrohrgerüst bekommen, was aber die Zeitung nicht erwähnte. Unter der Regie des Chefs der neu geschaffenen Bauabteilung des Kirchenkreises Naumburg und Kirchenältesten Dr. H. Schache wurde wegen fehlender Bilanzanteile wurde dafür eine Feierabendbrigade aufgestellt.

Das Gerüst blieb im Besitz der Gemeinde und wurde für weitere Kirchenreparaturen genutzt.

 

  1. Okt. Helmut Mende übernimmt das Rundfunkgeschäft seines Großvaters (NTB 1994).

 

  1. Okt. Übergabe des Hochbeetes vor dem Rathaus (Freiheit).

 

  1. Okt. Grundsteinlegung für die Lückenbebauung August-Bebel Straße 3a (NKZ).

Da sich der komplex Wohnungsbau verzögerte und die Zahl der Wohnungssuchenden weiter stieg konnte sogenannter “Reko-Wohnraum“ über Sonderkredite der Staatsbank geschaffen werden, möglichst in Baulücken bzw. leer stehende Altbauten um die Erschließungskosten niedrig zu halten und unter Einbeziehung der Mietinteressenten.

 

  1. Okt. Wechsel des Abwesenheitspflegers für M. Hofmann, geb. Törpsch (priv)

Dem Rat der Stadt wurde mitgeteilt, dass der bisherige Pfleger altershalber aufgehört und ein neuer Pfleger benannt wurde.

 

  1. Nov. „Eine Stadt spart Energie“ (LDZ).

Beim Kampf um den Titel „Energiewirtschaftlich vorbildlich arbeitendes Territorium“ waren die Einhaltung der vorgeschriebenen Temperaturen für Büros und Arbeitsplätze von grundlegender Bedeutung. Verantwortlich dafür waren Betriebsbeauftragte.

 

  1. Nov. Schreiben des Bezirkshygieneinspektors an den Bürgermeister (priv).

Prof. Grahneis informierte darüber, dass er sich an den Sekretär der Bezirksleitung für Wissenschaft, Volksbildung und Kultur, den Vorsitzenden der Ständigen Kommission Gesundheits- und Sozialwesen beim Bezirk und den Sekretär für Sozialpolitik beim FDGB-Bezirksvorstand mit der Bitte gewandt habe, das Verfahren zur staatlichen Anerkennung als sozialpolitische Maßnahme   in den Fünf-Jahresplan des Bezirks 1985 bis 1990 aufzunehmen. Die Stadt war aufgefordert, die   erforderlichen Maßnahmen zu Ehren des XI. Parteitages einzuordnen, „damit die Bürger von Bad Kösen, die Kurgäste und die 100.000 Naherholung Suchenden nicht nur feststellen, daß sich das Ortsschild durch den Zusatz „Staatlich anerkannter Kurort“ geändert hat und alles andere geblieben ist“.

 

  1. Nov. Bericht vom Landschaftstag der AG „Natur und Umwelt“ (LDZ)

Inzwischen war man mit der Kombinatsleitung des Holzveredelungswerks im Gespräch, die die Erweiterung des Heizhauses in der Rudelsburgpromenade plante. Möglich wäre an diesem Standort eine Kapazität zu schaffen, mit der auch der VEB Spielzeug, der Komplexe Wohnungsbau und einige Sanatorien des VSB versorgt werden könnten. Dafür sollte eine oberirdische Fernheiztrasse über die Saale entlang der Schwimmbadstraße bis zum Sportplatz gebaut werden. Von Vorteil war der Standort wegen dem Gleisanschluss für den Kohlentransport. Nachteilig war die Lage in der Hauptwindrichtung, wofür ein hoher Schornstein und Rauchgasfilter erforderlich waren.

Außerdem wurde informiert, dass der Kreis eine zentrale Deponie in Flemmingen einrichten will. Doch da gab es kritische Stimmen, nicht nur von Bürgern sondern auch von der Leitung des Volkssolbades. Einerseits bestand hier die Gefahr, dass bei Starkregen der Abfall durch die Erosionsrinnen bis in das Neubaugebiet am Galgenberg gelangen könnte und andererseits lag die Deponie in der Randzone des Quellenschutzgebietes, wo mit einer Beeinträchtigung der Sole zu rechnen war. Darüber hinaus informierte der Ärztliche Direktor die Versammlung, dass der Bau einer zentrale Kläranlage Grundvoraussetzung für die staatliche Anerkennung sei.  

 

  1. Dez. Ortsdelegiertenkonferenz der SED (Freiheit).

Zum Sekretär der Ortsleitung wurde G. Förster, Abt.-Leiter im VEB Kraftverkehr gewählt.

 

  1. Dez. Die Stadtambulanz erhält den Status einer Poliklinik (LDZ).

Jährlich wurden 60.000 Konsultationen und 7.000 Hausbesuche registriert.

 

  1. Dez. Übergabe der Neuen Quelle (Freiheit).

Die Bohrung war erfolgreich, die Schüttung und eine konstante Konzentration gewährleisteten die dauerhafte Nutzung. Das Bohrloch war verrohrt, auszementiert und mit einem Brunnenkopf versehen.  

 

1986

 

  1. Jan. Übernahme der städtischen Wohnungen durch den VEB Gebäudewirtschaft (priv).

Der Rat des Kreises hatte am 12. 06.1985 „zur Lösung der Wohnungsfrage als soziales Problem bis 1990“ (Beschluss 242/1985) festgelegt, dass alle in der Rechtsträgerschaft der Stadt stehenden Wohngebäude in den Besitz des VEB (K) Gebäudewirtschaft Naumburg übergehen. Das betraf 95 Mehrfamilienhäuser mit 700 Wohnungen. Die Übergabe erfolgte im September rückwirkend zum 01. 01. Übernommen wurde das Personal und die Geschäftsstelle in der ehemaligen HO-VST An der Brücke 2 eingerichtet. Über die Vergabe von Wohnraum entschied aber weiterhin das städtische Wohnungsamt.

 

  1. Jan. Der DFF zeigt die Sendung „Reiseziel: Bad Kösen“ (rbb-mediathek)

 

  1. Jan. Mitteilung 1/86 der GAA „Bergschlößchen“ (priv)

Die Mitglieder wurden darauf hingewiesen, dass durch eigenmächtige Veränderungen an den Unterverteilungen bzw. durch „Schwarz- und Mehrfachanschlüsse“ der Empfang der übrigen angeschlossenen Mitglieder beeinträchtigt wird. Auch bei einem Wohnungswechsel sollte der Vorstand umgehend informiert werden.

 

  1. Jan. „Klassisch in der Hülle - modern in der Ausstattung“ - 75 Jahre Kurmittelhaus (LDZ)

Im Kurmittelhaus wurden jährlich 190.000 Raum- und 58.000 Einzelinhalationen in den beiden Rauminhalatorien und den 20 Einzelkabinen abgegeben. Zur Annehmlichkeit für die Kurgäste sollte im Südflügel ein Cafè eingerichtet werden.

 

  1. Mai Windhundrennen im „Anton-Zinner-Stadion“ (LDZ).

 

  1. Mai Eröffnung der Ausstellung „Alt-Kösen in Lithos des 19. Jahrhunderts“ (LDZ).

 

  1. Mai Große Heilwasseranalyse der „Neuen Quelle“ ( Kubi).

Nach dem Gutachten des Forschungsinstituts für Balneologie und Kurortwissenschaft Bad Elster betrug die Schüttung 16 m³/Std. die Temperatur 18,5 °C und der Gehalt an NaCl 7%.

 

  1. Mai Auftakt zur Brunnenfestwoche (LDZ).

 

  1. Juli „Fährmann, hol über zum Zeltplatz“ ein Beitrag zur Naherholung (LDZ).

 

  1. Juli Regionalkonferenz zur Verlagerung des VEB Plastica (NKZ 1989).

Nach einer erneuten Unterlassungsklage von LEGO, wurde ein völlig neues System PEBE 2000 entwickelt, dass für den Export bestimmt war. Dach die bisherigen Betriebsstätte war völlig veraltet und produzierte wegen einer deutlichen Überschreitung der Brandlasten nur mit einer Ausnahmegenehmigung des VPKA, Abt. Feuerwehr. Dazu kam der innerbetriebliche Transport auf der F87 und fehlende Lagermöglichkeiten. Daraufhin suchte das Kombinat Chemie und Plasteverarbeitung nach einem neuen Standort und schlug einen Neubau auf dem Jochenberg vor . Zunächst sollte hier eine Halle für Kartonagen gebaut werden, denn wegen fehlender Verpackungen kam der Betrieb immer öfter in Lieferverzug.  

 

  1. Juli   „Ein Besuch bei der Diplom-Puppengestalterin K. Klötzer-VBK“ (LDZ).

 

  1. Juli   „Das Gradierwerk – ein Bauplatz?“ (LDZ).

Nach dem Sturm im Vorjahr und der Einstellung der Bauarbeiten wegen ausbleibender Materiallieferungen waren nur die Fundamente von der Baubrigade des VSB fertiggestellt worden. Auch die Intervention des Ärztlichen Direktors bei den verschiedenen Behörden hatten keinen Erfolg.

 

  1. Aug. Festlegung zum Standort „Jochenberg“ (NKZ 1989).

Nachdem sich die Stadtverwaltung gegen den vom Kombinat favorisierten Standort ausgesprochen und dies auch entsprechend begründet hatte, wurde eine weiterer Beratung anberaumt. Kombinatsdirektor Kamm, der stellv. Bürgermeisters Meyer, der Stadtrat für Bauwesen Harlaux und der 1. Sekretär der SED-Kreisleitung legten fest, dass die Kreisplankommission die Standortgenehmigung erteilen und die Stadt den gewünschten Beschluss im Rat herbeiführen muss.

 

  1. Sep. Gemeinsame Ratssitzung des Kreistages und des Stadtverordneten (LDZ).

Im Mittelpunkt stand die Lösung des Wohnungsproblems in einem Ort in dem 10% der Bevölkerung des Kreises wohnten, sich jährlich 10.740 Kurgäste aufhielten und 1 Million Tagesgäste und Urlauber gezählt wurden. Der gemeinsame Beschluss lautete, den mehrgeschossigen Wohnungsbau bis Ende 1991 zu realisieren.

 

  1. Sep. Abschluss der Instandsetzung des Brückenhäuschens (LDZ).

Dank der Hilfe der Kirche, die das Gerüst zur Verfügung stellte, wurde der Dach repariert und mit einer Schiefer eingedeckt.

 

  1. Sep. Übergabe des Grundstücks Borlachstraße 17 (priv).

Nach der Verzichtserklärung des Erben übergab der Verwalter die Haus- und Mietunterlagen. Darüber hinaus teilte der Verwalter mit, dass er bereits 1980 den Pächter der Bäckerei wegen rückständiger Pachtgelder verklagt habe und die Bäckerei 1984 geschlossen wurde.

 

  1. Okt. Rechtsträgerwechsel für das Grundstück der Firma F. A. Koch KG i.L. (priv).

Der VEB Rechnungsführung und Wirtschaftsberatung des Bezirks Halle hatte dem VEB Gebäudewirtschaft im September mitgeteilt, dass sie in ihrer Eigenschaft als Liquidator auf das Firmeneigentum, mit mehreren Wohnungen und dem Betriebsgelände der BHG gem. § 310 ZGB verzichtet. Den Rechtsträgerwechsel genehmigte der Rat des Kreises. Die monatlichen Mieteinnahmen der 8 Wohnungen betrugen 197,30 Mark, die BHG bezahlte 309 Mark.

 

  1. Okt. Spatenstich für den komplexen Wohnungsbau „Am Rechenberg“ (LDZ).

Nachdem die Möglichkeit einer Fernwärmeversorgung vom Heizhaus der Holzindustrie konkrete Formen angenommen hatte, setzte man damit ein Zeichen, um dem allgemeinen Unmut in der Bevölkerung begegnen.

In Anwesenheit des Sekretärs der SED-Kreisleitung und zahlreicher Vertreter der Parteien und der gesellschaftlichen Organisation, erfolgze der Festakt zum „Republikgeburtstags“. Dennoch waren die Probleme z. B. mit der Abwasserbehandlung ungeklärt. Doch der Termin das Richtfests für den ersten Block wurde noch für 1987 angekündigt, die Gesamtübergabe für 1991. Nach dem Spatenstich begann die Fa. Flugel mit dem Planum .

 

  1. Okt. Die Karnevalsgesellschaft erhält den Titel „Hervorragendes Volkskunstkollektiv“ (NKZ).

Der Verein zählte 76 Mitglieder und zählte seit 1982 zur „Oberstufe“. In der letzten Session gab es   15 öffentliche Veranstaltungen mit 10.198 Gästen.

 

  1. Okt. Eröffnung des Cafès im Südflügel des Kurmittelhauses (LDZ).

Damit wurden den Beschwerden wegen fehlender Aufenthaltsmöglichkeiten in den Behandlungspausen abgeholfen. Pächter war K.-H. Ritter.

 

  1. Okt „Bei Hassenhausen entschied sich das Schicksal Preußens“ Bericht zum Jahrestag (LDZ)

 

  1. Okt. Bestätigung des Ministeriums f. Bergwesen und Geologie (Kubi)

Auf der Grundlage des hydrogeologischen Ergebnisberichts und des Überprüfungsberichts des VEB Geologische Forschung und Erkundung wurde für die Neue Quelle eine Fördermenge von täglich bis zu 380 m³ genehmigt.

 

  1. Okt. Beratung zur Betriebsverlagerung der Plastica (NKZ)

Nach der Festlegung des Standortes „Jochenberg“ wurden über die Anschlüsse an das vorhandene Ver- und Entsorgungssystem beraten. Um die Mindestforderungen zu erfüllen, müsste das gesamte System im Bereich Karl-Liebknecht-Straße, Borlachstraße und Grüne Gasse erneuert bzw. erweitert werden. Dazu erklärten die Versorgungsunternehmen, dass in absehbarer Zeit in diesem Bereich keine Investitionen geplant sind. Auch die Stadt sah sich außerstande, Mittel für die verkehrstechnische Anbindung bereitzustellen.

 

  1. Okt. Einspruch des VSB gegen den Neubau der „Plastica“ (NKZ).

Der wurde wegen des dort geplanten Heizhauses auf Braunkohlenbasis unter Bezugnahme auf die Gutachten der Bezirkshygieneinspektion und des Forschungsinstituts für Balneologie und Kurortwissenschaft erhoben. Daraufhin verhängte die Staatliche Bauaufsicht einen vorläufigen Baustopp und der 1. Sekretär des Rates des Kreises ordnete an, dass zunächst nur die „Kaltlagerhalle“ gebaut werden kann, wofür die vorhandenen Versorgungsanlagen ausreichten.

 

  1. Nov. „Dieses Jahr gilt - närrisch und wild“ Interview mit Fritz Rauschenbach (LDZ)

Geplant waren insgesamt 20 Veranstaltungen.

 

             Einrichtung einer Ausweichführungsstelle im Krisenfall (BSTU 0235-0245).

Mit der GV der BVfS Halle Nr. 324/86 wurde dem Vorsitzenden des Rates des Kreises und Leiter der ZV die Einrichtung einer „Ausweichführungsstelle“ im Sanatorium „Solidarität“ haius I in der Ernst-Thälmann Straße mitgeteilt. Im Ernstfall sollten von hier aus die Arbeit weitergeführt werden. Festgelegt waren der „Fluchtweg“ vom Sitz der Kreisverwaltung in Naumburg über Heiligenkreuz und Kukulau. Der Keller war für die geschützte Unterbringung, vorgesehen, im EG die Diensträume des Vorsitzenden, der Nachrichtenabteilung und der Sicherungskräfte einschließlich Waffenkammer, OG waren die Büros der Fachbereiche sowie Ruheräume. In den Nebengebäude kamen Kraftfahrer und das Wachpersonal unter. Die Sicherung des Objektes erfolgte auf der Grundlage des Planes der Sicherung und Verteidigung, verantwortlicher Mitarbeiter der AFüSt. war Hauptmann Fäller dem eine Führungsgruppe von acht Genossen unterstand. Zur Innensicherung waren 6 IM/GMS und zur Tiefensicherung 4 IM/GMS vorgesehen. Der Plan der verstärkten Sicherung sah 2 Pendelposten, 1 Einlassposten und 1 Innenposten vor. Im Verteidigungszustand wurde eine Rundumverteidigung in 4 Sektoren vorgesehen, die mit 14 Genossen besetzt wurde. Diese Strukturen weisen eindeutig darauf hin, dass man sich vor dem Hintergrund von Glasnost und Perestroika intensiv mit einem möglichen Aufstand der Bevölkerung vorbereitete, bei dem man nicht mehr mit den Sowjets rechnen konnte.

 

  1. Dez. Gutachten zum bergmännischen Verbau des Borlachschachtes (Kubi).

 

  1. Dez. „Er sah noch die Lachse springen“- Ein Besuch bei Fritz Heckenberg (LDZ)

 

1987

 

  1. Jan. Die Stadt übernimmt die HOG „Zur Katze“.

Nach der Schließung des Jugendclubs in der Ritterklause, hagelte es harsche Kritiken von der FDJ-Kreisleitung und der Partei. Gleichzeitig geriet auch der HO-Kreisbetrieb in die Kritik, weil er die „Katze“ wegen hygienischer Mängel geschlossen hatte. Nun einigten sich HO und Stadt auf die Übertragung. Unter Regie der Stadt sollte hier den Jugendclub entstehen und die HO eine Kommissionsgaststätte einrichten. Der Umbau sollte im Rahmen von Kommunalverträge und in Feierabendtätigkeit erfolgen.

 

  1. Jan. „Der vermeintliche Napoleonstein“ - ein Beitrag zur Geschichte des Denkmals (LDZ).

 

  1. Jan. „Temperatursturz auf minus 25 ° C“ (LDZ)

Grimmiger Frost, Eis und Schnee bringen die Wirtschaft, Verkehr und die Energieversorgung an die Grenzen.

 

  1. Jan. „Bürger unterstützen Wohnraumerhaltung“ Vorhaben im Planjahr 1987 (LDZ).

 

  1. Feb. Ratsbeschluss zum Grundstück Karl-Liebknecht Straße 25 (priv)

Für das Wohnhaus der Erbengemeinschaft Sittel wurde die Inanspruchnahme eines langfristigen Kredites in Höhe von 16.200 Mark zur Finanzierung von Werterhaltungsmaßnahmen beschlossen, dafür sollte das Anwesen bis zur endgültigen Tilgung bei der Stadt bleiben.

 

  1. Feb. Konferenz der Bürgermeister zur Naherholung (LDZ).

 

  1. Mär. Dreifacher Bärennachwuchs (LDZ).

 

  1. Apr. Fernsehaufnahmen des DFF auf der Rudelsburg (LDZ).

Gedreht wurden Szenen für den mehrteiligen Fernsehfilm „Die gläserne Fackel“ über das Leben und Wirken von Carl Zeiss. Unter der Regie von Joachim Kunert spielten Alfred Müller, Jürgen Reuter, Walfriede Schmitt und Ulrich Mühe. Die Serie lief 1989 im DFF.

 

  1. Mai Eröffnung der Bad-Kösen-Information (LDZ)

Die gemeinsame Einrichtung vom Kreisbetrieb für. Naherholung und dem Volkssolbad befand sich in der bisherigen Gemüse-VST R. Breitscheid-Straße 6. Gleichzeitig wurde das Cafè im Kurmittelhaus eröffnet, die Klubgaststätte im Sanatorium "DSF" geschlossen. 

 

  1. Mai Tagung des Fachausschusses „Technische Denkmale“ im Kulturbund (LDZ).

Der Vorsitzende, Dr. Wagenbreth legte am Borlach-Gedenkstein ein Blumengebinde nieder.

 

  1. Mai „Es ging um die menschliche Glückseligkeit“ (LDZ)

Mehrteilige Artikelserie über J. G. Borlach von J. Gericke.

 

  1. Mai Festtage zum 300. Geburtstages von J. G. Borlach.

Am Ertle´schen Haus wurde eine neue Gedenktafel angebracht und das Grundstück Karl-Marx-Straße 19b wurde mit der Hausnummer 1 der Borlachstraße versehen. Die bisherige Nr. 1 erheilt die 1a. Im Museum wurde eine von Dr. J. Mager konzipierte Sonderausstellung gezeigt. Mager war auch Autor der vom Museum herausgegebenen Broschüren „Die Saline Kösen“ und der Borlach-Monografie. Die Post würdigte das Jubiläum mit einem Sonderstempel.  

 

  1. Juni Brunnenfestauftakt am Pfingstwochenende (LDZ).

 

  1. Juni Erster Kommers von Studentenverbindungen an DDR-Hochschulen.

Von den staatlichen Organen argwöhnisch beobachtet, traf man sich auf der Rudelsburg. 1988 und 1989 fanden weitere Treffen statt. Nach der Wende entstand daraus die Rudelsburger Allianz.

 

     Juni „Katja Ebstein- unterwegs in der DDR“ (LDZ)

In einer mehrteiligen Produktion der Cats-Music wurden sehenswerte Orte und Regionen sowie deren Geschichte vorgestellt. Hier ging es per Rad von Eckartsberga über Bad Kösen bis Freyburg. Gesendet wurden die Serie von ARD und DFF. Eine verkürzte Fassung zeigte das Landesfunkhaus Sachsen Anhalt am 09. Oktober 1990.

 

  1. Juli Staatliche Anerkennung der Neuen Quelle als Heilwasser (Kubi).

 

  1. Juli „Westernbahn aus Sechseckeimern“ (LDZ)

Bericht über den VEB Plastica, die 149 Mitarbeiter und die aktuelle Produktion.

 

  1. Aug. „17 Betriebe helfen der Stadt“ (LDZ).

Auf der Grundlage von Kommunalverträgen wurden Arbeitsleistungen in Höhe von 1,5 Mio. sowie 145.000 Mark für Vorhaben in der Stadt bereitgestellt, wobei der Jugendclub an erster Stelle stand. Eröffnet wurde die Gaststätte „Saale-Camp“ auf dem Zeltplatz.

 

  1. Sep. Eröffnung der KfZ-Elektro-Werkstatt von J. Schwalbe (LDZ)

 

  1. Okt. „Auch das Auge ißt mit“ (LDZ)

In der Schulküche der POS Karl-Liebknecht wurden täglich 430 Essenteilnehmer gezählt.

 

  1. Okt. Vertrag zur Erarbeitung einer Sanierungskonzeption für den Borlachschacht (priv).

Das VSB beauftragte ein Expertenteam dieses Gutachten in Feierabendtätigkeit anzufertigen. Dabei sollten alle überflüssigen Einbauteile entfernt, die Fahrten erneuert, die Bewetterung effizienter und der Zustand dokumentiert werden. Dafür stelle das VSB 12.500 Mark bereit, zahlbar wenn die Vorschläge vom Bergamt genehmigt würden.

 

  1. Okt. Eröffnung der „Galerie an der Brücke“ (LDZ).

Im ehemaligen Blumengeschäft Trunz am Schrankenübergang zur Saalstraße eröffnete die Töpferin und Museologin Ute Lorbeer eine „Mini-Galerie“.

 

  1. Okt. Beschluss des Stadtrates zur Übertragung der touristischen Einrichtungen (priv).

Der kommunale Zweckverband „Saaletourist“ sollte der Fachabteilung UWE beim Rat des Kreises angegliedert werden. Das würde den Stadthaushalt entlasten, denn den jährlichen Erträgen von 261.000 Mark standen Kosten in Höhe von 715.000 Mark gegenüber.

 

  1. Nov. Gründung des VEB Kreisbetrieb für Naherholung (priv).

Dem Beschluss der Stadt folgte der Beschluss des Kreistages. Dem Betrieb sollten nach und nach alle im Kreis vorhandenen Freizeit- und Erholungseinrichtungen angegliedert werden, darunter auch der Naherholungsbereich „Blütengrund“. Der Betriebssitz blieb im Park der DSF, der bisherige Leiter wurde vom Kreistag als Betriebsleiter bestätigt.  

 

  1. Nov. Faschingsparty zur Einweihung des Jugendklubs „Zur Katze“ (LDZ).

Trotz zahlreicher Schwierigkeiten, wie der Kompletterneuerung der Decke im Saal und fehlender Materialien wurde der zumeist in Feierabendtätigkeit realisierte Umbau nach nur 8 Monaten abgeschlossen. Die „Klause“ blieb Kommissionsgaststätte.

 

  1. Nov. Übergabe der sanierten Friedhofskapelle (LDZ).

Neben der Kirchenbauabteilung beteiligten sich zahlreiche Freiwillige an den Sanierungsarbeiten.

 

  1. Dez. Übergabe der städtischen Naherholungseinrichtungen (priv)

Campingplatz, Tierpark, Schwimmbad, Motorbootverkehr/Fähre, Turnhalle und Sportplatz mit einem Buchwert von 2,6 Mio. Mark und die 23 Mitarbeiter mit einem Lohnfond von 680 TM wechselten von der Stadt in den Kreisbetrieb.

 

     Dez. Kommunalvertrag zwischen der Stadt und dem Volkssolbad (priv).

Auf der Grundlage der Kurorteverordnung und deren Durchführungsbestimmungen, der Kurtaxordnung, der Beschlüsse des Rates des Bezirks zur Schutzgebietserklärung, der Regelung der privaten Vermietung von Zimmern und Wochenendhäusern sowie der Entwicklungskonzeption des Kur-und Bäderwesens wurden die Maßnahmen zur staatlichen Anerkennung festgelegt. 1. Die städtebauliche Gestaltung unter Vorrang der Kurdurchführung und des Erholungswesens 2. Minimierung der Umweltbelastungen wie Rauch, Staub, Abgase, Geruch und Lärm, dass keine belästigenden oder gesundheitsschädigende Einflüsse entstehen, 3. Minimierung der Verkehrsbelastung in der engeren Kurzone 4. Einrichtung weiterer Nichtrauchergaststätten 5. optimale Gestaltung der Parkanlagen 6. Gewährleistung des Quellenschutzes 7. Bereitstellung von Außenquartieren in ausreichender Qualität und Quantität 8. Gewinnung von Quartieren für Kurgäste und Wohnungen für Personal durch gezielte Wohnraumlenkung. Das VSB verpflichtete sich, die ambulante Behandlung und Laborleistungen für das Territorium deutlich zu erhöhen und die Sauna zu öffnen. Außerdem wollte man Betriebswohnungen schaffen, den Patiententransport effektiver koordinieren, der Bevölkerung den Besuch kultureller Veranstaltungen ermöglichen, die Unterstützung der BSG „Medizin“ verbessern und Mittel aus dem Kurtaxaufkommen zur Aktivierung des geistig-kulturellen Lebens im Ort bereitstellen. Im Rahmen zu verordnender „Arbeitstherapie“ sollten Kurpatienten zur Pflege der Park- und Salinenanlagen eingesetzt werden.  

 

  1. Dez. Archivierung des GMS-Vorgangs „Rehberg“ (GMS VIII 1161/80, BSTU).

„Die Werbung zum IM erfolgte am 18.11.1966 durch die KD Naumburg. Er wurde bis zum heutigen Zeitpunkt schwerpunktmäßig zur Erarbeitung von Informationen, Personeneinschätzungen und Ermittlungen im Volkssolbad Bad Kösen und Ort Bad Kösen eingesetzt, wo er insgesamt eine gute Wirksamkeit entsprechend seiner Einsatzrichtung zeigte. Hinweise auf Dekonspiration liegen nicht vor. Da der IM aus gesundheitlichen Gründen aus dem beruflichen Leben ausschied und ein weiterer Einsatz auch als IMK/KW nicht mehr möglich ist, wird vorgeschlagen, den GMS Vorgang abzuschließen und nicht gesperrt in der Abteilung XII BV Halle zu archivieren.“ Fäller, Major - bestätigt Leiter der KD, Bach, Major.

 

1988    

 

  1. Jan. Übergabe des rekonstruierten „Kulturtrakts“ im Ernst-Thälmann- Heim (LDZ).

Der große Saal hatte eine Wandverkleidung bekommen, die Kinositze waren gepolstert und die Kinotechnik erneuert. Das VSB erklärte, dass die Vorstellungen nun auch von der Bevölkerung besucht werden könnten. Gleichzeitig wurde dem VEB Lichtspielbetrieb Naumburg das Kino in der Rudelsburgpromenade gekündigt. 1986 hatte das VSB das Anwesen von Keßler erworben, um hier den Stützpunkt für die Betriebshandwerker einzurichten. Dagegen protestierte die Bevölkerung und erreichte eine vorläufigen Weiterbetrieb.  

 

  1. Jan. Werkstattbesuch bei der Töpferin Silvia Nöhring, Karl-Marx Str. 18 (LDZ)

 

  1. Jan. „Gemeinsam für ein schönes Kurortmilieu“ (LDZ).

Erneut wurden die Betriebe und die Bevölkerung zur Mitarbeit bei der Verbesserung der Infrastruktur aufgerufen. Kritisiert wurde, dass es beim mehrgeschossigen Wohnungsbau nicht weiter voran ging. Zwar hatte man die erste Baugrube ausgehoben, doch bislang fehlten Bilanzanteile für die Kläranlage, die Trafo-Station und die Rohrleitungsbrücke für die Fernheiztrasse. Daher wurde seitens der staatlichen Planungsbehörden der Standort Freyburg vorgezogen.

 

  1. Feb. „Stuhlteile aus Bad Kösen“ (LDZ).

Das Holzveredelungswerk war der Hauptlieferant für die DDR Sitzmöbelindustrie.

 

  1. Mär. „Mit dem Teddy nach Leipzig“, der VEB Spielzeug präsentiert 150 Modelle (LDZ).

 

  1. Mär. Hochwasserwarnstufe 3 über mehrere Tage (LDZ).

 

               Montage der Fernheiztrasse für den Wohnungsbaustandort Rechenberg (priv).

Nachdem das Kombinat Holz die Grundsatzentscheidung getroffen hatte, das Heizhaus in der Rudelsburgpromenade zu erweitern und mit der Stadt im Rahmen der territorialen Rationalisierung eine Vereinbarung zur Versorgung des Komplexen Wohnungsbaus getroffen war, dem auch das Volkssolbad beitrat, war zumindest die Versorgung mit Fernwärme gesichert. Allerdings sollte die Lieferung der Ausrüstungen erst im nächsten Fünfjahrplan erfolgen. In Anbetracht der Stimmung in der Bevölkerung und der Kommunalwahlen im kommenden Jahr, wurde zunächst entlang der Schwimmbadstraße die Fernheiztrasse verlegt.

 

  1. Mai Brunnenfest zum 120. Jahrestag der Verleihung des Stadtrechtes (LDZ).

In einer Feierstunde erhielt der Arbeiterveteran Ludwig Heyer die Ehrenbürgerurkunde. Den Umzug gestalteten 600 Mitwirkende mit 17 Bildern.

 

  1. Sep. Beschluss zur Stadtordnung (priv).

„Bad Kösen an der Saale, Kur- und Erholungsort, drittgrößter Kurort der DDR. – Zielstellung: Staatlich anerkannter Kur- und Erholungsort der DDR“ lautete deren Titel und enthielt neben den allgemeinen Bestimmungen eine Baum- und Parkschutzordnung, die Schutzgebietserklärung, die Gebühren- und Marktordnung und die Kurtaxordnung.

 

  1. Nov. Bericht über den Fortgang der Rekonstruktion des Gradierwerks (LDZ).

Die Arbeiten gingen wegen des Mangels an Stammholz nur schleppend voran. Mit dem was man erhielt, könnten jährlich nur 2 Gebinde gerichtet werden, meinte der techn. Leiter W. Knapp.

 

  1. Nov. „Ferdinande v. Schmettau opfert ihr Haar“ ein Bericht über die preußische Ikone (LDZ).

 

  1. Dez. Bericht über die Reparatur der Radkunst durch Betriebshandwerker des VSB (LDZ).

 

  1. Dez. Bericht über die Drogerie Stiller (LDZ)

Neben dem Inhaberehepaar gab es noch 3 Mitarbeiterinnen, die auf engsten Raum alles von der Kerze bis zum Fotoapparat, vom Parfüm bis zum Saatgut verkaufte.

 

  1. Dez. Dreifacher Bärennachwuchs bei Anka und Troll (LDZ).

 

1989

 

     Jan. Rechenschaftslegung des Rates der Stadt (NKZ).

Bürgermeister Skrubel zog trotz der Probleme beim Komplexen Wohnungsbau im Hinblick auf die Kommunalwahlen eine positive Bilanz und erklärte, dass spätestens zum „40. Republikgeburtstag“ der Antrag zur staatlichen Anerkennung eingereicht werden soll.

 

  1. Feb. Beratung zum Wohnungsbaustandort „Am Rechenberg“ (NKZ).

Bisher war lediglich die Fernheiztrasse vom Schwimmbad bis zum Sportplatz fertig gestellt. Dazu gab es die Baugenehmigungen für Wärmeübertragungsstationen und die Flußpfeiler der Rohrbrücke. Die 75 Meter lange Stahlkonstruktion, die in 8 Meter Höhe die Saale überquerte, sollte im 1. Halbjahr 1990 geliefert werden.

 

  1. Mär. „Dornstein aus Bad Kösen“ (LDZ).

 

  1. Mär. Plan der Aus- und Weiterbildung des VSB (priv)

Die Qualifikation reichte von der Ausbildung zum Facharzt und der Promotion über Lehrgangsteilnahme der Ärztlichen Akademie für Fortbildung, Fortbildung von Hoch- und Fachschulkadern, Erstausbildung an Fach- und Berufsschulen, die Erwachsenenqualifizierung bis hin zu Schweißerlehrgängen und Gesundheitshelfern. Insgesamt 100 Mitarbeiter hatte der Kaderleiter Klose dazu aufgelistet.  

 

  1. Mär. Anlieferung eines neuen Motorbootes (LDZ).

Im Beitrag wurde auf die Geschichte eingegangen, 1899 begann Karl Friedrich mit einem Holzboot für 30 Personen, 1927 wurde das erste Stahlboot in Dienst gestellt, 1938 das zweite Boot. 1954 übernahm Ilse Friedrich die Firma, die sie dann der Stadt verkaufte.

 

  1. Mär. Richtfest beim Lückenbau Borlachstraße 15 (NKZ).

Der desolate Altbau wurde abgebrochen und durch einen Neubau mit 6 Wohneinheiten ersetzt. Die Ausstattung war zeitgemäß, Bad mit WC, Einzelöfen und keinen Balkon.

 

  1. Mär. Veröffentlichung einiger statistischer Angaben (NKZ).

Die Einwohnerzahl betrug 1988 5.560 und hatte sich gegenüber 1984 nur geringfügig verringert. 1.218 Familien besaßen ein eigenes Haus, ein Ergebnis der staatlichen Förderung im letzten Jahrzehnt. Es gab 2.800 private PKW und Motorräder und in den Gartenanlagen und auf dem Campingplatz standen 480 Bungalows.

 

     Apr. Erstausgabe des „Kurstadt-Journals“ (priv)

Das Informationsblatt des Rates der Stadt wurde von Manfred Seyffarth redaktionell betreut, erschien monatlich und informierte neben dem Stadtgeschehen über Öffnungszeiten und Veranstaltungen

 

  1. Apr. Bau des 1.000. Eigenheims im Kreis Naumburg seit dem VIII. Parteitag (KJ).

Das stand in den Saalbergen und der Kreisbaudirektor beglückwünschte die Familie Giesecke.

 

  1. Apr. Schiffstaufe der MS „Bad Kösen“ (KJ).

Das neue Boot hatte Platz für 90 Personen. Den Antrieb besorgte ein Multicar-Motor.

 

  1. Mai Übergabe des Erweiterungsbaus an der Jugendherberge (LDZ)

 

  1. Mai Kommunalwahl (priv./KJ).

In Vorbereitung der Wahl sollten die Abgeordneten vor den Bürgern Rechenschaft über die vergangenen Wahlperiode ablegen. Dazu hatte der Rat der Stadt ein Diskussionspapier verfasst, dass die Entwicklung von 1985 bis 1989 aufzeigte. Erwähnenswert dass trotz Neubau und Modernisierungen der Ausstattungsgrad der Haushalte mit Bädern bei 72% und mit IWC bei 60%. lag, es immer noch 310 Wohnungssuchende gab und die Vergabepläne nur zu 60% erfüllt wurden. Für die Versorgung gab es noch 14 WtB-VST und Kioske, 10 Industriewaren-VST und 2 private Bäckereien. In den 22 Gaststätten standen 3.250 Plätze zur Verfügung. Es gab 3 VKSK Sparten mit 766 Gärten sowie weitere 350 Hausgärten, die zur Eigenversorgung beitrugen und die Aufkaufstellen belieferten. Jährlich wurden 1.120 t Küchenabfälle gesammelt und von den LPG als Futter verwendet.

In den beiden Wahlkreisen stellten sich 52 Kandidaten der nationalen Front, die SED 12 Bewerbern, NDPD 5, LDPD 4, CDU 4, DBD 3, FDGB 9, DFD 6, FDJ 7, VdgB 1, KB 1 , wobei das Gros der Kandidaten der Massenorganisationen ebenfalls SED-Mitglieder waren.

Doch diesmal waren die Wahllisten frisiert. Alle als unsicher geltenden Wahlberechtigten kamen erst gar nicht auf die Listen und erhielten auch keine Wahlberechtigungskarte. Als dennoch einige in den Wahllokalen erschienen, musste man sie wählen lassen. Das führte dazu, dass im Wahllokal des WB I (Hermann-Firchau OS), die Wahlbeteiligung bei 101 % lag, was dem Wahlvorstand erhebliche Kopfschmerzen bereitete.

 

  1. Mai Protokoll zur Sanierung des Borlachschachts (priv).

Das VSB stimmte mit den Vertretern des VEB Schachtbau Nordhausen die ab Juli geplanten Arbeiten ab. Angekündigt wurden 5 AK und ein Ingenieur, die im Ernst-Thälmann-Heim untergebracht und verpflegt wurden. Das VSB verpflichtete sich, im Borlachschacht die Baufreiheit herzustellen und personell zu unterstützen.

 

  1. Mai 30. Zeltlager der FFW am „Bergschlößchen“ (KJ)

Wehrleiter R. Kuhne, inzwischen zum Oberbrandinspektor befördert, nahm die Urkunde zur erfolgreichen Verteidigung des Titels „Vorbildliche Feuerwehr“ entgegen.

 

  1. Juni Konstituierung der Stadtverordnetenversammlung (KJ).

Heinz Skrubel (SED) blieb Vorsitzender des Stadtrates, hauptamtliche Ratsmitglieder waren H. Meyer (SED), Sekretär des Rates, E. Zipfel (SED) Stadtrat f. Finanzen, R. Harlaux (SED) Stadtrat f. Bauwesen und B. Giersch (NDPD) stv. Bürgermeister und Stadtrat f. Handel u. Versorgung. Ehrenamtlichen Stadträte waren R. Mollnau (DFD), R. Schmiedlau (FDGB-SED), H. Fritz (FDGB-SED), M. Dreßler (SED) und K.-P. Hirschfeld (CDU).

Leiter der 11 ständigen Kommissionen waren R. Henning ( Handel-Versorgung), H. Scherz (Bauwesen), H.-J. Marquart (ÖWV), K.-R. Zweigler (Kultur), B. Fuhrmann (Finanzen), H. Menzel (Volksbildung), H. Pocher (Gesundheit-Soziales), R. Kuhne (Ordnung-Sicherheit), C. Künzler (Jugend), K. Mann (Kur-Erholung), Dr. J. Barbe (Umwelt). Ehrenamtliche Bürgermeister der OT Schulpforte (J. Lachmann),   Saaleck (G. Schippel), Kukulau (W. Stocklas), Fränkenau (H.-J. Beyer).

Der Arbeitsplan entsprach dem Volkswirtschaftsplan zu Ehren des 40. Jahrestag und des XII. Parteitags. Allerdings regte sich auch erste Kritik über den unhaltbaren Zustand der Deponie an der F87 und der Bewirtschaftung der HOG „Rudelsburg“.

 

  1. Juni „Attraktiver Kurort“ - mit der VP in der Kurstadt unterwegs (LDZ).

Oberleutnant Rosenkranz und die VP-Helfer E. Joseph und W. Kunert sorgen mit weiteren 200 VP-Helfern für Ordnung und Sicherheit. Dazu gehörten die Kontrolle der Hausbücher, Verkehrskontrollen und der Schutz des Erntegutes.

 

  1. Juli „Neue Sorten im Rebenanbaugebiet des VEG“ (LDZ).

Bevorzugt wurden einheimische selbst gezogene Unterlagen aber auch ungarische und französische Stöcke wurden nachgepflanzt. Im Herbst erwartete man die erste Ernte auf dem ehemaligen Hopfenfeld.

 

  1. Juli Konstituierung des Festkomitees für die 950-Jahr Feier (KJ).

Als Termin wurde das zweite Wochenende im September 1990 festgesetzt und ein großer Festumzug geplant. Unter dem Motto „950 Minuten für meine Heimatstadt“ sollten alle Bürger aktiv bei der Verbesserung des Ortsbildes mitwirken.

Obwohl Historiker wie Lepsius und Böhme nachgewiesen hatten, dass dieses Datum falsch sei und die „grangia cusne“ erst 1138 in der Stiftungsurkunde des Zisterzienserklosters erwähnt wurde, beharrte man auf das Jahr 1040.  

 

  1. Sep. Stadtverordnetenversammlung zur Volksbildung (LDZ).

Stadtrat M. Dreßler verwies auf 89 Lehrer und Erzieher für 696 Schüler. 89% davon nahmen am Schulessen teil. Außerdem kümmerten sich 22 Erzieher um 257 Kindergartenkinder.

 

     Sep. Gastronom-Service (KJ).

Die HO-Gaststätten Kurgarten, Vorwärts, Central, Rudelsburg, Himmelreich und Gradierwerk, die Mitropa, die Kommissionsgaststätten „Lindenhof“ „Klause“, Cafe im Kurmittelhaus, „Wehrdamm“, Eiscafe am Wehr, „Loreley“, Schäfer, Sportlerheim, „Saaletal“, „Zur Katze“, Kiosk an der Katze, „Saalecamp“, „Burgblick“, „Fischhaus“ und das einzige private Unternehmen die Konditorei Schoppe,   hatten wöchentlich jeweils 2 Ruhetage, zumeist am Montag und Dienstag. Dazu kamen 2 Wochen Betriebsferien, vorwiegend in den Sommermonaten. Durchgehend geöffnet war nur die MTROPA.

 

     Okt. Sperrung der Deponie an der B 87 (KJ)

Durch die wilde Verkippung und ständige Brände wurde die Zufahrt zur Kippe gesperrt und nur noch an bestimmten Tagen für örtliche Betriebe mit Deponiebescheid, den VEB Stadtwirtschaft und die Bevölkerung geöffnet.

 

  1. Okt. Dankeschön-Veranstaltung zum 40. Jahrestag in der HOG „Kurgarten“ (KJ).

Auf dem „Geburtstagstisch der Republik“ lagen die Fertigstellung der Lückenbebauung Borlachstraße 15, der renovierte Konzertpavillon und die Kinderkrippe in der Rudelsburgpromenade. Außerdem wurde der Gebietswanderweg von der Rudelsburg nach Bernburg übergeben.

 

  1. Okt. Erste Ausstellung historischer Landtechnik im KfL Fränkenau (LDZ).

 

  1. Okt. „Skulptur des Eulenspiegels steht im Bassin vor dem Badehaus“ (LDZ).

Wer die Idee hatte, die fast vergessene Skulptur nun doch aufzustellen, bleibt offen. Der verkehrt herum auf dem Esel sitzende Eulenspiegel kolportierte aber den Honecker-Ausspruch „Vorwärts immer-rückwärts nimmer“.

 

  1. Okt. Ergänzung der Objekte der Kreisdenkmalliste (LDZ).

Zu den 1986 aufgenommenen Objekten kamen das Fischhaus, das Fähnchen auf dem Nikolausberg, und die Borlachstraße 1.

 

  1. Nov. Einwohnerforum im Kurgarten (LDZ, KJ, MZ 1994).

Zu einer „offenen Stadtverordnetenversammlung“ hatten der Rat der Stadt und die Ortsparteileitung eingeladen. Einleitend erklärte der Bürgermeister, dass nun doch 1990 mit dem Bau von 228 Wohnungen begonnen wird. Der Betriebsdirektor des KfL Fränkenau T. Böttcher erklärte, dass man ein modernes Heizhaus mit Entschwefelungsanlage plane. Zu den Tiefflügen sowjetischer MIG`s konnte der Vorsitzende des Rates des Kreises nur auf die höheren Stellen verweisen. Die Anfragen zu den Umweltbelastungen durch das HVW und die Textilreinigung, blieben unbeantwortet. Andere Bürger forderten die „gastronomische Öffentlichkeit“ in den Betriebsferienheimen der BAK und der Kyffhäuserhütte. Hinterfragt wurde die medizinische Betreuung. Hier wurde Hilfe vom Bezirk angekündigt. Nachdem man für zahlreiche weitere Probleme kurzfristige und unkomplizierte Lösungen versprach, nahm Dr. Schache das Wort, und sprach dem Rat und der SED jegliche Kompetenz ab.

Danach traf sich im Pfarrhaus ein kleiner Personenkreis und gründeten das Neue Forum aus dem dann die Bad Kösener Bürgerbewegung hervorging. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten Dr. H. Schache, Dr. H. Hirsch, D. Lewering, J.- U. Bühner.

 

  1. Nov. Erste Demonstration in Naumburg (LDZ).

Unter den 12.000 Teilnehmern waren auch viele Bad Kösener. Der Zug zog sich um den gesamten Stadtring. Neben den üblichen politischen Losungen wurde die Einstellung der bei Flemmingen geplanten Kreisdeponie gefordert.

 

  1. Nov. Schreiben des VSB an den Rat des Kreises (priv).

Die amtierende Ärztliche Direktorin, Mitbegründerin des „Neue Forums“ meldete pflichtgemäß, den Abgang von 3 Krankenschwestern und 3 Kindergärtnerinnen durch „Verlassen der Republik“ und die von ihr veranlassten Maßnahmen zur Absicherung der Betreuung der Kurgäste. „Abgänge im wirtschaftlich-technischen Bereich durch illegales Verlassen der Republik sind z. Z. nicht vorhanden. Mit einer normalen chronischen Unterbesetzung wird in einigen Bereichen gearbeitet, was jedoch zu Qualitätsabstrichen und zunehmenden Beschwerden führt“.

 

  1. Nov. Friedensgebet in der Lutherkirche (Kirchengem.).

Organisatoren waren der Pfarrer Hans-Peter Höck und der Kirchenälteste Dr. H. Schache.

 

  1. Nov. Kritik an den Umweltbelastungen (LDZ).

Auf die Kritik der unsachgemäßen Entsorgung von Furnierabfällen, antwortete der Betriebsleiter des HVW Siebke lapidar: „Wo gehobelt wird, da fallen Späne“, das waren aber täglich 50 m³, die auf die Deponie an der F 87 kamen und dort verbrannten. Da die Deponie zur Stadt gehöre, wäre der Eigentümer für die Sicherheit zuständig.

 

  1. Nov. Schlüsselübergabe zur 35. Karnevalssaison (LDZ).

„Bad Kösener Karnevalisten hatten ein Jahr unter Sprachlosigkeit gelitten“ womit die Zeitung auf den Ausfall der vergangenen Saison hinwies. Diesmal gab es einen Festzug mit 30 Bildern. Von den 5 eingeladenen Kapellen waren aber nur die Schönburger angereist. Zu dem Spruchband „Bad Kösen ist nun skrubellos“ meinte der Bürgermeister dass er nicht arbeitslos sein würde und gegebenenfalls dem „Kurgarten“ als Kellner zur Verfügung steht.

 

  1. Nov. Vororttermin am Grundstück Karl-Liebknecht- Straße 9 (priv)

Hier gab es noch Trockenaborte im Hof und der Vertreter des VEB Gebäudewirtschaft versprach, WC einzubauen und auf dem angrenzenden Gartengrundstück eine Kleinkläranlage zu errichten. Der Eigentümer stimmte zu, wollte aber ein anderes Grundstück im Tausch haben..

 

  1. Nov. Meldung über „illegales Verlassen“ der DDR (priv).

Die amtierende Ärztliche Direktorin des VSB informierte den Rat des Kreises über 2 illegale Ausreisen. Gegenüber den beiden ehemaligen Mitarbeiterinnen bestünden Lohnrückforderungen, für deren Rückbuchung um Hilfe des Kreises ersucht wurde.

 

  1. Dez. Zweite Demonstration in Naumburg (LDZ).

Wegen der offenen Grenze waren weitaus weniger Teilnehmer gekommen.

 

  1. Nov. Einweihung des Bettenhauses am Konrad Martin Haus (NTB 2007).

 

  1. Dez. Pressegespräch im Rathaus „Quo vadis, Bad Kösen“ (LDZ).

Bürgermeister Skrubel lehnte die Herausgabe von Unterlagen an das „Neue Forum“ ab und erklärte, dass er diese erst einer frei gewählten Volksvertretung übergeben werde.

Einig waren sich Skrubel und die amtierende Ärztlichen Direktorin darin, dass das Kur- und Erholungswesen wieder von der Stadt selbst betrieben werden sollte. Daher sollte das VSB und der Kreisbetriebes f. Naherholung wieder in städtische Verwaltung übernommen und in vier Bereiche unterteilt werden: Kur- und Bäderwesen, Erholungswesen, Grünanlagen-Parks-Sportstätten sowie Kommunale Versorgungswirtschaft. Auch eine Privatisierung der Gaststätten „Rudelsburg“ und „Himmelreich“ wurde erwogen, entsprechende Anträge lägen bereits vor. Skrubel rief die Bevölkerung auf, weitere Vorschläge zu machen.

 

  1. Dez. Kontaktaufnahme der Chefärztin mit der Kurverwaltung Bad Salzdetfurth (priv).

Unter Hinweis auf Kontakte, die in den 50iger Jahren bestanden, bat sie um einen Informationsaustausch. Kurz danach kam eine Einladung.

 

  1. Dez. „Wann wird in den Lichtspielen das Licht ausgemacht? (LDZ)

Die Kreislichtspiele hatten mitgeteilt, dass das Kino definitiv zum 31. 12. schließen und derzeit mit dem VSB über eine gemeinsame Nutzung des Saales im Ernst-Thälmann-Heim verhandelt wird.

 

  1. Dez. Vollversammlung des Neuen Forums (MZ 1994)

Das Neue Forum, dem sich zwischenzeitlich auch zahlreiche „gewendete“ Mitglieder der Blockparteien angeschlossen hatten, forderte den Rücktritt des Rates der Stadt.

 

  1. Dez. Rechtsträgernachweis für das Grundstück Naumburger Straße 2 (priv)

Nach der Verzichtserklärung der Erbin kam das Anwesen an den VEB Gebäudewirtschaft. Belastet war das Grundstück noch mit einer privaten Hypothek von 10.000 Mark. Der bauliche Zustand eines der ältesten Wohnhäuser ließ nur noch einen Abriss zu.

 

  1. Dez. „Hilferuf der Kinderkrippe“ Friedrich-Ebert-Straße 17 (LDZ).

Die Erzieherinnen beklagten die unhaltbaren Zustände in der maroden Villa.

 

  1. Dez. Tagung des Stadtparlamentes (MZ 1994).

In einer spannungsgeladenen Atmosphäre und bei hitziger Diskussion brach Bürgermeister Skrupel zusammen und musste ins Krankenhaus gebracht werden.

 

  1. Dez. Bericht über die Sicherungsarbeiten an der Klosterkirche (LDZ).

 

  1. Dez. Stadtverordnetenversammlung (MZ 1994).

Die LDPD beantragte die Auflösung der Stadtverordnetenversammlung. Dem schlossen sich die Vertreter von NDPD, CDU und DBD an. Der entsprechend Beschluss sollte in der kommenden Woche gefasst werden. Die Amtsgeschäfte sollten vom Runde Tisch überwacht und gesteuert werden.

 

  1. Dez. „Im Allerheiligsten des Kellermeisters“ Bericht aus dem VEG Weinbau (LDZ).