Die fiskalische Brennholzflöße im 16. Jahrhundert im Spiegel der Holzlieferverträge

Als im Hochmittelalter Bischöfe und Äbte den Bau von Klosterkirchen und Domen begannen, herrschte beim Bauholz ein empfindlicher Mangel. Doch im Thüringer Wald, im Vogtland und im mittelsächsischen Bergland gab es reichlich Holz. So entwickelte sich schon frühzeitig ein reger Holzhandel der praktischerweise die von dort nach Norden strömenden Flüsse wie Saale, Ilm, Weiße Elster, Pleiße, Mulde und Zschopau als Transportweg nutzte.
Eine der frühesten Nachrichten findet sich in einer Urkunde des Zisterzienserklosters zu Pforte aus dem Jahr 1258 (Böhme, Urkundenbuch Nr. 164). Die Mönche hatten bei Ziegenrück eine Sägemühle erworben und von den Grafen von Orlamünde die Erlaubnis, ihre Hölzer zollfrei auf der Saale abzuflößen. Die Stämme waren für den hohen Chor der Klosterkirche bestimmt und konnten, da sowohl der Wehrdamm als auch die kleine Saale bereits bestanden, direkt in das Kloster geflößt werden.
Weitere Urkunden stammen aus den Jahren 1259 (UB Nr. 165), 1266 (UB Nr. 189) und 1273, wo den Zisterziensern auch die Zollfreiheit auf der Saale in der Grafschaft Schwarzburg, in der Landgrafschaft  Thüringen und der Markgrafschaft Meißen gewährt wurde.
Alle anderen Flößer hatten ihren Zoll zu entrichten. Dazu kamen Geleitsabgaben, wie das an die Saalecker Vogtei gebundene Geleit.  Das erhoben die Saalecker Schenken, eine Linie der Erbschenken am landgräflich-thüringischen Hof. 1344 verkauften sie aus wirtschaftlicher Not  „Stadt und Schloß Saaleck“ dem Naumburger Bischof (Domregesten Nr. 439), ließen sich aber mit der Geleitseinnahme rückbelehnen.
Daneben verlangten auch Wassermüller und Fischereipächter von den Flößern bestimmte Entschädigungen für den Übergang über die Mühlenwehre oder andere Beeinträchtigungen. Das verteuerte sich das Holz und das zu einer Zeit, in der der Bedarf der Städte, Stifte und Residenzen stetig wuchs. Zur Regulierung des Zolls und einer Verbesserung der Flöße erließen die gemeinsam regierenden thüringischen Landgrafen 1410 eine dementsprechende Verfügung.

Wir Friedrich und Wilhelm Gebrüder von Gotts Gnaden Landgraven in Doringen, Marggrafen zu Mißen und Pfaltzgraven zu Sachsen bekennen vor unser erben und Nachkommen und tun offentlich kunt mit diesen Brieve allen die gesehen oder hören lassen, daß wir angesehen haben mercklichen gebrechen den unser Land bisher an Holtze gehabt haben und haben, die Sale von allen Zöllen gefreihet bis gen Wissenfels, uff das das unsern Land und Staten desto mehr Holzens zugefüret und solche gebrechen etwas erfüllet werden. In solchermaßen also hiernach geschrieben stehet:
Wer fürbaß mehr Floßholz of der Sale flossen würdet, der soll aller Zoll frey und loß seyn, und wenn die Flöße gein Ihena kommen, so soll man unsern Erben und Nachkommen eynen guten Reynischen Gulden von jeden Floße geben, wer aber daß man die Flosse zu Ihena nicht verkaufft noch die da niederlegt und die fürbaß führet, wenn man denn die gein Wissenfels bringet, so soll man was unsern Erben und Nachkommen von jeden Floße zweyen Reynische Gulden zu Zoll reichen und geben, were auch das die Flößer die so of der Sale Holz pflegen zcu flößen zwischen Ihena und Wissenfels und da die Flöße nyderlegen und verkauffen, so soll uns von ieglichen Floßen gleichwohl zweyen Reynische Gulden werden und davon gefallen als ob die Flöße gein Weißenfels kommen weren.
Gleicherweise soll uns von ieglicher Floße eyn Reynischer Gulden werden wo die zcwischen Salvelt und Ihena niedergelegt und verkaufft werden.
Were auch das die Floße uff weren oder an Brucken belegen und denen Schaden taten, den Schaden sollen die Floßer legen nach möglichen Dingen und nach Erkäntniße derer die unser Erben und Nachkommen, dann darzu geben sind. Das zcu Bekenntnisse haben wir Wilhelm unser Insiegel wissentlichen an diesen offen Brieff laßen hangen, das wir Friedrich uff diesmal mit zu gebrauchen.
Geben zcu Salvelt nach Gottes Geburten virzcehnhundert Jar darnach in den zehnten Jahre am Dienstage nach dem Sontage als man singet Judica.
(Quelle Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt C 48Ic Nr. 1686)

Diese Regelung brachte Kostensicherheit und dämmte die oftmals willkürlichen Forderungen der Anrainer ein, was den Holzhandel spürbar belebte. Davon profitierte auch die landgräfliche Zollkasse. Ein Teil der Einnahmen wurde dann auch zur Beseitigung von Hindernissen verwendet, wozu ohne Zweifel die Holzbrücke der Zisterzienser zwischen Cösen und Wenzendorf gehörte. Doch nicht nur für die Flößer erwies sich dieser Übergang als Hindernis. 1347 hatte Landgrafen Friedrich II, der Ernsthafte die Einfuhr halleschen Salzes in das Oster- und das Pleißenland westlich der Mulde untersagte. Dafür sollte Salz aus dem schwarzburgischen Frankenhausen angefahren werden. Die Salzfuhrleute wurden angewiesen, ihren Weg von Frankenhausen über Wiehe zur Wenzendorfer Brücke und weiter nach Naumburg zu nehmen (Schöttgen, Diplomataria Bd. 1). Dem Naumburger Bischof wurde die Erhebung des Salzzolles  überlassen, die er aber dann dem Rat unterverpachtete. Die von der Wenzendorfer Brücke über Neuflemmingen kommenden Salzfuhrleute erreichten Naumburg am Salztor. Ausgespannt wurde in der Salzstraße, wo der Salzzoll erhoben wurde. Der wurde in Natura abgegeben und das Salz in speziellen Salzkästen eingelagert. Auch den Waidhändlern aus Nordthüringen, die zur Naumburger Messe kamen, durften nun die Brücke benutzen. Doch der einfache, mit Bohlen belegte und auf Übergang war diesem verkehr nicht mehr gewachsen. daher kam es zum Bau einer steinernen Brücke. Nach den späteren Aufzeichnungen des Naumburger Bürgermeisters Sixtus Braun (Dr. Köster, Annnalen) mußte die Bürgerschaft in den Jahren 1404 und 1454 bei deren Bau Hand- und Spanndienste leisten. Der Aufwand für einen derartigen Bau war beträchtlich und nur ein Landesherr war in der Lage die Bereitstellung der Materialien  sowie die Hand- und Spanndiensten anordnen. Zur Refinanzierung wurde dann ein Brückenzoll erhoben und um die Einnahmen auch sicherzustellen, auch ein Benutzerzwang eingeführt. Die laufende Unterhaltung der Brücke wurde den Ämtern Pforte und Eckartsberga auferlegt, die dies auch bis in die Neuzeit leisteten.
Neben der Naumburger und später der Leipziger Messe profitierte insbesondere die Langholzflöße von der steinernen Brücke. Die hohen Bögen und breiten Durchlässe ermöglichten eine gefahrlose Passage zu den Holzmessen, die an Palmarum und Johannis auf den Uferwiesen zwischen Pforte und Altenburg-Almrich stattfanden. Hier wurden tausende Baumstämme verhandelt. Dazu kamen weitere Holzwaren wie Bretter, Bohlen, Knüppel, Stangen aber auch Böttcherholz und Böttcherwaren.

Als im ausgehenden Mittelalter in den Städten wie Saalfeld, Rudolstadt, Kahla, Jena, Camburg, Naumburg, Weißenfels, Merseburg und Halle Handel, Handwerk und Gewerbe aufblühte, lockte die Aussicht auf Auskommen immer mehr Menschen vom Land in die Stadt. Damit stieg der Bedarf an Wohnraum und Nahrungsmitteln. Doch eine Selbstversorgung wie in den Dörfern, war innerhalb der Stadtmauern nicht mehr möglich. Lebensmittel wurden von Spezialisten produziert, wie Bäcker und Fleischhauer, Brauer und Brenner, die in Zünften organisiert, argwöhnisch darüber wachten, dass kein Unbefugter ihrem Monopol schadet. Nicht nur die Lebensmittelproduzenten, sondern fast alle Handwerker waren auf ein preiswertes und effizientes Brennmaterial angewiesen. Dazu gehörten die Ziegel- und Kalkbrenner, Färber und Schmiede, die aus der städtischen Produktion nicht wegzudenken waren und deren Wohlstand begründeten. Dazu kamen der Klerus und das aufstrebende Bürgertum, die warme Wohn- und Amtsstuben wünschten. Ebenso der Adel und die Ritterschaft, die zugunsten städtischer Annehmlichkeiten ihre kalten, zugigen Burgen als Wohnsitz aufgaben. Die ärmere Bevölkerung musste sich dagegen mit Reisig, Stroh, Gras und Zapfen begnügen, um das Essen zu wärmen und die kargen Unterkünfte zu beheizen. Allerdings gab es einen Ort, der auch ihnen offen stand und wo jede Menge Holz benötigt wurde, die öffentlichen Badeanstalten, die wie Pilze aus dem Boden schossen. Diese waren nicht nur ein Ort der Hygiene sondern ein beliebter Treff von Jung und Alt, Männlein und Weiblein.
Das alles geschah vor dem Hintergrund einer erheblichen Klimaverschlechterung im ausgehenden Mittelalter, die den Menschen lange, kalte Winter bescherte.
Doch die Umgebung der Städte war zumeist abgeholzt, lange Transportwege waren die Folge, Brennholz wurde immer knapper und damit teuer.

Zu dieser Zeit änderten sich im thüringisch-meißnischen Raum die politische Machtverhältnisse. Durch die Erbteilung der Wettiner und in Folge des Schmalkaldischen Krieges waren zwei souveräne Territorialmächte entstanden, die der Albertiner, die über die einstige Pfalzgrafschaft  Sachsen, die Mark Meißen, das Pleißen- und das Vogtland geboten und die Linie der Ernestiner denen verschiedene Ämter der Landgrafschaft Thüringen und des Osterlandes gehörten. Vom „Grumbacher Handel“ im Jahr 1566 abgesehen, waren sich die sächsischen Vettern zugetan, wobei die Albertiner, als Kurfürsten und Erzmarschälle des Heiligen Römischen Reiches über den Ernestinern standen.

Kurfürst August I., der 1553 seinem Bruder Moritz folgte, förderte Handel und Gewerbe. Mit der Einrichtung fiskalischer Unternehmen schuf er die Grundlagen für das Gedeihen des Kurfürstentums. Natürlich war ihm der Mangel an Brennholz nicht entgangen unter denen insbesondere die Städte in der sächsischen Tiefebene litten, darunter Leipzig, das sich inzwischen zum bedeutendsten Handelsplatz in Kursachsen entwickelt hatte, sowie die unter kursächsischer Administration stehenden Hochstifte Naumburg-Zeitz und Merseburg.
Neben dem Brennholzmangel herrschte auch Salzknappheit in Kursachsen. Die Bemühungen des Kurfürsten, diesem Mangel durch die Einfuhr von „Baysalz“ von der Atlantikküste über Hamburg abzuhelfen, erwiesen sich als zu kostspielig. Daher richtete Kurfürst August sein Augenmerk auf den Aufbau von Salzwerken im eigenen Land. Bereits 1577 ließ er eine fiskalische Saline in Poserna nördlich von Weißenfels einrichten und 1580 erwarb er die Saline zu Artern. Doch ohne ausreichend Brennholz kam die Produktion nicht voran, die benötigten Mengen waren enorm, zumal die „Dornengradierung“ noch nicht erfunden war.
Bislang wurden die Pleiße, die in den Werdauischen Wäldern entsprang und die Weiße Elster die aus dem waldreichen Vogtland kam, als Floßgewässer genutzt. Doch die Saline Poserna, auf die der Kurfürst viel Engagement verwandt hatte, lag ein ganzes Stück davon entfernt, und ein Landtransport schied aus Kostengründen aus. Daher entstand die Idee für ein künstliches Gerinne, um die Scheite aus der Elsterflöße nach Poserna zu bringen. Nachdem die Gutachten vorlagen, ließ Kurfürst August 1578 den ersten Teil des Floßgrabens anlegen, aus dem dann ein ganzes System von Kunstgräben entstand, das es dann auf eine Gesamtlänge von 90 km brachte. Der Graben zweigte hinter Crossen auf kursächsischem Territorium vom Hauptstrom ab, ging westlich an Zeitz vorbei nach Poserna, wo sich der Kunstgraben mit dem Rippach-Bach vereinigte. Der mündete wiederum bei Schkortleben in der Saale. Dieser Abschnitt wurde bereits 1580 in Betrieb genommen und verbesserte nicht nur die Brennholzsituation, sondern sorgte auch für ein größeres Aufschlagwasser für den Antrieb der Solepumpen. In den folgenden Jahren wurde der Elsterfloßgraben bis Lützen verlängert. Hier verzweigte er sich erneut. Der rechte Seitenarm ging dann bis zur Luppe bzw. kreuzte die Weiße Elster und wurde bis Leipzig verlängert. Der linke Seitenarm ging zum Ellerbach. Hier lag die gewerkschaftlichen Saline Teuditz, die nun auch mit Brennholz aus der Elsterflöße versorgt werden konnte. Da der Ellerbach bei Merseburg in der Saale. mündete, wurde hier ein Stapel eingerichtet, der aus der Elsterflöße belegt wurde.

Zeitgleich begann auf dem ernestinischen Teil der Saale die Scheitholzflöße.
Einen der ersten noch erhaltenen Holzlieferverträge schloss der Rat zu Jena im Jahr 1574 ab.

Zu wissen, das heut dato der Edle und Ehrwürste Wolff Friedrich vom Thuna zu Etzelbach, an einem und Eine Erbar Rath zu Jhena anders theils, holtz halben, dasselbe sie zu floßen anhero vor die Stadt zuschaffen, zusammen kommen sind, darauff sie sich beiderseits nach gehabener unterrede, nachvolgender gestalt verglichen, das obgedachter vom Thuna zu Etzelbach aus seinen Holzmarken ahne der Sahl bereits gelegnen, eine nahmhafftige anzal guts, grobs scheid holtz wie es an diesem ort gewachssen, jedes scheid zwey Ellen lang, alles auf seine des Ehegedachten vom Thuna unkostungen ohne weniglichs nachtheil wie solchs die Fürstliche gunßt und paßbrieffe (als die hier bevor ausgebracht oder nochmals aufs neue aufgebracht werden mocht) ferner besagter Gemeiner Stadt und zu forderst der Hochloblichen fürstlichen Universität und derselben vormachen alhir zum besten, auf der Sahl zu flossen herab biß vorm Rechen, dazu der vom Thuna obgemeldte eine anzal stam holtz alhier zur stelle bringen, aber denselben rechen vor und aufzuziehen der Rath bestellen soll, zu verschaffen und vom rechen daselbst im auswerffen Claffterweis izliche Claffter in der Höhe drey Ellen dergleichen in die weithe auch drey Ellen, ohne vortheil augesatzt habende, zu mehren zeit da man im wassers halben flossen kann. Dem Rath alhir im zu zahlen der Claffter zu gewehren zugesagt, als dann, ohne des vom Thuna würde nach Raths gefallen damit zu gegebenen. Dargegen hat ehrgenannter Rath offtgedachen vom Thuna und seinen erben zugesagt, eine jede Claffter, da sie oben gezeigter maß die hohe und lange haben, und ohne vortheil sein, mit zu sechs und zwanzig groschen dankbarlichen zu bezahlen, mit dieser angeschafften zusage vielgedachten vom Thuna ietzt als balde vierhundert gulden zu beforderung des floß holtz gegen gebürliche quittung darauff zu erlegen und auff nechst Petri Pauli noch zwei hundert gulden hienach zu geben, das also zur angab dieses holtz kauffs sechshundert gulden vergnügt werden und sein sollen.
Was nun den Hinterstand des ganzen Holz so auf die Jahr anhero gefloßt und dem Rath überanthwortet und zugewehret wird, antreffen mag. Denselben Hinterstand soll und will der Rath unverzüglichen zu gutem dank alhir zu Jhena auf negst Martini Anno 74 an guter ganghafftiger Münze zu entlicher bezahlung alles des holtz, so auf das jahr durch vielgedachten vom Thuna zu floß anher geschafft und dem Rath gewehret wirt, bezahlen und vergnügen.
Dergleichen soll es auf negst folgende Jahr und jede zeit so ferne derer vom Thuna oder seine Erben Holtz zu flößen gefellig mit anschaffung der flösse und gewehrung des holtz dergleichen mit der bezahlung gehalten werden.
Alles getreulich und ohne gefehrde urkundlich und zu mehrer sicherheit ist dieser Revers gleichlautend unter einer hand gezwiefacht umbgeschrieben und nachvolgends mit vielgedachtes vom Thuna angebornen petschafft und auch des Raths Stad Insiegels zu ende wissentlich besiegelt und jedem theil eins übergeben worden.
Geschehen und geben Dornstags nachm Heiligen Pfingsten anno 1574
(Quelle ThHStA Weimar Floßsachen B 12161)

Der Jenaer Rat ließ das für die Stadt benötigte Holz von einem Waldbesitzer einschlagen, anflößen, ausziehen und auf Stapel setzen. Nach der Übergabe der genormten Stapel verkaufte der Rat das Holz durch eigene Leute. Einerseits hatte man somit ein Monopol, andererseits wurde auch der Spekulation bei Holzmangel ein Riegel vorgeschoben.

Jena war bei der Erfurter Erbteilung der ernestinischen Gebiete 1572 an den Herzog Johann-Wilhelm von Sachsen-Weimar gefallen, ebenso wie die  Ämter Saalfeld, Leuchtenburg, Dornburg und Camburg. Doch der Herzog starb ein Jahr später und für dessen minderjährigen Erben übernahm Kurfürst August die Vormundschaft und setzte in Weimar einen Statthalter ein. An diesen wandte sich der Rat zu Jena, die Brennholzflöße vom Floßzoll zu befreien.

Gestrenge Edle, erwürste hochgelahrte und hochachtbare Churfürstliche Sächsische verordnete Herren Stadthalder Canzler und Räthe. In sonderheit großgünstige und gebietende herren, auff vorgehende entbietung unserer schuldigen und gehorsamen diensten seindt gegen E. gestreng- herz- und gunsten, wir untertenigs vertrauen und zuversicht, dieselben werden sich günstiglichen zu erinnern wissen, was wir, der holzflosse halben, derer wir uns, mit dem Edlen Ehrwürsten Wolffen Friedrich vom Thuna zu Ezelbach zu beforderung gemeiner Stadt und Insonderlichkeit der hochlöblichen Fürstlichen hohen Schulen nothdurfft auff ezliche Jahr vorglichen, unterthenigsten gesucht und gebeten haben, uns zu beforderung dieses wercks mit günstigen consens und pasbrieffe nach inhalt voriger fürstlicher gunst, wie uns dieselbe, vor dieser Zeit als wir gleich gestalt vom holzflossen mit dem auch Edlen und Ehrwürsten Christoph von Thuna zu Lauenstein verglichen, gnediglichen mitgetheilt und zu bericht der sachen wie negst übersandt, günstiglichen zu bedencken und zu verfahren.
Weil wir dann bereit uns namhafftige summa geldes darauf gewant und ferner darauf wenden müssen und insonderlich auch obgedachter Wolff Friedrich von Thuna, solchs consens halben gerne verichert sein wolt. Also bitte wir , nochmals zum underdienstlichsten und vleißigsten, die umbstände und gelegenheit uns der sothanen so uns hierzu bewogen, günstiglichen zubedenken und darauf uns hierzu mit sonderbaren günstigen consens und paßbrieffe (wie vor dessen zu E. s. H. und gunsten wegen gemeines nuz, denn solchs zu gute geschieht, gar keinen zweifel wagen) günstiglichen zu versehen und mitzuschreiben.
Solchs umb E. s. H. und im underthenigkeit schuldigst gehorsams zu vordienen, erkennen wir uns nicht allein schuldig. Sondern wollen auch selbst solchs zeichen, jede zeit gantz willig und bereit befinden werden.
Dato, den 13. July Anno Domini 1574
E. s. H und gunsten schuldige gehorsame der rath zu Jhena.
(Quelle ThHStAW Floßwesen B 12161)

In dieser Zeit, als in Weimar ein kursächsischer Statthalter residierte wurde erstmals auch Scheitholz in das von Kursachsen administrierte Hochstift Naumburg-Zeitz geflößt, wie ein kurfürstliches Mandat zeigt.

Vonn Gottes gnaden Augustus herzog zu Sachßen, Churfürst.
Räthe und lieben getreuen, Euch ist wißlichen, welcher gestalt wir dem wohlgeborenen Unsern Stadthalter, Rath und lieben getreuen Graff Burkhardten zu Barby gnedigst vergönnet, das er aus Christoffern Thünens geholzen Fünffzehnhundert Klafftern nach der naumburgk flößen möge. Wann er dann auch bey Uns ferner unterthänigst angesucht, das ihm solches Zoll frey verstattet werden möge, So haben wir in ansehung das er es umb unsrer junge Vettern leicht wiederumb verdienen kann, solches auch gnedigst bewilliget. Werdet Euch derwegen hiernach zu achten wissen, ahn dem volbringt ir unsre gefellige meinung.
Datum Colditz, 31 August 1581
Augustus
(Quelle Landeshauptarchiv Thüringen Floßwesen B 12161).

Dieser Graf Burkhardt, war 1570 Statthalter der von Kursachsen administrierten thüringischen Ordenskomtureien wie Liebstädt an der Ilm und Zwätzen bei Jena, hatte das Holz ebenso wie der Rat zu Jena von den Thünas erworben. 1582 und 1584 erhielt der Graf weitere Freibriefe, woraus hervorgeht, dass bereits Holz auf der Loquitz in die Saale gebracht wurde.

Während das Herzogtum Sachsen-Weimar  und Kursachsen die Brennholzversorgungen in den Griff bekamen, litt die alte Salzsiederstadt Halle unter einem enormen Brennstoffmangel. Es drohte sogar die Einstellung der Salzprodukktion, falls man das Problem nicht lösen würde. Doch bisher waren die Bemühungen der Pfännerschaft und des Rates vergeblich gewesen, von Kursachsen Brennholz aus der Elster-Flöße zu bekommen.
Doch die Einrichtung des Merseburger Stapels der über den Elsterfloßgrabens belegt wurde, war Anlaß für einen weiteren Antrag der Pfänner und des Rates  zu Halle. Doch nun hatte der Rat sich  der (nicht uneigennützigen) Fürsprache des Administrators des Erzstifts Magdeburg, des brandenburgischen Markgrafen, versichert. Dieser brachte bei seinem „lieben Vetter“, den Kurfürsten, das Anliegen erneut vor. Nach anfänglichen Bedenken und einer Überprüfung, ob denn die Saale überhaupt für die Drift von Merseburg nach Halle geeignet sei, stimmte der Kurfürst zu und befahl seinen Beamten, mit der Pfännerschaft einen Holzliefervertrag auszuhandeln. Beide Seiten wurden rasch einig und erklärten:

Von Gotte gnaden Wier Augustus Hertzogk zu Sachßen, des heiligen Romischen Reichs Ertzmarschalk und Churfürst, Landtgraff in Döringen, Marggraff zue Meißen und Burggraff zue Magdeburgk, Vor uns unsere Erben gegen manniglich thun kund und bekennen.
Nachdem unser lieben, besonderen, die Ersamen Rathmanne Meister der Innungen und gemeinheit der Stadt Halle vor sich, dann wegen der ganzen gewerkschafft Im salzthal und gemeiner Bürgerschafft daselbsten in dem Kirchenamptt Marsburk, unlangtsen anregung gethan, das Jene von der Flöße so wier der orte angerichtet, etzliche Clafftern Holtz zur Kauff gegönnet werden möchten. Und sich darbei soviel vermercken lassen, das Inen und den Ihren wohl gedienet würde, da sie dessen ierlich eine zimbliche gutte anzahl bekommen könnten. Sonderlichen aber man dergleichen mittel zue treffen, das Ihnen dasselbe ettwas neher geliefert und off der Flöß bis gen Halle gebracht werden könnte, damit sie des beschwerlichen abholens und obermassigen Uncosten mit der abfuhr vertragt haben möchten.
Obwohl nun wohl die Flöße auff der Elster durch Gottes des Almächtigen gnädige Hülff und Segen vornemlichen unseren Landen, so des Holzes halber mangel leiden, zur trost, nuz und wolfarth anrichten lassen und aus getreuer väterlicher vorsorge nicht unbillich dahin sehen, wie denselben hinfüro beharlich geholfen und das Flößen also angestellet, damit die geholzes und walder uns und den unsern zuschaden nicht ungewonlich angegriffen, überflüssig verhauen und getilget werden mögen.
Inmassen wir dan von das und anderer mehr erfahren mögen, allerlei bedencken getragen, uns mit Inen in Verbandtliche Handlung einzulassen, sinthemal die Ihren solches bei unseren Vorfaren vor vielen und langen Jaren gleicherweiß gesucht, und doch die Flöß dazumahle aus obberührten und andern mehr bewegenden uhrsachen nicht erlangt noch erhalten könen.
Weil wir Ine aber von Ihres Herrscher Hochgebornen fürsten Herrn Jochens Friedrichen, Marggraffens zue Brandenburck und Postulirten Administratorn des Erzstifftes Magdeburck unseres freuntlichen lieben Oheimbs, schwagers und gevatters wegen mit allen gnaden gewogen und sie zue Ihrem besten gerne gefördern wissen wollen. So haben wir uns der gutten vertraulichen Correspondenz, sonderlichen Verwant- und von freundschaftlichen willens darinnen wir mit S. L. stehen, Unserer lieben getreuen Paul Gröbels, Jegermeisters und Melchior Francke , Küchenmeisters zue Marsburk befehlich gethan, die gelegenheit des Sahlstromes und wasserstraße zue beziehen. Un dieweil sie befunden, das darauff mitt der Flöß forth zukommen, und der rath zue Halle, die Innungsmeister und ganze gemeine, den Neunden Decembris abgeloffen, volgende Personen aus Ihren mitteln Jacobens Rödel und Leonhartten Zeiß, beide Rathsmeister, ehre Christoffen Dürfelden, der rechten Doctorn und Sieder um von wegen des Raths, Johan Pölner, Schulheißen und ehre Jacoben Unruhen doctorn und bornmeisters wegen der Pfänner, dan Jonas Haußner und Lucassen Zeiger, der ganzen Bürgerschafft und gemein halbens, zu fernerer handlung mit genugksamer Volmacht, gewalde und Instruction zu Ihnen gegen Marsburk abgeferttiget, mit denen sie bis of beiderseits Ratification ezliche punct abgeredet. Darumben wir auch dieselben ferner nicht difficultirn wollen, Sondern obgemeltten abgeordneten Unsern Rentmeister und auch lieben getreuen Joseph Michels zugeben und uns mit Ihnen den Hällischen, des gesuchten Holzen Kaufs halber dahin vereiniget, und verglichen , das ihnen und gemeiner Stadt Halle zue Ihrem nuz und frommen, von dato an off Sechs jahr lank die negst folgenden, als des kommenden Drey und Achtzigsten Jahres damit anzufahren, alle Jahr Acht tausent Clafftern hartten und weichen holz andereinander off unsere Uncosten durch unsere befehlichhaber und Floßmeister, bis vor die Stadt Halle, off einen darzu gelegenen Platz, denen sie selbstens darzu verordnen und den unseren anweisen werden, mit der Flöß angebracht, gelieffert und ausgesetzt, auch damit bis die Sechs Jahr off das zukünfftige Neun und Achtzigste umb sein, nachgevolget und in solcher Liefferung das hartte von den weichen Holz underscheiden und ein jeder Claffter Holz Drey Zwickauische eln hoch und breit, im Lichte eingeschlagen oder gesetzt und ein Jedes scheit Dritthalb Ellen langk gemacht werden solle,
Inmassen wir Inen dan der höhe und breitte der Claffter halben allbereitt einen Maßstab mit eissen beschlagen, mit welchen die Messung und anweisung beschehen soll, haben zustellen und oberandtwortten lassen.
Wier wollen sie auch des Zolls und gleits gegen Unsern Hauptmann zue Weide, Rath und lieben getreuen Thilo von Throta zue Scopa, wo es noch sein würde vertretten, und schadlos halten.
Den Floßmeistern auch ufflegen, das sie die Clafftere nicht Vortelhaftigk setzen und derb einschlahen und den scheitten an der lange nichts abbrechen sollen. Uff den fall aber do solcher oberschritten und an uns gebracht, Ernstes einsehen haben und dasselbe abschaffen.
Dargegen sie sich wiederumb verpflichten das Holz so wier der orte off der Flöß anbringen lassen werden, diese Sechs Jahr ober von uns anzunehmen, jedens Claffter Hartholz mit Dreyen gulden und das weiche mit Zweyen gulden und Sechs groschen zu bezahlen.
Und wiewohle die bezahlung darfür gegen der lieferung und abnehmung, also bald bahr, Zwey theil mit gutem wichtigen Golde und der dritte theil mit andern guten neu erschlagener Thalergroschen beschehn sollen. Weile sich aber belegett, das bei Inen keine sonderliche Handlungen, und die Fuhrleuth und Karrner, so das Salz abhollten, damit sie dasselben loß wurden, gemeinigklich nur mit münz bezahlten, das die zue dem Golde sehr schwerlich und ubel kommen konten, so haben wir gnädigtst geschehen lassen, wan sie sich soviel moglich bemühen und über angewantten Vleiß die bezahlung der zweyer theyl an golde, den Ungarischen zue Sieben und dreißigk und den Rheinischen zue Sieben und zwanzigk groschen nicht vollig zue wege bringen und haben können, das sie die obermaß und abgang mit Silberner groschen Reichsmünz ersezen und abtragen mögen. Welches sie alßo bewilliget.
Sonderlichen aber haben sie zugesagt und versprochen, daß wier die bezahlung nicht einzlichst zu fordern oder bei sonderbahren Personen zu suchen schuldigk sein sollen, Sondern der rath zu Hall und Ire nachkommen wollen dafür selbschuldig gegen uns haften, uns und unsern Erben, die Acht tausent Clafftern Holzes und was wir darüber off Ihr underthänigst weitter suchen anbringen lassen werden, Jerlichen zum halben theile off der Leipziger Ostermarkte und den andern halben theil off deren Michaelismarkt vor endung der zahlwochen in unsere Cammer zu Leipzigk an wehrung wie obbemeltt bezahlen, darmit auff den Michaelismarkt des Dreyen Achtzigsten anzufahen und alß von halben Jahrs markten zu markten nachfolgen, so lange der Contract wehret und bis wir des angebrachten Holzes in einem Jeden Jahre besonder wieviel dessen darinnen ankommen, volkomblich befriedigett und Vergnüget.
Den Floßmeistern und ihren Arbeittern zue denen Auswerffen und Aufsezen des Holzes, alle gutte förderung erzeigen und niemandes nachsehen das er sich zue Inen müssigen Inen oder den Ihren wieder der billigkeit verdrießlich, hinderlich und beschwerlich sein möge.
Den Holz Plaze darauff man das Holz vor Halle auswerffen solle, auff Ihren Uncosten auffkauffen, verwahren und uns denselben darzu so lange dieser Contract weret vergönnen. Und nachdem eine notturfft das der Floßmeister schleunigk wiederumben gefördert, dieselben mit dem abnehmen nicht verziehen oder lang auffhaltten, sondern aufs aller erste als es möglich, wan sie mit dem Holz angelengen, dasselbe nun gelegt und eingeschlagen, solches von Inen annehmen, Inen unter des Rathssiegell gebührlich bekendtnis und Verpflichtungen wan und wieviel sie jedermahl geliefert, darüber zustellen, damit man sich in der bezahlung darnach zu achten, und die Floßmeister die lieferung des Holzes damit zu belegen. Solche bekendtnis sollen dem Rath wan sie gelediget und die bezahlung geschehen, hinwieder eingegeben und befriediget werden.
Das holz aber so bald es eingeschlagen und in Clafftern gebracht, nicht mehr in der Floßmeister sondern des Raths Innungsmeister und Gemeine Verwahrung bleiben und stehen, und daß dan davon viel oder wenigk kommen, verwirkt oder verlohren werden möchte, solche ohne unsern und der Floßmeister schaden zugehen und uns die bezahlung darfür nichts wenigeres gefolgen.
Und nachdem der wasserstraßen durchtreibende und flöße halber, unser freundlicher lieber Oheimb, Schwager und gevatter der Herr Administrator des Ertz-Stiffts Magdeburk soweit S. L. gebiete und fürstliche Regalien gehen, uns dieselbe freundlich nachgesehen. Als soll hiergegen S. L. und derselben Ertzstiffte an derselben Landesfürstlicher Hoheit und gerechtigkeitt hierdurch nichts benommen sein.
Und damit dieser alles stete vest und unverbrüchlich gehaltten dem also nachgesezt und nachkommen werde, haben wier in diese unserer abgesandten geschlossenen Handlung, vor uns und unserer Erben volständigk gewilligett, inmassen mehrgemeldte Rathmanne, Meister der Innung und gemeinheit der Stadt Halle sowohl der Pfanner und gemeiner Bürgerschafft abgesandte mit obergebung Ihrer Volmacht soviel Jedestheils in obmeldten Puncten betrifft gleichermaß gethan.
Und zue uhrkunde und mehrer bekräfftigung diese vereinigung und geschlossenen Holzkauff zweifachen lassen, beide theil mit unserm Secreth besiegelt und mit eignen handen underschrieben.
Welches von dem Rath zue Halle mit auffdrückung des Raths und gemeiner Stadtinsiegel sowohl der abgesantten gevolmächtigten Petschafften gleicher gestald geschehen underschrieben uns ein theil und das andere berührten Rath zugestellet worden.
Geben zue Marsburk nach Christi unsers lieben Herrn und seligmachenden geburth, Montags den Siebenzehenden Decembris des Fünffzehnhundertsten und Zwei und Achtzigsten Jahre
(Quelle Sächsisches Hauptstaatsarchiv Dresden 10001, Ältere Urkunden Nr. 12124).

1583 kam wurde erstmals Brennholz auf der Saale von Merseburg bis zum Rechen der Stadt Halle gebracht. Das vereinbarte Jahreskontingent von 8.000 Klaftern (nach heutigem Maßstab rund 40.000 Festmeter) wurde unter Aufsicht von kursächsischen Floßbeamten von kursächsischen Untertanen ausgeschleppt, auf Stapel gesetzt und nach der Vermessung der Pfännerschaft übergeben.
Das Holz steigerte die Salzproduktion und ein großer Teil wurde nach Kursachsen gebracht. Damit konnte die Salzversorgung stabilisiert werden und Kurfürst August nahm vom weiteren Ausbau der fiskalischen Salinen Abstand. Die Saline Artern, die er erst fünf Jahre zuvor erworben und mit erheblichem Aufwand ausgebaut hatte, verkaufte er für 40.000 Gulden den Grafen von Schwarzburg. Die ließen die unliebsamen Konkurrenz für die Saline zu Frankenhausen eingehen. Die Saline Poserna wurde ebenfalls 1585 eingestellt und der dorthin führende Abzweig des Elsterfloßgrabens wieder zugeschüttet. 1586 starb Kurfürst August und sein Sohn und Nachfolger Kurfürst Christian verkaufte kurz darauf auch noch die fiskalischen Anteile an der Saline Teuditz.

Der beiderseitige Vorteil unter der Maßgabe „brinstu Holtz, kriegst du Saltz“ führte bereits 1588 zu einem Anschlußvertrag. Diesmal sollten innerhalb von 10 Jahren insgesamt 150.000 Klafter angeflößt werden. Doch das erwies sich als problematisch. Widriges Wasser der Weißen Elster und Wetterunbilden behinderten immer öfter die ordnungsgemäße Flöße. Außerdem reichte nun der Elsterfloßgraben über Pegau hinaus bis zur Pleiße und der Leipziger Holzhof wurde teilweise aus der Elsterflöße belegt. Zwar hatte Kursachsen zusätzliche Lieferverträge mit den Geraer Reußen abgeschlossen, doch das reichte weder für den eigenen Bedarf noch für die Erfüllung des Vertrages mit der Pfännerschaft. Bereits in der Hälfte der Vertragslaufzeit befand sich Kursachsen mit über der Hälfte der vereinbarten Menge in Rückstand.
Da verstarb Kurfürst Christian I. 1591 und für seinen minderjährigen Sohn Christian II. übernahm der Herzog von Sachsen-Weimar Friedrich-Wilhelm die Vormundschaft und damit die Administration Kursachsens. Damit fiel ihm die Aufgabe zu, wie man die Lieferrückstände Kursachsens aufholen könnte. Die Lösung war die Einrichtung der weimarischen Brennholzflöße auf der Saale über Naumburg hinaus bis nach Halle. Um die erforderlichen Mengen überhaupt abzuflößen, vereinbarte er mit den Schwarzburger Grafen im Jahr 1592 die ungehinderte und zollfreie Flöße von Scheitholz aus dem Amt Saalfeld durch deren Gebiet. Der Vertrag hatte eine Laufzeit von 30 Jahren und bot damit auch eine hinreichende Planungssicherheit. Im Gegenzug lieferten die Grafen von Schwarzburg aus ihren Wäldern erhebliche Mengen an Holz, nicht für die Saale- sondern für die Ilmflöße. Ihr Waldreichtum verwandelte sich in klingende Münze.
1593 vereinbarten dann die herzoglich-weimarischen Floßbeamten mit der halleschen Pfännerschaft die Lieferung von 180.000 Klafter in den kommenden 15 Jahren.
Um die Flöße sicherer zu machen, wurden alle an der Saale gelegenen Ämter und Stifte sowie deren Untertanen anweisen, die Flöße nicht zu behindern, oder die kurfürstlichen Regale zu schmälern. Dazu wurden regelmäßige Floßmandate erlassen.

Von Gottes Gnaden, Wir Friedrich Wilhelm, Hertzog zu Sachssen, Vormund und der Chur-Sachssen Administrator, Landgraff in Düringen und Marggraff zu Meissen et. fügen hiermit allen und jetzlichen Prälaten, Haupt und Amptleuten denen von der Ritterschaft, Verwaltern und Schössern, Räthen in Städten und in gemeien allen Unterthanen des Stiffts Marßburgk (Merseburg) zu wissen, daß Wir entschlossen, dieses Jahr abermals ein Anzahl Scheite aus Unsern und des Hochgebornen Fürsten unsers freundlichen lieben Bruders und Gevatters Hern Johannsen Hertzogen zu Sachssen et. Erblanden uff der Sahla bis gegen Halle flössen zu lassen.
Befehlen Euch demnach in Vormundtschafft des auch Hochgebornen Fürsten unsers freundlichen lieben Vetters und Pflegesohns Herrn Johans Georgen Hertzogen zu Sachsen et. und alß Postulati des Stifftes Marßburgk hiermit Ihr wollet unserm Floßmeister berürt Flössen nicht allein ohn einige Verhinderunge nachlassen und verstatten sondern auch ewer jeder bey seinen befohlenen und aigenen Unterthanen vorschaffen damit von solchen Flößholtz nichts verunträwet, oder do sich solcher Holtzdeuben einer oder mehr unterfangen würde uff Ansuchen unsers Floßmeisters ihme nicht alleine bey denselben die Haußsuchung vorstatten, sondern auch solche Vorbrechere nach Gelegenheit der Vorwirckung in gebührliche Straff nehmen. Doran geschieht unsere gefellige Meinunge. Zu Urkund mit unsern hierauff gedruckten Fürstlichen Secret wissentliche besiegelt.
(Quelle Thüringer Hauptstaatsarchiv Weimar, Floßwesen B 12161)

1594 wurde dann erstmals Scheitholz auf Rechnung der herzoglich-weimarischen Rentkammer auf der Saale bis nach Halle gebracht.
Doch es gab hier ein Problem. Die kurfürstliche Elsterflöße hatte den Vorrang vor der Saalenflöße. Erst nachdem das Holz aus dieser Flöße in Halle auf Stapel stand, durfte die herzogliche Flöße beginnen. Denn wenn  sich die Elsterflöße verzögerte, hatte die Saaleflöße das Nachsehen, denn die Monate mit „guten Wasser“ waren vorbei. Unwetter und anschließende Überschwemmungen sorgten außerdem dafür, dass die Scheite auf den Uferwiesen liegen blieben und trotz aller Kontrollen und strenger Strafen dem um sich greifenden Diebstahl nicht wirksam begegnet werden konnte.
Man musste also nach einer Lösung suchen, um das Holz soweit als möglich saaleabwärts zu bringen, um die Zeitspanne zur Elsterflöße möglichst gering zu halten. Daher wurden die anliegenden kursächsischen Ämter und Stifte aufgefordert praktikable Vorschläge für eine geeignete Örtlichkeit zu machen. Schließlich war es der Naumburger Rat, der vorschlug, den Kösener Wehrdamm mit einem „Aufsatz“ zum Aufhalten der Scheite zu versehen. Daraufhin befahl der Herzog:

Von Gottes Gnaden Friedrich Wilhelm Hertzogs zu Sachßen, Vormundt und Cur-Sachßens Administrator
Beste und und hochgeehrte Räthe und liebe getreue, beyliegendt werdet Ihr befinden, was wir unlengstens unsere in Vormundschafft Cammerräthen und Renthmeister zu Dreßden wegen eines Auffanges, deßen der Rath zur Naumburgk am Mühlenwehr zu Kösen befugt sein will …. und Sie uns darauff hinwieder underthenigst berichtet.
Wann dann dieser dinge vermittelst einer Commission am füglichsten gebührlicher maße gegeben werden kann, und Wir darzu wegen unserer geliebten jungen vettern und Pflegesöhne besage beiliegender Abschrift unsern geheimen Rath und Haubtleute zu Weißenfels und Freyburgk, Hansen von Wolfferdorffen und Hanß Georgen von Osterhausen …. dem Ambtshaupt zu Weißenfels deputirt.
Als begehren wir für uns und den Hochgebornen Fürsten unsern freundlichen lieben Bruder und Gevatter Herrn Johann Herzogen zu Sachsen pp. hiermit, Ihr wollet an unserer und S. H. stadt nach eurem ermessen gleichergestalt iemands verordnen, der berurter Commission beywohnen und darbey unserer und S. H. notturfft in guter acht haben mögen.
Daran volbringt Ihr unsere gefallige meinung und wir seindt Euch mit Gnaden gewogen.
Datum zur Fröhlichen Wiederkunfft den 28. Septemb. 1599
Joh. Wilh. Sächs.

Die Örtlichkeit eignete sich offenbar, doch die Umsetzung verzögerte sich. Ein Grund dürfte der Tod Herzog Friedrich-Wilhelm I. im Jahr 1601 gewesen sein und die folgende Erbteilung des Herzogtums Sachsen-Weimar, wobei Johann der Bruder Friedrich-Wilhelms das verkleinerte Sachsen-Weimar behielt und aus den ostthüringischen Ämtern das Herzogtum Sachsen-Altenburg gebildet wurde, dass die Söhne Friedrich-Wilhelms erhielten. Da sie noch minderjährig waren, wurde ihrem Oheim Johann die Vormundschaft übertragen. Doch kurz darauf starb auch er. Seine Erben waren ebenfalls noch minderjährig, weshalb nun Kurfürst Christian II. in beiden Herzogtümern die Vormundschaft und damit die Administration übernahm.
Auf die mit den Schwarzburgern und der Pfännerschaft abgeschlossenen Holzverträge hatte die Landesteilung keinen unmittelbaren Einfluss, denn beide Linien übernahmen zur Hälfte die Floßregale auf der Saale unter Beibehaltung der bestehenden Verträge.

Im Jahr 1604 stellte die herzoglich-weimarische Kammer fest, dass der 1593 mit Halle abgeschlossene Vertrag immer noch nicht erfüllt sei. Daraufhin wandte sich die Pfännerschaft an den Kurfürsten. Trotz mancherlei Bedenken seiner Kammerräte genehmigte Kurfürst Christian einen weiteren  Zehnjahresvertrag über insgesamt 100.000 Klafter. Das Holz sollte aus der Elsterflöße kommen. Darüber hinaus verpflichtete sich der Kurfürst, die Anflöße der noch ausstehenden Mengen aus dem herzoglichen Vertrag auf der Saale zu gewährleisten.
Doch 1608, als der Vertrag von 1593 endete, fehlten von den 180.000 Klaftern. Rechnet man noch die 10 % Prozent „Waldeingabe“ zum Ausgleich des unvermeidlichen Schwundes dazu, fehlten an die 45.000 Klafter.
Derartige Verluste wollten und konnten die Rentkammern von Sachsen-Weimar und Sachsen-Altenburg nicht hinnehmen. Die Pfännerschaft bestand auf die Einhaltung der Verträge und Kursachsen war nicht in der Lage aus eigenem Aufkommen die Fehlmengen auszugleichen. Dazu kam, dass der Bedarf der Ämter an Saale und Weißen Elster stetig stieg. Man brauchte eine Lösung, die die herzoglichen und kurfürstlichen Regale und Gerichte nicht beeinträchtigte und gleichzeitig eine bessere Kontrolle der eingegebenen und ankommenden Holzmengen gewährte sowie den Diebstahl unterband. 1609 lag der erste Vertragsentwurf über eine gemeinsame Flöße, die „Commun-Flöße“ auf der Saale vor und noch im selben Jahr erfolgte die praktische Erprobung.
Dazu wurde unterhalb des Wehrdammes auf einer von der Schul-Pforte gepachteten Wiese entlang der kleinen Saale ein Stapel eingerichtet. Das sich vor dem Aufsatz des Wehrdammes stauende Holz wurde zur der kleinen Saale dirigiert, wo es dann ausgeschleppt und in genormte Stapel gebracht wurde. Dann übergab der herzogliche Floßbeamte dem kursächsischen Beamten das vermessene Holz gegen Quittung. Der Einwurf in den Scheitbach und die Weiterflöße nach Halle übernahmen nun die kursächsischen Beamten.
Allerdings erwies sich nun der Wehraufsatz als ungeeignet, auch wenn die Krümme den ankommende Scheiten den Schwung nahm. Bei höherem Wasser ging zuviel Holz darüber hinweg und die vereinbarten Mengen erforderten eine stabile Auffangkonstruktion. Dazu wurden oberhalb des Dammes die Ufer befestigt und quer zum Strom ein Rechenbauwerk errichtet, das dem gegenüberliegenden Bergsporn zu seinem Namen verhalf. Ein Teil des Rechens ließ sich „verziehen“, d. h. öffnen, um im Frühjahr und Sommer die Langholzflöße auf ihrer Fahrt zu den saaleabwärts liegenden Holzmärkten durchzulassen.
Für die von der Land-Schule gepachteten Plätze, die zudem noch den Vorteil hatten, dass sie nicht unmittelbar von höheren Wasser betroffen waren, erhielt die Schule einen bestimmte Menge an Brennholz aus der „Commun-Flöße“.
Am 24. April 1611 unterzeichneten die Floßbeamten in Leipzig den ausgehandelten Floß-Holz-Kontrakt. Die Herzogtümer versprachen 225.000 Klafter in den kommenden 15 Jahren zu liefern. Kursachsen verpflichtete sich zur Abnahme und Bezahlung. Außerdem versprach man, zuerst die mit Halle vereinbarten Mengen abzuflößen und erst danach die eigenen Stapel zu belegen.

Des durchlauchtigsten Hochgebornen Fürsten und Herrn, Herr Christiani dieses Namens des andern, Herzogen zu Saxen, Jülich, Cleve und Bergk, des Heyligen Römischen Reichs Erzmarschalck, Churfürst, Landtgraffen in Düringen, Marggraff in Meißen undt Burggraff zu Magdeburgk, Graf zu der Marck undt Ravensburg, Herr zu Ravenstein unsers gnedigsten Herrn.
Wir Verordnete Cammerrath undt Renthmeister, Siegmundt undt Hanß von Berbißdorff, dann Johann Meißner, desgleichen wie in Churf. Vormundtschaft junger Vetter undt Pflegesöhne, der Herzogen zu Saxen, Jülich, Cleve und Bergk, Gebrüder undt Gevattern Altenburgischer und Weymarischer Linien beyder Cammerrähe undt Renthmeister mit Namen Georg Albrecht von Krombsdorff undt Michael Hartmann zu Altenburg, dann Wolff Philip von Traxdorff undt Johann Euander zu Weymar hiermit thun kundt undt bekennen, Alß der Durchlauchtigte so Hochgeborene Fürst undt Herr, Herr Friedrich Wilhelm, Herzogk und geweßener Administrator von Chur-Sachßen vor sich undt Ihro F. S. Bruders den auch Durchlauchtigten Hochgebornen Fürsten undt Herrn, Herrn Johannsen, Herzogen zu Sachßen, weilandt unsere gnedigste und gnedige Herren, Hochseliger Gedechtnis am 4. July des verfloßenen 1593 mit dem Rath zu Halle einen Holtz- undt Floß-Contract des Inhalts schließen laßen, das Ihre F. S. gnedigtser bewilligt, der Stadt Halle in zwölff Jahren nacheinander Einhundertundtachtzigtausendt Clafter of dem Sahlstrohm gegen deren Bezahlung zu liefern. Immaßen denn bey Ihres Fürstl. S. Leben auch seindt davon selbigen Absterbens bis zu Ende des 1608 Jahrs der Stadt 153.258 Klafter angeflößt und überantworttet worden.
Und sich aber ezliche Jahr hero mit dieser Flöße allerhandt Hinderung begeben undt zugetragen, vornemlich aber S. F. H. mit dem Holz bis zu Endt der Churfürtsl. S. Flößen undt Verrückungk der beßten Floßzeit ufm Waßer liegen undt darn großen Verlust und Abgang leiden und ertragen müßen. Darzu auch kommen, daß wir die altenburgischen und weymarischen Cammerräthe und Renthmeister mit vorbewußt Hochgedachtes Herrn Vormundes Unsers gnedigsten Herrn von denen von Waldenfels von neuen eine stacke Summe Claffter Scheit, solches gleichergestalt insgesambt uf der Sahlen abzuflößen, erkaufft. Das wir uns demnach nicht allein zu Vergnügen das Hinderstandts den Rath zu Halle sonders auch Zuvorhandlung des neuen erkaufften Holzes umb verhoffentliches Nutz undt frommen Willens, der Fürstlichen Jungen herrschaft zur Altenburgk undt Weymar, mit mehr Hochgedachten Churfürsten, unsers gnedigsten Herrn verordneten Cammerräthen undt Renthmeistern, eines sondern Floß- und Holtz Contracts, bis auf Ihr Churfürstl. Ratification, volgendermaßen vereinigt undt verglichen, das von wegen unser gnedigen jungen Herrschaft, wir bewilligt, den Haupttheil in dem nechsten 15 Jahren von dato an, nemlich ao. 1612 bis ao. 1627 sinthemal des instehenden Jar, die Flöß wegen des zu geringen Waßers eingesteldt werden müßen, 225.000 Clafftern hardt- und weich Holz durcheinander wie es die Gehau iedeßmal geben werden, als iedes Jahr soviel wie möglich Fünffzehntausendt Clafftern auf und ab, oberhalb der Pfortta auff den unter der Kößner Brücke gelegenen Platz zu liefern, wie dann die Fürstlichen Floßbefehlichshaber das Holz in rechte vollige tüchtige Claffter deren iede drey Zwickauische Ellen langk und drey derselben Ellen hoch, alß nach dem Maßstab wie derselben von Churfürst August, glücksseliges Gedechtnis, mit Eißen beschlagen offs Rathhaus zu Halle übergeben ist, sezen laßen. Auch die Holzsezer im Beysein des Churfürstl. Floß-Schreibers mit einem Eyd oder ihn of ihr Gelübnis und Zusage an Eydes stadt bestellen sollen, mit scharffen Vermahnungen das Sezen und Einschlagen ohne Vortheil und Betrugk zu vorrichten auch die kurzen zu stoßen gebrauchen undt faukle Scheidt sowohl die Klöppel wie es bißhero zu Halle geschehen auszuschießen undt in abgesonderte Claffter zu sezen wie das der Churf. Floßschreiberey selbst oder durch einen oder mehr Persohnen das aufgeben haben mag, das mit diesen alles gemeldtermaßen treulich umbgegangen werde, wir wollen daran sehn, das die Anflößung und Aussezung des Holzes soviel möglich in der Fasten undt Frühlingk zeitlich geschehe auff das man nach Gelegenheit der zeit die Vorflöße ehe das Churfürstl. Floßholz uf der Elster herunter kombt, bis gegen Halle haben, auch hartes und weiches wie es eingeworffen, durch einander gehen möge, das harte nicht in Gehau vor die andern Stedte flößen laßen, noch Vorstedten, das es underwegs ausgesondert werde, sondern wo man vor die Altenburgischen undt Weymarischen Städte etwas aussetzen wollte, soll man denselben Jahr Holz, beides weiches undt hartes wie es die Flöße undereinander gibt, uf einmahl nacheinander ausziehen laßen.
Mehre sich auch im wehrenden Contract begeben undt zutragen, das in großen unversehenen Waßerfluten, den rechen uf der Sahla welches doch Gott verhüte, brechen undt das Holz uffn Strom entschwimmen, so soll den Sächsischen nachgelaßen sei, ein solchen Nothfall der Ämbter undt Schulen Unterthanen umb Hülff anzumahnen, das Holz n den Uffern auszuziehen undt zu erwarten durch denn Rath zu Weißenfels zu ersuchen, das Holz mit Vorhangen undt sonst vor der Brück soviel sichs leiden will auffzuhalten, immaßen den auch von Ihr Churfürstl. S. den Unterthanen so an der Sahlen wohnhaffttigk, so wohl alß dem Rath zu Weißenfels gnedigts befohlen werden soll, sich hierinnen aller unweigerlichen Gebühr undt Beförderung zu erzeigen, doch das auch dem Rath wegen ihrer Brücke nach Gelegenheit ihres erlittenen Schadens gebürliche Vergleichung geschehe.
Soviel Claffternscheidt nun auff dem Pfortischen Grundt undt Boden undter der Kößner Brücken richtigk undt zur genüge gesezt und geweret werden, soll höchst gedachtes Churfürsten unsers gnedigsten Herrn bestellter Floßschreiber geholdt, übernehmen undt die Sächsischen iedesmahls darüber genugsamen quittieren doch das allemahl eine solche Summe Claffterscheidt zusammen gesezt und eingeschlagen werden, das der Churf. Floßschreiber an den Holze eine rechte Flöße (sinthemahl er mit einer geringen Summe uffn Strohm nicht fortkommen kann) haben möge.
Undt wir die Fürstl. S. Cammerräthe undt Renthmeister haben wegen unser jungen Herrschafft mehr hochgedachten Churfürsten unsers gnedigsten Herrn jeden Claffterscheidt die ihre Länge haben undt obberührtermaßen untadelhafftigk befunden, uff der Stell umb und vor Siebenundtdreißig Groschen an meißnischer Wehrung, unterthänigst zugeschlagen, darumb auch wir die churfürstl. Cammerräthe undt Renthmeister solch Holz an Ihr Churf. statt angenommen, mit dieser fernern Erklärung möchte sichs zutragen, das in großen Fluten ezlich Holz zwischen der Pfortte undt Weißenfels ausgezogen oder aber in diesen fall oder sonst zu Weißengfels ausgesezt undt eingeschlagen werden, das ihre Chirf. der Sächsischen Cammer iedes Clafter gleichfalls im obbemeldten Werth bezahlen sollen. Jedoch ist hierbey von uns aus beiderseits abgehandelt sintemahl all dies Holz vor die Stadt Halle gemeinet undt disfals offenbar undt am Tage, was die junge Herrschafft bis uff diese Zeit underwegs bis gegen halle beides von den großen mit einfallenden Wasserfluten sowohl auch von untreuen diebischen Leuten vor mercklichen Abgang erlitten. Also das ihr Churf. alles gelieferte und übergebene Holz undt also auch den großen Abgang welcher gegen Halle ankombt undt dafür ihre Churf. D. nichts empfahen in dessen Contract umb der Siebenundtdreißig Groschen nicht bezahlen können, das die Sächsischen ihr Churf. D. vor diesen Abgangk und Abzugk auf iedes Tausendt sechzigk, ufs hundert aber sechs, und bey fünffzigk drey Claffternascheidt zu erlassen bewilliget, die ihre Churf. D. auch bey den Zalungs-Terminen gebürlich zu gute getan oder abgerechnet werden sollen.
Was aber nunmehr berührten großen Fluten oder wan die Floßgebäude Schaden nehmen ufn Strohm bis gar gegen Halle entgehen undt alda ausgesezt werden möchte, uf daßelbe sollen diese sechs Claffter alß hundert nicht gemeinet sein sondern die Clafftern den Fürstlichen Cammern zu siebenundtdreißig Groschen bezahlt, jedoch der Ausziehe- undt Ausschlage-Lohn an allen Orthen von den Sächsischen getragen undt entrichtet werde.
Anlangen aber die kurze zubrochne undt zerstoßene Schidt so bey der Pfortte oder unterwegs ausgeworffen undt in Clafftern abgesondert gelegt werden, wollen ihre Churf. D. gleichfalls behalltten undt den Sächsischen vor iede Clafftern sechsundtzwanzigk Groschen entrichten, darumb auch die Sächsischen Befehlichenhaber durch unß keine Handtierungen an allen diesen Orten mit den Holzstielen oder Schalen unter was es wolle, nicht treiben dürfen.
Alß aber der Churf. Schulen zur Pfortte mit diese Flöß sonderlich mit dem Waßer undt Uffer- Gebäuden auch mit Vorstattung des Raums zu dem Aussezen allerhandt Schaden zugefügt werden wirdt, so sollen undt wollen wir der Sächsischen Landtes Schulen vor die Verstattung des Rechenbaus undt wilden Grabens auch des Stroms so lang dieser Contract werdt, jerlich Achtzigk Claffterscheidt auf der Stelle (doch Ihre Churf. D. wie das andre Holz aussezen, einschlagen undt übergeben) uf das Verwaltters Quittung überantworttet in großen Waßer oder sonsten an Weere, Brücken auch Grundt, Boden oder Früchten von dieser Fl0ß augenscheinlich wiederfahren möchte nach billichen Ermeßen erstatten, dagegen aber auch den Sächsischen unbenommen sein soll uf den Plaz da vor alters her eine Scheffer- Wohnung gestanden ein Haus mit zweyen Stuben, da sich die Diener undt Arbeiter beholffen können uf ihre Kosten zu erbauen, doch das sich niemandes in denselben( weil es allein dem Verwalter der Schulen zu Nuz zu verstatten zuständigk) anmaßen oder understehe. Es sol auch berürte Haus wan die Flöß künfftigk wiederumb aufhören würde der Schule, weil es der jüngern Herschaft nichts mehr Nuz, wann sie es bedürffen, wo nicht aus Gnaden doch gegen billiches leidtlicher Bezahlung verbleiben.
Alles auf diesen Contract den Frühling über gelieferte Holz aber, ihre Churf. D. den jüngern Vettern und Pflegesöhnen, jehrlich uff zwey Fristen, nemlich zu einer Helffte uf Martini, zur andern Helffte aber uf Faßnacht des vorgangenen Jares an solcher Münz wie sie der rath zu halle bezahlet zur Naumburgk gegen den Renthmeister zu Altenburgk und Weymar Quittung bezahlen laßen mit diesen Unterschiede da sich Ihro Churf. D. mit dem Rath zu Halle wann sie ihres hinderstelligen verschriebenen Holzes vollendt vergnüget worden umb das andere Holz eines neuen Contracts undt also auch neuer billicher Zahlungs-Termine undt Münzsorten (doch das solche der meißnischen Wehrung nicht angemeßen) vergleichen möchten, das sich Ihro Churf. D. junge Vettern damit begnügen laßen sollen. Dagegen dan Ihre Churf. D. erbötigk sein dem Rath den Rest von diesen einhundertundtachtzigktausendt Clafftern umb den Kauff wie es dan anno 1593 beschloßnen Contract vermagk, vollendt anzuflößen undt zugewahren undt sonst ingemein das zu Naumburgk undt Weißenfels oder underwegs überlieferte Holz uf Ihre Churf. D. Weißen wieder einwerffen undt vor die Stadt Halle oder Ihro Churf. D. eignen Unterthanen wie es die Nothdurfft erfordert ohne ihren jungen Vettern ferneres Zuthun flößen zu laßen. Inmaßen dan Ihro Churf. D. in allen freystehen soll, wann mehr gehörter Sächsischer Contract erfüllet ist, mir diesem Holz ihres Gefallens zu thun undt zu laßen.
Da auch die Fürstl. Cammerräthe und Renthmeister oder dero Nachkommen wegen ihrer Herrschaft alle fünffzehn Jahr die obverschriebenen fünffzehntausendt Claftern vorab nicht, aber auch bisweilen ein mehreres, doch das es über siebzehtausendt Clafftern nicht sey, liefern würde, solches von Ihro Churf. D. wegen nichts weniger angenommen werden.. Allein da sich bey Endung des 15. jahr befunden würde, das etwas an der ganzen Summe ein rest verblieben, das die Sächsischen demselben Hinderstandt in den Wochen des haues nochmals ersezen, dagegen Ihro Churf. D. die Übermaß in der iezigen verwilligten Bezahlung auch behaltten sollten.
Wie nun wir beiderseits Chur- undt Fürstliche Cammerräthe undt Renthmeister diesen ganzen Contract in vorschienen 1609 Jahre anders nicht dan, das es von ihnen zweyer Versuche, darnach aber wann sie denselben dermaßen das Erleidens der Chur- undt Fürtsl. Theil zuträglich undt nüzlich befinden möchten die ganze Zeit über kräfftigk undt bündigk sein, dan von viel Höchstgedachten unsern gnedigsten Herrn vor sich undt in Vormundtschafft gnedigst ratificirt werden sollt, beschloßen.
Alß haben wir auch nunmehr nach Abschließen dieser zwey Jahr undt in Erwegung das dieser Floß Contract der Fürstlichen jungen Herrschafft nach Gelegenheit wieder incommodiren so Ihre F. D. Hern Vätern christseliger Gedächtnis in den vorigen jahren wegen der unterschiedlichen Churf. undt der beyden Stifft Naumburgk undt Merßburgk Jurisdiction undt Gerchtsbarkeit dadurch sie mit großem Abgang des Holzes undt andrer Stattungen Flößen müßen nüzlich undt zuträglich diese ganze Handlung in diesen Contract auff die künfftigen fünffzehn Jahr unter einer Handt zwiefach verfasset und zu Endt das allen unser angeborne undt gewöhnliche Petschafftens aufgedrückt uns auch mit eigenen Handes unterschrieben undt unter dem an das mittelst in Gott Vertrauen von Krombsdorff statt, ich Daniel von Wazdorff sein Successor, jedoch und undt unsern Erben ganz unschadtlich in alerwege aber auch bis uf Ratfication undt Vollziehung, gedachtes Churfürsten unsers genedigsten Herrn, so geschehen undt geben zu Leipzigk am 24 Montagks Aprilis nach Christi unsers Heilandts undt Seligmachers Geburth in Eintausendsechshundertundteilfften Jahre.
Johann Meißner Johannes Euander
Hans von Berbisdorff Michael Hardtmann
Sigmund v. Berbisdorff Wolff Philip von Draxdorff
Daniel von Wazdorff
(Quelle Thüringisches Hauptstaatsarchiv Floßwesen B 12162)

Kurfürst Christian II. genehmigte noch kurz vor seinem Tod den Vertrag sowohl für Kursachsen  als auch als Vormund der Linien Weimar und Altenburg. Da Kursachsen nun die von der Commun-Flöße eingebrachten Scheite am Kösener Stapel übernahm, war es unwichtig, ob das Holz für Halle aus der Elster- oder Saale-Flöße kam. Somit entfiel die hinderliche Regelung der Vorflöße. Den Pfännern war es egal, Hauptsache die vereinbarten Mengen wurden geliefert, wobei die Mengen aus der Elsterflöße immer geringer wurden und schließlich ganz eingestellt wurden Die Verbindungen über den Rippachbach und den Ellerbach zur Saale wurden verfüllt. Aus dem Elsterfloßgraben wurden die Salinen Teuditz und Kötzschau, sowie Lützen, Pegau und nicht zuletzt der Stapel zu Leipzig belegt.
Neben der „Commun-Flöße“ auf der Saale durften die Herzogtümer "wie hergebracht"  saaleabwärts bringen. Allerdings entfiel hier die Belegung des Kösener Stapels.
Nach dem Zustandekommen der „Commun-Flöße“ wurde am 24. Januar 1612 ein weiterer Holzliefervertrag mit der Pfännerschaft und dem Rat zu Halle abgeschlossen.

Von Gottes gnaden Wir Johann Georg, Hertzog zu Sachsen, Jülich, Cleve undt Bergk, des Heiligen Römischen Reichs Erzmarschall, Churfürst, mit deßelben Reichs in den Cammern des Sächsischen Rechten, mit an Endes in solchen Vicariat gehörende dieser Zeit Vicarius vor Uns mit sonsten gegen männiglich thun kundt undt bekennen:
Demnach der auch Hochgebohrene Fürst und Herr Christian dessen Nahmens der zweite Herzog und Churfürst zu Sachsen, Löblicher und christseliger gedechtnis durch S. verordntet Cammer-Räthe und Rentmeister Siegmund undt Hanßen von Berbißdorff, dann Johannes Meißners mit S. H. in Vormundtschafft bestellten Cammer-Räthen undt Rentmeistern zu Altenburgk und Weymar, George Albrecht von Kromßdorff, Wolff Philippen von Traxdorff, Michel Hartmann undt Johann Euander eines schrifftlichen Holtz-Contracts unterm Dato Leipzigk den 24. Aprilis jüngst verschiedenen Jhares auff 15 Jahr lang beschloßen mit Ihnen dorinnen von wegen unserer lieben jüngern Vettern undt Pflege Söhne Altenburgischen undt Weymarischen theils einen namhaffte Summa Klaffter scheidt dermaßen erhandeln laßen, daß S. F. für solche jährlichen bey der steinernen Brücke zu Kößen auff einen darzu bestimmten Platz auffsetzen, einschlagen undt klafftern sollen undt darauff der Räthe von sich undt gemeine Pfännerschafft erstlich bey seinen Lieben undt hernacher bey uns unterthänigst angesucht, sie demnach sich derjenige Contract, welchen der Hochgebohrne Fürst undt Herr Herr Friedrich Wilhelm Herzogk zu Sachsen weilandt unser lieber Vetter, christlichen gedechtnis mit Ihnen am 4 July Ao. 1593 auff 15 Jahr undt järlichen auff 12.000 Klaffters scheidt verglichen, nunmehr biß auff eine geringe Summa Klaffter erledigt ihnen noch ferner von obberürter Sächsischen Sahlen Holtz jährlichen eine gewiße Summa Klaffters gegen der bezahlung gnedigts zu flößen undt mit Ihnen darauf Handeln laßen.
Da wir uns auff guter gnedigster Affection damit Unser Löblicher Vorfahren undt wir der Stadt Halla zugethan damals Räthe unsere Cammer-Räthe undt Rentmesiter mit mehr berührten Rath vor sich undt gemeine Pfanner undt Bürgerschafft im Nahmen des Allmächtigen einen neuen Holtz-Contracts folgender gestalt wvereiniget.
Daß wir ihnen den Rath, Pfannen- undt Bürgerschafft ingesambt und ungesondert auff die negst volgenden 15 Jahr alß von den Frühling Ao. 1612 biß Ao. 1627 p Inclusive jedes Jahr 10.000 Claffters scheidt hartes undt weiches Holtz undereinander, wie es von den Sächsischen geliefert undt jeder Claffter 3 Ellen hoch undt breit nach den Maß stehe, wie derselbe von den Hochgebornen Fürsten undt Herrn Herrn Augustus Hertzoges undt Churfürsten unsers vielgeliebten großherrn vaters, Christseliger gedechtnis mit Eißen beschlagen undt uffs Rath Hauß zu Halle übergeben ist, ohne einigen vortheil der Floßmeister oder Floßschreiber von der Stadt Halla auff unsere Costen derbundt gehabe aussetzen und legen laßen wollen, auch den rath gegen den besitzer des Ritterguths Schkopa undt sonsten wie zuvor geschehen des zols undt gleites durch uns vertreten undt schadloß halten.
Dieße scheidt aber sollen 2 Ellen an vorgedachter Maßstabe langk sein, undt so baldt von deßen Holze eine Reihe nach der andern aussetzen, also daß 50 Clafftern auff und abzunehmen vermögen, sollen dieselben von deß Rath hierzubestellten im beysein unsers Floßschreibers gemeßen angenommen undt wieviel jeder sonst an Claffters geliefert wirdt, von Ihnen treulich auff gezeignet unsern Floßschreiber darüber richtige bekentniße geben, hernach daß alles zusammen in eine Summa gebracht undt so baldt eines nach den andern abgemeßen alß dann daß Holtz in daß Raths Handen undt gefahr gestellet werden.
Da auch eines oder des andern wegen des waßers undt weters ungelegenmheit die volständige Summa der 10.000 Clff. nicht gelieffert undt etwas mangeln würde, sollen wir deshalben ungefühert sein undt dasß jenige was voriges Jhars gemangelt die volgende Jhar ersetzet werden.
Würden wir auch bey guten glücksseligen vortgang der Flößen ein oder das andere Jahr ein mehres denn 10.000 Clafftern undt den vorigen Rest bringen, jedoch, daß es nicht über 2 oder 3000 Clafftern sey, so soll unß solches der Rath ebenso wohl auff solche die verordneten Fristen bezahlen, inmaßen denn wir undt unser Erben verbunden sein wollen, da nach endung der ob verschriebenen 15 Jahr dem Rathe nach allgemeinen zusammen Rechnungen etwas Hinderstellung bleiben sollte, denselben rest in folgenden Jharen nochmahls zu ersetzen. Wehre aber auch zwischen solcher Zeit ein mehrers gelieffert, so soll es denn bey bewenden undt uns solche vormals gleichfals bezahlet werden.
Was auch Hochgedachter CHurfürst zu Sachßen unser freundlicher lieber Bruder undt gevater, Christseligen gedächtniß, offt gedachten Rath, krafft eines vorvererten Floß Contracts, untern dato den 15 May Ao. 1608 in zehen Jahren 80.000 Claffters scheidt, alß jährlichen 8000 Clafftern auff der Elster zu lieffern bewilliget, inmaßen wir ihnen auch selbst von unsere erlaugten Regierung in unterschiedlichen Contracten auff gewiße Jahr 12.000 Clafftern von 6/4 undt dann 5000 Clafftern von 10/4 zu über lieffern, verschrieben undt sich nunmehr befindet, daß ihnen alle Jahr der deputirte Summa Clafftern aus der Elster wegen des unbestendigen weters undt andern mit einfallenden ursachen nicht wohl angeflößt werden kann, die Pfännerschafft undt gemeine stadt sich aber auf daß holtz verlaßen kann.
Alles wollen wir unß bemühen, daß durch göttliche gnedige Hülffe, den Rath auf dießen Sachß. Sahlen Flöße die folgenden Jahr ein Mehres den die obbemeldten 5000 clff. zugebracht undt überandtwordet mögen werden.
Die auch der Rath dergestalt annehmen will, daß unß solche übermaßen den andern Contracten ab undt zu gute gehen, undt jeder Claffter mit 50 Groschen gleich den andern Saalen Holtze bezahlt werden soll. Doch sollen mit den geliefferten Holtz aus unsern eigenen Landen auff der Elster erstlich Unsers Bruders Seligen bewilligte 80000 Clafftern erstern so viel angeflößet werden kann, bezahlet undt daß übrige Saalen Holtz wenns an unsern andern Merßeburgischen Contracten, die sonsten in ihren würden sein undt bleiben sollen, wie erwehnet abgerechnet, auch den Rath hierdurch an den 15000 Clafftern so ihnen in den negsten 15 Jharen auff der Saala zu lieffern verschrieben, nicht abgehen, sondern diese Summa nichts weniger gewehret undt überantwordet werden.
Undt weill wir unß vermühten unsere Floß bräuchlichs haben, werden auff der Elster undt Saala, daß instehende Jahr wegen des vergangenen langwierigen Windern darinnen aller vorkehr an die waßer gestöhret worden eine starcke Clff. Holtz dann sonsten undt also ein Mehrers dann die Handel besagen vor die Stadt Halla flößen, so haben wir unß mit dem rath insonderheit vereiniget, daß siwe solche übermaß, diß Jhares von jeden Strom, soweit ihnen immer möglichen sein wirdt unß hier zu Raum zu schaffen, auff Abzahlungk eines jeden Contracts unweigerlichen auff undt annehmen undt ein jederley Holtz auff die bewilligte Termin bezahlen wollen.
Vielleichs nach geschehener abmaßung sich an der anzahl Clafftern des Sahl Holzes befinden werden, davon soll jede mit 50 Groschen an guten Meißnischer Wehrung den Gulden zu 21 Groschen undt den Groschen zu 12 Pfennig gerechnet undt alßo diß Holtz soviel jährlichen aufgesetzet undt überantwortet, die Helffte auff Martini deßselben undt die andre Helffte auff Faßnachten des hernach volgenden Jhares in der Stadt Naumburgk an guter gantzer Reichßmüntze, alß entweder Dukates, Rheinisches Geldt undt gantze Thaler nach den Dato deß Churf. S. publicirten Edicten oder andern Zinß Groschen undt Dreyern deßgleichen an guten Fünffern undt Zehnern je ein undt zwantzig Groschen vor ein Gulden gezahlet doch soll der Hinderstandt an dem alten Contract hierin nicht gemeint sein, sondern derselbe durch unß noch sonderlich umb die vorige bezahlung der 46 Groschen gelieffert werden.
Undt da entlich die obberührten länge der 2 Ellen nicht erreichen sondern 7 oder weniger viertel der ellen lang sein sollen, dieselben absonderlich seindt pro ratione der 50 Groschen bezahlt werden.
Würden auch unter dießen allen Scheiten Klöppel desgleichen faull undt zerstoßen Holtz mit angeflößt, soll solches sonderlich gelegt undt dem Rath nach billigen Werth verkaufft werden.
Es soll undt will aber auch der Rath Halle undt ihre nachkommen, vor solche bezahlung selbst schuldig gegenuns hafften indt die vor sich selbsten von ihren Pfännern undt Bürgern zu rechter Zeit ein bringen, damit die verschriebene bezahlung jedesmahl unverhindert erfolgen möge.
Insonderheit auch unsern ietzigen Floßschreiber Kilian Keßeln undt Abraham Geierßbergen auffn fall sie etwas zu bezahlung ihrer Floßarbeiter bedurfften undt unsere Cammerräthe nicht in … erreichen können gegen ihrer Quittung ein solches zu 2 undt 300 Gulden biß er ungefähr daß Jahr über 1.200 Gulden betrifft entlichen, welchen verlagk dann dem rath auff den erst volgenden Termin wiederumb an der Holtz ezahlung des sahl Holtzes und zu gute geben soll.
Sie wollen auch zu schleuniger Fortsetzung solcher Flöße jedesmahl unsern Floßschreiber oder ander unserer Befehlichshaber zu Außsetzung des Holzes Platz undt Raum genugsam verschaffen, auch die rechen undt den außfließenden arm am …. undt Heilbrunnen der Waßern verwahren laßen, damit die scheidt nicht in die Aue auslauffen, sondern vor den Rechen gelangen mögen.
Deß gleichen die Karrn, Seile, Stöcke, Kähne so viel man derer bedarff, ihnen die Floßbäume, Pfähle undt alle andere Nothdurfft uínmaßen es sey den andern unsern Flößen geholfen wirdt, zum anhalden undt außführen des scheidt holtzes, auch gute starck Bretter, so viel an dasselbe benöthigt, schaffen undt halten, den Floßschreiber, befehlichshabern undt ihren arweiters zu dem außwerffen undt außsetzten alle gute vörderung beweißen undt nichts vorstatten , daß ohne Ursach sich Jemandt zu ihnen undt den ihrigen wieder billigkeit nötige oder ihnen hinderlich oder beschwerlichen sey, wie denn unsere Floßbestallte deren Diener und arweiter sich nicht weniger gegen männiglich freidlich undt schiedlich halten sollen. Es will auch der Rath durch gute Vorsicht gebothene Verbothe an die arweiter nach gelegenheit dran sein, damit der Floßschreiber schleunigk so viel möglichen gefördert undt die selbigen so baldt daß holtz gesezet und geleget mit den abmaßen nicht versagen werden möge.
Wann auch daß größer anlauffen undt der Nothfall welches doch Gott verhüte for augen sein sollte das der Floßschereiber oder andere befehlichshaber, mehr leute alß sie schon zum Außwerffen bestellet bedürfften undt darumb ansuchung würden, will der Rath aus eilendste Ein hundert man oder mehr umb gleichmäßige bezahlung aufgebieten undt aufn waßer daß holtz helffen zu rechen schaffen.
Hierneben sollen auch unsere Floßemeister undt befehlichshaber mit den obberührten Zeueg an Karrn, Ketten, Haken. Seilen, Floßfrunnen, Brettern und andern treulich umbgehen undt da etwas draus mangelhafftig, alß dann umb verschaffung derselben stücke bey des Raths Baumeistern ansagen, welche an Nothwendiger verordnung keinen fleiß noch verzugks sparn werden.
Wann auch der gantze außzug jegliches einwurffs an scheidten vorsichtet die Claffter gemeßen undt angenommen, so will der Raht schließlichen unter ihres Raths siegell ein vollkommen bekenntniß, gegen unß antwortten der particular Zettel den Floßschreiber oder befehlichshaber zustellen, damit man in unser Rent Kammer wie viel ihnen überliefert eigentlicweises undt sich einen jeden der bezahlung halben darnach zu richten undt der Floßschreiber oder befehlichshaber an anzahl der ausgesetzten Clff. durch zu belegen haben möge, solchen besiegelt bekenntniß soll dem rath gegen geleistete bezahlung wird zugestellt werden.
Damit auch aller allerley ungebührlichen abgangk des holtzes bey den unthreuen Leuten desto beßer verhindert werde, so will der Rath auff ansuchen des Floßschreibers oder befehlichshabers in den Vorstedten da es von Nöthen Haussuchung zulaßen, da dann sie oder jemnadt ihres mittels sein möge , da auch bey etlichen gestalten holtz gefunden würde, soll der oder derselbe zur straffe ziehen, sie auch zur erstattung des gestohlenen Holtzes undt andern schuldigen abtragk anhalten.
Undt nach deme der Waßerstraßen durchtreibens und Flöße halben, unser freundlicher lieber Vetter undt Bruder der Ertzbischoff zu Magdeburgk undt primas in Germanien so wirdt ihre Liebe gebiete undt Fürstliche Regalien gehen und freundlich nachgesehen, alß soll Herzogen S. D. undt deßen Ertzstifft an dene Landes Fürstliche Hoheit und gerechtigkeit hierdurch nichts benommen sein.
Undt damit dießes alles fest undt steht auch unser brecjlichen gehaltes haben, wier Hertzog K. Johann George Churfürst, vor Unß undt von wegen Hochgedachtes Unsern freundlichen lieben Bruder unsere S. L. Erben in dießne durch unsere Cammer Räthe und rentmeister mit den Rath vor sich undt der Pfänner auch gemeine Bürgerschafft auf gerichten Holtz Contract gewilliget zu Maßen dann sie ihres Heiles gleicher weiße gethan undt beschließlich solchen zwiefach verfertigen laßen, mitt unsern Secret versiegelt undt mit eigenen Handen underschreiben.
Welches von wegen des Hocherwürdigsten undt Hochgebornen Fürsten Unsers Freundtlichen Lieben Vetter undt Bruders Herrn Christian Wilhelms postulirten Ertzbischoffs zu Magdebugk primas in Germania, Marggraffen zu Brandenburgk in reußen Hertzog durch die Hochgelahrten Herrn D. Gilias Stoßers, J. L. Cantzler, dann Herrn D. Caspar Goldtsteinen, Saltzgraffen zu Halla, deßgleichen von dem rath mit auffdrückung ihrer Pettschaftenm und gemeines Stadt Insiegell, so wohl auch des Ausschußes auß der Pfänner undt Bürgerschaft Petschafft undt Handtschrifften gleicher gestalt gescehe. Es hat auch jedes Theil eine Uhrkundte zu sich genommen.
So geschehen zu Dreßden, am 24. Januar Ao. 1612
(Quelle Thüringisches Hauptstaatsarchiv Weimar, Floßwesen B 12162)

Um Behinderungen und dem Holzdiebstahl einzudämmen wurden vor jeder Flöße ein Mandat erlassen, wo die Gerichtspersonen angewiesen wurden dagegen mit aller Strenge vorzugehen.
Ein Beispiel dafür:
In Abwesen und an stat des Hochgebornen Fürsten / Herrn Johann Ernsten des Jüngern / Herzogens zu Sachsen / Jülich / Cleve und Berg / Landgravens in Thüringen / Marggravens zu Meissen / Graven zu der Marck und Ravensberg/ Herrn zu Ravenstein / unsers freundlichen geliebten Bruders / als regierenden Landesfürsten und Vormunden/
Von Gottes Gnaden Wir Albrecht / Herzog zu Sachsen / Jülich / Cleve und Berg / Landgrav in Thüringen / Marggrav zu Meissen / Grav zu der Marck und Ravensberg / Herr zu Ravenstein / Fügen allen unsern Prälaten / Graven / Herren / denen von der Ritterschafft / Haupt- und Amptleuten / Verwaltern / Schössern / Bürgermeistern / Richtern und Räthen der Städte / Schulteissen / Gemeinden / und in Summa allen unsern Untersassen und Dienern / auch sonsten menniglich hiermit zu wissen /
Ob Wir wohl bißhero vor angehender Flösse auff der Ilmen und Salstrom durch sonderbahre Mandata bey unserer ernsten Strafe publiciren und gebieten lassen / daß sich niemandes an unserm Floßholtze vergreiffen / noch dasselbe offentlich oder heimlch abstelen und wegtragen solle / und daneben / wie es bey den Holtzdieben mit der Haussuchung und sonsten zu halten / gnedigst Verordnung gethan / Wir uns auch / daß solchem unserm Gebot gehorsamet / gnedig versehen hetten / das doch unsere Floßbeambte / Befehlichhaber und zur Flöße bestalte Arbeiter mit großem Wehklagen berichtet / und sich beschweret / wie etliche der unsern / jedoch mehren theils andere auswertige und an den Floßwassern gesessende und wohnende Leute / unsern vorigen ergangenen Patenten gantz und gar zu wider lebeten / sich des Holtzentwendens ohne schew bey Tag und Nacht anmaßen / und hierüber an den Floßarbeitern / wann sie von ihnen zu Rede gesetzet / mit allerhand Bedrawungen und Thätligkeit vergreiffen und Hand anlegen sollen / Wie dann auch etliche Richtern und Schulheißen auffn Dörffern / wenn die Haussuchung oder Folge bey ihnen gesucht / sich verweigern / mit Vorwendung / daß sie solches zuvor ihren Junckern / oder Gerichtsherrn (die eines Theils außerhalb desselben Dorffs und an andern Orten wohnen) anzeigen / und sich derselben Befehlich / wessen sie sich verhalten sollen / erholen / auch Gerichtsgebühren haben wollen / Ingleichen an eines Theils Orten / da die Juncker und Gerichtsherrn in Dörffern wohnen / sich auff dieselben beruffen / etliche auch die Abgefertigten lang auffhalten / und erstlich den Richtern zu sich fordern lassen / dahero die untrewen Leute gewarnet und das entwendete Floßholtz unter dessen verschleiffen / und aussm Weg reumen können / und also die Haussuchung / Mühe und Unkosten vergeblich.
So wollen auch etliche Holtzbeschediger ihrer Beschuldigung zuvor überwiesen seyn / und eins theils Gerichtsherren gegen den Floßbestalten rechtliche Processe vorzunehmen sich gelüsten lassen / dadurch dann unsere Floßbestalte und ihre Diener von dero fleißigen Auffsicht auff die Holtzbeschediger abgeschreckt werden / Darob Wir ein besonderes ungnediges Mißfallen tragen / und demnach von ihnen dißfals umb Einsehen gebeten.
Wann Wir dann solch der untrewen Leute Beginnen ferner nicht nachsehen / oder ungestraffet hingehen lassen können / Als thuun Wir durch diß offen Edict nochmals jedermann öffentlich verwarnen / Dergestalt / würde jetzo oder künfftig jemandes / wer der auch sey / von mannes oder Weibes Person für sich / ihr Gesinde / Kinder und andere / von unserm Floßholtz etwas ausziehen / oder wann es große Wasser ausgestoßen / anfassen / Verstecken under heim tragen / der oder dieselben sollen von jedem Scheit / Spreißel oder Klöppel (wie es von ihnen vor ein gering Ding / daran nicht viel gelegen / zu achten) so sie entwenden /zehen Gulden Straffe / oder die es nicht zu geben / erstlichen acht Tage lang ins Gefengniß gestecket/ so dann uffm Marckt öffentlich verkündiget / mit einem auffgebundenen Scheite uffn Rücken / in den nechsten Korb oder Kasten / die Wir an unterschiedenen Orten an den Floßstrassen anordnen oder auffrichten lassen wollen / gesetzet und andern zur Abscheu und Exempel ins Wasser gesprenget / da auch solche Straffe nichts fruchten / und dieselben zum andernmal ergriffen würden / gar aus dem Fürstenthumb und anderer Orte vorwiesen / oder mit der auff die Diebe im Rechten verordneten peinlichen Straffe beleget werden.
Begehren demnach an euch alle und einen jeden in sonderheit gnedig / Sie wollen nach Inhalt und Krafft voriger Mandaten auch dieses Edictes den jenigen / welche unter ihnen und ihrer auffgetragegen Verwaltung an dem Ilmen und Salstrohm / gesessen / aufferlegen / nicht allein sich des Holtzes bey Vermeidung der angezogegen Straffe gentzlichen zu enthalten / sondern auch unsern Floßdienern aller Orte gute Förderung erweisen / die Haussuchung verstatten / schleunig befördern / auch solches jedes Orts Richtern und Schulheißen befehlen / daß sie auff erste Ansuchen / der Haussuchung ohne einige Gebnühr und Verzug / unwegerlich beywohnen sollen / und wann die unserigen dergleichen Holtzdiebe auff der That betreffen / und dieselben entweder zur Stelle bringen / pfenden oder anzeigen / ein jeder an des es gelanget / an unser stat an den Verbrechern in jedes Orts Obergerichten bey Vermeidung unser ernsten Ungbnade / die Straffe abbenanntermaßen unnachleßlich exequiren lassen / Dagegen sollen die halben Straffen jedes Orts Gerichtsherren und die ander Helfte den Floßmeistern zustehen und gebühren / die Gerichts Personen sich auch ihrer Gebühr bei den Holtzbeschedigern erholen.
Da aber auff dieses unser Patent / welches auff die zeit / sol lange das Flößen wäret / gemeynet / der begehrte Ernst und Straffe von eionem oder dem andern nicht erfolgen sollte / und Uns die nachlässigen und widersetzigen Gerichtsherren / auch andere namhafft gemacht werden/ So wollen Wir uns gegen dieselben dermaßen bezeigen / daraus sie unser ungnedig Mißfallen zu spühren / und Ihr vollbringt an deme unser endliche und zuverlessige Meynung. Zu Urkund haben Wir das Fürstliche Cantzley Secret hierauff wissentlich drucken klassen / Geben zu Weimar am 8. Juni Anno 1622 (14. February 1623).

Einer der wichtigsten Holzlieferanten war die Grafschaft Schwarzburg. Auch hier bildeten langfristige Verträge die Grundlage eines für alle Beteiligten vorteilhaften Geschäfts. Einer dieser Verträge wurde 1625 abgeschlossen.

In abwesen und an stadt des Hochgebornen Fürsten, Herrn Johan Ernsten des jüngern Herzogen zu Sachßen, Jülich, Cleve undt Bergk, Landtgraffens in Düringen, Marggraffens zue Meißen, Graffens zu den Margk und Ravensburgk, Herrens zu Ravenstein, Unsers freundtlichen geliebten Bruders alß Regierenden landesfürstens,
Bekennen von Gottes gnaden wir Albrecht Herzogk zue Sachßen, Jülich, Cleve und Bergk, Landtgraff in Düringen, Marggraffe zu Meißen, Graffe zue der Margk und Ravensburgk, Herr zu Ravenstein Undt thun hiermit kundt. Das wir unß mit den Wohlgebornen unsern lieben getreuen Herrn Caroll Gunthern, Herrn Ludewig Gunthern und Herrn Albrecht Gunthern gebrüder, Graffens zu Schwartzburgk, Herrn zue Arnstadt undt Sonderßhaußen eines neuen Holz Contracts uf vergangene Handtlung folgend und maßen verglichen und voreinigett haben.
Nemblichen es haben uns und unsern freundtlichen geliebten Herrn Brudere und Vettern Altenburgischer Linie gemelte Graffen zu Schwartzburgk underthanig versprochen undt zugesagett, Einmal hunderdt Tausendt Clafftern an hartten und weichen Holz durch einander wie es der Jagn geben wirdt zu liefern, solche off Ihren Wäldern undt gehölzen welche an der Schwartza und einfallenden Bächen gelegen, uff ihre Kosten undt darlege zu schlagen, jedoch das die Claffter vorigen Holz Contracts ganz gemachtund das in abmaßen der maßstab off die unterlagen gesezt, die Claffter alßo da gemessen rechtschaffen dicht undt ohne einige Vortheil gelegt und die abzehlung und abpostierung jedesmahl den umbstenden nach undt wie es die gelegenheit des geschlagenen Holzes und Zeitt leiden will, auff vorher erfolgeten Bericht von Unsre hierzu bestallten Floßbeambten vorgenommen ferner das von den Graffen uff ihre darlage den folgenden Wintter über angefahret und of die Schwartza biß in die Sahla den darauff kommenden frühling nicht in den allergrößesten noch kleinesten sondern zum flößen bequemsten waßer geflößet (das die abzehl- und anfuhrung nicht auf eine Zeit zugleich geschehe) Jährlichen an obbenannter Summe der Einmal hundertt Tausent Clafftern Fünfzehn Tausendt, mehr und biß in die Zwanzig Tausendt weniger aber nicht dann Zwölff Tausendt Clafftern so ferne es möglich ist, gewiß und unfehlbar in beruhrtten Strohm der sahle gebracht undt wan ein auffhalt nottwendig zu machen uns denselben uff unsere uncosten zu bauen.
Verstattet auch off solchen fall von den Herrn Graffen alle mögliche beförderung geleistet und off jedes hundert Zehn Clafftern zur eingabe gemachet, dergestalt, wan Einhundert Zehn Clafftern geliefertt nur Einhundert bezahlet, dargegen der schaden so durch solch flößen den Schwarzburgischen underthanen an den sahlstrohm herunter zustehen und begegnen möchten, von Unß nach vorgehender besichtigung der billigkeit gemeß abgetragen, was aber an der Schwarza so weitt sich das Schwarzburgische gebieth daran biß an den Sahlstrohm erstreckt fur schaden beschieht den Herrn Graffen quitt gethan, doch dasienige so von der Schwarza an den sahlstrohm hinunder sich ereignen wirdt, von uns wie eben gedacht abgetragen und sich mit den Leuten nach vergangener besichtigung der billigkeit gemeß verglichen werden soll.
Wann aber durch erbauung eines Uffendthalts undt daher erfolgte Hemmung des Holzes Uncosten und Schäden veruhrsachett werden sollte, wollen wir denselben uff solchen fall auch an der Schwartza nach billichen erkenntnis gelten und abstatten.
Würde aber aus vorfallenden unabwendtlichen Hindernißen ein oder das andere jahr wenigsten die Zwölff Tausendt Clafftern nicht gelieffert werden können, soll doch nichts minders die restierende Summe das folgende Jahr ersezt, gleich anderen uberantworttet, fortt geflößet und hernach eins mitt den andern bezahlett und ungleichster Weiß ahngewendett werden, die von den Graffen versprochene Summe der Einmahl Hunderdt Tausendt Clafftern desto ehr und gewißer zu verschaffen und zu erfüllen mit diesen ausdrücklichen anhangk, das nach außgang dieses Contracts über offbesagte Einmal Hunderdt Clafftern uns undt den Graffen freystehen solle, desßwegen fernere Handlung zu pflegen.
Was nun also an scheitten von unsern Floßbeambten in Frühling des künfftigen Sechszehn Hunderdt Sechs undt Zwanzigsten und folgende Jahr fortt geflößett wirdt, daran wollen wir und unsere freundlich geliebten Herrn brudere die die helffte daran, nach abziehung des bewilligten abgangs oder eingabe ieder Claffter mit Vier undt Zwantzigk groschen jedesmahl uff Michaelis berürtten Sechzehnhundert Sechs und Zwantzigsten und folgenden Jahr an guter ganghaffter müntze wie solche in Chur- und Fürstenthumb Sachsen oder Obersächsischen Creyß valutiret gange und gebe sein wirdt, entweder alhier oder zu Jehna oder Rudolstadt gegen gebührendenr Quittung bezahlen auch jährlichen dieses wehrenden Contracts zu unseren halben theil Fünfftausendt gulden zum Verlagk reichen und geben, das daran jedesmahl der halbe theil Ostern und die ander helffte uff nachfolgende Pfingsten erlegt und gegen Rudelstadt verschafft damit der Holzschlagk, anfuhr und abflöß nicht gehinderett, sondern vielmehr Unß und den Graffen zum besten beförderett, doch hernach uff den folgenden Zahlungstermin an der Kauffsumme das geliefferte Holzes wiederumb abgezogen wie dan auch an den alten Holzrest jährlichen so lange derselbe wehret uff Petri Pauli ein Tausendt Gulden abgestattet und damitt künfftigen Sechzehenhunderdt Sechs und Zwansigsten Jahres der anfangk gemacht undt so fortt continuirt werden.
Wan auch unsere Floßbeambten einige wiederwertigkeit in dem Schwarzburgischen gebieth und gerichten begegnen oder ethwas an Holz endtwendet und sie dißfals bey den Graffen oder Ihren beambten ansuchung thun oder das der Herre nicht haben köntte, die pfandung und notwendige Haußsuchung in der Schwarzburgischen beysein begehren würden, so sollen die Graffen disfals schleunige und unverzügliche Verordnung zu thun schuldig sein, damit billiche Hülffe und die Haußsuchung in unserer Floßbestallten oder der Ihrigen gegenwartt und ohn einig ansehen der person fürgenommen, die verbrecher in den Gerichten, da sie hin gehörig unnachläßig gestrafft und zum abtragk angehalten werden mögen.
Hingegen wir und unsere freundlich geliebte Herren brudere des ferner gnädigen erbietens das wegen beider Fürstlichen Linien vor Herr Graff Caroll Gunthers Hoffstadt zu Rudolstadt jährlichen Eintausent Claffter in obgesagter Höhe und Länge und wegen unser und unserer freundlich geliebten Brudere Herrn Graff Ludewig Gunthern zur Illmen dreyhundertt Clafftern wan die Flöße ufm Illmenstrohm ihren forttgangk haben wirdt und vor sich gehett in der Höhe und Lange wie sie off unsern Düringischen Walden geschlagen und gelegt, uff eines ieglichen uncosten außziehen und außsezen zu laßen. Doch das solche durch die hierzue Verordnete geschworene Holzsezer wird umbgesezt und ehe nicht, biß ihnen dieselben darauf von Unßern Floßbestelten übergeben, weg geführet von Herren Graff Caroll Gunthern die Clafftern umb Fünff und zwantzig groschen und was Herrn raff Ludewig Gunther umb Sechs und zwantzig groschen bezahlet oder an der Zahlung von der Haubttsumma gekürzett werden solle.
Würdt auch hirüber in den Leutenbergischen Holzungen an Windtfällen und dürren Holz etwas zue dieser Flöße geliefert und von den Graffen an die Sahle gebracht werden , wollen wir dasselbe durch unsere Floßbeambte in berürtten Wäldern annehmen und iede Claffter mit einem gulden bezahlen lassen.
Was endtlich die von den Graffen gesuchte abfuhr des Franckenhaußischen Salzes betreffen thut, seint wir des gnädigen erbietens unß hierunter den Landtüblichen Rechten nach also zu bezeigen, das diesen und anderen Commercien in unsern Fürstenthumb und Landen ihr freyer ungesperrter laufff gelaßen undt niemandt darwieder beschwerett noch daran gehinderett werden soll.
Alles ganz getreulich und sonder einig gehendt, zur Uhrkundt stedter, vester und unverbrüchlicher Haltung deßen alles wie obstehett, haben Wir Herzog Albrecht zu Sachßen, Jülich, Cleve, Bergk anstadt Hocherwente unsers freundlich geliebten bruderes alß Regierenden Landesfürsten sowohl vor Unß und die andern unsere freundlich geliebten bruderer, desgleichen wie obgenannte Caroll Gunther, Ludewig Gunther und Albrecht Gunther, gebrudere, Graffen zu Schwartzburgk den Contract welcher gezweifacht eines lauts und inhalts verferttiget ist Unserm Secret und eigenhändiglichen underschrifften becräfftiget.
So geschehen und geben den Zwölfften Monatstags Augusti nach Christi Unsers einigen erlösers und seligmachers geburtt in Eintausendt sechshundertt undt Fünff undt Zwanzigsten Jahre.
(Quelle Thüringisches Hauptstaatsarchiv Weimar Floßwesen B 12153)

Der Beginn des 30jährigen Krieges wirkte sich zunächst nicht auf die Brennholzflöße aus, den 1627 vereinbarten Kursachsen und die Pfännerschaft einen Anschlussvertrag. Doch als ab 1630 die obersächsich-thüringischen Gebiet zum Kriegsschauplatz wurden, kam die Brennholzflöße fast völlig zum Erliegen. Doch 1646, also noch bevor der Westfälische Frieden den Krieg auch offiziell beendete war, wurde die „Commun-Flöße“ fortgesetzt.

Nachdem der zwischen denen Chur- und Fürstl. Cammern hier bevore getroffene Holtz- und Floß-Contract seine Endtschaft erreichet und die Chur- und Fürstl. Principalen allerseits eine Zusammenschickung gewißer Deputirten umb einen neuen Contract, jährlich eine benanandtliche Anzahl Clafftern nacher Kösen oder Halle zu flößen abhandeln zu laßen beliebet. Alß seint dato zu Ende benandte Chur- und Fürstl. Deputirten zusammen kommen und haben nachfolgenden Contract uff der nechstfolgenden sechs jahre, doch der Fürstl. Weymarischen Cammer, weil Ihretwegen niemandt zur Stelle gewesen, ohne praejusdiz und Nachtheil, bis uff gnedigste und gnedige Ratification, miteinander besiegelt, abgehandelt und bedeutiget, nehmlich:
Es soll die Flöße uff den Saalenstrohm von itzo an zu rechnen, wie gemeldt uff die nechstfolgenden sechs Jahr in der Communion verbleiben, jährlichen aller drey Theil Zwölff-Tausendt Clafftern, oder jedes Theil Vier-Tausent Clafftern schlagen, die Scheite Sieben- Viertel Ellen langk, mit der Segen geschnitten, fertigen, die Clafftern in rechter Höhe und Breite, nehmlich Drey Zwickausche Ellen und Fünff Zoll hoch und auch so breit (Anm. ca. 3,4 Festmeter), gewehren, zwischen bartholomai und Michaelis abposten wegen jeden Orthes Eingabe sich nach dem herkommen achten (außer daß uff der untern Rödischen Heyde, fünff Clafftern uffs Hundert gegeben werden sollen) darüber Dreyfache Abpost-Zettel fertigen, zu rechter Zeit uff der Bäche werffen, und uff gleichen Costen und Abgangk biß nacher Kösen flößen, daselbsten in dichtig Clafftern geleget und derb ohne Vortheil legen, die kurzen Scheit, so Sieben-Viertel Ellen nicht erreichen, ausschließen, denen Churfürstl.-Sächs. übergeben und zu zählen und uff jedes Hundert Sechs Clafftern zur Eingabe paßiren zu laßen.
Im Fall es aber zu Kösen keines Aussetzens von Nöthen halte, soll das Holz in der Communion nach halle uff gleichen Abgangk geflößet, aber von dem Churfürstl. Theil der Floß-Costen von Kösen nach Halle (biß auf das Auszieher- und Einschlager-Lohn, so denen Altenburgischen und Weymarischen zu tragen gebühret) alleine abgestattet werden.
Denen Fürstl. Altenburgischen und Weymarischen soll hiernechst freystehen, wann ein Theil seinen Anaprth der Vier-Tausend Clafftern nicht völlig hatte schlagen laßen, und der andre Theil würde über seinen dritten Theil was übrig haben, daß derselbe befugt seyn soll, den Mangel zu erfüllen, und mitzuflößen, allermaßen sich auch das Fürstl. Altenburgische Theil bedinget, unbeschadet der Commun-Flöße jährlichen eine Privat-Flöße an- und fort zu stellen.
Wo ferne auch ein oder das andre Theil unterwegs eine Anzahl CLafftern aussetzten würde, welches dann jeder Chur- und Fürstl. Theil freystehet, so soll es mit der Eingabe, also gehalten werden, wie es vor der Zeit in Übung gewesen. Aller Orthen soll das Holz, wo es ausgesetzt wird, in rechten, gehabe dichte Clafftern jede Drey Zwickauische Ellen hoch und breit, geleget und darzu von jeden Theil vereydete Setzter gebrauchet werden.
Wenn auch ein oder der andre Theil in dem Auswurff oder nachtrieb des Holzes, verzüglich werde oder die Schnee-Waßer versäumen wollte, so soll kein Theil dem andern nach zuwarten schuldig, sondern derjenige Thiel so zum Auffwurff parat wäre, befugt sein, seinen Anparth oder noch was darüber zu werffen.
Würden sich aber die sämtlichen Interessirenden miteinander vergleichen, daß die Flöße auf zwey Jahre zusammen gesparte und uff einmal eine hohe Post geflößet werden sollte, in solchen all soll es also beobachtet werden.
Da ein Durchbruch am Rechen geschehen sollte, den Gott gnedig verhüten wolle, soll jedes Theil mit Hülffe und ath einander beyspringen und fleißig haben, wie das durchgebrochene Holz, sowohl zu Halle als auch an ein oder den andern Orthen unterweges uffgefangen, ausgesetzet nach besten zu Nutz gebracht werden könne. Auch den Verlust und Schaden desßgleichen die Abträge und Schaden-Gelder, da derer neben den Saalenstrohm sowohl obnerhalb des Rechens oder unter demselben geschehen würden, jegliches Theil zugleich zu tragen schuldig seyn soll. Auch müßte die Absendung der Schaden-Gelder durch die von Churfürstl. Durchl. und Fürstl. Gnaden darzu verordnete Commissarien, in welcher Territorio die Schäden geschehen waren uffs genauste abgehandelt, auch der Rechen zu Halle von den Churfürstl. hingegen der Kösenische und Heringische Rechen von den Fürstl. Sächs. Altenburgischen und Weymarischen beßermaßen verwahret werden.
Sobald dann das Holz zu Halle ausgezogen und in Clafftern gesetzet, sollen die Floß-Beamten sich unverzüglich zusammen thun, die Abtheilung fertigen und das Holz dem Rath zu Halle, umb der Gefahr abzukommen, sobald dann übergeben und jedes Theil seine Lieferung quittirt werden.
Dem Churfürstl. Theil soll obliegen, dem Fürstl. Altenburgischen und Weymarischen jeden Clafftern Sieben-Viertel allicht Scheidt uff der Stelle (ausgeschloßen der Sechs Clafftern uff jedes Hundert Eingabe, wann der Aussatz in Kösen gesichtet) umb und mit Neununddreißig Meißnische Groschen, den Ausschuß die Clafftern zu einem Gulden und 1 Groschen und die Stücke zwey Ellen vor einen, ohne einzigen Abzug zu bezahlen.
Nachdem aber die Desposito der Termino halber sich nicht vergleichen können, sondern das Fürstl. Altenburgische Theil von einer Flöße zur andern ganzliche Bezahlung urigirt, welches der Hallische Contract allerdings nicht verstatten wollen, so ist dieser Punct vor diesesmahl und bis fernere Communication, dergestalt ausgesetzet worden, daß biß solches verglichen und mit dem Flößen inne gehalten, gleichwohl aber zwischen dato und den bevorstehenden Leipziger neuen Jahres Marckt, erörtert werden solle.
Nachdem auch die Churfürstl. Schule zu Pfordta mit dieser Flöße, sonderlich mit deren Waßer- und Wehr-Gebäuden, auch ohne dem Aussetzen abgetretenen Raum an der Nutzung Schaden leidet, so soll dero oder dem Schulen-Veralter communi nomine und pro rata Fünffzigk Clafftern uff der Stelle, fa ferne das Holz daselbsten ausgesetzet werden müßte, abgefolget werden.
Desgleichen wollen sich auch die Chur- und Fürstl. Interessenten mit dem von Osterhausen zu Kreipitzsch eines gewißen Abtrags vergleichen.
Wie nun dieser Contract erzähltermaßen beredet und biß uff der Chur.- und Fürstl. Principalen gnedigst und gnediger Ratification gestellet worden.
Als ist das Fürstl Altenburgische Theil der ungezweiffelten Hoffnung, es werde das Fürstl. Weymar Theil desgleichen Contract seines Orthes abzuhandeln, ebenmäßig Beliebung haben.
Uhrkundlich ist solcher zwiefach zu Papier bracht und biß uff angeregte Chur- und Fürstl.Ratification besiegelt und unterschrieben, auch jedes Theil ein Exemplar ausgehändigt worden. So geschehen zu Altenburgk, d. 30ten October ao. 1646
Johann Reichhardt, Hanns Friedr. Brandt, Hanns Abel Fieker, Jost Chr. Römer

Zunächst beteiligte sich nur Kursachsen und Sachsen-Altenburg an der Flöße, doch am Anschlußvertrag beteiligte sich auch wieder das Herzogtum Sachsen-Weimar.

Zu wißen, Demnach
Hochgeborener Fürst und Herr, Herr Johann Georg, Herzogk zu Sachßen, Jülich, Cleve und Bergk, des heiligen Römischen Reichs Ertzmarschall und Churfürst, Landtgraff in Düringen, Marggraff zu Meißen, auch Ober- und Niederlausitz, Burggraff zu Magdeburgk, Graff in der Marck und Ravensbergk, Herr zu Ravenstein mit denen auch Durchlauchtigten Hochgebornen Fürsten und Herrn, Herr Friedrich Wilhelm, Herzogen zu Sachßen, Jülich Cleve und Bergk, Landgraffen in Düringen, Marggraffen zu Meißen, Graffen zu der Marck und Ravensbergk, Herrn zu Ravenstein Anno 1648 wegen der Flöße auf die Saale sich eines gewißen Contracts verglichen (dem man an Fürstl. Weymar. Theil damals nicht mit antreten wollen) und Hochgedacht Seine Churfürstl. Durchl. oberwehnten noch uff etliche Jahr zu erstrecken und zu erneuern vor gut befunden, deßhalben sie dann Dero vielgeliebten Vettern, Hochgenannt, ersucht, ob sie die Ihrigen den 8. July in S. Churfürstl.Durchl. Stadt Rochlitz schicken wollen. So woher Sie erböthig auch gewiße Personen dahin zu befehligen und ferner Floßhandlung pflegen zu laßen.
Als haben eingangs erwehnte hohe Interessenten die von S. Churfürstl. Durchl. angeregte Zusammenschickung beliebet, inmaßen denn die hierzu Deputirten sich allhier zu Rochlitz bestimmter Zeit eingefunden, und jedoch biß auf Dero höchst- und hochbenannter Herren Principalen Ratification nachfolgendergestalt vereiniget und verglichen, nehmlich 
soll diese Saalen-Flöße nach oberwehnten sechsjährigen Contracts so Ostern 1652 sich endet uf vier Jahr in Communione der gesambten Chur- und Fürstl. Sächs. ab von Ostern 1653 an zu rechnen, zu welcher Zeit die Abflößung erfolgen und das Holz ufs Waßer zu bringen, verbleiben und miteinander biß Ostern 1656 geliebtes Gottes, verrichtet, jährlichen von allen Interessenten Zweiundzwantzig-Tausendfünffhundert Clafftern hart und weich Holz, wie es die Behaue jedesmahl geben möchten, oder von jeder Theil Siebentausend-Fünffhundert Clafftern geschlagen, die Scheite Sieben-Viertel Ellen lang mit der Sägen geschnittem, gefertiget, die Clafftern in rechter Höhe und Breite, benanntlich drey Zwickauische Ellen und fünff Zoll hoch und auch so breit gewehret, zwischen Bartholomaei und Michaelis abgepostet, nach verflossenen Bartholomaei aber, wenn gleich etwas geschlagen würde nicht abgepostet und angenommen, sich wegen jedes Orthes Eingabe nach dem Herkommen gerichtet (außer das uf der untern Rödischen Heyde Fünff Clafftern ofs Hundert zu rechnen) darüber dreyfache Abpostzettel gefertiget, zu rechter Zeit of die Bache geworffen und of gleiche Kosten und Abgang bis nacher Kösen geflößet, daselbsten in tüchtige Clafftern gesetzet, derb, gehabe und ohne Vortheil geleget, sdie kurzen scheite, so Sieben.-Viertel Ellen nicht erreichen, aiusgeschloßen, denen Chur.-Sächs. zu übergeben und uf jedes Hundert sechs Clafftern zur Eingabe passiret. Im fall es aber keines Aussetztens von Nöthen hätte, so auf der sämbtlichen Herren Interessenten Gutbefinden beruhet, soll das Holz in der Communion nach Halle auf gleihcen Abgang geflößet, aber von dem Chur.-Fürstl. Theil die Floß-Kosten von Kösen nacher Halle (jedoch bis auf das Aussetzer- und Einschlager Lohn, so denen Chur- und Fürstl. Interessenten pro rata zu tragen zustehet und gebühret) allein abgestattet werden, denen Chur- und Fürstl. Interessenten aber hiernechst freystehen, wenn ein Theil seinen Anpart des 7.500 Clafftern nicht völlig hat schlagen laßen und ein oder andre würde aber seinen Theil was übrig haben, das derselbige Theil befugt sein soll, den Mangel mit seinen Holze zu erfüllen und ungehindert mitzuflößen.
Allermaßen sich auch von denen Fürstl. Interessenten jedes Theils bedingt, unbeschadet der Commun-Flöße, oder abgehandelten jährlichen Lieferung derer 7500 Clafftern, ihre private Flöße ungewehret Chur-Sächs. Theils an und fortzustellen oder soviel sie zu ihren eignen Bedürfniß von Nöthen haben, hierüber zu werffen.
Woferne auch ein und das andre Theil unterwegens eine Anzahl Clafftern aussetzen würde, welches dann jeden Chur- und Fürstl. Theil freystehet, so soll es mit der Eingabe noch ferner gehalten werden, wie es Herkommen üblich und gebräuchlich gewesen, doch dasß das Holz allwo es ausgesetzet wird, wieder in rechte Gehabe, tüchtige Clafftern jede drey Zwickauische Ellen hoch und breit geleget und darzu von jeden Theil vereydigte Setzer gebrauchet, wie auch beim Setzen des Schwarzburgischen Holzes ein großer Vortheil verübet wird, eine gewiße Person zur Auffsicht bestellet werden.
Wann auch ein oder der andre Theil in den Auffwurff oder Nachtrieb des Holzes vorzüglich woher,und daß Schnee-Waßer versäumen wollte, so soll kein Theil dem andern nachzuwarten schuldig, sondern derjenige Theil, so zum Auffwurff gefaßt, seinen Anpart oder da etwas darüber, nachzuwerffen befugt sein.
Würden sich aber die sämbtlichen Chur- und Fürstl. Interessenten miteinader vergleichen, daß die Flöße auf zwey Jahr zusammen gesparet und of einmahl eine höhere Post geflößet werden sollte, of solchen Fall ist es also zu beobachten, da ein Durchbruch am Rechen geschehen sollte, den Gott gnädig verhüten möchte, soll jedes Theil mit Hülffe und Rath einander beyspringen und Fleiß anwenden laßen, daß das durchgebrochen Holz sowohl zu halle als auch an einen und den andern Orth unterwegens aufgefangen, ausgesetzt und nach dem Besten zu Nutz gebracht werden könne., auch den Verlust und Schaden, desgleichen die Abträge und Scha-Gelder, da denen of den Saalen-Strohm sowohl oberhalb des Rechens oder unter demselben geschehen würde, jegliches Theil zugleich zu gelten, verbunden sein.Jedoch, daß die Abhandlung berührter Schaden-Gelder durch die Chur- und Fürstl. Theilen darzu verordneten Commissarien so selbigen Bezirks oder Gegend die Schäden in Besichtigung nehmen, aufs Genaueste verrichtet, auch der Rechen zu Halle von den Churfürstl. der Kösenische und Heringische Rechen aber von den Fürstl. Theilen bestermaßen verwahret werden.
Sobald das Holz zu Halle ausgezogen und in Clafftern gesetzet, sollen die Floßbeamten sich unverzüglich zusammen thun, die Abtheilung fertigen und das Holz dem Rathe zu Halle umb der Gefahr abzukommen, allsofort übergeben und jeden Theil aber sein Lieferung quittirt werden. Dem Churfürstl. Theil hingegen obliegen denen Fürstl. Interessenten jede Claffter Sieben-Viertel ellichter Scheit of der Stelle, ausgeschloßen of jedes Hundert sechs Clafftern Eingabe, umb und mit Dreyundvierzigk Meißnische Groschen, den Ausschuß oder das kurze Holz die Clafftern zu Vierundzwantzigk Groschen und die Stücken zwey Clafftern vereinen, ohne einigen Abzug zu bezahlen.
Und weil wegen des kurzen Holzes zu Halle in Ausschießen aller hand Vortheil verübt werden, hat man sich Chur-Sächs. Theils dahin resolviret, bey dem Rathe und Pfännerschaft zu Halle, so viel an ihn Vermittlung zu treffen, daß das kurze Holz daran nicht mehr, denn zum meisten drey Zoll ermangeln mochten angenommen und gegen denselbigen, so etwas zu lang befunden wird, compensiret, darbey dann ferner dies abgeredet worden, daß von solchen korzen Holze die Schul-Pforta und andern, so Floßschäden praetendiren, befriediget, auch auf allen Fall, wegen das so zu kurz etwas Aufsatz geben, die Zahlung aber darfür Neujahr und Ostern jedesmahl die Helffte, den Neu-Jahrs-Marckt nach der of diesen Conract verrichteten Flöße damit anzufangen, aus der Floß-Cassa zu Leipzigk off jeglichen Interessenten Quittung verrichtet werden soll.
Nachdem auch die Churfürstl. Schul-Pfortte ducch diese Flöße sondrlich mit denen waßer- und Wehr-gebäuden, auch an den zum Aussetzen abgetretenen Raum an der Nutzung Schaden leidet, so soll dero oder den Schul-Verwalter communi nomine pro rata Fünffzigk Clafftern of der Saale, da fern das Holz daselbst ausgesetzet werden müßte, abgefolget werden. Desgleichen wollen sich auch die Chur- und Fürstl. Interessenten mit den von Osterhausen zu Creypitzsch eines gewissen Abtrags vergleichen.
Uhrkundlichen ist dieser Vergleich zu Papier bracht, wie obengedacht, bis auf Chur- und Fürstl. gnädiger Herrschaft Ratification von denen hier zu verordneten besiegelt und unterschreiben, auch jeden Theil ein Exemplar ausgehändigt worden.
So geschehen und gebgbern zu Rochlitz am 11. July 1651
Rudolph Wilh. Krauß, Fürstl. Sächs. Weymar. Verordneter
Johannes Schieffer, Fürstl. Sächs. Altenb. Verordneter

(Quelle LHA Sachsen-Anhalt D 34 Anh. 1 Nr. 928)

Bis zum Ende des 17. Jahrhunderts änderte sich an der bisher praktizierten Verfahrensweise nur wenig. Im Zusammenhang mit der Zusammenlegung des Kösener Zolls mit dem Saalecker Geleit und die Übertragung des Kösener Stapels  in die Verantwortung des kursächsischen Floßmeisters kam es dann zu einigen Neuerungen, die aber am Prinzip der "Commun-Flöße" zunächst nichts änderten. 

T. Budde 2013