Das Heilbad Bad Kösen, Von der Wende bis zur Eingemeindung

1990 bis 1996 Boom-Town

Investitionen von mehreren Millionen wurden zur Verbesserung der Infrastruktur, dem Neubau von Kliniken und dem mehrgeschossigen Wohnungsbau von der Stadt auf den Weg gebracht. Üppige Fördermitteln aber auch hochverzinste Darlehen sollten die „Blühende Landschaften“ schaffen.. Kritische Stimmen zur Nachhaltigkeit und der Refinanzierung wurden von den „Machern“ negiert oder als Opportunismus abgetan.

1990

  1. Jan. Stadtverordnetenversammlung (LDZ)

Diese beschloss mit 23:4 Stimmen die Selbstauflösung. Die hauptamtlichen Ratsmitglieder (Vorsitzender, Stellvertreter, Sekretär und die Stadträte f. Bauwesen und Finanzen wurden kommissarisch im Amt belassen.

  1. Jan. „Bad Kösen ist nicht herrenlos“ (LDZ).

In einer gemeinsamen Erklärung von NDPD, CDU, LDPD, DBD, SPD, DA, NF wurde mitgeteilt, dass sich die Stadtverordnetenversammlung aufgelöst und die   politische Verantwortung dem „Runden Tisch“ übertragen habe.

  1. Jan. Erste offizielle Sitzung des „Runden Tisches“ im Rathaus (MZ 1994)

Dazu gehörten 2 Vertreter des Neuen Forums, jeweils zwei Vertreter der DDR-Parteien (SED, CDU, LDPD, NDPD, DBD) sowie jeweils ein Vertreter der Massenorganisationen (FDJ, DFB, FDGB, KB), insgesamt 21 Personen. Zur Beschlussfassung reichte die einfache Mehrheit. Deren Umsetzung oblag den ehemaligen hauptamtlichen Stadträten. Der Vorsitzende und der Sekretär des Rates meldeten sich dienstunfähig.  

  1. Jan. „Arbeitsfähigkeit ist gesichert“ Pressemitteilung vom „Runden Tisch“ (LDZ).

Dr. Schache war Pressesprecher, W. Knapp und das Ratsmitglied f. Bauwesen R. Harlaux seine   Stellvertreter setzten zunächst auf Transparenz und breite Information.

  1. Jan. Demonstration vor dem Rathaus (LDZ).

Die Stasi und die Korruption der SED-Bonzen waren das beherrschende Thema. Auf der am gleichen Tag in Naumburg stattfindenden Demonstration forderten die Teilnehmer die Entmachtung des Stadtrates und Kreistages und die Übernahme der Geschäfte nach dem Kösener Vorbild.

  1. Jan. 2. Tagung des Runden Tischs (LDZ).

Diskutiert wurde über den mehrgeschossigen Wohnungsneubau, der seit 1982 nicht voran gekommen war, den Bau der Lagerhalle des VEB Plastica auf dem Jochenberg und die zukünftigen Strukturen bei Handel und Gewerbe. Der „Runde Tisch“ behielt sich in allen Fragen die alleinige Entscheidungsgewalt vor.

  1. Jan. Besuch einer Delegation des VSB in Bad Salzdetfurth (*)

Die amt. Chefärztin Dr. H. Hirsch, die Verwaltungsleiterin D. Lewering, K. Mann und P. Oschatz wurden vom Chef der Kurverwaltung K. Winter empfangen. Dann wurde H. Lielje, Betreiber der dortigen REHA-Klinik hinzugezogen, der den Vertretern des VSB schnelle und unbürokratische Hilfe anbot. Auf die Kurverwaltung von Bad Salzdetfurth war man gekommen, weil es hier bereits in den 50er Jahren Kontakte und gegenseitige Besuche gab.

  1. Jan. Tagung vom „Runden Tisch“ (LDZ)

Beschlossen wurde die Ausgliederung der Müllentsorgung aus dem VEB(K) Dienstleistungs-kombinat und der Widerspruch gegen die vom Kreis geplante Zentraldeponie oberhalb des Mordtales. Außerdem wurde die Gründung einer Arbeitsgruppe „Städtepartnerschaft“ beschlossen und über die Verkehrssituation, den Truppenübungsplatz und den Schutz der Hangwälder diskutiert.

  1. Jan. „Kösener Funken zogen die Karnevalsgäste“ für den Aachener Karneval (LDZ).
  2. Jan. Gründung des SPD- Ortsvereins.

Initiator war der Gemeindepfarrer Hans-Peter Hoeck. Doch außer einigen älteren Herren, die vor 1946 SPD-Mitglieder waren, hielt sich der Zuspruch in Grenzen. Erst als H. Lielje ein langjähriges SPD-Mitglied hier aktiv wurde, stieg die Zahl der Mitglieder sprunghaft an, zumal sich das günstig auf den beruflichen Einstieg in eine der Lielje-Firmen auswirken könnte. Die im Rat vertretenen SPD-Mitglieder unterstützten dann alle von der Unternehmensgruppe vorgeschlagenen Maßnahmen. Nach dem Tod von H. Lielje verließen die meisten der bei der UGL beschäftigten SPD-Mitglieder die Partei.

  1. Feb. Öffentliche Aufführung des Deutschlandliedes im Kurgarten (LDZ).

Zum karnevalistischen Frühschoppen intonierten die Kapellen aus Schönburg und Lenzinghausen die Hymne. „Der ganze Saal stand wie ein Mann“ berichtete H. D. Speck.

  1. Feb. Gründung der Rudelsburger Allianz.(*)

Unter dem Wahlspruch „In varietate unitas“ kam es bereits 1987 zu einem informellen Zusammenschluss von 15 ostdeutschen Studentenverbindungen, die auf der Rudelsburg einen Festkommers abhielten. Aus diesem Anlass wurde in der Nähe des Löwendenkmals ein Gedenkstein eingeweiht.

  1. Feb. Gründung der Weinbaugesellschaft Bad Kösen mit 34 Hobby- und Kleinwinzern (LDZ)
  2. Feb. Vorschlagliste für die Auszeichnungen zum „Tag des Gesundheitswesens“.*

Die amtierende Chefärztin beantragte beim Rat des Kreises die Medaillen und Urkunden für die   Mitarbeiter des VSB.

  1. Feb. Gegenbesuch aus Bad Salzdetfurth (*)

Klaus Winter und Helmut Lielje loteten mit der Leitung des VSB die Möglichkeiten einer Zusammenarbeit („joint venture“) aus. Hauptvoraussetzung dafür sei die Herauslösung des VSB aus der Bezirksebene und die Übernahme in städtisches Eigentum. Nach der Kommunalwahl könne man dann mit den gewählten Volksvertretern die erforderlichen Rahmenbedingungen für einen Einstieg aushandeln.

  1. Mär. Presserklärung zum 7. Runden Tisch (LDZ).

Informiert wurde über den Bericht des ABV, der insbesondere den zunehmenden Vandalismus von Jugendlichen beklagte. Außerdem wurde eine Kommission zur Umbenennung der Straßen und für die Vorbereitung einer 950-Jahrfeier gebildet.

  1. Mär. Presseerklärung zum 8. Runden Tisch (LDZ).

Dabei ging es um die Situation in den Ortsteilen und die Bestätigung der von der Wohnungskommission vorgeschlagenen Vergabe von Mietwohnungen.

  1. Mär. Presseerklärung zum 9. Runden Tisch (LDZ)

Diskutiert wurde über die Gaststättensituation und die zukünftige Struktur des Handelsnetzes. Außerdem wurden 20 Gewerbeanträge bewilligt und zwei Kaufanträge für ältere Wohnhäuser in städtischer Rechtsträgerschaft (Gerstenbergkprom. 11, Borlachstr. 4), befürwortet. Die Erwerber gehörten zum „Runden Tisch“.

  1. Mär. Der „Göttersitz“ wechselt für 7.665 DDR-Mark den Besitzer.

Erwerber war der ehemalige Elektromeister E. S (wegen Schädigung des Volkseigentums, Steuerbetrugs und unzulässiger Bereicherung 1983 zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt). Zuvor hatte das Kreisgericht die Eigentümerin U. Stempner für unmündig erklärt und der Kreisarzt die Einweisung in das Altenheim Saaleck angeordnet. Als Vormund wurde ein hochbetagter Herr eingesetzt, der dann den Kaufvertrag mit E. S. besiegelte. Zwar waren die Gebäude, insbesondere das Wohnhaus völlig desolat, aber der Wert des mehrere Hektar umfassenden Grundstücks überstieg den Kaufpreis um ein Mehrfaches, auch unter Zugrundelegung der in der DDR üblichen Bodenpreise.

  1. Apr. Gründung der Firma von Jürgen Schüler (MZ).

Die Firma wurde mit der Müllabfuhr und der Straßenreinigung. beauftragt. Als Deponie wurde ihr die Deponie an der B 87 zugewiesen mit der Auflage, diese entsprechend zu sichern. Damit konnte   die bisherige wilde Verkippung eingedämmt werden.  

  1. Apr. Schreiben der ärztlichen Direktorin an den Rat des Bezirkes.(*)

Unter Bezugnahme auf die Gespräche mit der UGL wurde die Umstrukturierung des VSB zur REHA-Klinik nach westdeutschem Vorbild vorgeschlagen.

  1. Apr. Pressemitteilung zum Runden Tisch (LDZ).

In Zuge der Auflösung des Rates des Bezirkes und der Einrichtung der Bezirksverwaltungsbehörde, sollte auch das bezirksgeleitete Volkssolbad abgewickelt werden. Um den Badebetrieb fortzuführen, sollte die Übertragung des gesamten Volkssolbades an die Stadt beantragt werden. Dann müssten alle Einrichtungen und Sanatorien umfassend saniert und möglichst ohne längere   Unterbrechung auf Weststandard gebracht werden. Für die Kinderkurheime sollte ein zentraler Standort gesucht und die historischen Park- und Salinenanlagen rekonstruiert werden.

  1. Apr. Gründung des Bäderverbandes Sachsen-Anhalt e.V. in Bad Salzelmen (*)

Vorsitzende war die Verwaltungsleiterin des VSB D. Lewering, Schatzmeisterin die ökonomische Leiterin des VSB K. Große.

  1. Apr. Stellungnahme des HO-Kreisbetriebes zur Kritik an der HOG Rudelsburg (LDZ).
  2. Apr. Schreiben der UGL an die Leitung des VSB (*)

Die Unternehmensgruppe hatte sich wegen der absehbaren Union für den Standort Kösen entschieden. Im Westen waren seit den siebziger Jahren moderne Rehabilitationskliniken auf dem Markt, die den dezentralen und kommunalen Kurbetrieb verdrängten und mit denen die Betreiber und die Anleger richtig Geld verdienen konnte. Nun wurden attraktive Standorte im Osten gesucht, auch unter Inkaufnahme einer vielfach desolaten Infrastruktur. Rechtzeitiges Handeln sicherte den entscheidenden Wettbewerbsvorteil, da die Konkurrenz groß war. Doch zunächst musste man die Kommunalwahl abzuwarten, um von den gewählten Volksvertretern verbindliche Zusicherungen zu erhalten. H. Lielje meinte daher: „Ich glaube…. daß wir… unsere Schularbeiten gemacht haben. Wir sind also im Moment nicht weiter am Zug; sondern, wenn es weitergehen soll, sind jetzt Sie dran.“

  1. Apr. Pressemitteilung zum 14. Runden Tisch (LDZ).

Als Termin für den Beginn für den mehrgeschossigen Wohnungsbau wurde der Februar 1991 genannt. Bis dahin sollte die Planungsunterlagen des VEB „HAG Komplexer Wohnungsbau“ auf westdeutschen Standard gebracht und die Förderfähigkeit geprüft werden. Dabei sollte anstelle der Fernwärmeversorgung vom Holzveredelungswerk ein Heizhaus auf Erdölbasis am Standort gebaut werden.

  1. Apr. Schreiben der Verwaltungsdirektorin des VSB (*)

Unter Bezugnahme auf die Anfrage der UGL teilte sie mit, dass der „Runde Tisch“ die Übernahme des Volkssolbades beschlossen und der Rat des Bezirkes Zustimmung signalisiert habe.

  1. Mai Aufnahme des Geschäftsbetriebes der Fa. Dr. Schache Bau GmbH (Insolv. Ber.*)

Keimzelle der Firma war die bisher von Dr. Schache geleitete Bauabteilung der Evangelischen Kirche. Das Stammkapital betrug 245.000 DDR-Mark. Die Firma übernahm kurz darauf den VEB Landtechnischen Anlagenbau in Stendorf, und richtete hier ihren Firmensitz ein.

  1. Mai Schreiben der Vorsitzenden des Bäderverbandes an den Gesundheitsminister der DDR (*)
  2. Lewering forderte die sofortige Rückübertragung der Kureinrichtungen an die Kommune und deren Umwandlung in juristisch selbständige Einrichtungen auf der Grundlage des von der Volkskammer erlassenen GmbH-Gesetzes.
  3. Mai Kommunalwahl.

Weil sich das Neue Forum gegen einen raschen Beitritt zur Bundesrepublik ausgesprochen hatte und das, wenn auch nur übergangsweise Weiterbestehen einer „demokratischen DDR“ eintrat, löste sich hier das NF auf. Gerade noch rechtzeitig, um zur Wahl zugelassen zu werden, gründete sich die Bad Kösener Bürgerbewegung (BKB). Mitglieder waren mehrheitlich Intelligenzler, Handwerker und Unternehmer, die hier ihre persönlichen und beruflichen Perspektiven gut aufgehoben sahen. Als Kandidaten traten an: Liste 1 BKB: Dr. H. Schache, Apotheker P. Chemnitz, Tischlermeister D. Lietz, Dachdeckermeister Heinz Fritzsche, Zahnarzt D. Kiehl, G. Zippließ, die Chef-Ärztin des VSB Dr. Hirsch, Bezirksschornsteinfegermeister A. Janovecz, Tierarzt Dr. Liesegang, Bauingenieur J.-U. Bühner. Liste 2 BFD (Ost-FDP): W. Stiller, G. Ertle, K.-R. Zweigler, L. Toepfer, Dr. Belkner, H. Scherz, Liste 3 CDU: J. Mühlberg, J. Borchert, Dr. Böhm, Liste 4 DA: W. Becker, Liste 6 DFD: R. Henning, Liste 8 PDS: H. Gosewitz, K. Geißenhöner und Liste 9 SPD: H. Ficht, N. Mosch.

Die BKB gewann die Kommunalwahl ihr Spitzenkandidat und Vorsitzender Dr. H. Schache erhielt eine überwältigende Mehrheit.

Hermann Lielje, von D. Lewering über das Wahlergebnis in Kenntnis gesetzt, wollte wissen, ob man mit die gewählten Räten für seine Pläne gewinnen könne.

  1. Mai „Die Rudelsburg in Privathand“ (LDZ).

Die HO hatte wegen der Kritik den Mietvertrag mit der Stadt mit sofortiger Wirkung gekündigt. Neue Pächter waren der ehemalige Parteisekretär und der Justitiar des VEB Kreisbaubetriebes Naumburg, K. Pokrant und E. Carmesin. Ein sehr moderater und langfristiger Pachtvertrag wurden in Anbetracht der bevorstehenden Saison kurzfristig ausgehandelt, was die sofortige Bewirtschaftung ermöglichte.

     Mai Erste „Kneipe“ mit 70 Studenten von 5 Corps am Pfingstwochenende.

  1. Mai Schulfest anlässlich des 447-jährigen Gründungstages der Landesschule Pforte (NKZ).

Der bisherige Direktor der Heimoberschule Arnhardt begrüßte den Rektor der „Tochterschule“ Meinerzhagen. Zeitgleich erschien in der Presse ein Beitrag von Dr. Lux vom Neuen Forum Naumburg unter dem Titel „Keiner ist`s gewesen – EOS ein humanistisches Gymnasium?“ Darin wurde die Erklärung der Schulgewerkschaftsleitung und des Personalrates ad absurdum, dass kein Lehrer noch einer der übrigen Mitarbeiter offiziell oder inoffiziell für das MfS tätig war, heftig kritisiert. Kurz darauf wurden alle „regimenahen Mitarbeiter“ aus dem Schuldienst entlassen, darunter der Rektor, Lehrer wie Hirsch und der Verwaltungsleiter.

  1. Mai Konstituierende Sitzung der Stadtverordnetenversammlung (LDZ).

Dem Beschluss zur Gültigkeit der Wahl, folgte die Wahl des Stadtverordnetenvorstehers (A. Janovecz), und seiner Stellvertreter (W. Becker, H. Scherz). Diese gerieten dann unter Stasi-Verdacht, zwei legten ihr Amt nieder. Bürgermeister wurde Dr. Schache mit 24:1 Stimmen. Außer der PDS und dem DFD bekannten sich die übrigen Parteien zu einer Koalition „pro Kösen“. Beschlossen wurden die Erarbeitung einer Stadtentwicklungskonzeption und die geänderten Bebauungskonzeption für den Standort „Am Rechenberg“.

  1. Juni Gründung der Firma „Sanitär- und Heizungsbau“ GmbH (*)

Nach der Ausgliederung aus dem VEB Kreisbaubetrieb und der notariellen Beglaubigung nach dem GmbH-Gesetz folgte das Reprivatisierungsverfahren der ehemaligen PGH „Gas-Wasser-Heizung“. Das Verfahren vor der Bezirksverwaltungsbehörde endete mit der Übertragung des Betriebsvermögens nach Zahlung einer Abstandssumme seitens der Antragsteller. Allerdings fehlte das Betriebsgrundstück, das die PGH 1972 kurz vor der Verstaatlichung aus Privatbesitz rechtmäßig erworben hatte. Dieses wurde 1986 in die Rechtsträgerschaft des VEB Kreisbaubetriebes übernommen. Dieser VEB, inzwischen HIN GmbH, wurde von der Firma Bickert Bau, Bad Hersfeld, übernommen, die damit auch in den Besitz der in Rechtsträgerschaft befindlichen Grundstücke kam und diese sofort mit Hypotheken belegte. Erst 1994 entschied die Treuhandanstalt auf Lastenfreistellung und Rückgabe des Grundstückes in der Rudelsburgpromenade an die Installationsfirma.

  1. Juni Gründung des Fremdenverkehrsverein (LDZ).

Zur Vorsitzenden wurde D. Lewering gewählt, allerdings war diese Gründung nicht rechtswirksam.

  1. Juni Gründung der Fa. Rudolph-Bau GmbH.

Michael Rudolph nutzte die Gunst der Stunde, mit der Fa. Herzog Bau ein „Joint Venture“ einzugehen, für die sich dabei erhebliche wirtschaftliche Vorteile ergaben.  

  1. Juni Ansichtskarten aus der Jugendzeit der Kurstadt - Sonderschau im Heimatmuseum (LDZ)
  2. Juni Stellungnahme des Landrates bezüglich des Göttersitzes (Freiheit).

Der Plan des Besitzers, das desolate Wohnhaus abzureißen und hier eine Hotelanlage zu errichten, wurde wegen des angrenzenden Naturdenkmals und den Einsprüchen der Stadt Bad Kösen, der Gemeinde Möllern und dem Umweltamt abgelehnt. Genehmigungsfähig wäre eine kleine Ausflugsgaststätte, verbunden mit strengen Auflagen für den Naturschutz. Die Herrichtung der Zufahrt wurde unter Auflagen genehmigt.

  1. Juli   Stadtverordnetensitzung

Beschlossen wurden die Hauptsatzung, die Geschäftsordnung und die Bildung von Ausschüssen sowie die Verwaltungsstruktur und die Arbeitsverträge für den Bürgermeister und die übrigen Angestellten. Außerdem wurde die Übernahme der Handels- und Gastronomieeinrichtungen von HO und Konsum, der Wasser- und Energieversorgung sowie der Betriebsferienheime (14-2/90) beschlossen. Einvernehmen herrschte bei der Städtepartnerschaft mit dem hessischen Nidda.

  1. Juli „Baustopp gilt nach wie vor“ (LDZ)

Erneut kritisierten Umweltschützer die Landkreisverwaltung, weil sie tatenlos zusah, wie der Besitzer vom „Göttersitz“ trotz Auflagen die Zufahrt breiter ausbaute und zahlreiche Bäume gefällt hatte. Die Verwaltung versicherte zwar, energisch einzuschreiten, unternommen wurde allerdings nichts.

  1. Juli Einbruch im Romanischen Haus (LDZ).

Fassungslos konstatierte L. Toepfer den Diebstahl etlicher Ausstellungsstücke.

  1. Juli Vertragsangebot zur Weiterführung der BAK (Freiheit*).

Für die ehemalige BAK, nunmehr Service GmbH und der Treuhandanstalt angeschlossen, hatte ein Institut für Fortbildung und Umschulung aus den alten Bundesländern bei der Bezirksverwaltungsbehörde Interesse bekundet. Man wollte die Ausbildungsstätte weiter betreiben, falls eine Kaufoption und der Erwerb der Grundstücke, insbesondere der attraktiven Villenstandorte zugesagt würde. Bürgermeister und Stadtrat fühlten sich übergangen und liefen dagegen Sturm.

  1. Juli Schwimmbadfest mit Wahl der „Miß Saaletal“ (LDZ).
  2. Juli J. Gericke „Gedanken beim Anblick des Kösener Saalewehres“ (LDZ)

     Aug. Gründung des Kleingartenvereins „Saaleaue“ e.V.

Damit wollte man der absehbaren Auflösung des VKSK begegnen und möglichen Grundstückspekulationen entgegentreten.

  1. Aug. „Vom Baugeschehen der Stadt Bad Kösen“ (LDZ).

Bis zum Dezember sollte der Flächennutzungsplan vorliegen sowie die Wärme-, Trinkwasser- und Abwasserproblematik für den Wohnungsbaustandort geklärt sein. Informiert wurde über den Beginn der Bauarbeiten für die Ringstraße.

  1. Aug. Spendenübergabe des Verband Alter Corpsstudenten (LDZ).

85 Jahre, von 1850 bis 1935 war Kösen die „Heimstatt“ der Kösener Corps. Nun stand der Ort den rund 20.000 Mitgliedern wieder offen. Ein Unterstützungsverein übergab einen Aufsitz-Rasenmäher. Außerdem erschien ein Reiseführer* um den Corps den Ort näher zu bringen.

  1. Aug. „SEKA wird abgewickelt“ (LDZ).

SEKA der Nachfolger der HO stand zur Disposition. Für die hiesige Kaufhalle bewarben sich ALDI, NORMA und SPAR.

  1. Aug. Beitrag in der englischen Fachzeitschrift „New civil engineer“(*)

In der Sparte „Industrial archaeology“ wurde das Gradierwerk vorgestellt: „One magnificent result…. can be seen in the hills south west of Leipzig at Bad Kösen…“

  1. Sep. Amtseinführung des neuen Rektors portensis E. Horn (LDZ).

Die Festrede hielt der Oberlandeskirchenrat von Westfalen. Zu den Gratulanten gehörte der Vorsitzende des Pförtner Bundes, der Bischof der evangelischen Landeskirche Sachsen-Anhalt und der Großsekretär der Vereinigten Großlogen der Bruderschaft der Freimaurer in Vertretung des Großmeisters. Der Pförtner Bund erklärte, dass man sich in erster Linie um die Rückgabe des enteigneten Besitzes der Landesschule bemühen werde.

  1. Sep. Restitutionsantrag der Erben der Firma F. A. Koch KG (*)

Der Firmenbesitz wurde nicht verstaatlicht sondern treuhänderisch verwaltet. 1975 ordnet der Treuhänder beim Wirtschaftsrat des Bezirkes die Liquidation an und überließ das Firmengelände dem derzeitigen Nutzer der BHG. Die Erben beantragten nun die Rückgabe der Grundstücke und Immobilien bzw. einen Wertausgleich für den dem VEB Plastica verkauften Güterschuppen auf der Ladestraße.

  1. Sep. 3. Stadtverordnetensitzung (NKZ, LDZ)
  2. Lielje der dem Gremium sein Visionen erläuterte, merkte an, dass es nicht sein vordringliches Anliegen sei, „Grundstücke zu kaufen und Kliniken zu bauen“. Allerdings sollte man schon den „Boom der REHA- Kliniken“ in den alten Ländern nutzen. Er würde sich hier engagieren, falls man ihm das Mitspracherecht bei allen diesbezüglichen Entscheidungen einräumen würde. Die in Aussicht gestellten Investitionen von 300 Millionen überzeugten die Anwesenden, die die Zusammenarbeit mit der UG Lielje zum Aufbau eines konkurrenzfähigen Kurortes einmütig beschlossen. Noch war das eine „Goodwill“ Erklärung, über einen Vertrag sollte später entschieden werden, doch der UGL wurde die Option für den von ihr gewünschten Standort für eine REHA-Klinik am Gradierwerk eingeräumt (B 26-3/90).

Die gewählte Gemeindevertretung legitimierte auf dieser Sitzung außerdem alle Beschlüsse die vom „Runden Tischs“ gefasst wurden (B21-3/90).  

Der Stadtrat beschloss außerdem, die „Übertragung von volkseigenen Vermögen“. Das betraf den Grund und Boden in Rechtsträgerschaft der Gemeinde, der Bauwilligen zur Errichtung von Einfamilienhäusern überlassen worden war, allerdings ohne Eintragung im Grundbuch. Allerdings war nicht klar, ob die Stadt das ür die Grundstücke am Galgenberg und am Sportplatz veranlassen durfte, denn diese waren bis 1945 Stiftungsbesitz. Wegen hoffnungslos überlasteter Grundbuchämter kam die Angelegenheit nur schleppend voran, was für Unmut und Unsicherheit bei den Betroffenen sorgte.

  1. Sep. „Letzter Abspann im Kino“ (LDZ).

Nach der Schließung des Kinos in der Rudelsburgpromenade, fiel nun auch im VSB der Vorhang, nachdem man die Miete für die Kreisfilmstelle drastisch erhöht hatte.

     Sep. Die Saalemühle stellt den Betrieb ein (LDZ).

Unter der Überschrift „Wir sind am Ende – Amen!“ wurde der Mahlbetrieb nach 800 Jahren endgültig eingestellt.

  1. Sep. „Haflinger- Deal“ (NKZ).

Dem Leiter des „Kreisbetriebes für Naherholung“ E. Zöge wurde der unberechtigte Verkauf zweier dem Tierpark gehörender Haflingerpferde weit unter Verkehrswert an einen westdeutschen Interessenten vorgeworfen. Die SPD- Fraktion im Stadtrat rief nach dem Staatsanwalt.

  1. Sep. Besuch der Alten Herren des Kösener und Weinheimer SC zu Frankfurt/M (LDZ).

Die Begrüßung übernahm die Kurdirektorin D. Lewering.

  1. Sep. Festgottesdienst anlässlich der Beendigung der Sanierung des Kircheninneren (LDZ).

Die Sanierung begann vor der Wende dank Unterstützung der Bochumer Partnergemeinde.

  1. Okt. Übernahme des Volkssolbades durch die Stadtverwaltung (*)

Landrat Hütter übergab die Grund- und Arbeitsmittel der bezirksgeleiteten Einrichtung, wie sie noch vom Runden Tisch beantragt wurden. Der Wert der Einrichtung samt Zubehör wurde mit 3,315 Mio. DDR-Mark, der Verschleißgrad mit 82,6 % angegeben.

  1. Okt. Gründung der Fa. W. Gaudig - Brandschutzservice.
  2. Okt. Anweisung an die Verwaltungsleiter der Kliniken der UGL(*)

Bereits zu diesem Zeitpunkt war die Schließung des VSB absehbar. Um das Fachpersonal nicht zu verlieren und später hier wieder einzusetzen, wurde angewiesen, dass bei Neueinstellungen von Mitarbeitern in den alten Bundesländern vorzugsweise fachlich geeignete Mitarbeiter aus dem VSB berücksichtigt werden sollten.

  1. Okt. Ökumenischer Dank- und Fürbittgottesdienst (Freiheit).
  2. Okt. Tag der Deutschen Einheit (LDZ)

Im Kurpark wurde in Anwesenheit von Gästen aus Nidda, Bochum und Steinhagen eine Eiche gepflanzt, die Feuerwehr hatte den Rost angeworfen und auf der Rudelsburg gab es einen Frühschoppen, Kremserfahrten, eine Weinverkostung und am Abend ein Feuerwerk.

  1. Okt. Offener Brief des Bürgermeisters an die Treuhandanstalt (LDZ).

Anlass dafür waren die Streitigkeiten um die Kaufhalle zwischen dem HO-Nachfolgebetrieb SEKA und potentiellen Übernahmeinteressenten wie Pfannkuch und Norma.

  1. Okt. Die Fa. Interfunk Mende präsentiert Computertechnik in der H.- Firchau OS (LDZ)
  2. Okt. Veröffentlichung der Ergebnisse der Landtagswahl (LDZ)

Die CDU erhielt hier 1073, die SPD 518 und die FDP 488 der abgegebenen Zweitstimmen. E. Lewering war sogar mit der „fliegenden“ Wahlurne im Naumburger Krankenhaus.

  1. Okt. „Baustopp für RENO in Pforte“ (LDZ).

Denkmalschützer und Stadtverwaltung erwirkten beim Landratsamt die Einstellung der Arbeiten, nachdem bekannt wurde, dass beim Umbau des ehemaligen Schafstalls zur Verkaufseinrichtung die Klostermauer abgebrochen werden sollte. Die Bauaufsicht hatte auf Anweisung von „oben“ zugestimmt. Letztendlich blieb die Mauer und RENO wurde eine Nutzung von max. 3 Jahren eingeräumt. Anschließend sollte das Gebäude abgebrochen werden. Beide Auflagen waren dann rasch vergessen.

  1. Okt. Belegschaftsversammlung im Volkssolbad.

Den rund 400 Mitarbeitern wurde die bevorstehende Schließung und ihre Entlassung mitgeteilt. Man versprach, persönliche Gespräche und Hilfe bei der beruflichen Umorientierung. Intern gab es bereits einen Stellenplan für die kommunalen Kliniken. Das Top-Secret-Papier ging von 200 Beschäftigten im Kinder- und Erwachsenenbereich aus. 180 Mitarbeitern wurde gekündigt, viele zunächst in Beschäftigungsgesellschaften der Stadt untergebracht. Alle anderen kamen in Kurzarbeit oder in den Kliniken der UGL eingearbeitet.

  1. Okt. Veröffentlichung der Schwerpunkte der Kurortrahmenplanung (LDZ).

Eine „Weichenstellung für einen modernen Kurort“ sollte der Rahmenplan sein, den die UGL vorstellte und der sich auf den oberen Kurpark am Gradierwerk und das Gebiet des ehemaligen Truppenübungsplatzes bis zur Windlücke konzentrierte. Hier sollte ein neues Wohngebiet sowie ein großzügiges Kurgebiet mit mehreren REHA-Kliniken entstehen.

Für das VSB waren umfassende Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten vorgesehen, die Altstadt sollte sich zukünftig als Wohn- und Einkaufsgebiet mit Fußgängerzone präsentieren. Gewerbe sollte an der B 87 neben der Tankstelle, am Scheitbach und in Fränkenau konzentriert werden.

  1. Okt. „Wohnungsbau ein heißes Eisen“ (LDZ).

Für die Änderung der Planung um die Vorgaben des sozialen Wohnungsbaus zu erfüllen und Fördermittel zu erhalten, veranschlagte der Nachfolgebetrieb des VEB Gesellschaftsbau 1,2 Mio. DM. Das würde den Preis pro Flächeneinheit erheblich verteuern. Im Hinblick auf die der Bevölkerung gegebenen Wahlversprechen meinte der Bürgermeister: „Wir müssen einfach bauen“

  1. Okt. „In den Fängen der Krake Stasi“ (LDZ).

Anlass war ein Beitrag der ARD vom 11. September, in dem Namen von Stasi-Offizieren im besonderen Einsatz (OibE) veröffentlicht wurden, darunter ein Dr. H. Schmutzler. Das gab natürlich Anlass zu allerlei Gerüchten. Nun erklärte der Mediziner gegenüber der Zeitung: „Ich habe nie etwas mit dieser verfluchten Stasi zu tun gehabt“. Dazu wurde ein Brief veröffentlicht, den Dr. Sch. am 10. Oktober 1989 an den damaligen Kreisarzt Dr. Bilstein richtete. Darin teilte der Mediziner, der sich zu diesem Zeitpunkt besuchsweise in der BRD aufhielt, mit, dass er nicht mehr an seinen bisherigen Arbeitsplatz zurückkehren würde. Neben den verschiedenen Motiven die ihm als Genossen das System verleidet hätten, gab die Nichtberücksichtigung seiner Person als Nachfolger Bilsteins als ärztlichen Direktors des VSB den Ausschlag für diese Entscheidung.

  1. Okt. Das „Kurstadt Journal“ wird Teil vom Naumburger Tageblatt.

Neben dem Kurstadtjournal wurde auch der Freyburger Bote im Naumburger Tageblatt (bisher LDZ) integriert. Redakteur blieb Manfred Seyffarth. In der ersten Ausgabe wandte sich der Bürgermeister an die Einwohner: „Lassen Sie uns die Geschicke unserer Stadt gemeinsam in die Hände nehmen“.

  1. Okt. Der Bürgermeister unterzeichnet den Kooperationsvertrag (*)

Der UGL wurde die planerische und konzeptionelle Entwicklung des kommunalen Kurwesens einschließlich der Finanzierung, Durchführung und Leitung übertragen. Der UGL erhielt das ausschließliche Recht, hier Rehabilitationskliniken zu errichten werde und ein uneingeschränktes Mitspracherecht in allen Belangen der Entwicklung des Kurortes. Am 19.12. unterschrieb H. Lielje den Vertrag, nachdem er am 09. 11. zum Bevollmächtigten der Geschäftsführung der kommunalen Kurbetriebe berufen wurde.

Eine förmliche Beschlussfassung des Vertrages erfolgte nicht, gleichermaßen verzichtete man auf eine Veröffentlichung.

  1. Nov. Kündigung der Verwaltungsleiterin des VSB (*)

Der Beschluss des Hauptausschusses, die Stelle des Verwaltungsleiters der zukünftigen Kur-GmbH öffentlich auszuschreiben, war Anlass für die D. Lewering wegen „fehlenden Vertrauens“ mit sofortiger Wirkung zu kündigen.

  1. Nov. „Wie geht es weiter in Bad Kösen“ Antwort auf einen Leserbrief (NTB).

Dr. Schache verwies auf zahlreiche Probleme, die sich durch die Wirtschafts- und Währungsunion sowie den Beitritt ergeben hätte. Problematisch war die Entscheidung dass Alteigentümern ihre Häuser und Grundstücke beantragen könnten und soweit sie das Eigentum nachweisen könnten auch zurück erhalten würden. Das sorgte flächendeckend für Unruhe und Unzufriedenheit.

  1. Nov. Gründung der Jugendfeuerwehr
  2. Nov. Erneuter Einbruch im Museum (LDZ).

Diesmal wurden mehrere Käthe Kruse Puppen gestohlen, der Schaden auf 20.000 DM beziffert. Direktor Toepfer forderte die sofortige Installation einer Sicherheitsanlage, damit das Museum nicht zum Selbstbedienungsladen würde.

  1. Nov. „Blaue Briefe für die Hälfte der Solbad-Mitarbeiter (NTB).

Wegen eines Formfehlers waren die im Oktober ausgesprochenen Kündigungen ungültig.

  1. Nov. Tageblatt-Gespräch mit Dr. Hirsch (NTB).

Die amtierende ärztliche Direktorin begründete das Versäumnis, und verwies darauf, dass inzwischen die entsprechenden Beschlüsse bei der Stadt gefasst wurden. Sozialverträglich war die Übernahme von 40 Mitarbeitern in den Bauhof. Außerdem suche NORMA 10 Mitarbeiter für die Verkaufsstelle am Galgenberg. Über weitere Alternativen sollten die übrigen Mitarbeiter kurzfristig informiert werden. Die endgültige Betriebseinstellung war nun der 31. 12.  

  1. Nov. „Wer anderen hilft, hilft sich selbst“, B. Krause stellt die Dt. Rheumaliga vor (NTB).
  2. Nov. Einwohnerversammlung zur Stadtentwicklung (NTB).

200 interessierten Einwohnern wurden die Schwerpunkte der Stadtentwicklung erläutert.

  1. Nov. Schreiben des Bürgermeisters an die Treuhandanstalt (NTB*).

Da die bisherigen Vorschläge der Stadt bezüglich der „Schönen Aussicht“, wie die Vermietung an den Internationalen Bund und die Anträge einheimischer Kauf- und Mietinteressenten ignoriert wurden, erklärte Schache, dass die THA die „Schöne Aussicht“ für 200.000 DM verscherbeln wollte, eine Summe, die den Kosten einer einzigen Neubauwohnung des sozialen Wohnungsbaus entsprechen würde. In der Stellungnahme des IFU zeigte man sich verwundert, dass man hier mit derart hohen Baukosten im sozialen Wohnungsbau rechne und fragte, welcher glückliche Bauunternehmer denn hierfür den Zuschlag bekäme.

  1. Nov. Das „schwebende Kinderkurheim Marienthal (NTB).

Obwohl Marienthal seit dem Oktober zum Landkreis gehörte, hatte die Verwaltungsleiterin des VSB D. Lewering den Personalrat aufgefordert, umgehend der fristlosen Entlassung der Leiterin Kälcke zuzustimmen, andernfalls würde sie 10 andere Mitarbeiter entlassen. Dagegen wandte sich einer der Betroffene in einem offenen Brief.

  1. Nov. Versammlung der Vertragsvermieter des VSB (*)

Hermann Lielje informierte, dass die Belegungsverträge ebenfalls zum 31.12. auslaufen und in Zukunft nicht mehr benötigt würden. Den 51 Vermietern wurde empfohlen, sich auf Urlauber, Touristen und Tagesgäste einzurichten und dafür aktiv zu werben.

  1. Nov. Die POS „Hermann Firchau“ erhält den Namen „Bergschule“ (NTB).
  2. Nov „Befürchtungen sind unberechtigt“ (NTB).

144 Eigenheimbesitzer warteten immer noch auf die notarielle Beglaubigung und die Eintragung der mit der Stadt abgeschlossenen Grundstückskaufverträge. Ein Schreiben des Bundeskanzleramtes sollte die Wogen glätten, wurde aber als taktischer Winkelzug kurz vor der Bundestagswahl angesehen.

Gleichzeitig war U. Stockmann (SPD), MdB, auf Wahlkampftour in seinem Wahlkreis. Stockmann, der dann einige Jahre hier wohnte war dann Europaabgeordneter und bewarb sich 2010 (allerdings erfolglos) um das Amt des Stasi-Beauftragten für Sachsen-Anhalt.

  1. Dez. Die FFW erhält von der Partnergemeinde Nidda ein Drehleiterfahrzeug (NTB).
  2. Dez. „Kommune besteht auf ihr Vorkaufsrecht“ beim Objekt Schöne Aussicht (NTB).

Nach zähen Verhandlungen genehmigte die THA den Verkauf an die Stadt, lehnte aber die kostenfreie Rückführung ab. Daraufhin veröffentlichte die IFU-GmbH eine 10 Punkte umfassende Entgegnung. Demnach hätte die Stadt nicht das Allgemeininteresse einer Bildungsstätte verfolgt sondern ausschließlich Privatinteressen ortsansässiger Gastronomen.  

  1. Dez. Bundestagswahl und Volksentscheid.

72 % der 3 953 Wahlberechtigte gaben ihre Stimme ab. Dabei entfielen auf die CDU 41%, die FDP 25%, die SPD 20% und die PDS 6 % der Stimmen. Außerdem stimmten 1.554 Wähler für den Verbleib in Sachsen-Anhalt, 685 für einen Anschluss an Thüringen. Denjenigen, die meinten, man wäre in Sachsen-Anhalt der „Hinterhof“, hielt der Bürgermeister markig entgegen: „Der letzte Kurort in Sachsen-Anhalt sei immer noch besser wie der erste in Thüringen!“

  1. Dez. Abwahl von D. Lewering als Vorsitzende des Bäderverbandes Sachsen-Anhalt (*)

Wegen ihres Wechsels vom VSB zur LVA Sachsen-Anhalt hatte die stellv. Vorsitzende des Bäderverbandes die Entbindung der Vorsitzenden beantragt. Gegen diesen „Affront“ protestierte H. Lielje als „alleiniger Bevollmächtigter des kommunalen Eigenbetriebes Solbad“ und drohte mit dem Austritt aus dem Landesverband.

  1. Dez. Kreistagsitzung – Tagesordnungspunkt „Göttersitz“ (NTB).

Der Bauausschuss hatte den Bebauungsplan befürwortet. Dieser sah eine Gaststätte mit 80 Innen- und 80 Außenplätzen, Seminar- und Tagungsräumen und 50 Hotelbetten vor. Pfarrer Huppenbauer, Mitglied des Kreistages, verwies darauf, dass sich der Besitzer an die bisherigen Auflagen nicht gehalten habe und verlangte deren Einhaltung. Der Antrag wurde abgewiesen.

  1. Dez. Bericht über die Fa. Saale-Technik GmbH (NTB).

Der ehemalige Kfl Fränkenau mit den Betriebsteilen in Rathewitz und Herrengosserstedt präsentierte sich als Kooperationspartner namhafter Landmaschinenhersteller.

  1. Dez. Veröffentlichung der Satzung des Kur- und Fremdenverkehrsverein (NTB).
  2. Dez. Eröffnung des „Vinum-Weincenters“ im Weingut (NTB)
  3. Dez. Verwaltungsvertrag mit der KEV der UGL.

Die kommunalen Kurbetriebe wurden noch vor ihrer notariell beglaubigten Umwandlung in juristisch selbständige GmbH in das Firmengeflecht der UGL integriert. Sie galten nach außen hin als Firmen der UGL und wurden unter deren Firmenlogo vermarktet.

  1. Dez. Der amtierende Vorort der SC zu Frankfurt/M übergibt der Stadt einen Kleinbus (NTB)
  2. Dez. Eröffnung einer Niederlassung der Fa. HLBKKK   (LDZ).

Die Hermann Lielje Beratungsgesellschaft für Kur-, Klinik-, Krankenhaus- und Freizeiteinrichtungen sollte die Stadt bei der Umsetzung der Stadtentwicklungskonzeption unterstützen. Geschäftsführer waren Hartmut Lielje und D. Zense, Niederlassungsleiter Ost wurde E. Lewering.

  1. Dez. Veröffentlichung der Kurbeitragssatzung (NTB).
  2. Dez. Baubeginn für die Fußgängerbrücke über die Saale in der Rudelsburgpromenade (NTB).

Hier sollte eigentlich eine Rohrbrücke für die Fernwärmeleitung vom Holzveredelungswerk zum Wohnungsbaustandort am Galgenberg entstehen. Inzwischen lagen alle erforderlichen Genehmigungen vor, doch nun hatte sich die Fernheiztrasse erübrigt. Kurzfristig wurde anstatt der Stahlkonstruktion eine Holzbrücke für Fußgänger konzipiert, die aus Mitteln des Reisefonds gebaut werden konnte.

  1. Dez. Eröffnung von „Rosi`s Erotikshop“ in der Borlachstraße (NTB).

Dazu wurde der ehemalige HO-Gemüseladen hergerichtet. Doch schon bald gab es Kritik, da hier der Schulweg entlang führte.

  1. Dez. „Zimmer frei – so klingst im Saaletal“ (NTB).

Nach dem Wegfall der Vertragsbindung kamen die Privatbetten auf den Markt.

  1. Dez. Auftragserteilung zur Sanierung des ehemaligen Volkssolbades.*

Der Pauschalauftrag betraf sämtliche Sanierungsmaßnahmen, Neu- und Erweiterungsbauten für die geplanten kommunalen Kur- und Klinikeinrichtungen bis hin zu einem Solebewegungsbad.

Hauptauftragnehmer für den Hochbau war die Fa. Dr. Schache Bau. Mit der HLS und Elektroinstallation betraute H. Lielje Firmen aus den alten Bundesländern, die am Bau seiner REHA-Kliniken beteiligt waren. Allerdings waren sie angehalten, mit ortsansässigen Firmen zu kooperieren.

  1. Dez. Stadtverordnetenversammlung.

Diese beschloss die Kurbeitragssatzung (32-14/90*), den Verkauf des Geländes am Gradierwerk an die UGL zum Bau einer REHA-Klinik (29-4/90) und die Umwandlung des ehemaligen VSB in drei kommunale Gesellschaften (REHA Klinik „Mutiger Ritter GmbH, Kinder-REHA-Klinik „Am Nicolausholz“ GmbH, Kurbetriebsgesellschaft (37-4/90). Mit dem Beschluss 36-4/90* wurde der Bürgermeister beauftragt für das Gesamtvorhaben „Verbesserung der touristischen Infrastruktur“, für das man mit rund 61 Mio. DM rechnete, Fördermittel und zinsgünstige Kredite zu beantragen. Dabei sollte aber der Kapitaldienst die Leistungsfähigkeit des Stadthaushaltes nicht übersteigen. Während SPD und BKB geschlossen dafür stimmten, hatten CDU, FDP und PDS Bedenken. Außerdem wurde die Umbenennung von Straßen mit ideologisch belasteten Namen beschlossen (34-4/90).

  1. Dez. Ortsbesichtigung des „Russenfeldes“ mit den sowjetischen Militärbehörden (LDZ).

„Auf dem Russenfeld kann gebaut werden“ meinte die Zeitung und widersprach damit der bisherigen Verlautbarung, dass die Rote Armee den Platz bis 1994 nutzen wird. Das bezog sich auf eine Ortsbesichtigung von Bürgermeister, Verwaltung, UGL und den Garnisonskommandeuren   Oberst Trotz und Oberstleutnant Metik. Zwar sei die Bebauung westlich der geplanten Ringstraße möglich, über die Räumung des östlichen Teils bis zur Windlücke würde das Bundesvermögensamt entscheiden. Das reichte, um den Bau der Ringstraße zu veranlassen.  

  1. Dez. Schließung des Volkssolbades, von Bade- und Kurmittelhaus und der Kindersanatorien.

1991

  1. Jan. Änderungen der Verwaltungs- und Organisationsstrukturen (NTB).

Kleinheringen mit 111 Einwohnern wurde eingemeindet und alle in den VEB Kreisbetrieb für Naherholung eingebrachten Grundmittel und Gebäude samt Stadt-Information wieder in städtisches Eigentum überführt. Außerdem nahm der Stadtbauhof mit 50 Mitarbeitern, zumeist AM die Arbeit auf..                      

  1. Jan. Die Lazarus-Stiftung aus Berlin übernimmt den Damenstift (NTB).

Die Kontakte zum Mutterhaus waren trotz aller Behinderungen in den Jahrzehnten der DDR nicht abgerissen. Nun bekannte man sich offiziell zu der Einrichtung, deren baulicher Zustand erhebliche Mängel aufwies. Kurze Zeit später wurden die Pläne für den Neubau eines Pflegeheimes vorgestellt.

  1. Jan. Eröffnung der Sozialstation der evang. Kirchengemeinde am Rechenberg (NTB).
  2. Jan. Leistungsvertrag zwischen der Kurbetriebsgesellschaft und der „Mutiger Ritter“ GmbH.*

Demnach sollte die in Gründung befindliche Kurbetriebsgesellschaft neben der Vor- und Unterhaltung der kurörtlichen Infrastruktur als Dienstleister der ebenfalls noch in Gründung befindlichen REHA-Klinik „Mutiger Ritter“ GmbH die Therapieeinrichtungen vermieten. Die Miete sollte zumindest den Kapitaldienst der für die Sanierung der Therapieeinrichtungen erforderlichen Darlehen, die die REHA-GmbH beantragen sollte, bringen. Für den Neubau eines Solebades und die Umgestaltung der Park- und Salinenanlagen sollte die Stadt Fördermittel beantragen und in die Gesamtfinanzierung einbringen.

  1. Jan. Beginn der Umbauarbeiten im „Ernst Thälmannheim“.

Zu diesem Zeitpunkt war weder die Finanzierung gesichert, noch die Gesamtkosten überschaubar. Aber man wollte den kommunalen Kurbetrieb schnellstmöglich wieder in Gang setzen, dem der Bau der privaten REHA-Klinken nahtlos folgen sollte. Die Mittel wurden von der Nord-LB vorgeschossen, ohne dass dingliche Sicherheiten vereinbart wurden. In dieser Zeit reichten die persönliche Bürgschaft von H. Lielje, der Kooperationsvertrag und die Erklärungen des Stadtrates, sowie positive Signale der politischen Ebenen. Weil es keinen Vorlauf gab und die Zeit drängte, wurde der Umbau bei baubegleitender Planung des Büros Prof. Wiethüchter und der zur Lielje-Gruppe gehörenden Firma A + I Planbau realisiert. Bis zu 130 Bauarbeiter waren beschäftigt, damit innerhalb eines halben Jahres eine REHA-Klinik mit westdeutschen Mindeststandard aus dem Ernst-Thälmann Heim mit den Bettenhäusern „Elisabeth-Altbau“, „Käthe Kruse“ und „Rheingold“, dem Kurmittelhaus und der Medzinischen Badeanstalt entstehen konnte.

Gleichzeitig wurden die Kindersanatorien Schmettaustraße 14, Friedrich-Ebert Str. 13, Käthe-Kruse Str. 4 und Am Rechenberg 2 saniert, obwohl es Rückgabeansprüche (Ohm/Bauszsus und Berger) gab. Die Kinderheime Klemm und Saaleck kamen an die Alteigentümer, ebenso Marienthal.

  1. Jan. Gründung des Kur- und Fremdenverkehrsvereins Bad Kösen e.V.

Zum ersten Vorsitzenden wurde Hermann Lielje gewählt.

  1. Jan. Stadtbesichtigung mit dem Büros Rittmansperger und Kleebank (*).

Unter sachkundiger Führung des Baudezernenten O. Rudolph besichtigte man die zahlreichen städtebaulichen Mißstände. Im Hinblick auf die in Aussicht stehenden Millionen bemerkte der Protokollant, man müsse dies alles unter dem Blickwinkel der „Goldgräberstimmung im Wilden Osten“ sehen“, bei der es gilt, mitzumischen.

  1. Jan. Die Kreistagausschüsse behandeln das Reizthema „Göttersitz“ (NTB).

Der Besitzer verfügte offenbar über gute Verbindungen zur Kreisverwaltung, denn das Bauvorhaben „Hotel Göttersitz“ wurde erneut im nichtöffentlichen Teil der Ausschußsitzungen heiß und kontrovers diskutiert. Auch das öffentliche Interesse war groß. Dabei ging es um das Entmündigungsverfahren gegen die frühere Besitzerin und dem raschen Verkauf des Anwesens weit unter Wert. Man hinterfragte die Rollen die hier der ehemalige Kreisarzt und der Kreisgerichtsdirektor gespielt hatten.

  1. Jan. Die Pfannkuch-Gruppe übernimmt die Kaufhalle.

     Jan. Gründung der Ortsgruppe der „Schutzgemeinschaft Deutscher Wald“ (NTB).

  1. Feb. Wiedereröffnung der modernisierten Geschäftsstelle der Sparkasse im Kurpark (NTB).
  2. Feb. NORMA eröffnet eine Verkaufseinrichtung an der Ringstraße (NTB).

Das Provisorium sollte maximal 2 Jahre bleiben, weshalb man von einem regulären Genehmigungsverfahren absah. Glück für NORMA für viele Jahre der einzige Discounter im Ort.

  1. Feb. Beurkundung des Einbringungsvertrages der Wohnungsbestände (UR 382/91 Hisecke)

Der VEB Gebäudewirtschaft Naumburg, Rechtsträger der kommunalen Wohnungen in Kösen wurde aufgelöst und zur Verwaltung der Bestände die Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft Bad Kösen gegründet. Das Anlagevermögen belief sich 4.652 Mio. DDR-Mark, die Verbindlichkeiten gegenüber der Staatsbank der DDR auf 4.678 Mio. DDR-Mark. Eingebracht wurden 87 Grundstücke mit rund 600 Wohnungen, darunter die städtischen Häuser aus den zwanziger Jahren, alle Neubauten und REKO-WE aus den Jahren 1949 bis 1989 und etliche Mehrfamilienhäuser deren Besitzer wegen Republikflucht enteignet oder deren Besitzer sie wegen drohender Überschuldung der Stadt überlassen hatten. Von denen wurde der überwiegende Teil von den Alteigentümern beansprucht, was dann vom Amt zur Regelung offener Vermögensfragen beschieden wurde.

  1. Feb. Geschäftseröffnung in der Gärtnerei Möller.

Anstelle der alten Gewächshausanlage war hier eine moderne Verkaufseinrichtung entstanden.

  1. Feb. Die HO-Gaststätte „Kurgarten“ wird privatisiert.

Erwerber der ehemals der Hennenbrauerei AG gehörenden Gaststätte war deren langjähriger Gaststättenleiter W. Becker.

  1. Feb. Beurkundung des Gesellschaftervertrages der REHA- Klinik „Mutiger Ritter“ GmbH.

Dabei wurde eine Personalübernahmevereinbarung abgeschlossen, mit der die für den zukünftigen Klinikbetrieb vorgesehenen Mitarbeiter von der GmbH übernommen wurden, unter Anrechnung der bisherigen Betriebszugehörigkeit. Diese konnten nun in den Kliniken der UGL beschäftigt werden. Das Haftungssrisiko des Geschäftsführers minimierte sich durch die Verpflichtung der Gesellschafterin liquide Verluste beim Betrieb der REHA-Klinik auszugleichen (Nachschußpflicht).

  1. Mär. Einrichtung einer Polizeistation.

Die Dienststelle des VPKA im Rathaus, bisher zuständig für das Paß- und Meldewesen, wurde aufgelöst.

01.Mär. Beurkundung des Gesellschaftervertrages der Kurbetriebsgesellschaft.

Der Kurbetriebsgesellschaft wurden die Kuranlagen, das Kurmittelhaus, die Medizinische Badeanstalt, die Salinentechnik und die Brunnen und Quellen zugeordnet. Auch hier war die Nachschusspflicht vereinbart.

  1. Mär. Eröffnung der Gaststätte „Wilhelmsburg“

Familie Becker hatte das seit Mitte der 60er Jahre als Betriebsferienheim von der Kyffhäuserhütte Artern genutzte Objekt, das seither für die Öffentlichkeit geschlossen war, von der Treuhandanstalt erworben und kurzfristig renoviert..

   Die Fa. Bickhardt Bau aus Kirchheim übernimmt den ehemaligen VEB Kreisbaubetrieb.

Der Betrieb, inzwischen Hoch- und Ingenieurbau GmbH, mit Betriebsteilen in Naumburg, Bad Kösen und Eckartsberga und den Gewerken Hochbau, Zimmerer, Dachdecker und Bauschlosser konzentrierte sich auf den Standort des ehemaligen OBL II. Eckartsberga kam an den ehemaligen Eigentümer (Kegler) und der BT Naumburg, Weinbergsweg wurde aufgegeben. Eingestellt wurde die Produktion der früher begehrten Dachschwingfenster.

Gleichzeitig stellten die hier noch beschäftigten ehemaligen Mitglieder der PGH „Bau“, Antrag auf Reprivatisierung des bei der Verstaatlichung eingebrachten Firmenvermögens (Grundstücke, Gebäude, Betriebsmittel, Genossenschaftsanteile). Der Antrag wurde positiv beschieden. Die Antragsteller einigten sich mit dem neuen Besitzer auf Zahlung einer angemessenen Abstandszahlung unter Verzicht aller Ansprüche

  1. Mär. Beurkundung des Gesellschaftervertrages der GWG.*

Hier wurde noch das Siegel des Staatlichen Notariats der DDR mit dem Staatswappen benutzt. Allerdings fehlte hier die Nachschusspflicht.

  1. Mär. Stadtverordnetenversammlung.

Der Beschluss B 39/5-91 bevollmächtigte H. Lielje die Finanzierung für die Sanierung der kommunalen Kureinrichtungen sicher zu stellen. Da es keine Fördermittel für REHA-Kliniken gab, blieb nur die Kreditaufnahme. In Anbetracht des Baufortschrittes und der bisher vorgeschossenen Mittel, für die H. Lielje persönlich bürgte, musste schnellstens eine Lösung gefunden werden. Zunächst rechnete man mit rund 15 Millionen DM Baukosten, letztendlich waren es 25 Millionen. Da es bei dem hohen Zinsniveau absehbar war, dass die Refinanzierung aus dem laufenden Geschäftsbetrieb kaum möglich war, verlangte die Nord-LB nicht nur die übliche kommunale Ausfallbürgschaft für das ausgereichte Darlehen, sondern weitere Sicherheiten. Daher zogen sich die Verhandlungen in die Länge. Erst im September genehmigte der Landrat eine umfassende Bürgschaftserklärung der Stadt gegenüber der NORD-LB. Im Oktober kam der erste Darlehensvertrag zustande, weitere folgten. Einen förmlichen Beschluss insbesondere über die Höhe der Kredite gab es nicht. Erst im Februar 1992 nachdem die Kurbetriebe über ein halbes Jahr am Netz waren, sanktionierte der Hauptausschuss die Darlehensverträge (82-9/92/HA). Gewinner waren die Nord LB, die durch die Vorfinanzierung bei einem Zinssatz von 10,75 % einen satten Gewinn einstrich und die Fa. Hermann Lielje Bankrepräsentanz, die sich für den Abschluss der Darlehensverträge eine ansehnliche Vermittlungsprovision sicherte.

  1. Mär. Bericht über die vermögensrechtlichen Ansprüche der Stiftung Schupforta (NTB).

Anlass war eine kleine Anfrage des MdL Curt Becker an die Landesregierung bezüglich der Rückübertragung des gesamten Stiftungsvermögens. Die Antwort bestärkte die Stiftung, dass die Wiederherstellung der alten Besitzverhältnisse in greifbare Nähe rückt.

     Apr. Die Staatsanwaltschaft Halle ermittelt zum Verkauf vom „Göttersitz“.

Es lag der Verdacht vor, dass das Entmündigungsverfahren als Vorwand diente, um an das Grundstück zu kommen. Dafür sprach auch die Wahl des gerichtlichen Vormundes, eines hochbetagten und offenbar schon senilen Herrn, der sofort den Kaufvertrag mit E. S. abschloss. Ermittelt wurde gegen die am Verfahren beteiligten Personen, den Amtsarzt, den Vorsitzenden des Vormundschaftsgerichts und den Notar.

01.Apr. Die Mülldeponie an der B 87 wird für Fremdanlieferungen gesperrt (NTB).

Zwei Monate später kam die endgültige Schließung.

  1. Apr. Eröffnung des Modehauses Steinmetz in der Lindenstraße (NTB).
  2. Apr. Baubeginn für die Ringstraße.
  3. Apr. Übergabe der Holzbrücke über die Saale (NTB).
  4. Apr. „Eine Verjüngungskur für die Medizinische Badeanstalt“ (NTB)

„Eine Kuriosität am Rande“ erwähnte der Berichterstatter. Eine Porzellanbadewanne aus den Anfängen des Bades, hergestellt in England. „Diese Wanne wird mit anderen Exponaten zur Geschichte des Kurbades Kösen in einem neuen Museum zu sehen sein, dass im Borlachschacht eingerichtet wird“. Leider kam sie dort nicht an.

  1. Apr. Erste Arbeitstagung des Kösener Senioren Convent Verbandes (NTB). *

Das war die erste offizielle Tagung an traditioneller Stätte nach der Zwangsauflösung. Es gab erste Überlegungen über eine Rückkehr der Corps.

  1. Apr. Inbetriebnahme der Kinder-REHA-Klinik „Am Nikolausholz“.  

Dazu gehörten die Häusern „Kunterbunt“, „Schwalbennest“, „Zwergenreich“ und „Sonnenschein“ mit 120 Betten. Es war wohl die erste umfassend sanierte REHA-Einrichtung in den neuen Bundesländern, die nun auch Mutter-Kind-Kuren anbot. Anlässlich der Eröffnung wurde eine Dokumentation unter dem Titel „Ein Kurort im Aufbruch“ im großen Saal im „Mutigen Ritter“ gezeigt. Damit erfüllte sich das Versprechen der UGL, den kommunalen Kurbetrieb grundlegend umzugestalten und in kürzester Zeit wieder betriebsbereit zu machen. Damit verstummte dann auch der letzte Skeptiker.

  1. Apr. Der „Galgenberg“ wird vom Kreistag zum Flächennaturdenkmal erklärt (NKB).
  2. Apr. Unterzeichnung des Verschwisterungsvertrages mit Nidda (NTB).

Nidda gehörte zum Wetteraukreis und der Ortsteil Bad Salzhausen hatte eine lange Tradition der Salzherstellung und der Soletherapie.

  1. Apr. Schiffstaufe des zweiten Motorbootes auf den Namen „Rudelsburg“ (NTB).
  2. Apr. „Bärenfrühstück“ in der Gaststätte Schäfer.

Das Mahl, obwohl rechtlich nicht zu beanstanden, erregte dennoch die Gemüter, da man mit Recht mutmaßte, das es sich hierbei um den im Januar geborenen Nachwuchs aus dem Tierpark handelte. Noch kurz vorher hatte dessen Leiter bekannt gegeben, dass diese für ein Auswilderungsprojekt der Bernhard Grzimek Stiftung nach Österreich gebracht würden. Zur gleichen Zeit wurden die drei Großkatzen, Puma, Tiger und Jaguar, wegen nicht artgerechter Haltung getötet.    

  1. Mai Gründung der Kalkwerke Bad Kösen GmbH (Hauptbetriebsplan 2012).

Der VEB Harzer-Kalk und Zementwerke nannte sich nun Harz-Kalk GmbH Rübeland. Das Bergwerkseigentum für den Kalksteinabbau im BT 6 wurde von der Staatlichen Vorratskommission der DDR 1990 der Treuhandanstalt verliehen. Diese verkaufte sie der Fels-Werke GmbH Goslar. Die Kalkwerke Bad Kösen GmbH übernahm mit der Gründung den BT 6 der Harz-Kalk GmbH Rübeland und erwarb von der Fels-Werke GmbH das Bergwerkseigentum auf einer Fläche von 28 ha. Die Genehmigung erteilte das Bergamt im Dezember.

  1. Mai Stadtverordnetenversammlung (NTB)

Die Stadtverordneten wurden über den Planungsstand beim Therapiezentrum informiert. Nachträglich wurde der Gesellschaftervertrag der GWG bestätigt, der GF berufen und die Besetzung der Aufsichtsräte der kommunalen Kurbetriebe beschlossen, ebenso die Weiterführung der Schulen als Grund- und Sekundarschule. Der PeBe Kunststofftechnik GmbH wurde eine befristete Nutzung ihrer Kaltlagerhalle am Jochenberg gestattet und die Erweiterung des Erotikshops in der Grünen Gasse abgelehnt.

  1. Mai Einweihung einer Sozialstation am Rechenberg (NTB).

Anlässlich des 100-jährigen Gründungstages der Diakonissenstation erhielt sie den Namen eines der Stifter, den Schwiegersohn von Dr. Rosenberger, Johannes Wichern, dessen Vater Hinrich Wichern die Diakonie in Deutschland begründet hatte.

  1. Mai Besuch des Wirtschaftministers Rehberger (NTB).

In Anbetracht der bereitstehenden Fördermittel, empfahl er die umgehende Einreichung ausführungsreifer Projekt zur Verbesserung der Infrastruktur.

  1. Juni Beratung zur Beantragung der Fördermittel „Modellstadt Tourismus“.*

Dabei gab H. Lielje die Vergabe von Planungsaufträge für die 48 Teilvorhaben bekannt. u. a. Rittmannsperger (Stadtsanierung), Gauff (Außenanlagen), Wiethüchter (Bauten des Gesundheitswesens), Halle-Projekt (Hochbau), Großlindemann (Tiefbau) und Zillinger (Abwasser u. Verkehrsanlagen).

  1. Juni Der Regierungspräsident besichtigt den „Göttersitz“ (NTB).

Der Streit um das Bauvorhaben im Landschaftsschutzgebiet hatte weite Kreise gezogen. Der Ortstermin brachte keine Klärung, sowohl der Eigentümer E. Seyfarth, der inzwischen auch wegen des Erwerbs ins Zwielicht geraten war, als auch die Verwaltung beharrten auf ihren Standpunkten. Es wurde zwar ein Baustopp erteilt, was den Eigentümer nicht davon abhielt, transportable Raumzellen und Wohncontainer aufzustellen.

  1. Juli   Inbetriebnahme der REHA Klinik „Mutiger Ritter“ GmbH.*

Das Hauptgebäude und die Stationen „Rheingold“, „Käthe Kruse“ und „Elisabeth“ (Altbau) hatten 110 Betten. Mit der LVA bestand eine Belegungsvereinbarung, die sich wegen der dezentralen Struktur auf die Rehabilitation leichter orthopädischer Fälle beschränkte. Die   dezentrale Struktur entsprach bereits zu diesem Zeitpunkt nicht den Vorgaben der Belegungsträger. Dazu kamen Mehrkosten und hohen Kreditzinsen, die die vom Belegungsträger gezahlten Pflegesätze auch bei voller Belegung nicht   abdeckten. Politischer und wirtschaftlicher Druck ließen allerdings keinen Raum für alternative und langfristig sich selbst tragende Konzepte.

             Die Fränkenauer Landtechnik GmbH wird von einer Schweizer Holding übernommen.

  1. Juli Grundstückskaufvertrag zwischen der Stadt und der Saale REHA I .*

Der Käufer verpflichtete sich zum kostenlosen Abbruch des Cafes und der Wiederherstellung der Tennisplätze, falls die Stadt ein geeignetes Gelände bereitstellt. Über den Kaufpreis ist nicht bekannt, weil die betreffenden Seiten fehlen.

  1. Juli Bewertung des Anlagevermögens der kommunalen Kurbetriebe.*

In der Eröffnungsbilanz der kommunalen Kur-GmbH wurde der Grund und Boden mit 8,4 Mio. DM, die Gebäude mit 2,25 Mio. DM, die Betriebseinrichtungen und die Geschäftsausstattung mit Null bewertet.

  1. Juli Das Tageblatt veröffentlicht die Vorhaben der „Modellstadt Tourismus“.*

13 Maßnahmen an 26 Einzelobjekten mit einem Gesamtvolumen von 35,4 Mio. DM waren vorgesehen und sollten trotz unzureichender Eigenmittel zügig und zeitgleich in Angriff genommen werden. Dazu gehörten die Sanierung bzw. verkehrstechnische Erschließung von Rudelsburg, Wilhelmsburg, Himmelreich und Fischhaus sowie des Campingplatzes, die Umgestaltung der Parkanlagen, die Rekonstruktion der salinentechnischen Anlagen und die Erneuerung von Museum, Jugendherberge und Bibliothek. Da die Planung recht kurzfristig erfolgte und die Baukosten nur geschätzt, liefen bei fast allen Vorhaben die Kosten aus dem Ruder. Diese summierten sich auf rund 10 Mio. DM, nicht förderfähige Mehrkosten, die letztendlich maßgeblich zur finanziellen Not der Stadt beitrugen.      

  1. Aug. Im Schwimmbad findet das letzte „Strandfest“ statt.

Im Rausch des reichen Geldsegens, mit dem die Stadt bisher überschüttet wurde, sollten weitere Fördermittel den Neubau großen Spaß- und Erlebnisbades ermöglichen. Argument von Bürgermeister und Gemeinderat: der derzeitige Zustand des Freibades würde eine weitere Nutzung nicht gewährleisten, Reparaturen wären Geldverschwendung. Damit dies dann auch den Tatsachen entsprach folgte nach der Schließung im Herbst ein fast organisiert wirkender Vandalismus. Trotzdem sollte das Bad noch einmal öffnen, doch nun war das Bad nur noch eingeschränkt nutzbar und schloss für immer Ein wichtiger touristischer Anziehungspunkt wurde leichtfertig aufgegeben und erstmals geriet Bürgermeister Schache und die ihn tragenden Parteien in die öffentliche Kritik.

  1. Aug. Übergabe des Fördermittelbescheids*

Wirtschaftsminister Rehberger nutzte dazu seinen Urlaub, um den Bescheid über 35 Millionen DM mit den Worten: „Nicht kleckern, sondern klotzen“ zu übererichen. Bürgermeister Dr. Schache meinte; „Wenn es Brei regnet, muß man mit dem Löffel unterwegs sein“, was der Redakteur Sey. mit den Worten „Bad Kösen geht einer lichten Zukunft entgegen“ kommentierte.

     Aug. Befahrung der Beyschlagquelle und Freilegung des unteren Schachtes.

Den unteren Schacht, der nach seiner Abdämmung vor fast 90 Jahren völlig in Vergessenheit geraten war, entdeckte man unter Kohlenbergen im Gewölbekeller des „Mutigen Ritters“.

  1. Aug. Die Nord LB erklärt sich zur Ausreichung der Darlehen für die Kommune bereit.

Allerdings unter Maßgabe ausreichender Sicherheiten und eines Zinssatzes, der weit über Zinssatz von Kommunaldarlehen lag, da die GmbH und nicht die Stadt Antragsteller war. Die Tragweite hätte im Stadtrat für kontroverse Diskussionen gesorgt und möglicherweise den Abschluss der Kreditverträge noch weiter verzögert, daher wurde der Gemeinderat nicht informiert.      

  1. Sep. Spatenstich für die Saale-REHA Klinik I.

Innerhalb kürzester Zeit waren der Grundstückserwerb und die Finanzierung gesichert. Die Baugenehmigung wurde unter Auflagen erteilt. Das betraf die Abwasserbehandlung und die Stromversorgung. Für die rund 200 Betten wurden Belegungsverträge für Rehabilitation und Anschlußheilbehandlung ausgehandelt. Der Bau war ein Anpassungsprojekt der von der UGL kurz zuvor in Betrieb genommenen Nordsee-Klinik I in St. Peter Ording.

  1. Sep. Der Landrat genehmigt die Patronatserklärung.

Diese Genehmigung gewährte der darlehensgebenden Bank höchste Sicherheit für die verausgabten Darlehen, da bei einem Ausfall nicht nur die Stadt sondern der Landkreis bzw. das Land haften würde. Die Erteilung der Genehmigung, ohne Beschluss der Stadtverordnetenversammlung war ungewöhnlich, erklärt sich aber, dass kurz zuvor der Kreistag beschlossen hatte, als Gesellschafter in den Kurbetrieb einzusteigen.

  1. Sep. Abbruch des „ Cafes am Gradierwerk“ (NTB).

Nur 2 Stunden brauchte der Bagger um das in zweijähriger Feierabendarbeit errichtete, nicht besonders geschmackvolle Objekt dem Erdboden gleich zu machen.

  1. Sep. Neueröffnung der Diskothek „Zur Katze“ (NTB)..

Der Betreiber der Diskothek erwarb dann auch das gesamte Objekt von der Stadt.

  1. Sep. Pressegespräch des Landrates zum Abschlussbericht „Göttersitz“ (NTB).

Mit der Drucksache Nr. 100 vom 27. Juni hatte der Kreistag einen Ausschuss einberufen, der prüfen sollte, ob die Einweisung der früheren Besitzerin des „Göttersitzes“ in ein Pflegeheim und die Anordnung der Pflegschaft gegen deren Willen erfolgt war. Der Sonderausschuss hatte sechs Mal getagt, alle relevanten Unterlagen geprüft und festgestellt, dass die Frau gegen ihren Willen im November 1989 in das Pflegeheim Saaleck auf kreisärztliche Anordnung ohne Anhörung der Einweisungskommission gebracht wurde. Das hatte auch der 1. Zivilsenat des Bezirksgerichtes Halle am 30. 7. 91 bestätigt und die Einweisung als „ Verletzung des geltende Rechtes“ gewertet. Dies alles hätte dann den dubiosen Verkauf des „Göttersitzes“ begünstigt. Dem Kreisarzt wurde eine Weiterbeschäftigung im öffentlichen Dienst versagt, dem Gesundheitsamt eine Missbilligung wegen mangelnder Kooperationsbereitschaft ausgesprochen, der Amtsleiter des Sozialamtes abgelöst.

  1. Okt. Arbeitsbesuch des Regierungspräsidenten (NTB).

Dieser meinte: „Man solle zunächst den vorhandenen Kuchen aufessen“, bevor weitere Anträge, auf Fördermittel wie für den Bau eines Spaß- und Erlebnisbades, gestellt würden.

  1. Okt. Baubeginn für das Bettenhaus „Elisabeth-Neubau“.

Die hier vorgesehenen 80 Betten sollte die Wirtschaftlichkeit der REHA Klinik verbessern. Doch bereits hier wurde so geplant, dass das Haus Elisabeth auch separat betrieben werden konnte.

  1. Okt. Straßenfest auf der Ringstraße (NTB).

Anlässlich der offiziellen Übergabe feierte man hier den ersten Jahrestag der Wiedervereinigung. Danach kam es wegen der Errichtung ohne baurechtliche Genehmigungen zu Differenzen zwischen der Stadt, der Landesschule, dem Landkreis und der Treuhandanstalt.

  1. Okt. Reprivatisierung der Wäscherei im Kalkwerk (NTB).

Der Betriebsteil des Service-Center Naumburg einer Treuhand GmbH firmierte nun als Felske- Textilpflege GmbH.

  1. Okt. Abschluss der Kreditverträge mit der Nord-LB.*

Als erste Marge waren das für die REHA-Klinik „Mutiger Ritter“ GmbH   13 Mio. DM und für die Kinder-REHA (alt) 2,2 Mio. DM. Im Dezember 1991 übernahm die „Mutiger Ritter“ GmbH weitere 11,6 Mio. DM, im September 1992 weitere 9,7 Mio. DM und im Juli 1993 3,7 Mio. DM. Im Februar 1995 nahm die Kurbetriebsgesellschaft ein Darlehen in Höhe von 2 Mio. DM auf. Insgesamt waren es 42,2 Mio. DM mit einem Zinssatz von 9 % und einer Tilgung von 3 %, die   Annuität betrug rund 4,5 Mio. DM, die der laufende Geschäftsbetrieb nicht hergab. Wegen der genehmigten Kommunalbürgschaft verfügte die Geschäftsführung über ausreichend Sicherheiten bei Liquiditätsproblemen. Einen Nachweis über die Verwendung der Darlehen (Bau-, Bauneben-, Grunderwerbs- und Finanzierungskosten der einzelnen Objekte) blieb die Geschäftsführung schuldig.

  1. Okt. Beginn der Bauarbeiten für die Umgestaltung des Campingplatzes (NTB).

Der Campingplatz war das erste größere Vorhaben, das aus den Mitteln zur Verbesserung der touristischen Infrastruktur realisiert wurde. Der eigentlich vor Baubeginn erforderliche Aufstellungsbeschluss wurde bei der 8. Stadtratssitzung nachgeholt.

  1. Nov. 7. Ratssitzung.

Beschlossen wurde der Erwerb des ehemaligen Kinderheims Klemm (B 68-7/91) für 550.000 DM eine unverhältnismäßig hohe Summe (sehr zur Freude des Alteigentümers), zumal das Objekt abgebrochen werden sollte. Außerdem wurde eine erste Stasi-Überprüfung der Stadträte und Verwaltungsangestellten beschlossen.

Abgelehnt dagegen wurde der Antrag des Landkreises sich an der Kurbetriebsgesellschaft zu beteiligen (B 64-7/91). Offenbar hatte man die Beteiligung in Aussicht gestellt, wenn die Dienstaufsichtsbehörde die Patronatserklärung der Stadt genehmigen würde und nun wurde dem Landkreis „demokratisch“ die Beteiligung verwehrt.

  1. Nov. Beauftragung der Fa. Schache als Generalauftragnehmer für das BV „Rudelsburg“.

Wie später (2000) ein „Zeitweiliger Untersuchungsausschuss“ feststellte, hatte das Unternehmen bis zum 13. Februar 1992 insgesamt 4,59 Mio. DM pauschal abgerechnet, ohne dass eine Leistung erbracht wurde. Zwar war das eine durchaus übliche und geduldete Praxis, wenn Fördermittel nicht im Bewilligungsjahr verbaut werden konnten. Dann stellte der Auftragnehmer eine „Scheinrechnung“ der AG zahlte auf ein Konto, für dass AN und AG nur gemeinsam zeichnungsberechtigt waren.

In diesem Fall waren allerdings AN und AG identisch, Transparenz und „Vier-Augen-System“ nicht gewährleistet (s. MDR- FS v. 15. 01.2014 EXAKT „Dubiose Fördermittel“).  

  1. Nov. Öffentliche Sitzung des Bauausschusses (NTB).

Beraten wurde über die Vorhaben „Seekurpark“, die Wohnungsbaustandorte „Kukulauer Straße“ und „Rechenberg“, das Sportzentrum „Ziegeleiloch“, den Gewerbepark Fränkenau, und die Sanierungsgebiete „Naumburger Straße“ und „Mühle“.

  1. Nov. Der Bürgermeister beauftragt die Sanierung der Solequellen.

Der Borlachschacht kostete 321 TDM, die Neue Quelle 307 TDM und die Beyschlagquelle 299 TDM. Die Mittel kamen aus dem Förderprogramm „Modellstadt Tourismus“ und wurden freihändig vergeben.

  1. Nov. Die Fraktionen von FDP und CDU kündigen die Zusammenarbeit mit der BKB (NTB).

Hintergrund war offenbar, die Ablehnung der Beteiligung des Kreises am Kurbetrieb aber auch die fehlende Transparenz bei der Finanzierung und Auftragsvergabe von Bauvorhaben, bei Immobiliengeschäften u. a. bei denen die Stadträte immer öfter gar nicht oder erst informuiert wurden, nachdem die Fakten geschaffen waren.

  1. Nov. Beginn der Sanierung der Rudelsburg (NTB).

Sichtbares Zeichen dafür war ein Kran. Das mit 8,5 Mio. DM veranschlagte Vorhaben, war kostenintensiver als der Neubau des Solethermalbades im Kurpark, für den 7,5 Mio. DM veranschlagt waren.

27 Nov. 8. Stadtratssitzung.

Abgestimmt wurde über die Aufstellungsbeschlüsse „Seekurpark“, Kukulauer Straße“ und „Campingplatz“, die Bebauungspläne „Am Rechenberg“, „Ziegeleiloch“, „Gewerbepark“, „Naumburger Straße“ und „Mühle“ sowie zwei Veränderungssperren und die Satzung des B-Planes (BV 72-8/91 bis 79-8/91).

  1. Dez. Patronatserklärung für die Kredite der Kurgesellschaften.*

Weil sich die Eintragung der Grunddienstbarkeit für die NORD-LB verzögerte und diese auf Erledigung drängte, empfahl der Hauptausschuss, dass die Stadt erneut eine Bürgschaftserklärung abgeben sollte.

  1. Dez. Anlieferung einer neuen Querseil-Fähre am „Fischhaus“.

Auch diese Mittel (80.000 DM) kamen aus dem Förderprogramm „Modellstadt“. Allerdings war die wasserrechtliche Genehmigung des alten Anlegers hinfällig, eine Genehmigung nach Bundesrecht und Mittel für den Bau des Anlegers nicht beantragt. Die Fähre lag jahrelang am Ufer und rostete vor sich hin.

  1. Dez. Grundsteinlegung für den ersten Bauabschnitt Niddaer Straße.

Die überarbeiteten Pläne aus dem Jahr 1887 entsprachen nun den Normativen und Vorgaben des sozialen Wohnungsbaues. Der Standort mit 72 Wohnungen war der erste und größte Neubau von belegungsgebundenen Wohnraum in Sachsen-Anhalt, was in den Medien überregionale Beachtung fand. Finanziert wurde das Vorhaben zur Hälfte mit Wohnungsbaufördermittel und zur anderen Hälfte durch ein hochverzinsliches Darlehen einer Hypothekenbank. Auch hier erteilte die Stadt eine Ausfallbürgschaft. „Auch wenn wir in drei Jahren pleite sind“ meinte Bürgermeister Schache lakonisch, was dann jedoch erst nach 16 Jahren mit dem Ende der Zinsfreistellung der Fördermittel und dem Auslaufen der öffentlichen Mietzuschüsse eintrat.

  1. Dez. H. Lielje unterzeichnet die GF-Anstellungsverträge der kommunalen Kurbetriebe.*

1992

  1. Feb. Schulkonferenz in der Landesschule Pforta (NKB).

Anschließend wurde über die vom Kultusministerium angeordnete Entbindung des Rektors Horn wegen der sog. „Besenkammeraffäre“ informiert und dies obwohl keine eindeutigen Beweise für ein Vergehen vorlagen und sich selbst die Schulkonferenz für einen Verbleib ausgesprochen hatte.

  1. Feb. Vororttermin mit der Deutschen Bundesbahnverwaltung (NTB).

Diese plante, ein drittes Gleis zu bauen, für die ab 2010 prognostizierten 500 Zugdurchfahrten. Das Vorhaben stieß auf helle Empörung.

     Feb. Ministerbesuche (NTB).

Innerhalb einer Woche kamen Wirtschaftsminister Rehberger, Sozialminister Schreiber und Innenminister Perschau.

  1. Feb. Insolvenz der Firma „Sperrholz Formteile“ GmbH

Die völlig veralteten Produktionsanlagen und der Wegfall der bisherigen Absatzmärkte für die geleimten Stuhlteile bedeuteten das Aus für den ehemaligen VEB Holzveredlungswerk.

  1. Feb. 9. Stadtratssitzung.

Beschlossen wurden eine aktualisierte Ortssatzung*, eine Marktordnung sowie die Ausfallbürgschaften für die GWG. Nachträglich wurden nun auch ein förmlicher Beschluss zur   Patronatserklärung für die kommunale Kurbetriebsgesellschaft und die REHA-Klinken gefasst (B 82-9/92HA).

  1. Mär. Bundesfamilienministerin Rönsch besucht die „Schönen Aussicht“ (NTB)
  2. Mär. Ablehnung der vermögensrechtlichen Ansprüche auf das Haus „Elisabeth“ (LAROV).*

Der Rückgabeanspruch für die einstige „Russenvilla“, dem Sanatorium „Solidarität“ wurde unter Verweis auf die Nutzungsänderung abgewiesen und den Anspruchstellern eine finanzielle Entschädigung in Aussicht gestellt.

  1. Mär. Die letzte Konsum-Verkaufsstelle in der Burgstraße wird geschlossen (NTB).

Seiher gibt es links der Saale keine Lebensmittelverkaufsstelle.

  1. Mär. „Wunder von Bad Kösen nimmt weiter Gestalt an“ (NTB)

„Wir sind als Kurort in einem Wettlauf. Tempo ist gefragt“ meinte Bürgermeister Dr. Schache. „Das Ziel sei klar, Bad Kösen soll denm alten Glanz eines Vorzeige-Bades von europäischen Ruf zurück gewinnen, soll zum Kurort Nr. 1 im Osten Deutschlands werden.“ Dazu wäre ein „Mutiges Herangehen bei der Finanzierung“ erforderlich den „was in Bad Kösen in puncto konzeptioneller Planung abläuft, ist reinster Anschauungsunterricht für Kommunen im Osten“

  1. Mär. Versorgungsvertrag der REHA „Mutiger Ritter“ mit den GKV und der Knappschaft.*

Die Zulassung beschränkte sich auf Rehabilitationsmaßnahmen n. § 40 Abs. 2 SGB V der Indikationsgruppen 4, 7 und 13 und schloss AHB und Vorsorgeleistungen aus.

  1. Apr. Der Kurbetriebsgesellschaft erhält die Bergrechte zur Solegewinnung (II-A-d-32/92).

Die Bergbauberechtigung umfasster ein Bewilligungsfeld von 289 000 Hektar.                  

  1. Mai Gründung des Schützenvereins 1832 e.V. (NTB).

Nach 50jähriger Zwangspause wurde der Verein wieder aus der Taufe gehoben.

  1. Mai „Sprengung in 612 Metern Tiefe“ (NTB)

Damit wurde die Neuverrohrung der Beyschlagquelle und ein 200 Stunden dauernder Pumpversuch erfolgreich abgeschlossen.

     Mai Dokumentation der Solequellen (IHU Ges. f. Geologie, Leimbach).

Das Gutachten war die Voraussetzung für eine Solebohrung für das zukünftige Kurgebiet am Galgenberg. Im Zechstein in 700 Metern Tiefe war die Wahrscheinlichkeit auf Sole zu treffen recht hoch, nicht kalkulierbar waren die Schüttung, die Konzentration und die Auswirkung auf die bestehenden Solequellen. Allerdings wurde der Plan nicht realisiert. Statt dessen wurden zwei Soletransportleitungen von der Beyschlag- und der Neuen Quelle durch die Saale, entlang der Loreleypromenade zum Borlachschacht und weiter zur Saale REHA Klinik 1 verlegt. Der Leitungsbau bis zum Borlachsschacht bzw. Gradierwerk wurde aus dem Förderprogramm „Modellstadt Tourismus“ finanziert. Die Mittel für die Weiterführung zu den Kliniken der UGL streckte die UGL der Kurbetriebsgesellschaft vor (rd. 2,3 Mio DM). Die Rückzahlung der Vorschüsse wurde mit den in den Solelieferverträgen vereinbarten Preisen für die Solelieferungen verrechnet. Die Rückzahlungen endeten 2003.

  1. Mai Aufnahme in das Städtebau-Förderprogramm des Landes.

In einem festgelegten Gebiet der Stadt konnten Bundes- und Landesmitteln in Kombination mit Eigenmitteln der Stadt für öffentliche und private Bauvorhaben ausgereicht werden.

       Mai Neuauflage eines historischen Werbeprospektes.*

Als Reminiszenz an die Tradition des Kurortes hatte die UGL ein Prospekt aus dem Jahr 1927 als Faltblatt nachdrucken lassen.

  1. Juni Ilona Fritz eröffnet die Gaststätte „Schöne Aussicht“.

Nach der Beilegung der Differenzen mit der Treuhandanstalt hatte der Stadtrat einer Privatisierung der gastronomisch nutzbaren Teile des Anwesens zugestimmt. Die übrigen Grundstücke und Gebäude verblieben im kommunalen Besitz bzw. wurden der GEBI-gGmbH für den Schulbetrieb überlassen.

  1. Juni Ein schweres Unwetter führt zu Überschwemmungen (NTB).*
  2. Juni Brunnenfest mit Umzug (NTB)..

Neu war der Festplatz in der Gerstenbergkpromenade und eine umfassende Festbroschüre (*).

  1. Juni Die UGL schlägt ein Parkhaus an der Niddaer SDtraße vor (*).
  2. Juli Eingemeindung von Hassenhausen und Punschrau (NTB).

Vorausgegangen waren ein Bürgerentscheid, dem die Gemeindevertretung, die bisher zur VW-Gemeinschaft Hassenhausen gehörte, folgte. Aus den übrigen Gemeinden sowie der VW-Gemeinschaften Klosterhäseler und Crölpa-Löbschütz wurde die Verwaltungsgemeinschaft gebildet. Diese umfasste 5 Amtsbereiche eingerichtet, die zunächst mit den Bürgermeistern der beigetretenen Dorfschaften besetzt wurden.

  1. Juli Ministerpräsident Münch überreicht den Förderbescheid für den Wohnungsneubau (LDZ).

6.7 Mio. DM hatte das Land für den 2. BA. Niddaer Straße bewilligt (50% der Baukosten und zinsfrei über 15 Jahre), sowie weitere 2,345 Mio. für die Subventionierung der Mieten. Dies freute auch den Bürgermeister, denn er stellte unumwunden fest: „Die Kommune ist mit ihren Investitionen am Ende“.

  1. Juli Eröffnung der Arztpraxis von Frau Dr. Schmutzler in der Berbígstraße.
  2. Juli Auftakt zum 3. Internationalen Steinbildhauer-Symposium (NTB).

MP Münch als Schirmherr der von VBK Sachsen-Anhalt organisierten Veranstaltung begrüßte die sieben Künstler aus verschiedenen Ländern. Die Plastiken verblieben als Dauerleihgabe in den Parkanlagen.

  1. Juli   Freigabe des Parkplatzes Uferstraße.
  2. Juli   Bericht zur Verpachtung des Motorboot- und Fährbetriebs (NTB).
  3. Juli   Familie Schache erwirbt die Kösener Spielzeugfabrik von der Treuhandanstalt. (NTB).

Die traditionsreiche Firma stand kurz vor der Schließung, da es für die Produkte kaum noch Abnehmer gab. Von den ehemals 185 Mitarbeitern waren noch 80 beschäftigt, die Hälfte davon wurde übernommen. Nach vielen Schwierigkeiten wurde in der Rudelsburgpromenade die Produktion von naturnah gestalteten, hochwertigen Plüschtieren weitergeführt. Dieses Alleinstellungsmerkmal, Kreativität und Qualität verbunden mit einem effektiven Marketing sollten die Wirtschaftlichkeit sichern.

  1. Juli   Inbetriebnahme des Bettenhauses „Elisabeth“ Neubau.

Damit verfügte die REHA-Klinik „Mutiger Ritter“ GmbH über 170 Betten, die sich aber auf 4 Sanatorien verteilten. Zur Verpflegung und Therapie mußte man das Haus verlassen, was bei den hier behandelten Krankheitsbildern zunächst unproblematisch war.

  1. Juli Abbruch der ehemaligen Kofferannahmestelle des VSB am Bahnhof (NTB).

Zuletzt war hier noch ein Geschäft für Raumtextilien untergebracht.

  1. Aug. Großbrand des Mühlengebäudes in Schulpforte (NTB).

Es entstand Totalschaden. Alle Bewohner mussten evakuiert werden.

  1. Aug. Aufsichtsratssitzung der Kinder REHA.

Dieser beschloss den Erwerb des Hauses „Zwergenreich“, Käthe-Kruse Str. 4 für 175 TDM, die der Vorbesitzer bei Verzicht auf den Rückgabeanspruch erhalten sollte.

  1. Aug Große Heilwasseranalyse der Beyschlagquelle (Hydrotest GmbH Bad Elster)

Die Analyse der Solequellen erfolgte entsprechend den „Begriffsbestimmungen des DHV“ eine der Hauptvoraussetzungen für die Beantragung des Zertifikats „Heilbad“.

  1. Sep. Der Raiffeisenbaumarkt, vormals BHG bzw. Landhandel F.A. Koch, schließt.
  2. Sep. Wiedereröffnung der „Katze“ von W. Draht (NTB).
  3. Sep. Wohnungsbrand in der Grünen Gasse 4 (NTB).

Hier begann dann die GWG mit der grundhaften Sanierung von Wohnungen in der Altstadt. Allerdings wäre hier ein Totalabbruch wirtschaftlich sinnvoller gewesen.

  1. Sep. Erster Spatenstich für die zentrale Kläranlage am Ziegeleiloch (NTB).

Die Auflagen für den Klinik- und den Wohnungsbau machten das Vorhaben dringlich. Trotzdem war sie eine der wenigen Anlagen, die nicht überdimensioniert war und die Kostenumlage auf die Bürger im erträglichen Rahmen blieb.

  1. Sep. Spatenstich für den 2. Bauabschnitt Niddaer Straße (NTB).

Die 73 Sozialwohnungen und 10 Ladengeschäfte kosteten rd. 12 Mio. DM. Die Hälfte war ein Hypothekendarlehen mit einem Zinssatz von 9 %. Die anderer Hälfte wiederum Landesfördermittel. Dank deren Zinsfreistellung und der Mietzuschüsse zum „sozialverträglichen Wohnen“, die in den ersten Jahren der Kaltmiete entsprachen, rechnete sich die Investition in den ersten 8 Jahren. Danach reichten die eingehenden Mieten nur noch für den Kapitaldienst und die Verwaltung. Abschreibungen wurden nicht erwirtschaftet, Rücklagen nicht gebildet. Dazu kamen erhebliche Kosten durch die Nachveranlagung bei den Abwasseranschlußkosten.  

  1. Sep. 12. Sitzung des Stadtrates.

Neben dem Beschluss (B113-12/92) zum Ankauf einer Käthe-Kruse-Puppensammlung aus Privathand wurden Grundstücke im Baugebiet 2 u. 3 (Östl. Kukulauer Straße u. Rechenberg) vergeben.

  1. Okt. Die Konditorei Schoppe schließt wegen umfangreicher Sanierungsarbeiten.
  2. Okt. Brand von Fertigraumzellen am Göttersitz (NTB).

Obwohl nie aufgeklärt, könnte dies eine Reaktion von Gegnern der Pläne für das Hotel gewesen sein.

  1. Okt. Schlüsselübergabe der ersten Sozialwohnungen in der Niddaer Straße (NTB).
  2. Okt. „Kurortentwicklung mit weitreichender Perspektive“ (NTB)

Im Zusammenhang mit der bevorstehen Eröffnung des Thermalbades verwies H. Lielje auf die anstehenden Investitionen, 2. Ba Sozilaer Wohnungsbau, städtische Kläranlage, Erschließung des „größten Eigenheimstandortes“ in Sachsen-Anhalt, Fertigstellung des Campingplatzes, Bau des Sportzentrums und des neuen Freibades.“Die in absehbarer Zeit beginnende Gesamterschließung des ehemaligen Übungsgeländes zum neuen Kurgebiet, mache deutlich, daß Bad Kösen in seiner Entwicklung beispielhaft im Land Sachsen-Anhalt ist.“

  1. Okt. Unterwassersprengung für den Düker der Soletransportleitungen.
  2. Okt. Offizielle Namensgebung für die Niddaer Straße (NTB).
  3. Okt. Verabschiedung von Pastor H.-P. Hoeck (NTB).
  4. Okt. Großbrand in der Rudelsburgpromenade (NTB).

Die ehemalige Betriebsambulanz des Holzveredelungswerkes, die zuletzt als Fitnessstudio genutzt wurde, brannte völlig nieder. Ein Brand einer ganzen Serie , die nicht aufgeklärt wurden.

  1. Okt. Fernsehbeitrag im ZDF-Länderjournal (NTB).
  2. Okt. Wiedereröffnung der Gaststätte „Rudelsburg“ NTB).

Die Kosten für die Sanierung der Burg samt Gastronomie beliefen sich auf 9,48 Mio. DM und lagen 1 Mio. über den Voranschlag. Die Mehrkosten trug die Stadt, obwohl der Bürgermeister behauptete, dass diese förderfähig wären und konnten auch nicht auf die Pacht umgelegt werden. Letztendlich erwies sich die sanierte Burg als Besuchermagnet.

  1. Okt. Erstes Park und Lichterfest (NTB).

Anlässlich der Fertigstellung des Thermalbades erfolgte die symbolische Schlüsselübergabe. Das Park- und Lichterfest, dass früher den Abschluss der Kursaison bildete, wurde von den REHA-Kliniken (Saale I und II, sowie Mutiger Ritter und Kinder-Reha) mit hohem personellem und finanziellen Aufwand unterstützt. Höhepunkte waren die Lasershow und ein Höhenfeuerwerk rund um den Schwanenteich. Ab dem folgenden Jahr wurde das Fest auf das erste Septemberwochenende gelegt. Die Veranstaltungen an den drei Tagen wurden, dank des massiven Sponsorings der UGL zum Besuchermagnet mit überregionaler Wirkung und stellten das traditionelle Brunnenfest völlig in den Schatten.

  1. Nov. Umstellung des Stadtgasnetzes auf Erdgas (NTB).

Innerhalb weniger Tage wurden alle Gasgeräte in den Haushalten, Betrieben und Einrichtungen auf diesen Brennstoff umgerüstet.

  1. Nov. Brand eines Bungalows in der Kleingartenanlage.
  2. Nov. Brand eines Bungalows auf dem Schwimmbadgelände.
  3. Dez. 13. Sitzung des Stadtrates.

Beschlossen wurden die förmliche Festlegung des Sanierungsgebietes „Altstadt“, die Gestaltungssatzung und die Vergabe der städtebaulichen Rahmenplanung, sowie weitere   Grundstücksvergaben und Grundstücksverkäufe, die Gründung des Zweckverbandes Kindertagesstätten und die Ernennung des Bürgermeisters zum Wahlbeamten.

  1. Dez. Einweihung der Saale REHA-Klinik 1 (NTB*).

Sie war die erste private Rehabilitationsklinik in den neuen Bundesländern. Der Bau kostete rund 60 Mio. DM. Hauptbelegungsträger war die BfA, Hauptindikationen Orthopädie und Psychosomatik. Für die 218 Patienten standen Einzelzimmer zur Verfügung. Die Belegschaft zählte 136 Mitarbeiter, davon 63 im medizinischen Bereich unter dem Chefarzt Dr. Pannek..    

  1. Dez. Ein voll beladener Tanklastzug durchbricht den geschlossenen Schrankenübergang (NTB).

Nach dem Vorfall wurde die Geschwindigkeit bergab begrenzt. Die Gefahr einer Katastrophe verringerte sich damit nicht.

1993

  1. Jan. Ausgabe eines Heimatkalenders mit Zeichnungen von Margarete Nauendorf.
  2. Jan. Die Gemeinnützige Bildungs- und Service Gesellschaft wird kommunalisiert (MZ).

Die Übergabe der Objekte von der Treuhandanstalt folgte im Sommer. Zur Gesellschaft gehörten   das Schweißkabinett in Fränkenau, das Bettenhaus und die Werkstatt unterhalb der „Schönen Aussicht“. Zumeist wurden hier vom Arbeitsamt finanzierte Qualifizierungsmaßnahmen und Umschulungen angeboten.

  1. Jan. Schieben und Tultewitz werden eingemeindet (NTB).
  2. Jan. Die Stadtinformation wird der Kurbetriebsgesellschaft angegliedert (NTB).

Die Geschäftsräume kamen in die REHA Klinik „Mutiger Ritter“. Dagegen intervenierten die Hoteliers, die die Objektivität der Zimmervermittlung gefährdet sahen. Kritik kam auch aus der FDP- und PDS-Fraktion.

  1. Jan. Aufnahme des offiziellen Klinikbetriebes der Saale-REHA Klinik 1.

Unterbringung, Verpflegung und Therapie, alles unter einem Dach, ausgestattet mit den modernsten medizinischen Einrichtungen und mit den entsprechenden Belegungsverträgen war diese Fachklinik für Orthopädie und Psychosomatik eine effektiv und gewinnorientiert arbeitende Wirtschaftseinheit, die seit den 80iger Jahren die Gesundheitswirtschaft dominierten.

  1. Jan. Eingemeindung von Tultewitz und Schieben.
  2. Jan. Inbetriebnahme des Therapiezentrums (NTB).

Kernstück war das Solebewegungsbecken, dass das Angebot der beiden kommunalen REHA-Kliniken komplettierte und die Zulassungsvoraussetzung nach SGB V erfüllte.

       Jan. Vorarbeiten zur Erschließung des Wohngebietes „Galgenberg“.

Der Stadt war von der Treuhandanstalt der Erwerb des ehemaligen sowjetischen Übungsgeländes innerhalb der Ringstraße in Aussicht gestellt worden. Die Planung wurde vorangetrieben und mit der Beräumung des Geländes von den Hinterlassenschaften der Roten Armee begonnen.

  1. Feb. Wiedereröffnung der Konditorei Schoppe (NTB).

Ein weiteres gastronomisches Highlight mit dem Charme eines Wiener Kaffehauses.

  1. Mär. Baubeginn für den Abwasserhauptsammler in der Naumburger Straße (NTB).
  2. Mär. Ortstermin mit dem neuen Eigentümer der Mühle (NTB;MZ).

Die Mühle, einst zum volkseigenen Kombinat in Bernburg gehörend war von der Treuhandanstalt der Fa. Kurth Wasserbautechnik aus Göttingen verkauft worden. Trotz vollmundiger Ankündigung, die Mühlentechnik zu erhalten, wurde diese alsbald ausgebaut. Auch den hochfliegenden Plänen der Stadt auf dem Gelände das „neue Stadtzentrum“ mit Rathaus und Einkaufsmöglichkeiten zu entwickeln wurde eine Abfuhr erteilt, denn letztendlich interessierten dem Besitzer nur die Wasserrechte für die Stromerzeugung.

  1. Mär. Gründung des Gradierwerkfördervereins (NTB).*

Zum ersten Vorstand gehörten: Dr. Schache als Vorsitzender, K. Große, R. Harlaux, N. Mosch, H.-H. Hisecke, D. Lewering, H. Lielje u. T. Böhm. Die meisten Mitglieder kamen aus dem privaten und betrieblichen Umfeld von H. Lielje bzw. der UGL. Nur wenige Mitglieder traten aus eigenen Antrieb bei, bezeichnend dass weder ortsansässige Gastronomen, Gewerbetreibende oder Handwerker dem Verein angehörten, noch nicht einmal Mitarbeiter der Verwaltung und der Museen ebenso kein Stadtführer. Anfangs konnten noch erhebliche Spendenmittel eingeworben werden und es gelang, die ausbleibenden Fördermittel zu kompensieren.

  1. Mär. „Neue Brücke als Bindeglied“ (NTB)
  2. Lielje berichtete über einen von ihm initiierten Architekturwettbewerb an der FH Bielefeld über eine Fußgängerbrücke vom unteren Park zur Loreleypromenade.
  3. Mär. Das Gebiet um den „Göttersitz“ erhält den Status Naturschutzgebiet.
  4. Mär. MDR Live - Sendung „Verliebt in meine Stadt“ (NTB)

Interview wurden Ida Brauer, Ilse Friedrich und Heinz Gaudig, zum musikalischen Teil im „Kurgarten“ traten Frank Zander und Severin auf.

  1. Mär. 15. Stadtverordnetenversammlung (MZ).

Im Nachgang wurde die Übernahme der Bad Kösen Information beschlossen. Beschluss 145 sah die Einstellung des Kalkwerkes Ende 1995 vor, offensichtlich in völliger Unkenntnis der im Einigungsvertrag festgelegten Verfahren bezüglich der DDR-Bergrechte. Außerdem befürwortete man, den Verkauf des Grundstücks mit den genossenschaftlichen Blöcken an die AWG.

  1. Mär. Verleihung des Weinsiegels durch die Deutsche Landwirtschaftliche Gesellschaft (NTB).

Auf der Rudelsburg erhielten zum ersten Mal Weine von Saale-Unstrut dieses Prädikat, darunter zwei Weine vom Weingut Lützkendorf.

  1. Apr. 1. Kurs der Fachschule für Physiotherapie (NTB).

Mit 44 Umschülern begann der Lehrbetrieb im Obergeschoss des ehemaligen VEB Spielzeug. Im September erhielt die Weiterbildungseinrichtung die staatliche Zulassung zur Fachschulausbildung. Unter der Leitung des Ehepaares Tentscher unterrichteten 23 haupt- und freiberufliche Dozenten in 24 Fächern. Für Praktika standen die kommunalen und privaten Reha-Kliniken zur Verfügung.

  1. Apr. Arbeitstagung des VAC (MZ).
  2. Mai Kursaisoneröffnung mit Platzkonzert und Frühschoppen (NTB).

Übergeben wurden der umgestaltete obere Kurpark, der renovierte Musikpavillon und das Cafe im ehemaligen Gärtnerhaus. Das Solethermalbad stand ab sofort auch der Bevölkerung an den Abenden und den Wochenenden offen.

Zur ersten Mitgliederversammlung des Gradierwerkfördervereins berichtete H. Lielje, dass am Gradierwerk bisher 3,6 Mio. verbaut wurden. Für die Rekonstruktion des Nordteils würden nochmals 1,5 Mio. benötigt, die aus Spendenmitteln aufgebracht werden müssten, weil die Fördermittel erschöpft seien.

Auch die Villa „Ilske“ von der Treuhandanstalt an die Familie Becker gekommen und grundlegend saniert, öffnete als Hotel. Wenige Tage zuvor hatte hier der MDR Außenaufnahmen für einen „Tatort“ gedreht.

  1. Mai Sitzung des Umweltausschusses des Kreistages (MZ).

Erneut wurde die Kreisverwaltung aufgefordert, über die Pläne am „Göttersitz“ die Öffentlichkeit zu informieren, zumal inzwischen mehrere Klagen anhängig waren, darunter eine Schadensersatzforderung des Eigentümers von über 100.000 DM gegenüber dem Landkreis. Zum Kalkwerk wurde mitgeteilt, dass dieses nur noch bis Ende 1994 betrieben werden dürfte. Außerdem verlangte man eine Regulierung der chaotischen Parksituation an der Rudelsburg.

  1. Mai Die Bundespost emmitiert die Sondermarke „450 Jahre Schulpforte“.  
  2. Mai Eröffnung der „Straße der Romanik“
  3. Mai Erstes Hof- und Weinfest in den Saalhäuser (NTB).
  4. Mai Festakt zum 450. Jahrestag der Stiftung der Landesschule (NTB)

Dabei waren die Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern Münch und Dr. Seite, ein ehemaliger Schüler. Zuvor wurde das steinerne Zisterzienserkreuz wieder auf das Torhaus der Landesschule.

  1. Juni Vorstellung des Heimatbuches (MZ).*

„Bad Kösen - An der Saale hellem Strande, Spaziergang in einer Kulturlandschaft“ der Autoren   P. v. Kornatzki und L. Töpfer war schon längere Zeit druckfertig, doch die Vorbestellungen hielten sich in Grenzen. Nun hoffte der Heidelberger Verlag im Hinblick auf die 450-Jahr Feier der Landeschule auf zahlreiche und zahlungswillige Interessenten, für das ansprechende und reich bebilderte Buch, das für 48 DM zu haben war.

  1. Mai Eröffnung der Käthe-Kruse-Puppenausstellung in der Kunsthalle (NTB).

Die beiden aus Privathand erworbenen Sammlungen (über deren Preis Stillschweigen vereinbart war) und den bereits vorhandenen Exponaten bildeten den Grundstein für die zweitgrößte Käthe-Kruse-Dauerausstellung in Deutschland.

Gleichzeitig beteiligte sich das Museum mit Exponaten an der Ausstellung „Sachsen-Anhalt, 1200 Jahre Geschichte“ in Braunschweig.

  1. Juni Übergabe der Parkplätze in Saaleck (NTB).

Eigentlich sollte die Auffahrt zur Rudelsburg für den Besucherverkehr gesperrt werden. Die Gäste sollten zu Fuß bzw. mit einem Shuttel zur Burg kommen. Das erwies sich nach kurzer Zeit als illusorisch und damit war der Parkplatz links der Saale eine Fehlinvestition.

  1. Juni 16. Stadtverordnetensitzung (MZ).

Beschlossen die Konzeption zur Entwicklung der Kindertagesstätten. Zunächst sollte durch Zusammenlegung Kosten gespart und dann durch einen Neubau die noch bestehenden Kindereinrichtungen ersetzt werden. Die Organisationsstruktur der Stadtverwaltung sollte künftig aus 4 anstelle 6 Ämter bestehen. Kritisiert wurde der schleppende Baufortschritt für den Hauptsammler in der Naumburger Straße und auf Skepsis stieß die Ankündigung, das Brunnenfest erneut in der Gerstenbergkpromenade zu feiern.

Da die OFD für das Übungsgelände am Galgenberg 2,4 Mio. DM verlangte, wurde im nichtöffentlichen Teil der Verkaufspreis einschl. Erschließung auf 98 DM/m² festgesetzt. Allerdings gab es noch keine Einzelkalkulation und die Festsetzung von Abschnitten mit unterschiedlichem Erschließungsaufwand. Das brachte später die Stadt in arge Nöte, als die Endabrechnung der Erschließung vorlag und die Mehrkosten auf die Grundstückseigentümer umgelegt werden sollten.

  1. Juni Einweihung des Campingplatzes (MZ; NTB).

Die rund 200 Stellplätze, moderne Sanitäranlagen, Wohnung und Büro für den Platzbetreiber kosteten 5,5 Mio. DM..

  1. Juni Das Ermittlungsverfahren zum „Göttersitz“ ergebnislos eingestellt.
  2. Juli   Teilinbetriebnahme der Kläranlage am Ziegeleiloch (NTB).
  3. Juli   Eröffnung des Sanierungsbüros im „Haus am Kurpark“.

Hier wurden die Bürger über die Beantragung von Städtebaufördermitteln zur Sanierung ihrer Wohnhäuser von den Büros Kleebank-Worms und Rittmannsperger-Darmstadt beraten.  

  1. Juli 17. Sitzung der Stadtverordneten.

Dabei wurden Beschlüsse zum Grundstückskaufpreis und Grundstücksverkauf für die Bebauungsgebiete 2 u. 3, über die Verbeamtung, den Kauf weiterer Flächen östlich der Kukulauer Straße vom Bundesvermögensamt und die Satzung zur Erhebung von Erschließungsbeiträgen gefasst.

  1. Juli Zeitungsmeldung zur CDU- Fraktion im Stadtrat (MZ,NTB).

Nach dem stellvertretenden Stadtratsvorsitzende W. Becker hatte zwei weitere CDU-Räte (Just, Mühlberg) ihr Mandat niedergelegt. Die letzteren warfen dem CDU-Ortsvorsitzenden Dr. Böhm und dem Fraktionschef Borchert vor durch den Austritt aus dem „Bündnis für Bad Kösen“ dem kommunalen Interessen widerspricht und sie das nicht mittragen werden. Über die Beweggründe des stellvertretenden Stadtratsvorsitzenden kursierten allerlei Gerüchte.

  1. Aug. Zeitungsnotiz über den Verkauf der „Villa Koch“.

Das ehemals zur BAK gehörende Grundstück verkaufte die Treuhandanstalt dem Darmstädter Unternehmer Kompenhans.

  1. Sep. 2. Park- und Lichterfest (NTB*)
  2. Sep. „Den Fuß in der Tür“, die Lokalpresse zu Gast bei Dr. H. Schache (MZ).*

„Ich muß immer besser als alle anderen sein“ sagte der sich als „parteilosen Kommunisten“ bezeichnenden Bürgermeister (Jg. 1945), promovierter Diplomingenieur für Landtechnik und inzwischen dreifacher Firmenchef und „Vorzeigeunternehmer Ost“. Nach einer Lehre als Traktorenschlosser und einem Maschinenbaustudium, wurde er wissenschaftlicher Assistent an der Ingenieurhochschule Berlin und ging dann als Produktionsleiter zum KfL Fränkenau. Seit 1985 war er Mitarbeiter der evangelischen Kirche, verantwortlich für die Bausubstanz. Hier gründete er eine Feierabendbrigade, die Keimzelle des späteren Bauunternehmens.

  1. Sep. Schlüsselübergabe an die ersten Mieter der Niddaer Straße 10 -18 (NTB).

Mit der Fertigstellung des 2. Bauabschnittes am 2. Oktober war das „Wohnungsproblem als soziales Problem“ dass sich einst die DDR auf die Fahne geschrieben hatte gelöst. Die maroden Bestände in der Altstadt wurden nach und nach leergezogen. Wo die Eigentumsverhältnisse nicht geklärt waren, war der Leerstand dauerhaft und der Verfall absehbar.

  1. Sep. Der Ministerpräsident eröffnet die Weinstraße an Saale und Unstrut (MZ).

Das war dann Nr. 13 in Deutschland. Gleichzeitig erhielt das Landesweingut den Namen „Kloster Pforta“. Außerdem hatte man eine Urkunde gefunden, worin der Weinanbau an der Unstrut bereits im Jahr 998 erwähnt wurde, wesentlich früher als man bisher angenommen hatte.

  1. Sep. Erstes Herbstweinfest des Landesweingutes. (NTB).

Im Beisein der Landwirtschaftsministerin wurde Nicole Kotte zur ersten Kösener Weinprinzessin gekrönt.

  1. Okt. Abschluss der Versiegelung der Müllkippe an der B 87.

Bei Häppchen und Sekt traf sich der Landrat, gleichzeitig auch Umweltdezernent, mit Vertretern der Stadt und der Naumburger Bauunion. Die Gesamtkosten wurden mit 2 Mio. DM beziffert. „Alles unbelasteter Klärschlamm“, der streng kontrolliert wurde teilte die Kreisverwaltung mit, als nachgefragt wurde, was denn per Achse aus Berlin und dem Ruhrgebiet antransportiert und meist nachts verkippt wurde.

  1. Okt. Die UGL wird beauftragt, den Antragverfahren zum „Heilbad“ zu veranlassen.*
  2. Okt. Einwohnerversammlung in der Berbigstraße ((MZ).

Die Grundstückseigentümer wurden informiert, dass der grundhafte Ausbau der Berbigstraße geplant ist. Zwar war die Straßenausbausatzung noch nicht beschlossen, absehbar war aber eine Beteiligung der Anlieger. Die Ankündigung genügte, es kam zu tumultartigen Szenen.

  1. Okt. Dr. Schache und der „Dinosaurier aus Bad Kösen“ (WELT)

Der Beitrag einer überregional bedeutsamen Zeitung zeichnete den Weg vom promovierten Landtechniker der seinen Hochschulanzug gegen den Bauleiterkittel der Kirche tauschte, der nach der Wende einen Baubetrieb gründete, die Spielzeugfabrik übernahm, die er innerhalb von drei Jahren in die Gewinnzone führen will und der zusammen mit einem westdeutschen Investor die Geschäfte einer REHA-Klinik führt und dessen Wiederwahl im Frühjahr zum Bürgermeister sogar von seinen Neidern nicht bezweifelt wird.  

  1. Okt. 18. Stadtratssitzung.

Beschlossen wurde u.a. die Straßenausbausatzung unter Protest der Anwohner der Berbigstraße sowie weiter Grundstücksverkäufe am Rechenberg.

  1. Nov. Bewilligungsbescheid für weitere 3 Mio. DM Fördermittel (MZ).

Überraschend und letztmalig wurden der Stadt nochmals Fördermittel für die Fertigstellung des oberen und unteren Kurparkes bewilligt.

  1. Nov. Auszeichnung durch die Deutsche Bank (NTB).

In Frankfurt wurden die Stadt und die GWG im Rahmen der Aktion „Mehr Bauland“ für ihr rasches und pragmatisches Handeln bei der Planung des Wohngebietes „Galgenberg“ und des sozialen Wohnungsbaus geehrt.

  1. Nov. Unterzeichnung der Verschwisterungsurkunde in der Partnerstadt Nidda.
  2. Nov. Richtfest an der Kläranlage „Am Ziegeleiloch“(*).

Vorsitzender des Abwasserzweckverband war Bürgermeister Dr. Schache.

  1. Nov. Straßenfest im Neubaugebiet „Rechenberg“.*
  2. Nov. Landtagssitzung zum Thema „Bergrecht“ (NTB).

Anlass dafür waren Berichte in Presse und Fernsehen, dass die Unternehmensleitung des Kalkwerkes die Fortsetzung des Abbaus und die Erweiterung des Steinbruches um 28 Hektar. Da die DDR-Bergrechte im Einigungsvertrag festgeschrieben und weiter rechtskräftig blieben, half auch kein Widerspruch der Stadt und die zahlreichen Proteste, weil das Abbaufeld Richtung B 87 das Bad gefährden könne.

  1. Nov. Stadtratssitzung (MZ,NTB).

Beschlossen wurde Förderung der Umgestaltung der Kucheninsel mit 600 TDM und ein Fördermittelzuschuss für die Sanierung des Pfarrhauses von 500 TDM. Die Baukosten beliefen sich hier auf 1,2 Mio. D, eine ansehnliche Summe, wenn man die Kubatur des Pfarrhauses berücksichtigt. Auch hier übernahm die Fa. Dr. Schache die Bauausführung. Die SPD-Fraktion forderte einen Sonderausschuss zur Überprüfung der Effektivität der Stadtverwaltung. Kritisiert wurden die hohe Miete für den Speiseraum der Bergschule und die Öffnungszeiten des Museums („wie im tiefsten Sozialismus“) wogegen der Direktor protestierte.

  1. Nov. Montage der Fußgängerampel in der Naumburger Straße (NTB)

     Dez. Das Konrad Martin Haus erhält den Status „Heimvolkshochschule“ (NTB 2007).

Das Kultusministerium beauflagte die Einrichtung, dass mindestens 1.500 Unterrichtsstunden pro Jahr nachzuweisen sind. Damit galt die Einrichtung als Bildungsstätte, die Kursteilnehmer weilten zu Bildungszwecken hier und waren demzufolge von der Kurtaxzahlung befreit.

  1. Dez. Jahreshauptversammlung des Fremdenverkehrsvereins (NTB).

Der Vorsitzende H. Lielje gab die aktuellen Auslastungszahlen bekannt: Hotels 32,3 %, Kliniken 84,7% und Privatvermieter, 65,5 %. Er kündigte an, dass die Kurinformation die Vermittlung von Übernachtungsgästen und den Souvenirverkauf einstellen wird. Nun argwöhnten die gewerblichen Beherbergungsbetriebe, dass die REHA-Klinik „Mutiger Ritter“ auch Urlauber und sonstige Übernachtungsgäste an sich ziehen könne.

  1. Dez. Spatenstich für das Pflegeheim der Diakonie (MZ).

Das Diakonissenhaus in der Friedrich-Ebert Straße entsprach weder den Anforderungen noch reichte es für prognostizierten Bedarf an altersgerechter Unterbringung. Die Stadt überließ dem Bauherrn ein Grundstück östlich der Kukulauer Straße, für das die Herauslösung aus dem Landschaftsschutzgebiet beantragt aber noch nicht bewilligt war.

  1. Dez. Kaufvertrag über das Haus „Zwergenreich“ (UR 3065 Hisecke).

Der Aufsichtsrat der Kinder-REHA-Klinik „Am Nicolausholz“ hatte am 29.04.92 beschlossen, das Grundstück dem Stadtratsvorsitzendens und BKB Mitglied Dr. Liesegang für 295 TDM zu verkaufen. Mit der Kinder-REHA GmbH wurde ein Mietvertrag geschlossen, der Mietpreis betrug 43.000 DM/Jahr, auch alle übrigen Kosten trug der Mieter.

  1. Dez. Pressebeitrag zu den Planungen für 1994.

Die Gesamtinvestitionen im abgelaufenen Jahr wurden auf 120 Mio. DM beziffert. Im kommenden Jahr sollte mit der Sanierung von Häusern in der Altstadt begonnen werden. Außerdem waren neben der Gestaltung der Kucheninsel, der Ausbau von Rad- und Wanderwegen und die wegen Planungsmängeln verzögerte Erschließung des Fränkenauer Gewerbegebietes vorgesehen. Breiten Raum nahm die Planung des Sondergebietes „Kur“ ein, wo 4 Klinikstandorte vorgesehen waren. Wegen offensichtlicher Planungs- und Ausführungsmängel erwog man rechtliche Schritte gegen die Büros Dr. Simon und Bendfeld, kam aber über die Absichtserklärung nicht hinaus.

In der öffentlichen und meist kontroversen Diskussion ging es um die Umgestaltung des Mühlenkomplexes, die Verkehrsbelastung in der Rudelsburgpromenade, die Aufwertung der Altstadt zum „Shopping-Center“ und der sich hinauszögernde Neubau eines Freizeitbades.

  1. Dez. Die PEBE GmbH reduziert den Personalbestand (NTB).

Trotz vieler Bemühungen der früheren Besitzerin, die den Betrieb wieder übernommen hatte, verschlechterten sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, so dass die Produktion gedrosselt wurde.

Im Laufe des Jahres gab es zahlreiche Neugründungen u. a. der Frisiersalon Braune und die Naumburger Haarpflege GmbH, die Zahnarztpraxis Haschke, das Cafe Angelique, die Werksverkaufsstelle der Kösener Spielzeug GmbH und eine AOK Zweigstelle .

1994

  1. Jan. 2. Heimatkalender mit Zeichnungen von Margarete Nauendorf.
  2. Jan. „Kösener Bau-Löwe greift nach Zeitz“ (MZ).

Dr. Schache hatte die bevorstehende Übernahme des insolventen ehemaligen Kreisbaubetriebes in Zeitz mit ca. 80 Mitarbeitern angekündigt. Am gleichen Tag gab er den Erwerb und den bevorstehende Ausbau des Grundstückes Lindenstraße 5 bekannt.

  1. Feb. Mehrere Dörfer der VG „Molauer Platte“ schließen sich der VG Bad Kösen an (MZ).

Neben Crölpa-Löbschütz und Heiligenkreuz traten Leislau und Prießnitz der VG bei.

  1. Feb. „Hotelsterben scheint nicht mehr ausgeschlossen“ (NTB)*

„Wir haben viel zu viele Betten“ klagte der Hotelier W. Becker und erklärte, dass man bei einer Auslastung von 11 % im Landkreis doch keine weiteren Hotels zulassen könne, wie das Rittergut Kreipitzsch und das Landhotel Saaleck. Das bezeichnete der Leiter des Wirtschaftsamtes des BLK als „karnevalistische Einlage“. Außerdem kritisiert Becker die mangelnde Vermittlung von Übernachtungsgästen durch die Kurverwaltung. Dagegen verwahrte sich wiederum der Vorsitzende des Kur- und Fremdenverkehrsvereins H. Lielje in einem Rundschreiben*.

  1. Feb. 19. Sitzung der Stadtverordneten.

Neben der Vergabe der Straßennamen am Galgenberg wurde über die Ergebnisse der Verhandlungen mit dem RP berichtet. Demzufolge durfte ein Teil des ehemaligen Truppenübungsplatzes als Sondergebiet „Kur“ (Kliniken, Seekurpark, Seniorenresidenz) ausgewiesen werden, alles Übrige, insbesondere der Galgenberg, wurden zum Naturschutzgebiet erklärt. Informiert wurde über den Stand zum Erlebnisbad und dem Sportzentrum am Ziegeleiloch. Außerdem prüfe man wegen der großen Nachfrage einen Standort für weitere 200 Eigenheime in der Kukulauer Flur. Beschlossen wurde eine ganze Reihe von Vorhaben-, Erschließungs- und Bebauungsplänen.

  1. Feb. Sprengung des Industrieschornsteins des Holzwerkes (NTB).

Nach der Insolvenz des Sperrholz Formteil GmbH wurde das Betriebsgelände aufgeteilt. Das Heizhaus kaufte die Fa. M. Rudolph, Hoch- und Tiefbau, die Versandhalle übernahm die Fa. VS Schaltanlagenbau und die Transportfirma Öttner erwarb den früheren Holzplatz hinter der „Katze“. Für die desolaten und hoch belasteten Produktionshallen fand sich zunächst kein Interessent.

  1. Mär. 21. Sitzung der Stadtverordnetenversammlung

Beschlossen wurde die Vergabe weiterer Grundstücke am Rechenberg.

  1. Mär. Die Restbelegschaft besetzt die Kroll-Saaletechnik GmbH in Fränkenau (NTB).

Nachdem bekannt geworden war, dass dem Unternehmen die Insolvenz drohte, besetzten die 39 Beschäftigten, die seit September auf ihren Lohn warteten, den ehemaligen KfL. Dem Schweizer Unternehmer, der den Betrieb von der Treuhandanstalt für 400.000 DM erworben hatte, wurde Missmanagement vorgeworfen.

  1. Mär. „Warmer Geldregen für die Abzocker“ (MZ).

Die Zeitung berichtete über „Kettenspiele“ in der „Schönen Aussicht“, die damit ins Visier der Staatsanwaltschaft geriet.

  1. Mär. 22. Sitzung der Stadtverordnetenversammlung.

Beschlossen wurden u. a. die Beteiligung der Stadt an der Fremdenverkehrsgesellschaft Saale- Unstrut GmbH und ein Sanierungszuschuss für die Grüne Gasse 4.

  1. Mär. Einigung über die Anliegerbeiträge für den Ausbau der Berbigstraße (MZ).

Die Stadt übernahm die Kosten der Fußwege, der Beleuchtung und der Stellplätze, auf die Anlieger entfielen noch 211.000 Mark, für die eine zehnjährige Ratenzahlung vereinbart wurde.

  1. Mär. „Die nächsten Jahre werden kein Zuckerschlecken“ (NTB).

Diese Erkenntnis und das Motto „Aktion statt Resignation“ bildeten den Auftakt für den Wahlkampf der BKB.

  1. Mär. Friseurmeister Dathe gibt nach 68 Jahren den Familienbetrieb auf (NTB).
  2. Apr. „Auch Lügen der SPD haben kurze Beine“ (MZ).

Der Streit entbrannte an der Handelskonzeption des Bürgermeisters. Demzufolge sollte NORMA sich in der Altstadt auf dem Gelände der ehemaligen BHG niederlassen. Rechts der Saale würde dann Pfannkuch verbleiben. Einen weiteren Discounter wie von der SPD favoritisiert, lehnte Schache ab, denn schon „zwei Discounter sind für Bad Kösen zu viel“. Damit begann das Wahlkampfgeplänkel zwischen der BKB und der „Betriebsparteiorganisation der UGL“ wie die SPD von Dr. Schache genannt wurde.

  1. Apr. „Kein Turm über der Stadt“ – Bauausschuss lehnt ab (MZ).

Bürgermeister und Bauausschuss sprachen sich kategorisch gegen die Errichtung eines Sendemastes für die Telekom aus. Der Vorschlag, den Schornstein des KfL in Fränkenau zu nutzen, wurde mit dem Hinweis, dass dieser ohnehin verschwinden muss, ebenfalls verworfen.

  1. Apr. „Neues Outfit“ - Treppenaufgang zum Museum (Burgenlandjournal)
  2. Apr. Starke Regenfälle führen zu erheblichen Überschwemmungen.

Im breiten Strom ergossen sich die Wassermassen aus dem Mordtal in den Flutgraben neben der Ringstraße. Doch die anstelle der Kettenbrücke eingerichteten Durchlässe unter der Bundesstraße, erwiesen sich als zu klein. Das Wasser staute zurück und der gesamte Bereich wurde überflutet.

  1. Apr. Jahrhunderthochwasser der Saale (NTB, Luftbildmappe*).

Nach heftigen Regenfällen am Mittelauf der Saale und entlang der Ilm zog eine Flutwelle durch das Tal. Der Pegel erreichte 6,83 Meter. An den Brückenpfeilern reichte das Wasser bis an den Bogenansatz, den Wehrdamm konnte man nur noch ahnen. Besonders betroffen waren das Solethermalbad, der Tierpark, der Campingplatz, die Kleingartenanlage, das Landesweingut sowie die tiefer liegenden Grundstücke in der Saalstraße und den Saalbergen.

  1. Apr. Anmeldung für das Prädikatisierungsverfahren als „Heilbad“.
  2. Apr. Das OVG Sachsen Anhalt weist die Klage des Landkreises zurück (NTB).

Der Landkreis hatte gegen das Urteil des VG Halle Berufung eingelegt, das dem Besitzer des „Göttersitzes“ die Baumaßnahmen gestattete, die der Landkreis abgelehnt hatte. Seyfarth kündigte daraufhin erneut eine Schadensersatzforderung im sechsstelligen Bereich an.

  1. Mai Kursaisoneröffnung (NTB)*.

Rechtzeitig zur Kursaisoneröffnung und der ersten Mitgliederversammlung des Fördervereins waren die Rekonstruktion des Henschelteils und die Umgestaltung der Parkanlagen an der Westseite abgeschlossen. Die Gesamtkosten wurden auf 5 Mio. DM beziffert, es fehlten noch 600 TDM.. Erstmals fand auch das Chortreffen des Sängerkreises Saale-Elster e.V. statt.

  1. Mai 23. Sitzung der Stadtverordnetenversammlung.

Beschlossen wurde der Verkauf der Fr. Ebert Str. 1 an H. Lielje der sich damit gegen zwei weitere Interessenten erwartungsgemäß durchsetzte, sowie die Verlängerung der Nutzung der Kaltlagerhalle auf dem Jochenberg.

  1. Mai Beim Berghotel „Wilhelmsburg“ wird in Bettenhaus eingeweiht (NTB).

Noch im Februar hatte der Besitzer vom „Hotelsterben“ gesprochen und weitere Übernachtungs-kapazitäten als unnötig charakterisiert. Gegen diese Polemik wandten sich nicht nur die Betroffenen sondern auch die Vertreter der regionalen und überregionalen Tourismusverbände und sogar die DEHOGA.

  1. Mai Erster ordentlicher Kongress des KSCV (NTB)*.

Nach der Zwangsauflösung im Jahr 1935 und der Wiedergründung 1951 in Würzburg kehrten die Corpsstudenten zu den Ursprüngen zurück, obwohl die Verlegung unter den 102 aktiven Corps aus 35 deutschen und österreichischen Universitätsstädten nicht unumstritten war. Von nun an fanden die Verbandssitzungen, der Fahnenwechsel und der Festkommers hier statt. Allerdings stieß der Kongress nicht immer auf die Zustimmung in der Bevölkerung, obwohl die SC ständig um innere Ordnung und Disziplin bemüht waren. Dagegen durften sich öffentliche Einrichtungen jährlich über eine großzügige Spende freuen.

  1. Mai „Schwungvoll an der Saale schönem Strand“ (Hallo-Zeitung Halle)
  2. Mai 24. und letzte Stadtverordnetensitzung vor der Kommunalwahl (NTB).

Nachdem Dr. Schache auf die Kandidatur als Bürgermeister verzichtete und der Gegenkandidat E. Lewering von der SPD auch nicht chancenlos war, wollte die BKB möglichst viele Dinge noch unter Dach und Fach bringen. Daher die vielen Sitzungen in den letzten drei Monaten. Beschlossen wurden der Wechsel des Ludwig Renn Heims zur AWO und die B- Pläne Nr. 4 und 6, Sportzentrum an der kleinen Saale und Kurgebiet Galgenberg.

Beim Thermalbad gab es eine hitzige Diskussion. Letztendlich stimmten 18 der 24 Stadtverordneten für den Standort des alten Schwimmbades in der „Weniger Aue“ und gegen den Standort Käppelberg. Die Fa. Imtecon erhielt den den Zuschlag für die Vorbereitung der auf 30 Mio. DM veranschlagte Investition. Da am alten Schwimmbad der Platz für die erforderliche Anzahl an Parkplätzen nicht reichte und mit einem hohen Verkehrsaufkommen im Kurgebiet rechnete, sollte der Hauptzugang über die Holzbrücke in der Rudelsburgpromenade erfolgen. Die Parkflächen sollten auf dem Restgelände des ehemaligen Holzveredelungswerkes eingerichtet werden, was die Stadt aus der Konkursmasse erwerben wollte.

  1. Mai Ausgabe des Bildbandes „Bad Kösen- Kurstadt mit Tradition“ von Chr. Kupfer (NTB).
  2. Juni Bürgermeister- und Kommunalwahlen (NTB).

Christoph Emus (BKB) erhielt 69 % der abgegebenen Stimmen, E. Lewering 31 %, die Wahlbeteiligung betrug 64%. Die Sitzverteilung im Stadtparlament nach der Wahl CDU 2, FDP 3, PDS 3, SPD 4, BKB 8 Sitze.

  1. Juni 25. Stadtverordnetenversammlung.

Beschlossen wurde die Fördermittelvergabe für das Wohnhaus Borlachstraße 42 in Höhe von 317 TDM. Den Auftrag erhielt die Fa. Dr. Schache.

  1. Juni Eröffnung der Zeitzer Niederlassung der Dr. Schache Bau GmbH (MZ).

Nach eigenen Angaben hatte der Stammbetrieb 1,2 Mio. DM in die Übernahme und den Aufbau des Betriebsteils investiert.

  1. Juni Inbetriebnahme der Kläranlage am Ziegeleiloch (NTB).

Die Anlage war für 6000 Einwohnerwerte konzipiert und damit nicht überdimensioniert. Einen kleinen Schönheitsfehler hatte die Sache, es fehlte der Trinkwasseranschluss, Stadt, Zweckverband und Planungsbüro stritten darüber, wer dafür verantwortlich war.

  1. Juli   Eröffnung der Pension Schmidt (NTB).

Auf dem Gelände befand sich früher die Werkstatt des Uhrmachers Hofmann und wurde dann von M. Schmidt als Elektrowerkstatt genutzt. Die Pension ist die einzige neugebaute Beherbergungs-stätte in der Altstadt.

  1. Juli   Gründung der „Badezentrum Bad Kösen GmbH“ (NTB).

Gesellschafter waren die Stadt und die Firma Imtecon, die den Bau eines kombinierten Thermal- und Freibades, einem „einzigartigen Projekt in Deutschland“ (Bgm. Dr. Schache) noch 1996 realisieren sollte. 50% der Kosten wollte die Stadt durch Eigen- und Fördermitteln aufbringen. Man rechnete mit 1.200 Tagesbesuchern und einem Einzugsgebiet von 80 km. Doch beim Zählen der vorhandenen Mittel wurde klar, dass beide Gesellschafter zu den Verarmten zählten und auf die finanzielle Potenz des Partners gesetzt hatten.

  1. Juli   Abschluss der Umbauarbeiten im Tierpark (MZ).
  2. Aug. Grundsteinlegung für das Pflegeheim der Diakoniestiftung Lazarus (NTB).

Nun begann die Bebauung östlich der Ringstraße. Für das Grundstück auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz hatte die UGL anstelle der Stadt am 14. Juni* den Kaufantrag bei der OFD gestellt. Ohne die Entscheidung des Bundesvermögensamtes abzuwarten, zumal auch der Rückführungsanspruch der Stiftung Schulpforte nicht entscheiden war und ohne öffentlich-rechtlichen Erschließungsvertrag beauftragte die UGL die Erschließungsarbeiten. Damit waren die Grundstücke, die Versorgungs- und Verkehrsanlagen faktisch Privateigentum.

  1. Aug Übergabe der Berbigstraße.
  2. Aug. Beginn der Erneuerung der Eckartsbergaer Chaussee (MZ).

Nach dem Abschluss der Oberflächensanierung der B 87 in Richtung Naumburg, die bereits erhebliche Einschränkungen mit sich gebracht hatte, gab es nun eine Vollsperrung.

  1. Aug. Erste Filmvorstellung im „Mutigen Ritter“ (NTB).

Der Geschäftsführung hatte einen Pächter gewonnen, der die noch vorhanden Kinotechnik wieder in Betrieb nahm. Bereits am Jahresende konnte der 10.000 Besucher begrüßt werden.

  1. Aug. Erweiterung der Weinstraße nach Thüringen (NTB).
  2. Sep. Das „Ludwig Renn Heim“ wechselt in die Trägerschaft der AWO (MZ).
  3. Sep. 3. Park- und Lichterfest (MZ).

Erstmals nach 40 Jahren lief die Kaskade an der Loreleypromenade wieder, wurde aber wegen eines Einspruchs eines Anliegers nach kurzer Zeit wieder eingestellt.  

  1. Sep. Eröffnung einer Beratungsstelle der Ortsgruppe der Deutschen Rheumaliga (MZ).
  2. Sep. Übergabe des Verbindungsweges am Solschacht (MZ).

     Okt. Hundertjahrfeier der Einweihung der Lutherkirche (Kirchengem.).

Der Nachfolger von Pastor Höck übernahm ein renoviertes Kircheninneres mit einer Winterkirche und einer Fußbodenheizung. Nun folgte die Restaurierung der Rühlmann-Orgel.  

     Okt. Finanzspritze für die Dr. Schache Bau GmbH (Insolv. Ber.)*

Die Mitteldeutsche Beteiligungsgesellschaft Sachsen-Anhalt mbH, ein landeseigenes Unternehmen trat als stiller Gesellschafter ein und schoss 1 Mio. DM in das   angeschlagene Unternehmen. Dabei verzichtete das Land auf die erstrangige Eintragung im Grundbuch und hatte im Fall der Insolvenz das Nachsehen.  

  1. Nov. Inbetriebnahme des digitalen Vermittlungsnetzes der Telekom (NTB).

Die Anlage stand mitten im Neubaugebiet am Rechenberg. Der Bau und der „Maschendrahtzaun“ sorgten für heftige Kritik an der Stadtverwaltung. Die analoge Vermittlungsstelle aus den zwanziger Jahren in der Lindenstraße wurde demontiert.

  1. Nov. Sitzung des Wirtschaftsausschusses (NTB).*

Das von den Linkamp und Will vorgestellte Projekt „Wohn-Golf-Plantation Saaleck/Bad Kösen“ sollte zahlungskräftige Golfer anlocken. Die 18-Loch Anlage sollte hinter Stendorf in Richtung B 87 mit dem Blick zu den Burgen entstehen. Der Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses Altbürgermeister Dr. Schache gab bekannt, dass die Errichtung eines 1000 m² Supermarktes für die   Altstadt auf dem Gelände der BHG in greifbare Nähe gerückt sei, und damit die BKB eines ihrer Wahlversprechen erfüllen werde.

  1. Nov. Großer Festumzug zum 40jährigen Jubiläum des KKV.

Dank großzügiger Unterstützung durch die Lielje-Gruppe und reger Teilnahme der Vereine war es ein Festzug, der den üblichen Rahmen sprengte.

  1. Nov. Öffentliche Auslegung der Pläne zur Erweiterung des Kalksteintagebaues (NTB)*.

Bereits im Vorfeld waren Bedenken laut geworden, denn neben der Vernichtung des Äbtischen Holzes, befürchtete man erhebliche Belastungen durch den erweiterten Tagebau und den Transport für den Kurort. Das Unternehmen verpflichtete sich, die Belastungen so gering wie möglich zu halten und versprach die Rekultivierung des alten Tagebaues innerhalb der kommenden vier Jahre.

  1. Dez. Genehmigung der vorläufigen Zertifizierung „Heilbad“.

Inzwischen hatte das Land die KurortVO erlassen, in der die Voraussetzungen zur Prädikatisierung festgeschrieben waren. Zum Antrag um das Genehmigungsverfahren einzuleiten gehörten balneologische, Klima- und ein Luftgütegutachten, die die Stadt beauftragen mußte.

     Dez. Die Traditionsgaststätte Schäfer schließt (NTB).

Das Haus, seit 30 Jahren im Besitz der Familie Schäfer und wegen der guten Küche beliebt, war stark sanierungsbedürftig. Wegen der Nähe zur Bahn, der Diskussion über ein drittes Gleis und die Entvölkerung der Altstadt konnte sich der Junior nicht zu einer Investition entschließen.

               Veröffentlichung der Jahresstatistik des Einwohnermeldeamtes (NTB).

Die Stadt zählte 4.268 Einwohner, mit den Ortsteilen 6.139. 38 Geburten standen 116 Sterbefälle gegenüber.

Auch mehrere Gewerbetreibende eröffneten neu, a. u. die Autoreparaturwerkstatt Meißner, die Kleintierpraxis Pfeffer und die Plüschtierverkaufsstelle der KEV in der Niddaer Straße,

1995

  1. Jan. „Ein Schnellsprecher, der mit zupackender Energie alles gibt“ (NTB).

Der erste Nachwendebürgermeister verwies in einem Gespräch auf vier erfolgreiche Jahre an der Spitze der Stadt und an der Seite von Hermann Lielje. Für 380 Mio. DM waren öffentliche und private Bauvorhaben realisiert worden, darunter die 145 Sozialwohnungen, wovon „andere Städte nur träumen könnten“. Als Unternehmer mit 260 Mitarbeitern in Deutschland (Dr. Schache Bau, Kösener Spielzeug) kündigte er an, sich nun verstärkt Osteuropa zuzuwenden. In Polen waren bereits 270 Beschäftigte für ihn tätig (Baufirma, Handelskette, Näherei, Sicherheitsdienst).

  1. Jan. „Der Beleihungsrahmen für die Kurstadt ist total ausgereizt“ (NTB).

Bei der Aufstellung des Haushaltplanes 1995 hatte sich ein Millionendefizit ergeben. Alle noch geplanten Vorhaben wie der Bau des Thermalbades, der Sportstätten u.a.m. waren auch bei 90%iger Förderung nicht mehr realisierbar. Die Mehrkosten bei den Investitionen Rudelsburg, Campingplatz, Parkanlagen, Gradierwerk, Jugendherberge, Museum und die Eigenanteile, die für die Kläranlage, den Straßenbau und die Stadtsanierung erforderlich waren, hatten den finanziellen Rahmen gesprengt. Ein Insider bemerkte, die Stadt sei „zu Tode gefördert“ worden.

  1. Jan. Durchführung des Investitionsvorrangverfahrens für das Grundstück Breitscheidstraße 6.*

Der Erwerb und die Bebauung, mit einem Wohn- und Geschäftshaus wurde von einer Dr. Schache gehörenden Bauträgerfirma realisiert.

  1. Jan. 40. Karnevalssaison Prinz Olaf II. (Rudolph) und Prinzessin Kirstin.
  2. Mär. Gratulation zum 75. Geburtstag von J. Gericke (NTB).

Der Initiator des Romanischen Hauses und der Kunsthalle hatte zwischen 1955 und 1987 157 Kunstausstellungen organisiert.

  1. Mär. Sitzung des Stadtrates. (NTB)*.

Erneut wurde heftige Kritik am Zustand des alten Schwimmbades geübt. Wider besseren Wissens wurde vom Bürgermeister und dem Stadtrat gegenüber der Bevölkerung die Chancen für einen Neubau   positiv bewertet und die Fertigstellung für 1997 avisiert.

  1. Apr. Eröffnung des Ausflugslokals „Schloss Saaleck“.
  2. Apr. Großbrand bei der Dr. Schache Bau GmbH in Stendorf (MZ).

Der Schaden des Brandes, der am Tag ausbrach und dessen Ursache breiten Raum für Spekulationen ließ, wurde auf 500.000 DM beziffert.

Kurz danach erwarb die Plüschtierfirma aus der Konkursmasse der Fa. M. Rudolph Bau das Gelände des ehemaligen Holzveredlungswerkes rund um das Heizhaus. Hier entstand das neue Produktionsgebäude der Spielzeugmanufaktur für das Fördermittel bewilligt wurden und wo sich dann auch der Baubetrieb einmieten konnte. Der Firmensitz in Stendorf wurde aufgegeben und die alte Spielzeugfabrik von der GfBB für den expandierenden Schulbetrieb angemietet.

  1. Apr. „SPD-Fraktion gegen Standort am alten Freibad“ (MZ).

Nachdem auch H. Lielje den Bau eines Sole-Thermalbades erwog, dafür aber den Standort an der B 87 favorisierte, machte die SPD eine Kehrtwendung und sprach sich gegen den von ihr mit beschlossenen Standort in der Weniger Aue aus.

  1. Apr. „Wird in Saaleck bald die Glückskugel rollen?“ (MZ).

Für das Altenheim, das nach der Inbetriebnahme des Pflegeheims von Lazarus geräumt werden sollte, hatte die Stadt dem Land die Nutzung als Spielcasino vorgeschlagen, was natürlich unter völliger Verkennung der objektiven Voraussetzungen für eine derartige Einrichtung geschah.

  1. Apr. Kursaisoneröffnung (MZ).

Erstmals war der Inhalationsgang am Gradierwerk wieder zu begehen.

  1. Mai Jahreshauptversammlung des Gradierwerkfördervereins.

Der stellv. Vorsitzende H. Lielje bezifferte die seit 1990 aufgewandten Mittel zur Sanierung der Salinenanlagen auf exakt 5.086.397 DM. Davon wären 801.000 DM von der UGL dem Kurbetrieb als zinsloses Darlehen zur Verfügung gestellt worden. Derzeit würden noch offene Rechnungen über 153 TDM vorliegen, deren Finanzierung nicht gesichert sei.

  1. Mai Erste Trauung auf der Rudelsburg (NTB).

Weitere 15 Anmeldungen allein für die Monate Mai und Juni lagen bereits vor.

  1. Mai Selbstmordversuch an der Rudelsburg (NTB).

Dabei raste ein Jugendlicher mit dem PKW über den Steilhang und überlebte den Sturz in die Tiefe. Die Bergung des Autowracks erwies sich dagegen als äußerst schwierig.

  1. Mai Grundsteinlegung für die Saale REHA Klinik 2 (NTB)*

Mit der Investition von 70 Mio. DM sollte diese Klinik, in der die LVA Sachsen-Anhalt als Hauptbelegungsträger und stiller Teilhaber einstieg, die Effizienz und die Wirtschaftlichkeit des Klinikstandortes verbessern.

  1. Mai Kaufvertrag über das Grundstück „An der Brücke 3“ (UR 1192, Not. Seeger, Nbg).

Der Vorstand der Kreissparkasse verkaufte für 300.000 DM das Objekt einem Getränke-großhändler aus Beuditz, und stellte diesem auch die notwendigen Mittel für einen Umbau zur Verfügung unter der Maßgabe hier eine Geschäftsstelle einzurichten.

  1. Juni „Kleiner Festakt“ zum fünfjährigen Bestehen der Fa. Dr. Schache Bau GmbH (NTB).

Vor fast 300 Gästen, darunter der Landrat und zahlreiche Honoratioren verkündete der Firmenchef mit Blick auf seinen Freund und Gönner H. Lielje: „Ich stehe immer in seiner Schuld, und das nicht nur in Form von Geld“ und hinter vorgehaltener Hand, damit es die Bankenvertreter nicht hörten „Ich mache heute all das, wovon ich keine Ahnung habe.“

  1. Juni 150jähriges Bestehen der Burg-Apotheke ((NTB).
  2. Juni Übergabe der fertiggestellten „Kucheninsel“ (NTB; MZ).

Die Gesamtkosten beliefen sich auf 650 TDM. Die Mittel kamen aus der Städtebauförderung.

  1. Aug. „Nachzahlungen sind nicht erforderlich“ (MZ).

Diese Aussage vom neuen Bürgermeister Emus vor dem Hauptausschuss und im Hinblick auf die Erschließungskosten für das Neubaugebiet Rechenberg sollte sich nur wenige Wochen später als Bumerang erweisen und zu einem jahrelang andauernden und für die Stadt kostspieligen Verfahren vor den Verwaltungsgerichten führen

  1. Aug. Schlüsselübergabe für das sanierte Wohnhaus Burgstraße 9 (MZ).

Insgesamt 1,2 Mio. DM kostete der Bau und wurde über Bankendarlehen, Landes- und Städtebaufördermitteln finanziert. Ein Totalabbruch und ein Neubau unter Einbeziehung der daneben liegenden unbebauten Grundstücke wäre sinnvoller gewesen.

  1. Sep. Verträge über die Vorauszahlungen für Solelieferungen.*

Die privaten REHA Kliniken schossen der Kurbetriebsgesellschaft für die „Modernisierung und Neuerstellung der Soleförderungsanlagen“ 1,7 Mio. DM vor. Diese waren aber in den Jahren 1991/1992 mit Fördermitteln errichtet worden. In Wirklichkeit wurden damit die Verlängerung der Soletransportleitungen zum Sondergebiet „Kur“ finanziert und offene Rechnungen vom Gradierwerk. Die Rückfinanzierung sollte innerhalb von 5 Jahren durch Verrechnung mit den Solelieferungen und der Kurtaxe erfolgen.

  1. Sep. Abbruch des ehemaligen Kinderheims Klemm in der Salinenstraße (NTB)*.

Die dezentrale Lage der bestehenden Kindergärten (Fr. Ebertstr.15 und 17, Burgstr.16, Lengefeld und Schulpforta, Rudelsburgpromenade 11) und deren Unwirtschaftlichkeit machten einen Neubau sinnvoll. Den früheren Eigentümern, die einen Restitutionsantrag gestellt hatten, bezahlte man 550.000 DM, die aus Stadtsanierungsmitteln kamen.

  1. Sep. Erneute Vollsperrung der Eckartsbergaer Straße wegen Straßenbauarbeiten (NTB).
  2. Okt. Ein voll beladener Kiestransporter durchbricht die geschlossene Schrankenanlage (NTB).

Ein Interregio konnte per Notbremsung an der Gartenanlage zum Stehen gebracht werden. Erneut wurde damit die Dringlichkeit einer nachhaltigen Regelung bestätigt und die Bahn beerdigte ihr 3 Mio. DM Vorhaben, den Schienenübergang durch eine Ampelanlage zu sichern.

  1. Nov. Die alte Tankstelle an der B 87 wird abgerissen (MZ)*.

Im Vorfeld hatte die Suche nach einer „landschaftstypischen“ Dachform für den Neubau zu heftigen Disputen im Bauausschuss geführt.

  1. Nov. Stadtratssitzung.

Noch im Sommer hatte sich der Stadtrat einvernehmlich für den Standort „Altes Schwimmbad“ ausgesprochen und mit der Fa. Imtecon eine Gesellschaft gegründet. Nun hatte Imtecon das Handtuch geworfen. Damit kam das von H. Lielje vorgestellte Modell auf die Tagesordnung und auch der Standort an der B 87 fand die Zustimmung der Mehrzahl der Stadträte, zumal auch der OB von Naumburg für diesen Standort seine Unterstützung signalisierte. Die erst im Vorjahr gegründete Bad-GmbH mit der Fa. Imtecon sollte aufgelöst werden.

Das Gremium erklärte außerdem, dass für die Versorgung nicht mehr als drei Einkaufsmärkte und zwar an den Standorten Altstadt, Ritterbad und R.-Kanzler Str. zugelassen würden.

  1. Nov. Übergabe der Brücke zwischen dem Parkplatz Uferstraße und der Radinsel (NTB).
  2. Dez. Einrichtung einer City- Buslinie (NTB).

Zahlreiche Einwohner hatten den Wunsch geäußert, den im Klinikpendelverkehr eingesetzten Bus zu benutzten. Nachdem alle gesetzlichen Vorschriften des öffentlichen Nahverkehrs erfüllt waren und der Bus den Linienverkehr aufnahm, blieben die erwarteten Fahrgäste aus. Offenbar hatte man mit einer kostenlosen Benutzung gerechnet.

  1. Dez. Bestätigung des MfWuT zur Weiterführung des Prädikats „Heilbad“ bis 1999.*
  2. Dez. Abriss der Häuser Naumburger Straße 2 bis 4 (MZ).

An deren Stelle entstand der „Frankenhof“ der Brüder Kahlenberg aus München.

  1. Dez. Einweihung des Wohn- und Geschäftshauses Friedrich-Ebert Str 1.*

Das ehemalige Frauensanatorium des Dr. Löffler hatte H. Lielje 1994 der Stadt abgekauft (B 240b-23/94) und umfassend saniert.

  1. Dez. Vergütungsvereinbarung mit den Belegungsträgern der REHA Klinik „ Mutiger Ritter“.*

Der für die Indikation höchste Pflegesatz und die Vollbelegung reichten nicht aus, um die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens zu sichern. Der Bilanzverlust war seit 1992 auf 5,9 Mio. DM angewachsen und überstieg damit das Eigenkapital um 2,4 Mio. DM. Somit war die GmbH bereits bilanziell überschuldet.

       Dez. Jahresfazit.

Während der Bau eines Thermalbades immer noch auf der Tagesordnung stand, war von dem Sportzentrum nur noch wenig zu hören. Der Bau einer Sommerrodelbahn am Käppelberg bzw. am Hundesportplatz war an den Auflagen der Naturschutzbehörde gescheitert, der Besitzer der Saalemühle zeigte kein Interesse an einer Investition, Post und Bahn kündigten die Reduzierung ihres Geschäftsbetriebes an und die Pläne für eine Reaktivierung der Altstadt kamen nicht voran.

Die Einwohnerzahl betrug 6.186. Neu bzw. wiedereröffnet wurden die Weinprobierstube im landesweingut, das Reisebüro Rabes, die „Grüne Gurke“ (S. Jaffke), die Gaststätte Schloß Saaleck (Necke), Fa. Zelle, Frisiersalon Kotte, Gardinengeschäft Lotze, das Cafe Pusteblume (Lindenstraße 12) und die Tischlerei der HIN GmbH. Die Kösener Kunststoff-Fenster GmbH verließ den Standort.

1996

  1. Jan. Der Bahnhof wird zum Haltepunkt herabgestuft.

Außer der stundenweise besetzten Fahrkartenausgabe war das Gebäude verwaist und wurde zum   Ziel von Vandalismus.

     Jan. Die Fa. PeBe Kunststoffe gibt den Firmenstandort auf (NTB).

Die restliche Produktion wurde nach Possenhain verlagert. Für das zusammengewürfelte Betriebsgelände an der Eckartsbergaer Chaussee gab es keine Nachnutzung. Nach jahrelangen Leerstand kam es zur Zwangsversteigerung. Für ganze 4 €(!!!) erwarb es 10 Jahre später der Inhaber der Kösener Saaleschifffahrtsgesellschaft, allerdings ohne ein Konzept dafür zu haben.

  1. Feb.   Zwischenfinanzierungsdarlehen für die Kurbetriebsgesellschaft.*

Wegen offener Verbindlichkeiten, die sich wegen der zusätzlichen Kosten bei der Sanierung der Salinenanlagen und dem Bau der Soleverteilung ergeben hatten, und die auch von der Stadt nicht mehr erbracht werden konnten, gewährte die Saale REHA 1 dem Kurbetrieb ein Darlehen von 500.000 DM mit einem Zinssatz von 6,4%.

      Feb. Das Freibad wird abgebrochen (NTB).

Nachdem sich der Stadtrat für den Standort des Bades von H. Lielje entschieden hatte, sollte nun hier der Ersatz für die Tennisanlage, die der Saale REHA I weichen mußte, errichtet werden. Gleichzeitig ließ die Stadt die Bungalows an der ehemaligen „Katzenfähre“ abbrechen, nachdem man sich mit den Besitzern auf eine Entschädigung geeinigt hatte.

  1. Feb. „Wirtschaftsfaktor Kur gefährdet?“ (NTB).*

Zur Bundestagsdebatte über die geplante Gesundheitsreform bemerkte H. Lielje: „Wenn alle Maßnahmen konsequent durchgesetzt würden, dann dürfte die Hälfte aller REHA Einrichtungen….in ihrer Existenz gefährdet sein“ und „Wenn die Auslastung…..60 Prozent erreichen würde, wäre der Konkurs unabwendbar“. Dass es dabei auch das eigene Unternehmen trifft, dürfte ihm zu diesem Zeitpunkt klar gewesen sein.

  1. Feb. Beginn der Bauarbeiten zur Erneuerung der Saalebrücke (NTB).

Mit dem Bau der Fundamente für eine Behelfsbrücke begannen die Sanierungsarbeiten am Oberbau der Brücke, für die man drei Jahre plante, länger als man 100 Jahren früher für den gesamten Neubau gebraucht hatte.

  1. Feb. Besprechung zum Bau eines Einkaufsmarktes.*

In der UGL wurde der Neubau eines Marktes mit Tiefgarage anstelle der Sammelgaragen an der Niddaer Straße diskutiert.

  1. Feb. Entscheidung des LAROV zum „Göttersitz“ (NTB).

Nachdem die Staatsanwaltschaft das Ermittlungsverfahren zum Verkauf des Göttersitzes eingestellt hatte, wies auch das LAROV den Widerspruchsbescheid gegen dien Verkauf des Grundstückes ab.

  1. Mär. Städtebaulicher Ideenwettbewerb für das Gelände um die ehemaligen HOG „Vorwärts“*

Das Vorhaben stieß auf heftige Kritik, da für das Grundstück Rückführungsansprüche geltend gemacht wurden und für den Wettbewerb eine sechsstellige Summe vorgesehen war.

  1. Mär. Schlüsselübergabe für das Pflegeheim der Diakoniestiftung „Lazarus“ (NTB).

Der Komplex mit 119 Pflegeplätzen kostete 19 Mio. DM. Neben den Bewohnerinnen des Damenstiftes wurden alle Senioren aus dem städtischen Altersheim hier untergebracht. Am 31. März wurde das Altenheim Saaleck, die ehemaligen Werkstätten von Prof. Schultze-Naumburg geschlossen. Man hoffte nun auf potente Erwerber. Zwar gab es reichlich Interessenten, wegen der eingeschränkten Nutzungsmöglichkeiten und den Auflagen des Denkmalsschutzes lehnten alle Interessenten ab und für das historisch wertvolle Gebäudeensemble sah die Zukunft düster aus.

Am gleichen Tag erfolgte außerdem noch der erste Spatenstich für 76 altengerechte Wohnungen der Lazarus Stiftung.

  1. Mär. Der Unternehmer und Klinikbetreiber Hermann Lielje verstirbt (MZ).

Mitten in den sich abzeichnenden gravierenden Änderungen im Gesundheitswesen riss es den führenden Kopf des Kösener Aufschwunges im Gartenhaus der der ZV Ost aus dem Leben. Er hinterließ eine Lücke, die zunächst weder aus seinem privaten noch betrieblichen Umfeld ausgefüllt werden konnte, da das Firmenkonglomerat offensichtlich nur von ihm in der Gesamtheit überschaut und beherrscht wurde. Die Nachfolge trat sein Sohn Hartmut an.

  1. Mär. Wasserrechtliche Erlaubnis für die Fa. Ost-West Kurth GmbH, Göttingen (RP Halle)

Mit der Übernahme der „Mühl“ kam Firma auch in den Besitz der wasserrechtlichen Erlaubnis zum Betrieb der Turbinenanlage, ohne hin der eigentliche Grund für die Übernahme des Komplexes. Dieser Antrag wurde genehmigt. Nur sechs Monate später beantraget die Fa. Ost-West Kurth eine Verlängerung für 40 Jahre, mit der Begründung, dass es nur in diesem Zeitraum möglich ist, die Refinanzierung der Sanierung der vorhandenen Anlage sicherzustellen. Gleichzeitig lehnte der Besitzer restlichen Mühlengeländes (Ducke-Hamburg) den vorgeschlagenen Teilungsplan wegen „erheblicher Eingriffe“ des geplanten Turbinenneubaus in seinen Besitz ab.

  1. Apr. Abriss des Grundstücks An der Brücke 2 (NTB).

Im Erdgeschoss des um 1890 gebauten Hauses befand sich die HO-Gaststätte „Central“, der Nichtrauchergaststätte mit „Broilerbar“. Ursprünglich befanden sich hier das zur Wenzelschen Siedlung gehörende Backhaus sowie ein weiteres Wohnhaus. Das Grundstück war vom Bau der Bahnstrecke und der „Ladestraße“ (heute LIO) betroffen. Anstelle des Backhauses entstand ein Wohn- und Geschäftshaus mit Cafe, das von verschiedenen Pächtern betrieben wurde, wie Häun, Hasenritter, Seifert und Renner. Dieses neuer Baul durfte abgerissen werden, während die denkmalsgeschützten Altbauten (ehemals HO-Lebensmittel und Fischladen) modernisiert und integriert wurden.

  1. Apr. Inbetriebnahme der neuen Tankstelle an der B 87.
  2. Apr. Grundsteinlegung für die private Kinder REHA Klinik (NTB).

Die Kapazität war für 240 Kinder und Begleitpersonen ausgelegt, eine Verdoppelung der Kapazität der kommunale Kinder-REHA Klinik „Am Nicolausholz“. Hier ging man noch von einem enormen Wachstum bei den Mutter-Kind-Kuren aus.

  1. Mai Übergabe des ersten Bauabschnitts des Seekurparks (NTB).

Dabei wurden die Teiche auf dem Galgenberg geflutet. Für die Befüllung war eine separate Leitung von der kleinen Saale entlang der Ringstraße verlegt worden, die allerdings nicht in Betrieb genommen wurde (Stand 2010). Die Nachspeisung erfolgt aus den Tiefbrunnen im unteren Kurpark. Der Landschaftspark sollte den grünen Gürtel für das Sondergebiet „Kur“ bilden.

  1. Juni Eröffnung des Hotels „Rittergut“ in Kreipitzsch (NTB).
  2. Juni Gesellschafterversammlung und Stadtratssitzung (NTB).

In seinem Bericht wies der Bürgermeister erstmals darauf hin, dass der „Mutige Ritter“ trotz Vollbelegung zukünftig mit den privaten REHA Kliniken nicht mehr konkurrieren könne, und man nach anderen Nutzungsmöglichkeiten suchen müsse. In der Gesellschafterversammlung bekräftigte Hartmut Lielje, dass er den Verpflichtungen der UGL aus dem Kooperationsvertrag mit der Stadt weiterhin nachkommen werde.  

  1. Juni Schlüsselübergabe für die Kindertagesstätte in der Salinenstraße (NTB).

Die Betreuung übernahm nun der von der Kommune mitfinanzierte Zweckverband.

  1. Juni Einweihung der Saale-REHA Klinik 2 (NTB).

Nach einer Rekordbauzeit wurde in Anwesenheit der Sozialministerin das 240 Betten-Haus, als 13. Klinik der UGL übergeben, wobei die beiden kommunalen Kliniken mitgezählt wurden.

  1. Juli Einbau des ersten Segmentes der Behelfsbrücke über die Saale (NTB).
  2. Juli Stadtratssitzung (NTB).

Vor zahlreichen Publikum ging es um die Festlegung der Grenzen des Landschaftsschutzgebietes, die man recht willkürlich quer durch die Grundstücke in den Saalbergen und in den Ortsteilen gezogen hatte, was natürlich bei den Betroffenen auf Unverständnis stieß.

  1. Aug. Feierstunde an den sanierten Denkmalen der Corpsstudenten (NTB).

In einem ersten Schritt hatte der Denkmalbeauftragte des VAC den Kaiser-Wilhelm Obelisk und das Denkmal für die gefallenen Corpsstudenten von 1870/71 wieder in einen ordentlichen Zustand versetzt, soweit es die Gegebenheiten zuließen. Hinweistafeln informierten die Besucher über die Geschichte der Denkmale.    

  1. Aug. Grundsteinlegung für die Seniorenwohnanlage der Lazarus-Stiftung (NTB).

Nach Irritationen im Bauausschuss wegen der Anzahl der Geschosse und der Bauhöhe, begann der Bau, für den das Land Fördermittel aus dem Wohnungsbauprogramm bewilligt hatte.

  1. Sep. Gründung der Saale -Therme GmbH (NTB).

Die Stadt (51 %) und Hartmut Lielje (49 %) waren die Anteilseigner der Gesellschaft. Völlig neu war der Standort des Bades. Nun sollte es auf einem der der UGL gehörenden Bauplätze im   Sondergebiet „Kur“ östlich des Galgenberges errichtet werden. Die ursprünglichen Pläne, hier   weitere Kliniken zu bauen, hatten sich nun erübrigt und die UGL suchte eine andere Nutzung, zumal auch die Refinanzierung ihrer Erschließungskosten beim Wegfall der geplanten Kliniken gefährdet war.

  1. Nov. Medizinisch-balneologische Gutachten der Solequellen (Griesing-Fellmann, Kassel).
  2. Nov. Razzia von Polizei und Arbeitsamt auf der Baustelle der Kinder-REHA (NTB).

Wegen illegaler Beschäftigung geriet die ARGE Gerdum & Breuer/Dr. Schache Bau in das Visier von Zollfahndung und Staatsanwaltschaft.

  1. Nov. Übergabe des sanierten Pfarrhauses.

Die ehemalige Wohnung des Salinenbuchhalters wurde mit einem Aufwand von 500.000 DM völlig saniert. Neben der Pfarrwohnung und einem Gemeindebüro entstand im Keller ein Treff für Jugendliche.

  1. Nov. Die Erschließung des Wohngebietes „Rechenberg“ wird beendet (NTB).

Auf den 25.000 m² umfassenden Areal waren bisher 244 Wohnungen in Ein- und Mehrfamilienhäusern entstanden.

  1. Nov. Rundfunkdiskussion des MDR im „Mutigen Ritter“ (NTB).

Das Thema war „Fastenkur für das Bäderwesen“. Nach Meinung der Vertreter der UGL könne nur noch ein Wunder Kurzarbeit und zukünftige Massenentlassungen in den kommunalen und privaten Kliniken verhindern.

  1. Nov. Die Fußgängerbrücke über die Saale beim Fischhaus wird angeliefert (NTB).

Diese Brücke überspannte die A 10 am Rasthof Michendorf und musste dem dreispurigen Ausbau weichen. Ein ehemaliger Schüler der Landesschule, der mit diesem Bauvorhaben befasst war, hatte die Idee, diese Brücke am Fischhaus anstelle einer Fähre aufzubauen, um hier den alten Übergang zu den Weinbergen wiederherzustellen

  1. Dez. Die Wohnungsgesellschaft verkauft die Eigentumswohnungen A. v. Menzel Str. 5-9.

Die GWG hatte bereits 1993 mehrere an der Peripherie des Standortes gelegene Grundstücke erworben, für die sich wegen der Randlage und der begrenzten Flächen kein privater Interessant fand. Da für den Bau die Zulassung nach der MaBV erforderlich war, wurde die GEWO Bauträgergesellschaft gegründet. Diese wurde dann Verwalter nach WEG, sowie aller übrigen Dienstleistungen der GWG die der Gewerbesteuer unterlagen.

Im gleichen Jahr wurde die Sanierung der bewohnten Bestände abgeschlossen. In die 198 Wohnungen der Baujahre 1926 bis 1989 wurden 7,3 Mio. DM investiert.

  1. Dez. Die ehemalige Stadtambulanz wird geschlossen.

Im Haus verblieben das DRK mit einem Mutter-Kind-Familienzentrum und ein Jugendclub.

             „Die Solebohrungen … Bad Kösen 1985“ (Geowiss. Mitt. in Thüringen Nr. 4, Weimar).

Verfassen waren der Hydrogeologe Dr. Günther Hecht (1935-2013), ltd. geol. Direktor u. stv. Ltr. der Thür. Landesanstalt f. Bodenforschung und die Geologin Sabine Hecht aus Jena.

 

1997 bis 2003 - Debakel der kommunalen REHA Klinik „Mutiger Ritter“, tiefer Fall und schmerzhaftes Erwachen und die Suche nach den Verantwortlichen.

1997

  1. Jan. Einzug der Sparkasse in den Neubau an der Brücke (NKB).

Zu diesem Anlass veröffentlichte die Sparkasse eine kleine Festschrift.*

Die bisher von der Sparkasse genutzte Villa erwarb dann ein Enkel des ehemaligen Besitzers. Der Bankier Krüger, dem neben der Villa auch das Gelände des Tierparks und der „Eselsstall“ gehörten, war 1945 auf SMA-Befehl enteignet worden.

  1. Jan. Stadtratssitzung (NTB)*.

Zahlreiche aufgebrachte Bürger waren zur Fragestunde erschienen, nachdem kurz zuvor der Unternehmer Dr. Schache bekannt gegeben hatte, dass er einen Teil des Jochenbergs kaufen wolle und hier   einen Wohnungsbaustandort, der bereits 1979 erwogen wurden, zu realisieren und den Kleingärtnern die bevorstehende Kündigung der Pachtverträge in Aussicht stellte.

  1. Jan. Podiumsdiskussion im „Mutigen Ritter“ (NTB).

Kurz vor der Verabschiedung des Kostendämpfungsgesetzes sollten Bundes- und Landespolitiker nochmals für die negativen Auswirkungen für den Standort sensibilisiert werden.

  1. Feb. Der Bauausschuss befaßt sich mit den Plänen zur Erneuerung der Turbinenanlage (NTB).*

Anstelle der veralteten Kaplanturbinen wollten der neue Eigentümer der Mühle die Fa. Wasserkraftwerke Ost-West Kurth GmbH & Co KG zwei neue leistungsstarke Turbinen in einem unter dem Wasserspiegel liegenden Turbinenhaus installiert werden. Zur besseren Regulierung der Stauhöhe sollte anstelle des Wehraufsatzes ein automatisch regulierendes Schlauchwehr zum Einsatz kommen und der Einbau einer modernen Fischaufstiegsanlage den ökologischen Anforderungen entsprechen. Dazu sollte ein Teil des inzwischen leergeräumten Mühlengebäudes abgerissen werden (s. a. MD L 16 Nr. 124).

Allerdings stand der Mühlenkomplex unter Denkmalsschutz und der Abbruch dieses eigentlich unansehnlichen Gebäudes zu Gunsten einer WKA, löste heftige Unmutsbekundungen der Stadträte aus. Für dieses Vorhaben sprach sich nur die BKB-Fraktion aus.

  1. Feb. Aufsichtsratssitzung der Kinder REHA Klinik „Am Nikolausholz“ (Kubi)

Unter Punkt 11 wurde die Übertragung des Klinikbetriebes auf die private Kinderklinik beraten. Der GF erklärt, dass es dafür noch einiger Vorbereitungen bedürfe. Die restlichen Kreditverbindlichkeiten beliefen sich auf 1,3 Mio. DM, die man mit den zu erwartenden Verkaufserlösen der ungenutzten Immobilien und Grundstücke ablösen wolle. Allerdings waren erstmals auch im Kinderbereich Einbrüche zu verzeichnen, so dass man Kurzarbeit anordnete. Wegen der reichlich diffusen Erklärung forderte der Aufsichtsrat eine Sondersitzung auf der die GF nachvollziehbare Unterlagen vorlegen sollte.

  1. Mär. Hoch-und Ingenieurbau wird von der Naumburger Bauunion übernommen (NTB).

Der Betrieb war urplötzlich in die Knie gegangen. 70 Arbeitnehmer wurden entlassen. Der neue GF versprach den Erhalt der Firma und kündigte gleichzeitig die Verlegung des Firmensitzes an.

  1. Apr. Beginn der Bauarbeiten zur Sanierung der Saalebrücke. (NTB).

Für den innerörtlichen Verkehr bedeutete dies erhebliche Einschränkungen, insbesondere für die Fußgänger, die den Schrankenübergang zur Saalstraße benutzen mussten. Obwohl es sich herausstellte, dass die Tragkonstruktion keine Mängel aufwies und damit eine vorzeitige Fertigstellung möglich war, ruhten die Bauarbeiten monatelang.  

  1. Mai Kursaisoneröffnung

Erstmals konnte wieder das Oberdeck des Gradierwerkes besichtigt werden. Zu Ehren des verstorbenen Unternehmers H. Lielje erhielt die Ringstraße seinen Namen.

  1. Mai Klausurtagung der SPD Landtagsfraktion in der Saale REHA- Klinik (NTB).
  2. Mai Abbruch der ehemaligen HOG „Vorwärts“ (NTB).

Damit endete auch ein Stück Badegeschichte, war es doch die erste große Warmbadeanstalt, die noch zur Zeit der Siedesalzproduktion (1845) eröffnet wurde. Nach dem ersten Weltkrieg wurde der Badebetrieb eingestellt und das Haus als Hotel, Konditorei und Gaststätte weitergeführt. Ende der 50iger Jahre wurden die Besitzer enteignet und das Objekt verstaatlicht. Nach der Wende folgte die Schließung. Wegen des desolaten Zustandes war eine Sanierung wirtschaftlich nicht gerechtfertigt.  

  1. Mai Grundsteinlegung für das neue Produktionsgebäude der Kösener Spielzeug GmbH (NTB).

Unter Einbeziehung des ehemaligen Heizhauses des Holzveredelungswerkes entstand für 5,6 Mio. DM eine Produktionsstätte, Voraussetzung um mit hochwertigen Plüschtieren einen weltweiten Markt zu erschließen. Im bisherigen Firmensitz, die „Puppe“ blieb die GFBB, die die freigewordenen Räume für die Erweiterung der Fachschule für Physiotherapie nutzte.  

  1. Juni Fälligstellung von Vorschüssen gegenüber der Kurbetriebsgesellschaft.*

Zur Fertigstellung des Brauchwasser- und Soleleitungsnetzes von der Tiefzone bis zur Kinder-REHA-Klinik (neu) hatte die UGL der Kurbetriebsgesellschaft insgesamt 2,3 Mio. DM vorgeschossen. Die Mittel sollten über einen Fünfjahreszeitraum mit den Solelieferungen verrechnet werden, doch wegen finanzieller Probleme im eigenen Unternehmen, wurden sie insgesamt sofort fällig gestellt.

  1. Juni Gesellschafterversammlung (1/97) der kommunalen Kurgesellschaften. (NTB).

Noch im Vorfeld hatte Bürgermeister Emus öffentlich verkündet: „Eine Schließung des Hauses (Mutiger Ritter) stehe keinesfalls auf der Tagesordnung“, wohl wissend, dass die LVA bereits über die bevorstehende Kündigung der Belegungsverträge informiert hatte. Die Vertreter der UGL ließen durchblicken, dass man die rückläufige Belegung durch die LVA durch private Gäste kompensieren würde. Dagegen wandten sich die Vertreter der ortsansässigen Beherbergungsbetriebe, die hier nicht zu Unrecht den Verdacht des Preisdumpings durch kommunal subventionierte Übernachtungspreise vermutete.

Bezüglich des bevorstehenden Geschäftsüberganges der Kinder-REHA Klinik erklärte deren GF Hartmut Lielje, es gäbe zwar noch keine Beschlussvorlage, würde aber bei einem Betriebsübergang 500 TDM zahlen, obwohl es hierfür keinen zwingenden Grund geben würde, denn auf einer Aufsichtsratssitzung am 17. Aug. 1995, wo diese Geschäftsübernahme angekündigt worden sei, habe es keine Forderungen hinsichtlich einer Ablösesumme gegeben. Der Bürgermeister verlangte daraufhin eine Beschlussvorlage für den Geschäftsübergang noch vor der Aufnahme des Geschäftsbetriebes der neuen Kinder-REHA Klinik.  

  1. Juli Nutzungsvereinbarung mit dem VAC bezüglich des „Mutigen Ritters“.*

Auf der Basis der 1921 im Grundbuch eingetragenen persönlichen Dienstbarkeit für den VAC, deren Wiedereintragung 1992 versäumt wurde. Die Stadt gewährte in Anbetracht der Bedeutung der Corpsstudenten dem KSCV ein grundbuchlich gesichertes Nutzungsrecht für die obligatorischen Veranstaltungen, wie den oKC und den Festkommers zu Pfingsten..

  1. Juli Stadtratssitzung (NTB).

Die Kommunalaufsicht hatte den Haushaltsplan wegen grober Mängel nicht genehmigt. Die Nachschüsse aus der Patronatserklärung gegenüber dem „Mutigen Ritter“ waren erst nicht eingestellt worden. Am 17.07. beantragte der GF 4,35 Mio. DM an liquiden Mitteln, um eine drohende Insolvenz abzuwenden. Da war völlig überraschend für die meisten Stadträte, die die kommunalen REH-A und Kureinrichtungen in wirtschaftlich gesunden Bahnen wähnten.

  1. Aug. Das Büro der Firma A+I Planbau wird geschlossen.
  2. Aug. Offizielle Einweihungsfeier der Kinder-REHA-Klinik „Am Nicolausholz“ GmbH&CoKG.
  3. Aug. Betriebsstilllegung der kommunalen Kinder REHA Klinik.

Entgegen den Forderungen der Gesellschafterin hatte die UGL weder der Stadt einen Geschäftsüberleitungsvertrag vorgelegt, noch waren darüber irgendwelche Beschlüsse gefasst worden. Die UGL hatte zwar die zugesagten 500.000 DM gezahlt, dafür aber neben den Belegungsverträgen auch das gesamte bewegliche Inventar übernommen, dass seit 1991 mit kommunalen Krediten angeschafft worden war. Letztendlich verblieben der Gesellschafterin 1.8 Mio. DM noch nicht getilgter Restschulden und drei Kinderheime. Deren möglicher Verkaufspreis lag weit unter den Kreditverbindlichkeiten.

  1. Sep. Antrag auf Planfeststellung zum Neubau der WKA (RP Halle 45.04-62211-56004.01).

Das Ing. Büro PROWA-Halle plante 2 Rohrturbinen mit jeweils 410 KW Leistung. Wegen des dazu erforderlichen Platzes hätte das Mühlengebäude teilweise abgebrochen, ein Teil des Nachbargrundstücks in Anspruch genommen und der Wehrdamm einige Meter weit zurückgebaut werden. Wegen der im Planfeststellungsverfahren erhobenen Einsprüche ruhte das Vorhaben. 1999 kündigte das STAU der Firma den Wehrbenutzungsvertrag, worauf die Gattin des Firmeninhabers im Jahr 2001 die WKA verpachtete.  

  1. Sep. Übergabe von 76 altengerechten Wohnungen der Lazarus-Stiftung (NKB).

Wegen der speziell für Senioren und Behinderte konzipierten Wohnungen und dem Wohnumfeld war die Nachfrage aus der näheren und auch weiteren Umgebung enorm. Nicht zuletzt trug diese Anlage dazu bei, dass die Einwohnerzahl der Stadt recht stabil blieb.

  1. Sep. Genehmigung des Rahmenbetriebsplanes für den Kalksteintagebau (Bergamt Halle).

Die UGL stimmte in ihrer Stellungnahme in ihrer Eigenschaft als Geschäftsführung der Kurbetriebsgesellschaft zu, mit der erstaunlichen Begründung, dass dadurch keine wesentlichen Beeinträchtigungen des Heilbades zu erwarten seien.

  1. Sep. Kaufvertrag der Dr. Schache Bau GmbH über den Jochenberg (Insolv.-Ber.2000).*

Hier urkundete die Dr. Schache Bau nicht nur als Erwerberin sondern auch als vollmachtloser Vertreter für zwei der drei Eigentümer. Allerdings verweigerten diese die Vollmachtserteilung, so dass dieser Verkauf trotz einiger Manipulationen von Seiten der Erwerberin unwirksam blieb.

  1. Sep. Einweihung der Werkhalle der Kösener Spielzeug GmbH (NTB).

In Anwesenheit des Ministerpräsidenten Höppner verwies Dr. Schache auf die Tradition der Spielwarenherstelllung, die vor 85 Jahren durch Käthe Kruse begründet wurde und die er vor 5 Jahren mit „zahlreichen Leichen im Keller“ und einem erheblichen Defizit versehen, weitergeführt hatte.

  1. Okt. Die Firma A+I Planbau stellt den Insolvenzantrag.

A+I Planbau, ein Tochterunternehmen der UGL war der Hauptauftraggeber für den Bau der neuen Kinder REHA Klinik. Die Zahlung der Schlussrechnungen wurde ausgesetzt und die zahlreichen offenen Forderungen der am Bau beteiligten Firmen fielen in die Konkursmasse.

  1. Okt. Klausurtagung des Stadtrates und der Amtsleiter (NTB)*.

Trotz der riesigen Defizite im Stadthaushalt und der Nachschussverpflichtung um die drohende Insolvenz des „Mutigen Ritters“abzuwenden, gab man sich optimistisch, dass man mit Kürzungen der freiwilligen Aufgaben die Lage beherrschen würde. Ganz am Rande sickerte durch, dass der „Mutige Ritter“ mit 18 stationären Patienten den Belegungstiefststand erreicht hatte.

  1. Nov. Bericht über die betriebswirtschaftlich Situation der REHA-Klinik „Mutiger Ritter“.*

Das Gutachten (StB Dr. Bihr, Karlsruhe) war niederschmetternd. Mit dem Belegungseinbruch hatte man seit Jahresbeginn die Zins- und Tilgungsraten gegenüber der NORD LB ausgesetzt und die laufenden Verbindlichkeiten gegenüber Dritten nur noch abschlagsweise beglichen. Nachdem auch die Sparkasse eine Fortführung der Kontokorrentlinie verweigerte und die Kommunalaufsicht der Kommune wegen der Haushaltlage die Genehmigung für einen Nachschuss verweigert hatte, stand fest „ daß der „Mutige Ritter“ als Anbieter stationärer medizinischer Rehabilitation ….keine Perspektive hat.“ Die Gründe lagen in der Finanzierung und der Struktur der Einrichtung sowie in der Wettbewerbssituation vor Ort, die auch ohne den Belegungsrückgang infolge der Gesundheitsreform das Aus bedeutet hätten, denn trotz hoher Auslastung in den Jahren 1993 bis 1996 hatten die hohen Bilanzverluste das Eigenkapital aufgezehrt.

  1. Nov. Gesellschafterversammlung (2/97) der kommunalen Kinder-REHA-Klinik.

Der GF teilte mit, dass der Geschäftsübergang erfolgt und sei und das gesamte Personal übernommen wurde. Der Hinweis, dass die alte Einrichtung dauerhaft keinen Bestand gehabt hätte, erübrigte wohl Nachfragen nach einem Beschluss. Nun sei man bemüht die Immobilien zu verwerten um das valutierende Kapital abzubauen.

  1. Nov. Aufsichtsratssitzung der kommunalen Kurbetriebe.*

Der AR wurde über die katastrophale Situation des „Mutigen Ritters“ informiert. Den aufgelaufenen Gesamtverlust für das Jahr 1997 bezifferte das Prüfungsunternehmen auf 12 Mio. DM, Zins- und Tilgungszahlungen wurden nicht geleistet, der Kontokorrentrahmen war bereits überschritten und dazu kamen erhebliche Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Dritter.

Wegen fehlender Alternativen beschloss der AR die Betriebsstilllegung der Klinik, was wegen der Kündigungsfristen zum 30.06.1998 erfolgen sollte, obwohl klar war, dass damit weitere finanzielle Verluste verbunden waren. Die UGL erbot sich, dennoch Möglichkeiten für eine andere Nutzung auszuloten, wie z.B. die Durchführung von Kompaktkuren oder Lehrgänge für eine TÜV-Akademie. Die Kündigungsschreiben* in denen hohe Abfindungszahlungen*, im Einzelfall bis zu 140 TDM zugesagt wurden, ohne dass dafür ein Beschluss der Gesellschafterin vorlag noch die erforderlichen Mittel bereitstanden, wurden umgehend unter den Mitarbeitern verteilt.

Dann folgte der AR einer Anweisung der Dienstaufsicht vom 12. September und empfahl der Gesellschafterversammlung die Streichung der Nachschusspflicht aus den Gesellschafterverträgen, was natürlich vom Geschäftsführer unter Hinweis, dass er dann umgehend den Konkursantrag stellen müsse, kritisiert wurde.

  1. Nov. Podiumsdiskussion im „Mutigen Ritter“ (NTB).*

Initiator war der ehemalige Bürgermeister Dr. Schache, dem aber das Feindbild fehlte, da Landes- und Bundepolitiker der CDU der Einladung nicht gefolgt waren. Die SPD-Politiker wie der Landtagsabgeordnete Kühn, der Landrat Groß und E. Lewering sowie H. Lielje verdammten unisono die Gesundheitspolitik der Regierung, ohne natürlich darauf einzugehen, dass die Probleme des „Ritters“ zum größten Teil hausgemacht waren. Das, was die zahlreich erschienenen Mitarbeiter der kommunalen Kureinrichtungen interessierte, wurde mit dem Hinweis: „die Thematik sei viel zu heiß“ abgetan.

  1. Nov. „Mutiger Ritter am Wendepunkt“ (NTB).

Nachdem auch die Gesellschafterversammlung über die Situation und die geplanten Maßnahmen informiert worden war, erklärte der Bürgermeister nun auch öffentlich, dass die   Einrichtung nicht mehr zu halten sei, der Geschäftsbetrieb eingestellt und sämtliche Mitarbeiter entlassen würden.

  1. Nov. Vor dem VW-Gericht Halle wird der Verkauf des Göttersitzes endgültig sanktioniert.

              Das Museum veröffentlicht die Broschüre „Rudelsburg, Saaleck und der Kösener SC

Fazit

Mit der Gesundheitsreform kam das Aus für die REHA-Klinik „Mutiger Ritter“GmbH, denn wegen fehlender Zulassungsvoraussetzungen, kündigte die LVA prompt die Belegungsverträge. Der kommunale Klinikbetrieb war am Ende, die drei kommunalen Kurgesellschaften nach 6 Jahren der Betriebsführung durch die UGL ein einziger betriebswirtschaftlicher Scherbenhaufen. Die Stadt stand vor unlösbaren Problemen, denn es gab keine wirtschaftlich sinnvollen Alternativen für einen Weiterbetrieb. Außerdem standen rund 36 Mio. DM an Bankdarlehen zur Disposition und die für das Klinikgeschäft zuständige UGL hatte sich mit Problemen in den eigenen Unternehmen zu befassen, denn diese war ebenfalls in eine wirtschaftliche Schieflage geraten. Auslöser war auch hier die Gesundheitsreform, die den privaten Kliniken einen Belegungsrückgang um fast die Hälfte bescherte. Zwei Kliniken der UGL im Westen wurden geschlossen, die privaten Geldgeber begannen unruhig zu werden und machten ihre Ansprüche aus den Bürgschaften gegenüber dem Nachlassvermögen des Unternehmensgründers geltend. Dies verschärfte die Lage, so dass über den gesamten privaten Nachlass ein Insolvenzverfahren eröffnet wurde. Zu diesem Nachlass gehörten Baugrundstücke am Seekurpark, die Wohnhäuser Fr.-Nietzsche Straße 4 bis 6, die Fr. Ebert Straße 1 und die ZV Ost. Kein Wunder also, dass sich die UGL zunächst um das eigene Firmengeflecht kümmerte und die kommunalen Kureinrichtungen sich selbst überlassen waren.  

1998

  1. Jan. Die Wäscherei Felske geht in Insolvenz.

Der Betriebsteil des ehemaligen VEB Dienstleistungskombinat auf dem Gelände des Kalkwerkes war nach der Wende privatisiert worden. Das Gebäude wurde aus der Insolvenzmasse vom Kalkwerk aufgekauft und die Gebäude abgebrochen.

  1. Jan. Auftaktveranstaltung zum 1000jährigen Weinbau-Jubiläum im „Mutigen Ritter“(NTB).

Vor 300 Gästen würdigte der Ministerpräsident die Weinbautradition an Saale, Unstrut und Ilm.

  1. Feb. Letzter Antrag für eine Spanienreise.*

Zu bestimmten Jubiläen erhielten alle Mitarbeiter der UGL, also auch diejenigen in den kommunalen Kurgesellschaften, eine Auszeichnungsreise nach Spanien. Die Kosten von stolzen 5000 DM, für die dem Firmenchef gehörenden Unterkünfte, Flug und Leihwagen inbegriffen, bezahlte die jeweiligen Einrichtung in der der Ausgezeichnete beschäftigt war.

  1. Feb. Der Hauptgläubiger der kommunalen Kurbetriebe fordert die Rückzahlung der Darlehen.

Eigentlich hätte die Nord-LB längst den Antrag auf Gesamtvollstreckung stellen müssen, um die Stadt mit über die Patronatserklärung in Haftung zu nehmen. Die Stadt erklärte ihre Zahlungsunfähigkeit und verwies auf das Land, zumal die Patronatserklärung von den Aufsichtsbehörden genehmigt worden war. Daraufhin wurden die zuständigen Landesministerien informiert, die natürlich aus allen Wolken fiilen.

  1. Mär. Die Stiftung „Schulpforta“ befürwortet den Verkauf des „Fischhauses“.*
  2. Mär. Podiumsdiskussion der CDU in der „Schönen Aussicht“ (NTB).

Dabei gerieten sich die parlamentarische Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium Bergmann- Pohl (CDU) und der Altbürgermeisters in die Haare, worauf letzterer demonstrativ mit zwei SPD-Mitgliedern im Schlepptau den Saal verließ.

  1. Mär. Die UGL löst die Zentralverwaltung Ost in der Eckartbergaer Str. 2 auf (NTB).
  2. Mär. Aufsichtsratssitzung (1/98) der kommunalen Kurgesellschaften (Kubi-Ar.)

Geschäftsführer und Prokurist erklären, dass die Vorschläge zur Weiterführung der Gesellschaft kurzfristig nicht umgesetzt werden können und rund 3,6 Mio. DM aufgebracht werden müssen, um den sofortigen Konkurs zu vermeiden und notwendige Umstrukturierungen im Interesse zukünftiger Investoren zu finanzieren. Der Aufsichtsrat schloss sich trotz der allen bekannten Haushaltslage der Stadt dieser Forderung an.

  1. Mär. Eröffnung des Euro-Spar Marktes im Ritterbad-Carre. (NTB).

Die Dr. Lickert Verwaltungsgesellschaft aus Karlsruhe hatte das Gelände im Rahmen eines Investitionsvorrangverfahren von den Salzmannschen Erben erworben und neben der HO-Gaststätte „Vorwärts“ auch die Kaufhalle abgebrochen. In drei Bauabschnitten entstand ein Ensemble von Wohn- und Geschäftsgebäuden.

  1. März. Auftaktveranstaltung in den Saalecker Werkstätten (NTB).

Der Verein Öko-Werkstatt „An der Finne“ hatte sich in den leerstehenden Objekt eingemietet und begann mit dem Aufbau einer Dokumentation über Leben und Wirken des umstrittenen Architekten Prof. Schultze-Naumburg (1869-1949). Den ersten Vortrag hielt Prof Wirth, Bauhausuniversität Weimar, dem weitere namhafte Referenten wie R. P. Pinkwart und N. Borrmann folgten. Unterstützung bekam das Vorhaben auch vom Landesheimatbund, dem Germanischen Museum Nürnberg, der Stiftung Denkmalschutz, Toto-Lotto, im Regierungspräsidium und beim Arbeitsamt.

  1. Apr. Inbetriebnahme der Pumpstation für den Düker des Hauptsammlers Altstadt (NTB).
  2. Mai Stadtratssitzung (NTB).

Im nichtöffentlichen Teil wurde der Verkauf des Hauses „Schwalbennest“ durch den verstorbenen Hermann Lielje an ein Aufsichtsratsmitglied, den Stadtratsvorsitzenden Dr. Liesegang behandelt, da das Rechnungsprüfungsamt des Landkreises bei der Kontrolle des Mietvertrages Nachteile zu Lasten der kommunalen Kinder-REHA Klinik festgestellt hatte.

  1. Mai Letzte Kinovorstellung im „Mutigen Ritter“.

Neben den Patientenrückgang hatte auch das neue Kino in Naumburg zu einem erheblichen Besucherrückgang geführt. Unter Berufung auf seinen mit H. Lielje abgeschlossenen Vertrag verlangte der Betreiber die Herausgabe der Vorführanlagen und der Filmleinwand im Anschaffungswert von 40 TDM, obwohl diese nachweislich von der Klinik finanziert waren und beauftragte einen Anwalt dies gerichtlich durchzusetzen.

  1. Mai Konjunkturelle Flaute in den Firmen der Familie Schache (NTB).

Da die UGL als Großabnehmer für Plüschtiere ausfiel und der Inlandsabsatz stagnierte, war die Mehrzahl der Beschäftigten auf Kurzarbeit gesetzt und die Belegschaft des Baubetriebes auf die Hälfte zurückgegangen.

  1. Mai Dienstbesprechung im Regierungspräsidium in Halle.*

„Der Konkursfall ist auf jeden Fall zu verhindern“, stellte der amtierende RP Fieber fest. Dafür müssen neue Konzepte aufgestellt werden und zumindest die Kurbetriebsgesellschaft wieder zu stabilisieren. Zur kurzfristigen Sicherung der Liquidität stellte er eine Summe von 900 TDM in Aussicht.

  1. Juni Aufsichtsratssitzung (2/98) der kommunalen Kurbetriebe (Kubi-Ar.).

Festgestellt wurde, dass trotz Bekunden einiger Interessenten kurzfristig keine wirtschaftlich tragbare Nachnutzung für die Einrichtungen nach der Betriebsstilllegung des Klinikbetriebes realistisch sei. Auf Drängen des RP entschied man sich die UGL von der Geschäftsführung zum 30.06. zu entbinden, und damit natürlich auch aus der Verantwortung, und die GWG   mit einer Notgeschäftsführung zu betrauen.

  1. Juni Stadtratssitzung (NTB).

Der Bürgermeister verkündete das Ende der kommunalen REHA-Klinik. Letztendlich verblieben 36.5 Mio. DM an offenen Darlehensverbindlichkeiten und ein bilanzieller Fehlbetrag aus den Jahren 1996 und 1997 von 7,3 Mio. Noch nicht erfasst waren hier die aufgelaufenen Verbindlichkeiten aus dem laufenden Geschäftsbetrieb und die Kosten der Abwicklung.

  1. Juni Die Kreissparkasse kündigt den Kontokorrent (Kubi-Ar.)

Insgesamt 1,8 Mio. DM wurden zur sofortigen Zahlung fällig gestellt.

  1. Juni Gesellschafterversammlung (2/98) der kommunalen Kurbetriebe (Kubi-Ar.).

Am Tag der Betriebseinstellung der REHA-Klinik „Mutiger Ritter“ legte Hartmut Lielje die Geschäftsführertätigkeit aller drei kommunaler Gesellschaften nieder. Gleichzeitig gingen die meisten der 76 Mitarbeiter in die Arbeitslosigkeit, allerdings mit der verbindlichen Zusage von Abfindungszahlungen in Höhe von insgesamt 1,9 Mio. DM, die vom Land später aus Steuergeldern aufgebracht wurden.

  1. Juni Das Bäderdreieck mit Bad Sulza und Bad Bibra wird aus der Taufe gehoben (NTB).

Man versprach sich dabei verbesserte Effekte durch ein gemeinsames Marketing für die Region.

  1. Juli Aufsichtsratssitzung (3/98) der kommunalen Kurbetriebe (Kubi-Ar.).

Der AR bestätigte das vom Bürgermeister vorgestellte vorläufige Betriebskonzept. Dabei sollten die Kurbetriebsgesellschaft auf der Basis eines Pachtvertrages und die Wohnungsgesellschaft mit einem Geschäftsbesorgungsvertrag den „Mutigen Ritter“ als Kurhotel führen (s.a. Org.-Schema der kommunalen Gesellschaften)*. Das Therapiezentrum sollte darüber hinaus allen ambulanten Badegästen, Touristen und Einheimischen offen stehen. Das Kurhotel sollte für Großveranstaltungen, Tagungen und Seminare werben zumal in den drei Bettenhäusern ausreichend Zimmer zur Verfügung standen. Diese Konzeption stieß bei den privaten Hoteliers und Gastronomen auf heftigen Widerstand, da man dabei nicht zu Unrecht eine Subventionierung von Übernachtungen argwöhnte.

  1. Juli   Die Kreissparkasse Hildesheim macht 1.3 Mio. DM geltend (Kubi-Ar.)

Die UGL, selbst in wirtschaftlichen Schwierigkeiten steckend, hatte ihre Forderungen aus den Vorschüssen für die Solelieferung einer ihrer Hausbanken abgetreten, die diese auch prompt geltend machte.

  1. Juli Ankündigung der Nutzungsänderung des Hauses „Elisabeth“ (NTB).

Das Kreiskrankenhaus erwog die Zusammenfassung der ambulanten und stationären Psychiatrie für den gesamten Landkreises in dieser Einrichtung und traf damit natürlich auf breite Zustimmung bei allen maßgeblichen Stellen. Stadt und Land rechneten mit einer Jahresmiete von 600 TDM, die zu einer erheblichen Entspannung der finanziellen Situation beitragen würde.

  1. Juli Freigabe der Saalebrücke mit einem Brückenfest (NTB).

Nach zweijähriger Bauzeit war die Sanierung bis auf den Rückbau der Behelfsbrücke abgeschlossen. Deren Kosten beliefen sich auf 2,540 Mio. DM, während der eigentliche Brückenbau 4,6 Mio. DM kostete.

  1. Juli Aufsichtsratssitzung 4/98.*(Kubi-Ar.)

Beschlossen wurde die Übertragung der valutierenden Restschuld aller drei kommunalen Kurbetriebe in Höhe von rund 36 Mio. DM auf die „Mutige Ritter“ GmbH und die Übernahme einer Ausfallbürgschaft. Am gleichen Tag hatte das Innenministerium 6,33 Mio. DM für aufgelaufene Verbindlichkeiten aus den Darlehen der Nord LB angewiesen, dazu kam noch 1 Mio. DM als Vorfälligkeitsentschädigung für die Reduzierung des Zinssatzes von 9 auf 4,5%. Wegen des desolaten Haushaltes der Stadt und der Unwirtschaftlichkeit des Geschäftsbetriebs übernahm das Land auch die Ratenzahlungen von monatlich 171 TDM an die Nord LB. Damit war der Hauptgläubiger befriedet und die Insolvenzgefahr abgewendet.

  1. Aug. Die UGL stellt 189 TDM aus dem Betriebsübergang der Kinderklinik fällig (dto).

Für den im Jahr 1997 erfolgten Betriebsübergang wurde die Stadt als ehemaliger Eigentümer aufgefordert, das anteilige Weihnachtsgeld für die übernommenen Mitarbeiter zu erstatten.

  1. Aug. Die Fa. KJW fordert 210 TDM für Beratungsleistungen. (dto.)

Zwar gab es ein Vertragsangebot der Firma, aber keine verbindliche Auftragserteilung. Daher lehnte die Stadt ab, worauf der Antragsteller sich darauf berief, dass auch ein „Schweigen“ als Annahme des Vertrages gedeutet werden könne*.

  1. Aug. Besprechung beim RP Halle (dto.)

Geprüft wurde, ob die vom MI bewilligten Finanzierungshilfen in Höhe von über 12 Mio. DM ausreichen würden, um alle offenen Verbindlichkeiten aus dem Betrieb der REHA-Klinik die durch die Patronatserklärung gesichert waren, zu bezahlen.

  1. Aug. Konzeption zur Nutzung der Kureinrichtungen.*

Der Unternehmers Dr. Schache schlug an der Spitze einer engagierten Arbeitsgruppe (H. Lielje, J. Tentscher, Dr.H. Hirsch) eine umfassende Neuorientierung des “Mutigen Ritters“ vor. Allein für die Suche nach zukunftsträchtigen Ideen, benötigte man allerdings wieder Fördermittel.

  1. Aug. Bericht über die Abfindungsregelungen der REHA Klinik „Mutiger Ritter“ GmbH.*

Im Auftrag des RP prüfte ein Rechtsreferendar die Geschäftsführung der UGL. Kritisiert wurden die willkürliche Festsetzung hoher Abfindungen, überteuerte Jubiläumsreisen, die Benutzung eines Hubschraubers durch den GF und der zentrale Einkauf zu überhöhten Preisen. Dieser Bericht wurde von den der UG nahestehenden Stadtratsmitgliedern und Parteigängern heftig kritisiert.  

  1. Aug. Vereinbarung zwischen der Stadt und Hartmut Lielje.*

Die Stadt sagte dem ehemaligen GF zu diesen so bald als möglich von der Haftung für den Geschäftsbetrieb freizustellen.

  1. Sep. Einweihung der Fußgängerbrücke am Fischhaus.

Die Kosten des Brückenschlages waren wegen der aufwändigen Gründungsarbeiten für die Widerlager dann doch recht erheblich und nur möglich, weil sich die Stadt Naumburg für dieses Vorhaben federführend engagiert hatte.  

  1. Sep. Arbeitsbesuch des Innenministers Püchel (NTB).
  2. Sep. Bundestagswahl.

Ein Kösener Einwohner E. Lewering, Geschäftsführer des Verbandes der Privaten Kranken-anstalten und ehemaliger Mitarbeiter der UGL erringt im Wahlkreis das Direktmandat für die SPD.

  1. Okt. „Seidensticker und Koryphäenkiller“ Vortrag der Groddeck-Gesellschaft (St.-A. Nr. 719)
  2. Okt. Nachtrag zum Untersuchungsbericht des RP.*

Bislang waren fast 9 Mio. Landeszuweisungen ausgezahlt worden, davon ging der Löwenanteil von 8,5 Mio. an die Nord LB, 200 TDM erhielten die Beschäftigten als Weihnachtsgeld, mit dem Rest wurden offene Rechnungen beglichen. Der weitere Bedarf wurde mit 3 Mio. DM beziffert. Außerdem wurde die Berechtigung der Forderungen der Firmen und Kliniken der UGL bewertet.

  1. Okt. Neueröffnung des NORMA Marktes auf dem Gelände der ehemaligen HIN GmbH (NTB).

Dem folgte der Abbau des Provisoriums an der Umgehungsstraße.

  1. Okt. „Schwalbennest auf Rat von Lielje gekauft“ (NTB).

So äußerte sich der zurückgetretene Stadtratsvorsitzende, der von der Stadt auf Druck der Kommunalaufsicht vor dem Verwaltungsgericht auf Schadenersatz wegen überhöhter Miete (erst 3500 DM/Monat, dann 4000 DM) verklagt wurde. Außerdem wäre es H. Lielje gewesen der den Kaufpreis von den vorgegebenen 320 TDM auf 295 TDM ermäßigte. Im November kam es zu einem Vergleich, der Beklagte zahlte 20 TDM an die Stadt zurück.

  1. Nov. Das Kreiskrankenhaus lehnt die Nutzung des Hauses „Elisabeth“ ab.*

Die Begründung war recht fadenscheinig, wofür sich der Landrat Groß als Aufsichtsbehörde im Regierungspräsidium eine Standpauke einhandelte. Der eigentliche Grund war die langfristige Krankenhausplanung, in der ein Neubau der Psychiatrie vorgesehen war.

23 Nov. Arbeitsbesuch des Ministerpräsidenten Dr. Höppner im „Mutigen Ritter“.*

             Die Bauglaserei Franke, vormals Faust bzw. Altenfelder begeht ihr 125-jähriges Jubiläum.

  1. Dez. Aufsichtsratssitzung 9/98 der kommunalen Kureinrichtungen (Kubi-Ar.).

Die Sachstandanalyse des GF* war ernüchternd. Ein kostendeckender Kurbetrieb hatte sich als illusorisch erwiesen. Dazu hatte auch die Kliniken der UGL durch das Einbehalten der Kurtaxe und der Nichtbezahlung der Solelieferungen beigetragen. Der Verkauf der Immobilien gestaltete sich schwierig, ein Verkauf nicht mehr benötigter Einrichtungen (Röntgenanlage, Labor, Großküche) war gar nicht möglich.

  1. Dez. Stadtratssitzung (NTB).

Obwohl das Land bisher 12 Mio. DM aus Steuermitteln zur Begleichung aller der am 30. Juni zu Recht bestehenden Zahlungsverpflichtungen des „Mutigen Ritters“ bereitgestellt hatte, wies der Haushaltsentwurf 1999 ein Defizit von 7,6 Mio. DM auf. Damit war von dieser Seite keine finanzielle Hilfe für die Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebes der KUBI zu erwarten. Zur Deckung der Defizite aus dem laufenden Betrieb beschloss man. alle nicht mehr benötigten Immobilien der kommunalen Kur-Kliniken zu verkaufen. Mittel für eine Neuausrichtung des Kurbetriebs standen unter diesen Umständen nicht bereit.

1999

  1. Jan. Dritter Untersuchungsbericht des RP.*

Inzwischen hatte das Arbeitsgericht in 20 Klageverfahren den Klägern die ihnen von der UGL im Rahmen der Geschäftsbesorgung zugesicherten Abfindungen bestätigt. Nun sollten mögliche Haftungsansprüche gegenüber dem früheren Geschäftsführer geprüft werden.

  1. Jan. Aufsichtsratssitzung 01/99 (Kubi-Ar.)

Der Bürgermeister informierte darüber, dass es am gleichen Tag ein Gespräch mit der UGL über die r gegenseitigen Forderungen und Verbindlichkeiten gegeben habe, wobei es zu keiner Einigung gekommen ist. Danach gab es ein weiteres Gespräch beim RP, wo wegen der desolaten Auslastungsprognose des Kurhotels zur Vermeidung weiterer Verluste die sofortige Schließung befürwortet wurde.

  1. Feb. Expose „Tourismus in Bad Kösen“.*

Situationsbeschreibung und Lösungsansätze für die bislang unterrepräsentierte touristische Vermarktung, der Fa. PSN R. Langwald aus Braunlage.

  1. Feb. Aufsichtsratssitzung 2/98 (Kubi-Ar.).

Beschlossen wurde den Verkauf der Bettenhäuser „Rheingold“ und Käthe-Kruse“ an die GfBB, sowie des Kinderheims „Zwergenreich“ an einen Privatinteressenten vorzubereiten.

  1. Klageerhebung der ehemaligen Chefärztin. (Kubi.-Ar.)

Die von der UGL der ärztlichen Leiterin zugesagte Abfindung bei Beendigung ihres Anstellungsverhältnisses zum 31.12.1998 - ein halbes Jahr nach der Betriebsstilllegung - wurde im Auftrag des RP auf Rechtmäßigkeit geprüft. Wegen der Verzögerung wurde der Klageweg beschritten und der Streitwert auf 175.000 DM festgesetzt.

  1. Feb. Arbeitsbesprechung beim RP Halle (Kubi-Ar.)

Besprochen wurde die weitere Finanzierung zur Stabilisierung der Kurbetriebsgesellschaft.

  1. Feb. Arbeitsgespräch zwischen der UGL und dem GF der Kurbetriebe. (Kubi-Ar.)*

Neben einer konkreten Aufstellung der bestehenden Forderungen und Verbindlichkeiten wurde ein Vertrag zur technischen Zusammenarbeit zwischen der KuBi und den Kliniken der UGL abgeschlossen. Trotz der öffentlich ausgetragenen Differenzen gelang es sich hinter den Kulissen auf eine gemeinsame Linie zu verständigen.

  1. Feb. Das Kreiskrankenhaus verlegt die Kinderabteilung in die Kinder REHA Klinik (NTB).

Seit der Inbetriebnahme konnte die prognostizierte Belegung nie erreicht werden. Daher war diese Alternative für beide Parteien ein betriebswirtschaftlicher Glücksumstand, denn das KKH konnte die verstreuten und veralteten Kindereinrichtungen nun aufgeben und die UGL hatte eine akzeptablen Mieter..

  1. Mär. Arbeitsbesprechung im RP Halle.(Kubi-Ar.)*

Das RP legte fest, dass ein Beratungsunternehmen die Situation analysieren und ein Gutachten über die Perspektiven der Kurbetriebsgesellschaft und der Stadt anfertigen solle, damit möglichst schnell ein ausgeglichener Haushalt erreicht und damit das Land von weiteren Zuschüssen freigestellt wird. Mit der Erarbeitung einer Betriebs- und Entwicklungskonzeption wurde die KE Baden-Würrtemberg beauftragt.

  1. Mär. Zahlungsaufforderung von Mietrückstände für das Haus „Schwalbennest“(Kubi-Ar.)

Mit anwaltlichen Beistand versuchte der Besitzer des ehemals zur kommunalen Kinder-Reha Klinik gehörenden Objektes Mietforderungen   für die Zeit nach dem Auszug der Kinder REHA in Jahr 1997 geltend zu machen.

  1. Apr. Notarielle Beurkundung der Gründung der Tourismus GmbH (NTB).

Bereits der Zusammenschluss von Stadtinformation und Kurbetriebsgesellschaft im Jahr 1993 war von den Hoteliers und Gastronomen heftig kritisiert worden. Die Weiterführung des „Mutigen Ritters“ als kommunales Hotel verstärkte den Widerstand. Nun fanden sich 31 Gesellschafter zusammen, die der stetig sinkenden Gästefrequenz (1995: 73.159, 1996: 64.766, 1997 55.397, 1998 53.084 Übernachten ohne REHA Kliniken) durch ein intensives Stadtmarketing entgegen wirken wollten. Dabei übernahm die Stadt die Personalkosten und die Miete der Geschäftsstelle, und überließ der Gesellschaft den Kurtaxanteil der touristischen Beherbergungsbetriebe.

06. Apr. Stellungnahme des RP zum Protokoll vom 26. Februar (Kubi-Ar.).*

Kritisiert wurde die mangelnde Kooperationsbereitschaft der UGL und daher die Einbeziehung von Juristen vorgeschlagen.

11. Apr Das Museum zeigt in einer Sonderausstellung Bilder von Rudelsburg und Saaleck.

  1. Apr. Den Campingplatz trifft eine durch ein Unwetter ausgelöste Schlammlawine.
  2. Apr. Aufsichtsratssitzung der Kurgesellschaften zur Jahresabschlussbilanz 1997 (Kubi-Ar.).

Der Jahresverlust der REHA „Mutiger Ritter“ GmbH betrug 24,7 Mio. DM, darunter allein 7,2 Mio. DM liquide Verluste. Der Bilanzverlust der GmbH hatte innerhalb von sechs             Geschäftsjahren die beeindruckende Höhe von 31,8 Mio. DM erreicht. Im Bericht des GF* wurden alle noch offenen Forderungen Dritter ob berechtigt oder unberechtigt aufgelistet. Diese summierten sich nochmals auf 5,2 Mio. DM.  

  1. Apr. Die Stadtinformation eröffnet ihre Geschäftsstelle im Ritterbad Carre.

              Die Firma Herzog Bau gibt ihren Sitz in Fränkenau auf.

  1. Mai Baubeginn für die Tennisplätze in der Weniger Aue.

Die UGL hatte sich beim Bau der REHA 1 verpflichtet, dem Tennisverein einen adäquaten Ersatzplatz zu verschaffen, wenn seitens der Stadt ein entsprechendes Gelände zur Verfügung gestellt werden könne. Nach dem Entscheid zum Standort Freizeitbad stand dieser Nutzung des alten Schwimmbadgeländes nichts mehr im Wege.

     Mai Veröffentlichung des B-Planes Nr. 12 „ Schmettaugarten“ .

Den Komplex der kommunalen Kinder REHA Klinik in der Fr. Eberstraße wollte eine private Investorengruppe als innerstädtischer Wohnungsbaustandort entwickeln. In Absprache mit der Stadt und dem RP hatte diese Gruppe ein B-Plan finanziert. Die geplanten 70 Eigentumswohnungen, sowohl Reihenhäusern als auch mehrgeschossige Wohngebäude, waren zu dieser Zeit bereits unrealistisch. Dieser Umstand und die zahlreichen teilweise kleinlichen Einsprüche der Anwohner erschwerten das Vorhaben. Endgültig eingestellt wurde es, weil die Stadt die Aufstellung eines Flächennutzungsplan aus finanziellen Gründen auf Eis gelegt hatte und die Genehmigungsbehörde aus diesem Grund einem separaten B-Plan die Zustimmung versagte.

  1. Juni Dienstbesprechung im RP Halle.*

Das Beratungsunternehmen stellte den Entwurf des kommunalwirtschaftlichen Gutachtens (Kubi-Ar.) vor.

  1. Juni Protokoll des Landesfachausschusses zur Prädikatisierung als „Heilbad“ (Kubi-Ar).*

Dabei wurde das Klima- und Luftgütegutachten des DWD ausgewertet. Weil die Grobstaubbelastung über den Grenzwerten lag, erhielt die Stadt nur eine vorläufige Anerkennung*, mit der Auflage Maßnahmen zur Einhaltung der Grenzwerte zu ergreifen.

  1. Juni Projektwoche in den „Saalecker Werkstätten“ unter der Schirmherrschaft des Landrates.
  2. Juli   Die Süddeutsche Zeitung veröffentlicht ein Interview mit Dr. Schache.*

In der Serie „Wer Macht hat“ wurde unter dem Titel „ Wer die Puppen tanzen lässt“ der Unternehmer und Nachwendebürgermeister vorgestellt, der wie er sagte, versucht habe: „die Kerze von zwei Seiten anzuzünden“ Der Artikel wirft ein bezeichnendes Licht auf das Lokalkolorit und dessen Hauptakteur. Wird er doch als Dirigent der Elite von Bad Kösen, vom Schuldirektor über den Zahnarzt bis zum Architekten, die sich in der Bürgerbewegung zusammenfanden und die den Ort seit der Wende regiert, vorgestellt.

  1. Juli   Brückenfest zum Abschluss der Sanierung (NTB).

Fast drei Jahre dauerte die Reparatur eines Bauwerkes, für dessen Neubau man einhundert Jahre früher ein Jahr benötigte. Das erfordert Respekt vor den Bauleistungen der öffentlichen Hand im ausgehenden 20. Jahrhundert.

  1. Juli Gesellschafterversammlung der kommunalen Kurgesellschaften.*

Die Situation hatte sich weiter verschärft, nachdem die Chefärztin eine vollstreckbaren Titel wegen ihrer ausbleibenden Abfindung erwirkt hatte, der aber gegen die stillgelegte REHA Klinik nicht durchsetzbar war. Außerdem hatte der neue GF wegen des hohen Haftungsrisikos die Tätigkeit niedergelegt. Der Vorschlag, doch noch einen Insolvenzantrag zu stellen, wurde vom Bürgermeister im Hinblick auf die Vorgaben des RP und des kommunalwirtschaftlichen Gutachtens (Kubi-Ar.) abgewiesen.

  1. Juli Sondersitzung des Stadtrates (NTB).

Der Regierungspräsident informierte den Stadtrat über das ganze Ausmaß der Misere, die sich aus dem Aufbau und dem Betrieb der REHA „Mutiger Ritter“ ergeben hatte und über die Konsequenzen für die Bürger. Die Stadt war tief und dauerhaft überschuldet. An Investitionen für eine Neuausrichtung des Kurbetriebes, wie es zur gleichen Zeit in Bad Sulza („Liquid Sound“) und Bad Suderode geschah, war nicht mehr zu denken.

  1. Juli „175.000 Mark Abfindung für Ex-Chefärztin!“ (NTB)*

Unter dieser Überschrift wurde die breite Öffentlichkeit informiert, was Staunen und Verwunderung über die Verschwendung von Steuergeldern hervorrief.

  1. Aug. Bildung eines zeitweiligen Untersuchungsausschusses im Stadtrat (NTB).

Gegen die Stimmen der BKB und der FDP wurde ein Ausschuss ins Leben gerufen, der die persönliche Verantwortlichkeit für die Entscheidungen aus der ersten Legislaturperiode feststellen sollte.

  1. Aug. „Folgen eines Millionenpokers“ (NTB).

Die Gesamtverschuldung der Stadt wurde auf 63 Mio. DM beziffert, davon entfielen 23 Mio. auf den städtische Haushalt selbst. Der amtierende RP warf den Aufsichtsräten vor, nur die Hand gehoben und dazu noch den Hauptkonkurrenten zum Geschäftsführer der kommunalen Kureinrichtungen berufen haben.

  1. Aug. Totale Sonnenfinsternis (NTB).

Das Jahrhundertereignis, von einer dichten Wolkendecke verdeckt, war aber nicht die Folge der jüngsten Entwicklung in der Kurstadt.

  1. Aug. Freigabe der Kalkwerkstraße (NTB).

Nach einem fast fünf Jahre dauernden Planfeststellungsverfahren sollte die Werksausfahrt zur 3,5 km entfernten B 87 führen. Die Absicht, dass damit der Werksverkehr nicht mehr durch die Stadt führte, erwies sich aber als illusorisch. Nur die Transporte in Richtung Apolda nutzen diesen Weg.

  1. Aug. Übergabe der Tennisplätze in der Weniger Aue (NTB).

Für den Bau der SAALE REHA Klinik 1 mussten die beiden Tennisplätze weichen. Dem Verein wurde zugesagt für entsprechenden Ersatz zu sorgen, wenn die Stadt ein geeignetes Grundstücke zur Verfügung stellen könnte. Die Kosten von geschätzten 50 TDM würde die UGL übernehmen. Doch erst acht Jahre später, als sich die Pläne eines Spaßbades an der Stelle des abgebrochenen Freibades endgültig zerschlagen hatten, stellte die Stadt dieses Grundstück zur Verfügung. Da die UGL wegen der Belegungseinbrüche Finanzierungsprobleme hatte, übernahm die GWG die Zwischenfinanzierung der beiden Ersatzplätze. Zwei weitere Plätze finanzierte die Stadt aus der Investitionspauschale.

  1. Sep. Abbruch des Wohnhauses Lindenstraße 12.

Das Grundstück wurde um 1760 vom Steuerprokurator Hübsch erworben. Sein Wohnhaus war dann das achte der „Sieben Häuser“, die ab 1733 parzelliert und von der Landesschule an Niederlassungswillige verkauft wurden und gehörte später dem Kaufmann Hädicke. In den 50iger Jahren kam das Grundstück in staatliche Rechtsträgerschaft, wurde Mitte der 90iger Jahre den Erben Hädickes wieder überlassen, die es dann der Stadt verkauften.Der bauliche Zustand ließ eine Sanierung nicht mehr zu, der Abbruch war unumgänglich. Die Fläche wurde als als innerstädtischer Parkplatz hergerichtet.

  1. Sep. Der Hauptbetriebsplan der KUBI wird vom Ober-Bergamt genehmigt.
  2. Okt. Gründung der Gartenbaufirma Krunig (NTB. 22. 10. 2014)
  3. Nov. Freigabe der grundhaft ausgebauten Rudelsburgpromenade (NTB).
  4. Dez. Die Fremdenverkehrsgesellschaft (SUE) fordert 81.000 DM (Kubi-Ar.).

Im Gesellschaftervertrag der SUE war eine Nachschußpflicht vereinbart, der die Kurbetriebsgesellschaft in den Jahren 1996 bis 19999 nicht nachgekommen war.

  1. Dez. Ein Eifersuchtsdrama in der Kukulauer Straße endet mit einem Gasanschlag*.

Das kam auch in die BILD-Zeitung.

  1. Dez. Aufsichtsratssitzung 08/99 der kommunalen Kurgesellschaften (Kubi-Ar.).

Der Bericht des GF zeigt, dass im Kurhotel entsprechend den Empfehlungen des Gutachters kleinere Investitionen getätigt wurden und dass die Auslastung auf 25 % gestiegen war.

  1. Dez. Silvesterparty zur Jahrtausendwende im „Mutigen Ritter“.*

Es war die erste große öffentliche Veranstaltung, die von der neuen Hotelcrew organisiert wurde. Trotz eines üppigen Eintrittspreises von 159 DM war die Veranstaltung ausverkauft.

2000

  1. Jan. Auf dem Saalecker Friedhof wird der Grabstein der Rathenau Attentäter entfernt.

Diese Aktion hatte die Pfarrerin Hoenen organisiert, die damit einen häufig von Angehörigen rechter Gruppierungen frequentierten Anlaufpunkt entfernen ließ. Den Abtransport besorgte eine Pioniereinheit der in Weißenfels stationierten 38. Panzerbrigade. Dieser Einsatz sorgte für Aufsehen und Schlagzeilen in der Presse, u.a. „Die Zeit“ Jg. 2000 14. Ausgabe.

  1. Mär. Insolvenz der Dr. Schache Bau GmbH (Insolv.-Ber.)*

Zwei Subunternehmer, die auf Baustellen in Leipzig arbeiteten und deren Außenstände auf 200 TDM aufgelaufen waren, hatten das Verfahren eingeleitet. Da das Gutachten des Insolvenzverwalters die völlige Zahlungsunfähigkeit feststellte, wurde der Betrieb sofort stillgelegt und die restlichen 76 von ehemals 200 Mitarbeitern entlassen. Unterm Strich standen den 12 Mio. DM an Verbindlichkeiten nur 800 TDM an verwertbaren Firmenvermögen gegenüber

  1. Mär. Stellungnahme des Gutachters zur Konzeption „Kurhotel“.*

Grund waren Beschwerden ortsansässiger Gastronomen wegen der kommunalen Konkurrenz die der Gutachter unter Verweis auf das Fehlen jeglicher Alternativen abwies.

  1. Apr. Finanzzwischenbericht zur Konsolidierung des städtischen Haushaltes (Kubi-Ar.).

Dabei wurde die Weiterführung des „Mutigen Ritters“ als Hotel bis 2003 empfohlen, um die sich entwickelnde positive Positionierung am Markt für die angestrebte Privatisierung des Komplexes auszunutzen.

  1. Apr. Eröffnung des Biergartens auf der Radinsel.

Mit Städtebaufördermitteln konnte das völlig desolate Umkleidehauses des ehemaligen Wellenbades saniert und als Ausschank hergerichtet werden.

  1. Mai Ein schweres Unwetter setzt den Campingplatz erneut unter Wasser.
  2. Mai Klausurtagung der Landesgruppe der SPD Sachsen-Anhalt im Kurhotel.                        
  3. Mai Die Tourismus GmbH erhält den erstmals vergebenen Tourismuspreis des Landes.

Damit wurde das Engagement von R. Langwald und seine erfolgreiche Werbestrategie gewürdigt.

  1. Juni Festkommers des KSCV im „Mutigen Ritter“.

Nach 64 Jahren kamen 600 Aktive und Alte Herren an ihrer traditionellen Stätte zusammen. Für das junge Team des Kurhotels eine Herausforderung, die es bravourös meisterte.

  1. Juni Klausurtagung der SPD Landesgruppe Sachsen-Anhalt.*

Unter den Teilnehmern der 2tägigen Tagung im „Mutigen Ritter“ war Ministerpräsident Höppner.

  1. Juni Verwalterbericht im Insolvenzverfahren der Dr. Schache Bau GmbH (59IN 211/00)*

Demnach hatte sich die defizitäre Entwicklung des Unternehmens bereits im Jahr 1994 abgezeichnet und war durch die Einlage von 1 Mio. DM der Mitteldeutschen Beteiligungsgesellschaft nur marginal verzögert worden. Festgestellt wurde dass bereits im Oktober 1999 der Firmeninhaber im Wissen um einen Jahresverlust von über 5 Mio. DM von sich aus den Insolvenzantrag stellen müssen. Hier empfahl der Insolvenzverwalter mögliche strafrechtliche Konsequenzen wegen Insolvenzverschleppung zu prüfen.

  1. Juli   Käthe Kruse wird in der Landeskampagne „Frauenorte“ geehrt.
  2. Juli   Beantragung von Fördermitteln für das Gradierwerk. (Kubi-Ar.)

Bei der Generalssanierung in den Jahren 1990 bis 94 hatten die Mittel nicht mehr gereicht, die letzten 8 Gebindefelder zu erneuern. Das Vorhaben kam wegen Rückzahlungsforderungen des LFI in Höhe von 300 TDM, die aus fehlerhaften Fördermittelabrechnungen aus dieser Zeit herrührten, zunächst nicht voran.

  1. Juli Gesellschafterversammlung zum Verkauf des Hauses „Elisabeth“.(Kubi-Ar.).

Nach Prüfung durch das Beratungsunternehmen und der prinzipiellen Einverständniserklärung des Landes, wurde der Verkauf für 5 Mio. DM an die MEDINET AG befürwortet, die hier eine Fachklinik für Psychosomatik einrichten wollte.

  1. Juli   Versteigerung des Inventars der Dr. Schache Bau GmbH im großen Saal des Kurhotels.
  2. Aug. Bescheid des MDR (Kubi-Ar.).

Für den Zeitraum von 1994 und 1997 hatte die GF der REHA Klinik „Mutiger Ritter“ keinen Antrag auf Befreiung von der Zahlung von Rundfunkgebühren gestellt. Insgesamt waren 160 TDM aufgelaufen, die geltend gemacht wurden. Ein Antrag auf Erlass wurde gestellt, und die Summe auf 132 TDM reduziert. Für diese Unterlassung wurde von der UGL Schadensersatz gefordert.

  1. Aug. Gerichtstermin im Verfahren des Kinobetreibers gegen den „Mutigen Ritter“ (Kubi-Ar.)      

Die Klage auf Herausgabe der Vorführeinrichtungen wurde durch das LG Halle zu Lasten des Klägers abgewiesen.

  1. Okt. „Klinik-Skandal - 270.000 DM Steuergelder verschwendet“ (Bild-Zeitung)*

Mit einem reißerischen Titel wurde über die finanziellen Ungereimtheiten der REHA-Klinik „Mutiger Ritter“ unter der Geschäftsführung der UGL informiert.

     Okt. Die Saalecker Werkstätten werden im Landesprogramm „Gartenträume“ aufgenommen.

  1. Nov. Übergabe des renovierten Gefallenendenkmals im Kurpark.

Dabei wurden auch an diejenigen gedacht, die im 2. Weltkrieg und unter der SMA ihr Leben ließen.

  1. Dez. Gesellschafterversammlung der kommunalen Kurgesellschaften (Kubi-Ar.).

Beschlossen wurde die Übertragung der bisher nicht verkauften Immobilien der Kinder- REHA auf die REHA-Klinik „Mutiger Ritter“ um diese GmbH schnellstmöglich aufzulösen.

Die sogenannte „Bärennummer“ ein Streit zwischen dem Regierungspräsidium und der Stadt über die artgerechte Haltung der beiden Braunbären war entbrannt und rief Kopfschütteln über eine derartige Prinzipienreiterei der Ämter hervor.

2001

  1. Jan. Erbpachtvertrag mit der Stiftung Schulpforte über die Fischhäuser.

Da eine Rückübertragung an die Stiftung nicht mehr in Frage kam, wurde ein Erbpachtvertrag geschlossen, der die Stiftung faktisch wieder zum Eigentümer machte.

  1. Jan. Verkauf des Hauses „Elisabeth“ an die MEDINET AG (Kubi-Ar.)

Von den 5 Mio. Kaufpreis sollten 1,3 Mio. DM für die Bezahlung von unbestrittenen Altforderungen und 650 TDM zur Umstrukturierung des Kurhotels verwendet werden. Darüber hinaus sollten Liquiditätsengpässe der Kurbetriebsgesellschaft abgefangen und der Rest für die laufenden Zins- und Tilgungsraten bei der Nord-LB verwendet werden.

     Feb. Die Stahlbetondecke über dem Borlachschacht wird nach 42 Jahren abgebrochen.

Mittels Steinsägen wurde die 30 cm starke Decke in „Streifen“ geschnitten und entfernt. Trotz Zwangsbewetterung waren die oberen Teile der Schachtverzimmerung verfault und mussten gewechselt werden. Nach der Herrichtung des Raumes, konnte das Gebäude für Besucher geöffnet werden.

  1. Mär. „Warm up“ für den MDR-Polizeiruf 110 „Kurschatten“*

Die Kuranlagen und das Kurmittelhaus bildeten die Kulisse für diesen Jubiläumsstreifen. Neben den Kommissaren J. Schwarz und W. Winkler spielten Marita Böhme, Oliver Strietzel, Günther Naumann, Jürgen Zartmann, Uwe Steimle, Dieter Montag und Andreas Schmidt-Schaller. Das gesamte Team hatte sich im „Mutigen Ritter“ einquartiert. Gedreht wurde im Therapiezentrum und in den Parkanlagen

  1. Mär. Anordnung der Insolvenzverwaltung für die Dr. Schache Besitzgesellschaft.
  2. Apr. Pachtvertrag zur Wasserkraftanlage der Mühle .*

Die Ehefrau des Inhabers der Fa. Wasserkraftwerke Ost- West GmbH & Co KG, Kurth aus Göttingen, dem das Grundstück gehörte, hatte die WKA für 15 Jahre verpachtet. Der Ehemann erklärte den Vertrag, der allerdings nicht notariell beglaubigt war, für nichtig und versuchte ihn über mehrere Instanzen außer Kraft zu setzte, wobei er seine recht betagte Gattin als unzurechnungsfähig und damit als nicht testierfähig darstellte. Letztendlich verlor er das Verfahren vor dem OLG. Die WKA wurde betrieben, das Grundstück an prädestinierter Stelle verfiel.

  1. Apr. Finanzierungsvereinbarung zur Erneuerung des Zuppinger Wasserrades.

Die Stadt genehmigte die Mittel aus dem Stadtsanierungsprogramm zur Wiederherstellung des unteren Wasserrades.

       Apr. Das Landesweingut gibt den 1978 gebauten Betriebsteil in den Saalbergen auf.

Eine weitere Investruine prägte nun das Stadtbild. Holzveredelungswerk, Plastica, die Kalthalle am Jochenberg, Mühle, Bahnhof und der ehemalige KFL in Fränkenau rundeten dieses Bild ab.

  1. Mai Inbetriebnahme der Fachklinik für Psychosomatik der MEDINET AG.

Sie war die vierte private REHA-Klinik und für 80 Patienten ausgelegt. Damit stieg die Zahl der Belegbetten auf 747, womit das Heilbad der größte REHA-Standort in Sachsen Anhalt und der drittgrößte in den neuen Bundesländern war.

  1. Mai Bäderkonferenz der SPD-Bundestagsfraktion im „Mutigen Ritter“ (Kubi-Ar.).

In diesem Zusammenhang besichtigte die SPD-Wirtschaftsministerin Budde das Gradierwerk und versprach Unterstützung bei der Bewilligung der beantragten Fördermittel.

  1. Juni Klageerhebung der SUT vor dem LG Halle (Kubi-Ar.)

Da weder die Gesellschaft noch die Stadt als Gesellschafterin in der Lage waren die Nachschüsse zu leisten, hatte die Gesellschafterversammlung der SUT beschlossen, durch einen Anwalt die Nachschüsse einzuklagen.

  1. Juni Erstes Schausieden zum Brunnenfest mit dem Verein „Ilmhall“ e.V. aus Stadtilm (NTB).
  2. Juni Die Kontrolle der Luftqualität ergibt eine zu hohe Grobstaubbelastung (Kubi-Ar.).

Damit war erneut die Zertifizierung als Heilbad gefährdet. Da man dieser Belastung, die dem Reifenabrieb infolge des hohen Verkehrsaufkommens auf der B87 zugeschrieben wurde, nur durch den Bau einer Ortsumgehung wirksam begegnen könnte, und dies nicht von der Stadt beeinflußbar sei, wurde die vorläufige Zertifizierung auch weiterhin genehmigt.

  1. Juli Schiedsverfahren zwischen der UGL und den kommunalen Kurbetrieben (Kubi-Ar.).

Da bislang keine Einigung erzielt wurde, hatten beide Parteien vereinbart, einen Gutachter (PWC Deutsche Revisions AG) mit der rechtlichen Bewertung der Berechtigung der bestehenden Ansprüche zu beauftragen. Hauptstreitpunkte waren die Forderungen der Kinder-REHA Klinik (neu) gegenüber der kommunalen Kinder-REHA wegen der Zahlung des anteiligen Weihnachtsgeldes an die 1997 übernommenen Mitarbeiter und die Forderung des „Mutigen Ritters“ gegenüber der KEV wegen der offenen Rundfunkgebühren der Jahre 1994 bis 1997.  

  1. Juli   Der GF der Tourismus GmbH legt wegen Differenzen mit dem AR sein Amt nieder*.

Zuvor hatte er in einem Statement sein Unverständnis über die fehlende Flexibilität der Hoteliers und Gastronomen bekundet, die Auflösung der Gesellschaft und die Übertragung der Aufgaben auf die Kurbetriebsgesellschaft empfohlen.

  1. Aug. Halbjahresauswertung des Kurbetriebes (Kubi-Ar.)*

Das Kurhotel verzeichnete einen weiteren Belegungsrückgang und der Betrieb des Thermalbades erhebliche Schwankungen. Empfohlen wurde, durch entsprechend Investitionen das Kurhotel und das Therapiezentrum aufzuwerten und sich zunehmend dem Gesundheitstourismus zuzuwenden.  

  1. Aug. Modifizierter Förderantrag „Gradierwerk“ (Kubi-Ar.).

Aus dem VK-Erlös des Hauses Elisabeth waren die vom Land geforderten Rückzahlungen von Fördermitteln beglichen worden und damit der Weg frei, einen neuen Förderantrag zu stellen, der Aussicht auf Bewilligung hatte..

  1. Sep. Verwendungsnachweis für den VK-Erlös Haus „Elisabeth“ (Kubi-Ar.)

     Sep. Eröffnung des Insolvenzverfahrens über die Kösener Spielzeug GmbH.

Innerhalb kürzester Zeit hatte die Familie Schache drei Firmen darunter zwei, die noch vor wenige Jahren zuvor umfassend gefördert und als Ausdruck unternehmerischer Kompetenz mehrfach öffentlich gewürdigt wurden, in den Sand gesetzt.

  1. Nov. 6. Bädertag des Landes Sachsen- Anhalt im „Mutigen Ritter“ (Kubi-Ar.).
  2. Nov. Die zuständige Behörde lehnt den B-Plan Nr. 12 „Schmettaugarten“ ab.
  3. Dez. Aufsichtsratssitzung (5/2001) der Kurbetriebsgesellschaft (Kubi-Ar.)

Informiert wurde, dass das Kurhotel erneut erhebliche Probleme hatte, nachdem die Burgenlandklinik den Versorgungsvertrag ihrer Patienten gekündigt hatte. Außerdem waren bislang alle Bemühungen einen Privatinvestor zu finden, wegen des räumlichen Zuschnittes des Hauses, der eingeschränkten Bettenkapazität und fehlender Förderung erfolglos.

               Die Jahresstatistik.

Die Einwohnerzahl der VG war unter 9.000 gesunken, in der Stadt selbst wohnten noch 4.244 Einwohner. In Anbetracht der vom Gesetzgeber angekündigten Verwaltungsreform, die sich an bestimmten Untergrenzen der Einwohner orientierte, versuchte man in der näheren Umgebung Partner für ein Zusammengehen zu gewinnen, das den avisierten Strukturen entspricht. Die massiven Haushaltprobleme infolge der hohen Verschuldung und die Art, wie sich die Hauptakteure gegenüber den potentiellen Partnern aufführten, mündeten in einer zunehmenden Isolierung.

Nach dem Wegzug von Pfarrer Imbusch übernahm Pfarrer A. Wiethölter die Gemeinde, zu der nun auch Schulpforte (1999), Saaleck (2000), das Kirchspiel Möllern, sowie Hassenhausen und Punschrau gehörten.

2002

  1. Jan. Betriebskonzeption für das Kurhotel (Kubi-Ar.).*

Die Annahme der Gutachter, eine Privatisierung des Kurhotels könnte in der bestehenden Struktur erfolgen, hatte sich als unrealistisch erwiesen. Für eine Privatisierung wäre die Verdoppelung der Bettenkapazität, die Einrichtung einer angemessenen Gastronomie und die Einrichtung von Fitness- und Wellnessangeboten im Haus erforderlich, wofür rund 5 Mio. DM benötigt würden. Falls sich im laufenden Jahr kein Investor finden wäre, wäre die Schließung unvermeidlich.

  1. Jan. Verlängerung der vorläufigen Prädikatisierung „Heilbad“ bis 2005 (Kubi-Ar.)*

               Einbau der Kunstkreuze über dem Borlachschacht (Kubi-Ar.).

Die Nachbauten der Originalkreuze, die 1959 im Zuge des Einbaus einer Stahlbetondecke über dem Schacht abgebrochen wurden, und die nach heftigen Protesten des Rektors der Bergakademie Freiberg sowie weiterer Fachleute vor dem Schacht zu Anschauungszwecken aber ohne Sinn montierte waren, kamen an ihren angestammten Platz und auch die Öffentlichkeit konnte von nun an das Schachgebäude wieder besichtigen.

  1. Mär. Razzia in der Eigenheimsiedlung am Galgenberg (NTB, u.a.)*

„Korruption in Bad Kösen“ titelten die Zeitungen und im Fernsehen (MDR-Regional) gab der Oberstaatsanwalt ein Statement ab. Die Staatsanwaltschaft ermittelte gegen den hier ansässigen SPD- Bundestagsabgeordneten, dessen Immunität aufgehoben wurde, und seiner Ehefrau, der stellv. Geschäftsführerin der LVA Sachsen- Anhalt. Ihr wurde vorgeworfen, ihre Dienststellung ausgenutzt zu haben, bevorzugt die Lielje-Kliniken zu belegen und dafür ihr Eigenheim von einem Tochterunternehmen der UGL, der insolventen Firma A+I Planbau weit unter Wert erworben zu haben. Nach der Fertigstellung hatte das Ehepaar beim Finanzamt zur Feststellung des Einheitswertes Baukosten von insgesamt 550.000 DM angegeben, deren Angemessenheit vom Finanzamt bezweifelt wurde, das den Gesamtwert auf 1,5 Mio. DM veranschlagte, womit ein begründeter Verdacht auf Steuerhinterziehung vorlag. Auch die LVA begann mit hausinternen Ermittlungen wegen möglicher Vorteilsnahme im Amt.

  1. Apr. Das Altersheim in Saaleck kommte als Zwischenerwerb zum Sanierungsvermögen.

Da sich hier kein Kaufinteressent fand, hatte sich die Stadt mit dem RP auf eine Übertragung in das Sanierungsvermögen verständigt. Mit dem Verkehrswert des Objektes konnten die fehlenden Eigenmittel dargestellt und damit eine Rückzahlung der bereits ausgereichten Fördermittel vermieden werden. Die Übertragung erfolgte mit dem Ziel, das Objekt zügig zu veräußern.

  1. Mai Das Landesförderinstitut bewilligt den Förderantrag für das Gradierwerk.
  2. Mai Studie zur Aktualisierung der Kurortrahmenplanung aus dem Jahr 1991(Kubi-Ar.).*

Da weder die Verwaltung noch der Stadtrat aktiv wurden, erarbeitet die KUBI die Studie. Im Gegensatz auf kassenmedizinische Leistungen orientierten Kliniken sollte sich die kommunale Einrichtung dem Aktiv- und Gesundheitstourismus zuwenden und hierauf die Infrastruktur ausgerichtet werden.

  1. Juli Vereinbarung zur Sanierung der oberen Radkunst (Kubi-Ar.).

Mit Mitteln der Städtebauförderung wurden die Welle und die Auflager erneuert, so dass das Kunstgestänge während der Saison wieder täglich betrieben werden konnte.

  1. Aug. Antwort der Landesregierung zum Thema „Saalecker Werkstätten“ *

Die von der Stiftung und deren Vorsitzenden betriebene Aufarbeitung des Wirkens des Architekten Schulze-Naumburg war einem Teil der PDS zu rechtslastig, was einen Abgeordneten zu einer kleinen Anfrage (4/172) veranlasste. In der Antwort verwies das Kultusministerium darauf, dass es sich um ein Baudenkmal von nationaler Bedeutung handelt und keine Zweifel an der Kompetenz und der Integrität des wissenschaftlichen Beirates der Stiftung bestünden.

  1. Sep. „Korruptionsaffäre Lewering - Ermittlungen kurz vor dem Abschluss“ (NTB)*

Die Justiz bestätigte, dass sich der Verdacht zu den Einzelvorwürfen erhärtet habe, ob aber Anklage erhoben würde, sei offen. Inzwischen hatte sich auch der GF der UGL Hartmut Lielje, öffentlich geäußert. Demzufolge war zwischen dem Ehepaar und der insolventen Firma A+I Planbau ein Festpreis von 750.000 DM vereinbart worden. Die Baukosten wären dann aus nicht mehr nachvollziehbaren Gründen auf 1,64 Mio. DM gestiegen. Weshalb die Erwerber letztendlich nur 550.000 DM zahlten, konnte er auch nicht recht erklären.

  1. Okt. Schiedsspruch der PWC im Schiedsverfahren zwischen Stadt und der UGL (Kubi-Ar.)*

Nach Aufrechnung und Anerkenntnis aller strittigen Posten hatten die kommunalen Kureinrichtungen gegenüber der UGL noch 130.000 € zu zahlen. Die Gesamtkosten des Schiedsverfahrens beliefen sich auf 24.000 €, von denen 80% auf die Stadt fielen.

  1. Stellungnahme der Kubi zu Rückforderungsbegehren der LVA Sachsen-Anhalt ( Kubi-Ar.)

Im Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen die stellv. GF der LVA wurden auch die Zuwendungen, die die LVA seit 1999 dem Gradierwerkförderverein bzw. der Kurbetriebsgesellschaft bewilligt hatte, geprüft. Man vermutete, dass die Gelder zweckentfremdet verwendet worden waren, zumal der Fördergegenstand nicht den Richtlinien des SGB VI §31 entsprach, was aber bei der bisherigen Bewilligungspraxis offensichtlich keine Rolle spielte.

  1. Okt. Aufsichtsratssitzung der Kurbetriebsgesellschaft (Kubi-Ar.)

Der Prüfer hatte der Jahresabschlussbilanz der „Mutigen Ritter“ GmbH unter Bezugnahme auf die Bankverbindlichkeiten den Prüfvermerk versagt und eine anderweitige Lösung angemahnt. Da ein Insolvenzverfahren nicht sinnvoll war, wurde die Übernahme der Darlehen in den Stadthaushalt vorgeschlagen, zumal diese auch dafür bürgte.

  1. Okt. „Kurbetriebsgesellschaft droht Insolvenz“ (NTB*, Kubi-Ar.)

Diese völlig die Tatsachen entstellende Meldung sorgte für erhebliche Unruhe.

  1. Okt. Gesellschafterversammlung der REHA-Klinik „Mutiger Ritter“ (Kubi-Ar.)

Hier wurde die Übernahme des Darlehens von rund 17,7 Mio. € beschlossen. Die monatlichen Raten von 171 T€, die auch vom Haushalt nicht zu leisten waren, sollten vom Land direkt an die Gläubigerbank gezahlt werden. Gleichzeitig wurde die Liquidation der Gesellschaft und der schnellstmögliche Verkauf aller noch vorhandenen Immobilien beschlossen.

  1. Dez. Die Nord-LB bewilligt die Löschung der Kredite im Grundbuch (Kubi-Ar.).

Zur Sicherheit reichte die Ausfallbürgschaft aus und die Grundstücke der Kurgesellschaften waren nun unbelastet und damit frei verkäuflich.

2003

02.Jan. Eröffnung der Geschäftsstelle des VAC im Kurmittelhaus (Kubi-Ar.).

Die bisherige Geschäftsstelle in Bielefeld war nach vielen Querelen mit der dortigen Leiterin geschlossen worden.

  1. Feb. Beschluss der Gesellschafterin zur Liquidation der „Mutigen Ritter“ GmbH (Kubi-Ar.)
  2. Feb. Verrechnungsvereinbarung zwischen der Kinder-REHA „alt“ und „neu“ (Kubi-Ar.)

Für den im Schiedsverfahren der PWC festgestellten Betrag wurde eine Verrechnungsvereinbarung abgeschlossen, womit das Auseinandersetzungsverfahren mit der UGL beendet war.

  1. Mär. Schreiben der LVA Sachsen-Anhalt an die PD Merseburg.*

Im Zusammenhang mit dem Ermittlungsverfahren Lewering wegen Untreue (926 Js 12274/02) übergab die LVA die Abrechnungsunterlagen der Zuwendungen für das Gradierwerk. Bereits im vergangenen November hatte der Vorstand der LVA die Rückforderung aller ausgereichten Zuwendungen der Jahre 1999-2002 beschlossen.

  1. Mär. Bauabnahme am Gradierwerk (NTB)*

Die letzten 40 Meter waren mit einem Kostenaufwand von 350 T€ rekonstruiert worden. Erstmals war die Berieselung der gesamten Gradierflächen möglich.

  1. Mär. Versteigerung der ehemaligen Kinderkureinrichtungen in der Ebertstraße.

Die Villa „Kunterbunt“, das ehemalige Wohnhaus des Kalkwerksbesitzers P. Kersten, und die Villa „Sonnenschein   kamen bei einer Auktion unter dem Hammer.

  1. Apr. Festakt zum 10jährigen Bestehen des Gradierwerksfördervereins.*

Den Festvortrag hielt Prof. Dr. Wirth, Bauhaus-Universität Weimar.

  1. Mai Deutschlandtagung des AVK im „Mutigen Ritter“. (Kubi-Ar.)
  2. Mai Einbau der Behelfsbrücke über die Bahnunterführung (NTB)*.

Damit begann ein 8,5 Mio. € Vorhaben, dass sich mehrere Jahre hinzog und mit erheblichen Einschränkungen für den Kurort verbunden war.

  1. Juni Analyse der kommunalen Wohnungswirtschaft Sachsen Anhalt (Kubi-Ar.)

In der vom MI in Auftrag gegebenen Studie belegt die GWG im Ranking vorderste Plätze. Die Leerstandsquote betrug 6,5 %, bedeutete Platz 4 von 137 kommunalen Wohnungsunternehmen. Die die Eigenkapitalquote mit 79 % war die zweitschlechteste, die Zinsaufwandsquote brachte sogar Platz 1. Dies resultierte aus dem überproportionalen Neubau mit einer 100%igen Fremdfinanzierung nach der Wende.  

  1. Juni „Verweis auf leere Taschen“ Bad Kösener Unternehmer in Strafprozess (NTB)*

Aufgeräumt gab dieser zu, dass er wegen Insolvenz und Pfändung die Arbeitnehmeranteile nicht bezahlt hatte. Laut beklagte er sich, dass der Strafbefehl den seine Ehefrau und Mitinhaberin der namhaften Spielzeugfirma erhalten hatte, niedriger angesetzt war als der ihn betreffende, und sein Verteidiger hierbei auf den Gleichbehandlungsgrundsatz pochte.

  1. Juli   Das Gewerbegebiet in Fränkenau wird zum Verkauf ausgeschrieben.

Das in der Euphorie des Aufschwunges für rund 3 Mio. DM erworbene Grundstück, hatte sich als völlige Fehlinvestition erwiesen und man konnte sich glücklich schätzen, nicht auch noch mit Erschließungsmaßnahmen begonnen zu haben.

  1. Aug. Beschluss zur Ausschreibung des „Mutigen Ritters“ (Kubi-Ar.)

Für einen aktualisierten Verkehrswert (456 T€) sollte mit einer überregionalen Verkaufsofferte doch noch eine potenter Erwerber gewonnen werden, um einer drohenden dauerhaften Schließung zu begegnen

  1. Aug. Einstellung des Ermittlungsverfahrens gegen den GF der Kubi.*

Die LVA hatte wegen fehlerhafter Abrechnungen der Zuwendungen für die Salinenanlagen Anzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattet. Da dem GF keine persönliche Bereicherung nachzuweisen war, entschied der AR der KUBI den angebotenen Vergleich der Staatsanwaltschaft, d.h. die Refinanzierung des strittigen Betrages, anzunehmen.

  1. Aug. Planfeststellungsbeschluss des BV Bahnübergangsbeseitigung*.

Wegen der geplanten Verkehrsführung, bei der Grundstücke, Verkehrs-, Ver- und Entsorgungsanlagen aller Eigentumsformen betroffen waren, bedurfte es im Vorfeld umfangreicher ordnungsrechtlicher Verfahren.

  1. Okt. Der Landkreis droht mit Zwangsvollstreckung (Kubi-Ar.)

Wegen der angespannten finanziellen Situation hatte die Stadt die Zahlung der Kreisumlage eingestellt. Inzwischen waren 980 T€ aufgelaufen. Der Stundungsantrag wurde abgelehnt

  1. Okt. Beschluss zur Liquidation der Gemeinnützigen Bildungs GmbH.
  2. Nov. Abschluss des Untreueverfahrens gegen die stellv. Geschäftsführerin der LVA.

Dieses Verfahren verlief im Sand, die Beklagte wurde pensioniert.

  1. Dez. Die Kurbetriebsgesellschaft stellt die Bewirtschaftung des Kurhotels ein.

Die Belegungseinbrüche im laufenden Jahr und die immens hohen Kosten, die die Unterhaltung des Hauses verursachte und insbesondere der Kurbetriebsgesellschaft als Betreiber erhebliche finanzielle Probleme bereiteten, ließen keine andere Entscheidung zu.

2004

  1. Feb. Versteigerung der „ Saalecker Werkstätten*.

Im Vorjahr hatte die Stiftung mit einem ersten Schritt ein Teilstück mit dem Architektenhaus erworben. Trotz des Stiftungsvermögens und öffentlicher Förderung gelang des dem Stiftungsvorsitzenden Romswinkel nicht, ein tragfähiges Nutzungs- und Betriebskonzept aufzustellen und finanzkräftige Partner zu gewinnen. Nun kam das Anwesen für 95.000 € unter dem Hammer. Allerdings waren die Erwerber mit der Immobilie hoffnungslos überfordert und legten sich zunächst einmal mit dem eigensinnigen Vorsitzenden der „Saalecker Werkstätten“ an.  

  1. Feb. Die Bahnunterführung wird komplett gesperrt.
  2. Mär. Bärin Anka verstirbt mit 24 Jahren (NTB)*

Bereits im Mai hielt eine neue Bärin Einzug im Gehege.

  1. Apr. Probelauf für die neue Wasserradwelle des Gestängewasserrades.*
  2. Juli   Joint-Convention eines transnationalen EU-Projektes (Kubi-AR).

Der Kurbetrieb und gleichartige Einrichtungen aus Österreich, Ungarn und der Tschechei entwickelten ein gemeinsames computergestütztes Marketingprojekt.

  1. Juli Beantwortung einer Kleinen Anfrage (4/1854) an die Landesregierung (Kubi-Ar.)

Darin wurde die Zukunftsfähigkeit und die Landesförderung der sachsen-anhaltinischen Heilbäder ab 2002 beschrieben.

  1. Nov. Aufsichtsratssitzung (Kubi-AR.)

Eine Konzeption* des Kurbetriebes zur Verbesserung der kurörtlichen Infrastruktur und zur nachhaltigen Sicherung von Arbeitsplätzen im Bereich des Gesundheitstourismus wurde vorgestellt und zur Kenntnis genommen.

  1. Nov. Der KKV begeht sein 50jähriges Jubiläum (NTB).

Ein sehenswerter Festumzug und eine Jubiläumszeitung* rundeten das Ereignis ab.

  1. Dez. Der Weihnachtsmarkt findet erstmals im Kurmittelhaus statt (Kubi-Ar.).
  2. Dez. Schließung des „Mutigen Ritters“ (Kubi-Ar.)

Auch die letzten Interessenten, darunter sogar in Neuseeland ansässiger Deutscher abgelehnt und so kam das endgültiger Aus nach 324 Jahren ununterbrochen Geschäftsbetrieb als Gasthof, Hotel und Sanatorium.

             Jahresfazit

Das Amt zur Regelung offener Vermögensfragen entschied über den letzten Antrag zur Rückgabe von Wohnhäusern an Alteigentümer. Insgesamt wurden rund 70 vermögensrechtliche Ansprüchen auf Rückgabe des Eigentums seit 1991 stattgegeben. Ein lukratives Geschäft für die Alteigentümer und deren Erben, da nach der Rückübertragung in vielen Fällen ein sofortiger Weiterverkauf erfolgte während unlukrative Immobilien zumeist bei der Stadt verblieben.

2005

  1. Jan. Verkauf des Schweißkabinetts der GEBI in Fränkenau (GeBi-Ar).
  2. Jan   Eröffnung des Insolvenzverfahrens über die REHA „Mutiger Ritter“ GmbH (Kubi-Ar.).

Nach dem Ausstieg der Kurbetriebsgesellschaft und der Einstellung des Geschäftsbetriebes sah sich die Gesellschafterin außerstande, Mittel zur Leerstandsicherung bereitzustellen, worauf der Liquidator beim Amtsgericht den Antrag stellte, das Gericht einen vorläufigen Insolvenzverwalter einsetzte und am 1. April das Verfahren eröffnete (59-IN-31/05).

  1. Mär. 125 Jahre Kalksteinabbau in Bad Kösen.*

Die Eigentümerin MHI/Bickard Bau AG würdigte die Geschichte des Betriebes, den P. Kersten mit 4 Arbeitern und einem Steinbruch an der Fränkenauer Hohle begonnen hatte.

  1. Apr. Schreiben des Bürgermeister an den Landrat.*

Dabei wurde auf die Notwendigkeit einer Teilentschuldung der Stadt hingewiesen, da dies die Hauptvoraussetzung für die Umwandlung der Verwaltungsgemeinschaft in eine Einheitsgemeinde sei.

  1. Apr. Zuwendungsbescheid des Landesverwaltungsamtes (NTB/Kubi-Ar.)

Im Rahmen eines Förderprogrammes sollte neben der Zulassung zur Herstellung von Trinksole auch das Gebäude der völlig verwahrlosten Johannisquelle in einen ordentlichen Zustand versetzt werden.  

  1. Apr. „Großbaustelle in der Sackgasse“ (NTB)

Die Baustelle ruhte und die DB erklärte, dass sich der Fertigstellungstermin der Unterführung bis in das kommende Jahr verschiebt. Der Zugverkehr selbst rollte nach dem Einschub der Brücken wieder normal.

  1. Juni „Innenstadt soll Zentrum werden“ (NTB)

Der Kern des Ganzen ist die Schaffung eines Marktplatzes, der sich - die Lindenstraße integrierend- vom Rathaus zur neuen B87 erstreckt. In jedem Fall besteht jetzt die Chance, die ins Abseits gedrängte Altstadt in den Mittelpunkt zu rücken“

  1. Juni Festakt der Freiwilligen Feuerwehr zum 120jährigen Bestehen.

Eine Festschrift* würdigte die bisherigen Leistungen der FFW.

  1. Juni Arbeitsgespräch zur Weiterentwicklung der Therapieeinrichtung (Kubi-Ar.).

Den Teilnehmern u.a. Mitarbeiter des Wirtschafts- und Bauministeriums sowie des Landesverwaltungsamtes wurde ein Entwurf zur Reattraktivierung und Neuausrichtung des Kurbetriebes vorgestellt. Die Reaktion der Landesbediensteten war verhalten.                                          

  1. Juni Eine Windhose sorgt für erheblichen Schaden im gesamten Stadtgebiet (NTB, Kubi-Ar.)

Im Hangwald zwischen der Wilhelmsburg und der Ilske, im unteren Park und auf dem Friedhof wurden regelrechte Gassen in die Baumbestand geschlagen. Auch das Dach der Turnhalle wurde beschädigt.

  1. Juli Verleihung des Zertifikats „Wellness im Kurort“ durch den DHV (NTB/Kubi-Ar.)*

In Anwesenheit des Hauptgeschäftsführers des DHV wurde zum Gedenken an den Mitbegründer und langjährigen Sekretär des ADHV Sanitätsrat Dr. Carl Schütze an dessen Wohnhaus, Lindenstraße 17, eine Gedenktafel angebracht.                      

  1. Sep. Freigabe der Durchfahrt unter der neuen Bahnbrücke.
  2. Sep. Besuch des Landesfachausschusses für Kurorte, Bäder und Erholungsorte (Kubi-Ar.)

Dieser prüfte, ob die Voraussetzungen für Prädikatisierung „Heilbad“ noch gegeben waren. Wegen der nach wie vor unveränderten Belastung mit Grobstaub wurde am 25. 10. erneut nur eine vorläufige Weiterführung genehmigt.

     Sep. „Zukunftsperspektiven für das Heilbad Bad Kösen“.*

Der Beitrag erschien in der Verbandszeitung des KSCV „ Corps“.

  1. Okt. Die Fachschule für Physiotherapie mit 500 Schülern gibt den Standort auf.  

Ein schwerer Verlust für den Ort, wohnten doch zahlreiche Schüler und Lehrkräfte hier. Die von verschiedenen Seiten unternommen Bemühungen, die Schule zum Bleiben zu bewegen, waren nicht erfolgreich. Zurück blieb eine weitere Industriebrache.

01.Nov. Mitteilung der Investitionsbank Sachsen-Anhalt.*

Die Bonitätsprüfung der Wohnungsgesellschaft hatte erhebliche Bestandrisiken wegen fehlender Liquidität, der hohen Zinsbelastungen und der Fremdkapitalquote ergeben. Man forderte ein Sanierungskonzept und kündigte die Einstellung der Zuschüsse zur Mietsubvention an.  

     Nov. Die Bildung einer Einheitsgemeinde scheitert am Votum mehrerer Gemeinden.

Die Gemeinden Möllern und Klosterhäseler lehnten mit Verweis auf die hohe Verschuldung Kösens dieses Modell kategorisch ab und beantragten den Austritt aus der Verwaltungsgemeinschaft.

  1. Dez. Darlehensangebot der NORD-LB.*

Der Bürgermeister hatte um ein Kommunaldarlehen in Höhe von 2 Mio. € nachgesucht, um ein von der Stadt verbürgtes Darlehen über die in Insolvenz befindliche REHA-Klinik „Mutiger Ritter“ abzulösen. Der Gemeinderat lehnte dies mehrfach ab, worauf die Kommunalaufsicht eingeschaltet wurde.

  1. Dez. Einstellung des Geschäftsbetriebes der Gemeinnützigen Bildungs GmbH (Gebi-Ar.).

Die Stadt trennte sich nach dem Ausscheiden des langjährigen Leiters von einer Einrichtung, deren Geschäftsbetrieb nicht zu den kommunalen Pflichtaufgaben gehörte. Die teilweise recht verworrenen Grundstücksverhältnisse wurden geordnet und mit der Veräußerung der Immobilien begonnen.

             Schließung der Jugendherberge.

Auch hier trennte sich die Stadt von einer zuschussbedürftigen Einrichtung, nachdem eine Übertragung an das Deutsche Jugendherbergswerk gescheitert war.

2006

  1. Jan. „Der Mutige Ritter als Erlebniswelt“ (NTB)*

Dies verlautete der Unternehmenssprecher der „Kösener Spielzeug Vertriebs“ GmbH Dr. Schache und kündigte eine Investition von 2,3 Mio. € zur Einrichtung einer „Gläsernen Manufaktur“ und in Hotel-, Gastronomie- und Erlebnisbereiche an, sowie die Schaffung von 28 Arbeitsplätzen. Zu diesem Zeitpunkt gab es noch keine verbindliche Zusage, denn die Erwerberin hatte Probleme die ihre Bonität nachzuweisen, so dass der Insolvenzverwalter die Versteigerung mit einem Auktionshaus anstrebte (s. Schlussbericht 59/IN 31/05 v. 12.03.2012)

  1. Jan. Das Innenministerium ordnet ein Anhörungsverfahren zur Gebietsreform an.

Alle Bemühungen, die Mitglieder der VG zur Bildung einer Einheitsgemeinde mit Bad Kösen zu bewegen waren wegen der prekären Haushaltsituation aber auch wegen einer wenig diplomatischen Vorgehensweise und einer gewissen Arroganz der handelnden Personen gescheitert.. Nun wurden die Auflösung und die Zuordnung zu anderen VG geprüft. Parallel dazu sollte die Stadt die Gespräche über eine Eingemeindung nach Naumburg intensiviert werden, was aber bei beiden Seiten auch nur auf wenig Gegenliebe stieß.

  1. Feb. Die Saale oberhalb des Wehres ist fest zugefroren.
  2. Feb. Die Deutsche Bahn AG schreibt den Bahnhof zum Verkauf aus.*
  3. Feb. „50.000 Euro Starhilfe für Kurwandel“ (NTB)*.

Nachdem die Kurbetriebsgesellschaft erstmals ein ausgewogenes Jahresergebnis vorweisen konnte gelang, bedingt durch die Aufgabe des Kurhotels, und die Geschäftsführung immer eindringlicher Mittel für die Ausrichtung auf die Bedürfnisse des zunehmend selbst zahlenden Publikums forderte, stellte die Gesellschafterin Mittel im Haushalt ein, um nach 15 Jahren Dauerbetrieb die ersten bescheidenen Ersatzinvestitionen vor ermöglichen.

  1. Feb. Verkauf des Kurhauses „Mutiger Ritter“ (UR 052/06 Notar Deus v. Homeyer Bln.)

Der Kaufpreis betrug 150.000 €, der zur Hälfte vom Kösener SC (s. „Corps 2/2006, S. 15) kam, die somit an rangerster Stelle standen und sich außerdem die Nutzungsrechte des Festsaales sicherten. Vorher gab es jedoch noch erhebliche Irritationen als ein Versteigerungstermin für den 04. März veröffentlicht wurde. Dem Verkauf an die Familie Schache folgten zahlreiche öffentliche Unmutsbekundungen, darunter auch eine (drastische) Beschwerde beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.  

01.Mär. 2. Sitzung der Lenkungsgruppe Naumburg/Bad Kösen im Therapiezentrum (Kubi-Ar.).

Die teilnehmenden Fraktionsvorsitzenden wurden vor Ort und mit einem Hand-Out über die Spezifik und die betriebswirtschaftliche Situation der KUBI informiert.

  1. Mär. Abbau des Schrankenüberganges zur Saalstraße (NTB).

01.Apr. Einweihung des Bismarckdenkmals an der Rudelsburg (NTB)*

Der Nachguss eines Denkmals aus der wilhelminischen Kaiserzeit war nach dem Reiterstandbild Kaiser Wilhelms am Deutschen Eck in Koblenz der zweite in Deutschland und unterstrich die Bedeutung die der KSCV und der VAC ihrer Ursprungsstätte beimaßen.  

  1. Juni Aufsichtsratssitzung der GWG Bad Kösen mbH (Kubi-Ar.)

Das von der Landesinvestitionsbank geforderte Sanierungsgutachten wurde vorgestellt. Das Fazit des Gutachters ergab, dass alle betriebsinternen Maßnahmen zur Kostensenkung und Einnahmeerhöhung bereits erfolgt seinen und der Fortbestand der Gesellschaft nur durch ein Sanierungsverfahren mit den Gläubigerbanken gesichert werden kann.

  1. Juni 12. Wandertag des Landesverbandes der Volkssolidarität (Kubi-Ar.)*

4000 Teilnehmer aus dem ganzen Land konnten bei bestem Wetter zu dieser gelungenen Veranstaltung begrüßt werden.

  1. Juni Ersatzvornahme des Landkreises .*

Der Beschluss zur Aufnahme des Darlehens von 2 Mio. € bei der NORD-LB wurde angeordnet und bei der Nichtleistungsfähigkeit der Schuldendienst vom Land übernommen werden.

  1. Juni Verleihung des „Best Practice Award 2006“ der BKK.*

Für den Kurbetrieb hatte sich die Durchführung von Präventionsmaßnahmen als Partner der Betriebskrankenkassen zu einer festen Größe entwickelt. Über 1.000 Teilnehmer pro Jahr aus ganz Deutschland wurden während ihres Mehrtagesaufenthalt nicht nur therapiert, sondern auch mit Kultur und Geschichte vertraut gemacht.  

01.Juli Hartmut Lielje legt die Geschäftsführung der Unternehmensgruppe nieder.*

Damit endete ein Familienunternehmens, das gerade hier einen unerwarteten und erfolgreichen Aufschwung zu verzeichnen hatte, aber letztendlich an seinen eigenen, nicht mehr zeit- und marktgerechten Strukturen scheiterte. Nur mit der Rückendeckung der involvierten Banken, einer neuen Unternehmensstruktur und einem konsequenten Sparkurs war es gelungen, die einzelnen Betriebe zu stabilisieren.

  1. Juli Statement des Aufsichtsratsvorsitzenden der Tourismus GmbH (Kubi-Ar.).

Dieser reagierte auf die Überlegungen der Stadt, den Dienstleistungsvertrag mit GmbH aufzulösen.

  1. Juli „Aus Deckung in die Offensive“ (NTB)*

Die durchaus konstruktiven Überlegungen der Stadt, wegen der Ineffizienz der Tourismus- GmbH die Mittel zu kürzen bzw. das Stadt- und Kurmarketing zusammenzufassen, veranlaßten die Gesellschafter zur öffentlichen Polemik. Dennoch kündigte die Stadt den Vertrag zum März des kommenden Jahres.

  1. Aug. Vorentwurf zur Neugestaltung des Kurparks, Büro HORTEC, Berlin (Kubi-Ar.)
  2. Sep. Start- und Ziel der ADAC Sachsen-Anhalt Classic, einer Oldtimerrallye.*
  3. Sep. Urteil des Landessozialgerichtes im Widerspruchsverfahren gegen die LVA (Kubi-Ar.)

Zumindest teilweise war der Widerspruch gegen die Rückforderungsansprüche der LVA aus den Zuwendungen für das Gradierwerk erfolgreich, da das Gericht nur einen Teil des Rückzahlungsbegehrens als zu Recht bewertete.

  1. Okt. Erlass des Innenministeriums zur Gebietsreform.*

Dem Landrat wurde mitgeteilt, dass ab 01.01.2007 die Stadt Bad Kösen und die Gemeinden Abtlöbnitz, Crölpa-Löbschütz, Janisroda, Leislau und Prießnitz der VG „Wethautal zugeordnet werden sollen. Obwohl das Modell Einheitsgemeinde bereits beerdigt war, gründete sich eine Bürgerinitiative „Für die Einheitsgemeinde Bad Kösen“, deren Sprecher Altbürgermeister Dr. Schache auch vehement gegen eine nun immer wahrscheinlicher werdende Eingemeindung nach Naumburg zu Felde zog, die er als „Verhökerung“ und „Entmündigung“ bezeichnete.

  1. Okt. Bescheid des Landesverwaltungsamt.*

Der Antrag der Gemeinden Taugwitz und Möllern zum Austritt aus der VG und dem Beitritt zur VG „An der Finne“ zum 01.01.2007 wurde genehmigt.

  1. Dez. Beschluss zum Verkauf des Bettenhauses der GEBI

Nach Klärung der Grundstücksverhältnisse und einer Teilungsvermessung konnte die Besitzerin der „Schönen Aussicht“ das Grundstück mit der Immobilie erwerben.

  1. Dez. Veröffentlichung der Auflösung der „VG Bad Kösen“ (VO-Blatt S.-A).
  2. Dez. „Ratstagung mündet im Eklat“ (NTB)*

Grund war der Antrag der CDU, anstelle eines Bürgerentscheides für oder gegen die Eingemeindung eine Bürgeranhörung durchzuführen, deren Ergebnis für den Rat nicht unbedingt bindend war, und damit bei einem Votum gegen die Eingemeindung, diese dennoch mehrheitlich beschlossen werden konnte. Nachdem BKB und FDP die Ratssitzung unter Protest verlassen hatten wurde die Bürgeranhörung mehrheitlich beschlossen.

  1. Dez. Die Deutsche Bahn AG beendet die Arbeiten am Kreuzungspunkt mit der B 87.

Nach vier Jahren Bauzeit mit mehrfacher Unterbrechung infolge von Einsprüchen, Fehlplanungen und Konkursen von Ausführungsbetrieben, verband nun eine rasante Linienführung der Bundesstraße die beiden Stadtteile miteinander.

  1. Dez. Einspruch der VG „Wethautal“ zur Zuordnung der VG Bad Kösen.

Die VG wehrte sich gegen die zwangsweise Zuordnung insbesondere der Stadt Bad Kösen und wollte die Verfügung des Innenministeriums vor dem Verwaltungsgericht auf Rechtmäßigkeit prüfen lassen. Mit Erlass einer einstweiligen Anordnung wurde die Zuordnung zunächst ausgesetzt. Dagegen wechselten Möllern, Taugwitz und Klosterhäseler samt dem Verwaltungspersonal zur VG „Finne“.

2007

  1. Jan. Beratung zur Sanierung der kommunalen Wohnungsgesellschaft.*

Unter Moderation des Gutachters trafen sich die Hauptgläubigerbanken, die Landeinvestitionsbank Sachsen-Anhalt und die EURO-Hypo AG. Die Rheinboden Hypothekenbank, inzwischen im Besitz eines US-Fonds und die HRE hatten eine Beteiligung an einem Sanierungsverfahren abgelehnt. Da sich die Gesellschafterin außerstande sah, für die Kreditverbindlichkeiten der GWG zu bürgen, war eine Sanierung gescheitert. Der Verkauf der Bestände blieb die einzige Alternative, um einen Konkurs des Unternehmens zu verhindern.

  1. Feb. Ende der Ausschreibungsfrist für das Betriebsgelände des Landesweingutes.*

Die landeseigene Liegenschaftsverwaltung LIMSA schrieb den 1978 errichteten Betriebsteil in den Saalbergen zum Höchstgebot aus.

  1. Feb. Podiumsdiskussion zur Gemeindegebietsreform.*

Das „Bürgerforum Bad Kösen“ getragen von CDU, PDS und einer Reihe jüngerer Unternehmer, das Pendant zur Bürgerinitiative sah die Dinge realistischer, lehnte eine Zuordnung zur VG „Wethautal“ ab und plädierte wegen fehlender Alternativen für ein möglichst freiwilliges Zusammengehen mit Naumburg.

  1. Feb. Gesellschafterversammlung der GWG.*

Beschlossen wurde der Verkauf an die Firma Hofmann AG Berlin, nachdem bereits am 12. Januar die Landesministerien und die Landesinvestitionsbank nach einer Bonitätsprüfung des Erwerbers grünes Licht gegeben hatten. Der Kaufpreis reichte zur Ablösung aller Darlehen, einschl. der Vorfälligkeitsentschädigungen, dazu kamen die Entlassung der Stadt aus den Bürgschaften und der Verzicht auf die Belegungsrechte. Der Verkauf wurde in der Öffentlichkeit heftig kritisiert, da man erhebliche Nachteile für die Mieter befürchtete.

  1. Mär. Abschluss des Kaufvertrages über die GWG-Wohnungen.*

Nachdem auch die Kommunalaufsicht den Vertragsentwurf genehmigt hatte, erfolgte die notarielle Beurkundung in Berlin. Als Kaufpreis waren knapp 15 Mio. € vereinbart. Die Summe verteilte sich auf drei Verträge, die belasteten und die unbelasteten Bestände sowie die Zentralheizungsanlagen. Der Kaufpreis lag damit bei dem zwölffachen der Jahreskaltmiete, üblicherweise zahlte man das Neunfache, was dem Erwerber zwei Jahre später im Zusammenhang mit dem weltweiten Zusammenbruch des Immobilienmarktes das Aus bescherte.

  1. Apr. Bürgerbefragung zur Gemeindegebietsreform.*

Der Bürger hatte die Qual der Wahl zwischen zwei Entscheiden, „Für oder gegen Naumburg“ und „Für oder gegen eine Einheitsgemeinde“. Mehrheitlich entschieden sich die Wähler für die Einheitsgemeinde, dessen Umsetzung bereits aussichtslos war. Aber angesichts eines demokratischen Entscheides gegen die Eingemeindung nach Naumburg, sollte letztendlich das Land über eine Zwangszuordnung entscheiden.

  1. Mai Der Kurbetrieb erhält die Zulassung zur Herstellung von Trinksole (Kubi-Ar.)

Erstmals nach 40 Jahren konnte Sole wieder zum Trinken angeboten werden. Zum Ausschank kam die Neue Quelle, die allerdings auf 1 % verschnitten wurde. Erstmals nach 40 Jahren stand die eigene Sole wieder in allen drei Anwendungsformen zur Verfügung.

  1. Juli   Abschlussbericht des Insolvenzverwalters zum „Mutigen Ritters“.*
  2. Aug. Besitzübergang der kommunalen Wohnungen.*

Die Hoffmann AG, die zur österreichischen Beteiligungsgesellschaft LEVEL-ONE gehörte, hatte die GWG vertragsgemäß mit der Verwaltung der Bestände in den kommenden drei Jahren beauftragt. Die GWG selbst war nun saniert, aber ohne eigene Wohnungen war der eigentliche Geschäftszweck entfallen und mit dem Ende der Verwaltung war deren Liquidation vorgesehen.

  1. Aug. Sondersitzung des Stadtrates (Kubi-Ar.)

Die Stadträte stimmten der Entwicklungskonzeption zur baulichen Umgestaltung des Therapiezentrums und der Neugestaltung der an der Saale gelegenen Parkanlagen für den Aktivtourismus zu.

     Aug. Die Stiftung „Saalecker Werkstätten“ gerät in die Schlagzeilen (Süddeutsche Zeitung).*

Kritisiert wurden die Vergabe von Fördermitteln und die Bewilligung von ABM. 10 Jahre lang hatten die Ämter den nun als „Hobby-Historiker“ bezeichneten Stiftungsvorsitzenden Romswinkel wohlwollend unterstützt, ohne das Ziel und den Sinn zu hinterfragen. Wenig später beantragte der Verein „Öko-Werkstatt an der Finne“, der Stifterverein, dessen Vorsitzender ebenfalls B. Romswinkel war, die Eröffnung des Insolvenzverfahrens.

  1. Sep. Einweihung des sanierten Denkmals für die Gefallenen des Krieges 1870/71 des KSCV.*

Damit fand die mehrjährige aufwändige Instandsetzung der vier Denkmale der Kösener Corpsstudenten ihren Abschluss. Besondere Verdienste erwarb sich dabei der Beauftragte des VAC, der Münchener Christian Kahlenberg, Franconia Regensburg.

  1. Sep. Tag des offenen Denkmals (NTB)*

Im Borlachschacht wurde ein Nachbau einer historischen Kolbenpumpenanlage der Öffentlichkeit vorgestellt, der vom Gradierwerkförderverein finanziell unterstützt wurde.

  1. Sep. Großbrand der Saalemühle (NTB)*.

Dabei brannte das leerstehende Mühlengebäude völlig nieder. Der Siloturm, das eigentliche Wahrzeichen dieses traditionsreichen Betriebes, der 1990 geschlossen wurde, blieb unversehrt. Die Art und Weise sowie das Ausmaß des Feuers ließen auf eine professionelle Brandstiftung schließen.

  1. Sep. Beschluss des Stadtrates (Kubi-Ar.)

Nach mehreren Anläufen beauftragte die Gesellschafterin ein Unternehmen in Abstimmung mit der Kurbetriebsgesellschaft eine Konzeption für den weiteren Betrieb des Therapiezentrums zu erarbeiten, die für die Beantragung von Fördermitteln erforderlich war. Das Projekt erhielt den Arbeitstitel „Bad Kösen 2010-Reisziel Gesundheit“.

  1. Sep. Die Sanierung des Gebäudes der Johannisquelle ist abgeschlossen.
  2. Okt. Besprechung beim Landesverwaltungsamt (Kubi-Ar.)*.

Vorgestellt wurde die Konzeption zur Reattraktivierung der Kurhäuser und der Außenanlagen, wobei noch von einer Gesamtnutzung des Ensembles ausgegangen wurde. Wegen des Förderprogramms wurde der Arbeitstitel geändert (Kurpromenade 2010) und nicht förderfähige Teilbereiche (Bad, Sauna, ambulante Physiotherapie) aus dem Kostenrahmen genommen.

  1. Nov. Die Stadt verkauft das ehemalige Ärztehaus im Kurpark (Kubi-Ar.)
  2. Sep. Konzept „Kurpromenade 2010“ (Kubi-Ar.)

Nach mehreren Arbeitsgesprächen beim Landesverwaltungsamt und mit Flankenhilfe des Landkreises, stand die Grundkonzeption mit einem maximalen Kostenrahmen von 7 Mio. € für die   eine 90%ige Förderung avisiert wurde.

  1. Dez. Urteil des Verwaltungsgerichtes zur Gemeindestruktur. (NTB)*

Die Zuordnung der Gemeinden Prießnitz, Leislau, Abtlöbnitz, Janisroda und Crölpa-Löbschütz zur VG „Wethautal“ wurde bestätigt. Die VG Bad Kösen war damit aufgelöst. Crölpa- Löbschütz und Janisroda sprachen sich zwar für eine Einheitsgemeinde mit der Stadt aus, hatten sich aber dem Urteil zu beugen. Bad Kösen war nun völlig isoliert („Solo in rauer See“) und nach der Bürgerbefragung war der rechtliche Rahmen für weitere Verhandlungen über eine Eingemeindung mit Naumburg verbaut.

  1. Dez. Der Wanderweg zum Zeltplatz erhält den Namen Hermann-Gosewitz-Weg (NTB)*
  2. Gosewitz, vor der Wende Lehrer an der POS Bad Kösen und danach für die PDS im Stadtrat, erhielt damit zwei Jahre nach seinem Tod, eine nicht unumstrittene Ehrung
  3. Dez. Der Kurgarten und dessen Betreiber geraten in die Schlagzeilen der Medien (NTB)*

Anlass dazu war die Tagung eines rechtsgerichteten Verlages. Bis hinauf in die Landesregierung entrüsteten sich zahlreiche Persönlichkeiten und forderten sogar ein Parteiausschlussverfahren gegen den CDU Stadtrat W. Becker, der sich aber bereits vor längerer Zeit aus der Leitung des „Kurgartens“ zurückgezogen und dies seinem Sohn überlassen hatte.

2008

  1. Jan. Insolvenzantrag der „Tourismus“ GmbH (NTB)*

Grund war eine Nachzahlung die das Finanzamt nach einer Umsatzsteuerprüfung geltend machte.

  1. Feb. Aufsichtsratssitzung der Kurbetriebsgesellschaft (Kubi-Ar.)

Der Entwurf „Kurpromenade 2010“ wird vom AR befürwortet und die Beauftragung der Planungsphasen 1 und 2 empfohlen.  

  1. Feb. Kommunale Genehmigung eines Kaufvetrages.*

Die DB AG hatte den Bahnhof an einen Luxemburger Immobilienfond verkauft.

  1. Mär. Gesprächstermin im Wirtschaftsministerium.*

Vertreter des VAC, des BLK und der Stadt suchten nach Ansätzen, das Kurhotel nicht dem Verfall preiszugeben, da nun absehbar war, dass die derzeitige Besitzerin (Kösener Spielzeugmanufaktur) die angekündigten Investitionen nicht realisieren würde.

  1. Mär. „Zweiter Anlauf für den Umzug“ (NTB)*

Hier kündigten die neuen Besitzer des „Mutigen Ritters“ an, ab September die Plüschtierproduktion   in der „Gläsernen Manufaktur“ aufzunehmen.

  1. Apr. Stadtratssitzung (Kubi-Ar.)

Der Stadtrat beschloss die Beauftragung der Vorplanung „Kurpromenade 2010“ um einen Fördermittelantrages, auf der Grundlage der mit dem LVWA und dem LB Bau abgestimmten Konzeption einzureichen.

  1. Juni Crölpa-Löbschütz beschließt die Eingemeindung nach Naumburg (NTB)*

Damit wandte sich die Gemeinde gegen die zwangsweise Zuordnung in die VG „Wethautal“ und konnte einen für sie vorteilhaften Eingemeindungsvertrag aushandeln. Für die Kösener, die immer noch einer Einheitsgemeinde hinterherliefen, war damit der letzte potentielle Partner ausgeschieden. Das veranlasste das Innenministerium zur Feststellung „Bad Kösen muss nach Naumburg“

  1. Apr. „Promenade als neues Zentrum“ (NTB).

Titelte die Zeitung und fuhr fort: „Der Gemeinderat hat einen historischen Beschluss gefasst“, und grünes Licht für ein Millionenvorhaben gegeben und dies „in einer für Bad Kösener Verhältnisse ungewohnten Harmonie.“

  1. Juli Bürgermeisterwahl.*

4 Kandidaten bewarben sich um den Amtssessel. Neben zwei parteilosen Kandidaten traten der bisherige Amtsinhaber (BKB) und die Kandidatin der CDU gegeneinander an. Hauptthema war die Eingemeindung nach Naumburg, die für alle, außer dem Amtsinhaber, der für die Eigenständigkeit plädierte, mehr oder weniger alternativlos war. Das Wahlergebnis erforderte eine Stichwahl.

  1. Juli Stichwahl des Bürgermeisters.*

Der bisherige Amtsinhaber Emus (BKB) unterlag denkbar knapp dem parteilosen G. Förster, der in der Stichwahl von CDU und Linke unterstützt wurde, nicht zuletzt wegen seiner Befürwortung einer Eingemeindung in der vom Gesetzgeber vorgegebenen freiwilligen Phase.

  1. Juli Genehmigung eines Kaufvertrages.*

Das Grundstück Eckartsbergaer Straße 6 erwarb ein Käufer aus Dubai.

  1. Sep. Zwangsversteigerungstermin für ein Wohnhaus, Dr. Rosenberger-Weg 9.*

Für das Mindestgebot von 269 T€ kam ein „großes, repräsentatives Einfamilienhaus“ unter dem Hammer. Es gehörte dem Ehepaar Lewering, das 2002 in das Visier der Steuerfahndung und der Staatsanwaltschaft geraten war. Offenbar hatte das Finanzamt Nachzahlungen gefordert, denen das Ehepaar nicht nachgekommen war, so dass vom FA die Zwangsversteigerung betrieben wurde. Auch das NTB* glossierte die offensichtliche Armut des ehemaligen SPD-MdB, der beim Tennisverein Bad Kösen, dem Förderverein Kloster Memleben (aber auch beim Gradierwerkförderverein) keine Beiträge zahlte.

  1. Sep. Das Blumenhaus Möller begeht das 160jährige Bestehen. (NTB)*
  2. Okt. Beschluss des Stadtrates.*

In Anbetracht der verfahrenen Situation sollten die Einwohner erneut durch einen Bürgerentscheid der Eingemeindung einen demokratischen Anstrich geben. Für die Abstimmung wurde der 11. Januar festgesetzt, um die Fristen für die freiwillige Eingemeindung einzuhalten. Wegen der undurchsichtigen Fragestellung des Entscheides mahnte die Kommunalaufsicht die Stadt ab. Damit war dieser Termin nicht zu halten und die Eingemeindung konnte nicht mehr fristgerecht beschlossen werden. Damit war die Wahl eines gemeinsamen Stadtparlaments mit Naumburg im Juni nicht möglich.  

  1. Nov. Ausstellungseröffnung anlässlich des 140jährigen Stadtjubiläums.*

Museum und Kurbetrieb gestalteten gemeinsam mit dem Graphiker J. Pretzsch aus Erfurt einen Spaziergang durch die Stadt anhand ortsbildbestimmender Gebäude und deren Geschichte. Markantes Ausstellungsstück war eine isometrische Ansicht der Stadt in den Jahren 1859 und 2007.

  1. Nov. Amtsübergabe im Rathaus.*

Nach 14 Dienstjahren übergab Chr. Emus (Jg. 1955) das Dienstsiegel. Da er für seine Amtszeit als Bürgermeister beurlaubt war, trat er wieder zur GWG über, allerdings als Liquidator. Noch am gleichen Tag trafen sich im Naumburger Rathaus der Innenminister, der Landrat und Vertreter der Stadt Naumburg.. Hier wurde eine Teilentschuldung von Bad Kösen in Aussicht gestellt, wenn man sich doch noch zur freiwilligen Eingemeindung entschließen würde. Andernfalls würde das Land eine Zwangseingemeindung veranlassen.

  1. Nov. Das Stadion am Gradierwerk erhält wieder den Namen „Anton Zinner“.

Nachdem 1990 der Namensgeber und ehemalige DDR-Bürgermeister beim Runden Tisch in Ungnade gefallen war, würdigte man nun sein Engagement in seiner Amtszeit.

  1. Nov. Kulturabend im Pfarrhaus.*

Der Unternehmer Dr. Schache referierte hier zum Thema „Reichtum – Wer hat ihn?“.

  1. Nov. Stellungnahme der Kommunalaufsicht zur „Kurpromenade 2010“ (Kubi-Ar.)*

Wegen des desolaten städtischen Haushaltes wurde die Genehmigung für die Einstellung der Eigenmittel im Haushalt versagt.

2009

  1. Mär. Veröffentlichung des Gebietsänderungsvertrages im Amtsblatt.*

Inzwischen war dies der 7. Entwurf, für den es aber weder einen Beschluss noch eine Genehmigung gab.

  1. Apr. Bürgerversammlung mit dem Innenminister und dem Landrat.

Die Beibehaltung der Eigenständigkeit der Stadt wurde nochmals vom IM als nicht diskutierbar abgewiesen. Seine Behauptung, dass nur im Zuge einer freiwilligen Eingemeindung eine Entschuldung der Stadt erfolgen würde, war irreführend, denn auch bei einer Zwangs-eingemeindung hätte eine Entschuldung erfolgen müssen. Völlig unverständlich war die Äußerung, dass sich die Bürger letztendlich dies alles selber zuzuschreiben müssen, denn man hätte ja im Überschwang der Nachwendzeit alle Vorteile genutzt, viele hätten davon profitiert und keinen Gedanken an die zukünftigen Belastungen verschwendet. Da blieb dann doch ein fader Beigeschmack beim Zuhören ob soviel Ignoranz.

  1. Apr. Bürgeranhörung zur Eingemeindung *.

Bei einer Beteiligung von 33 Prozent, sprachen sich 68 % für die Eingemeindung aus. Das Ergebnis der vorangegangenen Bürgerbefragung war damit hinfällig geworden, die Eingemeindung demokratisch legitimiert.

  1. Mai Sitzung des Gemeinderates.(NTB)*

In namentlicher Abstimmung votierten 12 Räte für und 7 Räte gegen die 7. Fassung des Eingemeindungsvertrages.

  1. Juni „Chaos, Skandale, Abwanderung“.*

In der Frankfurter Allgemeinen wurde das Lokalkolorit in der Stadt am Vorabend der Gemeinderatswahl geschildert.

  1. Juni Wahl der letzten eigenständigen Gemeindvertretung.*

Zugelassen wurden neben CDU, SPD, Linke, FDP, NDP, die BKB, der Arbeitskreis Hassenhausen und zwei Einzelbewerber. Das Wahlergebnis ergab für die CDU 6; die BKB 5, die LINKE 3, FDP und SPD jeweils zwei sowie die NPD 1 Sitz. Dazu kam noch eine Einzelkandidatin, deren Wahl wegen ihrer beruflichen Stellung als Leiterin des Kindergartenzweckverbandes einer Prüfung unterzogen wurde.

  1. Juni Stadtverordnetenversammlung (NTB)*

Die Stadtverordneten beschlossen mit den Stimmen der Stadträte von CDU, SPD und Linken gegen die Stimmen von BKB und FDP den Eingemeindungsvertrag. Obwohl die Eingemeindung in Anbetracht aller Umstände die sinnvollste Lösung war, erwies sich die Verfahrensweise recht bedenklich.

Nachdem die Lenkungsgruppe beider Stadtparlamente die achte und damit letzte Fassung des Gebietsänderungsvertrages aufgestellt hatte, wurde darüber bereits am 05. Mai abgestimmt. Nun stellte sich heraus, dass bereits am 21. April die Stellungnahme des Innenministeriums zu dieser Fassung vorlag und einige wesentliche Punkte zu ändern waren. Trotzdem ließen die Bürgermeister die Stadtparlamente über diesen Entwurf abstimmen, wohl wissend, dass es zu einer 9. Fassung des Eingemeindungsvertrags kommen würde. Die Entrüstung mehrerer Stadträte, die einer Zwangszuordnung den Vorzug gaben, war daher verständlich.

  1. Juni Unterzeichnung des Gebietsänderungsvertrages (NTB)*.

Buchstäblich in letzter Minute vor der gesetzten Frist für einen freiwilligen Zusammenschluss setzten die Stadtoberhäupter in Schulpforte ihre Unterschrift unter den Vertrag.

  1. Aug. Großfeuer in den Saalbergen (NTB)*

Auf dem ehemaligen Betriebsgelände des Landesweingutes, das inzwischen in Privatbesitz war hatte, hatte ein Großbrand die alten Lagerhallen, die als Garagen für Campinganhänger und Caravans dienten, erfasst. Der Gesamtschaden wurde mit 750 T€ beziffert..

  1. Aug. Ausstrahlung der Sendung „Hauptsache Gesund“ des MDR (Kubi-Ar.).

Die Sendung war ein preiswertes Werbeprodukt für das Heilbad.

  1. Sep. Anordnung der vorläufigen Insolvenz der Hofmann AG Berlin.*

Die Käuferin der ehemaligen GWG Bestände war nun auch Opfer der Immobilienkrise geworden. Problematisch daran war, dass die HOAG den Verwaltervertrag mit der GWG gerade erst aufgekündigt und einen neuen Verwalter beauftragt hatte, der aber vom Insolvenzverwalter nicht akzeptiert wurde. Damit hatten die Mieter zunächst keinen Ansprechpartner, was zu erheblicher Besorgnis Anlass gab.

  1. Okt. Zuwendung für den Gradierwerkförderverein.(NTB)*

Mit dem Geld von Lotto-Toto wurde im OG des Borlachschachtes eine kleine Ausstellung zum Thema Salz und Salzgewinnung eingerichtet.

  1. Nov. Mitteilung des Landesverwaltungsamtes (Kubi-Ar.)

Das Vorhaben „Kurpromenade 2010“ stand an erster Stelle bei den nach der Eingemeindung zu realisierenden Maßnahmen und demzufolge hatte die Stadt Naumburg auch die Bereitstellung der erforderlichen Eigenmittel zugesagt. Daher bat das LVWA um die Aktualisierung des eingereichten Förderantrages.

  1. Die Drogerie Stiller schließt nach 114 Jahren (NTB)*

Damit gingen in der Lindenstraße nicht nur im Rathaus die Lichter aus

  1. Dez. Die AWO gibt das Renn-Heim auf (NTB)*

Der Kreisverbandes der AWO, der bereits mehrmals wegen seiner undurchsichtigen Geschäftspraxis in die Schlagzeilen gekommen war, hatte das Kinderheim einem Tochterunternehmen überlassen und das Hauptgebäude einem privaten Träger als Kindergarten. Nachdem das Kinderheim ausgezogen war, kündigte auch der Kindergartenverein „Pusteblume“ den Vertrag. Dieser fand sein Domizil in der früheren ZV Ost der UGL, die von den neuen Eigentümern für diese Zwecke hergerichtet wurde.

  1. Dez. Bad Kösen verliert nach 141 Jahren die kommunale Eigenständigkeit.

Kösen war nun ein Ortsteil der Kreisstadt, wie Hassenhausen, Punschrau, Fränkenau, Schulpforte, Kukulau, Tultewitz, Rödigen, Kleinheringen, Lengefeld, Saaleck und Stendorf. Das im Juni neu gewählte Stadtparlament wurde Ortschaftsrat mit beratender Stimme, der Bürgermeister als Stellvertreter des OB in die Naumburger Stadtverwaltung übernommen.

Das Rathaus wurde bis auf ein Bürgerbüro geräumt, alle Verwaltungsangestellten, die Mitarbeiter des Bauhofes, die Feuerwehr, die Stadtinformation in die Verwaltung der Kreisstadt integriert.